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Dokumentenidentifikation DE60007129T2 28.10.2004
EP-Veröffentlichungsnummer 0001196647
Titel VERFAHREN ZUM SCHÄREN VON ELASTOMERFASERN
Anmelder E.I. du Pont de Nemours and Co., Wilmington, Del., US
Erfinder BOLIEK, Ernest, John, Hockessin, US;
REGENSTEIN, Joachim, Klaus, D-61184 Karben, DE
Vertreter derzeit kein Vertreter bestellt
DE-Aktenzeichen 60007129
Vertragsstaaten DE, ES, FR, GB, IT
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 14.03.2000
EP-Aktenzeichen 009178955
WO-Anmeldetag 14.03.2000
PCT-Aktenzeichen PCT/US00/06555
WO-Veröffentlichungsnummer 0001007697
WO-Veröffentlichungsdatum 01.02.2001
EP-Offenlegungsdatum 17.04.2002
EP date of grant 10.12.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.10.2004
IPC-Hauptklasse D02H 3/00
IPC-Nebenklasse D03D 15/08   D04B 21/18   

Beschreibung[de]
HINTERGRUND DER ERFINDUNG GEBIET DER ERFINDUNG

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Bäumen elastomerer Fasern auf einen Baum mit hoher Streckung und betrifft spezieller ein Verfahren, wo die Schärstreckung etwa absolut 200 bis 400% beträgt, was etwa 35 bis 75% der Reißdehnung der Fasern bedeutet.

DISKUSSION DES VERWANDTEN GEBIETS

Bestimmte Arten von textilen Flächengebilden, wie beispielsweise Kettwirkware und Webware, machen es erforderlich, dass mindestens eine der zur Herstellung des textilen Flächengebildes verwendeten Fasern auf Bäume aufgewickelt wird ("aufgezettelt"), von denen sie später während des Wirk- oder Webprozesses abgewickelt wird. Die Kette kann in derartigen Wirk- und Webwaren eine elastomere Faser sein.

Während des Aufbäumens von elastomeren Fasern von einem Bäumstuhl von Faser-Wickelkörpern ist es während des Wirkens und Webens üblich, die Fasern etwas zu strecken, um sie von den Körpern abzunehmen und zur leichteren Handhabung eine ausreichende Faserspannung aufrecht zu erhalten. Ein solches traditionelles Strecken liegt in der Regel im Bereich von etwa 10% bis 210%. Die Streckung auf dem Schärbaum ("Schärstreckung"), die üblicherweise während der kommerziellen Operationen aufgebracht wird, liegt in der Regel im Bereich von etwa 25 bis 105%. Die US-P-4 525 905 offenbart eine Vorstreckung von 80% (eine konstante Dehnung zwischen den Abzugsrollen und den Spannrollen) von 80% und einer Schärstreckung von 40%. Die JP-A-09-194892, eingereicht am 4. Juli, 1997, offenbart eine Vorstreckung von 250 bis 500% und eine Schärstreckung von 50 bis 130%.

Allerdings haben textile Flächengebilde, wie beispielsweise Kettstretchware und Kettwirkware, die von Bäumen mit elastomeren Fasern erzeugt werden, die nach bekannten Ausführungen hergestellt wurden, eine relative hohe "Kraft", d. h. sie lassen sich nicht ohne weiteres strecken. Um ein geringeres Dehnungswiderstand zu erhalten, das bei komfortableren Kleidungsstücken angestrebt wird, muss die Wirkspannung der elastomeren Faser gesenkt werden, wobei jedoch ein geringerer Stretch- und ein höherer Spandexgehalt resultieren. Die höhere Wirkspannung kann zur Erhöhung des Stretches verwendet werden und um den Spandexgehalt zu verringern, wobei jedoch dadurch eine unerwünschte Spannung an den Wirknadeln hervorgerufen wird und so die Nutzungsdauer der Nadeln verkürzt wird und die Wirkmaschine langsamer betrieben werden muss.

Es wird immer noch ein Verfahren zum Herstellen von textilen Flächengebilden mit "leichtem" Stretch (geringerer Dehnungswiderstand) und hohem Stretch ohne nachteilige Beeinflussung der Anlage benötigt.

ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG

Das Verfahren der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zum Aufwickeln einer Mehrzahl von Elastomerfasern auf einem Kettbaum bei einer vorbestimmten Schärstreckung, welches Verfahren die Schritte umfasst:

  • (a) Abnehmen der Fasern von Wickelkörpern, auf denen die Fasern aufgewickelt sind;
  • (b) Verstecken der Fasern zu einer Schärstreckung von etwa 35% bis 75% ihres Wertes der Reißdehnung; und
  • (c) Aufwickeln der verstreckten Fasern auf den Baum.

Die Erfindung gewährt ebenfalls Bäume von nach der Erfindung hergestellten Elastomerfasern sowie von solchen Bäumen erzeugte Kettstretchgewebe und -wirkgewebe.

DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG

Der hierin verwendete Begriff "Elastomerfasern" bedeutet ein Endlosfilament, das über eine Reißdehnung von mehr als 100% verfügt und das sich, beim Strecken und Entspannen rasch und kraftvoll weitgehend zu seiner ursprünglichen Länge zurückzieht. In derartige Fasern sind Spandex einbezogen (Elastane), Polyetheresterfasern und dergleichen die sich zu textilen Flächengebilden in unbedeckter oder bedeckter Form verarbeiten lassen. In der vorliegenden Erfindung kann jede Form zur Anwendung gelangen, wobei nichtumsponnene Elastomerfasern bevorzugt sind und nichtumsponnenes Spandex noch mehr bevorzugt ist.

Die Kraftaufnahme des textilen Flächengebildes wird hierin als ein Maß für die geringe Steigung der Spannungs-Dehnungskurve des textilen Flächengebildes verwendet. In der Regel entspricht eine geringe Spannung einer flachen Spannungs-Dehnungskurve und daher einem leichten Stretch, was in der modernen "aktiven" Bekleidung angestrebt wird.

Hierin werden zwei Auslegungen der "Streckung" verwendet. Die absolute Streckung bedeutet die tatsächliche Streckung, die auf die Elastomerfaser aufgebracht wird. Die Streckung in Prozent der Reißdehnung ist ein relatives Maß, mit dem Vergleiche der Streckung möglich sind, die auf Fasern aufgebracht wird, die über eine unterschiedliche Reißdehnung verfügen.

Es ist festgestellt worden, dass ein starkes Verstecken der Elastomerfasern bei ihrem Aufwickeln auf den Baum (d. h. beim Eintragen einer hohen Schärstreckung) textile Flächengebilde mit geringerer Kraftaufnahme selbst dann das Ergebnis sind, wenn während des Wirkens eine geringe Spannung verwendet wurde. Eine derartige Schärstreckung kann in einem oder mehreren Schritten aufgebracht werden, bevor die Fasern auf den Baum aufgewickelt werden. Eine solche Schärstreckung kann in einem einzigen Schritt direkt von dem Bäumstuhl aufgebracht werden, bevorzugt wird jedoch die Aufbringung in zwei Schritten wie beispielsweise einem Verstecken mindestens innerhalb von etwa 200% absolute Verstreckung weniger als die vorgesehene Schärstreckung zwischen dem Bäumstuhl und den Rollen und anschließendes Vervollständigen der Schärstreckung zwischen den Rollen und den Bäumen. Wenn beispielsweise die angestrebte Schärstreckung 400% absolut beträgt, so kann die Streckung in dem ersten Schritt etwa 200% bis 400% absolut betragen. Wenn die Streckung während des zweiten Schrittes um mehr als etwa 200% absolut größer ist als diejenige, die in dem ersten Schritt erreicht wird, so können die vorteilhaften Auswirkungen des ersten Schrittes herabgesetzt werden und der Druck auf den Baum wird unerwünscht hoch.

Es ist ebenfalls festgestellt worden, dass ein hohes Vorstrecken der Elastomerfaser (beispielsweise zwischen dem Bäumstuhl und den Rollen) in Kombination mit hoher Schärstreckung den zusätzlichen Vorteil der Verringerung des Druckes der Elastomerfaser hat, der auf den Baum ausgeübt wird.

