Die Erfindung bezieht sich auf ein Fotofinishing-System und -Verfahren
und insbesondere auf ein automatisiertes Fotofinishing-System und -Verfahren für
die Verwaltung und Verarbeitung von Audio- und Bilddaten.
Der verstärkte Einsatz von Computern in vielen Bereichen der Fotografie
schafft die Möglichkeit, Kunden ein höheres Service-Niveau anzubieten. Viele Kunden
ziehen es oftmals vor, Bilder mit herkömmlichen Fotosystemen für Papierbilder aufzunehmen,
während andere Filmkameras, Camcorder oder moderne Digitalkameras bevorzugen. Mit
den sich verändernden Formen der Kommunikation werden neue Arten der Verwendung
von Bildern immer beliebter. Üblich ist es beispielsweise, e-Mails mit Bildern und
zugehörigem Ton über das Word Wide Web zu versenden, Bilder mittels elektronischer
Darstellung gemeinsam zu betrachten (Fernsehen), Bilder elektronisch zu bearbeiten
und Bilder für die spätere Wiederverwendung zu archivieren.
Bei den vorstehend beschriebenen Verwendungsformen von Bildern muss
der Benutzer normalerweise viel Zeit für die richtige Verarbeitung der Bilder aufwenden.
Viele Benutzer haben aber oftmals nicht die Zeit, die verschiedenen zur Verfügung
stehenden Möglichkeiten der Verwendung von Bildern umfassend zu erkunden und für
sich zu nutzen. Trotz der neuen Möglichkeiten der Bildverarbeitung kommen die Kunden
deshalb unter Umständen nicht in den Genuss dieser Chancen. Um die mit der Benutzung
und Verwaltung der Bilder verbundene Mühe zu erleichtern, wäre daher ein stärker
automatisiertes System für die Verarbeitung von Kundenbildern höchst erwünscht.
Es wurden bereits verschiedene Fotosysteme mit im Film integrierten
Medien zum Aufzeichnen von Daten beschrieben, die jedoch fortschrittliche Fotofinishing-Techniken
erfordern. Ein Vorschlag von Bell et al. in US-A-5 276 472 beschreibt einen Film
mit einer integrierten Magnetschicht zum Speichern zusätzlicher Daten, etwa Tondaten.
Während der Filmverarbeitung werden die Tondaten magnetisch ausgelesen und für die
spätere Wiedergabe beim Betrachten der Prints auf die Prints geschrieben.
Dem vorstehend beschriebenen Bell-Fotosystem ähnliche Vorschläge werden
von Stoneham (US-A-5 363 158), Cocca (US-A-5 363 157), Norris (US-A-5 521 663) und
Hawkins et al. (US-A-5 389 989) offenbart. Diese Patente beschreiben Kameras, die
sowohl herkömmliche Bilder als auch Audiodaten aufzeichnen. Die Kameras enthalten
generell ein optisches Aufzeichnungsmodul, mit dessen Hilfe Daten, etwa Audiodaten,
als latentes Bild auf dem Film aufgezeichnet werden können. Dies geschieht zusätzlich
zur normalen Erfassung der herkömmlichen Bilder, die durch den Durchtritt von Umgebungslicht
durch die Optik der Kamera ausgebildet werden. Normalerweise weist das optische
Aufzeichnungsmodul eine LED-Kolonne zum Aufbelichten digitaler Daten auf den Film
auf. Die Audiodaten werden unmittelbar neben den einzelnen erfassten Bildern aufgezeichnet
oder aber zwischengespeichert und erst nach dem Erfassen aller Bilder auf dem Film
aufgezeichnet.
Bei einer fortschrittlichen Fotofinishing-Technik zur Verarbeitung
von APS-Film kann eine APS-Kamera zum Erkennen, dass Audiodaten erfasst wurden,
APS IX-Magnetdatenspuren zur Hilfe nehmen. Dadurch erhält der Fotofinisher bei der
Verarbeitung AudioBild-Korrelationsdaten. Fotofinishing-Systeme, die magnetisch
codierte Information für das Fotofinishing-Verfahren auslesen können, sind bekannt.
Zum Beispiel zeigt Huot (US-A-5 546 196) ein System zum Einsatz in einer Fotofinishing-Station,
in der fotografische Prints von Bildern fotografischer Bildfelder erzeugt werden.
Das System erlaubt der Station die Verarbeitung eines einen magnetischen Filmstreifen
aufweisenden Filmstreifens und umfasst einen digitalen Scanner zum Erzeugen von
Bildsignalen der abgetasteten Bildfelder, ein magnetisches Lesemodul zum Erzeugen
von den gelesenen magnetischen Filmstreifen betreffenden Datensignalen und eine
mit dem digitalen Scanner und dem digitalen Lesemodul kommunizierende Verarbeitungsvorrichtung,
die die Bild- und Datensignale für die Verwendung in der Fotofinishing-Station anpasst.
Außerdem ermöglicht es das System durch Nachrüsten vorhandener Ausrüstungen, mit
vorhandenen Fotofinishern Magnetstreifen auf dem Film zu lesen, Tiefen-Prints zu
erzeugen und Negative automatisch zu klassifizieren. Lösungen, die es einem Fotofinisher
gestatten, Bilder plus Daten, etwa Audio-Daten, aufweisende Filme zu verarbeiten
und zu verwalten, wurden bisher jedoch noch nicht wirklich beschrieben.
Vorgeschlagen wurden auch Fotosysteme, die vom Film getrennt vorliegende
Audiodaten integrieren. Ein derartiges Zwei-Medien-System ist in US-A-5 128 700,
erteilt an Inoue, beschrieben. Dieses Fotosystem verwendet eine Kamera, die sowohl
mit Film als auch mit einer Speicherkarte arbeitet. Der Film erfasst Bilder, während
die Speicherkarte Audiodaten aufzeichnet. In der Praxis bleiben die beiden Medien
im Besitz des Fotografen, der dafür sorgen muss, dass die Audiodaten nicht mit den
falschen Bildern gemischt werden. Das Fotofinishing erfolgt bei diesem Fotosystem
mit herkömmlichen Verfahren.
