Die vorliegende Erfindung beschreibt ein Verfahren zur Herstellung
von Isomalto-Oligosaccharidsirupen. Das Verfahren umfasst die Verwendung von Enzymen,
die auf einem wiederverwendbaren Träger immobilisiert sind. Die Erfindung betrifft
weiterhin die durch die Verwendung der immobilisierten Enzyme auf wiederverwendbaren
Trägern erhaltenen Sirupe und die Verwendung der Sirupe.
Hintergrund der Erfindung
Isomalto-Oligosaccharidsirupe enthalten eine wesentliche Menge an
verzweigten Oligosacchariden, wie Isomaltose, Panose, Isomaltotriose, Isomaltotetraose,
Nigerose, Kojibiose, Isopanose und höhere verzweigte Oligosaccharide. Die Produkte
werden in Pulver- oder flüssiger Form, in Abhängigkeit von der vorgesehenen Anwendung,
vertrieben.
Die potenziellen Anwendungen sind auf dem Lebensmittelgebiet beheimatet;
Beispiele sind:
Isomalto-Oligosaccharidsirupe können als Bestandteile in Tierfutter
und Haustierfutter angewendet werden. Nicht-Lebensmittel-Anwendungsgebiete sind
Kosmetika und Medizin (Zigarette, Lippenstift, Zahnpasta, innere Medizin, usw.).
Es ist seit einigen Jahren bekannt, dass Isomalto-Oligosaccharide
genutzt werden, um das Wohlgefühl von Menschen und Tieren im Allgemeinen zu verbessern,
wenn oral auf einer regelmäßigen täglichen Grundlage genommen. Die Hauptwirkung
der Oligosaccharide ist es, die Anzahl von Bifidobakterien und Lactobacilli in dem
Dickdarm zu erhöhen und die Konzentration an Fäulnisbakterien zu vermindern. Bifidobakterien
sind mit einigen gesundheitsfördernden Eigenschaften, wie der Inhibierung des Wachstums
von Pathogenen, entweder durch Säurebildung oder durch anti-mikrobielle Aktivität,
verbunden. Sie sind auch mit vielfältigen Wirkungen, wie Modulierung des Immunsystems
(Antitumoreigenschaften), Verminderung der Anteile von Triglyceriden und Cholesterin,
Erzeugung von Vitaminen (B-Gruppe), Verminderung von Blutammoniakkonzentrationen,
der Verhinderung von Translokation, Wiederaufbau der normalen Darmflora nach anti-mikrobieller
Therapie, Erzeugung von Verdauungsenzymen, Verminderung von antibiotischen Nebenwirkungen,
verbunden (Kohmoto T., Fukui F., Takaku H., Machida Y., et al., Bifidobacteria Microflora,
7(2)(1988), 61–69; Kohmoto K., Tsuji K., Kaneko T., Shiota M., et al., Biosc.
Biotech. Biochem., 56(6)(1992), 937–940; Kaneko T., Kohmoto T., Kikuchi H.,
Fukui F., et al., Nippon Nogeikagaku Kaishi, 66(8)(1992), 1211–1220, Park
J-H., Jin-Young Y., Ok-Ho S., Hyun-Kyung S., et al., Kor. J. Appl. Microbiol. Biotechnol.,
20(3)(1992), 237–242).
Die Isomalto-Oligosaccharide werden durch eine Transglucosylierungsreaktion,
unter Verwendung einer D-Glucosyltransferase (E.C. 2.4.1.24, Transglucosidase, Alpha-Glucosidase),
synthetisiert. Dieses Enzym katalysiert sowohl hydrolytische als auch Transferreaktionen
bei der Inkubation mit Alpha-D-Glucooligosacchariden. Die Übertragung findet am
häufigsten zu 6-OH (Hydroxylgruppe 6 des Glucosemoleküls) unter Erzeugen von Isomaltose
aus D-Glucose oder Panose aus Maltose statt. Das Enzym kann auch auf das 2-OH oder
3-OH von D-Glucose übertragen unter Bildung von Kojibiose oder Nigerose oder zurück
zu 4-OH unter erneuter Bildung von Maltose. Im Ergebnis von Transglucosidasereaktionen
werden die Malto-Oligosaccharide in Isomalto-Oligosaccharide umgewandelt unter Erzeugung
einer Klasse von Oligosacchariden, die einen höheren Anteil von Glucoseeinheiten,
gebunden durch Alpha-D-1,6-glucosidische Bindungen, enthält. Die Transglucosidase
von A. niger wirkt nur auf Oligosaccharide mit einem niedrigen DP (McCleary B. V.,
Gibson T. S., Carbohydrate Research 185(1989) 147–162; Benson C. P., Kelly
C. T., Fogarty W. M., J. Chem. Tech. Biotechnol., 32(1982) 790–798; Pazur
J. H., Tominaga Y., DeBrosse C. W., Jackman L. M., Carbohydrate Research, 61(1978)
279–290).
Isomalto-Oligosaccharide können auf verschiedenen Wegen erhalten werden.
Beispielsweise werden Glucosesirupe bei einer hohen Trockenfeststoffkonzentration;
d. h. 60–80% mit Glucoamylase behandelt unter Erzeugung der Bildung von Isomalto-Oligosacchariden,
hauptsächlich DP2. Andere Beispiele sind Maltoseübertragung, die durch die Zugabe
von Pullulanase zu verflüssigter Stärke, Verzweigung von Maltosesirupen und Behandlung
von Sucrose mit Traubenzuckersucrase erreicht werden.
Es wird mitgeteilt, dass eine kommerzielle Herstellung von Isomalto-Oligosacchariden
in einer nicht-kontinuierlichen Weise durchzuführen ist. Ein normales Herstellungsverfahren
(JP 61-212296), Showa Sangyo Co. Ltd.) beginnt mit der Verflüssigung einer 30%igen
Aufschlämmung von Mais-, Kartoffel- oder Tapiokastärke mit einer thermostabilen
Alpha-Amylase zu einem 6- bis 10-DE-Verflüssigungsprodukt. Diese Verflüssigung wird
auf pH 5 und 60°C gebracht und Beta-Amylase und Transglucosidase werden zugegeben
und die Saccharifizierung wird für 48–72 Stunden fortgesetzt. Am Ende des
Verzuckerungsvorgangs wird der Sirup filtriert und mit Aktivkohle und Ionenaustauschern
verfeinert. Das reine Produkt wird schließlich auf rund 80% ds aufkonzentriert (Takaku
H., Handbook of Amylases and related Enzymes, Hrsg. The Amylase Research Society
of Japan, Pergamon Press, Oxford, (1988), 215–217). Die verwendete Beta-Amylase
stammt aus Sojabohnen oder Weizen, die Transglucosidase kommt meistens aus einer
pilzlichen Quelle, vorzugsweise Aspergillus niger.
