Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Bäumen elastomerer
Fasern auf einen Baum mit hoher Streckung und betrifft spezieller ein Verfahren,
wo die Schärstreckung etwa absolut 200 bis 400% beträgt, was etwa 35 bis 75% der
Reißdehnung der Fasern bedeutet.
DISKUSSION DES VERWANDTEN GEBIETS
Bestimmte Arten von textilen Flächengebilden, wie beispielsweise Kettwirkware
und Webware, machen es erforderlich, dass mindestens eine der zur Herstellung des
textilen Flächengebildes verwendeten Fasern auf Bäume aufgewickelt wird ("aufgezettelt"),
von denen sie später während des Wirk- oder Webprozesses abgewickelt wird. Die Kette
kann in derartigen Wirk- und Webwaren eine elastomere Faser sein.
Während des Aufbäumens von elastomeren Fasern von einem Bäumstuhl
von Faser-Wickelkörpern ist es während des Wirkens und Webens üblich, die Fasern
etwas zu strecken, um sie von den Körpern abzunehmen und zur leichteren Handhabung
eine ausreichende Faserspannung aufrecht zu erhalten. Ein solches traditionelles
Strecken liegt in der Regel im Bereich von etwa 10% bis 210%. Die Streckung auf
dem Schärbaum ("Schärstreckung"), die üblicherweise während der kommerziellen Operationen
aufgebracht wird, liegt in der Regel im Bereich von etwa 25 bis 105%. Die US-P-4
525 905 offenbart eine Vorstreckung von 80% (eine konstante Dehnung zwischen den
Abzugsrollen und den Spannrollen) von 80% und einer Schärstreckung von 40%. Die
JP-A-09-194892, eingereicht am 4. Juli, 1997, offenbart eine Vorstreckung von 250
bis 500% und eine Schärstreckung von 50 bis 130%.
Allerdings haben textile Flächengebilde, wie beispielsweise Kettstretchware
und Kettwirkware, die von Bäumen mit elastomeren Fasern erzeugt werden, die nach
bekannten Ausführungen hergestellt wurden, eine relative hohe "Kraft", d. h. sie
lassen sich nicht ohne weiteres strecken. Um ein geringeres Dehnungswiderstand zu
erhalten, das bei komfortableren Kleidungsstücken angestrebt wird, muss die Wirkspannung
der elastomeren Faser gesenkt werden, wobei jedoch ein geringerer Stretch- und ein
höherer Spandexgehalt resultieren. Die höhere Wirkspannung kann zur Erhöhung des
Stretches verwendet werden und um den Spandexgehalt zu verringern, wobei jedoch
dadurch eine unerwünschte Spannung an den Wirknadeln hervorgerufen wird und so die
Nutzungsdauer der Nadeln verkürzt wird und die Wirkmaschine langsamer betrieben
werden muss.
Es wird immer noch ein Verfahren zum Herstellen von textilen Flächengebilden
mit "leichtem" Stretch (geringerer Dehnungswiderstand) und hohem Stretch ohne nachteilige
Beeinflussung der Anlage benötigt.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
Das Verfahren der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zum Aufwickeln
einer Mehrzahl von Elastomerfasern auf einem Kettbaum bei einer vorbestimmten Schärstreckung,
welches Verfahren die Schritte umfasst:
(a) Abnehmen der Fasern von Wickelkörpern, auf denen die Fasern aufgewickelt
sind;
(b) Verstecken der Fasern zu einer Schärstreckung von etwa 35% bis 75% ihres
Wertes der Reißdehnung; und
(c) Aufwickeln der verstreckten Fasern auf den Baum.
Die Erfindung gewährt ebenfalls Bäume von nach der Erfindung hergestellten
Elastomerfasern sowie von solchen Bäumen erzeugte Kettstretchgewebe und -wirkgewebe.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
Der hierin verwendete Begriff "Elastomerfasern" bedeutet ein Endlosfilament,
das über eine Reißdehnung von mehr als 100% verfügt und das sich, beim Strecken
und Entspannen rasch und kraftvoll weitgehend zu seiner ursprünglichen Länge zurückzieht.
