Die Schwimm-Sink-Trennung wird für verschiedene Aufgaben eingesetzt.
Beim Kunststoffrecycling dient sie beispielsweise dazu, aus zu einem Granulat geschredderten
unsortierten Kunststoffen Störstoffe wie etwa Polyvinylchlorid, das beim Einschmelzen
oder Vergasen unerwünschte Chlorgase freisetzt, abzutrennen. Bei einer anderen Aufgabe
ist z.B. Polyethylen-Mahlgut von Polypropylen-Mahlgut zu trennen, um zwei möglichst
sortenreine Kunststoffe mit Neuwarencharachter zumindest bei den wichtigsten mechanischen
Eigenschaften zu erhalten. Weitere Anwendungsgebiete sind beispielsweise die Abtrennung
von Metall- und Kunststoff- bzw. Kautschukteilchen beim Kabelrecycling, Kunststoffteilchen
von Papierfasern bei der Rejektverwertung aus der Altpapierverwertung und die Trennung
von Nichteisenmetallen von Eisen.
Hierzu wird ein Gemenge aus zu trennenden Feststoffen in Suspension
mit einem Trennmedium gebracht, dessen Dichte zwischen der Dichte der wiederverwertbaren
Wertstoffe und der jeweiligen Störstoffe eingestellt wird. Das Gemenge trennt sich
dabei in eine aufschwimmende Leichtfraktion und eine infolge Schwerkrafteinwirkung
absinkende Schwerfraktion, die jeweils ausgetragen, gegebenenfalls getrocknet und
dann weiterverarbeitet werden.
Für die Aufgabe einer Kunststofftrennung ist aus der DE
199 30 161 A1 bekannt, die Suspension durch ein senkrecht aufsteigendes
Zuführrohr in die Mitte eines zylindrischen Trennraums einzuleiten und die Fraktionen
in einem sich von der Einspritzstelle radial auswärts vergrößernden Querschnitt,
der von zwei in der Mitte des Trennraums mit der Spitze aufeinanderstehenden Kreiskegeln
begrenzt wird, ausbilden zu lassen und von den Kreiskegelflächen zu einer oberen
bzw. unteren äußeren Kreisscheibe des Trennraums zu leiten, wo die vollständig ausgebildeten
Fraktionen aus dem Trennraum aus- und in einen oberen bzw. unteren Sammelbehälter
eintreten.
Nachteilig ist hierbei, daß die Austrittsgeschwindigkeit der Suspension
infolge des senkrecht aufsteigenden Zuführrohrs höher sein muß als die Sinkgeschwindigkeit
der schwersten Feststoffteilchen, damit diese nicht zurücksedimentieren. Aus dieser
hohen Austrittsgeschwindigkeit resultiert eine turbulente Strömung zumindest im
Bereich des Austritts, so daß insbesondere Feststoffteilchen mit einer Dichte nahe
der Dichte des Trennmediums sowie kleine Feststoffteilchen nach dem Zufallsprinzip
in den aufschwimmenden oder absinkenden Fraktionsstrom gelangen. Eine Trennung ist
mit der bekannten Vorrichtung daher nicht mit akzeptabler Genauigkeit erreichbar.
Zudem ist der Durchsatz durch die Ausbildung von Turbulenzen bei hohen Austrittsgeschwindigkeiten
stark eingeschränkt.
Aus der DE 199 81 222 C1
ist eine ähnliche Vorrichtung bekannt, bei der die Kreiskegel zwischen zwei horizontalen
kreisscheibenförmigen Blechen angeordnet sind und zusammen mit diesen eine mittig
im Trennraum angeordnete Umlenkeinrichtung für die senkrecht nach oben unter Druck
eingeführte Suspension mit zunächst turbulenter Charakteristik in eine im Idealfall
radial auswärts gerichtete laminare Strömung bilden.
Allerdings sind die erzielbare Sortenreinheit und Trennschärfe auch
hier unbefriedigend. So gibt die DE 199
81 222 C1 als geeigneten Durchmesser der Feststoffteilchen den Bereich
zwischen etwa 10 und 50 mm an. Der für eine optimale Sortenreinheit bei der Wiederverwertung
von Kunststoffen erforderliche Durchmesser liegt jedoch weit darunter, nämlich bei
etwa 2 bis 7 mm, wobei beim Schreddern noch bis zu 15 Gew.-% Feststoffteilchen mit
einem Durchmesser bis hinab auf 0,5 mm anfallen. Versuche mit bei Kraftfahrzeugen
typischen Kunststoffen haben ergeben, daß schon bei einem Granulatdurchmesser von
etwa 7 mm zwischen 20 und 30 % Feststoffteilchen in der aufschwimmenden Leichtfraktion
vorhanden sind, die eigentlich zur absinkenden Schwerfraktion gehören. Eine hohe
Sortenreinheit und Trennschärfe sind mit der aus der DE
199 81 222 C1 bekannten Vorrichtung daher nicht erreichbar.
