Die Erfindung betrifft eine Pflegehilfe im medizinischen Bereich,
die es erlaubt, in ihrer Beweglichkeit reduzierte Personen zu pflegen.
Ältere Menschen sind oftmals in ihrer Beweglichkeit so stark eingeschränkt,
dass sie sich nicht mehr eigenständig versorgen können, das heißt auch, dass sie
sich nur noch bedingt vollkommen eigenständig waschen und/oder pflegen können. Eingeschränktes
Bewegungsverhalten kann auch krankheitsbedingt sein, sodass bettlägerige Patienten
beispielsweise nur noch von einem Pflegepersonal gewaschen werden können. Sind bei
diesen Patienten oder Personen Muskelpartien verkrampft und/oder verkürzt, so fordert
es von einem Pflegepersonal erhöhten Aufwand, diese am ganzen Körper oder aber auch
in Körperteilbereichen zu pflegen und/oder zu waschen. Vielfach kann eine derartige
Pflege nur von zwei Pflegerinnen oder Pflegern durchgeführt werden, die sich gegenseitig
behilflich sind, indem eine Pflegeperson mit einem erhöhten Kraftaufwand Extremitäten
der zu pflegenden Person weitet und die andere Pflegeperson die dann zugänglichen
Körperbereiche pflegt, wäscht und/oder behandelt.
Aufgabe der Erfindung ist es deshalb, eine Vorrichtung zu schaffen,
die es einem Pflegepersonal von älteren Menschen oder motorisch reduzierten Patienten
erlaubt, diese erleichtert zu pflegen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass eine Pflegehilfe
geschaffen wird, die ein verstellbares Distanzstück aufweist, das beidenends in
halbschalenförmigen Körpern endet, die auf ihrer Innenseite quer zum halbschalenförmigen
Verlauf der Körper konvexförmig ausgebildet sind.
Diese Pflegehilfe hat den Vorteil, dass sie sich an Körperkonturen
eines Menschen anpassen kann, ohne punktuell einen erhöhten Druck aufzubauen, der
bei der zu pflegenden Person einen starken Schmerz auslösen könnte. Zugleich kann
bei einem Einsatz der erfindungsgemäßen Pflegehilfe eine zu pflegende Person von
einer Person gepflegt, gewaschen und/oder behandelt werden. Die Pflegerin oder der
Pfleger haben für ihre Tätigkeiten beide Hände frei, während die erfindungsgemäße
Pflegehilfe die zu behandelnden Extremitäten vom Körper so weit beabstandet hält,
dass das Pflegepersonal sich auf die eigentliche Tätigkeit konzentrieren kann. Betroffene
Gelenke, Hüft-, oder Schultergelenkkontrakturen lassen sich mit Hilfe der erfindungsgemäßen
Pflegehilfe in Positionen bringen, die eine verbesserte Zugänglichkeit zwischen
der betroffenen Extremität und dem Körper erlauben. Die erfindungsgemäße Pflegehilfe
kann in den Armbereichen wie auch an den Beinen eines zu pflegenden Menschen eingesetzt
werden. Sind dabei die halbschalenförmigen Körper quer zu ihrem konkaven Verlauf
konvex ausgebildet, so passen sie sich an verschiedenste Körperteile bestmöglich
an, ohne Druckstellen abzubilden und/oder sich ungewollt zu verschieben. Die notwendige
Distanz der halbschalenförmigen Körper kann über das verstellbare Distanzstück in
Stufen (z. B. über Verrastungen) oder stufenlos eingestellt werden.
In besonderer Ausgestaltung der Erfindung sind die halbschalenförmigen
Körper zumindest auf der Innenseite gepolstert. Dies hat den Vorteil, dass der Anlagekomfort
an die zu beabstandenden Körperteile verbessert ist bzw. verbessert werden kann.
Weiterhin sind in einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung
die halbschalenförmigen Körper geschäumte Körper. Derartige Körper sind kompressibel
und können sich bestmöglich an Körperkonturen anschmiegen.
Vorteilhaft ist es auch, wenn die halbschalenförmigen Körper mit einer
abwaschbaren Schicht, wie Gummi, überzogen sind. Dies erhöht die Hygiene und verhindert
ein ungewolltes Abrutschen an Körperteilen, an denen die erfindungsgemäße Pflegehilfe
angesetzt ist. Mit einem Material wie Gummi lassen sich Reibwerte zwischen der menschlichen
Haut und der Pflegehilfe erhöhen, ohne dass dies ein negatives Empfinden bei der
zu pflegenden Person auslöst.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist das Distanzstück teleskopierbar
und aus zwei ineinander verfahrbaren Rohren gebildet. Dies hat den Vorteil, dass
der Aufbau der erfindungsgemäßen Pflegehilfe einfach gehalten werden kann, und mit
einfachen Mitteln lassen sich die halbschalenförmigen Körper unterschiedlich weit
voneinander sicher beabstanden.
In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung sind die
Rohre in einer Bewegung zueinander über eine Klemmschraube fixierbar. Dies erlaubt
eine stufenlose Verstellung des Distanzstücks, sodass auch geringe Gelenkauslenkungen
am menschlichen Körper mit der erfindungsgemäßen Pflegehilfe möglich sind.
Vorteilhaft ist es auch in einer anderen Ausgestaltung der erfindungsgemäßen
Pflegehilfe, wenn die Rohre zumindest in einem Winkelbereich von 5° gegeneinander
verdrehbar sind. So ist es mit einfachsten Mitteln möglich, dass sich die halbschalenförmigen
Körper selbst in eine bestmögliche Position an den zu beabstandenden Körperteilen
ausrichten. Dazu ist es auch vorteilhaft, wenn die halbschalenförmigen Körper zumindest
geringfügig gegenüber den unmittelbar angrenzenden Rohren verschwenkbar sind.
