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Dokumentenidentifikation DE10236160B4 02.12.2004
Titel Vorrichtung zur selektiven Zuleitung von Medien, insbesondere bei Emissionsmessungen von Abgasen in Brennkraftmaschinen
Anmelder Dr.Ing.h.c. F. Porsche AG, 70435 Stuttgart, DE;
AUDI AG, 85057 Ingolstadt, DE;
Bayerische Motoren Werke AG, 80809 München, DE;
DaimlerChrysler AG, 70567 Stuttgart, DE;
Volkswagen AG, 38440 Wolfsburg, DE
Erfinder Eiterer, Helmut, Sierning, AT;
Weßels, Stefan, 71287 Weissach, DE
DE-Anmeldedatum 07.08.2002
DE-Aktenzeichen 10236160
Offenlegungstag 18.03.2004
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 02.12.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.12.2004
IPC-Hauptklasse G01N 1/22
IPC-Nebenklasse G01N 1/26   G01M 15/00   G01N 15/00   G01N 35/00   G01N 35/08   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur selektiven Zuleitung von Medien und insbesondere eine Vorrichtung zur selektiven Zuleitung gasförmiger Medien nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1, wie sie bereits aus der DE 40 18 928 A1 bekannt ist.

Zur Messung partikelbehafteter Gase, insbesondere bei Emissionsmessungen in Abgasen von Brennkraftmaschinen, besteht das Problem, dass in einem Abgasrohr am Entnahmeort nur Platz für eine einzige Partikelsonde mit Teilstromentnahme vorhanden ist. Sollen nun verschiedene Partikelmessverfahren miteinander verglichen werden, so ist es unumgänglich, ein Probeentnahmesystem aus nur einer Partikelsonde zu versorgen.

Ein erstes herkömmliches Probenentnahmesystem zur seriellen Messung bzw. zum Vergleich verschiedener Partikelmessverfahren muss zwischen verschiedenen Messungen umgebaut werden. Ein solcher Umbau ist bei laufender Brennkraftmaschine (z. B. Diesel-Motor) nicht möglich. Erschütterungen beim Umbau können Partikel von den Leitungswänden freisetzen, welche zu einer Fehlmessung führen können.

Ein weiteres Probenentnahmesystem basiert auf der Verwendung einer Umschaltanlage, wie sie bei der Abgasmessung mit mehreren Magnetventilen Verwendung findet. Nachteilig wirkt sich hier aus, dass eine solche Anordnung große Leitungslängen, welche einen Partikelspeicher darstellen, bedingen. Gleiche Leitungslängen sind bei einer solchen Ausgestaltung schwierig zu realisieren. Darüber hinaus führen die großen Leitungslängen auch zu unerwünscht langen Gaslaufzeiten.

Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine Vorrichtung zur Zuleitung von Medien bereitzustellen, welche Medien auf verschiedene Auslässe binnen einer kurzen Umschaltzeit mit konstanten Weglängen zuteilt.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch eine Vorrichtung zur selektiven Zuleitung von Medien mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst.

Die der vorliegenden Erfindung zugrundeliegende Idee besteht darin, eine bewegliche Zuleitungseinrichtung vorzusehen, welche kurze Schaltwege und gleiche Leitungslängen von einem Einlass zu jeweiligen Auslässen beinhaltet.

Dabei wird das eingangs geschilderte Problem insbesondere dadurch gelöst, dass ein Zuleitungskörper mit einem Einlass zum Zuführen des zu messenden ersten Mediums und mehreren zunächst mit dem Einlass nicht verbundenen Auslässen zum Abführen der Medien vorgesehen ist. Zur Weiterleitung des zu messenden ersten Mediums lässt sich selektiv eine Verbindung zwischen dem Einlass und einem Auslass herstellen, wobei die bewegliche Zuleitungseinrichtung ein zylindrisch ausgebildeter Drehschieber und wobei der sich in dem Drehschieber befindliche zweite Kanal ein Ringkanal ist. Alle nicht mit dem zu messenden ersten Medium beaufschlagten Auslässe sind miteinander verbunden und werden mit einem zweiten Medium beaufschlagt.