Nach der Bearbeitung werden die Prints an den Kunden zurückgegeben,
der zum Betrachten der Prints und zum gleichzeitigen Anhören ihrer Audiodaten die
fertigen Prints und die Datenspeicherkarte in ein besonderes Wiedergabegerät
einlegt. Bei dieser Lösung werden also fortschrittliche Fotofinishing-Leistungen
weder ermöglicht noch verlangt. Es besteht daher ein Bedarf an einem Fotofinishing-System
und -Verfahren zum Verwalten und Organisieren der mit den Bildern auf demselben
Speichermedium integrierten Audiodaten. Dies ist der Fall bei gemeinsam auf einem
Film aufgezeichneten Bildern und Audiodaten und bei Datenströmen digitaler Bilder,
die zusammen mit aus digitalen Bildquellen stammenden Bilddaten übertragen werden.
Außerdem besteht ein Bedarf an einem Fotofinishing-System und -Verfahren zum Verwalten
und Organisieren von Gruppen von Fotofinishing-Aufträgen, so dass ein integriertes
Bild- und Ton-Produkt entsteht. Das erfindungsgemäße System und Verfahren erfüllt
diesen Bedarf.
Das erfindungsgemäße Fotofinishing-System und -Verfahren ermöglicht
die effektive Verwaltung von Bildern und zugehörigen Daten, die aus den unterschiedlichsten
Eingabe-Quellen stammen. Außerdem wird dadurch auch das automatische Erstellen von
Kunden-Aufträgen für eine Vielzahl von Ausgabemedien und -formaten ermöglicht.
Um die vorstehend beschriebenen Vorteile zu erreichen, umfasst die
Erfindung gemäß einer Ausführungsform ein Fotofinishing-System gemäß einem der Ansprüche
1 bis 8.
Bei einer anderen Ausführungsform umfasst die Erfindung ein Fotofinishing-Verfahren
gemäß einem der Ansprüche 9 oder 10.
Die Erfindung wird im Folgenden anhand eines in der Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispiels näher erläutert.
Es zeigen:
1 ein Blockdiagramm eines Fotofinishing-Systems
gemäß einer Ausführungsform der Erfindung;
1A eine Rückansicht einer erfindungsgemäßen
Eingabe-Quelle;
2 ein Blockdiagramm der Verfahrensschritte
eines Fotofinishing-Verfahrens gemäß einer Ausführungsform der Erfindung;
3 ein Blockdiagramm bestimmter Verfahrensschritte
des Verfahrens gemäß 2;
4 ein Blockdiagramm bestimmter Verfahrensschritte
des Verfahrens gemäß 2;
5 ein schematisches Diagramm eines fotografischen
Filmstreifens mit latenten Bilddaten;
6 ein Blockdiagramm besonderer Verfahrensschritte
bei der Verarbeitung der latenten Bilddaten gemäß 5;
7 eine grafische Darstellung der Anzahl
der Schreibelemente in Abhängigkeit von der Filmdichte;
8 eine Vergleichstabelle zur Verwendung
in Verbindung mit den Schritten gemäß 6;
9 eine grafische Darstellung der durchschnittlichen
Filmdichte, sortiert nach Tonstärke, in Abhängigkeit vom Analog/Digital-Roh-Codewert;
10 ein Blockdiagramm besonderer Verfahrensschritte
des Verfahrens gemäß 2:
11A und 11B
Seiten einer mit den Schritten gemäß 10 erstellten
Vergleichstabelle;
12 ein Blockdiagramm bestimmter Verfahrensschritte
des Verfahrens gemäß 2;
13 eine mit den Schritten gemäß
12 erstellte Vergleichstabelle;
14A und 14B
Seiten einer mit den Schritten gemäß 12 erstellten
Vergleichstabelle;
15A und 15B
Seiten einer Vergleichstabelle ähnlich 14A und
14B;
16 eine mit den Schritten gemäß
12 erstellte Betrachtungs-Menüseite;
17 ein Blockdiagramm bestimmter Verfahrensschritte
des Verfahrens gemäß 2;
18 ein Blockdiagramm bestimmter Verfahrensschritte
des Verfahrens gemäß 2; und
19A und 19B
repräsentative Ausgabeergebnisse der Schritte gemäß 18.
In 1 ist das allgemein mit
20 bezeichnete erfindungsgemäße Fotofinishing-System als automatische und
integrierte Einrichtung zur Ausführung von Fotofinishing-Leistungen dargestellt.
Das System weist einen Order-Manager 22 auf zum Steuern der Verarbeitung
von bei einer Eingabe-Schnittstelle 30 eingehenden Eingabedaten in der
Weise, dass die mehrformatigen Daten in einen digitalen Datenstrom eines einheitlichen
Formats umgewandelt werden. Eine Datenanalysevorrichtung 36 trennt und
klassifiziert die verschiedenen Datenarten, um sie durch eine Ausgabe-Schnittstelle
40 entsprechend den vom Order-Manager erhaltenen Instruktionen zusammenzuführen.
Ferner ist in 1 zu erkennen, dass der
Order-Manager 22 mit einer Vielzahl von Kundenauftrags-Quellen, unter anderem
mit mit digitalen Kameras verbundenen Telekommunikationsnetzwerken, entfernten Order-Stationen,
Computern und Scannern, zum Lesen der zu den Filmrollen und anderen Speichermedien
gehörenden Auftrags-Versandtaschen verbunden ist.
Die Eingabe-Schnittstelle 30 empfängt zusammen mit dem Order-Manager
22 Eingabe-Bilddaten und -Audiodaten von einer Vielzahl möglicher Quellen
und in unterschiedlichen Formaten. Beispiele dieser Quellen sind unter anderem herkömmlicher
fotografischer Film 23, APS-Film, Kamerafilm mit auf integrierten Medien
vorhandenen Daten, die von einem IX-Medienleser 25 gelesen werden, und
digitale Bild- und Audiodaten von elektronischen Stehbildkameras (ESC)
26 oder Hybridkameras mit Audiodaten auf separaten Medien, die in gleicher
Weise abgerufen werden. Außerdem sind Daten von Video- und Audio-Kassetten
33 und 35 sowie Audio-CDS 17, Photo-CDS 39 und
BildDisks 41 möglich.
