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Dokumentenidentifikation DE10260371B4 02.12.2004
Titel Niederspannungs-Leistungsschalter
Anmelder Siemens AG, 80333 München, DE
Erfinder Schmidt, Detlev, Dipl.-Ing., 12055 Berlin, DE;
Seidler-Stahl, Günter, Dipl.-Ing., 13359 Berlin, DE;
Thiede, Ingo, 12159 Berlin, DE;
Türkmen, Sezai, 13629 Berlin, DE;
Wajnberg, Artur, 10555 Berlin, DE
DE-Anmeldedatum 13.12.2002
DE-Aktenzeichen 10260371
Offenlegungstag 08.07.2004
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 02.12.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.12.2004
IPC-Hauptklasse H01H 33/02
IPC-Nebenklasse H01H 1/58   H02B 11/04   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Niederspannungs-Leistungsschalter mit einer ersten Kontaktanordnung zur Verbindung eines ortsfesten Kontaktes mit einem ersten beweglichen Einschub-Kontakt und mit einer zweiten Kontaktanordnung zur Verbindung eines an einem Kontakthebel angeordneten Gegenkontaktes mit einem zweiten beweglichen Einschub-Kontakt.

Niederspannungs-Leistungsschalter der genannten Art verfügen über Kontaktanordnungen, um ein schnelles Verbinden beziehungsweise Trennen des Schalters mit stromführenden Schienen zu ermöglichen. Dies ist unter anderem zum Ausbau oder zur Wartung der Niederspannungs-Leistungsschalter wünschenswert. Niederspannungs-Leistungsschalter werden für unterschiedliche Nennströme in unterschiedlichen Größen vorgesehen. Dabei wird angestrebt, die baulichen Abmaße eines Niederspannungs-Leistungsschalters möglichst gering zu halten.

Niederspannungs-Leistungsschalter der genannten Art können einerseits als Festeinbau-Schalter, andererseits als Einschub-Schalter ausgeführt sein. Bei Einschub-Schaltern wird der Leistungsschalter in einem dafür vorgesehenen Einschubrahmen bewegt und arretiert. Dies ermöglicht ein schnelleres und einfacheres Verbinden beziehungsweise Trennen des Leistungsschalters von den beweglichen Einschub-Kontakten als beim Festeinbau-Schalter. Daher ist es wünschenswert, Festeinbau-Schalter mit einem möglichst geringen Material- und Arbeitsaufwand in Einschub-Schalter umrüsten zu können.

Aus US 4,686,334 ist ein Einschub-Leistungsschalter bekannt, dessen Rahmen zum vereinfachten Ein- und Ausfahren an seiner Innenseite einen Befestigungsgriff mit einer einrastbaren Kante aufweist, welche mit einer Aussparung korrespondierender Abmessung zusammenwirkt, wobei die Kante des Rahmens zur Arretierung des Befestigungsgriffs in die Aussparung eingreift. Zum Lösen des Befestigungsgriffs wird dieser gekippt, wodurch sich die Kante aus der Aussparung löst. Nachteilhafterweise ist durch die Anordnung nach US 4,686,334 eine Umrüstung eines Festeinbau-Schalters in einen Einschub-Schalter oder umgekehrt nicht möglich.

Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Niederspannungs-Leistungsschalter der vorgenannten Art anzugeben, welcher mit minimalem Material- und Arbeitsaufwand von einem Festeinbau-Schalter in einen Einschubschalter umrüstbar ist.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch die Merkmale im kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 im Zusammenwirken mit den Merkmalen im Oberbegriff des Anspruchs 1.

Besonders vorteilhaft an der vorliegenden Erfindung ist, dass die bereits vorhandenen beweglichen Einschub-Kontakte eines Festeinbau-Schalters für die Umrüstung in einen Einschub-Schalter auf einfachste Art und Weise wieder verwendet werden können. Dazu weisen die beweglichen Einschub-Kontakte eines Niederspannungs-Leistungsschalters Formmerkmale auf, wodurch der Niederspannungs-Leistungsschalter sowohl als Festeinbau-Schalter als auch als Einschub-Schalter ausführbar ist.

