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Dokumentenidentifikation DE69631399T2 09.12.2004
EP-Veröffentlichungsnummer 0000761872
Titel Trockengewebe
Anmelder Albany International Corp., Albany, N.Y., US
Erfinder Fagerholm, Lars, 01620 Vanda, FI;
Luciano, William A, Simpsonville, US
Vertreter Grünecker, Kinkeldey, Stockmair & Schwanhäusser, 80538 München
DE-Aktenzeichen 69631399
Vertragsstaaten AT, BE, DE, ES, FI, FR, GB, IT, NL
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 03.06.1996
EP-Aktenzeichen 962015459
EP-Offenlegungsdatum 12.03.1997
EP date of grant 28.01.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.12.2004
IPC-Hauptklasse D21F 1/10
IPC-Nebenklasse D21F 7/08   D21F 5/00   

Beschreibung[de]
Technisches Gebiet

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Trockentuch zur Verwendung in einer Trockenpartie einer Papiermaschine. Insbesondere bezieht sich die Erfindung auf die Bereitstellung eines verbesserten Trockentuches für eine Trockenpartie mit einer geschlossenen Überführung, um in der Trockenpartie einen guten Transport der Bahn und ein gutes Laufverhalten bei hohen Bahngeschwindigkeiten zu erreichen und ein Schrumpfen der Papierbahn, insbesondere ein Schrumpfen in der Querrichtung zu vermeiden.

Hintergrund

In einer herkömmlichen Zylindertrocknerpartie mit oberen und unteren Zylindern sowie getrennten oberen und unteren Trockentüchern, läuft die Papierbahn zwischen den Zylindern in sogenannten freien Läufen, bei denen die Bahn keinen Kontakt mit einem Trockentuch hat. Die Probleme des Bahnflatterns und der Bahnrisse in derartigen Trockenpartien von Hochgeschwindigkeits-Papierherstellungsmaschinen sind seit langem bekannt, weshalb unterschiedliche Konfigurationen einer sogenannten geschlossenen Überführung oder eines Einfachdurchlaufs (SR) seit dem Ende der 70er-Jahre entwickelt wurden, mit denen die freien Züge innerhalb der Trockengruppe vermieden werden. Die enthaltene Zeichnung zeigt das Prinzip des Einfachdurchlaufs und zeigt, wie ein Trockentuch V fortwährend einer Papierbahn B folgt. Da das Trockentuch zwischen der Papierbahn B und dem unteren Zylinder C1 verläuft, kann die Erwärmung auf die oberen Zylinder C2 beschränkt werden.

Jedoch gibt es auch beim Einfachdurchlauf zahlreiche Bahnlaufprobleme bei hohen Geschwindigkeiten, und da sich die heutige Entwicklung auf die Erhöhung der Bahngeschwindigkeiten konzentriert, ist es wichtig, diese Probleme zu umgehen.

Ein erstes Problem (P1) besteht darin, daß die Papierbahn B am Ausgang des oberen Zylinders aufgrund eines Unterdrucks und Adhäsionskräften zwischen der Papierbahn und dem oberen Zylinder dazu neigt, dem oberen Zylinder C2 anstelle dem Trockentuch zu folgen. Dies führt zu einer Verwerfung, wie es bei "1" in der Zeichnung gezeigt ist.

Ein zweites Problem (P2) besteht darin, daß die Bahn B am Eingang des unteren Zylinders C1 dazu neigt, wie es bei "2" in der Zeichnung dargestellt ist, infolge des Luftüberdrucks im Spalt zwischen dem unteren Zylinder C1 und dem Trockentuch V vom Trockentuch geblasen zu werden. Dieser gelöste Zustand der Bahn kann sich wahlweise bis zum Ausgang des unteren Zylinders ausbreiten. Wenn die Bahngeschwindigkeit erhöht wird, zieht das Trockentuch in zunehmendem Maße Luft zum unteren Einzugsspalt an, wodurch die Ablösung der Bahn verstärkt wird.