Andere Herstellungsverfahren sind bekannt; diese schließen die Umwandlung
von Stärkehydrolysat mit einem Gemisch von Alpha-Amylase und Transglucosidase (JP
41-48693, Nippon Corn Starch KK) und die Umwandlung von Stärke in einen hohen DP3-
oder DP4-Sirup mit DP3- oder DP4-bildenden Alpha-Amylasen, in Verbindung mit Transglucosidase,
unter Erzeugung von verzweigten Oligosacchariden, ein (JP 31-87390, Gunei, Kagaku
Kogyo).
Große Aufmerksamkeit wurde löslichen Enzymsystemen zur Herstellung
von Isomalto-Oligosacchariden gezollt, wobei allerdings keine solche Aktivität auf
dem Gebiet von immobilisierten Enzymen beobachtet werden kann. Die Japanische Patentanmeldung
JP 63-109790 (angemeldet von Showa Sangyo Co.) beschreibt die Verwendung eines immobilisierten
Transglucosidase-Konjugats für die Herstellung von Isomalto-Oligosaccharidsirupen.
Das Konjugat wird durch Vernetzen von Gelatine mit Glutardialdehyd in Gegenwart
von Transglucosidase hergestellt. Das erhaltene Konjugat hat eine geringe mechanische
Stabilität und muss zerkleinert werden, bevor der Transport zu den Durchlaufkolonnen
möglich ist. Aufgrund der ziemlich heterogenen Reaktion ist das Enzym innerhalb
des Trägermaterials nicht homogen verteilt, was zu gestörter Kinetik führt, die
ein Endprodukt ergibt, welches nicht die maximal erhältliche Menge an Isomalto-Oligosacchariden
aufweist. Ein weiterer Nachteil ist, dass der Träger nicht wiederverwendbar ist.
Nach Erschöpfung der Enzymaktivität muss das gesamte Konjugat verworfen werden,
was wirtschaftlich und ökologisch keine bevorzugte Lösung ist.
Die Europäische Patentanmeldung EP 301522
betrifft die Herstellung von Isomaltulose, ausgehend von einem Gemisch von Glucose
und Fructose. Die Beschreibung offenbart nicht die Verwendung von wiederverwendbaren
Trägern für dieses erwähnte Verfahren; zusätzlich zeigen die Beispiele nur die Verwendung
von nicht-immobilisierten Enzymen zum Ausführen der Umwandlung.
US-Patent 3 935 070 betrifft die Isomerisierung von Stärkehydrolysat,
um mindestens einen Teil des Traubenzuckers zu Lävulose umzuwandeln. Dieser Umwandlung
kann eine Behandlung mit Transglucosidase auf Bentonit folgen. Bentonit ist ein
nicht wiederverwendbarer Träger; darüber hinaus ist das Ausgangsmaterial eine Traubenzuckermutterlauge.
Die Japanische Patentanmeldung JP
04 051899 (übertragen auf NGK Insulators Ltd.) offenbart die Verwendung
von Enzymen, die auf porösen Keramikteilchen, zusammengesetzt aus SiO2
und MgO, immobilisiert sind. Diese Keramikteilchen sind nicht wiederverwendbar.
Die Japanische Patentanmeldung JP
62 278984 (angemeldet für Daikin Kogyo KK) offenbart die Verwendung eines
Co-Immobilisats, zusammengesetzt aus Zellen und Enzymen. Auch ein solches Produkt
ist nicht wiederverwendbar.
Kurzdarstellung der Erfindung
Die vorliegende Erfindung beschreibt ein Verfahren zum Herstellen
von Isomalto-Oligosaccharidsirupen, wobei ein Stärkehydrolysat enzymatisch durch
eine Transglucosidase unter Verwendung eines wiederverwendbaren Trägers für die
Immobilisation von Transglucosidase umgewandelt wird. Das Stärkehydrolysat ist ein
Sirup mit einer DE zwischen 4 und 70, vorzugsweise zwischen 20 und 60.
Vorzugsweise ist der Träger ein Anionenaustauschharz und die Transglucosidase
wird durch seine Adsorption immobilisiert.
Es ist ein weiterer Aspekt der Erfindung, dass andere Enzyme mit der
Transglucosidase co-immobilisiert werden; solche anderen Enzyme sind eine Pullulanase
oder eine Alpha-Amylase. Die Enzyme können zusammen auf dem gleichen Träger immobilisiert
sein, jedoch ist es auch möglich, die Enzyme getrennt zu immobilisieren. Dies ermöglicht
die Trennung von zwei enzymatischen Umwandlungsschritten.
In einem weiteren Aspekt der Erfindung wird das Träger/Enzym-Konjugat
durch Reaktion mit einem oder mehreren Vernetzungsmitteln weiterhin verstärkt.
Die kontinuierliche Herstellung von einem Isomalto-Oligosaccharidsirup,
der mehr als 40% Isomalto-Oligosaccharide enthält, wird offenbart, vorzugsweise
mehr als 45%. Diese Werte werden mit einer Fließgeschwindigkeit von mindestens 3
Bettvolumina pro Stunde und für einen Zeitraum von mindestens 25 Tagen erreicht.
In einem weiteren Aspekt wird außerdem der Isomalto-Oligosaccharidsirup
verfeinert bzw. raffiniert; d. h. durch chromatographische Mittel oder durch Filtration
weiterbehandelt.
Es ist ein weiterer Teil der Erfindung, dass während der Herstellung
des Isomalto-Oligosaccharidsirups oder anschließend die Süße gesteigert wird. Dies
kann durch Zusatz eines Süßungsmittels oder durch weitere enzymatische Umwandlung
mit Glucoseisomerase oder einer Hydrolase ausgeführt werden, wodurch Glucose in
Fructose umgewandelt wird. Diese enzymatische Umwandlung kann gleichzeitig mit oder
aufeinanderfolgend auf die Transglucosylierung ausgeführt werden.
Beschreibung der Figuren
1 zeigt die Herstellung von Isomalto-Oligosacchariden
(= % Isomaltose + % Nigerose + % Isomaltotriose + Panose + % Isomaltotetraose) als
eine Funktion der Lebensdauer des Konjugats und der Menge an für das Vernetzen verwendetem
Glutardialdehyd.
Beschreibung der Erfindung im Einzelnen
Die vorliegende Erfindung beschreibt ein Verfahren zur Herstellung
von Isomalto-Oligosaccharidsirupen, wobei das Stärkehydrolysat enzymatisch durch
eine Transglucosidase oder ein Enzym mit vergleichbarer Aktivität, unter Verwendung
eines wiederverwendbaren Trägers für die Enzymimmobilisierung, umgewandelt wird.
