Die Erfindung betrifft eine Kaltwalzmaschine gemäß dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1 und eine insbesondere für derartige Kaltwalzmaschinen geeignete
Walzstange.
Bei derartigen Kaltwalzmaschinen wird das zu bearbeitende Werkstück
drehbar zwischen zwei Spitzen oder sonstigen Schnellspannvorrichtungen gespannt,
wobei dieser Werkstückspannvorrichtung in der Regel eine Vorschubachse zugeordnet
ist. Die gewünschte Profilierung des Werkstücks erfolgt über zwei sich synchron
gegenläufig bewegende Walzstangen, die gleichzeitig auf das Werkstück auftreffen
und dieses zunächst durch Reibschluß und später durch Formschluß in Drehung versetzen.
Dabei wird der Werkstoff in die Freiräume des Werkzeugs, d. h. der Walzstangen verdrängt.
Üblicherweise nimmt die Höhe des eingeschliffenen Profils der Walzstange im Umformbereich
zu, so daß jeder Zahn der Walzstange etwas tiefer in das Werkstück eingedrückt wird,
als der vorangegangene. Nach Erreichen der vollen Profiltiefe kann sich eine Kallibrierzone
und eine Entspannungszone anschließen, entlang denen die Geometrie und die Oberflächenqualität
des Werkstücks optimiert wird.
Dieses spanlose Kaltformen von Profilen, wie beispielsweise Steckverzahnungen
(gerade oder schräg), Spiralverzahnungen, Ölnuten, Gewinde oder Rändel ist ca. dreißig
mal schneller als die spanabhebende Bearbeitung der Profile. Kaltgewalzte Werkstücke
bieten zudem eine höhere Festigkeit, bessere Oberflächengüte und große Genauigkeit.
In dem Prospekt "Spezialmaschinenprogramm XK" der Anmelderin wird
eine Kaltwalzmaschine vorgestellt, bei der die beiden gegenläufig bewegbaren Walzstangen
in Horizontalrichtung angeardnet sind, während die Werkstückachse ebenfalls in Horizontalrichtung
quer zur Bewegungsrichtung der Walzstangen angeordnet ist. Nachteilig bei dieser
Lösung ist, daß aufgrund der Horizontalanordnung der Walzstangen eine erhebliche
Baubreite der Kaltwalzmaschine erforderlich ist. Diese bekannte Maschine hat des
weiteren einen hydraulischen Antrieb, dessen Hydraulik-Aggregat sehr viel Platz
benötigt.
Dieser Nachteil wird durch eine Kaltwalzmaschine gemäß der WO 99/43454
Al überwunden, bei der die Walzstangen in Vertikalrichtung angeordnet sind, so daß
die Maschine eine erheblich geringere Aufstellfläche erfordert.
Bei Maßkorrekturen am Werkstück kann es erforderlich sein, zum Ausbilden
der vorbestimmten Profiltiefe die Walzstange in Radialrichtung (bezogen auf das
Werkstück) zuzustellen. Diese Zustellung erfolgt manuell über Justierschrauben,
über die die Radialposition der Walzstangen gegenüber dem Werkstück einstellbar
ist. Für diese Nachjustierung muß der Walzvorgang unterbrochen werden, so daß die
Produktivität der Anlage verringert ist.
Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Kaltwalzmaschine
und eine Walzstange zu schaffen, durch die die Stillstandszeiten während der Produktion
verringert sind.
Diese Aufgabe wird hinsichtlich der Kaltwalzmaschine durch die Merkmale
des Patentanspruchs 1 und hinsichtlich der Walzstange durch die Merkmale des Patentanspruchs
10 gelöst.