Ein drittes Problem (P3) besteht darin, daß ein Luftfilm bei "3" zwischen dem Trockentuch V und der Bahn B entlang des unteren Zylinders C1 entstehen kann. Dieser Luftfilm kann, wenn er nicht durch das Trockentuch geleitet wird, eine Verwerfung bei "4" verursachen.

Die Auswirkung der oben erwähnten Bahnlaufprobleme P1–P3 besteht darin, daß die Lösung der Bahn zu einer Ausdehnung der Bahn in der Laufrichtung führt, im folgenden Maschinenrichtung-Ausdehnung (MD-Ausdehnung) genannt, die ihrerseits eine übergroßen Bahnlänge verursacht, die dem nächsten oberen Zylinder zugeführt wird, wodurch Falten in der Querrichtung entstehen.

Abgesehen von diesen Problemen P1–P3 gibt es in der Trockenpartie einer Papierherstellungsmaschine zudem das allgemeine Problem (P4) des Schrumpfens der Bahn in ihrer Querrichtung, was im folgenden als Querrichtungsschrumpfen (CD-Schrumpfen) bezeichnet wird. Normalerweise war es äußerst schwierig das CD-Schrumpfen zu vermeiden, was zu einem ungleichmäßigen Profil der Papiereigenschaften in Querrichtung führt. Infolge dieses CD-Schrumpfens kann eine maximale Bahnbreite in der Trockenpartie nicht beibehalten werden.

Bei einem Versuch der Überdruckzone am Eingang des unteren Zylinders (bei "2" in der Zeichnung) entgegenzuwirken, d. h. daß Problem P2 zu lösen, ist es bekannt, Gebläsekästen zu verwenden, die durch Ausblasen einen lokalen Unterdruck am Eingangsspalt des unteren Zylinders C1 erzeugen.

Um das Problem P2 zu lösen und somit das Laufverhalten zu verbessern, wurde weiterhin vorgeschlagen, daß der untere Zylinder Rillen oder Blindbohrungen haben soll, um den Überdruck am Walzenspalt zu absorbieren.

Ein weiteres Prinzip, das sich der Beseitigung des Überdrucks am Eingangsspalt (P2) des unteren Zylinders zuwendet, basiert auf der Anbringung von Saugwalzen anstelle von ebenen Zylindern, um so den Lauf der Bahn bei hohen Geschwindigkeiten zu verbessern. Dadurch, daß die Bahn gegen das Trockentuch entlang der Saugwalze gesaugt wird, trägt diese Technik ebenfalls positiv zur Verringerung des Problems (P4) des CD-Schrumpfens bei.

Diese bekannten Techniken zum Verbessern des Transportes der Bahn und des Laufverhaltens haben sich jedoch als unzureichend bei hohen Maschinengeschwindigkeiten erwiesen, die heute erwünscht sind.

Um dem CD-Schrumpfen entgegenzuwirken, ist es ebenfalls bekannt, über die gesamte Trocknungszeit oder deren zugehörige Bauteile, nach außen wirkende Kräfte, die dem Schrumpfen entgegenwirken, an den seitlichen Rändern des Bahn mechanisch aufzuwenden, wie es beispielsweise in SE 440.518, SE 462.171 und SE 468.217 beschrieben ist. Die Techniken, die in diesen Druckschriften erläutert sind, sind jedoch kompliziert anzuwenden und führen zu einer relativ ungleichmäßigen Befestigung. Darüber hinaus bildet sich unerwünschter Abfall, wenn die Bahnränder, die in der Trockenpartie befestigt werden, abgeschnitten werden müssen, nachdem die nach außen wirkenden Kräfte nicht länger wirken sollen.