Das Stärkehydrolysat hat einen DE zwischen 4 und 70, vorzugsweise zwischen 20 und
60. Das Stärkehydrolysat wird beispielsweise durch enzymatische oder Säurehydrolyse,
durch auf dem Fachgebiet bekannte Verfahren, erhalten.
Als ein Träger kann beliebiges wiederverwendbares Material angewendet
werden. Für den vorliegenden Zweck bedeutet wiederverwendbar, dass der Träger von
Enzym oder enzymatischer Aktivität in einer derartigen Weise befreit ist, dass das
Trägermaterial intakt bleibt. Das Trägermaterial kann dann mit Enzym erneut beladen
und wieder verwendet werden. Das Reinigen des Trägers kann beispielsweise durch
Waschen mit saurer oder basischer Lösung ausgeführt werden; dies kann in Charge
oder in der Säule durchgeführt werden. Es kann vorteilhaft sein, ein Salz zuzusetzen.
Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung von Protein-abbauenden Enzymen. Ein
noch weiteres Mittel würde Erhitzen des Materials sein.
Vorzugsweise werden Materialien verwendet, die Anionenaustauschgruppen
aufweisen. Solche Materialien können auf der Grundlage von Cellulose vorliegen.
Andere, bevorzugtere Träger sind auf Polyacrylat- oder Polystyrol-basierende Träger
mit schwach basischen Gruppen; bevorzugt sind auf Phenolformaldehyd-basierende Träger,
wie DuoliteTM A568 (Rohm and Haas).
Vorzugsweise ist der Träger ein Anionenaustauschharz und die Transglucosidase
wird darauf durch Adsorption; d. h. in einer nicht-kovalenten Weise, immobilisiert.
Dies ermöglicht die leichte Entfernung des inaktiven Enzyms und das anschließende
erneute Beladen mit frischem Enzym. Es wird in den vorliegenden Beispielen gezeigt
(angemerkt in Beispiel 11), dass das Enzym leicht aus dem Träger entfernt werden
kann. Das wiederbeladen des Trägers ergibt die vollständige Wiedergewinnung der
Aktivität des Konjugats. Dies bedeutet, dass das Trägermaterial für einen großen
Zeitraum verwendet werden kann, bevor es ersetzt werden muss.
Beispiel 1 erläutert die Immobilisierung von Transglucosidase auf
einem Anionenaustauschharz. Die Anwendung dieses Katalysators in einer Säule für
die Umwandlung eines 30%igen ds Maltosesirups zeigt, dass eine konstante Fließrate
von etwa 3 Bettvolumen pro Stunde der Gesamtmenge von gebildeten Isomalto-Oligosacchariden
etwa 40% ist und das Verfahren für mindestens etwa 30 Tage stabil ist. Eine kleine
Änderung in der Menge von einzelnen Isomalto-Oligosacchariden wird beobachtet. Die
Aktivität des Enzyms ist hauptsächlich in dem DP2–DP6-Bereich. Das Vernetzen
der immobilisierten Transglucosidase mit Glutardialdehyd wird in Beispiel 2 beschrieben.
Der Dialdehyd wurde bei einer Endkonzentration von 1% verwendet. Die Ergebnisse
(Beispiel 2) zeigen, dass das Vernetzen des Enzyms Anlass zur Bildung eines Sirups
mit einer anderen Zusammensetzung zu jenem, erhalten ohne Vernetzen, ergibt. Insbesondere
wird die Menge an Glucose erhöht. Die Gesamtmenge an Isomalto-Oligosacchariden ist
etwa 35%, wobei die Senkung um 5% fast vollständig einer Abnahme von Panose zugeschrieben
werden kann.
Es ist ein weiterer Aspekt der Erfindung, dass andere Enzyme mit der
Transglucosidase co-immobilisiert werden, wobei solche anderen Enzyme Pullulanasen
oder Alpha-Amylasen darstellen. Die Pullulanase oder Alpha-Amylase wird höhere DPn-Fraktionen
in kleinere Fragmente umwandeln, welche der Wirkung von Transglucosidase zugänglich
sind. Die Enzyme können zusammen auf dem gleichen Träger immobilisiert werden, jedoch
ist es auch möglich, die Enzyme getrennt zu immobilisieren. Dies ermöglicht es,
zwei enzymatische Umwandlungsschritte zu trennen. Die Alpha-Amylase und/oder Pullulanase
können in einem solchen Fall von der Transglucosidase physikalisch getrennt gehalten
werden. Sie können beispielsweise vor der Transglucosidase angeordnet sein. Der
Vorteil eines solchen Verfahrens ist, dass, wenn eines der Enzyme erschöpft ist,
man nicht alle Enzyme ersetzen muss; anstatt dessen würde es möglich sein, nur eines
der Enzyme zu ersetzen und mit dem anderen nicht erschöpften Enzym fortzufahren.
Eine solche getrennte Immobilisierung wird in Beispiel 10 offenbart.
Auch eine Behandlung mit Glutardialdehyd kann auf dem erzeugten Konjugat
zum Stabilisieren der immobilisierten Enzyme durchgeführt werden.
Co-Immobilisierung von Transglucosidase mit Pullulanase (1 : 7,5 (Gewicht/Gewicht))
führte zu einem Konjugat, welches, wenn auf einen 30%igen ds Maltosesirup aufgetragen,
einen Isomalto-Oligosaccharidsirup mit einem viel niedrigeren Glucosegehalt und
einem erhöhten DP3-Gehalt ergibt. Der DPn-Gehalt wurde aufgrund der Aktivität von
Pullulanase halbiert (Beispiel 3). Die Menge an Isomalto-Oligosacchariden begann
bei etwa 48%, jedoch sank dieser Wert mit der Zeit stark. Der Katalysator ist dafür
deutlich instabil. Die Menge an Panose war rund 18%.
Ein ähnlicher Versuch mit der Hälfte der Menge an Pullulanase zur
Gewinnung eines anderen Isomalto-Oligosaccharidspektrums (Beispiel 4) wurde ausgeführt.
Um das Konjugat des co-immobilisierten Enzym/Trägerprodukts zu stabilisieren,
wurde es mit Glutardialdehyd bei verschiedenen Konzentrationen behandelt. Anwenden
von mehr als etwa 0,1% des Dialdehyds ergab eine beträchtlich höhere Stabilität.
Die Gesamtmenge an Isomalto-Oligosacchariden war oberhalb 45% und verblieb oberhalb
dieses Wertes, auch wenn die Fließrate auf 6 Bettvolumen pro Stunde erhöht wurde
(Beispiel 6).
Beispiele 6 und 7 zeigen weiterhin, dass die erhöhte Stabilität mit
sowohl 0,25 als auch 1% Glutardialdehyd erreicht wird.