Erfindungsgemäß wird die Kaltwalzmaschine mit einer Zustelleinrichtung
mit integriertem Zustellantrieb versehen, über die die Walzstangen während des Walzvorganges
in Eingriffsrichtung verstellbar sind. D. h., jeder Walzstange ist eine Zustellachse
zugeordnet, die eine Verstellung der Walzstangen in etwa Radialrichtung mit Bezug
zu dem zu bearbeitenden Werkstück ermöglicht. Durch diese Zustelleinrichtung kann
somit die Profiltiefe während des Walzvorganges verändert werden, so daß beispielsweise
die gewünschte Endprofiltiefe nicht – wie beim Stand der Technik erforderlich
– während einer Vorschubbewegung der Walzstangen, sondern während mehreren
Walzstangenhüben ausbildbar ist, bei denen die Walzstangen in Radialrichtung nachgestellt
werden. Dies ermöglicht es, die Länge der Walzstange zu minimieren, so daß auch
die Abmessungen der Kaltwalzmaschine vergleichsweise gering bleiben.
Bei diesem Reversierbetrieb wird daher das Profil mit mehreren Walzstangenhüben
ausgebildet, während bei den bekannten Maschinen das Profil mit nur einem Hub. gewalzt
werden mußte – es liegt auf der Hand, daß das herkömmliche Verfahren eine
wesentlich größere Belastung für die Maschine und die Walzstangen darstellt.
Da die Profiltiefe erfindungsgemäß über die Zustelleinrichtung bestimmt
wird, können die Walzstangen im Wesentlichen mit gleichbleibender Profiltiefe ausgeführt
werden, so daß deren Herstellung wesentlich einfacher als bei den herkömmlichen
Walzstangen mit in Walzrichtung größer werdender Profiltiefe ist. Die eingangs beschriebenen
Kalibrier- und Entspannungszonen können über kleine Rampen an den Endabschnitten
der Walzstangen ausgebildet werden, wobei der sich zwischen den Rampen erstreckende
Bereich der Walzstangen im Wesentlichen mit gleichbleibender Profiltiefe ausgebildet
ist.
Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist jeder der beiden
Walzstangen jeweils ein Führungsschlitten zugeordnet, der entlang von Schrägführungen
verschiebbar ist. Diese beiden Schrägführungen sind v-förmig zueinander
angestellt, so daß durch Verschieben des Führungsschlittens entlang der zugeordneten
Schrägführung der Radialabstand zwischen Walzstange und Werkstück veränderbar ist.
D. h., die Zustellbewegung erfolgt durch Verschieben der Walzstange entlang der
keilförmig ausgebildeten Schrägführungen, so daß durch Verstellen der Walzstangen
ohne Werkzeugwechsel eine Variation der Zähnezahl, das Walzen von geraden und ungerade
Zähnezahlen, ein positioniertes Walzen und die Qualitätsoptimierung des Profils
durch Teilungskorrektur möglich ist.
Die Zustellbewegung läßt sich besonders präzise ausführen, wenn jedem
Führungsschlitten ein eigener Zustellantrieb, beispielsweise ein Planetenspindelantrieb
zugeordnet ist. Alternativ können auch andere geeignete Antriebe, wie beispielsweise
Zahnstangenantriebe, Kugelgewindeantriebe oder hydraulische Antriebe verwendet werden.
Der Aufbau der erfindungsgemäßen Kaltwalzmaschine läßt sich weiter
vereinfachen, wenn die freien Endabschnitte der entlang der Schrägführungen verschiebbaren
Führungsschlitten über eine Konsole verbunden sind, an der die Antriebe für die
Walzstangenvorrichtung gelagert sind.
Das erfindungsgemäße Konzept läßt sich besonders vorteilhaft bei Kaltwalzmaschinen
einsetzen, deren Walzstangen in Vertikalrichtung angetrieben sind, so daß die Aufstellfläche,
der erfindungsgemäßen Maschine minimal ist. Die Bauhöhe lässt sich durch Antreiben
der Walzstangen in Horizontalrichtung minimieren.
Erfindungsgemäß kann das Werkstück über die Walzstangen übertragenen
Kräfte oder aber über einen eigenen Drehantrieb angetrieben werden, der mit dem
Antrieb der Walzstangen synchronisiert ist.
Bei einer vorteilhaften Variante der Erfindung wird der Umformbereich
des Werkstückes mit Ultraschall beaufschlagt. Durch diesen Ultraschall wird die
Fliesgrenze während des Umformprozesses abgesenkt, so daß die Umformkräfte gegenüber
herkömmlichen Lösungen verringert sind.
