Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung für die Durchlaufreinigung
von stranggefertigten Produkten, insbesondere Ketten.
Stranggefertigte Produkte werden in den meisten Fällen aus einer Vielzahl
von Komponenten erzeugt, die vorab jeweils in einem separaten Herstellungsverfahren
gefertigt worden sind. Handelt es sich bei einem stranggefertigten Produkt z. B.
um eine Antriebskette, so besteht diese aus abwechselnd miteinander verbundenen
Innen- und Außenkettengliedern, für die entsprechend Laschen, Bolzen und Hülsen
zusammengefügt werden. Die meist aus einem Stahlmaterial hergestellten Einzelteile
werden zum Teil durch Stanztechniken hergestellt, so dass durchaus Späne und andere
Verunreinigungspartikel an den Zwischenprodukten anhaften. Im Stand der Technik
ist es bekannt, solche Schüttgüter mittels eines Schwingreinigers zu reinigen, wobei
sich die unterschiedliche Masse von Verunreinigung und Bauteilen zunutze gemacht
wird. Zum Teil ist dies jedoch zu aufwändig oder zu kostenintensiv, weshalb ein
Zusammenbau der Einzelteile zu einem strangfertigen Produkt, ohne vorherige derartige
Reinigung erfolgt. Das strangfertige Produkt wird dann gegebenenfalls mechanisch,
z.B. über Bürsten etc. von Spänen und Schmutzpartikeln befreit. Insbesondere bei
Antriebs- oder Förderketten muss dies in aller Regel durchgeführt werden, bevor
eine Beölung des Produktes erfolgt. Im Stand der Technik sind für Ketten Ultraschallbeölungsverfahren
bekannt, bei denen eine sich auf einer Schwingplatte befindliche Ölschicht hochfrequent
angeregt wird.
Nachteilig bei diesem gesamten Ablauf ist die vorherige Span- und
Partikelentfernung sowie die anschließende, meist zu starke Ölbenetzung der Kette.
Unvorteilhaft bei den genannten Ultraschallbeölungsvorrichtungen ist auch die Geruchsbelästigung,
da das Öl auf eine Temperatur von ca. 65°C im Dauerbetrieb erhitzt werden muss.
Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung
für die Durchlaufreinigung von stranggefertigten Produkten bereitzustellen, die
eine gute Reinigungswirkung aufweist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Vorrichtung
eine Absaugkammer, die einen Einlauf und einen Auslauf für das Produkt aufweist,
und einen Schwingungserreger, mittels dem zumindest ein sich in der Absaugkammer
befindlicher Abschnitt des Produkts zu Schwingungen anregbar ist, umfasst. Die Verunreinigungspartikel
werden demnach in der Absaugkammer von dem stranggefertigten Produkt abgesaugt,
wobei der in der Kammer zu Schwingungen angeregte Abschnitt des Produkts hier eine
zusätzliche Unterstützung bereitstellt. Die Reinigungswirkung ist sehr hoch und
es kommt zu einer guten Partikelbeseitigung. Unter Durchlaufreinigung soll im vorliegenden
Fall sowohl das kontinuierliche als auch das getaktete bzw. schrittweise Durchlaufen
der Absaugkammer von einem stranggefertigten Produkt gemeint sein. Unter dem Begriff
stranggefertigtes Produkt sollen nicht nur Industrieketten, wie Antriebs- und Förderketten,
sondern die unterschiedlichsten aus mehreren Bauelementen zusammengesetzten und
zu einem Strang, Band etc. geformten Produkt verstanden sein. Allerdings ist die
Reinigung in den meisten Fällen dann von Nöten, wenn zuvor die Einzelteilproduktion
bzw. die Montage zur Verschmutzung führt. Der Begriff „Absaugkammer" soll
nicht zu eng verstanden sein. Wichtig ist, dass ein Schwingungsbereich mit geeigneter
Absaugwirkung vorhanden ist.
Es hat sich gezeigt, dass gerade eine Ausführungsform, bei der der
Schwingungserreger das Produkt in einen Frequenzbereich von 20–100 Hz anregbar
ausgestaltet ist, die Reinigungswirkung besonders hoch ist. Zum einen haben Schwingungen
in diesem Frequenzbereich in aller Regel keinen Einfluss auf die Qualität des stranggefertigten
Produkts. Jedoch lösen sich die Verunreinigungspartikel sehr leicht und effektiv
in diesem Bereich. Bei manchen stranggefertigten Produkten, z. B. Steuerketten im
Automobilbereich, lässt sich der bevorzugte Frequenzbereich noch enger fassen. Günstigennreise
beträgt dieser dann 30 bis 50 Hz.