Der hierin verwendete Begriff "Vorstreckung" bedeutet eine optionale Streckung, die größer ist als die Schärstreckung, so dass die Fasern gestreckt und anschließend bis auf die vorgesehene Schärstreckung entspannt werden, bevor sie auf den Baum aufgewickelt werden. Die Vorstreckung wird zwischen dem Bäumstuhl und den Rollen aufgebracht. Es gilt als selbstverständlich, dass bei Aufbringung der Vorstreckung die Schärstreckung nicht in der vorstehend beschriebenen zweistufigen Form angewendet werden kann. Die Anwendung einer Vorstreckung ist der am meisten bevorzugte Prozess der vorliegenden Erfindung.

Die Vorstreckung muss von der Definition her größer sein als die Schärstreckung, jedoch nicht größer als etwa 200% absolut der Streckung. Wenn die Vorstreckung um mehr als etwa 200% absolut der Streckung größer ist als die Schärstreckung, so bleiben die Kräfte auf dem Kettbäumer unkompensiert. Das bedeutet, dass die zurückziehende Kraft zwischen dem Bäumstuhl, auf den die Wickelkörper der Elastomerfasern aufgebracht sind, und den Rollen im Vergleich zu der Kraft zwischen den Rollen und dem Baum, der aufgewickelt wird, zu groß ist und der mechanische Zusammenhalt des Kettbaums zerreißen kann.

Der hohe Druck auf den Baum kann zu Sicherheitsproblemen führen, da der Baum einen plötzlichen Bruch davontragen könnte. Außerdem kann es schwierig werden, die etwas klebrige Elastomerfaser von dem Baum abzunehmen. Die Prozessschritte eines hohen Vorstreckens oder zweistufigen Schärstreckens können derartige Probleme lindern und speziell bei einer sehr hohen Schärstreckung.

Die in dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Einsatz gelangende Schärstreckung beträgt etwa 35% bis 75% und vorzugsweise etwa 45% bis 60% des Wertes der Reißdehnung der Elastomerfaser. Beispielsweise kann Lycra®-Spandex vom Typ 902C (ein eingetragenes Warenzeichen der E.I. du Pont de Nemours and Company), das über einen Wert der Reißdehnung von etwa 700% verfügt, in der vorliegenden Erfindung bei einer Schärstreckung von etwa 245% bis 525% absolut der Streckung und bevorzugt etwa 315% bis 420% absoluter Streckung verwendet werden.

In einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung beträgt die in Kombination mit der Schärstreckung aufgebrachte Vorstreckung etwa 35% bis 75% und mehr bevorzugt 45% bis 60% der Reißdehnung der Elastomerfaser. Beispielsweise lässt sich in der vorliegenden Erfindung Lycra® vom Typ 162B, das einen Wert der Reißdehnung von etwa 450% hat, bei einer Vorstreckung von etwa 160% bis 340% und bevorzugt etwa 200% bis 270% verwenden. Wenn die Vorstreckung aufgebracht wird, müssen die Fasern Zeit zur Entspannung mindestens bis zur Schärstreckung haben, was eine bestimmte Entfernung zwischen den Vorstreckrollen und dem Baum erforderlich macht. In diesem Fall bedeutet dies, dass, je höher der Unterschied zwischen der Vorstreckung und der Schärstreckung ist, um so größer die Zeit und der Abstand sind, die zwischen den Rollen und dem Baum erforderlich sind, um ein Entspannen der Fasern zu ermöglichen. Je höher die Geschwindigkeit ist, mit der der Baum aufgewickelt wird, um so größer ist der Abstand, der für die Relaxationszone erforderlich ist.

BEISPIELE

In den Beispielen handelte es sich bei der Kettenschärmaschine um eine Kettenschärmaschine Modell 22E (American Liba, Inc., Piedmont, SC). Es wurden 1.340 Enden Lycra®-Spandex auf geschmiedeten "High-Strength" Nr. 21TN42-Bäumen mit 46 oder 91 m/min (50 oder 100 yard pro Minute) Spulendrehzahl unter Verwendung eines Flach-Fadenkreuzes angeschärt (verfügbar bei Briggs-Shaffner Co., Winston-Salem, NC). Die Streckung wurde durch Betrieb der Vorstreckrollen und des Baumes bei den entsprechenden relativen Drehzahlen pro Minute (U/min) aufgebracht. Die Schärgeschwindigkeit war durch die verwendete hohe Streckung und durch die Grenzdrehzahl der Motoren beschränkt; bei kommerziellem Betrieb kann ein Umrüsten der Kettenschärmaschine mit Motoren mit höherer Drehzahl höhere Schärgeschwindigkeiten ermöglichen. Bei dem Gestell handelte es sich um ein Abroll-Modell 6 der American Liba. Die Bäume hatten eine Breite von 107 cm (42 inch) und Flansche von 53 cm (21 inch). Der linke, mittlere und rechte Umfang jedes Baumes wurde gemessen und festgestellt, dass dieser weitgehend gleich war.