Gemäß 1A weist eine bevorzugte Eingabequelle,
die sich besonders für den Einsatz in Verbindung mit der vorliegenden Erfindung
eignet, eine Kamera 43 auf, deren Gehäuse 45 eine Rückwand für
die Montage von Knöpfen 47 und 49 mit der Bezeichnung "Serien-Verknüpfung"
und "Leitbild-Wahl" aufweist. Eine auf der Rückwand unterhalb eines Suchers
53 vorgesehene LCD 51 unterrichtet den Benutzer über die Bildnummer
und den Audio-Status. Neben der LCD ist ein Mikrophon 55 zur Aufnahme von
die aufgenommenen Bilder betreffenden Audiosignalen vorgesehen.
Mittels eines Filmdigitalisierers 26, eines Video/Audio-Digitalisierers
28 und Pufferspeichern 29 und 31 werden die einzelnen
Datensätze in einen digitalen Datenstrom umgewandelt. Die Ausgabe der Eingabe-Schnittstelle
speist eine digitale Datenstrom-Speichereinheit 34, wo die Daten des Datenstroms
in einem Massenspeicher mit relativ hohen Burstraten gespeichert werden.
Um aus dem gespeicherten Datenstrom sinnvolle Datendateien zu erzeugen,
werden die von der Datenstrom-Speichereinheit 34 kommenden Eingabedaten
mittels der Datenanalysevorrichtung 36 verarbeitet. Die Datenanalysevorrichtung
trennt die Daten in eine Vielzahl von Datentypen, erstellt Decodier- und Kalibrier-Datensätze
und erzeugt in einer digitalen Datendatei-Speichereinheit 34 interpretierte
digitale Bild- und Audio-Dateien. Die Datendatei-Speichereinheit weist einen Zwischenspeicher
für formatierte digitale Dateien für die Dauer ihrer Organisation zur Ausgabe auf.
Die Ausgabe-Schnittstelle 40 weist eine Vielzahl von Modulen
auf, die Bild- und zum Beispiel Audio-Daten entsprechend den vom Order-Manager
22 erhaltenen Anweisungen organisieren. Eine automatische Organisiereinheit
42 der Ausgabe-Schnittstelle beginnt mit der ersten Zusammenstellung und
Organisation von Daten zum Erzeugen eines organisierten Bildsatzes. Am Ausgang der
Organisiereinheit befindet sich eine automatische Aufbaueinheit, die den organisierten
Datensatz empfängt und die erforderliche Formatierung und Codierung für das betreffende
Ausgabemedium vervollständigt. Aufgrund der Formatierung und Codierung durch die
Aufbaueinheit zeichnet eine Medien-Aufzeichnungsvorrichtung 46, etwa eine
Aufzeichnungsvorrichtung für digitalen Film, Papier oder CD, die Bilddaten auf dem
betreffenden Ausgabemedium auf.
Die Funktion des erfindungsgemäßen Fotofinishing-Systems läuft entsprechend
den in den einzelnen vorstehend beschriebenen Einheiten ausgeführten und in
2–4 dargestellten
Schritten ab, die das erfindungsgemäße Verfahren definieren.
Gemäß 2 gehen bei dem Verfahren generell
zunächst im Schritt 50 Aufträge auf Gruppen von Bildern bei dem Order-Manager
22 zusammen mit Filmrollen oder elektronischen Dateien ein. Der Gruppen-Auftrag
kann einen speziellen Code – im Folgenden Mischcode genannt – enthalten,
mittels dessen die verschiedenen Bildergruppen und ihre Daten, etwa Audio-Daten,
zusammengeführt werden können. Im Schritt 52 werden in der Eingabe-Schnittstelle
etwaige nicht digitale Bild- und Audio-Daten in einen digitalen Datenstrom eines
einheitlichen Formats umgewandelt. Dem Umwandlungsschritt folgt das Sammeln der
dem Bildinhalt zugeordneten digitalen Daten durch die Eingabe-Schnittstelle
30, etwa Bild- und Audio-Daten im Schritt 54. Gegebenenfalls sind
weitere Daten, zum Beispiel in Form von Audiodaten, in der Filmrolle oder der elektronischen
Datei enthalten. Die Datenanalysevorrichtung 36 führt im Schritt
56 eine Interpretation und Klassifizierung der Daten durch, um diese ordnungsgemäß
zu trennen oder zu reduzieren.
Nach dem Interpretationsschritt wird der Bild- und Dateninhalt dann
im Schritt 56 automatisch zusammengeführt und im Schritt 58 mittels
der automatischen Organisationseinheit 42 jeweils für einen speziellen
Kunden oder eine Gruppe von Kunden, die den gleichen Mischcode übermittelt haben,
gemeinsam verarbeitet. Im Schritt 60 wird die Entsprechung zwischen digitalen
Bildern und digitalen Datendateien, einschließlich Audiodaten, hergestellt. Dann
werden die Bild- und Audiodateisätze automatisch sortiert. Zuletzt werden sie im
Schritt 62 durch die automatische Aufbaueinheit 44 für einen ausgewählten
Ausgabepfad formatiert.
Insbesondere in 2 und 3
ist zu erkennen, dass der Auftrags-Eingangsschritt 50
(2) des Order-Managers 22 mehrere Teilschritte
umfasst, die die Gesamtfunktionalität des Order-Managers definieren. Der Order-Manager
wechselt ab zwischen der Prüfung auf neue eingehende Aufträge im Schritt
70 und der Verwaltung des Arbeitsflusses zuvor eingegangener Aufträge zwischen
den peripheren Geräten im Schritt 76. Geht ein neuer Auftrag ein, wird
die Anforderung im Schritt 72 für das Kapazitätsmanagement katalogisiert.