Problematisch ist zudem die optimale Beabstandung der Bleche. Ist
der Abstand zu groß, kommen Feststoffteilchen mit einer Dichte nahe der Dichte des
Trennmediums beim Austritt in den Trennraum nicht in der zugehörigen Strömungshälfte
an und werden mit der falschen Strömung mitgerissen. Ist der Abstand hingegen zu
gering, stellt sich eine hohe Strömungsgeschwindigkeit ein, so daß die Feststoffteilchen
in der Umlenkvorrichtung entsprechend ihrer zufälligen Verteilung nach Austritt
aus dem Zuführrohr mitgerissen werden und zudem beim Übergang in den Trennraum weitere
Turbulenzen entstehen, die die Ausbildung der Fraktionen stören.
Ferner setzen sich nach Abstellen der Vorrichtung Feststoffpartikel
auf den horizontalen Blechen ab, die bei nachfolgender Inbetriebnahme mit der Schwerfraktion
aus dem Trennraum ausgetragen werden, bevor sich die für den Betrieb stabilen Strömungsverhältnisse
einstellen.
Schließlich bleibt bei den bekannten Vorrichtungen ein weiterer Effekt
vollständig unberücksichtigt. Es hat sich nämlich herausgestellt, daß beim Einbringen
der Feststoffteilchen in das Trennmedium Luftteilchen an den Feststoffteilchen anhaften
und deren wirksame spezifische Dichte verringern können. Hierdurch gelangt ein Teil
der spezifisch schweren Feststoffteilchen in die aufschwimmende Leichtfraktion und
verunreinigt diese. Dieser Effekt ist insbesondere bei den so genannten technischen
Kunststoffen wie PET-, Polyamid-, und PVC-Hartkunststoffmahlgütern,
ob verstärkt oder unverstärkt, stark ausgeprägt.
Mit den bekannten Vorrichtungen ist daher insbesondere unter Bedingungen,
die bei der Wiederverwertung von Kunststoffen vorherrschen, und bei hohem Durchsatz
keine zufriedenstellend genaue Trennung erreichbar.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum
Schwimm-Sink-Trennen von Feststoffteilchen unterschiedlicher Dichte nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 zu schaffen, die bei erhöhtem Durchsatz eine genauere Trennung ermöglicht.
Diese Aufgabe wird entsprechend den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Durch den schräg verlaufenden Kanal mit quer zur Längsachse zugeführter
Suspension können sich die Fraktionen in jeweils einer laminaren Strömung über einen
langen Weg hinweg ausbilden. Turbulenzen werden dabei bereits im Zuführkanal reduziert
und die Strömung geht im Einlaufbereich des Kanals vollständig in den laminaren
Zustand über. Im Kanal sind die Leicht- und Schwerfraktion nahe beieinander, so
daß Feststoffteilchen unter Schwerkrafteinwirkung schnell in die entsprechende Fraktion
gelangen. Durch eine Austragvorrichtung zum Austragen eines Fraktionsstroms kann
die Strömungsgeschwindigkeit des Schwerfraktionsstroms im Kanal auf einen gewünschten
Wert eingestellt und konstant gehalten werden. Es wird eine optimale Trennwirkung
mit hohem Durchsatz erzielt.
Der Kanal stellt dabei jeweils eine Trennfläche für die aufsteigenden
und für die absinkenden Feststoffteilchen bereit, an der diese infolge der in der
Grenzschicht herrschenden geringen Geschwindigkeiten des Trennmediums entlang zum
jeweiligen Sammelkopf gleiten können. Zudem wirkt der Kanal insbesondere bei höheren
Strömungsgeschwindigkeiten beruhigend auf das Trennmedium ein, d.h. er reduziert
Turbulenzen.
In einer Ausführungsform sind im Trennraum durch eine oder mehrere
vertikal zueinander beabstandete parallele Platten mehrere Kanäle gebildet. Hierdurch
wird der Durchsatz bei im wesentlichen gleichbleibendem Platzbedarf gesteigert.
