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Dokumentenidentifikation DE10155006B4 16.12.2004
Titel Fahrzeugkran mit Superlifteinrichtung
Anmelder Terex-Demag GmbH & Co. KG, 66482 Zweibrücken, DE
Erfinder Frankenberger, Ralf, 67661 Kaiserslautern, DE;
Lattwein, Jörg, Dr., 66763 Dillingen, DE;
Kretschmer, Manfred, 40723 Hilden, DE
Vertreter P.E. Meissner und Kollegen, 14199 Berlin
DE-Anmeldedatum 06.11.2001
DE-Aktenzeichen 10155006
Offenlegungstag 15.05.2003
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 16.12.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.12.2004
IPC-Hauptklasse B66C 23/88
IPC-Nebenklasse B66C 13/56   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Fahrzeugkran mit einem Unterwagen und einem um eine vertikale Achse schwenkbar darauf angeordneten Oberwagen, mit einer am Oberwagen angelenkten, um eine horizontale Achse schwenkbaren Auslegereinrichtung zum Heben einer Last sowie einer als Superlifteinrichtung ausgebildeten traglaststeigernden Gegengewichtseinrichtung, die mit dem Oberwagen in der Weise verbunden ist, dass das Gegengewicht der Superlifteinrichtung (SL-Gegengewicht) zur Ausführung von Schwenkbewegungen des Oberwagens vom Boden abhebbar und der Schwenkradius des SL-Gegengewichts veränderbar ist, und mit einer elektronischen Steuerungseinrichtung zur Betätigung von Antriebsaggregaten des Fahrzeugkrans, die mindestens mit einer Recheneinrichtung und für die Bedienperson des Fahrzeugkrans mit einem Display sowie einer Eingabeeinrichtung zur Dateneingabe versehen ist.

Derartige Fahrzeugkrane sind vielfach mit einem Raupenfahrwerk versehen und können als Ausleger über einen wippbaren Gittermastausleger verfügen. Letzterer kann über eine mit einem am Oberwagen angebrachten und in der Wippebene liegenden schräg nach hinten geneigten Mast und eine daran angebrachte Seilabspannung in seiner Neigung kontinuierlich verändert werden. Üblicherweise ist der Oberwagen mit einem Gegengewicht bestückt. Zur weiteren Traglaststeigerung kann über den Mast in Form einer sogenannten Superlifteinrichtung zusätzlicher Ballast als Gegengewicht zur zu hebenden Last angehängt werden (SL-Gegengewicht). Das SL-Gegengewicht kann beispielsweise auf einer Traverse oder auch auf einem sogenannten Gegengewichtswagen angeordnet sein, die bzw. der jeweils über eine entsprechende Seilaufhängung an den Mast angehängt wird. Der horizontale Abstand zwischen der Drehachse des Oberwagens und dem Schwerpunkt des SL-Gegengewichts wird als SL-Gegengewichtsradius bezeichnet. Entsprechendes gilt hinsichtlich des Begriffs Lastradius in Bezug auf die an den Fahrzeugkran angehängte Last. Wenn der Oberwagen des Fahrzeugkrans bei angehängtem SL-Gegengewicht Schwenkbewegungen um seine vertikale Drehachse ausführen soll, kann durch entsprechende Steuerung des Fahrwerks eines Gegengewichtswagen dieser vielfach der Schwenkbewegung folgen. Sofern im Schwenkbereich allerdings Bodenhindernisse vorhanden sind, ist dies nicht mehr möglich. In solchen Fällen muss ebenso wie im Fall der Anordnung des SL-Gegengewichts auf einer Traverse sichergestellt sein, dass unter den Lastbedingungen der jeweiligen Hebeaufgabe ein Anheben des SL-Gegengewichts vom Boden möglich ist, ohne dass die Stabilitätskriterien (z.B: Standsicherheit, Bauteilfestigkeit) und die Kapazitätkriterien (z.B: Seilgrenzen) verletzt werden.