Unter Verwendung von drei Reihen von Bäumen erfolgte das Wirken auf einer Raschel-Wirkmaschine RACOP Modell 4E mit einer Schusszahl von 64, die über Compoundnadeln verfügte und eine Wirkbreite von 320 cm (126 inch) hatte und ebenfalls von der American Liba gefertigt war. Bei der Abnahme des Spandex von den Bäumen wurden keinerlei Schwierigkeiten festgestellt. Das Kettmaterial bestand aus 100% nichtumsponnenem Spandex. Die nichtelastomere Faser war ein 13-Filament-Typ 865 Antron®-Nylon mit 40 Denier (44 Decitex) (ein eingetragenes Warenzeichen der E.I. du Pont de Nemours and Company). Die Nylon-Läuferlänge betrug in allen Beispielen 158,8 cm (62,5 inch). Die Gewebe hatten eine standardgemäße Jersey-Tricotkonstruktion und das Nylon wurde mit 2-3/1-0 (Kettenbezeichnung des Kettengewirkes) und das Spandex hatte ein Kettengewirke von 1-0/1-2.

Die Grègegewebe wurden durch Thermofixieren auf einem Dreikasten-Kranz-Nadelgestelltrockner fertiggestellt, der für eine Dampfbeheizung bis zu 250°F und für eine elektrische Beheizung bis über 250°F ausgelegt war. Die Bedingungen des Thermofixierens waren 193°C (380°F) für 30 Sekunden mit 10% Voreilung bei 5% über natürliche Breite. Die "Gewichtsprozent" der Badbestandteile beziehen sich auf das Gewicht der Bestandteile, die in Prozent bezogen auf das Gewicht des textilen Flächengebildes angegeben werden. Die Angabe "Gramm pro Liter" der Badbestandteile bezieht sich auf das Gewicht des Bestandteils pro Liter Badflüssigkeit.

Das Färben wurde auf einer Horizontalstrahl-Färbemaschine Hisaka Modell H ausgeführt. Die Färbeprozeduren waren für die zwei in den Beispielen verwendeten Typen des Lycra®-Spandex entsprechend der nachfolgenden Beschreibung verschieden.

Es wurde ein textiles Flächengewebe mit Lycra®-Typ 162B in ein auf 38°C (100°F) eingestelltes Bad gegeben. Die Badtemperatur wurde auf 82°C (180°F) mit einer Geschwindigkeit von 2,8°C/min (5°F/min) erhöht und anschließend 15 g/l Polyclear NPH (ein reduzierendes Klärmittel, Henkel Company) und 5 g/l Natriummetabisulfit zugegeben. Die Maschine wurde für 30 min betrieben und das Bad anschließend bis 77°C (170°F) gekühlt und "geklärt". ("Klären" bedeutet, dass frisches Wasser durch das Bad geleitet wurde, welches das textile Flächengebilde enthielt, bis der austretende Dampf frei von zugesetzten Reagentien und Farbstoff war). Das Bad wurde auf 27°C (80°F) mit 0,5 Gew.-% Albegal B (ein nichtschäumendes Egalisierungsmittel, Ciba Specialty Chemicals) eingestellt und die Maschine für 5 min gefahren. Der pH-Wert wurde mit Essigsäure auf 5,5 bis 6,0 eingestellt und die Maschine für weitere 5 min gefahren. Es wurden 1,0 Gew.-% Nylanthrene Bright Blue 2RFF-Farbstoff (Crompton and Knowles) zugesetzt und die Maschine für wiederum weitere 5 min gefahren. Die Badtemperatur wurde bis 99°C (210°F) mit 1,7°C/min (3°F/min) erhöht und die Maschine wiederum für 60 min gefahren. Das Bad wurde bis zu 77°C (170°F) gekühlt, der pH-Wert nach Erfordernis langsam bis 5,0 eingestellt, um das Bad zu verbrauchen, und die Badtemperatur anschließend bis 100°C (212°F) mit 1,7°C/min (3°F/min) erhöht und die Maschine für 30 min gefahren. Das Bad wurde sodann wiederum bis 77°C (170°F) gekühlt und geklärt.