In den Unteransprüchen finden sich vorteilhafte Weiterbildungen der Zuleitungsvorrichtung.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Weiterbildung ist ein Hohlkörper mit einer zu dem Verteilerkörper hin geöffneten Seite vorhanden. Dieser abgedichtete Hohlraum über dem Verteilerkörper weist einen Einlass zum Zuführen des ersten Mediums in den Hohlraum auf.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Weiterbildung ist der Hohlkörper becherförmig ausgebildet.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Weiterbildung ist der Drehschieber über eine Spanneinrichtung, vorzugsweise eine Spiralfeder, gegen den Verteilerkörper spannbar.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Weiterbildung ist der rotierende Drehschieber über eine mittig gelagerte Antriebswelle, vorzugsweise mit einem über eine Ansteuerungseinrichtung angesteuerten Stellmotor, in vorbestimmte Stellungen drehbar.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Weiterbildung sind einzelne Auslässe des Verteilerkörpers mittels einer Absperreinrichtung verschließbar.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Weiterbildung ist die Vorrichtung oder der Verteilerkörper mit einer Heizeinrichtung und/oder einem Temperatursensor versehen.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Weiterbildung ist die Vorrichtung an eine Verdünnungseinrichtung anschließbar.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Weiterbildung ist eine Schutzhaube gegen Einflüsse der Umgebungsluft über der Vorrichtung angeordnet.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Weiterbildung ist die Vorrichtung druckdicht bis 500 mbar Überdruck im Verhältnis zum Umgebungsdruck.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Weiterbildung ist das zu messende erste Medium dem Hohlraum axial über den Einlass zuführbar, und alle weiteren Einlässe bzw. Auslässe weisen radial vom Verteilerkörper weg, sie weisen vorzugsweise axiale Verbindungen im Verteilerkörper in Richtung zu einer Bohrung in der Drehschieberunterseite auf.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Weiterbildung bestehen die medienführenden Komponenten der Vorrichtung aus nicht-korrosiven und thermisch beständigen Materialien.

Ausführungsbeispiele der Zuleitungsvorrichtung sind in den Zeichnungen dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert.

Es zeigen:

1A Eine Draufsicht auf einen Verteilerkörper gemäß einer Ausführungsform der Vorrichtung;

1B eine Querschnittsseitenansicht zur Erläuterung einiger Details einer Ausführungsform der Vorrichtung;

2A eine Draufsicht auf einen Verteilerkörper gemäß einer Ausführungsform der Vorrichtung;

2B die Unteransicht einer Zuleitungseinrichtung gemäß einer Ausführungsform der Vorrichtung;

2C eine Querschnittsseitenansicht gemäß einer Ausführungsform der Vorrichtung;

3A die Draufsicht eines Verteilerkörpers gemäß einer Ausführungsform der Vorrichtung;

3B die Unteransicht einer im Vergleich zu 2B gedrehten Zuleitungseinrichtung zur Erläuterung der Funktionsweise einer Ausführungsform der Vorrichtung;

3C ein Seitenquerschnitt einer Ausführungsform der Vorrichtung;

4A die Draufsicht eines Verteilerkörpers mit einer Absperreinrichtung gemäß einer Ausführungsform der Vorrichtung;

4B die Unteransicht einer im Vergleich zu 3B gedrehten Zuleitungseinrichtung zur Erläuterung der Funktionsweise einer Ausführungsform der Vorrichtung; und

4C einen Seitenquerschnitt einer Ausführungsform der Vorrichtung.