Dieses Katalogisieren umfasst gegebenenfalls die Feststellung des Kunden-Namens,
seiner Anschrift, der angeforderten Leistungen, der Auftrags-Identifikations-Nummer,
des Mischcodes, Bildstatus und dergleichen. Je nach den angeforderten Leistungen
erstellt der Order-Manager eine Arbeitsfluss-Folge, die dann den Gesamtablauf des
Fotofinishingprozesses lenkt. Dabei werden die einzelnen Schritte der Reihe nach
abgearbeitet. Im Schritt 74 wird dann eine Datendatei-ID und eine Eingabeport-ID
an die digitale Datendatei-Speichereinheit 34 übermittelt, die die Dateneingabe
empfängt.
Die peripheren Einheiten, etwa die Datenanalysevorrichtung, informieren
den Order-Manager im Schritt 76, wenn sie sich im Wartezustand befinden.
Falls der Order-Manager keine neuen eingehenden Aufträge feststellt, verteilt er
dann die Arbeitslast zwischen den wartenden peripheren Geräten. Im Wartezustand
erhalten die peripheren Geräte ihren nächsten Auftrag in der Weise, dass zunächst
im Schritt 78 der Auftragsstatus im Arbeitsauftragskatalog fortgeschrieben
und dann im Schritt 80 der nächste Fotofinishingprozess eingeleitet wird.
Dann wird im Schritt 82 festgestellt, ob der Auftrag komplett ist; hierzu
werden die für den betreffenden Auftrag im Arbeitsauftragskatalog noch verbleibenden
Schritte überprüft. Ist keine Verarbeitung erforderlich, wurde der Auftrag ausgeliefert,
und die Daten werden im Schritt 84 aus dem Katalog entfernt, und der Order-Manager
22 schließt jetzt seine Arbeit für diesen betreffenden Auftrag ab. Ist
der Auftrag noch nicht abgeschlossen, werden die vorstehend beschriebenen Schritte,
beginnend mit Schritt 70, bis zum Abschluss des Auftrages wiederholt.
Wie in 2 und 4
zu erkennen ist, beinhalten die Umwandlungs- und Sammelschritte 52 und
54 (3) zunächst die Benachrichtigung des Order-Managers,
dass ein neuer Datenstrom zur Verarbeitung bereitsteht, dann das Erstellen eines
Datei-Kennzeichens im digitalen Datenstromspeicher, das Sammeln der an der Eingabequelle
über die Eingabe-Schnittstelle 30 im Schritt 94 eingehenden Eingabedaten
und das Speichern der gesammelten Daten.
Gemäß 4 wird zur Fortsetzung des erfindungsgemäßen
Verfahrens im Umwandlungsschritt 52 ein Digitalisierer 27 oder
28 eingesetzt, um nicht digitale Datenformate in einen digitalen Datenstrom
umzuwandeln. Wenn die Datenquelle digitale Daten erzeugt, ist der Umwandlungsschritt
natürlich unnötig. Im Schritt 96 wird für den Datenstrom eine Datei-ID/ein
Lokalisier-Index erstellt. Danach wird im Schritt 98 ein vorgegebener Eingabeport
aktiviert, so dass der Datenstrom empfangen und im Schritt 100 in der Speichereinheit
als Datei gespeichert werden kann. Bei Eingang eines Dateiende-Markers wird der
Status der Datendatei im Schritt 102 dann mit dem Order-Manager
22 aktualisiert.
Wenn kein Datenstrom bereitsteht, stellt der Order-Manager
22 fest, ob die Datenanalysevorrichtung 36 aktiv ist. Wenn nicht,
aktiviert der Order-Manager die Datenanalysevorrichtung, so dass diese mit der Verarbeitung
eines bestimmten Datenstroms beginnt. Wenn die Speichereinheit im Schritt
104 eine Datenanalyseanforderung empfangen hat, stellt sie dann im Schritt
106 den Index anhand der Auftragsdatei-ID fest und gibt den bezeichneten
Datenstrom im Schritt 108 an die Datenanalysevorrichtung weiter. Wurde
keine Analyseanforderung empfangen, teilt die Speichereinheit dem Order-Manager
mit, dass sie sich in Wartestellung befindet, und schaltet zum Schritt
94 zurück.
5 zeigt eine schematische Darstellung
eines Beispiels eines von mehreren komplexen Datenformaten, die auf Film erfasst
und mit Hilfe der Erfindung effizient verarbeitet werden können. Der Film weist
eine Vielzahl von Datenfeldern A, B, C, D und E auf, mit deren Hilfe dem Fotofinishing
digitale Daten robust als latentes Bild übermittelt werden können. Das erste Feld
A enthält eine zweistufig codierte Daten-Startmarkierung, die anzeigt, dass es sich
bei den danach folgenden Daten nicht um Bilddaten, sondern um zugehörige digitale
Daten handelt. Neben der Start-Markierung A befindet sich ein Code-Feld B, das für
jedes Bild in der Rolle spezielle Informationen enthält. Diese Informationen können
aus der Patronen-ID, der Anzahl der folgenden Tonaufnahmen, usw., bestehen. Ein
Tonreihen-Feld C ermöglicht dem Fotofinishing-Gerät den Aufbau einer Umwandlungs-Vergleichstabelle.
Bei Filmsystemen dient diese dazu, Abweichungen aufgrund von Schwankungen der Stromversorgung,
Alterung der Lichtemitter und von Temperatureffekten herauszukalibrieren.