US-A-5.397.438 beschreibt ein Verfahren zum Verringern des Schrumpfens einer Papierbahn in Querrichtung, wenn diese durch eine SR-Trockenpartie einer Papierherstellungsmaschine läuft. Ein Haftmittel wird ununterbrochen auf die Seitenränder des Trockentuches aufgebracht, das die Bahn stützt, um eine größere Reibung zwischen der Bahn und dem Trockentuch an den Rändern zu erzeugen. Bei der beschriebenen Ausführungsform wird ein Klebstoff als Haftmittel verwendet.

Es wird insbesondere darauf hingewiesen, daß es, um all diesen Wünschen gerecht zu werden, nicht ausreicht, eine Verwerfung zwischen der Bahn und dem Trockentuch zu verhindern. Um dem Schrumpfen entgegenzuwirken, muß insbesondere bei CD aber auch bei MD ebenfalls verhindert werden, daß die Bahn auf dem Trockentuch rutscht.

Ein weiteres Trocknungsproblem besteht darin, daß die Trocknung der Papierbahn dazu neigt, an den Rändern der Bahn größer zu sein, als in dessen Mitte. Um dieses Problem zu vermeiden, wurden Trockentücher mit einer profilierten Luftdurchlässigkeit entwickelt, wie es beispielsweise in FI 59837 und SE 8204524-6 beschrieben ist. Diese Trockentücher wurden mit unterschiedlicher Garndichte in der Mitte und an den Rändern gewebt.

US 3 573 089 beschreibt ein Verfahren zum Herstellen eines Papierherstellungs-Drahtgewebes mit einer hydrophilen Beschichtung. Die Oberfläche von Kette und Schuß des Drahtgewebes ist mit einem hydrophilen Film versehen. Bei einer Ausführungsform wird eine haftende Kunstharzbeschichtung verwendet, die auf die Gebwebeoberfläche aufgebracht wird, bevor die hydrophile Beschichtung auf den in dieser Weise aufgebrachten Kunststoff aufgetragen wird. Die Druckschrift erwähnt Polyurethan als ein mögliches Material für ein derartiges haftendes Kunstharz. Dieses haftende Kunstharz bildet jedoch keinen Teil der hydrophilen Beschichtung. Hydrophile Beschichtungen auf Polyurethanbasis sind in dieser Druckschrift nicht erwähnt.

Unter Berücksichtigung des Standes der Technik sei darauf hingewiesen, daß es bekannt ist, Chemikalien in den Zwischenräumen zwischen den Fäden eines gewebten Trockentuches aufzubringen, um die Durchlässigkeit und/oder das Zwischenraumvolumen zu steuern und eine gleichmäßigere Oberfläche zu erzeugen.

Beschreibung der Erfindung und Ausführungsformen derselben

Die vorliegende Erfindung wurde entwickelt, um die oben erwähnten Probleme P1–P4 in Trockenpartien einer Papierherstellungsmaschine mit einem Einfachdurchgang zu lösen oder wenigstens um ein beträchtliches Maß zu verringern.

Insbesondere besteht das Ziel der Erfindung darin, ein Trockentuch vorzuschlagen, das einen guten Transport der Bahn und ein exzellentes Laufverhalten bei hohen Geschwindigkeiten gestattet und das dem Schrumpfen der Bahn, insbesondere dem CD-Schrumpfen entgegenwirkt.

Diese und weitere Ziele werden mit einem Trockentuch erreicht, das über die Merkmale gemäß Anspruch 1 verfügt, wobei bevorzugte Ausführungsformen in den abhängigen Ansprüchen definiert sind.

Ein Trockentuch gemäß der vorliegenden Erfindung ist somit dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens ein Teil der Fadenflächen, die an der Papierbahn anliegen, hydrophil sind, um eine Haftung zwischen dem Trockentuch und der Papierbahn in einer Trockenpartie zu erzeugen.