Hierbei können sich Platten aus dem Trennraum in den Zuführkanal für
die Suspension hinein erstrecken, um Turbulenzen entgegenzuwirken. Die Platten erstrecken
sich dann vorzugsweise nicht mehr als 1/3 in den Zuführkanal hinein, da sonst eine
Vortrennung der Feststoffteilchen im Verteilerkanal verhindert wird.
Vorzugsweise ist zwischen der Zuführöffnung für die Suspension und
dem oberen Sammelkopf eine weitere Zuführöffnung für Trennmedium ohne Feststoffteilchen
vorgesehen. Hierbei werden die pro Zeiteinheit zugeführte Suspensionsmenge MS
und die pro Zeiteinheit zugeführten Regelungsmenge MR reinen Trennmittels
in den Trennraum insbesondere derart eingestellt, daß die Regelungsmenge MR
mehr Trennmittelvolumen eindosiert, als in den oberen Sammelkopf für die Leichtfraktion
fließen muß. Hierdurch wird erreicht, daß alle Schwergutteilchen, also auch diejenigen,
die anfänglich im Zulaufbereich des Suspensionsstroms wegen fehlender Vortrennung
noch in dessen oberen Bereich schwimmen, der hohen Schwerfraktionsströmung ausgesetzt
sind und so nur dann in den Leichtfraktionsstrom geraten können, wenn ihre Auftriebskraft
zu einer Aufstiegsgeschwindigkeit führt, die größer als die Senkrechtkomponente
des ebenfalls abwärtsgerichteten Teilstroms der Regelungsmenge MR ist.
Dem Auftriebseffekt durch anhaftende Auftriebselemente kann auch durch
Einstellen einer Differenzgeschwindigkeit zwischen dem aufwärts gerichteten Leichtfraktionsstrom
einerseits und dem abwärts gerichteten Schwerfraktionsstrom andererseits in bestimmten
Bereichen wirksam entgegengewirkt werden. Die Differenzgeschwindigkeit ist hier
der Betrag der Geschwindigkeit des Schwertfraktionsstroms abzüglich des Betrags
der Geschwindigkeit des Leichtfraktionsstroms jeweils entlang der Kanäle.
Die Differenzgeschwindigkeit wird dabei vorzugsweise durch Steuern
der Förderleistung einer Pumpe zum Austragen der Schwerfraktion aus dem unteren
Sammelkopf und der einer Mischvorrichtung pro Zeiteinheit zugeführten Menge an Trennmedium
eingestellt. Hierdurch ist die Differenzgeschwindigkeit ohne die Notwendigkeit einer
komplexen Steuerung einfach und genau einstellbar. Bei benötigter Konstanz des Austragsvolumens
der Schwerfraktion wird die Differenzgeschwindigkeit vorzugsweise über die Suspensionszulaufmenge
geregelt. Eine Kombination beider Regelmöglichkeiten ist möglich.
Die Differenzgeschwindigkeit kann auf einen Wert zwischen 0 und 1,5
und vorzugsweise zwischen 0 und 0,9 cm pro Sekunde eingestellt werden, so daß der
aufschwimmende Fraktionsstrom um den eingestellten Betrag langsamer aufschwimmt
als der absinkende Fraktionsstrom absinkt. Bei dieser Einstellung sind insbesondere
Kunststoffe mit einer Dichte größer als 1,24 g/cm3 von solchen mit Dichten
kleiner als 1,24 g/cm3 am genausten abtrennbar.
Vorzugsweise ist der Winkel &agr; zwischen dem Kanal und der Horizontalen
einstellbar. Mit steigendem &agr; wird die horizontale Geschwindigkeitskomponente
der Strömung kleiner. Daher ist eine entsprechend längere Kanalstrecke erforderlich,
bis die Feststoffteilchen zur jeweiligen Kanalwand gelangen. Geeignete
Werte für &agr; sind 30°<&agr;< 60° und vorzugsweise 35°<&agr;<45°.
Dem Auftriebseffekt durch anhaftende Auftriebselemente kann alternativ
oder zusätzlich durch zumindest teilweises Entgasen des Trennmediums entgegengewirkt
werden. Hierzu ist einer Mischvorrichtung, in der die Feststoffteilchen in das Trennmedium
eingebracht werden, eine Entgasungsvorrichtung vorgeschaltet. Das aus der Entgasungsvorrichtung
aus- und in die Mischvorrichtung eintretende Trennmittel ist nicht mehr im Gas-Gleichtgewicht
und absorbiert an den Feststoffteilchen anhaftende Luft bis zu seinem Gas-Gleichgewichtszustand.