Weitere durch das digitale Filmaufzeichnungsgerät auf dem Film aufgezeichnete
Datenfelder können zum Beispiel eine zweistufig codierte Start-Markierung D für
ein einzelnes Datenfeld enthalten, das unter anderem wiederholte Kalibrier-Töne,
zugehörige Bildfeld-Nummern, Maßangaben zur Länge der Audio-Aufzeichnung und dergleichen
enthalten kann. Der Audio-Dateninhalt wird mit Hilfe eines binär codierten digitalen
Datenstromfelds E ermittelt. Um Schwankungen in der Filmtransportgeschwindigkeit
und Lageverschiebungen des Film möglichst zu verhindern, kann hierzu eine 2n-Tonreihe
verwendet werden, die eine Grenzlinie in regelmäßigen Abständen wiederkehrender
Dmax-Töne aufweist. Zur Anzeige des Endes einer Datendatei dient eine zweistufig
codierte Daten-Startmarkierung F, die auch Informationen ähnlich denen des Felds
D für die nächste Audio-Aufzeichnung enthalten kann.
In 2 und 6
ist zu erkennen, dass der Interpretier- und Klassifizier-Schritt 56 (2)
ein Datenanalyseverfahren umfasst, das die im Datenstrom enthaltenen Daten in nutzbare
Komponenten oder Dateien trennt. Ein auf vom Film stammende optische Eingabedaten,
etwa die vorstehend im Zusammenhang mit dem Sammelschritt 54 (2)
beschriebenen latenten Bilddaten, angewandtes Datenanalyseverfahren umfasst zunächst
im Schritt 120 den Zugriff auf den gespeicherten Datenstrom durch die Datenanalysevorrichtung
36. Dann stellt die Datenanalysevorrichtung im Schritt 122 fest,
ob eine Bilddatengrenze erkannt wird. Wird eine neue Grenze festgestellt, wird im
Schritt 124 eine neue Bilddatendatei erzeugt und im Schritt 126
der Header gekennzeichnet. Anschließend werden im Schritt 128 die Bilddaten
der Datei eingegeben, bis im Schritt 130 das Ende der Bildgrenze erkannt
wird.
Sobald im Schritt 130 das Ende der Bildgrenze erkannt wird,
kehrt das Verfahren im Schritt 122 zurück zur Feststellung, ob eine neue
Bilddatengrenze erkannt wird. Wird keine Bilddatengrenze gefunden, stellt die Datenanalysevorrichtung
36 im Schritt 132 fest, ob eine Start-Markierung eines Audiodatenfeldes
erkannt wird. Wird keine Startmarkierung erkannt, wird im Schritt 134 nachgefragt,
ob die erkannten Daten das Ende des Datenstroms darstellen. In diesem Fall endet
das Verfahren im Schritt 136. Andernfalls schaltet das Verfahren zurück
zum Schritt 122. Wird die Startmarkierung im Schritt 132 erkannt,
wird im Schritt 140 eine neue Audiodatendatei erzeugt, und der Datei-Header
wird im Schritt 142 mit den folgenden Daten, etwa der CID-Nummer oder der
ID-Nummer der Digitalkamera, usw., markiert.
Die Datenanalyse-Operation löst dann im Schritt 144 einen
Kalibrierprozess aus, durch den zunächst einzelne Aufzeichnungselemente des Filmdaten-Aufzeichnungsgeräts
kalibriert werden. Jedes Aufzeichnungselement zeichnet normalerweise dieselben Kalibriertöne
auf, so dass die vom Film abgetasteten digitalen Werte theoretisch identisch sind.
Aufgrund von Herstellungsschwankungen bei der Herstellung des Gerätekopfs differieren
die Werte jedoch etwas. 7 zeigt eine grafische Darstellung
der für jedes Filmaufzeichnungselement für einen einzigen Ton abgelesenen digitalen
Filmdichtewerte, die unter Umständen sowohl einer Verstärkung als auch einer Abweichungs-Korrektur
bedürfen. Die Korrekturen können in der Weise bestimmt werden, dass man den Mittelwert
jedes aufgezeichneten Tons als Referenzwert verwendet, dann für jeden Ton und für
jedes Aufzeichnungselement eine Fehlertabelle erzeugt. Durch einfache Regression
können dann die Abweichungs- und Verstärkungs-Korrektur für jedes Aufzeichnungselement
abgeleitet werden. Die so erhaltene Korrektur-Vergleichstabelle ist in
8 dargestellt.
Betrachtet man nochmals 6, so ist zu
erkennen, dass nach dem Schritt der Kalibrierung der einzelnen Aufzeichnungselemente
bei 144 im Schritt 146 eine System-Kalibrierung durchgeführt wird,
um etwaige auf die Batteriespannung, Temperatur oder andere Einflüsse zurückzuführende
Schwankungen auszuschließen. Das Kalibrier-ID-Schema gibt die Reihenfolge vor, in
der die einzelnen Töne auf dem Film aufgezeichnet werden. Auf diese Weise kann eine
Tabelle mit zwei Spalten erzeugt werden, von denen eine die idealen Tonwerte aus
den Kalibrier-ID-Vorgaben, die andere die mittleren digitalen Werte aus dem vorhergehenden
Schritt enthält. In 9 ist diese Datenart grafisch dargestellt.
Nach Durchführung der Kalibrierschritte 144 und
146 werden im nächsten Schritt 148 die Daten neu skaliert, so
dass sie den gesamten numerischen Bereich möglicher Ausgabewerte abdecken. Dies
kann durch Erfüllung der folgenden Gleichung geschehen:
V' = (Vi + Vnew_min)(Vnew_max – Vnew_min)/(Vmax – Vmin)
worin Vi die einzelnen Roh-Datenwerte,
Vi' die einzelnen neu skalierten Datenwerte,
Vmin der kleinste Wert im Roh-Datensatz,
Vmax der größte Wert im Roh-Datensatz,
Vnew_max der größte Wert der neu skalierten Daten und
Vnew_min der kleinste Wert der neu skalierten Daten ist.
Zum Abschluss des Neu-Skalierschritts 148 wird eine Regressionskurve
ermittelt, um die Audiodaten wieder in die kalibrierten digitalen Werte umzuwandeln.