In einer anderen Ausgestaltungsform der Erfindung können die halbschalenförmigen
Körper auch kugelartig an den Distanzhaltern angelegt sein. Dies ermöglicht eine
selbsttätige dreidimensionale Ausrichtung der halbschalenförmigen Körper an ihren
jeweiligen Anlageflächen.
Es ist ebenfalls vorteilhaft, wenn die erfindungsgemäße Pflegehilfe
in Einzelteile zerlegbar ist. Dies erleichtert die Reinigung einer verwendeten Pflegehilfe,
bevor sie an einer anderen Person eingesetzt wird.
Die erfindungsgemäße Pflegehilfe ist in den nachfolgenden Figuren
der Zeichnung beispielhaft gezeigt. Es zeigt:
1 eine erfindungsgemäße Pflegehilfe in
dreidimensionaler Darstellung in einer verkürzten Stellung eines Distanzstücks;
2 eine erfindungsgemäße Pflegehilfe in
dreidimensionaler Darstellung mit einem teilweise teleskopierten Distanzstück;
3 eine erfindungsgemäße Pflegehilfe in
Draufsicht; und
4 eine efindungsgemäße Pflegehilfe im
Schnitt A–A von 3.
Die in den Figuren gezeigte Pflegehilfe ist in Teilbereichen schematisiert
und ist nicht maßstäblich zu verstehen.
1 zeigt eine Pflegehilfe 10 mit
einem Distanzhalter 11, der beidenends in einem ersten und einem zweiten
halbschalenförmigen Körper 12, 13 endet. Die Pflegehilfe
10 lässt sich in Pfeilrichtungen verstellen, das heißt, über den Distanzhalter
11 lässt sich der erste halbschalenförmige Körper 12 unterschiedlich
weit von dem zweiten halbschalenförmigen Körper 13 beabstanden. Die Pfeilrichtungen
in der 1 deuten die Verstellrichtungen des Distanzhalters
11 an.
2 zeigt die Pflegehilfe von
1 mit einem verlängerten Distanzhalter 11,
der aus einem ersten Rohr 14 und einem zweiten Rohr 15 gebildet
ist. Über eine Klemmschraube 16 wird das erste Rohr 14 mit dem
zweiten Rohr 15 so weit verklemmt, dass sich das zweite Rohr
15 nicht mehr längs des ersten Rohrs 14 verfahren lässt. Löst
man die Klemmschraube 16 durch ein Verdrehen, so kann das zweite Rohr
15 im geöffneten Zustand der Klemmschraube 16 so weit in das erste
Rohr 14 eingeschoben werden, wie dies in 1
gezeigt ist.
3 zeigt eine Pflegehilfe in Draufsicht
mit einem Distanzhalter 11 und einer Klemmschraube 16, und an
die Enden des Distanzhalters 11 sind der erste halbschalenförmige Körper
12 und der zweite halbschalenförmige Körper 13 angeformt. Die
halbschalenförmigen Körper 12, 13 weisen quer zu ihrem konkaven
Verlauf eine konvexe Außenkontur auf, die sich über die gesamte Länge der halbschalenförmigen
Körper erstrecken kann. Die halbschalenförmigen Körper 12, 13
sind bevorzugt aus einem elastischen bzw. geschäumten Material gefertigt, das sich
an Körperteile einer zu pflegenden Person anschmiegen kann. Sind die Außenflächen
der halbschalenförmigen Körper 12, 13 aus einem gummiartigen bzw.
Wasser abweisenden Material, so lassen sich die halbschalenförmigen Körper einfachst
reinigen, desinfizieren bzw. sterilisieren.
4 zeigt einen Schnitt A–A von
3. Das zweite Rohr 15 ist weitestmöglich in
das erste Rohr 14 eingefahren, und die Klemmschraube 16 hält das
zweite Rohr 15 in einer gewünschten Lage am ersten Rohr 14 so
weit druckfest, wie auf Innenflächen 20 der halbschalenförmigen Körper
12, 13 ein Druck ausgeübt wird. Wird die Klemmschraube
16 gelöst, so kann das zweite Rohr 15 aus dem ersten Rohr
14 in Pfeilrichtung 18 herausgezogen werden. Wird über die Klemmschraube
16 diese Stellung fixiert, das heißt es erfolgt eine Verklemmung des ersten
Rohres 14 mit dem zweiten Rohr 15, so kann ein auf die Innenflächen
20 ausgeübter Druck die Länge des Distanzhalters 11 nicht verändern.
Wird die Klemmschraube 16 erneut gelöst, so kann das zweite Rohr
15 in das erste Rohr 14 in Pfeilrichtung 19 eingeschoben
werden.
Der Distanzhalter 11 kann aus Metall wie Aluminium oder einem
anderen Leichtmetall gefertigt sein oder aber auch aus Kunststoff. Die halbschalenförmigen
Körper 12, 13 können vollkommen aus Schaum gefertigt sein oder
sie enthalten bei Bedarf Stützelemente, die die Form der halbschalenförmigen Körper
12, 13 vorgeben bzw. unterstützen.
Eine Pflegehilfe 10 zur bestimmten Ausrichtung von Extremitäten
eines menschlichen Körpers weist ein Distanzstück 11 auf, das beidenends
in halbschaligen Körpern 12, 13 endet. Die halbschalenförmigen
Körper sind auf ihrer Innenseite 20 quer zum halbschalenförmigen Verlauf
der Körper 12, 13 konvexförmig ausgebildet.