Die vorliegende Erfindung offenbart somit die kontinuierliche Herstellung
eines Isomalto-Oligosaccharidsirups, der mehr als 40% Isomalto-Oligosaccharide enthält,
vorzugsweise mehr als 45%. Diese Werte werden mit einer Fließrate von mindestens
3 Bettvolumen pro Stunde und für einen Zeitraum von mindestens 25 Tagen erreicht.
In einem weiteren Aspekt wird der Isomalto-Oligosaccharidsirup außerdem
verfeinert bzw. raffiniert; d. h. mit chromatographischen Mitteln oder durch Filtration
weiter behandelt. Der hergestellte Isomalto-Oligosaccharidsirup kann mit Hilfe einer
Chromatographietechnik oder durch Ultra- oder Nanofiltration zum Entfernen der Glucosefraktion
und zur Gewinnung eines auf diese Weise an dem Isomalto-Oligosaccharidgehalt angereicherten
Sirups fraktioniert werden.
Es ist ein weiterer Teil der Erfindung, dass während der Herstellung
des Isomalto-Oligosaccharidsirups oder nachdem die Süße erhöht wird, wobei dies
durch Zugabe eines Süßungsmittels oder durch eine zusätzliche enzymatische Umwandlung
mit Glucoseisomerase oder einer Hydrolase ausgeführt werden kann.
In Beispiel 8 wurde ein Isomalto-Oligosaccharidsirup über eine Glucoseisomerasesäule
mit einer Umwandlung von Glucose zu Fructose, ohne wesentliches Beeinflussen der
anderen Oligosaccharide, umgewandelt.
Ein weiterer Weg zur Erhöhung der Süße oder des Isomalto-Oligosaccharidgehalts
ist es, den hergestellten Isomalto-Oligosaccharidsirup mit einer Hydrolase (in löslicher
oder immobilisierter Form), die vorzugsweise oder auch ausschließlich Malto-Oligosaccharide
hydrolysiert, zu behandeln und hat nur eine kleine oder auch keine Affinität für
Isomalto-Oligosaccharide. Beispiel für ein solches Enzym ist Glucoamylase aus A.
niger oder anderen Quellen, wie Aspergillus sp. Oder Rhizopus sp., die vorzugsweise
Malto-Oligosaccharide hydrolysieren (Manjunath P., Shenoy B. C., Raghavendra Rao
M. R., Journal of Applied Biochemistry, 5(1983), 235–260; Meagher M. M., et
al., Biotechnology and Bioengineering, 34(1989), 681–693; Pazur J. H., Kleppe
K., The Journal of Biological Chemistry, 237(4)(1962), 1002–1006; Hiromi K.,
Nitta Y., et al., Biochimica et Biophysica Acta, 302(1973), 362–37).
Das Gleiche wurde unter Verwendung von Glucoamylase ausgeführt. In
dem Fall gab es eine starken Erzeugung von Traubenzucker auf Kosten von allen anderen
Oligosacchariden (Beispiel 9).
Auch ein Enzym, wie Alpha-D-Glucopyranosidase von Bacillus stearothermophilus,
kann angewendet werden. Dieses Enzym kann Isomalto-Oligosaccharide nicht hydrolysieren
und wird nur die in dem Isomalto-Oligosaccharid-reichen Sirup vorliegenden Malto-Oligosaccharide
abbauen (Suzuki Y., Shinji M., Nobuyuki E., Biochimica et Biophysica Acta, 787(1984),
281–289). Auch andere Alpha-D-Glucosidasen, die Maltasen genannt werden, können
verwendet werden. Die Maltase von Hefe wird beispielsweise nur Maltose und zu einem
geringeren Ausmaß Maltotriose hydrolysieren (Kelly C. T., Fogarty W. M., Process
Biochemistry, Mai/Juni (1983), 6–12).
Nach der Hydrolyse der Malto-Oligosaccharide zu Glucose kann der Sirup
durch eine chromatographische Technik oder durch Nano- oder Ultrafiltration an Isomalto-Oligosaccharide
angereichert werden.
Die nachstehenden Beispiele dienen zur Erläuterung der Hauptaspekte
dieser Erfindung.
ExperimentellesEnzymaktivitätsbestimmung
Die Transglucosidaseaktivität wird durch das Verfahren von McCleary
et al. (McCleary B. V., Gibson T. S., Carbohydrate Research, 185(1989), 147–162)
gemessen.
Methyl-alpha-D-glucopyranosid wird in Gegenwart von Transglucosidase
bei pH 5,0 und 60°C für 10 Minuten reagieren lassen und dabei zu D-Glucose umgewandelt.
Die D-Glucose wird gemessen und die Aktivität wird in Internationalen Einheiten
ausgedrückt. Eine Internationale Einheit (U) ist die Menge an Enzym, die erforderlich
ist, ein Mikromol glucosidische Bindung pro Minute aufzubrechen. Die Pullulanaseaktivität
wird durch ein modifiziertes Verfahren von Lappalainen et al. (Lappalainen A., Niku-Paavola
M. -L., Suortti T., Poutanen K., Starch, 43(12)(1991), 477–482) gemessen.
Die Pullulanaseaktivität wird durch reagieren lassen von Pullulan
mit der Pullulanase bei pH 5 und 50°C für 15 Minuten gemessen. Das Pullulan
wird zu Oligosacchariden hydrolysiert, welche colorimetrisch durch das DNS-Reagenz
quantifiziert werden. Die Enzymaktivität wird aus einer Standardkurve berechnet,
die die Beziehung zwischen der Konzentration von Maltose und der Absorption ausdrückt.
Eine Einheit ist die zur Erzeugung von einem Mikromol reduzierenden Gruppen erforderliche
Menge an Enzym, ausgedrückt als Maltoseäquivalente pro Minute.
Substrate
Die als Substrate in allen Beispielen, mit Ausnahme Beispiele 7 und
8, verwendeten Sirupe hatten die nachstehende ungefähre Zusammensetzung:
Dieses Substrat enthält eine sehr niedrige Menge an Isomalto-Oligosacchariden:
Die Verwendung von Substraten, wie in den Beispielen beschrieben,
schließt nicht die Verwendung von anderen Substraten, wie Maltodextrinen (Stärkehydrolyseprodukte
mit Dextroseäquivalent < 20), oder Sirupen, zusammengesetzt aus verschiedenen Mengen
DP1–DP20 und höheren DPn, aus.
Oligosaccharidanalyse
Die analytische Charakterisierung der Substrate und Produkte wurde
an einer HPLC, ausgestattet mit einer Shodex KS-801-Säule in der Na+-Form
und RI-Detektion, durchgeführt. Dieses Verfahren ergibt DP1-, DP2-, DP3-, DP4- und
DPn-Zusammensetzung. Die DP1–DP10-Zusammensetzung wurde mit einer Bio-Rad
HPX 42-A-Säule bestimmt. Die Quantifizierung der einzelnen Isomalto-Oligosaccharide
wurde durch Hochleistungs-Anionenaustausch-Chromatographie ausgeführt; d. h. unter
Verwendung einer Dionex Carbopac PA-1-Säule mit puls-amperometrischer Detektion.