Das textile Flächengebilde, das Lycra® Typ 902C enthielt, wurde in das Bad gegeben, das mit 15 g/l Polyclear NPH und 5 g/l Natriummetabisulfit auf 82°C (180°F) eingestellt wurde. Die Maschine wurde für 30 min gefahren und anschließend eine Klärung vorgenommen. Das Bad wurde auf 38°C (100°F) eingestellt und 0,5 Gew.-% Merpol® DA (ein ethoxyliertes nichtionisches Kohlenwasserstoff-Tensid, E.I. du Pont de Nemours and Company) und 2,0 Gew.-% Mononatriumphosphat zugegeben. Das Bad wurde mit Essigsäure auf einen pH-Wert von 5,0 bis 5,5 eingestellt und 3,0 Gew.-% Phorwhite CL (ein optischer Aufheller, es wird angenommen, dass Intrawhite CF, Crompton and Knowles, für Phorwhite CL ersetzt werden kann) und 0,004 Gew.-% Polycron Violet 2R-Farbstoff (Bezjian Dye/Chemical, Inc.) zugesetzt. Das Bad wurde bis 99°C (210°F) mit 1,7°C/min (3°F/min) erwärmt und die Maschine für 30 min gefahren. Das Bad wurde auf 77°C (170°F) gekühlt und geklärt und das textile Flächengebilde anschließend für 10 min bei Raumtemperatur mit 0,5 g/l Citronensäure gespült.

Abschließend wird das gesamte textile Flächengebilde auf einem Kranztrockner ohne Streckung bei der Breite der Thermofixierung bei 121°C (250°F) getrocknet.

Der Dehnungswiderstand des textilen Flächengewebes wurde nach der folgenden Prozedur getestet. Es wurde ein Rechteck von 7,6 cm × 20,3 cm (3'' × 8'') aus dem textilen Flächengebilde ausgeschnitten, wobei die Längsrichtung mit der Maschinenrichtung (Kettrichtung) des textilen Flächengebildes in Übereinstimmung stand. Das Rechteck wurde zur Hälfte gefalten, um ein zweifaches textiles Flächengebilde von 7,6 cm × 10,2 cm (3'' × 4'') zu erzeugen, das dann 2,5 cm (1 inch) vom offenen Ende der Schlaufe unter Bildung einer geschlossenen Schlaufe von 7,6 cm × 7,6 cm (3'' × 3'') mit Aufschlägen von 2,5 cm (1 inch) zu erzeugen. Für jede Gewebeprobe wurden 3 Testproben vorbereitet. Durch die zusammengenähte Schlaufe des Gewebes wurden zwei Stahlstäbe eingesetzt und die Stäbe auf einer Instron-Zugprüfmaschine (Canton, MA) so befestigt, dass bei Aktivierung der Prüfmaschine die sich separierenden Stäbe auf den Gewebeschleifen eine Spannung aufbrachten. Die Proben wurden mit 3-fachem Wechsel bei einer Geschwindigkeit von 1.000% pro Minute auf 100% Dehnung gebracht (das 2-fache der ursprünglichen Länge). Es wurde die Kraftaufnahme gemessen (in Maschinenrichtung) und bei 80% Gewebedehnung aufgezeichnet.

Die Gewebestreckung wurde bei einer Spannung von 5,44 kg (12 pound) in der gleichen Weise wie der Dehnungswiderstand des Gewebes mit der Ausnahme gemessen, dass die Probe im 3-fachen Wechsel bis zu einer Spannung von 5,44 kg (12 pound) anstelle von 100% Dehnung belastet wurde, wobei die prozentuale Streckung im dritten Zyklus gemessen wurde.