Aus 6 ist weiterhin ersichtlich, dass
nach der Kurvenermittlung die Roh-Audiodaten dann in kalibrierte Binärwerte umgewandelt
und im Schritt 150 in eine Datendatei geschrieben werden. Dabei wird jeder
Roh-Datenwert zunächst mit Hilfe der Korrekturwerte für das Aufzeichnungselement,
das den betreffenden Datenwert aufgezeichnet hat, bezüglich der Abweichung des Aufzeichnungselementes
korrigiert. Dies geschieht in einfacher Weise durch Anwendung der Verstärkungs-
und Abweichungs-Korrektur aus der in 8 dargestellten
Vergleichstabelle. Danach werden die Daten mittels der zweiten, im Schritt
148 entwickelten Umwandlungsbeziehung bezüglich möglicher Systemabweichungen
korrigiert. Anschließend wird die aus der Tonskalenkalibrierung abgeleitete Regressionsgleichung
auf Datenpunkte angewandt, um die zum Aufzeichnen bestimmte Kamera wieder auf den
tatsächlichen ursprünglichen Datenwert einzustellen. Der Umwandlungsschritt
150 setzt sich so lange fort, bis im Schritt 152 die Audiodaten-Endmarkierung
erkannt wird. Dann schaltet das Verfahren wieder zum Schritt 122 zurück.
Das Datenanalyse- und Kalibrierverfahren wiederholt sich, bis der Datenstrom vollständig
verarbeitet ist, womit Schritt 136 erreicht ist.
Das Datenanalyseverfahren für andere Arten von Daten, etwa Bilddaten
von Film in Kombination mit Daten von anderen Medien, und Bilddaten aus digitalen
Eingabequellen besteht aus Schritten ähnlich den vorstehend in Bezug auf optische
Filmdaten beschriebenen.
Gemäß 2 und 10
setzt das Fotofinishing-Verfahren nach dem Interpretations- und Klassifizierverfahren
56 (2) der Datenanalysevorrichtung
36 das Verfahren mit den Schritten des automatischen Zusammenführens und
gemeinsamen Verarbeitens von Kundendaten und der Herstellung einer Entsprechung
zwischen digitalen Bildern und digitalen Datendateien in den Schritten
58 und 60 (2) mit Hilfe der automatischen
Organisationseinheit 42 fort. Im Allgemeinen bedeutet dies, dass aus der
Anweisung des Order-Managers 22 im Schritt 160 ( 10)
die erforderliche An des Bildausgabepfades festgestellt und im Schritt
162 die dem Ausgabepfad entsprechenden Organisationsregeln geladen werden.
Anschließend wird im Schritt 164 ein Misch-ID-Code extrahiert, der alle
in die Organisationsverarbeitung einzuschließenden Dateien identifiziert. Im Schritt
166 erfolgt dann ein Suchlauf in der Speichereinheit 34 für die
digitalen Datendateien nach Dateien mit dem extrahierten Misch-ID-Code. Dann wird
im Schritt 168 der Header-Inhalt aller bei dem Suchlauf ermittelten Dateien
mit Einträgen für jede in die Organisationsverarbeitung einzuschließende Datei in
einer Tabelle zusammengestellt. Im Schritt 170 werden dann Bild/Audio-Paare
verknüpft. Dies kann nach einem bildzentrischen oder audiozentrischen Schema geschehen.
Hierzu sind eine Reihe von Schritten erforderlich. Nach der Organisation der Tabelle
wird deren Inhalt im Schritt 172 an das automatische Aufbaumodul
44 (1) weitergeleitet.
11A und 11B
zeigen eine Entsprechungs-Tabelle, die von der automatischen Aufbau-Organisationseinheit
42 entsprechend den vorstehend beschriebenen allgemeinen Schritten aufgebaut
worden sein könnte. Für jede Datei gibt es verschiedene Datenfelder für Daten aus
der Herkunftsquelle und Daten des Benutzers. Für jeden Datentyp, zum Beispiel Dateien
im Format JPEG, MPEG oder WAV, gibt es entsprechende Felder, die Information bezüglich
Datum und Uhrzeit, Serien-ID-Nummer, Bildfeld-ID-Nummer, Dauer von Audio-Bruchstücken,
enthalten. Zum Verarbeiten eines Bildes mit Ton, der zum Beispiel von der Kamera
aufgenommen wurde, eines Bildes im JPEG-Dateiformat und zugehöriger Audiodaten im
WAV-Dateiformat ist ein entsprechendes Bild/Audio-Verknüpfungsfeld vorgesehen, das
die Dateien einander zuordnet und die von der Kamera bestimmte Entsprechung während
des gesamten Fotofinishing-Verfahrens aufrecht erhält.
In 12 ist zu erkennen, dass nach dem
Zusammenstellen der Entsprechungs-Tabelle die Information entsprechend den vom Order-Manager
22 heruntergeladenen Organisationsregeln verarbeitet wird. Bei einer bildzentrischen
Fotofinishing-Verarbeitung mit automatischer Organisation zu einer CR-ROM werden
nach einer Ausführungsform des Verfahrens mit automatischer Organisation zunächst
im Schritt 174 die Daten über den vorgelegten Auftragsinhalt, einschließlich
Bildern und Ton, mittels der Kunden-Misch-ID zusammengetragen. Anschließend werden
die Bilder im Schritt 176 chronologisch sortiert, so dass man die in
13 dargestellte Tabelle erhält. Um alle Bildserien
erfolgreich verschachteln zu können, richtet sich die chronologische Sortierung
nach Datum und Uhrzeit der Aufnahme des Bildes.
Nach der chronologischen Sortierung wird im Schritt 178 der
zeitliche Abstand zwischen den Bildbelichtungen berechnet. Dieser Wert dient dazu,
das normale Zeitablaufinuster der Serie für jeden Fotografen zu bestimmen. Dabei
kann die Berechnung zum Beispiel einen statistischen Wert für die Bestimmung beispielsweise
einer Standardabweichung zwischen den Bildintervallen verwenden. Anhand dieser Berechnung
können im Schritt 180 nach dem Bildhabitus natürliche Bildgruppen ermittelt
und in einer Informationstabelle organisiert werden, wie sie etwa in 14A
und 14B dargestellt ist. Jeder Gruppe wird
eine sequentielle Bildgruppen-ID-Nummer für die spätere Verwendung durch das automatische
Aufbaumodul 44 (1) zugeteilt.
