Technisches Gebiet
Die Erfindung fällt in das Gebiet der Textilindustrie. Sie betrifft
genauer genommen die Herstellung von Phantasiegeweben, die für die Bekleidung oder
Ähnliches verwendet werden. Sie zielt insbesondere auf Perfektionierungen ab, die
an Webverfahren kombiniert mit Behandlungsvorgängen der Kettfäden vorgenommen werden.
Sie betrifft auch die so erhaltenen Stoffe, die originelle Muster aufweisen.
Stand der Technik
Wie bekannt, weisen bestimmte Phantasiegewebe Muster auf, die aus
Kettfäden bestehen, die eine unterschiedliche Beschaffenheit oder unterschiedliche
Eigenschaften haben, die nebeneinander liegen. Beim Herstellen eines solchen Stoffes
ist es daher erforderlich, dass die Kettfäden von zwei verschiedenen oder sogar
mehr Kettbäumen kommen. Die von den zwei Kettbäumen stammenden Fäden bilden daher
zwei parallele Schichten, die im Bereich von Spannerstangen gemischt werden, bevor
sie in die Fach-Bildungszone eintreten. Die beiden Kettbäume sind erforderlich,
um einen unterschiedlichen Vorschub der Fadenschichten zu erlauben, die entweder
unterschiedliche Beschaffenheit haben oder unterschiedliche Vorbehandlungen, wie
zum Beispiel Färbungen erhalten haben.
Daher stellt sich das Problem der Verwaltung mehrfacher Kettbäume
in mehreren Phantasiegewebetypen, wie zum Beispiel bei Stoffen, die ein besonders
originelles Aussehen aufweisen, das sich den Baumwollkreppstoffen nähert, die allgemeiner
„Seersucker" (Baumwollstreifenkrepp) genannt werden.
Man trifft auch bei der Herstellung von gestreiften Stoffen auf das
Problem der Verwaltung einer großen Anzahl von Kettbäumen.
In den beiden Fällen bedeutet das nämlich, wenn man innerhalb eines
Kettbaums mehrere Fadenarten, die entweder eine unterschiedliche Beschaffenheit
oder unterschiedliche Farbe haben, zusammenführen will, Voraboperationen vor dem
Weben, die mühsam ja sogar unmöglich sind, wenn die zusammen zu führenden Kettfäden
sehr unterschiedlich beschaffen sind. Wenn die verschiedenen Fäden ferner innerhalb
eines gleichen Kettbaums zusammen geführt werden, sind ihre Verteilung und Aufteilung
unveränderlich, so dass es unmöglich ist, die Anzahl und die Breite jeder der Zonen
mit spezifischen Eigenschaften zu ändern.
Die Breite der Streifen wird daher unantastbar durch die Verteilung
der Fäden der verschiedenen verwendeten Farben bestimmt. Mit anderen Worten ist
es erforderlich, dass man für die Herstellung jedes Musters einen spezifischen Kettbaum
hat, was offensichtlich extrem kostspielig ist und zu Zeitverlusten führt, wenn
man das Muster wechseln will.
Das Problem ist nicht gelöst, wenn man zwei verschiedene Kettbäume
verwendet, die jeder einen Fadentyp umfassen. Der Mechanismus, der es erlaubt, im
Bereich einer Drehspannerstange zwei von zwei verschiedenen Kettbäumen stammende
Fäden zu einer einzigen Schicht zusammen zu führen, erlaubt es nämlich nur, ein
spezifisches Mischen und eine gegebene und unveränderliche Verteilung der von diesen
zwei Kettbäumen stammenden Fäden sicherzustellen. Mit anderen Worten sind die zur
Herstellung solcher Artikel verwendeten Webstühle absolut nicht flexibel, sondern
ganz im Gegenteil oft zur Herstellung eines einzigen Stofftyps bestimmt.
Eine der Zielsetzungen der Erfindung besteht darin, die Herstellung
von Phantasiestoffen, die aus einer großen Vielfalt ausgewählt werden, mittels eines
einzigen, möglichst einfachen Webstuhls, der nur einen Kettbaum trägt, der mit einer
einzigen Fadenqualität gebildet wird, zu erlauben.