BEISPIEL 1

Es wurde Lycra® Typ 902C-Spandex mit 120 Denier (133 Decitex) verwendet. Während des Aufbäumens betrug die Streckung der ersten Stufe 100% und die Streckung der zweiten Stufe 200% bei insgesamt 300%. Die Wirkspannung des Spandex betrug 16 g für jede Gruppe der 3 Enden. Die Wirkware hatte ein Flächengewicht von 275 g/m3 und eine Kraftaufnahme bei 80% Dehnung von etwa 1.260 g/cm. Die Ergebnisse sind als Probe 1 in Tabelle I aufgezeichnet.

BEISPIEL 2

Beispiel 1 wurde wiederholt, jedoch wurde eine Vorstreckung von 400% verwendet. Die Ergebnisse sind als Probe 2 in Tabelle I gezeigt.

BEISPIEL 3

Beispiel 1 wurde wiederholt, jedoch wurde die Streckung der ersten Stufe bis 300% erhöht und die Streckung der zweiten Stufe auf 100% bei einer Gesamt-Schärstreckung von 400% geändert. Die Ergebnisse sind als Probe 3 in Tabelle I gezeigt.

BEISPIEL 4 (VERGLEICH)

Beispiel 1 wurde wiederholt, jedoch mit einer Vorstreckung von lediglich 100% und einer Schärstreckung von 50%. Die Ergebnisse sind als Probe 4 in Tabelle I gezeigt.

Es wurden zusätzlich die Proben 5 bis 8 (die letzte Probe ist nicht erfindungsgemäß) hergestellt und mit den in Tabelle I gezeigten Ergebnissen getestet. Vergleichsproben sind abgekürzt mit "Vgl.".

TABELLE I gemessen in Maschinenrichtung (Kettrichtung) Vorstreckung

Wie aus Tabelle I entnommen werden kann, lieferten bei geringer Wirkspannung (16 Gramm pro 3 Enden) eine zweistufige hohe Schärstreckung (Proben 1, 3, 5, 7) und die Kombination einer hohen Vorstreckung mit hoher Schärstreckung (Proben 2 und 6) Wirkwaren mit der gewünschten verringerten Kraftaufnahme (und überraschend hoher Streckung bei konstanter Last) im Vergleich zu Wirkware, die aus den Vergleichsbäumen hergestellt war. Bei hoher Wirkspannung (28 Gramm pro 3 Enden) zeigten die textilen Flächengebilde, die aus den erfindungsgemäßen Bäumen gefertigt wurden, ein verringertes Flächengewicht des Gewebes sowie eine verringerte Kraftaufnahme, wobei jedoch wiederum überraschend die Gewebestreckung weitgehend unverändert blieb.

BEISPIEL 5

Es wurde Lycra® Typ 162B-Spandex mit 40 Denier (44 Decitex) verwendet. Während des Bäumens betrug die erste Stufe 200% und die Schärstreckung 300%. Die Wirkspannung des Spandex betrug 9 g für jedes der 3 Enden. Die Wirkware hatte eine Kraftaufnahme bei 80% Dehnung von etwa 740 g/cm. Die Ergebnisse sind als Probe 9 in Tabelle II aufgezeichnet.

BEISPIEL 6 (VERGLEICH)

Beispiel 4 wurde wiederholt, jedoch mit einer Vorstreckung von 130% und einer Schärstreckung von 40%. Die Ergebnisse sind als Probe 10 in Tabelle II gezeigt.

BEISPIEL 7 (VERGLEICH)

Beispiel 4 wurde wiederholt, jedoch mit einer Vorstreckung von 300% und einer Schärstreckung von 100%. Die Ergebnisse sind als Probe 11 in Tabelle II gezeigt.

TABELLE II gemessen in Maschinenrichtung (Kettrichtung)

Aus Tabelle II ist ersichtlich, dass ein zweistufiges Strecken bis zu einer hohen Schärstreckung (Probe 9) zu einem angestrebten Gewebe mit geringer Kraftaufnahme führt (und höherem Streckvermögen) als sowohl bei geringer Vorstreckung und geringer Schärstreckung (Probe 10) wie auch hoher Vorstreckung und geringer Schärstreckung (Probe 11). Wie schon in Tabelle I bezeichnet "Vgl." Vergleichsproben.