Die die Führungsschlitten abstützenden Schrägführungen werden vorteilhafterweise
an zwei beabstandeten Stützschenkeln eines Maschinenbettes abgestützt, wobei diese
beiden Stützschenkel zur Erhöhung der Steifigkeit über Querlaschen verbunden sind.
Sonstige vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand
der weiteren Unteransprüche.
Im folgenden wird ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung
anhand schematischer Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
1 eine schematische Schnittdarstellung
einer erfindungsgemäßen Kaltwalzmaschine;
2 eine geschnittene Draufsicht auf die
Kaltwalzmaschine aus 1 und
3 eine schematische Darstellung einer
Walzstange aus 1.
1 zeigt einen Schnitt durch eine Kaltwalzmaschine
1, bei der zwei Walzstangen 2, 4 in Vertikalrichtung
(mit Bezug zur Aufstellfläche) angeordnet sind, während ein das nicht dargestellte
Werkstück tragender Spindelstock 6 (lediglich angedeutet in 1)
in Horizontalrichtung, d. h. parallel zur Auflagefläche angeordnet ist. Das Werkstück
ist in diesem Spindelstock 6 drehbar gelagert, wobei über einen nicht dargestellten
NC-Antrieb, beispielsweise zur Zu- oder Abführung des Werkstücks aus dem Bearbeitungsbereich,
vor oder nach dem Walzvorgang, eine Verschiebung in Axialrichtung (senkrecht zur
Zeichenebene) möglich ist. Die Ausgestaltung des Spindelstockes mit einer Pinole
und einer hinteren Zentrierspitze unterscheidet sich im wesentlichen nicht von üblichen
Lösungen, so daß hinsichtlich weiterer Details der Einfachheit halber auf den eingangs
genannten Prospekt der Anmelderin verwiesen sei.
Durch die erfindungsgemäße Kaltwalzmaschine lassen sich eine Vielzahl
von Profilen, beispielsweise Kerbverzahnungen, Gewinde, Laufverzahnungen, Ölnuten,
Ringnuten, Rändel oder sonstige Sonderformen auch im Reversierbetrieb ausbilden.
Die Steuerung der Kaltwalzmaschine 1 ist gemäß
2 in seitlich angeordneten Schaltschränken
7 untergebracht. Dieser äüßerst kompakte Aufbau mit minimaler Aufstellfläche
ermöglicht es, die Kaltwalzmaschine 1 als sogenannte Hakenmaschine auszuführen,
die praktisch als funktionsfähige Einheit vormontiert und geliefert wird.
Die dargestellte Kaltwalzmaschine 1 hat einen aus Mineralguß
hergestellten Unterbau, der zwei nach oben (Ansicht nach 1)
vorstehende Stützschenkel 10, 12 hat. Diese haben jeweils eine
stufenförmige Ausnehmung mit einer in 1 sichtbaren
Horizontalstützfläche 14 und einer Vertikalstützfläche (2)
16, an der eine die beiden Stützschenkel 10, 12 überstreckende
Brückenkonstruktion 18 abgestützt ist. Diese ist in 2
geschnitten dargestellt und enthält im Wesentlichen die Führungen und Antriebe für
die Reziprokbewegung der Walzstangen 2, 4.
Die die Walzstangen 2, 4 tragende Brückenkonstruktion
18 hat jeweils einen an den Stützschenkeln 10, 12 befestigten
Stützkörper 20, 22, der im Wesentlichen aus einer Guß-Tragkonstruktion
24 besteht, die mit einer Mineralgußfüllung ausgeführt ist.
Wie insbesondere 2 entnehmbar ist, sind
die beiden Stützkörper 20, 22 über eine hintere Querlasche
26 und eine vordere Querlasche 28 miteinander verbunden, die den
Bereich zwischen den beiden Stützschenkeln 10, 12 überstrecken.
Die Endabschnitte der vorderen Querlasche 28 sind an der durch die Horizontalstützfläche
14 und die Vertikalstützfläche 16 gebildeten Auflageflächen der
Stützschenkel 10 bzw. 12 befestigt. Beide Querlaschen
26, 28 haben jeweils eine Ausnehmung 30, 32,
durch die hindurch das Werkstück mit den zugehörigen Spanneinrichtungen des Spindelstocks
6 (angedeutet in 2) in den Bearbeitungsbereich
führbar sein kann.
