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Dokumentenidentifikation DE10062825B4 04.11.2004
Titel Verfahren und Formwerkzeug zum Herstellen von Formteilen, insbesondere für die KFZ-Innenverkleidung
Anmelder BASF AG, 67063 Ludwigshafen, DE
Erfinder Hune, Rupert, Dipl.-Ing., 49088 Osnabrück, DE;
Tintelnot, Dieter, 49356 Diepholz, DE
DE-Anmeldedatum 15.12.2000
DE-Aktenzeichen 10062825
Offenlegungstag 20.06.2002
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 04.11.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 04.11.2004
IPC-Hauptklasse B29C 44/06
IPC-Nebenklasse B29C 39/12   B29C 44/14   B29C 44/58   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und ein Formwerkzeug zum Herstellen von Formteilen, insbesondere für die KFZ-Innenverkleidung, bestehend aus einer mehrfarbig lackierten Gießhaut, einem Tfägerteil und einer dazwischen liegenden Schammschicht.

An die Fahrzeuginnenverkleidungen, die aus einer sichtbaren Gießhaut einer sogenannten Dekorfolie, einem versteifenden Trägerteil und einer dazwischen liegenden Schaumschicht bestehen, werden immer höhere Anforderungen gestellt. Dieses gilt insbesondere hinsichtlich einer Mehrfarbenlackierung der Gießhaut auf der sichtbaren Seite. Es ist schwierig, die einzelnen Farben bei einer Mehrfachlackierung sauber und genau voneinander zu trennen.

Die Gießhaut wird grundsätzlich in einem ersten Formwerkzeug hergestellt, in das zuerst der Lack eingebracht wird, auf den dann das Polyurethanmaterial für die Gießhaut rückseitig eingegossen wird. Nach dem Farbeintrag wird das Schäumwerkzeug verschlossen. Diese Gießhaut wird dann zur weiteren Verarbeitung, d.h. zur Herstellung der eigentlichen Innenverkleidung in ein zweites Formwerkzeug eingelegt.

Im Stand der Technik sind bereits Verfahren zur Herstellung von Innenverkleidungsteilen für Fahrzeuge bekannt. So beschreibt EP 275 389 A2 ein Innenverkleidungsteil mit Dekormaterialien, das aus einem aus flüssigem Reaktionsharzgemisch und Glasfasern angeschäumten Träger besteht, bei dem sichtseitig unterschiedlich kaschierte Abschnitte dargestellt sind.

Weiterhin beschreibt EP 526 818 A2 ein Verfahren zur Herstellung von Polymerisatformstücken aus Gießharzen mit farblich differenzierten Oberflächenbereichen bei dem eine Oberfläche des formgebenden Werkzeugs vor dem Verfüllen mit dem Gießharz einer farbmittelhaltigen Zusammensetzung derart beschichtet wird, dass eine farbliche Differenzierung entsteht.

Ferner ist eine Instrumententafel, aufgebaut aus einer Schale aus einem flexiblen plastischen Material, in US 5,439,630 A offenbart. Schließlich beschreibt WO 98/31524 A1 ein Verfahren zur Herstellung von Innenverkleidungsteilen für Fahrzeuge, wobei in einem ersten Schritt eine Vinylfolie in ein Vakuumformwerkzeug eingelegt wird.

Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und entsprechende Formwerkzeuge zu schaffen, durch die eine optisch saubere Trennung der einzelnen Farbbereiche auf der sichtbaren Seite der Gießhaut möglich ist.

Diese Aufgabe wird grundsätzlich durch die Verfahrensschritte nach Anspruch 1 gelöst.

Erfindungsgemäß erfolgt das Herstellen des Formteiles ebenso wie bei bekannten Verfahren in zwei unterschiedlichen Formwerkzeugen. In dem ersten Formwerkzeug wird die Gießhaut hergestellt. In dem Formwerkzeug ist ein Farbtrennvorsprung vorgesehen, der die Bereiche, die mit unterschiedlichen Farben lackiert werden sollen, voneinander trennt. Der eine Bereich wird durch eine Abdeckmaske abgedeckt, so daß zuerst der erste Bereich mit der einen Farbe und dann der zweite Bereich mit der anderen Farbe nach Entfernen der Abdeckmaske lackiert wird. Bei der zweiten Lackierung ist ein Oberspray unschädlich. Durch den Farbtrennvorsprung entsteht in der Gießhaut eine die Farbbereiche voneinander trennende Nut. Die auf diese Weise hergestellte Gießhaut wird dann in das zweite Formwerkzeug eingelegt. In diesem befindet sich ein dünnes Trennblech, das in der die Farben trennenden Nut liegt. Durch Anlegen von Vakuum wird die Gießhaut in diesem Bereich der Nut fixiert, d.h. dicht an das Trennblech angesaugt. Hierdurch wird die Nut so schmal oder dünn, daß sie in dem fertigen Produkt als saubere Trennnaht in Erscheinung tritt. Die unmittelbare Grenze zwischen den beiden Farben liegt am Boden der Nut und ist nicht sichtbar. Sichtbar ist eine schmale Nut, die wie eine Schattenfuge wirkt.

In den Ansprüchen 2 und 3 sind besondere Ausgestaltungen der beiden Formwerkzeuge unter Schutz gestellt, die insbesondere auf die Ausbildung der die Farben trennende Nut durch den Farbtrennvorsprung und das Trennblech gerichtet sind, an das die Gießhaut im Bereich der Nut angesaugt wird, um hier eine schmale oder dünne "Naht" zu erzeugen.