Dank des Aufbaus des Trockentuchs der Erfindung verhindern die hydrophilen Kontaktflächen der Fäden, die an der Papierbahn anliegen, daß die Bahn auf dem Trockentuch in CD als auch in MD rutscht und sich von dem Trockentuch löst. Dadurch werden sämtliche Probleme P1–P4 durch eine Abänderung des Trockentuches gelöst oder wenigstens um ein beträchtliches Maß verringert, ohne daß umfangreiche Änderungen an der Trockenpartie notwendig sind oder komplizierte Randbefestigungsanordnungen des Typs verwendet werden müssen, die bei den oben erwähnten Bezugnahmen erwähnt wurden.

Es wird darauf hingewiesen, daß sich der Begriff "Adhäsion" auf eine Kraft bezieht, die auftritt, wenn das Trockentuch und die Bahn miteinander in Kontakt stehen, und daß die hydrophilen Eigenschaften des Trockentuches somit an sich nicht implizieren, daß die Papierseite des Trockentuches im allgemeinen im traditionellen Sinne haftend ist, d. h. an einem beliebigen Material haftet. Dies ist ein wichtiger Unterschied im Vergleich zu dem, der in der oben erwähnten US-A-5.397.438 beschrieben ist.

Traditionelle Trockentücher sind aus Garnen gewebt, die aus Rohmaterialien hergestellt sind, die eine hydrophobe Oberfläche haben, wie etwa Polyester, wodurch die Garnoberflächen wasserabweisend sind, d. h. abweisend für die Papierbahn, die eine bestimmte Menge Wasser enthält. Ein Trockentuch gemäß der Erfindung läßt aufgrund der hydrophilen Kontaktflächen der Garne sozusagen die Bahn an sich selbst haften, was zu einem exzellenten Bahntransport und exzellenten Laufverhalten wie auch einem verringerten Schrumpfen führt. Es wird darauf hingewiesen, daß die Haftkraft zwischen dem Trockentuch in einer Trockenpartie mit einem Einzeldurchlauf kein Problem ist, da die Bahn bei dieser Art von Trockenpartie das Trockentuch zwischen den Zylindern in der Trockengruppe wie beim Stand der Technik mit getrennten oberen und unteren Trockentüchern nicht verlassen sollte.

Es wird zudem darauf hingewiesen, daß die Anordnung der hydrophilen Kontaktflächen der Fäden auf der Papierseite nicht die mechanische Oberflächenrauheit der Papierseite beeinflussen muß, die somit durch den Aufbau der Erfindung des Trockentuches vollständig unbeeinflußt oder wenigstens nicht merklich beeinflußt bleibt.

Die Adhäsions- oder Reibungseigenschaften zwischen dem Trockentuch und der Papierbahn, die gemäß der Erfindung verbessert sind, führen zu einer verbesserten Leistungsfähigkeit in zahlreichen Aspekten:

  • – Die Bahnsteuerung oder der Transport wird in Trockenpartien mit einer geschlossenen Überführung verbessert, da die Adhäsion die Bahn am Trockentuch hält und somit den Verwertungen entgegenwirkt, wodurch es möglich wird, die Maschine mit hohen Geschwindigkeiten zu betreiben.
  • – Das CD-Schrumpfen der Papierbahn in der Trockenpartie wird verringert, da die Adhäsion verhindert, daß sich die Bahn bewegt, d. h. auf der Oberfläche des Trockentuches rutscht.
  • – Das Einfädeln des Endstückes, wenn die Bahn zu Beginn in die Trockenpartie eingeleitet werden soll, ist vereinfacht. Beim Einfädeln des Endstückes, wird die Breite jenes Endes der Bahn, das in die Trockenpartie eingeleitet werden soll, verringert, und wenn der entsprechende Oberflächenbereichsabschnitt des Trockentuches, wie etwa ein Seitenrandabschnitt, hydrophile Kontaktflächen der Fäden hat, wird die Anbringung der Bahn am Trockentuch aufgrund der Adhäsion vereinfacht.
  • – Bei geschlossenen Überführungspositionen, wie etwa zwischen dem Preßabschnitt der Papierherstellungsmaschine und der nachfolgenden Trockenpartie, oder zwischen benachbarten Trockengruppen der Trockenpartie kann die Erfindung die Bahnsteuerung und die Bahnaufnahme verbessern. Eine unerwünschte MD-Dehnung und ein daraus folgendes CD-Schrumpfen der Bahn in den Freiläufen zwischen unterschiedlichen Partien kann beseitigt oder es kann diesem wenigstens entgegengewirkt werden, da es möglich ist, das haftende Trockentuch dichter am Ausgang der vorhergehenden Partie laufen zu lassen und dort "haften" zu lassen und die Bahn aufzunehmen.