Wie des Weiteren insbesondere 2 entnehmbar
ist, sind an den gegenüberliegenden Stirnflächen der beiden Stützkörper
20, 22 bzw. der Guß-Tragkonstruktion 24 eingegossene
Schrägbahnführungen 34, 36 in Form von Flachbahnführungen aus
Kunststoff ausgebildet, die sich durch eine geringe Reibung, hohe Genauigkeit, lange
Lebensdauer sowie ein optimales Dämpfungsverhalten auszeichnen. Entlang dieser Schrägbahnführungen
34, 36 ist jeweils ein Führungsschlitten 38,
40 geführt, der im Anlagebereich an die beiden Stützkörper 20,
22 mit Führungsschenkeln ausgeführt ist, die die Schrägbahnführung
34, 36 umgreifen. Die Festlegung der Führungsschlitten
38, 40 in Querrichtung (1) erfolgt
über eine Gegenführung 42, die die Seitenflächen der Flachbahnführung
36 hintergreifen.
Wie insbesondere aus 1 entnehmbar ist,
sind die beiden Stirnflächen der Schrägbahnführungen 34, 36 v-förmig
gegeneinander angestellt, so daß sich deren Abstand zur Aufstellfläche hin verringert.
Der Anstellwinkel jeder Flachbahnführung 34, 36 kann beispielsweise
3° betragen.
Die Axialverschiebung der beiden Führungsschlitten 38,
40 erfolgt jeweils über einen NC-Antrieb 44, der beispielsweise
als Planetenspindelantrieb mit Servomotor 50 ausgeführt sein kann. Dabei
ist jeweils eine Spindelmutter 46 drehbar im Stützkörper 22 bzw.
24 gelagert, während die Planetenspindel 48 in einer Konsole des
Führungsschlittens 38 bzw. 40 gelagert und über einen Zahnriemen
mit dem Servomotor 50 verbunden ist. Je nach Drehrichtung des Servomotors
50 wird die Planetenspindel 48 durch die feststehende Spindelmutter
46 in Drehung versetzt und diese als Axialverschiebung auf die Führungsschlitten
38, 40 übertragen, so daß diese entlang der Schrägbahnführungen
34 bzw. 36 verschoben werden.
Die von den Schrägbahnführungen 34, 36 entfernten
Stirnflächen des Führungsschlittens 38, 40 verlaufen parallel
zur Vorschubachse der beiden Walzstangen 2, 4, so daß die Führungsschlitten,
38, 40 in der Darstellung gemäß 1
einen etwa keilförmigen Querschnitt aufweisen. Die den Walzstangen 2,
4 zuweisenden Stirnflächen der Führungsschlitten 38,
40 sind ebenfalls als Führungen 52, 54 ausgebildet, entlang
denen Schlitten 56, 58 geführt sind, auf denen die Walzstangen
2, 4 befestigt sind.
Die Führungen 52, 54 sind ebenfalls wieder als eingegossene
Flachbahnführungen ausgeführt und entsprechen hinsichtlich des Aufbaus im Wesentlichen
den Schrägführungen 34, 36. D. h., die Schlitten 56,
58 tauchen mit ihrer Stirnfläche in eine u-förmige Ausnehmung des zugeordneten
Führungsschlittens 38, 40 ein, wobei diese Ausnehmung als Gleitführung
ausgebildet ist. Die Festlegung der Schlitten 56, 58 am zugeordneten
Führungsschlitten 38, 40 erfolgt über eine Gegenführung
60.
Die sich in 1 über die beiden Stützschenkel
10, 12 hinaus erstreckenden Endabschnitte der beiden Führungsschlitten
38, 40 haben je eine Konsole 62, in der je ein NC-Antriebe
64, 66 gelagert ist. Diese haben praktisch den gleichen Aufbau
wie der Antrieb 44 für die Führungsschlitten 38, 40.