In derartige Fasern sind Spandex einbezogen (Elastane), Polyetheresterfasern und
dergleichen die sich zu textilen Flächengebilden in unbedeckter oder bedeckter Form
verarbeiten lassen. In der vorliegenden Erfindung kann jede Form zur Anwendung gelangen,
wobei nichtumsponnene Elastomerfasern bevorzugt sind und nichtumsponnenes Spandex
noch mehr bevorzugt ist.
Die Kraftaufnahme des textilen Flächengebildes wird hierin als ein
Maß für die geringe Steigung der Spannungs-Dehnungskurve des textilen Flächengebildes
verwendet. In der Regel entspricht eine geringe Spannung einer flachen Spannungs-Dehnungskurve
und daher einem leichten Stretch, was in der modernen "aktiven" Bekleidung angestrebt
wird.
Hierin werden zwei Auslegungen der "Streckung" verwendet. Die absolute
Streckung bedeutet die tatsächliche Streckung, die auf die Elastomerfaser aufgebracht
wird. Die Streckung in Prozent der Reißdehnung ist ein relatives Maß, mit dem Vergleiche
der Streckung möglich sind, die auf Fasern aufgebracht wird, die über eine unterschiedliche
Reißdehnung verfügen.
Es ist festgestellt worden, dass ein starkes Verstecken der Elastomerfasern
bei ihrem Aufwickeln auf den Baum (d. h. beim Eintragen einer hohen Schärstreckung)
textile Flächengebilde mit geringerer Kraftaufnahme selbst dann das Ergebnis sind,
wenn während des Wirkens eine geringe Spannung verwendet wurde. Eine derartige Schärstreckung
kann in einem oder mehreren Schritten aufgebracht werden, bevor die Fasern auf den
Baum aufgewickelt werden. Eine solche Schärstreckung kann in einem einzigen Schritt
direkt von dem Bäumstuhl aufgebracht werden, bevorzugt wird jedoch die Aufbringung
in zwei Schritten wie beispielsweise einem Verstecken mindestens innerhalb von etwa
200% absolute Verstreckung weniger als die vorgesehene Schärstreckung zwischen dem
Bäumstuhl und den Rollen und anschließendes Vervollständigen der Schärstreckung
zwischen den Rollen und den Bäumen. Wenn beispielsweise die angestrebte Schärstreckung
400% absolut beträgt, so kann die Streckung in dem ersten Schritt etwa 200% bis
400% absolut betragen. Wenn die Streckung während des zweiten Schrittes um mehr
als etwa 200% absolut größer ist als diejenige, die in dem ersten Schritt erreicht
wird, so können die vorteilhaften Auswirkungen des ersten Schrittes herabgesetzt
werden und der Druck auf den Baum wird unerwünscht hoch.
Es ist ebenfalls festgestellt worden, dass ein hohes Vorstrecken der
Elastomerfaser (beispielsweise zwischen dem Bäumstuhl und den Rollen) in Kombination
mit hoher Schärstreckung den zusätzlichen Vorteil der Verringerung des Druckes der
Elastomerfaser hat, der auf den Baum ausgeübt wird.
Der hierin verwendete Begriff "Vorstreckung" bedeutet eine optionale
Streckung, die größer ist als die Schärstreckung, so dass die Fasern gestreckt und
anschließend bis auf die vorgesehene Schärstreckung entspannt werden, bevor sie
auf den Baum aufgewickelt werden. Die Vorstreckung wird zwischen dem Bäumstuhl und
den Rollen aufgebracht. Es gilt als selbstverständlich, dass bei Aufbringung der
Vorstreckung die Schärstreckung nicht in der vorstehend beschriebenen zweistufigen
Form angewendet werden kann. Die Anwendung einer Vorstreckung ist der am meisten
bevorzugte Prozess der vorliegenden Erfindung.
Die Vorstreckung muss von der Definition her größer sein als die Schärstreckung,
jedoch nicht größer als etwa 200% absolut der Streckung. Wenn die Vorstreckung um
mehr als etwa 200% absolut der Streckung größer ist als die Schärstreckung, so bleiben
die Kräfte auf dem Kettbäumer unkompensiert. Das bedeutet, dass die zurückziehende
Kraft zwischen dem Bäumstuhl, auf den die Wickelkörper der Elastomerfasern aufgebracht
sind, und den Rollen im Vergleich zu der Kraft zwischen den Rollen und dem Baum,
der aufgewickelt wird, zu groß ist und der mechanische Zusammenhalt des Kettbaums
zerreißen kann.