Offenbarung der Erfindung
Die Erfindung betrifft daher ein Verfahren zum Erzielen eines gewebten
Stoffes. Dieses Verfahren umfasst wie bekannt die folgenden Schritte, bei denen:
- – kontinuierlich von einem einzigen Kettbaum eine Schicht paralleler Kettfäden
abgewickelt wird;
- – die genannte Schicht über eine Fadenträgerwalze geleitet wird;
- – ein Fach mittels Litzen gebildet wird, wobei das genannte Fach in Richtung
des Vorschubs der Kette am Eingang durch einen Öffnungspunkt des Fachs und auf der
anderen Seite durch einen Warenschlusspunkt definiert ist;
- – ein Schussfaden in das Fach in der Nähe des Warenschlusspunkts eingetragen
wird, um einen Stoff zu bilden;
- – und schließlich der so gebildete Stoff regelmäßig abgezogen und aufgewickelt
wird;
und bei dem in der Nähe des Öffnungspunkts des Fachs eine Erhitzung der Kettfäden
gefolgt von einer Abkühlung der genannten Kettfäden im Fach bewirkt wird, bevor
sie die Litzen erreichen.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass das
Erhitzen nur bei einem Teil der Kettfäden bewirkt wird.
Mit anderen Worten behandelt das erfindungsgemäße Verfahren einen
Teil der Kettfäden anders, was bedeutet, dass auf der Gesamtbreite des Stoffs
nur ein Teil seiner Kettfäden dem Erhitzungsschritt unterzogen wird, der ihnen spezifische
Eigenschaften verleiht.
In dem Fall, in dem daher das Erhitzen der Kettfäden mit einer ausreichenden
Temperatur durchgeführt wird, um ein Dehnen und eine lokale Verringerung des Elastizitätsmoduls
zu bewirken, weist der so erzielte Stoff daher Kettfäden auf, die aus einem einzigen
Kettbaum stammen, der homogene Fäden abgibt, die jedoch im Laufe des Webvorgangs
unterschiedlich umgewandelt werden. Auf diese Art verhalten sich die Kettfäden,
wenn der erzielte Stoff einem späteren Schrumpfschritt unterworfen wird, je nach
dem unterschiedlich, ob sie nun die Behandlung durch Erhitzen beim Weben erhalten
haben oder nicht. Daraus folgt, dass die unterschiedliche Länge der Kettfäden und
die Erscheinung des ergänzenden Schrumpfens auf der Ebene des Stoffes unterschiedliche
und in Abhängigkeit von der Auswahl der Kettfäden, die beim Weben ein Erhitzen erfahren
haben oder nicht, verteilte Verformungen bewirken. Die Kettfäden, die nämlich die
Wärmebehandlung beim Weben erhalten haben, weisen eine geringere Schrumpffähigkeit
auf als die, die nicht erhitzt wurden, und bewirken das Erscheinen von in der Dicke
gaufrierten Zonen, wenn sich die nicht erhitzten Fäden zusammenziehen. Die dabei
erzielten Effekte sind sehr ausgeprägt und je nach dem verwendeten Faden unterschiedlich.
In der Praxis trennt man gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren die
Schicht nach der Fadenträgerwalze in zwei Fadenserien, und man hält einen Abstand
zwischen den zwei Kettfaden-Serien ein, um nur eine der zwei Serien der charakteristischen
Erhitzung zu unterziehen. So teilt man die Schicht mittels zweier einfacher Kreuzstäbe
je nach erwünschter Geometrie, indem man die Anzahl und die Position der Fäden,
die unter Spannung erhitzt werden sollen, auswählt. Dank der Einfachheit des Trennmechanismus
ist es möglich, die Verteilung zwischen den zwei Serien, die aus der Schicht hervorgehen,
ohne Schwierigkeit variieren zu lassen, indem man nach Wunsch die erwünschte Verteilung
auswählt. Man kann zum Beispiel entscheiden, nur einen geringeren Teil der Kettfäden
zu erhitzen, indem man eine größere Anzahl nicht erhitzter Fäden behält, die anschließend
einer starken Schrumpfung unterworfen werden. Umgekehrt kann man beschließen, einen
überwiegenden Teil der Kettfäden zu erhitzen, um noch weitere Effekte zu erzielen.