Beispiel 1Immobilisierte Transglucosidase
10 ml Duolite A568TM wurden zum Entfernen von Feinstoffen
mit entmineralisiertem Wasser gewaschen. Das Harz wurde anschließend mit HCl auf
einen pH-Wert von 3,5 konditioniert. 2 g Transglucosidase L „Amano" (Flüssigzubereitung,
11,2 mg Protein/g Enzymlösung, 103 TGU/g Enzymlösung) wurden zugegeben und das Gemisch
wurde 1 Nacht bei Raumtemperatur gerührt. Das hergestellte Konjugat wurde mit entmineralisiertem
Wasser gespült und wurde in eine doppelt ummantelte Glassäule bei 50°C gegeben.
30% ds Maltosesirup (3,3% DP1, 49,7% DP2, 21,9% DP3, 0,9% DP4, 24,2% DP ≥ 5),
gebracht auf pH 4,2, wurde durch die Säule mit einer Fließrate von 3 BV/h (Bettvolumen/Stunde)
gepumpt. Die Säulentemperatur wurde bei 50°C gehalten. Das Produkt am Auslass
der Säule wurde durch HPLC analysiert. Tabelle 1 erläutert die Änderung der Saccharidzusammensetzung
durch die Wirkung der immobilisierten Transglucosidase:
Tabelle 1
Tabelle 2 beschreibt die verschiedenen hergestellten Isomalto-Oligosaccharide.
Tabelle 2
Zusätzlich zu der Gesamtmenge an Isomalto-Oligosacchariden von etwa
40%, enthält auch die DPn-Fraktion eine wesentliche Menge an verzweigten Oligosacchariden
mit einem DP ≥ 5. Obwohl der Gesamt-Isomalto-Oligosaccharid-Gehalt mit der Zeit
konstant bleibt, kann eine kleine Änderung in der Herstellung der einzelnen Isomalto-Oligosaccharide
festgestellt werden. Tabelle 3 erläutert die Änderung beim Oligosaccharidprofil
nach Umwandlung des Substrats durch das Konjugat.
Tabelle 3
Aus Tabelle 3 wird deutlich, dass die Wirkung der immobilisierten
Transglucosidase in dem DP2–6-Bereich liegt. Die Gesamtheit der DP2- und DP3-Moleküle
wird zu Glucose und DP4–6-Molekülen umgewandelt. Die DP10+-Fraktion hat sich
nicht wesentlich geändert.
Beispiel 2Immobilisierte Transglucosidase, behandelt mit Glutardialdehyd
10 ml Duolite A568TM wurden zum Entfernen von Feinstoffen
mit entmineralisiertem Wasser gewaschen. Das Harz wurde anschließend mit 0,3 ml
1 M Na2CO3 konditioniert. 2 g Transglucosidase L „Amano"
(Flüssigzubereitung, 11,2 mg Protein/g Enzymlösung, 103 TGU/g Enzymlösung) wurden
zugegeben und das Gemisch wurde 4 h bei Raumtemperatur gerührt. 5 ml einer 5%igen
Glutardialdehydlösung (Endkonzentration 1%) wurden zugegeben und das Harz wurde
für eine Nacht bei Umgebungstemperatur gerührt. Das hergestellte Konjugat wurde
mit entmineralisiertem Wasser gespült und in eine doppelt ummantelte Glassäule bei
50°C gegeben. Ein 30%iger ds Maltosesirup (3,3% DP1, 49,7% DP2, 21,9% DP3, 0,9%
DP4, 24,2% DP ≥ 5), gebracht auf pH 4, wurde durch die Säule mit einer Fließrate
von 3 BV/h (Bettvolumen/Stunde) gepumpt. Die Säulentemperatur wurde bei 50°C
gehalten. Das Produkt am Auslass der Säule wurde durch HPLC analysiert. Tabelle
4 erläutert die Änderung der Saccharidzusammensetzung durch die Wirkung der immobilisierten
Transglucosidase:
Tabelle 4
Wenn die Ergebnisse mit jenen in Tabelle 1 angegebenen verglichen
werden, wird deutlich, dass der Glutardialdehyd das Wirkungsmuster der immobilisierten
Transglucosidase verändert. Das Glutardialdehyd-behandelte Konjugat erzeugt mehr
Glucose als das in Beispiel 1 beschriebene Konjugat.
Tabelle 5 beschreibt die verschiedenen hergestellten Isomalto-Oligosaccharide.
Tabelle 5
Eine Erhöhung der Menge an Isomalto-Oligosacchariden wird beim Vergleich
mit nicht-behandeltem TG-Konjugat beobachtet (Tabelle 2). Dies bezieht sich direkt
auf die niedrigere Erzeugung von Panose in dem Glutardialdehyd-Konjugat.
Beispiel 3Co-immobilisierte Transglucosidase/Pullulanase (1)
10 ml Duolite A568TM wurden zum Entfernen von Feinstoffen
mit entmineralisiertem Wasser gewaschen. Das Harz wurde anschließend mit HCl auf
einen pH-Wert von 3,5 konditioniert. 2 g Transglucosidase L „Amano" (Flüssigzubereitung,
11,2 mg Protein/g Enzymlösung, 103 TGU/g Enzymlösung) wurden zugegeben und das Gemisch
wurde 4 h bei Raumtemperatur gerührt. 15 g Pullulanase (Optimax L300TM
von Genencor Int., 2,6 mg Protein/g Enzymlösung, 400 PU/g Enzymlösung) wurden zugegeben
und die Immobilisierung wurde über Nacht fortgesetzt. Das hergestellte Konjugat
wurde mit entmineralisiertem Wasser gespült und in eine doppelt ummantelte Glassäule
bei 50°C gegeben. Ein 30%iger ds Maltosesirup (3,3% DP1, 49,7% DP2, 21,9% DP3,
0,9% DP4, 24,2% DP ≥ 5), gebracht auf pH 4,2, wurde durch die Säule mit einer
Fließrate von 3 BV/h (Bettvolumen/Stunde) gepumpt. Die Säulentemperatur wurde bei
50°C gehalten. Das Produkt am Auslass der Säule wurde durch HPLC analysiert.
Tabelle 6 erläutert die Änderung der Saccharidzusammensetzung durch die Wirkung
des immobilisierten Transglucosidase/Pullulanase-Konjugats.
Tabelle 6
Verglichen mit dem immobilisierten Transglucosidase-Konjugat, wie
in Beispiel 1 hergestellt, wird weniger Glucose hergestellt, während insbesondere
das DP3 viel höher ist. Weiterhin ist die DPn-Fraktion aufgrund der Wirkung der
immobilisierten Pullulanase halbiert.