Eine besonders effektive Reinigungswirkung stellt sich dann insbesondere
ein, wenn die Absaugkammer eine Absaugströmung im Wesentlichen quer zum Produkt
erzeugend ausgestaltet ist. Insbesondere bei Ausführungsformen, bei denen die Schwingungsanregung
ebenfalls quer zu Längserstreckung des strangförmigen Produkts erfolgt, verstärkt
sich die Reinigungswirkung bei einer derartigen Querströmung beträchtlich. Längsströmungen
entlang des stranggefertigten Produkts erweisen sich als nicht so effektiv.
Insbesondere die Ausführungsform nach Anspruch 5 stellt eine neuartige
Verknüpfung von Beölung und Reinigung im Durchlauf bereit. Diese Vorrichtung zum
Beölen und Reinigen zeichnet sich dadurch aus, dass der Absaugkammer eine Beölungseinrichtung
zum Beölen des Produkts vorgeschaltet ist. Das bedeutet, dass das vorab beölte Produkt
die Absaugkammer durchläuft, so dass zusätzlich zu den Verunreinigungen auch überschüssiges
Öl vom Produkt entfernt werden kann. Im Gegensatz zum Stand der Technik, bei dem
Öl durch Erzeugung von Schwingungen auf ein stranggefertigtes Produkt aufgebracht
wird, wird im vorliegenden Fall die Schwingungsanregung des Produktes dazu verwendet,
überschüssiges Öl wieder zu entfernen, so dass es zu einer optimalen Benetzung des
Produktes mit einem Ölfilm kommt.
Hierzu kann bei einer Variante vorgesehen sein, dass die Beölungseinrichtung
eine Ölwanne umfasst, durch die das Produkt hindurchführbar ist. Die Beölung erfolgt
demnach im Durchlauf, indem einfach das Produkt in ein Ölbad eingetaucht wird. Dem
Umstand, dass dabei viel zu viel Öl aufgebracht wird, wird durch die anschließende
Reinigung in der Absaugkammer Rechnung getragen.
Ein geschlossener Ölkreislauf kann dadurch erzeugt werden, dass der
Absaugkammer eine Ölreinigungseinrichtung nachgeschaltet ist, die über eine Rückführung
mit der Beölungseinrichtung in Strömungsverbindung steht. Hierbei kann es sich z.B.
um eine simple Feinfilteranlage mit auswechselbarer Filterkartusche handeln.
Die Erfindung bezieht sich weiter auf ein Verfahren zum Durchlaufreinigen
von stranggefertigten Produkten, insbesondere Ketten. Das Verfahren umfasst folgende
Schritte:
Einleiten des Produkts in eine Absaugkammer,
Anregen zumindest des sich in der Absaugkammer befindlichen Abschnitts zu Schwingungen,
Absaugen insbesondere der durch die Schwingungen abgeschleuderten Schmutzpartikel
und
Herausleiten des gereinigten Produktes aus der Absaugkammer.
Vorrangig erfolgen sämtliche Schritte gleichzeitig, jedoch jeweils
an einem anderen Abschnitt des stranggefertigten Produkts. Bislang war es immer
üblich, das Produkt vor der Beölung zu reinigen, da das Öl eine Anhaftung der Verunreinigung
sogar noch verstärken kann. Aufgrund der kombinatorischen Anwendung von Absaugung
und Schwingungserregung spielt dies jedoch nur eine unwesentliche Rolle. Es kommt
zu einer guten Partikel- und Ölbeseitigung. In diesem Zusammenhang kann sowohl lediglich
der Kettenstrang in der Absaugkammer als auch die Absaugkammer zusammen mit dem
Kettenstrang zu Schwingungen angeregt werden.
Als besonders gut haben sich Schwingungen im Frequenzbereich von 20
bis 100 Hz, bevorzugt 30 bis 50 Hz, herausgestellt. Dieser Frequenzbereich sorgt
dafür, dass auch kleine durch das Öl verstärkt anhaftende Partikel vom Produkt entfernt
werden.
Die Frequenz lässt sich in Abhängigkeit des Produkts gemäß einer Ausführungsform
auch sehr gut dadurch bestimmen, dass diese im Wesentlichen der ersten Eigenresonanzfrequenz
des zu reinigenden Produkts entspricht. Bei Ketten, wie sie z.B. für Steuerkettentriebe
bei Automobilmotoren eingesetzt werden, kann die Frequenz ca. 40 Hz betragen. Bei
leichteren Produkten steigt die Frequenz und bei schweren Produkten sinkt diese
dann ab.