Damit kann bei optimaler Abstimmung der Entgasungsparameter auf das Trennmedium
und die Entgasungsvorrichtung der Auftriebseffekt so weit vermindert oder sogar
aufgehoben werden, daß eine bisher unerreichte Trennschärfe bei großem Durchsatz
erreicht wird.
Dem Auftriebseffekt kann zudem durch Schwingungserregung des Suspensionsstroms
insbesondere im Bereich der Einmündung des Zuführkanals in den Trennraum, gegebenenfalls
auch im Zuführkanal, entgegengewirkt werden. Durch die Schwingungen können die Auftriebselemente
von den Feststoffteilchen abgelöst werden. Die Schwingungserregung bewirkt zusätzlich,
dass aneinander haftende Feststoffteilchen getrennt werden.
Im Ergebnis wird mit der beanspruchten Vorrichtung eine erheblich
genauere Trennung unter erhöhtem Durchsatz erreicht.
Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind der nachfolgenden Beschreibung
und den Unteransprüchen zu entnehmen.
Die Erfindung wird nachstehend anhand der in den beigefügten Figuren
dargestellten Ausführungsbeispiele näher erläutert.
1 zeigt eine Seitenansicht einer Vorrichtung
zum Schwimm-Sink-Trennen.
2 zeigt eine Stirnansicht der Vorrichtung
aus 1.
3 zeigt einen Schnitt entlang der Linie
A–A der 1.
4 und 5
zeigen jeweils eine andere Ausführungsform im Schnitt entlang der Linie A–A
der 1.
6 zeigt eine Einrichtung zur Schwingungserregung.
7 zeigt eine weitere Einrichtung zur
Schwingungserregung.
8 zeigt die Vorrichtung aus
1 mit daran angeschlossenen Komponenten.
9 zeigt einen Abschnitt einer weiteren
Ausführungsform in Draufsicht.
10 zeigt ein vereinfachtes Verfahrensschema
einer Trennanlage mit einer Entgasungsvorrichtung.
11 zeigt eine Ausführungsform der Trennvorrichtung
mit einer Schnecke.
Die in 1 bis 3
dargestellte Vorrichtung 1 zum Schwimm-Sink-Trennen umfaßt einen mit einer Suspension
aus zu trennenden Feststoffteilchen und einem Trennmedium füllbaren Trennraum
2 mit Kanälen 3, die in auf unterschiedlicher Höhe angeordneten
unteren und oberen Sammelköpfen 4, 5 für unter Schwerkrafteinwirkung
in den Kanälen 3 abgesunkene bzw. aufgeschwommene Feststoffteilchen münden.
Die Kanäle 3 werden hier durch vier vertikal gleich beabstandete
parallele Platten 6 sowie Seitenwände 7 des Trennraums
2 gebildet. Die oberste und die unterste der Platten 6 bildet
gleichzeitig eine obere bzw. untere Wandung 8 des Trennraums
2. Der Abstand zwischen zwei benachbarten Platten 6 ist dabei
zweckmäßigerweise kleiner als der Abstand zwischen den Seitenwänden 7,
so daß sich ein rechteckiger Querschnitt mit einer großen Leitfläche jeweils für
die aufschwimmenden und in 3 mit einem Punkt gekennzeichneten
sowie den absinkenden und in der 3 mit einem Kreuz
gekennzeichneten Feststoffteilchen ergibt. Es können auch lediglich drei Platten
6, die zwei Kanäle 3 bilden, sowie mehr als vier Platten
6 vorgesehen sein, wobei zweckmäßigerweise 2 bis 20,
vorzugsweise 2 bis 10 Kanäle gebildet werden. Zudem kann der Trennraum
2 auch rohrförmig mit mehreren insbesondere durch Platten 6 getrennten
Kanälen 3 ausgestaltet sein, vgl. 4 und
5.
Der Winkel &agr; zwischen den Kanälen 3 und der Horizontalen
ist hier über eine Höhenverstellung einer der beiden den Trennraum 2 tragenden
Pfeiler möglich, beispielsweise durch eine Schraube/Spindel-Mechanik, eine hydraulische
Einrichtung o.ä. kontinuierlich oder durch teleskopartiges Ineinanderschieben und
Verschrauben zweier konzentrisch angeordneter Pfeilerelemente.