Die Konfiguration jeder der Serien kann auch in Abhängigkeit vom Wunsch
des Benutzers und ohne jede Einschränkung mit der Möglichkeit ausgewählt werden,
über der Breite des Stoffs variierte Effekte zu erzielen. Man kann daher jede Serie
Kettfäden schaffen, indem man gleiche Fadenanzahlen verwendet, die als Gruppe oder
Bündel vereint werden. Man kann auch die Anzahl der Fäden pro Bündel über der Breite
des Stoffs mit einer völligen Auswahlfreiheit variieren lassen.
Vorteilhafterweise kann das erfindungsgemäße Verfahren in der Praxis
ferner einen „freien" Wärmebehandlungsschritt umfassen. Diese Behandlung
kann vorteilhafterweise ein Abbrühen oder auch eine Behandlung durch Heißluft sein,
ohne Zugspannung, wie man sie auf kontinuierlichen Materialien erzielen kann, die
„Tumbler" genannt werden. Indem man daher das freie Schrumpfen forciert,
betont man den Unterschied im Verhalten zwischen den Fäden, die erhitzt wurden,
und den anderen, was stärker ausgeprägte Volumenverformungen verursacht. Bei einer
vorteilhaften Ausführungsform des Verfahrens kann man auf den Schritt des Schrumpfens
ein Kalandrieren folgen lassen oder allgemeiner ein Zerdrücken der gebildeten Muster,
um ein unterschiedliches und schmeichelhaftes äußeres Aussehen zu erzielen.
Die Erfindung betrifft auch Textilstoffe, die dank des erfindungsgemäßen
Verfahrens erhalten werden, und die ein Aussehen aufweisen, das dem der „Seersucker"
genannten Stoffe nahe ist.
Vorteilhafterweise können in der Praxis die verwendeten Kettfäden
Kreppfäden und/oder texturierte Kreppfäden sein, das heißt solche, die einem Torsionsschritt
und einem Schritt der Falschtorsion unterworfen wurden. Man kann auch die Effekte
innerhalb des Stoffes variieren, indem man unterschiedliche und gelattete Schussfäden
verwendet.
Wie bereits erwähnt, kann der erhaltene Stoff extrem unterschiedliche
Effekte aufweisen, je nach dem, ob die Fäden, die während des Webens einer Wärmebehandlung
unterzogen wurden, in Anzahl gleich oder mehr oder weniger zahlreich wie die sind,
die ihre Schrumpffähigkeit bewahrt haben, ohne erhitzt zu werden. Ferner können
die Effekte auch unterschiedlich sein, indem man innerhalb der zu erhitzenden Kettfaden-Serie
Bündel wählt, die nach Wahl des Herstellers entweder eine gleichmäßige oder variable
Verteilung aufweisen.
Das erfindungsgemäße Verfahren kann sich auch zum Herstellen von Mustern
auf den Kettfäden ausgehend von einem Transferpapier als vorteilhaft erweisen.
Daher geht man genauer genommen gemäß dieser besonderen Anwendungsform
des Verfahrens wie folgt vor:
- – nur der Teil der Kettfäden, die der Erhitzung unterzogen werden, wird
mit einem Transferpapier in Berührung gebracht, das die Farbmuster trägt, welche
dazu geeignet sind, auf die Kettfäden unter der Einwirkung der genannten Erhitzung
übertragen zu werden;
- – man das genannte Transferpapier in Geschwindigkeitsverhältnis mit der
Fortbewegungsgeschwindigkeit der Kettfadenschicht ablaufen lässt, so dass die Übertragung
des Farbstoffmusters nur auf dem Teil der Kettfäden stattfindet, der erhitzt wird.