Günstig ist weiter eine Variante, bei der das Produkt hauptsächlich
in horizontale Richtung zu Schwingungen angeregt wird. Bei einer solchen Schwingungsanregung
haben Schwerkrafteinwirkungen nur eine untergeordnete Bedeutung, so dass es zu einer
sehr guten Schwingungsanregung kommt. Werden als stranggefertigte Produkte Ketten
verwendet, so entspricht diese Anordnung auch der Montageausrichtung derselben,
so dass sich die Beölung und Reinigung unmittelbar an den Fügevorgang anschließen
kann.
Auch das Verfahren kann auf das gleichzeitige Beölen und Reinigen
ausgedehnt werden. Hierzu kann vor dem Reinigungsvorgang ein Durchlaufbeölen durchgeführt
werden. Wie bereits erwähnt, wird dann das Produkt anschließend in der Absaugkammer
sowohl von überschüssigem Öl als auch von den Verunreinigungspartikeln gereinigt.
Hierzu kann das Produkt durch ein Ölbad hindurchgeführt und dann in
die Absaugkammer hineingeführt werden. Ein Ölbad stellt eine sehr einfache Ausgestaltung
für die Benetzung mit Öl bereit. je nachdem wie lange das Produkt in dem Ölbad verweilt,
kommt es zu einer guten Ölbenetzung an den entscheidenden Stellen. Bei einem vollständigen
Eintauchen des Produkts in ein Ölbad ist auch immer gewährleistet, dass die Beölungsparameter
im Wesentlichen konstant bleiben. Auch lässt sich der Füllstand eines Ölbades ohne
großen Aufwand regulieren.
Ein besonderer Vorteil besteht bei einer Variante darin, dass das
Ölbad im Wesentlichen Raumtemperatur aufweist. Im Vergleich zu Beölungsvertahren
(Ultraschallbeölung) im Stand der Technik, bei denen das Öl zur besseren Vernebelung
erhitzt werden muss, kommt die Verwendung eines Ölbades ohne zusätzliche Wärmequellen
aus. Die übliche Raumtemperatur ist für eine gute Beölung vollkommen ausreichend.
Es hat sich gezeigt, dass Varianten, bei denen die Schwingungsamplitude
in der Absaugkammer 1 bis 5 mm beträgt, besonders günstig sind und hierdurch auch
sehr kleine Verunreinigungspartikel abgeschleudert werden.
Optimale Schwingungsverhältnisse können dann bereitgestellt werden,
wenn die Länge des sich in der Absaugkammer befindlichen Abschnitts des Produkts
150 – 250 mm beträgt. Diese Länge muss in Abstimmung mit der Durchlaufgeschwindigkeit
so bemessen sein, dass es bei gegebener Schwingung und der Größe des Produkts zum
optimalen Beseitigen der Schmutzpartikel und gegebenenfalls des Öls kommt. Dabei
können auch der Einlauf- und Auslaufbereich der Absaugkammer als zusätzliche Abstützung
dienen, so dass die Schwingung ziemlich exakt zwischen diesen beiden Endbereichen
der Absaugkammer erfolgt. Auch besteht die Möglichkeit, die Absaugkammer
insgesamt zu Schwingungen anzuregen, so dass im Ein- und Auslaufbereich die Schwingungen
auf das Produkt übertragen werden.
Eine sehr umweltschonende und Resourcen sparende Variante sieht vor,
dass das aus der Absaugkammer abgesaugte mit Verunreinigungen versehene Öl von den
Verunreinigungen im Wesentlichen befreit und zur Beölung zurückgeführt wird. Die
Reinigung kann über geeignete Filtereinrichtungen mit gegebenenfalls Austausch-
oder zu reinigenden Filtern erfolgen. Wird z.B. Öl mit Druck durch einen Feinfilter
geleitet, können selbst kleinste Verunreinigungspartikel beseitigt werden. Versuche
haben bei der Anwendung des Verfahrens im Zusammenhang mit der Antriebskettenherstellung
ergeben, dass Verunreinigungspartikel bis zu einer Größe von 10 &mgr;m beseitigt
werden können. Lediglich kleinere Partikel werden nicht mehr in vollem Umfang erfasst.
Diese sind jedoch auch für den späteren Kettenbetrieb nicht von Nachteil.
Im Folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung
anhand einer Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
1 eine schematische Draufsicht auf eine
Kettenbeöl- und Reinigungsanlage,
2 eine schematische Seitenansicht einer
verwendbaren Absaugkammer und
3 eine schematische Skizze einer Antriebskette
zur Erläuterung der Schwingungsverhältnisse.