Zwischen den Sammelköpfen 4, 5 ist in einer der
Seitenwände 7 eine Zuführöffnung 9 für die Suspension vorgesehen,
vgl. 4. Die Suspension ist quer zur Längsachse der
Kanäle 3 einleitbar. Hierzu ist an die Zuführöffnung
9 ein insbesondere horizontaler Zuführkanal 10 angeschlossen,
der hier einen sich aufweitenden und die Strömungsgeschwindigkeit verringernden
Querschnitt aufweist. Der Zuführkanal 10 hat dabei zweckmäßigerweise eine
Länge, die nicht kleiner als der vertikale Durchmesser der Zuführöffnung
9 ist, vgl. 4, jedoch deutlich länger sein
kann, vgl. 5, damit die zugeführte Suspension möglichst
turbulenzfrei ist. Im Bereich der Zuführöffnung 9 können die Platten
6 für eine bessere Verteilung der Suspension unterbrochen, insbesondere
durchlocht sein, und sich gegebenenfalls in den Zuführkanal 10 auf vorzugsweise
1/3 seiner Länge hinein erstrecken.
Im Fall von Trennvorrichtungen mit einer hohen Anzahl von Strömungskanälen
3, z.B. mehr als 3 Strömungskanälen, kann der Zuführkanal eine
der Anzahl der Strömungskanäle 3 entsprechende Anzahl von Unter-Zuführkanälen
erhalten, so daß eine einfache und gleichmäßige Verteilung des Suspensionstroms
auf die einzelnen Strömungskanäle sicher gestellt ist.
Die Zuführöffnung 9 ist bei Trennaufgaben, bei denen die
Leichtfraktion die Zielfraktion mit der höheren Reinheitsanforderung ist, näher
am unteren als am oberen Sammelkopf 4, 5 angeordnet, damit diejenigen
Feststoffteilchen der Schwerfraktion, die mit dem aufsteigenden Leichtfraktionsstrom
mitgerissen werden, noch vor Eintritt in den oberen Sammelkopf 4 in den
absinkenden Schwerfraktionsstrom gelangen können. Ist die Schwerfraktion die Zielfraktion,
sollte die Zuführöffnung 9 entsprechend näher am oberen Sammelkopf
4 angeordnet sein.
In Fällen, bei denen die Mitreißgefahr schwerer Teilchen in den Leichtfraktionsstrom
zu groß ist, kann oberhalb der Zuführöffnung 9 eine weitere Zuführöffnung
angeordnet sein, durch die mittels eines zugehörigen Zuführkanals 11 reines
Trennmittel als sogenannte Regelmenge in den Trennraum 2 eindosiert wird.
Diese Regelmenge wird vorzugsweise so eingestellt, daß der von ihr nach unten strömende
Teilstrom eine Strömungsgeschwindigkeit besitzt, die größer als die Aufstiegsgeschwindigkeit
der sonst im Leichtfraktionsstrom mitgerissenen schweren Feststoffteilchen ist.
Ferner kann eine Einrichtung 12 zur Schwingungserregung mit
wenigstens einem Motor, Piezoelement oder dgl. vorgesehen sein, der bzw. das auf
die Platten 6 und/oder die Seitenwände 7 des Trennraums
2 einwirkend das Trennmittel sowie die Feststoffteilchen der Suspension
in Schwingung versetzt. Geraten die Teilchen in Schwingungsknoten des Trennmittels,
ist die reinigende Wirkung der Schwingungen besonders wirkungsvoll. Es hängt von
der Aufgabe und dem zu trennenden Gut ab, welche Schwingungserreger und welche Schwingungsfrequenz
eingesetzt wird. Im Falle einer Kunststofftrennung haben mechanische Schwingungserreger
mit Frequenzen im Bereich zwischen 10000 und 45000 min- sehr gute Wirkung gezeigt.
Bei mit Auftriebselementen behafteten Feststoffteilchen konnte dadurch bei gleichbleibender
Trennqualität die Geschwindigkeitsdifferenz der beiden Teilströme in den Kanälen
3 zwischen 20 und ca. 30% reduziert, d.h. der Feststoff-Durchsatz
entsprechend erhöht werden.
Durch Einsatz von Ultraschallgeneratoren lassen sich im Frequenzbereich
von 10 bis 40 kHz, vorzugsweise 15 bis 25 kHz über Kavitationseffekte nicht nur
Luftelemente von den Feststoffteilchen sicher entfernen, sondern auch gut benetzende
leichtere Flüssigkeiten sowie Feingut mit geringerer Dichte.