D. h., eine Planetenspindel 48 ist (hier über einen Zahnriemen
68) (2) mit einem Servomotor 50 verbunden
und drehbar in der Konsole 62 gelagert. Die mit der Planetenspindel
48 zusammenwirkende Spindelmutter 46 ist drehfest in jeweils einem
Schlitten 56, 58 gelagert, so daß bei einer Rotation der Planetenspindel
48 die Spindelmutter 46 und der damit verbundene Schlitten
56 bzw. 58 entlang der Führung 52 bzw. 54 verschoben
wird. Die Planetenspindel 48 durchsetzt dabei eine Innenbohrung des zugeordneten
Schlittens 56, 58. Die beiden NC-Antriebe 64,
66 werden derart angetrieben, daß die beiden Walzstangen 2,
4 in die gegenläufig synchronisierten Bewegungen versetzt werden.
3 zeigt eine schematisierte Darstellung
einer Walzstange 2, wie sie bei der erfindungsgemäßen Kaltwalzmaschine
1 gemäß 1 einsetzbar ist.
Diese Walzstange 2 wird in herkömmlicher Weise aus gehärtetem
und geschliffenem Kaltarbeitsstahl hergestellt und trägt eine Profilierung
70, dessen Profiltiefe 5 entlang eines Bereiches T im Wesentlichen
gleichbleibend ist. An den beiden Endabschnitten der Profilierung 70 sind
Rampen 72 ausgebildet, deren Länge U wesentlich geringer als die Länge
T mit gleichbleibender Profilierung 70 ist. Aufgrund der im Wesentlichen
gleichbleibenden Profilierung läßt sich die in 3 dargestellte
Walzstange wesentlich einfacher als herkömmliche Walzstangen herstellen, bei denen
die Profiltiefe im Bereich T variabel ist. Auch das Nachschleifen der in
3 dargestellten Walzstange ist aufgrund
der im wesentlichen gleichbleibenden Profiltiefe wesentlich einfacher als bei den
herkömmlichen Lösungen.
1 zeigt die Grundposition der Kaltwalzmaschine
1, in der sich der Schlitten 58 in seiner oberen und der Schlitten
56 in seiner unteren Endposition befindet. In dieser Grundposition sind
die beiden Führungsschlitten 38, 40 über die NC-Antriebe
44 in ihre obere Endposition gefahren, so daß der Abstand zwischen den
Walzstangen 2, 4 maximal ist (minimale Profiltiefe). In dieser
Grundposition wird das Werkstück über den Spindelstock 6 in seine Bearbeitungsposition
zwischen den beiden Walzstangen 2, 4 gebracht.
Anschließend werden die beiden NC-Antriebe 64,
66 synchron und gegenläufig angesteuert, so daß die beiden Walzstangen
2, 4 gegenläufig auf das Werkstück auflaufen und dieses durch
Reib- und Formschluß in Drehung versetzten, wobei durch den Eingriff zwischen Werkstück
und den beiden Walzstangen 2, 4 der Umformvorgang erfolgt. Die
Profiltiefe kann dabei durch eine synchrone Verschiebung der beiden Führungsschlitten
38, 40 entlang den Schrägflächen 34, 36 eingestellt
werden, wobei die maximale Profiltiefe während eines Hubes der Walzstangen
2, 4 oder während mehrerer aufeinanderfolgender Hübe (auch im
Reversierbetrieb) ausgebildet wird. Durch geeignete Neigung der Schrägführung
34, 36 und entsprechendem Hub der NC-Antriebe läßt sich beispielsweise
eine Profiltiefe von bis zu etwa 5 mm herstellen. Der Walzprozeß wird ständig überwacht,
so daß der Walzvorgang durch variable Geschwindigkeitsprofile sowohl für den Vorschub
der Führungsschlitten 34, 36 als auch der Schlitten
56, 58 optimierbar ist.
Durch die über die Brückenkonstruktion 18 miteinander verbundenen
Stützschenkel 10, 12 ist eine äußerst steife Maschinenkonstruktion
gewährleistet, wobei der Mineralguß Unterbau 8 und die mineralgußgefüllten
Stützkörper 20, 22. eine wesentlich bessere Dämpfung als herkömmliche
Konstruktionen bewirken. Der Mineralgußunterbau ermöglicht es, alle Versorgungselemente
zu integrieren, wobei nach dem Gießen des Unterbaus praktisch keine zusätzliche
Bearbeitung erforderlich ist.