Der hohe Druck auf den Baum kann zu Sicherheitsproblemen führen, da
der Baum einen plötzlichen Bruch davontragen könnte. Außerdem kann es schwierig
werden, die etwas klebrige Elastomerfaser von dem Baum abzunehmen. Die Prozessschritte
eines hohen Vorstreckens oder zweistufigen Schärstreckens können derartige Probleme
lindern und speziell bei einer sehr hohen Schärstreckung.
Die in dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Einsatz gelangende Schärstreckung
beträgt etwa 35% bis 75% und vorzugsweise etwa 45% bis 60% des Wertes der Reißdehnung
der Elastomerfaser. Beispielsweise kann Lycra®-Spandex vom Typ 902C
(ein eingetragenes Warenzeichen der E.I. du Pont de Nemours and Company), das über
einen Wert der Reißdehnung von etwa 700% verfügt, in der vorliegenden Erfindung
bei einer Schärstreckung von etwa 245% bis 525% absolut der Streckung und bevorzugt
etwa 315% bis 420% absoluter Streckung verwendet werden.
In einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung beträgt
die in Kombination mit der Schärstreckung aufgebrachte Vorstreckung etwa 35% bis
75% und mehr bevorzugt 45% bis 60% der Reißdehnung der Elastomerfaser. Beispielsweise
lässt sich in der vorliegenden Erfindung Lycra® vom Typ 162B, das
einen Wert der Reißdehnung von etwa 450% hat, bei einer Vorstreckung von etwa 160%
bis 340% und bevorzugt etwa 200% bis 270% verwenden. Wenn die Vorstreckung aufgebracht
wird, müssen die Fasern Zeit zur Entspannung mindestens bis zur Schärstreckung haben,
was eine bestimmte Entfernung zwischen den Vorstreckrollen und
dem Baum erforderlich macht. In diesem Fall bedeutet dies, dass, je höher der Unterschied
zwischen der Vorstreckung und der Schärstreckung ist, um so größer die Zeit und
der Abstand sind, die zwischen den Rollen und dem Baum erforderlich sind, um ein
Entspannen der Fasern zu ermöglichen. Je höher die Geschwindigkeit ist, mit der
der Baum aufgewickelt wird, um so größer ist der Abstand, der für die Relaxationszone
erforderlich ist.
BEISPIELE
In den Beispielen handelte es sich bei der Kettenschärmaschine um
eine Kettenschärmaschine Modell 22E (American Liba, Inc., Piedmont, SC). Es wurden
1.340 Enden Lycra®-Spandex auf geschmiedeten "High-Strength" Nr.
21TN42-Bäumen mit 46 oder 91 m/min (50 oder 100 yard pro Minute) Spulendrehzahl
unter Verwendung eines Flach-Fadenkreuzes angeschärt (verfügbar bei Briggs-Shaffner
Co., Winston-Salem, NC). Die Streckung wurde durch Betrieb der Vorstreckrollen und
des Baumes bei den entsprechenden relativen Drehzahlen pro Minute (U/min) aufgebracht.
Die Schärgeschwindigkeit war durch die verwendete hohe Streckung und durch die Grenzdrehzahl
der Motoren beschränkt; bei kommerziellem Betrieb kann ein Umrüsten der Kettenschärmaschine
mit Motoren mit höherer Drehzahl höhere Schärgeschwindigkeiten ermöglichen. Bei
dem Gestell handelte es sich um ein Abroll-Modell 6 der American Liba. Die Bäume
hatten eine Breite von 107 cm (42 inch) und Flansche von 53 cm (21 inch). Der linke,
mittlere und rechte Umfang jedes Baumes wurde gemessen und festgestellt, dass dieser
weitgehend gleich war.