Im folgenden wird die Erfindung unter Hinweis auf die Zeichnung anhand eines Ausführungsbeispieles näher erläutert.

Es zeigt:

1 eine schematische Ansicht zum Aufsprühen der ersten Farbe in dem ersten Formwerkzeug;

2 eine der 1 entsprechende Ansicht nach dem Aufsprühen der zweiten Farbe;

3 eine den 1 und 2 entsprechende Ansicht, jedoch nach dem Eingießen des Polyurethanmaterials zur Fertigstellung der Gießhaut; und

4 einen schematischen Schnitt als Ausschnitt im vergrößerten Maßstab des zweiten Formwerkzeuges zur Fertigstellung des Formteiles.

In 1 ist das Unterwerkzeug 1 eines ersten Formwerkzeuges dargestellt, das einen Farbtrennvorsprung 2 aufweist, der zwei mit unterschiedlichen Farben zu lackierende Abschnitte trennt. Durch eine Sprühvorrichtung 4 wird die Farbe aufgespritzt. Die erste Farbe ist mit 5 bezeichnet. Der Bereich für die zweite Farbe ist durch eine Abdeckmaske 3 abgedeckt, die diesen zweiten Farbbereich zusammen mit dem Trennvorsprung 2 deutlich abdeckt.

Nach dem Entfernen der Maske 3 kann die zweite Farbschicht 6 aufgespritzt werden (2). Im Bereich des Trennvorsprunges 2 ist ein Oberspray unschädlich, da die erste Farbe 5 bereits aufgebracht wurde.

Im Anschluß daran wird die Gießhaut durch Eingießen des Polyurethanmaterials 7 fertiggestellt (3). Das Ausreagieren geschieht in einer geschlossenen Form, wobei das Oberwerkzeug in 3 nicht dargestellt ist.

Die auf diese Weise hergestellte mehrfarbig lackierte Gießhaut wird aus dem ersten Formwerkzeug mit einer die Farben voneinander trennenden Nut entnommen und wird dann in das zweite Formwerkzeug eingelegt, von dem das Unterwerkzeug 13 in 4 erkennbar ist. In dem Unterwerkzeug 13 befindet sich ein sehr dünnes Trennblech 11. Die Gießhaut wird so aufgelegt, daß dieses Trennblech in der Nut liegt, die durch den Trennvorsprung 2 erzeugt wurde. Nach dem Einlegen der Gießhaut wird bei 12 Unterdruck angelegt, so daß die Gießhaut dicht an das dünne Trennblech 11 angezogen und dort fixiert wird. Die Nut ist dann sehr dünn und schmal, so daß sie in dem Endprodukt einen entsprechend schmalen Spalt bildet, der als saubere Naht in Erscheinung tritt.

Nach dem Einlegen der Gießhaut 7 wird dann das Oberwerkzeug 10 mit dem versteifenden Trägerteil 9 aufgesetzt. Anschließend wird das Polyurethanmaterial zur Herstellung der Schaumschicht 14 eingefüllt. Nach dem Aufschäumen kann das fertige Produkt aus dem zweiten Formwerkzeug entnommen werden, wobei eine saubere und schmale Naht zwischen den beiden Farben 5 und 6 vorhanden ist.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zum Herstellen von Formteilen, insbesondere für die KFZ-Innenverkleidung, bestehend aus einer mehrfarbig lackierten Gießhaut, einem Trägerteil und einer dazwischen liegenden Schaumschicht mit folgenden Verfahrensschritten:

    a) Einsprühen eines ersten Bereiches eines ersten Formwerkzeuges mit einem Farbtrennvorsprung, bei abgedecktem zweiten Bereich mit einer ersten Farbe;

    b) Entfernen der Abdeckung und Einsprühen des zweiten Bereichs mit einer zweiten Farbe;

    c) Eingießen des Polyurethanmaterials für die Gießhaut in beide Bereiche des ersten Formwerkzeuges;

    d) Entformen der mehrfarbig lackierten Gießhaut und Einlegen in ein zweites Formwerkzeug, bei dem ein dünnes Trennblech in der durch den Farbtrennvorsprung erzeugten Nut liegt;

    e) Anlegen von Vakuum zum Fixieren der Gießhaut in dem zweiten Formwerkzeug und an dem dünnen Trennblech;

    f) Schließen des zweiten Formwerkzeuges mit eingelegtem Trägerteil und Eingeben des PU-Materials für die Schaumschicht.
  2. Formwerkzeug zur Herstellung einer mehrfarbig lackierten Gießhaut aus Polyurethanmaterial, insbesondere für KFZ-Innenverkleidungen, insbesondere zur Durchführung der Schritte a bis c des Anspruches 1, gekennzeichnet durch

    einen Farbtrennvorsprung (2) zur Trennung verschiedener Farbberreiche und

    durch eine Abdeckmaske (3) zur Abdeckung des mit der zweiten Farbe (6) zu lackierenden Bereiches.
  3. Formwerkzeug zum Herstellen von Formteilen, insbesondere für die KFZ-Innenverkleidung, bestehend aus einer mehrfarbig lackierten Gießhaut, einem Trägerteil und einer dazwischen liegenden Schaumschicht, insbesondere zur Durchführung der Schritte d bis f des Anspruches 1, gekennzeichnet durch ein dünnes Trennblech 1, das in der durch den Farbtrennvorsprung (2) erzeugten Nut liegt und an dem die mehrfarbig lackierte Gießhaut (5, 6) durch Anlegen von Unterdruck fixiert wird.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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