Bei einer durchzuführenden Hebeaufgabe ist im Regelfall der Lastradius beim Aufnehmen einer Last unterschiedlich zum Lastradius beim Absetzen dieser Last. Somit verändert sich das Lastmoment während einer Hebeaufgabe zum Teil beträchtlich. Das zum Ausgleich herangezogene Gegengewichtsmoment muss hierauf Rücksicht nehmen und vielfach während der Durchführung einer Hebeaufgabe verändert werden, da beispielsweise bei einer wesentlichen Verminderung des Lastradius das Gegengewichtsmoment des SL-Gegengewichts so stark überwiegt, dass ein Anheben des Gegenwichts zur Ermöglichung von Schwenkbewegungen des Oberwagens aus Stabilitätsgründen nicht mehr möglich ist. In solchen Fällen kann beispielsweise eine Verminderung des SL-Gegengewichts notwendig werden. Dies ist aber mit einem erheblichen Umrüstaufwand verbunden. Häufig reicht es aber bereits aus, den effektiven Gegengewichtsradius an die geänderten Bedingungen anzupassen. Vielfach ist das SL-Gegengewicht über eine im wesentlichen horizontal oder zumindest flach verlaufende Teleskopstange, die beispielsweise durch einen Hydraulikzylinder in ihrer Länge veränderbar ist, mit dem Oberwagen verbunden. Durch Einziehen oder Ausfahren der Teleskopstange lässt sich das SL-Gegengewicht auf einen kleineren oder größeren Radius verstellen, so dass ein Gegengewichtsmoment einstellbar ist, bei dem unter dem aktuellen Lastmoment ein problemloses Anheben des SL-Gegengewichts, das üblicherweise in einer Größenordnung von etwa 30 cm vom Boden liegt, möglich ist.

Da der Transport von Gegengewichten aufwendig und teuer ist, besteht regelmäßig der Wunsch, so wenig Gegengewicht wie nötig zum Einsatzort des Fahrzeugkrans zu transportieren. Auf der anderen Seite bestehen vielfach erhebliche Unsicherheiten über die tatsächliche Größenordnung einer zu hebenden Last. So kann beispielsweise bei einer außer Betrieb genommenen verfahrenstechnischen Anlage durch Ablagerung von Produktionsrückständen in der Anlage dessen tatsächliches Gewicht erheblich über dem exakt bekannten früheren Montagegewicht liegen. Daher müssen bei der Vorbereitung einer Hebeaufgabe entsprechende Unsicherheiten nach Möglichkeit Berücksichtigung finden. Eine solche Planungsaufgabe erfordert ebenso wie die tatsächliche Durchführung der Hebeaufgabe, die mit der Notwendigkeit mehrfacherer Veränderungen von Lastradius und Gegengewichtsradius aufgrund von entsprechenden Hindernissen im Baustellenbereich notwendig sein können, große Sorgfalt und die Beachtung umfangreicher Traglast-Tabellenwerke. Wegen des erheblichen Gefahrenpontentials von Schwerlasttransporten kommt dabei dem Sicherheitsaspekt eine ganz besondere Bedeutung zu.

Fahrzeugkrane, die mit Sensoren ausgestattet sind, die es in Verbindung mit einem Rechenprogramm und einer Display-Anzeige erlauben dem Bediener ein Arbeitsfeld anzuzeigen, mit sicheren und unsicheren Arbeitsbereichen, sind bekannt, und zwar beispielsweise aus der DE 689 29 092 T2 und der EP 0 857 687 A1.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen gattungsgemäßen Fahrzeugkran dahingehend zu verbessern, dass Hebeaufgaben für den Kran unter Minimierung des Umrüstaufwands bei möglichst kleinem mitzuführenden Gegengewicht mit großer Sicherheit für den Kranbediener durchführbar sind.

Gelöst wird diese Aufgabe ausgehend von einem gattungsgemäßen Fahrzeugkran durch die im kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs 1 angegebenen Merkmale. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.