Eine Abnahme von Traubenzuckerbildung mit der Zeit wird festgestellt,
was ausweist, dass dieses Konjugat keine hohe Stabilität besitzt.
Tabelle 7 beschreibt die verschiedenen hergestellten Isomalto-Oligosaccharide.
Tabelle 7
Aus Tabelle 7 wird deutlich, dass der Gehalt an Isomalto-Oligosacchariden
mit der Zeit abnimmt.
Beispiel 4Co-immobilisierte Transglucosidase/Pullulanase (2)
Der Unterschied zu dem in Beispiel 3 beschriebenen Konjugat wird auf
ein Verhältnis von Transglucosidaseaktivität/Pullulanaseaktivität, bezogen auf den
Enzymträger, geändert.
10 ml Duolite A568TM wurden zum Entfernen von Feinstoffen
mit entmineralisiertem Wasser gewaschen. Das Harz wurde anschließend mit HCl auf
einen pH-Wert von 3,5 konditioniert. 2 g Transglucosidase L „Amano" (Flüssigzubereitung,
11,2 mg Protein/g Enzymlösung, 103 TGU/g Enzymlösung) wurden zugegeben und das Gemisch
wurde 4 Stunden bei Raumtemperatur gerührt. 7,5 g Pullulanase (Optimax L300TM
von Genencor Int., 2,6 mg Protein/g Enzymlösung, 400 PU/g Enzymlösung) wurden zugegeben
und die Immobilisierung wurde über Nacht fortgesetzt. Das hergestellte Konjugat
wurde mit entmineralisiertem Wasser gespült und in eine doppelt ummantelte Glassäule
bei 50°C gegeben. Ein 30%iger ds Maltosesirup (3,3% DP1, 49,7% DP2, 21,9% DP3,
0,9% DP4, 24,2% DP ≥ 5), gebracht auf pH 4, wurde durch die Säule mit einer Fließrate
von 3 BV/h (Bettvolumen/Stunde) gepumpt. Die Säulentemperatur wurde bei 50°C
gehalten. Das Produkt am Auslass der Säule wurde durch HPLC analysiert. Tabelle
8 erläutert die Änderung der Saccharidzusammensetzung durch die Wirkung des immobilisierten
Transglucosidase/Pullulanase-Konjugats.
Tabelle 8
Es wird deutlich, dass auch dieses Transglucosidase/Pullulanase-Konjugat
mit der Zeit an Leistung verliert, wie das in Beispiel 3 beschriebene Konjugat.
Tabelle 9 beschreibt die verschiedenen hergestellten Isomalto-Oligosaccharide.
Tabelle 9
Die in Tabelle 9 angeführten Ergebnisse zeigen, dass dieses Konjugat
mit der Zeit eine abnehmende Menge an Isomalto-Oligosacchariden erzeugt. Es kann
deshalb geschlussfolgert werden, dass dieses Konjugat nicht stabil ist.
Beispiel 5Co-immobilisierte Transglucosidase/Pullulanase, behandelt
mit Glutardialdehyd in verschiedenen Konzentrationen
10 ml Duolite A568TM wurden zum Entfernen von Feinstoffen
mit entmineralisiertem Wasser gewaschen. Das Harz wurde anschließend mit 0,3 ml
1 M Na2CO3 konditioniert. 2 g Transglucosidase L „Amano"
(Flüssigzubereitung, 11,2 mg Protein/g Enzymlösung, 103 TGU/g Enzymlösung) wurden
zugegeben und das Gemisch wurde 4 Stunden bei Raumtemperatur gerührt. Anschließend
wurden 15 g Pullulanase (Optimax L300TM von Genencor Int., 2,6 mg Protein/g
Enzymlösung, 400 PU/g Enzymlösung) zugegeben und die Immobilisierung wurde weitere
4 h fortgesetzt. 5 ml einer 5%igen, 2,5%igen, 1,0%igen, 0,5%igen und 0,1%igen Glutardialdehydlösung
wurden dann zugegeben, unter Gewinnung einer 1%igen, 0,5%igen, 0,2%igen, 0,1%igen
bzw. 0,02%igen Glutardialdehydlösung und das Harz wurde bei Umgebungstemperatur
eine Nacht gerührt. Das erzeugte Konjugat wurde mit entmineralisiertem Wasser gespült
und in eine doppelt ummantelte Glassäule bei 50°C gegeben. Ein 30%iger ds Maltosesirup
(3,3% DP1, 49,7% DP2, 21,9% DP3, 0,9% DP4, 24,2% DP ≥ 5), gebracht auf pH 4,2,
wurde durch die Säule mit einer Fließrate von 3 BV/h (Bettvolumen/Stunde) gepumpt.
Die Säulentemperatur wurde bei 50°C gehalten. Das Produkt am Auslass der Säule
wurde durch HPLC analysiert.
1 zeigt die Herstellung der Isomalto-Oligosaccharide
(= % Isomaltose + % Nigerose + % Isomaltotriose + % Panose + % Isomaltotetraose)
als Funktion der Standzeit des Konjugats.
Aus 1 folgt deutlich, dass die Glutardialdehydbehandlung
eine stabilisierende Wirkung auf die Leistung von Transglucosidase/Pullulanase-Konjugaten
aufweist.
Beispiel 6Co-immobilisierte Transglucosidase/Pullulanase, behandelt
mit Glutardialdehyd bei 0,2%iger Endkonzentration
Das Transglucosidase/Pullulanase-Konjugat wurde gemäß Beispiel 5 hergestellt.
Das Vernetzen wurde mit Glutardialdehyd bei 0,2%iger Endkonzentration ausgeführt.
Ein 30%iger ds Maltosesirup, gebracht auf pH 4,2, wurde durch die
Säule mit einer Fließrate von 3 BV/h (Bettvolumen/Stunde) gepumpt. Die Säulentemperatur
wurde bei 50°C gehalten. Das Produkt am Auslass der Säule wurde durch HPLC analysiert.
Tabelle 10 erläutert die Änderung der Saccharidzusammensetzung durch die Wirkung
von immobilisierter Transglucosidase:
Tabelle 10
Wie angemerkt, wird nur eine marginale Senkung des Traubenzuckers
mit der Zeit beobachtet.
Tabelle 11 beschreibt die verschiedenen hergestellten Isomalto-Oligosaccharide.
Tabelle 11
Die in Tabelle 11 gezeigten Ergebnisse demonstrieren, dass eine stabile
Erzeugung von 46% Isomalto-Oligosacchariden bei 3 BV/h mit diesem Konjugat erhalten
werden kann. Eine Erhöhung der Fließrate auf rund 6 BV/h senkt den Gehalt an erzeugtem
Traubenzucker, während die Menge an erzeugten Isomalto-Oligosacchariden konstant
bleibt. Eine weitere Erhöhung der Fließrate auf rund 9 BV/h senkt die Menge an erzeugten
Isomalto-Oligosacchariden. Tabelle 12 gibt die Variation der Oligosaccharidverteilung
des erzeugten Sirups mit der Zeit an.