In einer bevorzugten Ausführungsvariante weisen die beweglichen Einschub-Kontakte mindestens einen Kontaktbereich auf, über welchen die beweglichen Einschub-Kontakte dauerhaft an einem Einschubrahmen eines Niederspannungs-Leistungsschalters anordenbar sind. Weiterhin weisen die beweglichen Einschub-Kontakte mindestens einen Aufnahmebereich für Haltemittel auf, über welchen die beweglichen Einschub-Kontakte dauerhaft an einem Einschubrahmen eines Niederspannungs-Leistungsschalters anordenbar sind.

In einer bevorzugten Ausführungsvariante sind der Aufnahmebereich für Haltemittel und der Kontaktbereich derart ausgebildet, dass die beweglichen Einschub-Kontakte dauerhaft, jedoch reversibel, an einem Einschubrahmen eines Niederspannungs-Leistungsschalters anordenbar sind.

Durch die vorgenannte Ausführung der beweglichen Einschub-Kontakte wird es ermöglicht, diese zur Verwendung in einem Festeinbau-Schalter direkt am Festeinbau-Schalter anzuordnen, jedoch ist es auch möglich, diese beweglichen Einschub-Kontakte bei einer Umrüstung des Festeinbau-Schalters in einen Einschub-Schalter nach Ausbau aus dem Festeinbau-Schalter an den Einschubrahmen eines Einschub-Schalters dauerhaft anzuordnen, so dass die Umrüstung eines Festeinbau-Schalters in einen Einschub-Schalter mit minimalem Materialaufwand einhergeht, da für diese Umrüstung lediglich ein zusätzlicher Einschubrahmen notwendig ist. Durch den vorgesehenen Kontaktbereich können die beweglichen Einschub-Kontakte direkt am Einschubrahmen angeordnet werden. Dabei sollen die Flächen des Kontaktbereiches mit der zu kontaktierenden Fläche des Einschubrahmens plan abschließen. Dadurch, dass die beweglichen Einschub-Kontakte einen Aufnahmebereich für Haltemittel aufweisen, sind sie dauerhaft mit einem Haltemittel beaufschlagbar und können hierdurch dauerhaft am Einschubrahmen eines Leistungsschalters arretiert werden.

In einer besonders bevorzugten Ausführungsform weisen sowohl der erste als auch der zweite bewegliche Einschub-Kontakt identische Abmaße auf. Hierdurch wird vorteilhafterweise erreicht, dass sowohl für den ersten beweglichen Einschub-Kontakt als auch für den zweiten beweglichen Einschub-Kontakt die gleichen Kontaktanordnungen, welche vorzugsweise als Trennkontakt-Anordnungen ausgeführt sind, verwendet werden können.

Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsvariante sind die beweglichen Einschub-Kontakte am Einschubrahmen derart anordenbar, dass der Einschubrahmen die gleiche Einbautiefe wie die beweglichen Einschub-Kontakte in einem Festeinbau-Schalter aufweist. Hierdurch wird gewährleistet, dass die beweglichen Einschub-Kontakte lediglich über Haltemittel an ihren dafür vorgesehenen Bereichen an dem Einschub-Schalter dauerhaft angeordnet werden müssen, um eine Umrüstung vom Festeinbau-Schalter in einen Einschub-Schalter zu realisieren. Dadurch, dass die an einem Einschubrahmen angeordneten Einschub-Kontakte die gleiche Einbautiefe wie die Einschub-Kontakte beim Festeinbau-Schalter aufweisen, sind keine weiteren Anpassungs- oder Umbauarbeiten notwendig.

In einer besonders bevorzugten Ausführungsvariante sind die beweglichen Einschub-Kontakte tellerförmig bzw. flügelförmig ausgebildet.