Die Erfindung sieht vor, dass in der elektronischen Steuerungseinrichtung ein Programm gespeichert ist, welches aus den Parametern Lastgröße und Lastradius sowie Größe des SL-Gegengewichts und des SL-Gegengewichtsradius unter Berücksichtigung der Stabilitäts- und Kapazitätskriterien des Fahrzeugkrans ein Arbeitsfeld für Kranparameter ermittelt und auf dem Display für den Kranbediener graphisch darstellt, welches für die Durchführung der anstehenden Hebeaufgabe benutzt werden kann. Das Arbeitsfeld weist eine obere Begrenzung und eine untere Begrenzung auf, innerhalb deren die jeweils in der Grafik dargestellten Parameter bei Konstanz der übrigen Parameter gefahrlos veränderbar sind. Dabei ist ein Abhehen des SL-Gegengewichts vom Boden jederzeit gewährleistbar. Zusätzlich ist die aktuelle Größe der Parameter der Grafik im laufenden Kranbetrieb innerhalb des Arbeitsfeldes anzeigbar. Dies kann grundsätzlich beispielsweise durch Zahlenanzeigen realisiert sein. Vorzugsweise handelt es sich bei der Anzeige der aktuellen Parameterwerte jedoch um eine graphische Anzeige. Insbesondere kann vorgesehen sein, dass die aktuelle Größe der Parameter aus dem laufenden Kranbetrieb durch ein Fadenkreuz dargestellt wird. Dies empfiehlt sich vor allem dann, wenn in vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung die Begrenzungen des Arbeitsfeldes durch Linienzüge, insbesondere unterschiedlich strukturierte und/oder unterschiedlich farbige Linienzüge auf dem Display dargestellt werden. Alternativ könnte ein Arbeitsfeld auch beispielsweise durch Balkendiagramme wiedergegeben werden. Eine graphische Darstellung hat gegenüber der Darstellung von reinen Zahlenwerten den großen Vorteil, dass sie vom Kranbediener intuitiv und damit sehr schnell und sicher erfassbar ist.

Im Hinblick auf die Anzeige der aktuellen Größe der in der Grafik dargestellten Parameter aus dem laufenden Kranbetrieb kann vorgesehen sein, dass diese lediglich auf entsprechende Anforderung des Kranbedieners erfolgt. Sehr viel sicherer und im Rahmen der Erfindung bevorzugt ist es, diese Anzeige kontinuierlich selbsttätig vorzunehmen. Das bedeutet, dass die dem Arbeitsfeld entsprechenden aktuellen Betriebsparameter des Fahrzeugkrans automatisch in der Anzeige auf dem Display nachgeführt werden. Der Kranbediener ist somit jederzeit in der Lage, sich Gewißheit darüber zu verschaffen, an welcher Stelle des erlaubten Arbeitsfeldes sich sein Kran gerade befindet, so dass er seinen aktuellen Handlungsspielraum stets vor Augen hat.

Zweckmäßigerweise werden als Parameter des Arbeitsfeldes der Lastradius und der Gegengewichtsradius graphisch angezeigt. Dementsprechend sieht die Erfindung in bevorzugter Weiterbildung vor, dass die elektronische Steuerungseinrichtung des Fahrzeugkrans signaltechnisch mit einer Sensorik zu aktuellen Ermittlung des eingestellten Lastradius und des eingestellten SL-Gegengewichtsradius verbunden ist. In diesem Zusammenhang ist es besonders vorteilhaft, wenn der Fahrzeugkran über eine maschinelle Verstelleinrichtung für den SL-Gegengewichtsradius verfügt, die vom Kranbediener betätigt werden kann.

Weiterhin zweckmäßig ist es, eine Messeinrichtung zur Ermittlung der aktuellen Größe der an dem Fahrzeugkran anhängenden Last vorzusehen und diese signaltechnisch mit der elektronischen Steuerungseinrichtung zu verbinden. Prinzipiell möglich ist es selbstverständlich, stattdessen eine separate Ermittlung der Lastgröße vorzunehmen und diese beispielsweise über die Eingabeeinrichtung der elektronischen Steuerungseinrichtung von Hand einzugeben. Dies ist aber nicht nur wegen des damit verbundenen manuellen Aufwands, sondern auch wegen des größeren Fehlerrisikos nicht bevorzugt.

Zur weiteren Erhöhung der Betriebssicherheit kann vorgesehen sein, die elektronische Steuerungseinrichtung mit einem Meßgerät signaltechnisch zu verbinden, welches einen Wert für die durch Windeinwirkung hervorgerufene Belastungsänderung am Fahrzeugkran repräsentiert, so dass die Steuerungseinrichtung diese Werte bei der Ermittlung des zulässigen Arbeitsfeldes berücksichtigen kann.