Die vertikale Ausrichtung der Walzstangen 2, 4 vereinfacht
die Kühlmittelabfuhr gegenüber der im Prospekt der Anmelderin offenbarten Lösung
erheblich.
Anstelle der genannten Planetenspindelantriebe können selbstverständlich
auch andere geeignete Antriebe, wie beispielsweise Kugelgewindetriebe, Zahnstangenantriebe
oder hydraulische Antriebe verwendet werden. Der Unterbau kann in Abweichung vom
vorbeschriebenen Ausführungsbeispiel auch in herkömmlicher Weise durch eine Schweiß-
oder Gußkonstruktion gebildet sein.
Die Verstellbarkeit der Führungsschlitten 38, 40
ermöglicht es des Weiteren, während des Walzvorganges eine Teilungskorrektur durchzuführen,
so daß die Walzqualität gegenüber herkömmlichen Lösungen mit Walzstangen erheblich
verbessert ist. Anstelle der beschriebenen Gleitführung könnten alternativ auch
herkömmliche, nicht kunststoffbeschichtete Gleitführungen, Wälzführungen, beispielsweise
Rollenschuhe oder Flachkäfigführungen verwendet werden, die jedoch sowohl hinsichtlich
der Tragzahlen als auch der Kosten ungünstiger als die abgeformten Führungsbahnen
sind.
Bei dem vor beschriebenen Ausführungsbeispiel wird das Werkstück durch
den Eingriff mit den Walzstangen 2, 4 angetrieben. Bei einer alternativen
Variante kann dem Werkstück ein eigener Drehantrieb zugeordnet werden, der mit den
NC-Antrieben 64, 66 der Walzstangen synchronisiert ist, so dass
der Hub der Walzstangen 2, 4 mit der Drehung des zu walzenden
Werkstückes synchronisiert ist.
Die Umformkräfte lassen sich herabsetzen, wenn der gewalzte Bereich
des Werkstückes mit Ultraschall beaufschlagt wird. Für diese Ultraschallbeaufschlagung
kann ein geeigneter Ultraschallkopf in die Kaltwalzmaschine integriert werden. Eine
weitere Möglichkeit besteht darin, die Drehbewegung des Werkstückes während des
Walzvorganges mit Ultraschallschwingungen zu überlagen. Dies könnte beispielsweise
dadurch erfolgen, dass der vorbeschriebene Drehantrieb für das Werkstück eine Drehbewegung
erzeugt, die mit hochfrequenten Ultraschallschwingungen geringer Amplitude überlagert
ist. Durch die Schwingungsbeinflussung des Umformprozesses lassen sich die Umformkräfte
während des Walzvorganges verringern, so dass eine Erhöhung der Prozessgeschwindigkeit
ermöglicht ist. Aufgrund der Herabsetzung der Fliesgrenze können auch nach konventionellen
Methoden schwer umformbare Materialien kaltgewalzt werden.
Offenbart ist eine Kaltwalzmaschine, bei der die Walzstangen vorzugsweise
in Vertikalrichtung angeordnet sind und über eine Zustelleinrichtung während des
Walzvorganges in Radialrichtung mit Bezug zum zu bearbeitenden Werkstück verstellbar
sind.
1- Kaltwalzmaschine
2, 4- Walzstange
6- Spindelstock
7- Schaltschrank
8- Unterbau
10, 12- Stützschenkel
14- Horizontalstützfläche
16- Vertikalstützfläche
18- Brückenkonstruktion
20, 22- Stützkörper
24- Guß-Tragkonstruktion
26- hintere Querlasche
28- vordere Querlasche
30, 32- Ausnehmungen
34, 36- Schrägführungen
38, 40- Führungsschlitten
42- Gegenführung
44- NC-Antrieb
46- Spindelmutter
48- Planetenspindel
50- Servomotor
52, 54- Führungen
56, 58- Schlitten
60- Klemmkörper
62- Konsole
64, 66- NC-Antriebe
68- Zahnriemen
70- Profilierung
72- Rampe