Die Erfindung soll nachstehend anhand von zumindest teilweise in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert werden. Es zeigen:

1 einen erfindungsgemäßen Niederspannungs-Leistungsschalter, welcher als Festeinbau-Schalter mit geschlossenen Kontakten ausgeführt ist;

2 einen erfindungsgemäßen Niederspannungs-Leistungsschalter, welcher als Festeinbau-Schalter mit geöffneten Kontakten ausgeführt ist;

3 einen erfindungsgemäßen Niederspannungs-Leistungsschalter mit einem entsprechenden Einschubrahmen und

4 einen erfindungsgemäßen Niederspannungs-Leistungsschalter, welcher als Einschub-Schalter ausgeführt ist.

Wie aus 1 zu ersehen ist, weist ein Niederspannungs-Leistungsschalter 10 eine erste Kontaktanordnung 24 auf, welche eine Verbindung zwischen einem an einem festen Einschub-Kontakt 17 angeordneten ersten ortsfesten Kontakt 18 und einem ersten beweglichen Einschub-Kontakt 22 herstellt. Weiterhin weist der Leistungsschalter 10 eine zweite Kontaktanordnung 34 zur Verbindung eines zweiten beweglichen Einschub-Kontaktes 30 mit einem an einem Kontakthebel 14 angeordneten Gegenkontakt 16 auf. Der Niederspannungs-Leistungsschalter 10 ist in 1 als Festeinbau-Schalter ausgeführt, indem die beiden beweglichen Einschub-Kontakte 22 und 30 die zur Verbindung mit nicht weiter dargestellten anlagenseitigen Stromschienen dienen an der Außenseite der Rückwand des Leistungsschalters 10 befestigt sind. Zu dieser Befestigung dienen erste Haltemittel 12 die erste Aufnahmebereiche 20 der beweglichen Einschub-Kontakte durchgreifen. Die Verbindung mit den anlagenseitigen Stromschienen erfolgt über nicht dargestellte zweite Haltemittel, die zweite Aufnahmebereiche 13 der beweglichen Einschub-Kontakte 22 und 30 durchgreifen.

Um die Vielfalt der notwendigen Schalterteile zu verringern und damit Herstellungskosten zu sparen, sind der feste Einschub-Kontakt 17 und die beweglichen Einschub-Kontakte 22 und 30 identisch ausgebildet, wobei der Aufnahmebereich 13 des festen Einschub-Kontaktes 17 zur Aufnahme eines vierten Haltemittels 15 dient. Das vierte Haltemittel 15 dient zur Fixierung eines Lichtbogenhornes 19 am festen Einschub-Kontakt 17.

Der erste bewegliche Einschub-Kontakt 22 und der zweite bewegliche Einschub-Kontakt 30, welche erfindungsgemäß den Aufnahmebereich 20 für Haltemittel und einen Kontaktbereich 38 zur Anordnung der beweglichen Einschub-Kontakte 22, 30 an einem Einschubrahmen 11 des Leistungsschalter 10 aufweisen, kontaktieren den Leistungsschalter 10 mit ihrer dem Leistungsschalter 10 zugewandten Seite. Der Aufnahmebereich 20 ist als Durchgangsbohrung ausgeführt. Der Kontaktbereich 38 befinden sich auf der dem Leistungsschalter 10 abgewandten Seite der beweglichen Einschub-Kontakte 22, 30.

Durch den Kontaktbereich 38 ist es möglich, die erfindungsgemäßen beweglichen Einschub-Kontakte 22, 30 eines Festeinbau-Schalters, wie in 1 und 2 dargestellt, aus dem Festeinbau-Schalter auszubauen und an einem Einschubrahmen 11 eines Leistungsschalters 10 anzuordnen, wie in 3 dargestellt ist. Weiterhin können die so an dem Einschubrahmen 11 angeordneten beweglichen Einschub-Kontakte 22, 30 durch dritte Haltemittel 35 dauerhaft arretiert werden. Die Haltemittel realisieren über die Aufnahmebereiche 20 für Haltemittel eine dauerhafte, kraftschlüssige Verbindung zwischen den beweglichen Einschub-Kontakten 22, 30 und dem Einschubrahmen 11, wie in 4 dargestellt ist.