Tabelle 12
Tabelle 12 demonstriert, dass die meisten der in dem Sirup erzeugten
Oligosaccharide im Bereich unter DP6–7 liegen, im Gegensatz zu dem Substrat,
bei dem ein wesentlicher Teil (23,5%) der Oligosaccharide einen DP höher als 6 aufweist.
Wenn mit dem in Beispiel 1 (Tabelle 3) beschriebenen Konjugat verglichen, wird deutlich,
dass die Wirkung von co-immobilisierter Pullulanase die DP10+-Fraktion wesentlich
senkt.
Beispiel 7Co-immobilisierte Transglucosidase/Pullulanase, behandelt
mit Glutardialdehyd bei einer 1,0%igen Endkonzentration und mit verschiedenen Fließraten
10 ml Duolite A568TM wurden zum Entfernen von Feinstoffen
mit entmineralisiertem Wasser gewaschen. Das Harz wurde anschließend mit 0,3 ml
1 M Na2CO3 konditioniert. 2 g Transglucosidase L „Amano"
(Flüssigzubereitung, 11,2 mg Protein/g Enzymlösung, 103 TGU/g Enzymlösung) wurden
zugegeben und das Gemisch wurde 4 Stunden bei Raumtemperatur gerührt. Anschließend
wurden 15 g Pullulanase (Optimax L300TM von Genencor Int., 2,6 mg Protein/g
Enzymlösung, 400 PU/g Enzymlösung) zugegeben und die Immobilisierung wurde weitere
4 h fortgesetzt. 5 ml einer 5,0%igen Glutardialdehydlösung wurden zugegeben, unter
Gewinnung einer 1%igen Glutardialdehydlösung, und das Harz wurde bei Umgebungstemperatur
eine Nacht gerührt. Das erzeugte Konjugat wurde mit entmineralisiertem Wasser gespült
und in eine doppelt ummantelte Glassäule bei 50°C gegeben. Ein 30%iger ds Maltosesirup
(3,3% DP1, 48,4% DP2, 20,8% DP3, 1,3% DP4, 26,2% DP ≥ 5), gebracht auf pH 4,2,
wurde durch die Säule bei einer Fließrate von 10 BV/h (Bettvolumen/Stunde) gepumpt.
Die Säulentemperatur wurde bei 50°C gehalten. Das Produkt am Ausgang der Säule
wurde durch HPLC analysiert. Tabelle 13 erläutert die Veränderung in der Saccharidzusammensetzung
durch die Wirkung der immobilisierten Transglucosidase:
Tabelle 13
Aus Tabelle 13 wird deutlich, dass eine Menge an Traubenzucker bei
3 BV/h erzeugt wird, während die DPn-Fraktion verglichen mit dem Substrat deutlich
vermindert wird. Erhöhen der Fließrate auf 6–9 BV/h senkt die Glucoseerzeugung
und erhöht gleichzeitig den restlichen DPn-Gehalt.
Tabelle 14 erläutert die Änderung der Saccharidzusammensetzung durch
die Wirkung der immobilisierten Transglucosidase:
Tabelle 14
Die in Tabelle 14 gezeigten Daten beweisen, dass bei 3 BV/h rund 45–46%
Isomalto-Oligosaccharide erhalten werden können. Beim Erhöhen der Fließrate auf
6 BV/h nimmt die Menge an Isomalto-Oligosacchariden nicht ab. Bei 9 BV/h wird eine
Senkung der Isomalto-Oligosacchariderzeugung bemerkt.
Beispiel 8Erhöhung der Süße von Isomalto-Oligosaccharidsirup durch
Glucoseisomeraseumwandlung
Dieses Beispiel erläutert das Verfahren zur Erhöhung der Süße eines
Isomalto-Oligosaccharidsirups durch Umwandlung eines Teils der erhältlichen Glucose
zu Fructose.
Ein Isomalto-Oligosaccharid-reicher Sirup (pH 7,8, 60% ds, 200 ppm
Mg2+) wurde durch ein immobilisiertes Glucoseisomerase-Konjugat (thermostatisiert
bei 50°C) bei 3–4,5 BV/h geschickt. Die Ergebnisse der Isomerisierung
werden in Tabelle 15 angegeben.
Tabelle 15
Die Ergebnisse in Tabelle 15 zeigen, dass eine 9%ige Fructoseversion
eines Isomalto-Oligosaccharidsirups leicht hergestellt wird. Natürlich können auch
Isomalto-Oligosaccharidsirupe mit anderen Fructoseprozentsätzen als 9% erhalten
werden.
Tabelle 16 beweist, dass die Isomalto-Oligosaccharid-Zusammensetzungen
während des Isomerisationsverfahrens nahezu unverändert bleiben.
Tabelle 16Beispiel 9Erhöhung der Süße von Isomalto-Oligosaccharidsirup durch
Hydrolaseumwandlung
Dieses Beispiel erläutert die Wirkung einer Hydrolase, in diesem Fall
Glucoamylase von A. niger, auf einem Isomalto-Oligosaccharidsirup. Ein Isomalto-Oligosaccharid-reicher
Sirup (80% ds, pH 4) wurde durch ein immobilisiertes Glucoamylase-Konjugat bei rund
1 BV/h geschickt. Die Änderung im Oligosaccharidspektrum wird in Tabelle 17 angegeben.
Tabelle 17
Es wird deutlich Traubenzucker erzeugt, während die Oligosaccharide
sinken.
Die Änderung in dem Isomalto-Oligosaccharidgehalt wird in Tabelle
18 gezeigt.
Tabelle 18
Tabelle 18 zeigt, dass eine wesentliche Menge Maltose, Maltotriose,
Maltotetraose und DPn-Fraktion zu Glucose gespalten wurde.
Natürlich kann die hydrolytische Reaktion bei niedrigerem ds, beispielsweise
30%igem ds, wie in Tabelle 19 gezeigt, durchgeführt werden.
Tabelle 19
Tabelle 19 zeigt deutlich, dass eine Senkung der Fließrate zu einem
weiteren Abbau der DPn-Fraktion führt. Dies wird auch in Tabelle 20 beispielhaft
angegeben.
Tabelle 20
Durch Einstellen der Fließrate kann eine maximale Menge an DPn-Fraktion
abgebaut werden, ohne zu starkes Hydrolysieren der Isomalto-Oligosaccharide (Tabelle
21).