Mit anderen Worten besteht die Erfindung darin, die Kettfadenschicht
von Fäden zu trennen, die dazu bestimmt sind, den Druck zu erhalten, um Fadenbündel
zu bilden, auf welchen die Muster abgedruckt werden, die auf dem Transferpapier
vorhanden sind, und die, wenn sie mit den anderen Fäden der Schicht vereint werden,
die charakteristischen Streifen bilden. Auf diese Art werden nur die Fäden, die
die Streifen auf dem Stoff bilden, bedruckt, und die Grenzen der Streifen auf dem
Stoff werden im Bereich eines einzigen Fadens perfekt hergestellt. Die Streifen
sind daher perfekt geradlinig. Man weiß nämlich, dass bei den herkömmlichen Papiertransferdruckverfahren,
die Streifen umfassen, die Grenze zwischen zwei Streifen des Papiers nicht immer
auf einem einzigen Faden liegt, sondern im Gegenteil dazu tendiert zu wandern und
auf mehrere Fäden verteilt zu werden, was einen Regelmäßigkeitsfehler darstellt.
Ferner hat man überraschenderweise beobachtet, dass die Fäden am seitlichen
Ende von Streifen beim Drucken einen Überschuss an Farbstoff erhalten und eine größere
Farbstärke als der Rest des Bands aufweisen.
Diese Überstärke verstärkt die Grenze des Streifens, indem sie einen
besonders beachtlichen Einfassungseffekt verleiht.
Wenn man in der Praxis wünscht, Streifen mit gleichmäßiger Breite
zu erzielen, legt man jede der Kettfadenserien so fest, dass sie aus Fadenbündeln
bestehen, die jeweils eine benachbarte Anzahl von Fäden umfassen. Natürlich ist
die Erfindung nicht auf diese einzige Ausführungsform beschränkt, sondern erlaubt
es, auch Streifen mit beliebigen Abmessungen zu erhalten, indem man die Anzahl der
Fäden, die dem Druckschritt unterworfen werden, regelmäßig oder nicht und mit völliger
Freiheit auswählt. Eine sehr große Vielfalt kann daher erzielt werden, weil es möglich
ist, Faden für Faden auszuwählen und im Extremfall Streifen zu erzielen, die in
der Breite auf einen einziger Faden beschränkt sind.
Man kann die Effekte vervielfachen, insbesondere, indem man ein Transferpapier
auswählt, das ein Muster in parallelen Streifen in die Ablaufrichtung des Papiers
aufweist und so, dass eine der Grenzen zwischen den Streifen in die Nähe des Teils
der Kettfäden gebracht werden, auf dem das Drucken stattfand. Mit anderen Worten
kann man auf einem gleichen Streifen, den man durch Auswahl eines Teils der Kettfäden
erzielt hat, ein zusätzliches Muster aufdrucken, das selbst aus Streifen besteht,
die ggf. durch die Variation des Gemischs zweier benachbarter Farben unruhig sind.
Wie bereits erwähnt, betrifft die Erfindung auch erfindungsgemäß gewebte
Stoffe, die eine Vielzahl paralleler Streifen aufweisen. Wie bereits erwähnt, beobachtet
man, dass jeder Streifen daher einen Rand aufweist, dessen Farbstärke größer ist
als die des Rests des Streifens.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
Die Art der Ausführung der Erfindung sowie die Vorteile, die sich
aus ihr ergeben, gehen gut aus der Beschreibung der folgenden Ausführungsformen
hervor, in welchen:
1 eine Seitenansicht eines Webstuhls
ist, der nach dem erfindungsgemäßen Verfahren funktioniert, der bei seiner Anwendung
für die Herstellung von Stoffen des Typs „Seersucker" gezeigt ist.
2 eine Draufsicht der Schicht im Bereich
der charakteristischen Zone der Erfindung ist, in der das Erhitzen vor dem eigentlichen
Weben hervorgerufen wird.
3 eine Draufsicht der gleichen Zone ist,
jedoch mit einer unterschiedlichen Verteilung der zwei Kettfadenserien.
4 eine Fotografie eines Stoffs des Typs
„Seersucker" ist, der erfindungsgemäß erhalten wurde.
5 eine Fotografie des Stoffs der
4 ist, der kalandriert wurde.