Die Einrichtung 12 kann dabei auf eine Außenwandung des Trennraums
2 aufgesetzt sein, vgl. 1. Alternativ oder
zusätzlich können auch die Platten 6 direkt zum Schwingen angeregt werden.
In einer Ausführungsform ist hierzu ein seitlich an den Trennraum 2 lösbar
befestigbarer Einschub 13 mit Plattenabschnitten 14 vorgesehen,
die sich ins Innere des Trennraums 2 erstrecken und in entsprechende, gegebenenfalls
mit einer Führungsnut od.dgl. versehene Aussparungen der Platten 6 eingreifen,
vgl. 6. Die Plattenabschnitte 14 können durchlocht
sein.
Vorzugsweise werden die übereinander angeordneten Plattenabschnitte
14 im Randbereich beispielsweise durch Einspannen in Querverbinder starr
befestigt, vgl. 7. Die Einrichtung 12 umfaßt
dann zweckmäßigerweise einen Erregerstab 12b, der sich durch einen mittleren
Bereich der Plattenabschnitte 14 erstreckt und von einem Erregermotor
12a in Schwingungen versetzt wird. Durch die Einspannung der Plattenabschnitte
14 im Randbereich und die Schwingungsanregung im mittleren Bereich schwingen
die Plattenabschnitte 14 membranartig. Die Schwingungen des Erregermotors
12a werden somit sehr effektiv auf die Suspension und die Feststoffteilchen
darin übertragen.
Schließlich ist hier eine Einrichtung zum Einstellen der Differenzgeschwindigkeit
zwischen dem aufwärts gerichteten Leichtfraktionsstrom und dem abwärts gerichteten
Schwerfraktionsstrom vorgesehen, vgl. 8. Sie umfaßt
eine Pumpe 15 zum Austragen der Schwerfraktion aus dem unteren Sammelkopf
5, eine Pumpe 16 zum Austragen der Leichtfraktion aus dem oberen
Sammelkopf 4, eine Pumpe 17 zum Zuführen der Suspension durch
den Zuführkanal 10 und/oder eine Pumpe 24, über die die dem Trennraum
2 pro Zeiteinheit zugeführte Menge der Suspension indirekt gesteuert wird,
vorzugsweise jedoch nur die Pumpen 15 und 24, sowie eine Pumpensteuerung
18.
Die Pumpensteuerung 18 steuert die Förderleistung der je
nach Ausführungsform vorhandenen Pumpen 15, 16, 17 und/oder
24 derart, daß sich eine Differenzgeschwindigkeit zwischen dem aufwärts
gerichteten Leichtfraktionsstrom und dem abwärts gerichteten Schwerfraktionsstrom
einstellt, bei der die Trennschärfe optimal ist. Die optimale Förderleistung wird
empirisch ermittelt.
Der Betrieb der Vorrichtung zum Schwimm-Sink-Trennen wird unter Bezugnahme
auf 8 beschrieben.
Zu trennende Feststoffteilchen, beispielsweise Kunststoffgranulate
mit einem Durchmesser von 0,5 bis 50 mm, insbesondere 1 bis 10 mm, vorzugsweise
2 bis 7 mm, gegebenenfalls mit bis zu 15 Gew.-%, insbesondere bis zu 10 Gew.-% und
vorzugsweise bis zu 5 Gew.-% beim Zerkleinerungsprozeß, z.B. Mahlen oder Schreddern,
entstandenen kleineren Teilchen, oder Kunststoffolienteilchen od.dgl. werden in
eine Mischvorrichtung 20 eingebracht und dort mittels einer Rührvorrichtung
19 mit einem Trennmedium zu einer Suspension vermischt.
Als Trennmedium wird bei einer Trenndichte oberhalb von 1 g/cm3
insbesondere Wasser verwendet, dem zur Dichtesteuerung Salz in einer bestimmten
Konzentration beigesetzt ist. Für Trenndichten unterhalb von 1 g/cm3
können bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung im Gegensatz zu den bisher bekannten
Vorrichtungen organische Flüssigkeiten mit niedrigem Flammpunkt als Trennmedium
verwendet werden, wie z.B. eine Alkohol/Wasserlösung oder reines Ethylacetat bei
20°C zur Trennung von PP/PE, da die Vorrichtung auf einfache Weise gasdicht
gestaltet werden kann und keinerlei Zündfunkengefahrenpotential in der Vorrichtung
gegeben ist. Die Mischvorrichtung 20 wird in diesem Fall ebenfalls gasdicht
gestaltet, gegebenenfalls mit einem Inertgas beaufschlagt und/oder mit einer Absaugvorrichtung
zur Entfernung der mit dem zu trennenden Produkt eingetragenen Luft ausgerüstet.