Tabelle 21Beispiel 10Immobilisierte Pullulanase, gefolgt von einer immobilisierten
TransglucosidaseA) Herstellung von immobilisierter Pullulanase
5 ml Duolite A568 wurden zum Entfernen von Feinstoffen mit entmineralisiertem
Wasser gewaschen. Das Harz wurde anschließend mit 0,15 ml 1 M Na2CO3
konditioniert. 7,5 g Optimax 300L (Genencor) wurden zugegeben, gefolgt von der Zugabe
von 0,008 ml Glutardialdehydlösung (25% Gewicht/Volumen)/ml Überstand. Das Gemisch
wurde über Nacht bei Umgebungstemperatur mild gerührt. Das erzeugte Konjugat wurde
mit entmineralisiertem Wasser gespült und in eine doppelt ummantelte Glassäule bei
50°C gegeben. Ein 30%iger ds Maltosesirup, gebracht auf pH 4,2, wurde durch
die Säule bei einer Anfangsfließrate von 6 BV/h (Bettvolumen/Stunde) gepumpt. Die
Säulentemperatur wurde bei 50°C gehalten. Die Entzweigungsaktivität des Konjugats
wird in Tabelle 22 deutlich gezeigt. Der entzweigte Maltosesirup wurde durch ein
immobilisiertes Transglucosidase-Konjugat, wie in B) beschrieben, geschickt.
Tabelle 22B) Herstellung von immobilisierter Transglucosidase
5 ml Duolite A568 wurden mit entmineralisiertem Wasser zum Entfernen
von Feinstoffen gewaschen. Das Harz wurde anschließend mit 0,15
ml 1 M Na2CO3 konditioniert. 1 g Transglucosidase L „Amano"
wurde zugegeben, gefolgt von der Zugabe von 0,08 ml Glutardialdehydlösung (25% Gewicht/Volumen).
Das Gemisch wurde über Nacht bei Umgebungstemperatur mild gerührt. Das erzeugte
Konjugat wurde mit entmineralisiertem Wasser gespült und in eine doppelt ummantelte
Glassäule bei 50°C gegeben. Das Sirupprodukt wurde durch das Pullulanase-Konjugat
durch die Säule bei einer Anfangsfließrate von 6 BV/h (Bettvolumen/Stunde) gepumpt.
Die Säulentemperatur wurde bei 50°C gehalten. Die Erzeugung von Isomalto-Oligosaccharidsirup
wird in Tabelle 23 gezeigt.
Tabelle 23Beispiel 11Regeneration des Harzes und erneutes Beladen mit Enzym
A) 10 ml Duolite A568TM wurden zum Entfernen von Feinstoffen mit
entmineralisiertem Wasser gewaschen. Das Harz wurde anschließend mit 0,3 ml 1 M
Na2CO3 konditioniert. 1 g Transglucosidase L „Amano"
(Flüssigzubereitung, 11,2 mg Protein/g Enzymlösung, 103 TGU/g Enzymlösung) wurden
zugegeben und das Gemisch wurde 4 Stunden bei Raumtemperatur gerührt. Anschließend
wurden 15 g Pullulanase (Optimax L300TM von Genencor Int., 2,6 mg Protein/g
Enzymlösung, 400 PU/g Enzymlösung) zugegeben und die Immobilisierung wurde weitere
4 h fortgesetzt. 5 ml einer 1,0%igen Glutardialdehydlösung wurden zugegeben, unter
Erzeugung einer 0,2%igen Glutardialdehydlösung und das Harz wurde eine Nacht bei
Umgebungstemperatur gerührt. Das erzeugte Konjugat wurde mit entmineralisiertem
Wasser gespült und in eine doppelt ummantelte Glassäule bei 50°C gegeben. Ein
30%iger ds Maltosesirup, gebracht auf pH 4,2, wurde durch die Säule mit einer Fließrate
von 10 BV/h (Bettvolumen/Stunde) gepumpt. Die Säulentemperatur wurde bei 50°C
gehalten.
Das Konjugat wurde 30 Tage unter Erzeugung von 43–45% von Isomalto-Oligosacchariden
bei 3 BV/h laufen lassen.
B) Anschließend wurde das Konjugat in ein Becherglas überführt und mit Wasser
zur Entfernung von Zuckern und Feinstoffen gewaschen. Der pH-Wert des Harzes wurde
auf 1,5 gebracht und das Harz wurde 1 h bei 60°C gerührt. Der pH-Wert wurde
dann mit NaOH auf 12,5 erhöht und das Rühren wurde 1 Stunde, unter Halten des pH-Werts
bei 12,5, fortgesetzt. Anschließend wurde das Konjugat mit entmineralisiertem Wasser
zur Entfernung der Feinstoffe gewaschen.
C) Verfahren A) wurde an dem regenerierten Harz wiederholt. Eine gleiche Enzymmenge
wurde immobilisiert und das neue Konjugat erzeugte einen 43–45%igen Isomalto-Oligosaccharidsirup
bei der gleichen Fließrate wie in A) beschrieben.
Anspruch[de]
Verfahren zur Herstellung eines Isomalto-Oligosaccharid-enthaltenden
Sirup, wobei ein Stärkehydrolysat durch eine Transglucosidase enzymatisch umgewandelt
und ein wiederverwendbarer Träger zur Immobilisierung der Transglucosidase
verwendet wird.
Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Stärkehydrolysat ein DE von 4
bis 70, vorzugsweise 20 bis 60, hat.
Verfahren nach Anspruch 1, wobei der Träger ein Anionenaustauschharz
ist und die Transglucosidase durch Adsorption darauf immobilisiert wird.
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass andere Enzyme
mit der Transglucosidase coimmobilisiert werden, wobei solche anderen Enzyme ausgewählt
werden aus der Gruppe bestehend aus Pullulanasen und Alpha-Amylasen und wobei eine
solche Coimmobilisierung stattfindet einem oder mehreren separaten Träger(n).
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Träger-/Enzym-Konjugat
ferner durch eine Reaktion mit einem Vernetzungsmittel verstärkt wird.
Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Vernetzungsmittel
Glutardialdehyd ist.
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Isomalto-Oligosaccharid
mehr als 40% Isomalto-Oligosaccharide, vorzugsweise mehr als 45%, enthält und dass
diese Werte mit einer Fließgeschwindigkeit von wenigstens 3 Bettvolumen pro Stunde
über einen Zeitraum von wenigstens 25 Tagen erreicht werden.
Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei das Isomalto-Oligosaccharid-Sirup
ferner verfeinert wird, d. h. mit chromatographischen Mitteln oder durch Filtration
behandelt wird.
Verfahren nach Anspruch 1, wobei während der Herstellung des Isomalto-Oligosaccharid-Sirups
oder danach die Süße durch die Zugabe eines Süßungsmittels oder durch eine zusätzliche
enzymatische Umwandlung mit Glucose-Isomerase oder einer Hydrolase erhöht wird.