Vorzugsweise ist die elektronische Steuerungseinrichtung in ihrer Betriebsart auf einen Planungsmodus umschaltbar, in dem die unterschiedlichen Belastungszustände des Krans zur Vorbereitung des Arbeitsablaufs einer konkreten Hebeaufgabe simulierbar sind. Dadurch kann der Kranbediener bereits vorab unter variierten Parametereinstellungen untersuchen, welche konkreten Einstellungen zur Minimierung des Gesamtaufwandes besonders günstig sind. Dabei ist es von großem Vorteil, wenn im Planungsmodus nicht nur das bereits erwähnte Arbeitsfeld für die Parameter Lastradius und SL-Gegengewichtsradius, sondern zusätzlich auch ein Diagramm der zulässigen Ober- und Untergrenze der zulässigen Lastgröße bei gegebenem Lastradius und vorgegebener Größe des SL-Gegengewichts in Abhängigkeit vom SL-Gegengewichtsradius anzeigbar ist.

Nachfolgend wird die Erfindung anhand des in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen:

1 eine Display-Anzeige im Arbeitsmodus und

2 eine Displayanzeige im Planungsmodus.

Die in 1 dargestellte Displayanzeige der Steuerungseinrichtung eines erfindungsgemäßen Fahrzeugkrans ist in mehrere Bereiche eingeteilt. Sie weist eine schmale obere Parameterleiste auf, aus der vorgenommene Einstellungen wesentlicher Parameter des Fahrzeugkrans hervorgehen. Diese Parameter, die als Zahlenangaben wiedergegeben sind, sind in ihrer Bedeutung durch Symbole erläutert und somit leicht erfassbar. Im vorliegenden Fall ist beispielsweise angegeben, dass es sich um einen Krantyp mit Superlifteinrichtung handelt, dass die Auslegerlänge 78m beträgt und der maximale SL-Gegengewichtsradius sich auf 25m beläuft. Der Schwenkbereich des Krans ist mit 360° angegeben. Als Zentralballast werden 100t, als Gegengewicht des Oberwagens 280t und als angehängtes SL-Gegengewicht insgesamt 500t eingesetzt. Die Hakenflasche des Krans weist eine Seileinscherung von 2mal 22 auf. Im linken Teil der Bildschirmanzeige ist symbolisch ein Fahrzeugkran mit angehängtem SL-Gegengewicht, das vom Boden abgehoben hat, dargestellt. Da der Fahrzeugkran über eine Sensorik zur Feststellung der aktuellen Einstellung der Auslegerneigung verfügt, kann der entsprechende Wippwinkel angezeigt werden. Im vorliegenden Fall ist er mit 77,3° als Zahlenwert ausgewiesen. Bei dieser Neigung liegt ein Lastradius von 17,0 m vor, der als besonders groß und fett geschriebener Zahlenwert angegeben ist. Die zugehörige mögliche Hakenhöhe beträgt 48,8m und ist am linken Rand angegeben. Der aktuelle SL-Gegengewichtsradius von 22,0 m ist ebenfalls als Zahlenwert am unteren Rand der linken Bildhälfte angegeben. Durch die Zahlenangaben rechts neben dem Bild des Fahrzeugkrans wird mit Emax die maximale Einziehkraft für das Einziehwerk zur Verstellung der Auslegerneigung mit 18t beziffert, wovon aktuell unter Berücksichtigung der anhängenden Last genau 11,6 t eingesetzt werden. Oberhalb des Kransymbols ist mit einem Windsack-Zeichen die aktuelle Windgeschwindigkeit mit 4,6m/s angegeben.