Wie oben beschrieben, kann eine Umrüstung des erfindungsgemäßen Leistungsschalters von einem Festeinbau-Leistungsschalter in einen Einschub-Leistungsschalter besonders vorteilhaft realisiert werden. Vorteilhafterweise besitzen die am Einschubrahmen angeordneten und arretierten beweglichen Einschub-Kontakte 22, 30 des als Einschub-Leistungsschalters konfigurierten Leistungsschalters die gleiche Einbautiefe wie die beweglichen Einschub-Kontakte eines als Festeinbau-Schalter konfigurierten Leistungsschalter in seiner Betriebsstellung. Hierzu sind die beweglichen Einschub-Kontakte 22 und 30 an der dem Einschub-Leistungsschalter zugeordneten Innenseite des Einschubrahmens derart angeordnet, dass sie bei eingeschobenem Einschub-Leistungsschalter, wie auch bei dem zum Festeinbau konfigurierten Leistungsschalter der 1 und 2 mit ihrer dem Leistungsschalter zugewandten Seite den Leistungsschalter kontaktieren.

Die Stellung der beweglichen Einschub-Kontakte 22 und 30 gegenüber den Kontaktanordnungen 24 und 34 und gegenüber den nicht dargestellten anlagenseitigen Stromschienen ist also bei dem als Festeinbau-Leistungsschalter konfigurierten Leistungsschalter der 1 und 2 die gleiche, wie bei dem als Einschub-Leistungsschalter konfigurierten Leistungsschalter der 3 und 4.


Anspruch[de]
  1. Niederspannungs-Leistungsschalter (10) mit einer ersten Kontaktanordnung (24) zur Verbindung eines ortsfesten Kontaktes (18) mit einem ersten beweglichen Einschub-Kontakt (22) und mit einer zweiten Kontaktanordnung (34) zur Verbindung eines an einen Kontakthebel (14) angeordneten Gegenkontaktes (16) mit einem zweiten beweglichen Einschub-Kontakt (30), dadurch gekennzeichnet, dass die beweglichen Einschub-Kontakte (22, 30) mindestens einen Aufnahmebereich (20) für Haltemittel aufweisen, über welchen die beweglichen Einschub-Kontakte (22, 30) dauerhaft an der Außenseite eines Niederspannungs-Leistungsschalters (10) anordenbar sind und die beweglichen Einschub-Kontakte (22, 30) mindestens einen Kontaktbereich (38) aufweisen, über welchen die beweglichen Einschub-Kontakte (22, 30) dauerhaft an einem Einschubrahmen (11) eines Niederspannungs-Leistungsschalters (10) anordenbar sind.
  2. Niederspannungs-Leistungsschalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Aufnahmebereich (20) für Haltemittel derart ausgebildet ist, dass die beweglichen Einschub-Kontakte (22, 30) dauerhaft, jedoch reversibel, an der Außenseite des Niederspannungs-Leistungsschalters (10) anordenbar sind.
  3. Niederspannungs-Leistungsschalter nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Kontaktbereich (38) derart ausgebildet ist, dass die beweglichen Einschub-Kontakte (22, 30) dauerhaft, jedoch reversibel, an dem Einschubrahmen (11) des Niederspannungs-Leistungsschalters (10) anordenbar sind.
  4. Niederspannungs-Leistungsschalter nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der erste bewegliche Einschub-Kontakt (22) und der zweite bewegliche Einschub-Kontakt (30) identische Abmaße aufweisen.
  5. Niederspannungs-Leistungsschalter nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die beweglichen Einschub-Kontakte (22, 30) derart an einem Einschubrahmen (11) anordenbar sind, dass sie die gleiche Einbautiefe wie die beweglichen Einschub-Kontakte (22, 30) in einem Festeinbau-Schalter aufweisen.
  6. Niederspannungs-Leistungsschalter nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die beweglichen Einschub-Kontakte (22, 30) tellerförmig oder flügelförmig ausgebildet sind.
Es folgen 4 Blatt Zeichnungen






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