6 eine Seitenansicht eines Webstuhls
ist, der nach einer Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens funktioniert, der
dazu bestimmt ist, Muster auf dem Stoff in Streifen herzustellen.
7 eine Fotografie einer Stoffprobe ist,
die dank des Webstuhls der 6 erzielt wird.
Ausführungsformen der Erfindung
Wie bereits erwähnt, betrifft die Erfindung ein Webverfahren, das
die Kettfäden unterschiedlich behandelt. Sie kann mehrere Anwendungen aufweisen
und insbesondere zwei Hauptanwendungen, nämlich das Herstellen von Stoffen des Typs
„Seersucker", die zuerst beschrieben werden, sowie das Herstellen von Stoffen
mit Streifen, die danach beschrieben werden.
Erste Ausführungsform der Erfindung
Bei dieser ersten Anwendung ist das Webverfahren dazu bestimmt, auf
Kettfäden angewandt zu werden, die im Allgemeinen ein hohes Elastizitätsmodul aufweisen.
Dieses Verfahren kann auf einem herkömmlichen Webstuhl durchgeführt
werden, der mit Elementen ausgestattet ist, die es erlauben, eine Wärmebehandlung
der Kettfäden sicherzustellen, während sie dem Spannen durch die Wickelwalze des
Stoffs des Webstuhls unterzogen werden und wie der Anmelder es im Patent FR 2 751
350 beschrieben hat.
Ein solcher Webstuhl umfasst unter anderem besondere Einrichtungen,
die es erlauben, den erfindungsgemäßen charakteristischen Stoff herzustellen.
Wie in 1 dargestellt, weist ein Webstuhl
daher in Laufrichtung des Fadens einen Kettbaum 1 auf, der auf einen Schaft
2 montiert ist und auf welchen alle parallelen Kettfäden aufgewickelt werden.
Diese Kettfäden 3 werden ausgehend vom Kettbaum
1 bis zu einer Fadenträgerwalze 4 abgewickelt, ab welcher sie
eine im Wesentlichen horizontale Richtung einschlagen.
Um die charakteristische Zone der Erfindung, die unten beschrieben
wird, zu überbrücken, laufen die Kettfäden 3 zu beiden Seiten von Kreuzstäbe
31, 32. Hinter diesen Kreuzstäben 31, 32 werden
sie von den Führern 5, 6 wieder zu einer einzigen Schicht zusammen
geführt. Dann werden sie von Litzen 7, 8 aufgenommen, deren Aufgabe
darin besteht, die verschiedenen Kettfäden 3 nach oben oder unten zu beabstanden,
um das Fach 9 zu bilden und den Eintrag des Schussfadens 16 zu
erlauben. Das Bezugszeichen 15 bezeichnet den Öffnungspunkt des Fachs.
Hinter den Litzen 7, 8 vereinen sich die Kettfäden
im Bereich des Warenschlußpunkts 10 auf den das Riet 11 nach jedem
Wiederöffnen des Fachs schlägt. Ausgehend vom Warenschlußpunkt läuft der so geformte
Stoff 12 über verschiedene Umlenkwalzen 13, um auf dem Aufwickelsystem
14 zu enden.
Wie bereits erwähnt, besteht die Erfindung darin, nur einen Teil der
Kettfäden unter Spannung in der Nähe des Öffnungspunkts des Fachs zu erhitzen, um
ihr Elastizitätsmodul zu verringern und es ihnen gegebenenfalls zu erlauben, dank
der Wirkung des Webstuhls einen unregelmäßigen Abzug kurz vor dem eigentlichen Weben
zu erfahren.
So können verschiedene Mittel zum Sicherstellen dieses Erhitzens angepasst
werden.
Bei der dargestellten Form handelt es sich um eine Heizkufe
20, die auf der gesamten Breite aller Kettfäden vorhanden ist und mit einem
Teil der Kettfaden-schicht zwischen den Kreuzstäben 31, 32 in
Berührung kommen kann.