In der rechten Bildhälfte finden sich im oberen Teil Angaben zur angehängten bzw. anhängbaren Last. Die tatsächlich angehängte Last ist mit 830t angegeben, was einer Netto-Last von 819t im vorliegenden Beispiel entspricht. Der letztere Zahlenwert ist farblich unterlegt. Zusätzlich ist die Größe der maximal zulässigen anhängbaren Last mit 890t angegeben. Über diesen Zahlenwerten ist in Form einer Balkengrafik und eines Zahlenwertes von 93% dargestellt, wie weit die maximal zulässige Last durch die tatsächlich anhängende Last von 830t ausgenutzt ist. Im unteren Teil der rechten Bildhälfte ist das erfindungsgemäße Arbeitsfeld für die beiden Parameter SL-Gegengewichtsradius (Abszisse) und Lastradius (Ordinate) dargestellt. Die beiden Radien sind jeweils in Metern angegeben, wobei die Bedeutung der Achsen des Koordinatensystems durch entsprechende Kransymbole verdeutlich wird. Der untere gestrichelt dargestellte Linienzug zeigt auf, welche Größe des Lastradius in Abhängigkeit vom jeweils gerade eingestellten SL-Gegengewichtsradius nicht unterschritten werden darf, wenn der vom Boden abgehobene Zustand des SL-Gegengewichts gewährleistet werden soll. Bei Unterschreiten dieser gestrichelten Untergrenze setzt das SL-Gegengewicht auf dem Boden auf, so dass dann kein Schwenken des Oberwagens mehr vorgenommen werden könnte. Die durchgezogene obere fett angelegte Linie gibt die zulässige Obergrenze für den Lastradius in Abhängigkeit vom SL-Gegengewichtsradius unter den eingestellten Bedingungen (SL-Gegengewicht von 500t und angehängte Last von 830t) an. Zwischen der durchgezogenen und der gestrichelten Linie befindet sich das Arbeitsfeld für den Kran unter den gegebenen Parametereinstellungen, in dem SL-Gegengewichtsradius und Lastradius gefahrlos variiert werden können. Die aktuell vorliegende Einstellung dieser beiden Parameter ist durch ein Fadenkreuz mit einem zusätzlichen kleinen Kreis leicht erfassbar gestellt. Man erkennt die Größe des Gegengewichtsradius von 22m und des Lastradius von 17m, wie dies auch im linken Teil am unteren Rand des Bildschirms zahlenmäßig dargestellt ist.

Der Kranführer erfaßt somit intuitiv, daß im vorliegenden Beispiel bei Beibehaltung des Lastradius von 17m bei der Durchführung von Schwenkbewegungen zur Umgehung etwaiger Hindernisse im Schwenkbereich des SL-Gegengewichts der SL-Gegengewichtsradius problemlos im Bereich von 19m bis etwa 23,5m verändert werden kann. Umgekehrt könnte bei konstant bleibendem SL-Gegengewichtsradius von 22m der Lastradius gefahrlos zwischen 16m und 20m verändert werden. Würde der Lastradius auf über 20m gesteigert werden sollen und somit eine Überschreitung der Stabilitäts- oder Kapazitätskriterien einzutreten drohen, würde in vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung eine automatische Abschaltung des Antriebs für die Verstellung der Auslegerneigung erfolgen, so dass die Betriebsparameter in jedem Fall auf der sicheren Seite bleiben würden.

In der 2 ist die Bildschirmanzeige im Planungsmodus dargestellt. Man erkennt, daß in vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung das Display als Touch-Screen ausgeführt ist und somit nicht nur als Anzeigeeinheit, sondern auch als Eingabeeinheit für Daten dient. Durch Anwählen entsprechender Symbole für den maximal gewünschten Lastradius (20m), die anzuhängende Last (830t), den für die Planung angesetzten Ausgangswert des SL-Gegengewichtsradius (24m) und das vorgesehene SL-Gegengewicht (500t) können die jeweiligen Parameterwerte eingestellt werden, indem die mit entsprechenden schwarzen Pfeilsymbolen gekennzeichneten beiden linken Tasten zur Erhöhung oder Erniedrigung der angezeigten Werte betätigt werden. Die Grafik im linken unteren Teil des Bildes entspricht der aus 1 entnehmbaren Grafik für das zulässige Arbeitsfeld. Im vorliegenden Fall ist allerdings in der Planungsphase eine Parameterkombination für den SL-Gegengewichtsradius und den Lastradius vorgesehen, die außerhalb des zulässigen Arbeitsfeldes liegt, so dass hierbei ein Aufsetzen des SL-Gegengewichts auf den Boden gegeben und keine Verschwenkung des Oberwagens möglich wäre. Sollte aufgrund der Bedingungen an der vorgesehenen Baustelle diese Kombination der Radien unbedingt erforderlich sein, wäre eine Änderung in der Größe des SL-Gegengewichts erforderlich. Dies wäre ohne wesentlichen Aufwand somit bereits in der Planungsphase sicher erkennbar.