Die 1 zeigt eine schematische Draufsicht
einer Beöl- und Reinigungsanlage 1 zur Behandlung von z.B. unmittelbar
aus der Produktion kommenden Antriebsketten 2 für den Automobilbereich.
Der Kettenstang 2 wird endlos gefertigt und später erst auf die entsprechenden
Teillängen gestückelt.
Auf der linken Seite der Anlage 1 befindet sich die Beölstation
3, in die über einen Ketteneinlauf 4 der Kettenstrang
2 zugeführt wird. Der Kettenstrang 2 wird mäanderförmig über mehrere
Umlenkräder 5 (z.B. Kettenräder) durch eine Ölwanne 6 hindurchgeführt.
Die Ölwanne 6 ist so mit Öl gefüllt, dass der Kettenstrang 2 sich
vollständig im Ölbad befindet. Die Führung des Kettenstranges um die Umlenkräder
5 herum sorgt dafür, dass die Kette auch im Durchlauf eine bestimmte Verweilzeit
im Ölbad hat. Anschließend wird der Kettenstrang 2 einer Reinigungsstation
7 übergeben. Die Reinigungsstation 7 weist einen Schwingungserreger
8 auf, der über Dämpfungsmittel 9 weitgehendst von der Beölstation
3 entkoppelt ist. Der Kettenstrang tritt durch Übergabeöffnungen
10 hindurch und wird durch eine Absaugkammer 11 hindurchgeführt.
Die Absaugkammer 11 ist mit dem Schwingungserreger 8 verbunden
und führt ebenfalls die Schwingbewegungen aus. Der Schwingungserreger
8 kann über die unterschiedlichsten Antriebskonzepte verfügen. Z.B. könnte
ein piezoelektrischer Antrieb verwendet werden.
Der Einlaufbereich 12 und er Auslaufbereich 13 der
Absaugkammer 11 sind so ausgestaltet, dass der Kettenstrang 2
mit nur wenig Spiel durch diese hindurchgeführt wird. Dies sorgt zum einen für eine
gewisse Abdichtung und zum anderen für eine gute Übertragung der Schwingungen. Die
Bereich 12 und 13 können hierzu aus geeigneten Werkstoffen geformt
sein, um eine Beschädigung des Kettenstrangs 2 vollständig auszuschließen.
Hier können z.B. Kunststoffmaterialien oder reibungsmindernde mitlaufende Element
eingesetzt werden. Schematisch sind in gestrichelten Linien die Schwingungen des
Kettenstrangs 2 innerhalb der Absaugkammer 11 dargestellt. Die
Schwingungsanregung erfolgt horizontal. Das bedeutet, dass die Kette genau in ihrer
flexiblen Richtung angeregt und somit nicht zusätzlichen Verwindungskräften ausgesetzt
ist.
In der 2 ist eine Ausführungsform der
Absaugkammer 11 in Seitenansicht dargestellt. Auf der einen Seite weist
die Absaugkammer 11 annähernd über ihre gesamte Länge eine langlochförmige
Öffnung 14 auf, über die Luft angesaugt wird. Das Absaugen der Luft erfolgt
auf der gegenüberliegenden Seite mittels der im unteren Beriech zick-zack-förmig
angeordneten Öffnungen 15.
Die eigentliche Absaugung erfolgt über die neben dem Schwingungserreger
8 angeordnete Saugeinheit 16. Die Saugeinheit 16 ist
über eine Saugöffnung 17 mit dem Schwingungserreger 8 verbunden
und steht mit den Öffnungen 15 der Absaugkammer 11 in Strömungsverbindung.
Nachdem der Kettenstrang durch die Absaugkammer 11 hindurchgeführt
wurde, tritt er in einen Schacht 18 in der Saugeinheit 16 ein
und wird nach außen abgeführt.
Ergänzend sei noch erwähnt, dass verschiedenste Modifikationen an
der Anlage 1 vorgenommen werden können. Z.B. kann eine Füllstandregelung
bei der Beölstation 3 vorgesehen werden. Auch könnte die Ölwanne
6 in der Höhe verfahrbar ausgestaltet werden, ohne dass sich die Lage des
um die Umlenkräder 5 gelegten Kettenstrangs 2 verändert. Hierdurch
lässt sich der Kettenstrang 2 aus dem Ölbad herausfahren oder hineinfahren.