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten der Vorbereitung der hydrophilen Kontaktflächen der Fäden. Gemäß einer ersten Ausführungsform der Erfindung ist der gewebte Aufbau des Trockentuches mit einer hydrophilen Oberflächenbeschichtung auf der Papierseite des Trockentuches versehen, d. h. die hydrophile Oberflächenbeschichtung wird auf ein bereits gewebtes Trockentuch, bevor dasselbe in der Maschine angebracht wird, beispielsweise als abschließender Schritt bei der Herstellung des Trockentuches aufgebracht. Es ist jedoch möglich, das Trockentuch aus der Maschine nach einer bestimmten Benutzungsdauer für eine Neubehandlung zu entfernen, wie etwa wenn die Trockentuchoberfläche aufgrund des Zusetzens oder der Abnutzung der Oberfläche seine hydrophile Funktion nicht länger erfüllen kann. Eine derartige Oberflächenbeschichtung findet sich dann auf den Kontaktflächen der Fäden, die an der Bahn haften sollten, und an den Schnittpunkten zwischen den Kett- und Schußfäden des gewebten Struktur. In Abhängigkeit der Wahl des Materials für die Oberflächenbeschichtung, kann letzteres zusätzlich zur Adhäsionsfunktion an der Bahn somit eine erhöhte Versteifung und/oder Stabilisierung des Trockentuches erzeugen. Andererseits wird die Oberflächenrauigkeit des Papiers normalerweise nicht beeinflußt.

Eine derartige Oberflächenbeschichtung kann auf die Papierseite des Trockentuches auf unterschiedliche Weise aufgebracht werden, wie etwa durch Sprühen oder durch mechanisches Auftragen mit Hilfe einer Walze, die das Oberflächenbeschichtungsmaterial aus einem Tank aufnimmt.

Es ist offensichtlich, daß eine Oberflächenbeschichtung als abschließender Schritt in Verbindung mit der tatsächlichen Herstellung des Trockentuches oder als Alternative hinterher auf ein bestehendes Trockentuch aufgebracht werden kann, bevor dieses in der Maschine angebracht wird.

Unabhängig von der Technik, die für den Auftrag der Oberflächenbeschichtung auf die Papierseite des Trockentuches verwendet wird, wird die Oberflächenrauigkeit der Papierseite durch die Oberflächenbeschichtung normalerweise nicht merklich beeinflußt. Die Dicke einer derartigen Oberflächenbeschichtung sollte somit relativ gering sein und in jedem Fall 0,1 mm nicht überschreiten. Die bevorzugten Dicken der Oberflächenbeschichtung liegen im Bereich von 0,01–0,05 mm.

Die Beschichtung der Substanz bei der Ausgabe und die anschließende Vernetzung der Moleküle, die darin enthalten sind, kann nach dem Weben entweder auf dem Lagerstück oder auf dem fertigen Trockentuch (das fertige Trockentuch in den korrekten Abmessungen, mit einer Naht etc.) erfolgen. Dies steht im Widerspruch zur oben erwähnten US-A-5.397.438, bei der keine Vernetzung des aufgetragenen Klebstoffes erfolgt, bevor das Trockentuch verwendet wird, da sonst die Klebewirkung verloren gehen würde.