Im rechten Teil in der Abbildung von 2 ist die Abhängigkeit der zulässigen anhängbaren Last vom jeweils eingestellten SL-Gegengewichtsradius wiederum in Form eines Arbeitsfeldes mit einer durchgezogenen Linie für die Obergrenze und einer gestrichelten Linie für die Untergrenze wiedergegeben. Der Kranführer kann somit problemlos erkennen, welcher Spielraum ihm für die tatsächlich anhängbare Last bei gestimmten Größen des SL-Gegengewichtsradius bleibt. Bei Bedarf kann er durch einfachen Tastendruck die Parameterkombination ändern und erkennt sofort, in welcher Weise sich sein gewünschter Spielraum für die jeweilige Hebeaufgabe verbessert oder im Fall einer fehlerhaften Eingabe verschlechtert hat.

Durch die vorliegende Erfindung wird die Arbeit für den Bediener eines Fahrzeugkrans in erheblichem Umfang erleichtert und sicherer gemacht. Das aufwendige Studium umfangreicher Traglasttabellen mit der Möglichkeit fehlerhafter Ablesungen entfällt völlig. Da bereits in der Planungsphase ein schnelles und fehlerfreies Simulieren aller wesentlichen Parameter einer Hebeaufgabe vorgenommen werden kann, ist es problemlos möglich, die Größe des zur Baustelle zu transportierenden Gegengewichts auf ein Minimum zu beschränken. Hierdurch lassen sich im Regelfall aufwendige Umrüstungen des Gegengewichts auf der Baustelle während des Hebebetriebs vermeiden. Da kritische Parameterkombinationen durch die Steuerungseinrichtung des Fahrzeugkrans erkannt werden können, werden Gefährdungen durch unzulässige Parameterkombinationen ausgeschlossen. Für den Kranbediener ist jederzeit der vorhandene Spielraum für eine Veränderung insbesondere der beiden Kranparameter Lastradius und SL-Gegengewichtsradius intuitiv leicht erfaßbar. Der hierfür zu betreibende vorrichtungsmäßige Aufwand ist gering.

Ein besonderer Vorteil der Erfindung ist darin zu sehen, daß der Kranbediener zu jedem Zeitpunkt sofort erkennen kann, inwieweit er sich einer kritischen Grenze bereits genähert hat. Hierdurch können nämlich instabile Zustände eintreten, indem sich beispielsweise unter dem Einfluß der Windlast der Lastradius durch ein Pendeln der Last unvorhergesehen auf einen unzulässigen Wert verändert. Dadurch kann es beispielsweise zu einem plötzlichem Aufsetzen des SL-Gegengewichts auf dem Boden kommen, so daß eine gerade stattfindende Schwenkbewegung des Oberwagens plötzlich abgebrochen würde. Hierdurch können besondere Gefahren hervorgerufen werden. Da durch die erfindungsgemäße Ausbildung der Steuerungseinrichtung dem Kranbediener jederzeit die aktuelle Position seiner Betriebsparameter innerhalb des Arbeitsfelds leicht erkennbar vorliegt, kann er solche kritischen Annäherungen an Grenzbereiche von vornherein sicher vermeiden.