Selbstverständlich sind sowohl der Schwingungserreger 8 als auch die Saugeinheit
16 regelbar, so dass zum einen unterschiedlichste Schwingungsfrequenzen
und unterschiedliche Amplituden sowie Saugstärken einstellbar sind.
Die Förderung des Kettenstrangs 2 erfolgt über ein nicht näher dargestellte
Antriebseinheit, so dass die Beölung und Reinigung im Durchlaufverfahren erfolgt.
Eine weitere umweltschonende konstruktive Maßnahme besteht darin,
das durch die Saugeinheit in der Absaugkammer 11 abgesaugte, verunreinigte
Öl zu reinigen, z.B. über eine Filteranlage, und dann das Öl der Ölwanne
6 wieder rückzuführen.
Im Folgenden wird die Wirkungs- und Funktionsweise der oben beschriebenen
Anlage 1 unter Zuhilfenahme der 3 näher erläutert.
Nachdem der noch mit Verunreinigungspartikeln (z.B. Spanreste etc.)
versehene Kettenstrang 2 aus der Montagestation kommt, wird dieser durch
das Ölbad in der Beölstation 3 hindurchgeführt. Hierbei braucht bei Verwendung
üblichen Kettenöls keine Erwärmung des Öls stattfinden. Durch die mäanderförmige
Hindurchführung des Kettenstrangs 2 durch das Öl ist ausreichend Zeit vorhanden,
dass das Öl bis an die wichtigsten Stellen vordringt. Übliche Durchlaufgeschwindigkeiten
bei einem Kettenstrang 2 betragen z.B. 8 m/min.
In der Absaugkammer 11 wird der Kettenstrang 2 nunmehr
durch den Schwingungserreger 8 zwischen Einlaufbereich 12 und
Auslaufbereich 13 in Schwingungen versetzt. Üblicherweise erfolgt die Schwingungsanregung
im Bereich von 20 bis 100 Hz, wobei versucht wird, möglichst die erste Eigenresonanzfrequenz
des sich in der Absaugkammer 11 befindlichen Kettenstrangs 2 zu
treffen. Bei einer Antriebskette, wie sie für einen Steuerkettentrieb bei einem
Automobilmotor eingesetzt wird, ist dies z.B. ca. 40 bis 42 Hz. Der Kettenstrang
2 schwingt quer zu der Erstreckung seiner Gelenkbolzen 19. Die
Laschen 20 des Kettenstrangs 2 bewegen sich parallel zur Schwingungsrichtung.
Die dabei auftretende Amplitude A beträgt ca. 2,5 mm. Hierzu ist zu erwähnen, dass
der Kettenstrang 2 leicht vorgespannt ist. Die Länge L der Absaugkammer
11 beträgt ca. 200 mm. Diese Länge ist ausreichend, dass bei der vorgegebenen
Schwingung und der bei der ersten Eigenresonanzfrequenz auftretenden Abschüttelkräfte
sowohl das überschüssige Öl als auch anhaftende Verunreinigungspartikel abgeschleudert
werden. Es werden Partikel von einigen Millimetern bis hinunter zu 10 Mikrometer
im Zusammenspiel mit der Absaugung entfernt. Die Absaugströmung erfolgt quer zur
Längserstreckung des Kettenstrangs 2.
Die Absaugung über die Saugeinheit 16 ist so eingestellt,
dass sowohl das abgeschleuderte Öl als auch die Verunreinigungen aus der Absäugkammer
11 entfernt werden. Aus der Absaugkammer 11 tritt dann ein Kettenstrang
2 heraus, der weitgehendst von Verunreinigungen befreit ist und eine sehr
gleichmäßige und für den anschließenden Verwendungszweck lediglich notwendige Ölbeschichtung
aufweist.
Das vorliegende Verfahren sorgt für eine gute Reinigung eines strangförmigen
Produktes nach dessen Zusammenfügung. In der hier beschriebenen Ausführungsform
wird eine ungewöhnliche Verknüpfung von Beölung im noch verunreinigten Zustand und
anschließendem gemeinsamen Abführen von überschüssigem Öl und Verunreinigungspartikeln
vorgenommen. Sowohl die kombinierte Vibrations- und Absaugreinigung von strangförmigen
Produkten sowie das kombinatorische Zusammenspiel bei einer Beölungsvariante erbringen
auf diesem Gebiet entscheidende Vorteile.
Wie oben bereits erwähnt, kann das abgesaugte Öl gereinigt und dem
Ölkreislauf rückgeführt werden. Die Anlage 1 trägt dann zu einem wesentlich
wirtschaftlicheren Beölungsverfahren bei.