Gemäß der Erfindung kann eine derartige hydrophile Oberflächenbeschichtung auf die gesamten Papierseite der Trockentuches oder lediglich auf Teilen desselben aufgetragen werden. Gemäß einer Ausführungsform wird die Oberflächenbeschichtung beispielsweise als zwei ununterbrochene Bänder entlang der Seitenrandabschnitte des Trockentuches aufgebracht. Es ist ebenfalls möglich, ein gewünschtes Adhäsions-Querrichtungsprofil des Trockentuches vorzusehen, indem der Grad der Oberflächenbeschichtung über die Breite des Trockentuches variiert wird und/oder unterschiedliche Oberflächenbeschichtungsmaterialien auf unterschiedlichen Abschnitten des Trockentuches verwendet werden, die zu variierenden hydrophilen Eigenschaften in Querrichtung des Trockentuches führen, wie etwa zu einer relativ hohen Adhäsion in den Randbereichen des Trockentuches und einer relativ geringen Adhäsion im zentralen Abschnitt des Trockentuches. Wenn die Adhäsion in der Querrichtung des Trockentuches variiert, sollte sie in der Maschinenrichtung natürlich konstant sein.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung sind die hydrophilen Kontaktflächen der Fäden durch die gewebte Struktur vorbereitet, die aus Fäden gewebt ist, von denen wenigstens einige eine hydrophile Umfangsfläche vor dem Weben haben. Eine derartige hydrophile Umfangsfläche der Fäden kann durch Aufbringen einer Oberflächenbeschichtung vorbereitet werden, die die Fäden umschließt. Es kann dieselbe Beschichtungsdicke wie bei der zuerst erwähnten Ausführungsform der Oberflächenbeschichtung verwendet werden. Mit derartigen "fertigen" Fäden, auf deren Haut die Beschichtung bereits vor dem Weben des Trockentuches vernetzt ist, ist es bereits möglich, die Eigenschaften des Trockentuches auf dem Webstuhl festzulegen, da das Webmuster und die Wahl der Materialien den Lauf der Fäden bei der Ausgabe festlegen.

Wenn die Gewebestruktur des Trockentuches zwei oder mehr Garnschichten enthält, was häufig auftritt, kann die Garnschicht, die die Papierseite des Trockentuches bildet, vollständig oder teilweise aus derartigen Fäden gewebt sein, die eine hydrophile Umfangsfläche haben, während die darunterliegende Schicht vollständig oder teilweise aus Fäden gewebt ist, die eine nicht-hydrophile Umfangsfläche haben. Natürlich ist es ebenfalls möglich, ein mehrschichtiges Trockentuch ausschließlich aus Fäden zu weben, die eine hydrophile Hautoberfläche haben.

Auch wenn das Trockentuch aus anfänglich hydrophilen Fäden gewebt wird, ist es möglich, spezielle Querrichtungsprofile der hydrophilen Eigenschaft durch Wählen unterschiedlicher Arten von Fäden in Querrichtung des Trockentuches und/oder durch Variieren des Webmusters vorzubereiten. Beispielsweise kann die Adhäsion lokal erhöht werden, indem längere Stränge hydrophilen Fäden auf der Papierseite des Trockentuches gewebt werden.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung haben die hydrophilen Kontaktflächen eine Oberflächenenergie von etwa 40–75 mJ/m2, was mit Trockentüchern verglichen werden kann, die aus Monofilamentfäden aus Polyester mit einer Oberflächenenergie von etwa 30 mJ/m2 gewebt sind.