Anspruch[de]
  1. Fahrzeugkran mit einem Unterwagen und einem um eine vertikale Achse schwenkbar darauf angeordneten Oberwagen, mit einer am Oberwagen angelenkten, um eine horizontale Achse schwenkbaren Auslegereinrichtung zum Heben einer Last sowie einer als Superlifteinrichtung ausgebildeten traglaststeigernden Gegengewichtseinrichtung, die mit dem Oberwagen in der Weise verbunden ist, dass das Gegengewicht der Superlifteinrichtung (SL-Gegengewicht) zur Ausführung von Schwenkbewegungen des Oberwagens vom Baden abhebbar und der Schwenkradius des SL-Gegengewichts veränderbar ist, und mit einer elektronischen Steuerungseinrichtung zur Betätigung von Antriebsaggregaten des Fahrzeugkrans, die mindestens mit einer Recheneinrichtung und für die Bedienperson des Fahrzeugkrans mit einem Display sowie einer Eingabeeinrichtung zur Dateneingabe versehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass in der elektronischen Steuerungseinrichtung ein Programm gespeichert ist, welches aus den Parametern Lastgröße und Lastradius sowie Größe des SL-Gegengewichts und SL-Gegengewichtsradius unter Berücksichtigung der Stabititäts- und Kapazitätskriterien des Fahrzeugkrans ein Arbeitsfeld ermittelt und auf dem Display graphisch darstellt, wobei das Arbeitsfeld eine obere Begrenzung und eine untere Begrenzung aufweist, innerhalb deren die jeweils in der Grafik dargestellten Parameter bei Konstanz der übrigen Parameter gefahrlos veränderbar sind und dabei ein Abheben des SL-Gegengewichts vom Boden gewährleistbar ist, und wobei die aktuelle Größe der Perameter der Grafik im laufenden Kranbetrieb innerhalb des Arbeitsfeldes ebenfalls anzeigbar ist.
  2. Fahrzeugkran nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Begrenzungen des Arbeitsfeldes durch Linienzüge, insbesondere unterschiedlich strukturierte und/oder unterschiedlich farbige Linienzüge darstellbar sind.
  3. Fahrzeugkran nach einem der Ansprüche 1–2, dadurch gekennzeichnet, dass die aktuelle Größe der dargestellten Parameter im laufenden Kranbetrieb durch ein Fadenkreuz in der Grafik anzeigbar ist.
  4. Fahrzeugkran nach einem der Ansprüche 1–3, dadurch gekennzeichnet, dass die aktuelle Größe der dargestellten Parameter im laufenden Kranbetrieb kontinuierlich selbsttätig anzeigbar ist.
  5. Fahrzeugkran nach einem der Ansprüche 1–4, dadurch gekennzeichnet, dass als Parameter der Lastradius und der SL-Gegengewichtsradius graphisch anzeigbar sind.
  6. Fahrzeugkran nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die elektronische Steuerung des Fahrzeugkrans signaltechnisch mit einer Sensorik zur aktuellen Ermittlung des eingestellten Lastradius und des SL-Gegengewichtsradius verbunden ist.
  7. Fahrzeugkran nach einem der Ansprüche 1–6, dadurch gekennzeichnet, dass die elektronische Steuerungseinrichtung mit einer Meßeinrichtung zur Ermittlung der Größe der an den Fahrzeugkran aktuell anhängenden Last signaltechnisch verbunden ist.
  8. Fahrzeugkran nach einem der Ansprüche 1–7, dadurch gekennzeichnet, dass die elektronische Steuerungseinrichtung mit einem Meßgerät verbunden ist, welches einen Wert für die durch Windeinwirkung hervorgerufene Belastungsänderung repräsentiert, oder ein solcher Wert in die elektronische Steuerungseinrchtung von Hand eingebbar ist und die durch die Windkraft verursachte Änderung der Belastungssituation bei der Ermittlung der Arbeitsfeldes berücksichtigbar ist.
  9. Fahrzeugkran nach einem der Ansprüche 1–8, dadurch gekennzeichnet, dass die elektronische Steuerungseinnchtung auf einen Planungsmodus umschaltbar ist, in dem die unterschiedlichen Belastungszustände des Krans zur Vorbereitung des Arbeitsablaufs einer konkreten Hebeaufgabe simulierbar sind.
  10. Fahrzeugkran nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass im Planungsmodus zusätzlich ein Diagramm der Ober- und Untergrenze der zulässigen Lastgröße bei gegebenem Lastradius und vorgegebener Größe des SL-Gegengewichts in Abhängigkeit vom SL-Gegengewichtsradius anzeigbar ist.
  11. Fahrzeugkran nach einem der Ansprüche 1–10, dadurch gekennzeichnet, daß die Recheneinrichtung der elektronischen Steuerungseinrichtung mit einem Touch-Screen zur Datenein- und -ausgabe ausgestattet ist.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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