In den Beispielen 8 und 9 wurde Lycra®-Spandex vom Typ 902C mit 120 Denier (133 dtex) in Simulationen der Vorstreckung in einer Instron-Zugprüfmaschine mit einstufiger Schärstreckung und zweistufiger Schärstreckung verwendet. In allen Fällen wurden 3 Gewebeprobe getestet und die Ergebnisse gemittelt.

BEISPIEL 8

Um den Einfluss der Vorstreckung auf die Gewebespannung zu zeigen, wurden Proben bis zu 400% absolut gestreckt und anschließend bis zu 300% der "Schärstreckung" absolut relaxiert, wobei die Proben an dieser Stelle eine Spannung von 4,6 g im Vergleich zu einer Spannung von 16,5 g zeigten, wenn die Proben direkt auf eine absolute Streckung von 300% in nur einem Schritt gestreckt wurden. In ähnlicher Weise zeigten die Proben, wenn sie bis zu absolut 500% gestreckt und anschließend bis zu absolut 300% der "Schärstreckung" relaxiert wurden, eine noch geringere Spannung von 3,5 g. Damit würde auf der Grundlage der Ergebnisse derartiger simulierter Bäumtests der Druck auf einem bei hoher Vorstreckung plus hoher Schärstreckung erzeugten Baum im Vergleich zu einem Baum verringert sein, der bei einer hohen Schärstreckung und ohne hohe Vorstreckung erzeugt wird.

BEISPIEL 9

Um eine einstufige Streckung zu simulieren, wurde jede Probe bis zu einer Streckung von 300% absolut gestreckt und die Spannung gemessen und in Gramm aufgezeichnet. Um eine zweistufige Streckung zu simulieren, wurde jede Probe bis zu einem Zwischenwert einer absoluten Streckung gestreckt, für eine Sekunde dabei gehalten und anschließend ohne Relaxation die Streckung bis zu 300% absolut der Streckung wiederaufgenommen. Die Spannung wurde gemessen und in Gramm angegeben. Die Ergebnisse sind in Tabelle III gezeigt:

TABELLE III

Die Ergebnisse zeigen, dass eine größere Verringerung der Faserspannung resultierte, wenn eine zweistufige Streckung anstelle einer einstufigen Streckung verwendet wurde und der Druck auf dem Baum damit verringert wurde.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zum Aufwickeln einer Mehrzahl von Elastomerfasern auf einen Kettbaum bei einer vorbestimmten Schärstreckung, umfassend die Schritte:

    (a) Abnehmen der Fasern von Wickelkörpern, auf denen die Fasern aufgewickelt sind;

    (b) Verstrecken der Fasern zu einer Schärstreckung von etwa 35% bis 75% des Wertes der Reißdehnung der Fasern; und

    (c) Aufwickeln der verstreckten Fasern auf den Baum.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, bei welchem Verfahren Schritt (b) in zwei Schritten der Verstreckung ausgeführt wird, bei denen der erste Schritt die Fasern bis innerhalb von 200% der absoluten Streckung verstreckt, jedoch auf weniger als die Schärstreckung.
  3. Verfahren nach Anspruch 1, bei welchem Verfahren zwischen dem Schritt (a) und (b) die Fasern bis etwa 35% bis 75% des Wertes der Reißdehnung der Fasern vorgestreckt werden, wobei die Vorstreckung größer ist als die Schärstreckung, jedoch nicht um mehr als etwa 200% der absoluten Streckung.
  4. Verfahren nach Anspruch 2, bei welchem Verfahren die Schärstreckung etwa 45% bis 60% des Wertes der Reißdehnung der Fasern beträgt.
  5. Verfahren nach Anspruch 3, bei welchem Verfahren die Vorstreckung etwa 45% bis 60% des Wertes der Reißdehnung der Fasern beträgt.
  6. Verfahren nach Anspruch 1, bei welchem die Elastomerfasern Spandex sind.
  7. Bäume von Elastomerfasern, hergestellt nach dem Verfahren nach Anspruch 1.
  8. Kettstretchware, hergestellt aus den Bäumen nach Anspruch 7.
  9. Textile Flächengebilde nach Anspruch 8, wobei die textilen Flächengebilde Webware sind.
  10. Textile Flächengebilde nach Anspruch 8, wobei die textilen Flächengebilde Wirkware sind.
Es folgt kein Blatt Zeichnungen






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