In 1A ist ein im Wesentlichen zylinderförmiger Verteilerkörper 10 dargestellt. Der Verteilerkörper 10 weist 6 axiale Bohrungen 11 auf, deren Mittelpunkte, insbesondere äquidistant, über einen Radius um eine durchgängige Zentralbohrung 12 in axialer Richtung angeordnet sind. Die axialen Bohrungen 11 stellen einen Kanal bzw. eine Verbindung zu den Ein- bzw. Auslässen 13, 14, 15, 16, 17, 18 bereit, welche sich in radialer Richtung erstrecken, und sind nicht durchgängig ausgeführt. Der Verteilerkörper 10 besteht aus einem nicht korrosiven und thermisch beständigen Material. Über eine elektrisch betätigte Heizeinrichtung (nicht dargestellt) kann der Verteilerkörper und damit insbesondere die gesamte Vorrichtung zur Verteilung von Medien temperiert werden, um beispielsweise die Kondensation innerhalb der Vorrichtung bei Betrieb mit gasförmigen Medien zu verhindern. Ein Temperatursensor (nicht dargestellt) zur Überwachung der Temperatur des Verteilerkörpers ist ebenfalls vorsehbar.

In 1B ist ein Verteilerkörper 10 im Schnitt längs den Auslässen 15, 18 dargestellt, welcher axiale Bohrungen 11 äquidistant zu der durchgängigen Zentralbohrung 12 aufweist. Ein Auslasskanal 15 und ein Einlasskanal 18 schließen sich an die Axialbohrungen 11 in radialer Richtung an. Über den Verteilerkörper 10 ist ein Hohlkörper 21 in Form einer für die Medien dichten zylinderförmigen Tasse, dargestellt, welche einen Hohlraum 23 über dem Verteilerkörper und den darin vorgesehenen Bohrungen 11, 12 bildet. Der Hohlkörper 21 ist dazu nach unten hin geöffnet und weist an seiner Oberseite einen Einlass 22 auf, welcher zentral angeordnet ist und einen axialen Kanal bildet. Mit geeigneten Dichtungsmitteln (nicht dargestellt) ist der Hohlkörper 21 vorzugsweise bis 500 mbar Druckdifferenz zwischen Hohlraum 23 und Außenraum druckdicht. Die Materialwahl des Hohlkörpers 21 entspricht in wesentlichen Eigenschaften der mit Bezug auf 1A erläuterten.

In 2A ist ein Verteilerkörper 10 nach 1A dargestellt, welcher über seine Bohrungen 11 respektive Ein/Auslässe 13, 14, 15, 16, 17, 18 beispielsweise mit gasförmigen Medien 20, 30 beaufschlagt ist. Die Strömungsrichtungen (durch Pfeil dargestellt) der gasförmigen Medien 20, 30 sind abhängig von der Stellung der mit Bezug auf 2B in Unteransicht dargestellten Zuleitungseinrichtung 50. Die Zuleitungseinrichtung 50 ist ein Drehschieber 50, welcher einen ersten Kanal 51 in Form einer Bohrung und einen zweiten Kanal 52 in Form eines ausgefrästen nutförmigen Ringkanal 52 aufweist. Liegt der Drehschieber 50 nun mit seiner dargestellten Unterseite auf der mit Bezug auf 2A dargestellten Oberseite des Verteilerkörpers, so wird ein über den Einlass 18 zugeführtes Gas 20, welches insbesondere eine niedrige Partikelkonzentration aufweist, über die Bohrung 11 dem Ringkanal 52 in dem Drehschieber zugeführt und kann bei vorliegender Stellung des Drehschiebers 50 über den Auslass 17, den Auslass 16, den Auslass 15 und den Auslass 14 beispielsweise jeweils einer separaten Messeinrichtung zugeführt werden.

Ein aus der Bohrungsöffnung 55 an der Drehschieberunterseite austretendes Medium, insbesondere ein Gas hoher Partikeldichte, wird bei vorliegender Stellung des Drehschiebers 50 dem Auslass 13 bzw. einem daran angeschlossenen Messgerät (nicht dargestellt) zugeleitet. Gemäß dieser Anordnung wird also nur einer Messeinrichtung (nicht dargestellt) ein Medium 30, wie beispielsweise ein Abgas zur Messung verschiedener Abgaseigenschaften, wie z.B. der Partikeldichte, zugeführt, wobei die an den restlichen Auslässen 14, 15, 16, 17 angeschlossenen Messgeräte mit einem anderen Medium, z.B. der Umgebungsluft, welche eine geringe Partikeldichte aufweist, beaufschlagt werden und folglich eine „Umgebungsmessung" durchführen können.