Unter Verwendung von drei Reihen von Bäumen erfolgte das Wirken auf
einer Raschel-Wirkmaschine RACOP Modell 4E mit einer Schusszahl von 64, die über
Compoundnadeln verfügte und eine Wirkbreite von 320 cm (126 inch) hatte und ebenfalls
von der American Liba gefertigt war. Bei der Abnahme des Spandex von den Bäumen
wurden keinerlei Schwierigkeiten festgestellt. Das Kettmaterial bestand aus 100%
nichtumsponnenem Spandex. Die nichtelastomere Faser war ein 13-Filament-Typ 865
Antron®-Nylon mit 40 Denier (44 Decitex) (ein eingetragenes Warenzeichen
der E.I. du Pont de Nemours and Company). Die Nylon-Läuferlänge betrug in allen
Beispielen 158,8 cm (62,5 inch). Die Gewebe hatten eine standardgemäße Jersey-Tricotkonstruktion
und das Nylon wurde mit 2-3/1-0 (Kettenbezeichnung des Kettengewirkes) und das Spandex
hatte ein Kettengewirke von 1-0/1-2.
Die Grègegewebe wurden durch Thermofixieren auf einem Dreikasten-Kranz-Nadelgestelltrockner
fertiggestellt, der für eine Dampfbeheizung bis zu 250°F und für eine elektrische
Beheizung bis über 250°F ausgelegt war. Die Bedingungen des Thermofixierens
waren 193°C (380°F) für 30 Sekunden mit 10% Voreilung bei 5% über natürliche
Breite. Die "Gewichtsprozent" der Badbestandteile beziehen sich auf das Gewicht
der Bestandteile, die in Prozent bezogen auf das Gewicht des textilen Flächengebildes
angegeben werden. Die Angabe "Gramm pro Liter" der Badbestandteile bezieht sich
auf das Gewicht des Bestandteils pro Liter Badflüssigkeit.
Das Färben wurde auf einer Horizontalstrahl-Färbemaschine Hisaka Modell
H ausgeführt. Die Färbeprozeduren waren für die zwei in den Beispielen verwendeten
Typen des Lycra®-Spandex entsprechend der nachfolgenden Beschreibung
verschieden.
Es wurde ein textiles Flächengewebe mit Lycra®-Typ
162B in ein auf 38°C (100°F) eingestelltes Bad gegeben. Die Badtemperatur
wurde auf 82°C (180°F) mit einer Geschwindigkeit von 2,8°C/min (5°F/min)
erhöht und anschließend 15 g/l Polyclear NPH (ein reduzierendes Klärmittel, Henkel
Company) und 5 g/l Natriummetabisulfit zugegeben. Die Maschine wurde für 30 min
betrieben und das Bad anschließend bis 77°C (170°F) gekühlt und "geklärt".
("Klären" bedeutet, dass frisches Wasser durch das Bad geleitet wurde, welches das
textile Flächengebilde enthielt, bis der austretende Dampf frei von zugesetzten
Reagentien und Farbstoff war). Das Bad wurde auf 27°C (80°F) mit 0,5 Gew.-%
Albegal B (ein nichtschäumendes Egalisierungsmittel, Ciba Specialty Chemicals) eingestellt
und die Maschine für 5 min gefahren. Der pH-Wert wurde mit Essigsäure auf 5,5 bis
6,0 eingestellt und die Maschine für weitere 5 min gefahren. Es wurden 1,0 Gew.-%
Nylanthrene Bright Blue 2RFF-Farbstoff (Crompton and Knowles) zugesetzt und die
Maschine für wiederum weitere 5 min gefahren. Die Badtemperatur wurde bis 99°C
(210°F) mit 1,7°C/min (3°F/min) erhöht und die Maschine wiederum für
60 min gefahren. Das Bad wurde bis zu 77°C (170°F) gekühlt, der pH-Wert
nach Erfordernis langsam bis 5,0 eingestellt, um das Bad zu verbrauchen, und die
Badtemperatur anschließend bis 100°C (212°F) mit 1,7°C/min (3°F/min)
erhöht und die Maschine für 30 min gefahren. Das Bad wurde sodann wiederum bis 77°C
(170°F) gekühlt und geklärt.