Tabelle 1 zeigt im folgenden eine exemplarische Zusammensetzung einer aktiven Substanz für die Verwendung als hydrophile Oberflächenbeschichtung der Papierseite des Trockentuches. Diese Substanz kann wahlweise in Abhängigkeit des Typs der Auftragsvorrichtung und der gewählten Auftragsmenge mit Wasser verdünnt werden, um in dünneren Schichten aufgetragen zu werden.

Praktische Experimente, die mit einem beschichteten Trockentuch ausgeführt wurden, das gemäß der oben erwähnten Formel vorbereitet wurde, lieferten gute Ergebnisse und bestätigten die technische Auswirkung der Erfindung. Der Auftrag des hydrophilen Materials auf das Trockentuch wurde durch die Walzenauftragstechnik bei einer relativ hohen Geschwindigkeit (10 m/min) ausgeführt, wobei es wünschenswert ist, lediglich jeweils eine dünne Schicht aufzutragen, um die Bildung von Tropfen zu vermeiden. Nach dem Auftragen der erforderlichen Menge der Substanz wurde das Trockentuch bei etwa 90° getrocknet, während es mit einer relativ geringen Geschwindigkeit (0,5 m/min) transportiert wurde. Schließlich konnte das Trockentuch bei 150° aushärten. Das auf diese Weise ausgebildete Trockentuch funktionierte in exzellenter Weise auf einer Maschine, die feines Papier (700 m/min; 50–110 g/m2) herstellt. Das Trockentuch der Erfindung war in der sechsten und siebten Trockengruppe nach der Beschichtungseinheit am Ende der Maschine angebracht. Für den Fall von Bremsen an der Pope, die die Aufwickelvorrichtung ist, bei der die Papierbahn auf eine Rolle gewickelt wird, war es einfach, die Papierbahn ohne Flattern vorübergehend nach unten in den Keller zu leiten. Da die Papierbahn dem Trockentuch folgt, war ein erneutes Einfädeln der gesamten Maschine nicht erforderlich, was bedeutet, daß Zeit eingespart und dieselbe Qualität wie vor der Unterbrechung beibehalten wird.

Darüber hinaus haben praktische Versuche die technische Wirkung der Beschichtung lediglich am Rand des Trockentuches bestätigt, was zu einem einfacheren Einfädeln des Endstückes der Bahn im Vergleich zu einem entsprechenden Trockentuch ohne Beschichtung führt.

Eine vergleichende Kontaktwinkelmessung und Umwandlung in Oberflächenenergie wurde zudem in Labortests ausgeführt, wobei Tabelle II das Ergebnis für ein Garn der Hoechst AG (DE) ohne und mit einer Beschichtung gemäß der Formel in Tabelle I zeigt.

Tabelle II

Abschließend sei erwähnt, daß es in Abhängigkeit der gewählten Substanz zum Vorbereiten der hydrophilen Eigenschaften des Trockentuches vorteilhaft sein kann, das Trockentuch nach der Installation desselben leerlaufen zu lassen, um ein Aushärten und Vernetzen sowie das Entfernen von Lösungsmitteln auszuführen, sofern diese verwendet wurden.