In 2C ist im Wesentlichen die Anordnung nach 1B jedoch mit eingesetztem Drehschieber 50 und einem Schnitt längs der Auslässe 13, 16 dargestellt. Über den Einlass 22 in dem Hohlkörper 21 wird dem ersten Kanal 51 in dem Drehschieber 50 über den Hohlraum 23 ein Abgas 40 zugeführt. Bei der vorliegenden Stellung des Drehschiebers weist die Öffnung 55 auf der Drehschieberunterseite auf die Bohrung 11 des Auslasses 13, wodurch der Abgasstrom 30 dem am Auslass 13 angeschlossenen Messgerät zugeführt wird. Über den Ringkanal 52 im Drehschieber 50 wird die nahezu partikelfreie Umgebungsluft 20 unter anderem über den Auslass 16 einem daran angeschlossenen Messgerät zugeführt.

In den 3A, 3B und 3C ist im Wesentlichen die Anordnung nach den 2A, 2B und 2C dargestellt, wobei jedoch die Stellung des Drehschiebers 50, welcher mit Bezug auf 3B dargestellt ist, verändert ist und sich folglich eine von 2 abweichende Gasverteilung ergibt.

Die mit Bezug auf 3B verdeutlichte Stellung des Drehschiebers 50 resultiert darin, dass die dem Einlass 18 zugeführte Umgebungsluft 20 über den Ringkanal 52 dem Auslass 13, dem Auslass 15, dem Auslass 16 und dem Auslass 17 bzw. jeweils daran angeschlossenen Messgeräten (nicht dargestellt) zugeführt wird. Das über den Einlass 22 in dem Hohlkörper 21 dem Hohlraum 23 bzw. dem ersten Kanal 51 im Drehschieber zugeführte Abgas 40 wird bei vorliegender Stellung des Drehschiebers 50 dem Auslass 14 über die Bohrung 55 in der Drehschieberunterseite, welche die Austrittsöffnung des Kanals 51 darstellt, zugeleitet. Eine an den Auslass 14 angeschlossene Messeinrichtung (nicht dargestellt) wird somit mit dem Abgasstrom 30 beaufschlagt, dessen Zusammensetzung gemessen wird.

Mit Bezug auf 3C ist eine im Wesentlichen der 2C entsprechende Anordnung dargestellt, welche jedoch einen Schnitt längs der Auslässe 14, 17 verdeutlicht. In 3C ist in die Zentralbohrung 12 des Verteilerkörpers 10 eine Antriebswelle 53 zum Antreiben des Drehschiebers 50 eingesetzt, welche beispielsweise durch einen Schrittmotor (nicht dargestellt) und eine den Schrittmotor ansteuernde Einrichtung (nicht dargestellt) eine präzise Positionierung des Drehschiebers 50 bzw. der Bohrung 55 in der Unterseite des Drehschiebers über den axialen Bohrungen 11 im Verteilerkörper 10 zulässt.

In den 4A, 4B und 4C ist im Wesentlichen eine Anordnung nach den 3A, B, C dargestellt, wobei jedoch eine Absperrstellung des Drehschiebers 50 gemäß 4B in Verbindung mit einer Absperreinrichtung 54 und daraus resultierende abgeänderte Gasströme vorgesehen sind. Über die Absperreinrichtung 54, insbesondere eine Verschlusskappe 54, ist der Auslass 18 verschlossen. Der Drehschieber 50 weist eine solche Stellung auf, dass die Bohrung 55 an der Drehschieberunterseite genau über der Bohrung 11, welche in Verbindung mit dem Auslass 18 steht, liegt. Dadurch wird der über den Einlass 22 in dem Hohlkörper 21 dem ersten Kanal 51 im Drehschieber 50 zugeführte Abgasstrom 40 blockiert und somit keiner Messeinrichtung zugeführt. Ein über den Einlass 17 zugeführter Frischluft- bzw. Umgebungsluftstrom 20 wird über den Ringkanal 52 in dem Drehschieber 50 auf die Auslässe 13, 14, 15 und 16 verteilt, welche beispielsweise an Messgeräte zur Bestimmung von Abgasparametern angeschlossen sind. 4C verdeutlicht einen Schnitt entlang der Verbindungslinie der Auslässe 15 und 18.