Die Mischvorrichtung 20 ist zweckmäßigerweise erhöht angeordnet
mit einem Füllstand, der sich in etwa auf gleicher Höhe mit einer Austragsöffnung
des oberen Sammelkopfs 5 befindet.
Die Suspension wird unter Schwerkraftwirkung oder gegebenenfalls mittels
der Pumpe 17 in den Zuführkanal 10 geleitet und gelangt über die
Zuführöffnung 9 in den oder die Kanäle 3. Die Einleitung erfolgt
zweckmäßigerweise quer zur Längsachse der Kanäle 3 direkt zwischen die
Platten.
Dort schwimmen die Feststoffteilchen, die spezifisch leichter sind
als das Trennmedium, in Richtung auf den oberen Sammelkopf 4 auf, während
die Feststoffteilchen, die spezifisch schwerer sind als das Trennmedium, in Richtung
auf den unteren Sammelkopf 5 absinken. An der jeweils oberen Platte
6 eines Kanals 3 bildet sich so ein aufschwimmender Leichtfraktionsstrom
aus, während sich an der jeweils unteren Platte 6 des Kanals
3 ein absinkender Schwerfraktionsstrom ausbildet. Infolge der Länge der
Kanäle 3 und der verhältnismäßig geringen Höhe haben die Feststoffteilchen
ausreichend Zeit, in den ihrer Dichte entsprechenden Fraktionsstrom aufzuschwimmen
oder abzusinken.
An den Sammelköpfen 4, 5 ist jeweils ein Abscheider
22 angeschlossen, in dem das Trennmedium von den Feststoffteilchen getrennt
wird. Das Trennmedium wird einem Tank 23 zugeführt und von dort den Trennmediumkreislauf
schließend über die Pumpe 24 in die Mischvorrichtung 20 zurückgeführt.
In einer Ausführungsform mit nur zwei Pumpen 15,
24 weist der obere Sammelkopf 4 einen Überlauf 21 auf
und die Mischvorrichtung 20 ist über eine einfache Schlauchverbindung o.ä.
mit dem Zuführkanal 10 verbunden oder an einen sehr kurzen Zuführkanal
von 100 bis 600, vorzugsweise 200 bis 400 mm Länge, direkt angeflanscht, vgl.
9. Wird die Förderleistung der Pumpe 24 bei
konstanter Förderleistung der Pumpe 15 erhöht oder verringert, erhöht bzw.
verringert sich die Geschwindigkeit des aufwärts gerichteten Leichtfraktionsstroms.
Wird die Förderleistung der Pumpe 15 erhöht oder verringert, erhöht bzw.
verringert sich die Geschwindigkeit des abwärts gerichteten Schwerfraktionsstroms,
wobei die Förderleistung der Pumpe 24 entsprechend anzupassen ist, um einen
Unter- bzw. Überlauf der Mischvorrichtung 20 zu vermeiden. Die optimalen
Förderleistungen werden empirisch ermittelt. Die Geschwindigkeitsdifferenz zwischen
den beiden Fraktionsströmen ist in dieser Ausführungsform besonders einfach und
genau einstellbar.
In einer weiteren Ausführungsform ist nur eine Pumpe vorgesehen, beispielsweise
die Pumpe 24. Durch Steuerung der Förderleistung dieser Pumpe
24 ist bei gleichbleibendem Austrag aus dem unteren Sammelkopf
5 die Geschwindigkeit des Leichtfraktionsstroms bei gleichbleibender Geschwindigkeit
des Schwerfraktionsstroms und mithin die Geschwindigkeitsdifferenz zwischen den
beiden Fraktionsströmen veränderbar.
In weiteren Ausführungsformen sind andere und gegebenenfalls mehrere
oder alle der Pumpen 15, 16, 17, 24 in beliebiger
Kombination mit entsprechender Steuerung vorgesehen.
Die Mischvorrichtung 20 kann an mehrere, insbesondere wie
in 9 gezeigt an vier Zuführkanäle 10 für jeweils
eine Vorrichtung zum Schwimm-Sink-Trennen angeschlossen sein, wodurch sich der Durchsatz
entsprechend erhöht.
Die Vorrichtung arbeitet vorzugsweise bei einer Reynoldszahl, definiert
durch die Geschwindigkeit der Strömung einer Fraktion multipliziert mit der Dichte
und dividiert durch die Viskosität, unterhalb von 2000 und vorzugsweise unterhalb
von 700.