Anspruch[de]
  1. Trockentuch (V) in einer Trockenpartie (C1–C2) mit einer geschlossenen Überführung in einer Papiermaschine, das eine aus Fäden gewebte Struktur umfasst, wobei eine Seite der Struktur, die als die Papierseite bezeichnet wird, so eingerichtet ist, dass sie eine Papierbahn (B) in der Trockenpartie trägt und an ihr anliegt, wobei wenigstens einige der Fadenkontaktflächen, die sich auf der Papierseite des Trockentuchs (V) befinden und die beim Einsatz des Tuchs an der Papierbahn (B) anliegen, hydrophil sind und so Adhäsion zwischen dem Tuch und der Papierbahn bewirken, und wobei die gewebte Struktur, um die Fadenkontaktflächen hydrophil zu machen, mit einer hydrophilen Oberflächenbeschichtung auf der Papierseite des Trockentuchs versehen ist, wobei die Oberflächenbeschichtung eine hydrophile Substanz auf Polyurethanbasis enthält und die hydrophilen Fadenkontaktflächen eine Oberflächenenergie von ungefähr 40–75 mJ/m2 haben.
  2. Trockentuch nach Anspruch 1, wobei die hydrophile Oberflächenbeschichtung eine Dicke von nicht mehr als 0,1 mm hat.
  3. Trockentuch nach Anspruch 1 oder 2, wobei die hydrophile Oberflächenbeschichtung über der gesamten Oberfläche der gewebten Struktur auf der Papierseite des Trockentuchs angeordnet ist.
  4. Trockentuch nach Anspruch 1 oder 2, wobei die hydrophile Oberflächenbeschichtung nur teilweise über der Oberfläche der gewebten Struktur auf der Papierseite des Trockentuchs angeordnet ist.
  5. Trockentuch nach Anspruch 4, wobei die hydrophile Oberflächenbeschichtung die Form kontinuierlicher Streifen an Randabschnitten der gewebten Struktur auf der Papierseite des Trockentuchs hat.
  6. Trockentuch nach Anspruch 1, wobei die hydrophilen Fadenkontaktflächen eine Oberflächenenergie haben, die in einer Querrichtung des Trockentuchs einem vorgegebenen Profil entsprechend variiert.
  7. Trockentuch (V) in einer Trockenpartie (C1–C2) mit einer geschlossenen Überführung in einer Papiermaschine, das eine aus Fäden gewebte Struktur umfasst, wobei eine Seite der Struktur, die als die Papierseite bezeichnet wird, so eingerichtet ist, dass sie eine Papierbahn (B) in der Trockenpartie trägt und an ihr anliegt, wobei wenigstens einige der Fadenkontaktflächen, die sich auf der Papierseite des Trockentuchs befinden und die beim Einsatz des Tuchs an der Papierbahn anliegen, hydrophil sind und so Adhäsion zwischen dem Tuch und der Papierbahn bewirken, und wobei auf der Papierseite des Trockentuchs die gewebte Struktur, um die Fadenkontaktflächen hydrophil zu machen, aus Fäden gewebt ist, von denen wenigstens einige eine hydrophile Umfangsfläche aufweisen, und wobei die hydrophilen Fadenkontaktflächen eine Oberflächenenergie von ungefähr 40–75 mJ/m2 haben.
  8. Trockentuch nach Anspruch 7, wobei die hydrophile Umfangsfläche aus einer hydrophilen Oberflächenbeschichtung besteht, die die Fäden umschließt, von denen wenigstens einige eine hydrophile Umfangsfläche aufweisen.
  9. Trockentuch nach Anspruch 8, wobei die hydrophile Oberflächenbeschichtung eine Dicke von nicht mehr als 0,1 mm hat.
  10. Trockentuch nach Anspruch 7, wobei die Fäden, von denen wenigstens einige eine hydrophile Umfangsfläche aufweisen, aus einem Rohling mit hydrophilen Oberflächeneigenschaften hergestellt werden, um die Fadenkontaktflächen hydrophil zu machen.
  11. Trockentuch nach einem der Ansprüche 7–10, wobei die gewebte Struktur zwei oder mehr Fadenschichten umfasst, von denen eine Schicht, die die Papierseite des Trockentuchs bildet, vollständig oder wenigstens teilweise aus solchen Fäden gewebt ist, die eine hydrophile Umfangsfläche aufweisen.
  12. Trockentuch nach einem der Ansprüche 7–11, wobei die hydrophilen Fadenkontaktflächen eine Oberflächenenergie haben, die in einer Querrichtung des Trockentuchs einem vorgegebenen Profil entsprechend variiert.
  13. Trockenpartie (C1–C2) einer Papiermaschine, wobei die Trockenpartie eine Trockentuch (V) nach einem der vorangehenden Ansprüche enthält.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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