Durch die beschriebene Vorrichtung zum Verteilen von Medien ist es möglich, eine Abgasprobe auf einzelne Partikelmessgeräte seriell umzuschalten, wobei vorzugsweise nur eine Messeinrichtung eine Messung der Abgasprobe vornimmt und alle anderen Messeinrichtungen im eingeschalteten Zustand Raumluft messen und somit eine „Umgebungsmessung" durchführen können. Die Abgasprobe kann mit kurzen Schaltzeiten während des Laufes einer den Abgasstrom verursachenden Brennkraftmaschine ohne Umbau auf verschiedene Partikelmessgeräte vollzogen werden. Darüber hinaus sind durch die erfindungsgemäße Vorrichtung kurze Abgasleitungen möglich. Des Weiteren werden in der Verteilervorrichtung konstante Gaswege unabhängig von der Schaltstellung bzw. Drehstellung des Drehschiebers erreicht.

Mit Hilfe der Vorrichtung zum Verteilen von Medien ist nur eine Entnahmesonde erforderlich, wobei beispielsweise 4 Messgeräte mit Absperroption und 5 Messgeräte ohne Absperroption anschließbar sind. Durch das Schaltmodul des Stellmotors ist die Vorrichtung fernsteuerbar. Eine Haube über der gesamten Vorrichtung zum Schutz z.B. gegen Temperaturabfall durch die Umgebungsluft ist ebenso vorgesehen wie der Anschluss bzw. die Kombination der kompakten Verteilervorrichtung mit einem Rotationsverdünner, welche insbesondere freibeweglich auf Ständern realisierbar sind.

In Verbindung mit dem Rotationsverdünner weist die Vorrichtung zum Verteilen von Medien, welche durch eine gewünscht kurze Probenentnahmeleitung an den Rotationsverdünner anschließbar ist, eine vorteilhafte Ausgestaltung zur Erlangung reproduzierbarer Messergebnisse von Partikeln in Abgasen, insbesondere für Korrelationsmessungen verschiedener Partikelmessgeräte und für die Funktionsbewertung von Partikelfiltern in Abgasanlagen auf. Bevorzugt erfolgt die Ansteuerung des rastend schaltbaren Stellmotors über Präzisionspotentiometer, wodurch Schaltstellungen der Vorrichtung einzeln eingestellt, justiert und fixiert werden können. Durch eine Ausführung aller elektrischen Komponenten in 24-Volt Technik ist die Sicherheit an einem Prüfstand, wo die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Einsatz kommen kann, gewährleistet.

Die Vorrichtung ist auf vielfältige Art und Weise modifizierbar:

Obwohl sich die vorliegende Ausführungsform auf eine rotatorische Zuleitungseinrichtung bezieht, ist auch eine translatorische Bewegung einer Zuleitungseinrichtung zum selektiven Verbinden verschiedener Ein- bzw. Auslässe vorstellbar. Insbesondere sind andere Anordnungen der Zuführungsbohrungen 11 zu den Ein- bzw. Auslässen 13 bis 18, beispielsweise in mehreren konzentrischen Kreisen und auch andere Ausgestaltungen des Drehschiebers, vorstellbar. Der Drehschieber wird über eine Spannvorrichtung, insbesondere eine Spiralfeder gegen den Verteilerkörper 10 gepresst, wobei zwischen dem Drehschieber 50 und dem Verteilerkörper ein viskoses Dichtmittel, wie beispielsweise Silikonfett, denkbar ist. Auch ist die Anzahl der Ein- bzw. Auslässe und die jeweils miteinander über den Drehschieber verbindbaren Ein- bzw. Auslässe frei wählbar. Durch eine Auswechslung des Drehschiebers, welcher anders ausgebildet ist, lässt sich eine schnelle und einfache Anpassung der Verteilerfunktion der Vorrichtung zum Verteilen von Medien vornehmen, wobei grundsätzlich auch flüssige Medien mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung verteilbar sind.