Genauer genommen handelt es sich um ein Querheizelement, dessen Unterseite
mit einem Material mit sehr großer Oberflächenhärte und geringem Reibungskoeffizenten
überzogen ist, um ein Abreiben durch die Kettfäden zu vermeiden, das eine spätere
Verschlechterung der Kettfäden selbst nach sich ziehen würde.
Es kann sich insbesondere um eine eloxierte oder verchromte oder keramische
Außenschicht 24 handeln.
Natürlich deckt die Erfindung alle Heizarten der Kufe und insbesondere
die, die mittels entsprechender Anschlüsse 22 zugeführte elektrische Energie
verwenden.
Wie bereits erwähnt, wird gemäß einem wesentlichen Merkmal der Erfindung
nur ein Teil der Kettfäden unter Spannung der Wärmebehandlung aufgrund der Kufe
unterworfen.
Wie in 1 dargestellt, weist der Webstuhl
daher hinter der Fadenträgerwalze 4 mindestens ein Kreuzstab
31 auf, der das Trennen der Schicht 30 in zwei Serien erlaubt,
nämlich eine Serie 34, die über der Leiste 31 verläuft und daher
dazu bestimmt ist, in die Nähe der Kufe 20 zu kommen.
Die andere Serie 33 hingegen läuft unter der Leiste
31 und ist daher von der Kufe 20 weiter entfernt als die Serie
34.
Die zwei Serien 33 und 34 nehmen parallele Wege
ein, bis sie zum zweiten Kreuzstab 32 gelangen, die das Ende der Trennzone
der zwei Serien 33, 34 kennzeichnet.
In Abhängigkeit von der Verteilung der verschiedenen Bündel, die die
zwei Serien bilden, erzielt man innerhalb des Endstoffs eine Verteilung von Fäden,
die einem Schrumpfen unterzogen werden können; und von Fäden, die gedehnt und bereits
fixiert sind.
2 stellt eine Verteilung dieser Fäden
innerhalb jeder der Serien dar.
Wie schematisch dargestellt, teilt sich die Serie Fäden, die die charakteristische
Zone entfernt von der Kufe durchläuft, daher in mehrere Bündel 40,
42, 44, die unter den Leisten 31 und 32 durchlaufen.
Umgekehrt laufen die Bündel 41, 43, 45
ihrerseits über die Leisten 31, 32 und haben daher einen Verlauf,
der in der Nähe der Kufe durchläuft.
In 2 haben die verschiedenen Bündel
40, 45 identische Breiten, was sich auf dem Endprodukt in Verformungen
ausdrückt, die gleichmäßig in etwa nach einem regelmäßigen Karomuster verteilt sind.
Umgekehrt führt die Aufteilung der Schicht nach der Skizze der
3, auf der die verschiedenen Bündel 50,
55 alle verschiedene Breiten aufweisen, zu einer anderen Verteilung der
Effekte auf dem Endstoff, die unterschiedliche Muster bewirkt.
Wie im Dokument FR 2 751 350 des Anmelders vorgesehen, kann die Kufe
mit jeder vorteilhaften Vorrichtung verbunden werden, die es erlaubt, die Beschädigung
oder gar das Verschmelzen der Fäden zu vermeiden, wenn das Fortbewegen der Fäden
gestoppt wird.
Außerdem können auch verschiedene Heizungstypen angewandt werden.
Dem erfindungsgemäßen Verfahren entsprechend wurde ein Stoff ausgehend
von Kettfäden aus Polyester hergestellt, mit einem Titer von 50 Decitex, zu 36 Fäden,
die mit 1300 Umdrehungen pro Meter gezwirnt sind und im Voraus einem Falschtorsionsschritt
unterworfen wurden.
Dieser texturierte Kreppkettfaden wurde mit Schussfäden ebenfalls
aus Polyester, 50 Decitex, 36 Fäden und mit 750 Umdrehungen pro Meter gezwirnt verwebt.
Unter Verwendung einer Heizkufe, die ein Anheben der Temperatur in
die Nähe von 220°C erlaubt, hat man den Stoff erzielt, dessen fotografische
Darstellung 4 bildet. Ein solcher Stoff weist eine
Vielfalt von Zonen in Vertiefung und in Relief auf, die durch eine unterschiedliche
Länge der Fäden gebildet und durch das differenzierte Schrumpfen der verschiedenen
Stoffzonen betont werden.