Bei der in 10 dargestellten Trennanlage
werden Feststoffteilchen über eine Dosierschnecke 25 dosiert in die Mischvorrichtung
20 eingebracht. Dort werden sie mittels der Rührvorrichtung 19
mit dem Trennmedium zu einer Suspension vermischt. Die Suspension wird durch die
Vorrichtung 1 zum Schwimm-Sink-Trennen geleitet. Der Austrag vom oberen
Sammelkopf 4 wird in den Abscheider 22 geleitet, der aufgeschwommene
Feststoffteilchen 26 vom Trennmedium trennt. Das Trennmedium wird dann
einem Trennmediumfilter 27 zugeführt. Analog hierzu wird der Austrag vom
unteren Sammelkopf 5 über die Pumpe 15 einem weiteren Abscheider
22 zugeführt, der abgesunkene Feststoffteilchen 28 vom Trennmedium
trennt und das Trennmedium ebenfalls dem Trennmediumfilter 27 zuführt.
Eine Trennmittelkreislaufpumpe 29 befördert das Trennmittel weiter zum
Tank 23. Von dort gelangt das Trennmittel über die Pumpe 24 zu
einer Entgasungsvorrichtung 30, beispielsweise einem Tank mit einer Vakuumpumpe
31. In der Entgasungsvorrichtung 30 wird im Trennmittel gelöstes
Gas, insbesondere Luft, dem Trennmittel entzogen. Hierzu ist eine Pumpe
31 vorgesehen. Das Trennmittel wird über die Pumpe 17 wieder in
die Mischvorrichtung 20 zurückgeführt, wodurch sich der Trennmittelkreislauf
schließt.
In der Mischvorrichtung 20, die unter Vakuum oder reduziertem
Druck arbeiten kann, absorbiert das Trennmittel Luftteilchen, die an den Feststoffteilchen
anhaften, bis zu seiner Sättigung. Den Feststoffteilchen der Suspension, die aus
der Mischvorrichtung 20 in die Vorrichtung 1 zum Schwimm-Sink-Trennen
geleitet wird, haften dadurch weniger bis gar keine Auftriebsgase an.
Bei Einsatz einer Entgasungsvorrichtung 30, die eine ausreichende
Entgasung des Trennmediums vor Herstellung der Suspension gewährleistet, kann abhängig
von den Stoffeigenschaften der spezifisch schweren Feststoffteilchen die Differenzgeschwindigkeit,
die ohne Entgasungsvorrichtung 30 zum Kompensieren des Auftriebseffekts
erforderlich wäre, bis auf den Wert Null reduziert werden, d.h. die aufschwimmende
Leichtfraktion hat betragsmäßig die gleiche Geschwindigkeit wie die absinkende Schwerfraktion.
Diese Einstellung der Trennparameter erlaubt dann eine Geschwindigkeitseinstellung
der beiden Teilströme, die sich nach der zulässigen Beladungsdichte der beiden Teilströme,
der zur Trennung notwendigen Verweilzeit der Feststoffteilchen in den Kanälen und
der Einhaltung der notwendigen Laminarströmung in den Kanälen ausrichtet. Bei stark
unterschiedlichen Mengenanteilen des Leicht- und Schwerguts kann demnach wieder
die Einstellung einer Strömungsdifferenz sinnvoll werden, die nun aber der Optimierung
des Durchsatzes und nicht der Optimierung des Trennergebnisses, also der Trennschärfe,
dient.
In der in 11 dargestellten Trennvorrichtung
sind vier Trennräume 2 zwischen einem gemeinsamen oberen Sammelkopf
4 und einem gemeinsamen unteren Sammelkopf 5 angeordnet. Im unteren
Sammelkopf 5 ist eine Schnecke 33 vorgesehen, die anstelle der
Pumpe 15 der 8 tritt. Der im Sammelkopf
5 ankommende Schwerfraktionsstrom wird mit ihrer Hilfe wie folgt aufgeteilt:
die Feststoffteilchen der Schwerfraktion werden mittels der Schnecke 33
bei 34 oberhalb der Höhe der Ausläufe 35 im Sammelkopf
4 ausgetragen, wogegen das Trennmittel des Stroms vorzugsweise mit einer
mengengeregelten Pumpe zur Aufrechterhaltung konstanter Strömungsgeschwindigkeiten
im Trennraum 2 über die Öffnung 32 ausgetragen wird.