Anspruch[de]
  1. Vorrichtung zur selektiven Zuleitung von Medien, insbesondere bei Emissionsmessungen von Abgasen in Brennkraftmaschinen, bestehend aus einem Verteilerkörper (10) mit einem ersten Einlass (12, 22, 55) zum Zuführen eines ersten Mediums (40), insbesondere mit hoher Partikelkonzentration, und einem zweiten Einlass (18) zum Zuführen eines zweiten Mediums (20), insbesondere mit geringer Partikelkonzentration, mindestens einem Auslass (13, 14, 15, 16, 17) zum Abführen des zu messenden ersten Mediums (30) und mindestens einem weiteren Auslass (13, 14, 15, 16, 17) zum Abführen des zweiten Mediums (20);

    einer beweglichen Zuleitungseinrichtung (50) mit einem ersten Kanal (51) zum selektiven Verbinden des ersten Einlass (12, 22, 55) für das erste Medium (40) mit mindestens einem Auslass (13, 14, 15, 16, 17) und mit einem zweiten Kanal (52) zum selektiven Verbinden de zweiten Einlass (18) für das zweite Medium (20) mit mindestens einem weiteren Auslass (13 14, 15, 16, 17), dadurch gekennzeichnet,

    dass die bewegliche Zuleitungseinrichtung (50) ein zylindrisch ausgebildeter Drehschieber (50) und der zweite Kanal (52) ein Ringkanal ist, wobei lediglich ein Messgerät über den ersten Kanal (51) im Drehschieber (50) und einen Auslass (13, 14, 15, 16, 17) für das erste Medium (30) zum Bestimmen der darin enthaltenen Partikel verbindbar ist, und alle weiteren über die Auslässe (13, 14, 15, 16, 17) angeschlossenen Messgeräte über den Ringkanal mit dem zweiten Medium (20) spülbar sind.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Hohlkörper (21) mit einer zu dem Verteilerkörper (10) geöffneten Seite als abgedichteter Hohlraum (23) über dem Verteilerkörper (10) mit einem Einlass (22) zum Zuführen des ersten Mediums (40) in den Hohlraum (23) vorhanden ist.
  3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Hohlkörper (21) becherförmig ausgebildet ist.
  4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Drehschieber (50) über eine Spanneinrichtung, vorzugsweise eine Spiralfeder, gegen den Verteilerkörper (10) spannbar ist.
  5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der rotierende Drehschieber (50) über eine mittig gelagerte Antriebswelle (53), vorzugsweise mit einem über eine Ansteuerungseinrichtung angesteuerten Stellmotor, in vorbestimmte Stellungen drehbar ist.
  6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass einzelne Auslässe (13, 14, 15, 16, 17) mittels einer Absperreinrichtung (54) verschließbar sind.
  7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung oder der Verteilerkörper (10) mit einer Heizeinrichtung und/oder einem Temperatursensor versehen ist.
  8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung auf einem Ständer gegenüber einer Messanordnung höhenvariabel befestigbar ist.
  9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung an eine Verdünnungseinrichtung anschließbar ist.
  10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass eine Schutzhaube gegen Einflüsse der Umgebungsluft über der Vorrichtung angeordnet ist.
  11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung druckdicht bis 500 mbar Überdruck im Verhältnis zum Umgebungsdruck ist.
  12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Einlass (18) und die Auslässe (13, 14, 15, 16, 17) radial vom Verteilerkörper (10) wegweisen und vorzugsweise axiale Verbindungen (11) im Verteilerkörper (10) in Richtung zu einer Bohrung (55) in der Unterseite des Drehschiebers (50) aufweisen.
  13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass Komponenten (10, 21, 50, 53) der Vorrichtung im wesentlichen aus nicht-korrosiven und thermisch beständigen Materialien bestehen.
Es folgen 4 Blatt Zeichnungen






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