Danach sucht das automatische Organisationsmodul 42 (1)
im Schritt 182 (12) innerhalb der identifizierten
Gruppe nach etwaigen Hinweisen auf eine "Wahl zum Gruppenleitfoto". Diese Information
kann zum Beispiel durch eine Kamera 43 erzeugt worden sein, die über einen
Knopf 49 "Wahl zum Gruppenleitfoto" verfügt. Die diese Information enthaltende
Tabelle kann, wie in 15A und 15B
dargestellt, aufgebaut sein. Hierbei handelt es sich um eine einfache Suche und
Neuordnung, bei der vom Benutzer spezifizierte Bilder aus der chronologischen Reihenfolge
herausgenommen und zum Leitfoto für ihre entsprechende natürliche Gruppe bestimmt
werden.
Dieser Schritt ist besonders nützlich, wenn der Benutzer die Herstellung
einer CD-ROM wünscht. Das erste Bild jeder Gruppe dient dann normalerweise als visuelles
Navigationsmenü, so dass ein Bild, das die Gruppe besonders gut repräsentiert, als
Leitfoto für jede Gruppe ideal ist. Ferner ist aus 12
ersichtlich, dass nach der "Wahl als Gruppenleitfoto" im Schritt 184 Serienbildsätze
in der Weise markiert werden, dass nach einem Serien-Verknüpfungssignal des Kamerabenutzers
gesucht oder Bilder mit statistisch kurzen Bildintervallen festgestellt oder Gruppen
festgestellt werden, deren Bildinhalt eine starke Daten-Korrelation aufweist. Serien-Bilder
werden so verknüpft, dass die Wiedergabe-Verzögerungszeit verringert und so eine
zusammenhängende Wirkung erzeugt wird. 15A und
15B zeigen eine Tabelle mit dem vom Benutzer
signalisierten und dem automatischen Serien-Tool. In der Spalte "Serie" steht jeweils
ein "J" für Bilder, die mit einem Intervall aufgenommen wurden, das wesentlich kürzer
ist als das normale Intervall der natürlichen Serie. Bei den in 15A
und 15B aufgeführten Beispielen lag die Schwelle
für die automatische Zuordnung zu einer Serie bei einem Intervall unter 1/8 der
Standard-Abweichung des mittleren Bildintervalls. Bei der Serie 572022 wurden Bilder
mit Bildintervallen unter 2,44 Minuten verknüpft. Bei der Serie 571349 wurden Bilder
mit Aufnahmeintervallen unter 8,04 Minuten verknüpft.
Nach dem Schritt 184, in dem die Bilder der Serie markiert
wurden, wird im Schritt 186 bestimmt, ob die Anzahl der Bilder innerhalb
bestimmter Gruppen zu groß ist. Ist eine Gruppe zu groß, kann die Gruppe zum schnellen
Wiederauffinden des Bildes bei visueller Suche im Schritt 188 wahlweise
in eine Reihe von Untergruppen unterteilt werden.
Zum Durchsuchen des CD-Inhalts wird im Schritt 190 für den
Benutzer eine Betrachtungs-Menüseite erzeugt. Auf der Seite sind, wie in
16 dargestellt, die Bilder in Gruppen dargestellt.
Danach ist die Organisation abgeschlossen, und die Tabelle wird für das anschließende
Brennen der CD-ROM in der digitalen Datendatei-Speichereinheit 34 gespeichert.
Alternativ können der Organisation der Reihenfolge und der Bildgruppierung
vom Benutzer angegebene Kategorien zugrunde gelegt werden. Diese Lösung ist im Wesentlichen
der vorstehend beschriebenen bildzentrischen Lösung vergleichbar, enthält aber nach
dem chronologischen Sortierschritt 176 noch eine Sortierung nach Kategorien
(12). Bei Medien höherer Dichte, zum Beispiel digitalen
Video-Disks (DVD), können darüber hinaus die Bildsortierungen nach chronologischen
Gruppen und natürlichen Gruppen sowie nach vom Benutzer angegebenen Kategorien gespeichert
werden.
Eine weitere spezielle Anwendung des automatischen Organisationsmoduls
42 besteht in der audiozentrischen Verarbeitung; diese ist besonders nützlich
bei Bildern mit längeren Audio-Hintergrund-Soundtracks. In 17
beginnt das Verfahren damit, dass im Schritt 192 die Dateiinformation des
gesamten vorgelegten Auftragsinhalts mittels der Misch-ID gesammelt wird. Die so
erhaltene Tabelle ist der zuvor beschriebenen vergleichbar. Anschließend werden
die Bilder im Schritt 194 organisiert, wie dies vorstehend im Zusammenhang
mit den Schritten 176 bis 184 gemäß 12
beschrieben wurde.
Im Anschluss an den Schritt 194 der Bildorganisation wird
die Audio-Information organisiert. Hierzu wird zunächst im Schritt 196
jede Audio-Aufzeichnung in Ton-Phrasen unterteilt. Normalerweise ist erwünscht,
dass ein Bildwechsel bei einem Takt oder zum Ende einer Phrase erfolgt. Dies kann
durch Analyse der Daten in Abhängigkeit von der Zeit mit Hilfe eines audioorientierten
Tools geschehen; dabei handelt es sich vielfach um MIDI-basierte Tools, die dem
Fachmann bekannt sind. Anschließend wird im Schritt 198 jeweils die Dauer
der einzelnen Ton-Phrasen bestimmt. Danach werden die einzelnen Bildgruppen im Schritt
200 chronologisch den entsprechenden chronologischen Ton-Phrasen zugeordnet.