Das textile Flächengebilde, das Lycra® Typ 902C enthielt,
wurde in das Bad gegeben, das mit 15 g/l Polyclear NPH und 5 g/l Natriummetabisulfit
auf 82°C (180°F) eingestellt wurde. Die Maschine wurde für 30 min
gefahren und anschließend eine Klärung vorgenommen. Das Bad wurde auf 38°C (100°F)
eingestellt und 0,5 Gew.-% Merpol® DA (ein ethoxyliertes nichtionisches
Kohlenwasserstoff-Tensid, E.I. du Pont de Nemours and Company) und 2,0 Gew.-% Mononatriumphosphat
zugegeben. Das Bad wurde mit Essigsäure auf einen pH-Wert von 5,0 bis 5,5 eingestellt
und 3,0 Gew.-% Phorwhite CL (ein optischer Aufheller, es wird angenommen, dass Intrawhite
CF, Crompton and Knowles, für Phorwhite CL ersetzt werden kann) und 0,004 Gew.-%
Polycron Violet 2R-Farbstoff (Bezjian Dye/Chemical, Inc.) zugesetzt. Das Bad wurde
bis 99°C (210°F) mit 1,7°C/min (3°F/min) erwärmt und die Maschine
für 30 min gefahren. Das Bad wurde auf 77°C (170°F) gekühlt und geklärt
und das textile Flächengebilde anschließend für 10 min bei Raumtemperatur mit 0,5
g/l Citronensäure gespült.
Abschließend wird das gesamte textile Flächengebilde auf einem Kranztrockner
ohne Streckung bei der Breite der Thermofixierung bei 121°C (250°F) getrocknet.
Der Dehnungswiderstand des textilen Flächengewebes wurde nach der
folgenden Prozedur getestet. Es wurde ein Rechteck von 7,6 cm × 20,3 cm (3''
× 8'') aus dem textilen Flächengebilde ausgeschnitten, wobei die Längsrichtung
mit der Maschinenrichtung (Kettrichtung) des textilen Flächengebildes in Übereinstimmung
stand. Das Rechteck wurde zur Hälfte gefalten, um ein zweifaches textiles Flächengebilde
von 7,6 cm × 10,2 cm (3'' × 4'') zu erzeugen, das dann 2,5 cm (1 inch)
vom offenen Ende der Schlaufe unter Bildung einer geschlossenen Schlaufe von 7,6
cm × 7,6 cm (3'' × 3'') mit Aufschlägen von 2,5 cm (1 inch) zu erzeugen.
Für jede Gewebeprobe wurden 3 Testproben vorbereitet. Durch die zusammengenähte
Schlaufe des Gewebes wurden zwei Stahlstäbe eingesetzt und die Stäbe auf einer Instron-Zugprüfmaschine
(Canton, MA) so befestigt, dass bei Aktivierung der Prüfmaschine die sich separierenden
Stäbe auf den Gewebeschleifen eine Spannung aufbrachten. Die Proben wurden mit 3-fachem
Wechsel bei einer Geschwindigkeit von 1.000% pro Minute auf 100% Dehnung gebracht
(das 2-fache der ursprünglichen Länge). Es wurde die Kraftaufnahme gemessen (in
Maschinenrichtung) und bei 80% Gewebedehnung aufgezeichnet.
Die Gewebestreckung wurde bei einer Spannung von 5,44 kg (12 pound)
in der gleichen Weise wie der Dehnungswiderstand des Gewebes mit der Ausnahme gemessen,
dass die Probe im 3-fachen Wechsel bis zu einer Spannung von 5,44 kg (12 pound)
anstelle von 100% Dehnung belastet wurde, wobei die prozentuale Streckung im dritten
Zyklus gemessen wurde.
BEISPIEL 1
Es wurde Lycra® Typ 902C-Spandex mit 120 Denier (133
Decitex) verwendet. Während des Aufbäumens betrug die Streckung der ersten Stufe
100% und die Streckung der zweiten Stufe 200% bei insgesamt 300%. Die Wirkspannung
des Spandex betrug 16 g für jede Gruppe der 3 Enden. Die Wirkware hatte ein Flächengewicht
von 275 g/m3 und eine Kraftaufnahme bei 80% Dehnung von etwa 1.260 g/cm.