Dieses Schrumpfen wird noch durch das Anwenden einer späteren „freien"
Wärmebehandlung, wie zum Beispiel einem Abbrühen betont.
Die erhaltenen Effekte können auch eine größere Vielfalt aufweisen,
indem man einen ergänzenden Kalandrierschritt oder Bügelschritt durchführt, der
es erlaubt, die verschiedenen Muster flach zu drücken, wie es die Fotografie der
5 zeigt.
Aus oben Stehendem geht hervor, dass das erfindungsgemäße Verfahren
es erlaubt, Stoffe zu erzielen, die ein besonders attraktives und originelles Aussehen
aufweisen, die eine Vielzahl von Zonen in Relief und Vertiefung aufweisen, wie zum
Beispiel unter anderem Seersucker-Stoffe.
Die Änderung der Breite jedes Bündels 40–45;
50–55 ist ein besonders leicht durchzuführender Vorgang,
was die unkomplizierte Vielseitigkeit des erfindungsgemäßen Verfahrens steigert.
Zweite Ausführungsform der Erfindung
Wie bereits erwähnt, kann die Erfindung vorteilhafterweise auch zum
Herstellen gestreifter Stoffe angewandt werden, indem man die Technik der Sublimation
von Farbstoffen verwendet, die von einem Transferpapier getragen werden. In diesem
Fall kann der verwendete Webstuhl der in 6 dargestellte
sein, bei dem die Kettfadenschicht 3 wie bekannt von ihrem Kettbaum
2 abgewickelt wird, wobei sie über einen Satz Umlenkwalzen 4,
4' läuft.
Wie bekannt, tritt die Kette nach dem Durchlaufen der charakteristischen
Zone der Erfindung, die dazu bestimmt ist, einen Aufdruck zu erzeugen, in Rahmen
ein, die Litzen 7, 8 aufweisen, dann in den Abschlagkamm
11, der den Warenschlußpunkt 10 bildet. Der gebildete Stoff
12 läuft danach auf einer Umlenkwalze 13, um auf einem Warenbaum
14 aufgewickelt zu werden.
Das Bezugszeichen 15 kennzeichnet den Öffnungspunkt des Fachs.
Wie bekannt und wie im oben genannten Patent EP 0 461 048 beschrieben,
das hiernach durch Bezugnahme eingegliedert wird, wird eine Rolle 60 Transferpapier
61 mit einem entsprechenden Muster mit dem Kettfaden 3 eventuell
durch Andrücken auf der Umlenkwalze 4 in Berührung gebracht.
Gleich in der Nähe vor dem Öffnungspunkt 15 des Fachs
19 fixiert eine Heizkufe 63, die mit einer Hub- und Senkbewegung
angetrieben werden kann, durch Hitze den Farbstoff auf der Kett, die langsam vorwärts
läuft.
Eine Umlenkleiste 64 erlaubt es, das verbrauchte Transferpapier
65 auf einer Rolle 66, die mit der Ablaufgeschwindigkeit des Webstuhls
synchronisiert ist zurückzugewinnen.
Die verschiedenen Aspekte, die die verwendeten Heizmittel und alle
möglichen Varianten betreffen, sind gleich wie die im Patent EP
0 461 048 des Antragsstellers bereits beschriebenen, die den Dokumenten
US 5 212 845 und US
5 377 509 entsprechen.
Gemäß einem Merkmal der vorliegenden Erfindung wird die Kettfadenschicht
3 so in zwei Teile 33, 34 getrennt,
dass nur ein Teil der Kettfäden dem Aufdrucken durch Sublimation der Farbstoffe,
die auf dem Papier 61 vorhanden sind, unterzogen wird.
In der Praxis erzielt man diese Trennung dank der Verwendung von zwei
Querstäben 31, 32, die zwischen der Umlenkwalze 4 und
den Stäben 5, 6 angebracht werden, die den Öffnungspunkt
15 des Fachs bilden.