Nach dieser Zuordnung wird im Schritt 202 die Verweilzeit jeder Bildgruppe
in der zugeordneten Ton-Phrase berechnet, indem man die Gesamtdauer oder Spielzeit
einer Ton-Phrase durch die Anzahl der in der Gruppe enthaltenen Bilder dividiert,
und zwar unter Berücksichtigung von Anpassungen der Verweilzeit, wenn Bilder angeben,
dass ein Serien-Playback erfolgen soll. Anschließend werden im Schritt
206 die Verweilzeiten der Bilder der Gruppe aufsummiert und auf Rundungsfehler
überprüft. Das letzte Bild kann so angepasst werden, dass es mit dem Ende der Ton-Phrase
zusammenfällt, wenn dies zur Vervollständigung der sortierten Tabelle erforderlich
ist. Das Verfahren schließt mit der Speicherung der sortierten Tabelle im digitalen
Datendatei-Speicher 38 im Schritt 208.
Die mit Hilfe der automatischen Organisiereinheit 42 organisierten
Tabellen werden von der automatischen Aufbaueinheit 44 zur Erstellung der
vom Kunden gewünschten Ausgabe verwendet. Betrachtet man nun 18,
so ist ersichtlich, dass die von der Einheit durchgeführten Schritte darin bestehen,
zunächst im Schritt 210 die Art des gewünschten Bildausgabepfades anhand
der vom Order-Manager gelieferten Information festzustellen. Dann werden im Schritt
212 die Regeln für die dem gewünschten Ausgabepfad zugeordnete Formatierung
geladen. Die automatische Aufbaueinheit greift dann auf die Organisationstabelle
zu und verwendet diese, um im Schritt 214 die einzelnen angegebenen Datendateien der
Reihe nach zu verarbeiten. Dies kann darin bestehen, je nach der gewünschten Ausgabe
Header-Dateien, Datendateien, Dateiverknüpfungszeiger und Datei/Modell-Verknüpfungen
zu erzeugen.
Das vorstehend beschriebene allgemeine automatische Aufbauverfahren
ist besonders vorteilhaft für die Herstellung von Bildcollagen, wie diese in
19A und 19B
dargestellt sind. Entsprechend den vorstehend dargestellten Schritten wählt oder
erzeugt das automatische Aufbaumodul ein Collagemodell mit den Bildern im Kundenauftrag
entsprechenden Bildschlitzen. Dabei kann die Anzahl von im Bildsatz des Kunden enthaltenen
Gruppen dazu dienen zu bestimmen, wie viele große Schlitze das Modell enthalten
soll. Dann werden die Bilder mit dem Modell verknüpft, wobei das Leitbild jeder
Gruppe einem großen Schlitz und die folgenden Bilder jeder Gruppe den umgebenden
Schlitzen zugeordnet werden. Nach der Verknüpfung werden die einzelnen Bilder auf
die korrekte Größe für den zugeordneten Schlitz skaliert. Etwaige vom Kunden gewünschte
Titel werden hinzugefügt, und dann wird der Auftrag entsprechend der Tonskala und
dem Farbbereich für "harte" oder "weiche" Betrachtungsarten verarbeitet. Wenn der
Kunde bestimmt hat, dass das Ergebnis vor dem Ausdruck betrachtet und genehmigt
werden soll, wird das Collagebild im digitalen Datendatei-Speicher 38 gespeichert.
Der Order-Manager 22 übersendet dem Kunden wie gewünscht per e-Mail eine
elektronische Kopie an dessen Computer-ID-Adresse oder eine in der Nähe befindliche
Order-Station.
Wenn als Ausgabe unterschiedliche CD-ROMs gewünscht wurden, wird zum
Aufbau des CD-ROM-Inhalts die entsprechende Formatierung angewandt. Diese Formatierung
ist in den Standards für Multimedia-CD-ROMS und -DVDs bekannt. Ihre Dateistruktur
enthält üblicherweise ein entsprechendes Inhaltsverzeichnis und Navigationshinweise
in Verbindung mit Bilddateien im PhotoCD-, FlashPix- oder einem anderen Format und
Audiodateien im AIFF-, WAV- oder einem anderen Format. Normalerweise enthält die
Disk auch Start-Anwendungssoftware.
Sollte als Ausgabe ein herkömmlicher Satz chronologisch organisierter
Ausdrucke gewünscht sein, führt das Aufbaumodul die erforderliche digitale Bildverarbeitung
durch, um das Bild von abgetasteten Negativen in druckbare Dichten umzuwandeln,
mit deren Hilfe ein digitaler Drucker betrieben werden kann. Auch dies ist dem Fachmann
bekannt. Hierzu wird das Bild normalerweise umgekehrt, Tonskala und Farbbalance
werden angepasst, und dergleichen.
Wenn als Ausgabe eine Diaschau zur "weichen" Betrachtung oder ein
Online-Fotoalbum gewünscht wird, werden die Bilder in ähnlicher Weise für die "weiche"
Darstellung verarbeitet. Die Audiodateien werden entsprechend den Erfordernissen
des Computer-Playback-Formats nach Standardformaten wie AIFF oder WAV formatiert.
Der Order-Manager 22 weist an, eine Zwischenausgabe für die Genehmigung
oder Änderung durch den Kunden und eine endgültige Ausgabe herzustellen und den
Kundenauftrag auszuliefern. Anschließend steuert er die Interaktion mit dem Abrechnungssystem
und gibt nach vollständiger Ausführung der Aufträge Plattenplatz im digitalen Datenstrom-Speicher
34 und im digitalen Datendatei-Speicher 38 frei.
Für den Fachmann werden die zahlreichen Vorteile und der Nutzen der
vorliegenden Erfindung ersichtlich sein. Ein bedeutender Vorteil liegt in der Möglichkeit,
Audiodaten integriert mit Bildern in einem Fotofinishing-System und -Verfahren zu
managen und sequentiell zu ordnen. Außerdem ermöglicht es die vorliegende Erfindung,
Gruppen von Fotofinishing-Aufträgen so zu managen und sequentiell zu ordnen, dass
man ein integriertes Bild- und Audioprodukt erhält.