Die Ergebnisse sind als Probe 1 in Tabelle I aufgezeichnet.
BEISPIEL 2
Beispiel 1 wurde wiederholt, jedoch wurde eine Vorstreckung von 400%
verwendet. Die Ergebnisse sind als Probe 2 in Tabelle I gezeigt.
BEISPIEL 3
Beispiel 1 wurde wiederholt, jedoch wurde die Streckung der ersten
Stufe bis 300% erhöht und die Streckung der zweiten Stufe auf 100% bei einer Gesamt-Schärstreckung
von 400% geändert. Die Ergebnisse sind als Probe 3 in Tabelle I gezeigt.
BEISPIEL 4 (VERGLEICH)
Beispiel 1 wurde wiederholt, jedoch mit einer Vorstreckung von lediglich
100% und einer Schärstreckung von 50%. Die Ergebnisse sind als Probe 4 in Tabelle
I gezeigt.
Es wurden zusätzlich die Proben 5 bis 8 (die letzte Probe ist nicht
erfindungsgemäß) hergestellt und mit den in Tabelle I gezeigten Ergebnissen getestet.
Vergleichsproben sind abgekürzt mit "Vgl.".
TABELLE Igemessen in Maschinenrichtung (Kettrichtung)Vorstreckung
Wie aus Tabelle I entnommen werden kann, lieferten bei geringer Wirkspannung
(16 Gramm pro 3 Enden) eine zweistufige hohe Schärstreckung (Proben 1, 3, 5, 7)
und die Kombination einer hohen Vorstreckung mit hoher Schärstreckung (Proben 2
und 6) Wirkwaren mit der gewünschten verringerten Kraftaufnahme (und überraschend
hoher Streckung bei konstanter Last) im Vergleich zu Wirkware, die aus den Vergleichsbäumen
hergestellt war. Bei hoher Wirkspannung (28 Gramm pro 3 Enden) zeigten die textilen
Flächengebilde, die aus den erfindungsgemäßen Bäumen gefertigt wurden, ein verringertes
Flächengewicht des Gewebes sowie eine verringerte Kraftaufnahme, wobei jedoch wiederum
überraschend die Gewebestreckung weitgehend unverändert blieb.
BEISPIEL 5
Es wurde Lycra® Typ 162B-Spandex mit 40 Denier (44
Decitex) verwendet. Während des Bäumens betrug die erste Stufe 200% und die Schärstreckung
300%. Die Wirkspannung des Spandex betrug 9 g für jedes der 3 Enden. Die Wirkware
hatte eine Kraftaufnahme bei 80% Dehnung von etwa 740 g/cm. Die Ergebnisse sind
als Probe 9 in Tabelle II aufgezeichnet.
BEISPIEL 6 (VERGLEICH)
Beispiel 4 wurde wiederholt, jedoch mit einer Vorstreckung von 130%
und einer Schärstreckung von 40%. Die Ergebnisse sind als Probe 10 in Tabelle II
gezeigt.
BEISPIEL 7 (VERGLEICH)
Beispiel 4 wurde wiederholt, jedoch mit einer Vorstreckung von 300%
und einer Schärstreckung von 100%. Die Ergebnisse sind als Probe 11 in Tabelle II
gezeigt.
TABELLE IIgemessen in Maschinenrichtung (Kettrichtung)
Aus Tabelle II ist ersichtlich, dass ein zweistufiges Strecken bis
zu einer hohen Schärstreckung (Probe 9) zu einem angestrebten Gewebe mit geringer
Kraftaufnahme führt (und höherem Streckvermögen) als sowohl bei geringer Vorstreckung
und geringer Schärstreckung (Probe 10) wie auch hoher Vorstreckung und geringer
Schärstreckung (Probe 11). Wie schon in Tabelle I bezeichnet "Vgl." Vergleichsproben.
In den Beispielen 8 und 9 wurde Lycra®-Spandex vom
Typ 902C mit 120 Denier (133 dtex) in Simulationen der Vorstreckung in einer Instron-Zugprüfmaschine
mit einstufiger Schärstreckung und zweistufiger Schärstreckung verwendet. In allen
Fällen wurden 3 Gewebeprobe getestet und die Ergebnisse gemittelt.