Diese zwei Stäbe 31, 32, die nach einander angeordnet
sind, erlauben es, die zwei Fadenserien 33, 34 zu versetzen und
zwischen ihnen einen Abstand zu wahren.
Daher wird nur die Fadenserie 34, die in der Nähe der Kufe
63 verlaufen und mit dem Papier 61 in Berührung kommen, bedruckt.
Die Auswahl der Fäden, die zur Serie 34 gehören, die mit
dem Papier in Berührung kommt, erfolgt mit einer völligen Freiheit, was es erlaubt,
wie in 2 oder 3
dargestellt, entweder Muster mit perfekt identischen Streifen zu erzielen, wenn
die Segmente 40, 45 alle eine gleiche oder ähnliche Anzahl Fäden
aufweisen, oder nach Wunsch veränderliche Effekte zu erzielen, wenn die Bündel
50, 55 (siehe 3) sehr unterschiedliche
Anzahlen Fäden aufweisen.
Wie bereits erwähnt, erhalten die Fäden, die am Ende jedes Bündels
liegen, wenn sie in Kontakt mit dem Papier 61 in der Zone gegenüber der
Kufe 63 verlaufen, die sublimierten Farbstoffe. Es wird beobachtet, dass
die am Ende jedes der Bündel liegenden Fäden mehr Farbstoff erhalten als die Fäden,
die sich in der Mitte des Bündels befinden, woraus folgt, dass eine Farbüberstärke
im Bereich dieser besonderen Fäden sichtbar ist, wenn die bedruckten Fäden mit den
Kettfäden der Serie 33 vereint werden.
Der so erzielte Streifen weist daher einen besonders beachtlichen
Einfassungseffekt auf.
Natürlich sind vielfache Variationen unter Verwendung von Transferpapieren
möglich, die Muster aufweisen, welche kombiniert mit dem Streifeneffekt, der mit
dem erfindungsgemäßen Verfahren erhalten wird, die sichtbaren Effekte vervielfachen.
Insbesondere kann man Transferpapiere 61 verwenden, die selbst
eine Abfolge von Längsstreifen aufweisen. Wenn die Streifen des Transferpapiers
so angeordnet werden, dass ihre Grenze zwischen zwei nebeneinander liegenden Streifen
sich auf die Serie 34 ausgewählter Kettfäden druckt, weisen die so erhaltenen
Streifen mindestens zwei Farben, ja sogar ein Gemisch der zwei Farben auf, wenn
sie benachbart sind.
Aus oben Gesagtem ergibt sich, dass das erfindungsgemäße Verfahren
vielfache Vorteile aufweist und insbesondere Folgendes erlaubt:
- – das Erzielen perfekt geradliniger Streifen, die ein Muster mit großer
Vielfalt wiedergeben können;
- – das Ändern mit großer Einfachheit der Größe der ausgewählten Streifen,
indem man mit einem einzigen Kettbaum arbeitet, durch das alleinige Ändern der Verteilung
der Kettfäden, die den Aufdruck empfangen sollen.
Der erfindungsgemäße Stoff ist besonders originell, denn er weist
perfekt geradlinige Streifen auf, die Grenzen aufweisen, die auf einen einzigen
Faden begrenzt sind und gleichzeitig extrem unterschiedliche Muster aufweisen können.
Ferner ist es möglich, die zwei Effekte, Gaufrieren und Färben der
Streifen zu kombinieren, um einen Stoff zu erzielen, dessen gaufrierte Teile gefärbt
sind.
Selbstverständlich kann der Fachmann die Erfindung ohne Schwierigkeit
auf Kettenwirkmaschinen übertragen, und die Erfindung deckt daher auch die Stoffe,
die auf einem „Kettenwirkautomat" gestrickt werden, die nach dem gleichen
Prinzip halten werden.
Aus oben Stehendem ergibt sich, dass das erfindungsgemäße Verfahren
aufgrund der Einfachheit der von ihm verwendeten Mittel, eine sehr große Vielseitigkeit,
die wirtschaftliche und einfache Herstellung von Stoff mit einer sehr großen Vielfalt
ohne besondere Änderung des einfachsten Webstuhls erlaubt.