BEISPIEL 8
Um den Einfluss der Vorstreckung auf die Gewebespannung zu zeigen,
wurden Proben bis zu 400% absolut gestreckt und anschließend bis zu 300% der "Schärstreckung"
absolut relaxiert, wobei die Proben an dieser Stelle eine Spannung von 4,6 g im
Vergleich zu einer Spannung von 16,5 g zeigten, wenn die Proben direkt auf eine
absolute Streckung von 300% in nur einem Schritt gestreckt wurden. In ähnlicher
Weise zeigten die Proben, wenn sie bis zu absolut 500% gestreckt und anschließend
bis zu absolut 300% der "Schärstreckung" relaxiert wurden, eine noch geringere Spannung
von 3,5 g. Damit würde auf der Grundlage der Ergebnisse derartiger simulierter Bäumtests
der Druck auf einem bei hoher Vorstreckung plus hoher Schärstreckung erzeugten Baum
im Vergleich zu einem Baum verringert sein, der bei einer hohen Schärstreckung und
ohne hohe Vorstreckung erzeugt wird.
BEISPIEL 9
Um eine einstufige Streckung zu simulieren, wurde jede Probe bis zu
einer Streckung von 300% absolut gestreckt und die Spannung gemessen und in Gramm
aufgezeichnet. Um eine zweistufige Streckung zu simulieren, wurde jede Probe bis
zu einem Zwischenwert einer absoluten Streckung gestreckt, für eine Sekunde dabei
gehalten und anschließend ohne Relaxation die Streckung bis zu 300% absolut der
Streckung wiederaufgenommen. Die Spannung wurde gemessen und in Gramm angegeben.
Die Ergebnisse sind in Tabelle III gezeigt:
TABELLE III
Die Ergebnisse zeigen, dass eine größere Verringerung der Faserspannung
resultierte, wenn eine zweistufige Streckung anstelle einer einstufigen Streckung
verwendet wurde und der Druck auf dem Baum damit verringert wurde.
Anspruch[de]
Verfahren zum Aufwickeln einer Mehrzahl von Elastomerfasern auf einen
Kettbaum bei einer vorbestimmten Schärstreckung, umfassend die Schritte:
(a) Abnehmen der Fasern von Wickelkörpern, auf denen die Fasern aufgewickelt sind;
(b) Verstrecken der Fasern zu einer Schärstreckung von etwa 35% bis 75% des Wertes
der Reißdehnung der Fasern; und
(c) Aufwickeln der verstreckten Fasern auf den Baum.
Verfahren nach Anspruch 1, bei welchem Verfahren Schritt (b) in zwei
Schritten der Verstreckung ausgeführt wird, bei denen der erste Schritt die Fasern
bis innerhalb von 200% der absoluten Streckung verstreckt, jedoch auf weniger als
die Schärstreckung.
Verfahren nach Anspruch 1, bei welchem Verfahren zwischen dem Schritt
(a) und (b) die Fasern bis etwa 35% bis 75% des Wertes der Reißdehnung der Fasern
vorgestreckt werden, wobei die Vorstreckung größer ist als die Schärstreckung, jedoch
nicht um mehr als etwa 200% der absoluten Streckung.
Verfahren nach Anspruch 2, bei welchem Verfahren die Schärstreckung
etwa 45% bis 60% des Wertes der Reißdehnung der Fasern beträgt.
Verfahren nach Anspruch 3, bei welchem Verfahren die Vorstreckung etwa
45% bis 60% des Wertes der Reißdehnung der Fasern beträgt.
Verfahren nach Anspruch 1, bei welchem die Elastomerfasern Spandex
sind.
Bäume von Elastomerfasern, hergestellt nach dem Verfahren nach Anspruch
1.
Kettstretchware, hergestellt aus den Bäumen nach Anspruch 7.
Textile Flächengebilde nach Anspruch 8, wobei die textilen Flächengebilde
Webware sind.
Textile Flächengebilde nach Anspruch 8, wobei die textilen Flächengebilde
Wirkware sind.