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Dokumentenidentifikation DE102004023287A1 16.12.2004
Titel Verfahren zum Betrieb einer Plastifiziereinrichtung einer Spritzgießmaschine
Anmelder ENGEL AUSTRIA GmbH, Schwertberg, AT
Erfinder Starzer, Franz, Mittersill, AT
Vertreter Rechts- und Patentanwälte Lorenz Seidler Gossel, 80538 München
DE-Anmeldedatum 11.05.2004
DE-Aktenzeichen 102004023287
Offenlegungstag 16.12.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.12.2004
IPC-Hauptklasse B29C 45/46
IPC-Nebenklasse B29C 45/47   B29C 45/50   
Zusammenfassung Verfahren zum Betrieb der Plastifiziereinrichtung einer Spritzgießmaschine, mit einer Dosierschnecke (1), die sich beim Plastifizieren gegen einen hydraulisch aufgebrachten Staudruck in einem Zylinder (2) zurückbewegt, woraufhin der Druck des Kunststoffes im Schneckenvorraum (4) durch eine weitere Bewegung der Schnecke (1) abgebaut wird, und die Schnecke (1) nach der Druckentlastung noch um eine Strecke zurückbewegbar ist, welche wenigstens 3%, vorzugsweise 10%, des Gesamthubes der Schnecke (1) geträgt, wobei während dieser Bewegung der hydraulische Antrieb der Schnecke (1) druckentlastet ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Betrieb der Plastifiziereinrichtung einer Spritzgießmaschine, mit einer Dosierschnecke, die sich beim Plastifizieren gegen einen hydraulisch aufgebrachten Staudruck in einem Zylinder zurück bewegt, woraufhin der Druck des Kunststoffes im Schneckenvorraum durch eine weitere Bewegung der Schnecke abgebaut wird.

Wird Kunststoff nicht unmittelbar nach dem Plastifizieren eingespritzt, so muss sichergestellt sein, dass bei abgehobener Einspritzdüse kein Kunststoff freigesetzt wird. Um dies zu erreichen, kann man entweder gesteuerte Verschlussdüsen verwenden oder aber die Schnecke um eine definierte Strecke zurückbewegen und dadurch den Kunststoff im Schneckenvorraum entlasten.

Es hat sich herausgestellt, dass sich in dem zunächst druckentlasteten plastifizierten Kunststoff neuerlich ein Überdruck aufbauen kann, welcher auf die Erwärmung des Plastifikates zurückzuführen ist. Dieser Überdruck kann einen Pfropfen erkalteten Materials, welcher die Einspritzdüse verschließt, so heftig ausschleudern, dass es zu Beschädigungen von Maschinenteilen kommen kann und auch eine Schutzscheibe das Bedienungspersonal nicht zuverlässig schützt. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Einspritzung in der Formtrennebene erfolgt und somit bei geöffneter Form die Einspritzeinrichtung direkt auf die Bedienungsperson gerichtet ist.

Prinzipiell sind zur Lösung des Problems hydraulische Verschlussdüsen geeignet, der damit verbundene Aufwand ist jedoch hoch. Ebenfalls vorgeschlagene mechanisch verschwenkbare Abdeckklappen (flaps) für die Verschlussdüse sind nicht bei jedem Werkzeug verwendbar und ebenfalls mit konstruktivem Aufwand verbunden.

Die Erfindung geht von der Erkenntnis aus, dass ein Druckaufbau in dem durch einen kalten Pfropfen verschlossenen Plastifizierzylinder dann ausgeschlossen werden kann, wenn die Schnecke unter allen Umständen die Möglichkeit hat, dem Druck im Schneckenvorraum auszuweichen. Erfindungsgemäß ist somit vorgesehen, dass die Schnecke nach der Druckentlastung noch um eine Strecke zurück bewegbar ist, welche wenigstens 3 %, vorzugsweise 10 %, des Gesamthubes der Schnecke beträgt, und dass während dieser Bewegung der hydraulische Antrieb der Schnecke druckentlastet ist.

Die konstruktive Durchführung des Erfindungsgedankens wird anschließend anhand der Zeichnung erläutert, welche eine Plastifiziereinrichtung schematisch im Längsschnitt darstellt.

Die dargestellte Plastifiziereinrichtung besteht in üblicher Weise aus einer Schnecke 1, welche im Plastifizierzylinder 2 drehbar angeordnet ist. Das über den Trichter 3 zugeführte Material wird in der Schnecke plastifiziert und sammelt sich im Schneckenvorraum 4. Während des Plastifiziervorganges steht die Schnecke 1 unter dem Druck eines Hydraulikkolbens 6, welcher im Antriebszylinder 11 verschiebbar ist. Die offene Düse 5 liegt dabei an der durch den vom vorigen Zyklus stammenden Anguss verschlossenen Form an. Damit beim Abheben der Düse 5 von der nicht dargestellten Form der Kunststoff nicht nach außen spritzt oder zumindest abtropft, erfolgt nach dem Plastifizieren eine Verschiebung der Schnecke 1 nach rechts um den an der Steuerung der Maschine einstellbaren Kompressionsentlastungshub.

Neuerungsgemäß darf sich der Kolben 6 nach dem Kompressionsentlastungshub nicht ganz rechts im Antriebszylinder 11 befinden. Die Bewegung der Schnecke 1 muss also so gesteuert sein, dass ihre durch den Sensor 7 überwachte Endstellung ein Ausweichen des Kolbens 6 um die Strecke b erlaubt, nachdem sie die Strecke a als Dosierhub und Kompressionsentlastungshub durchlaufen hat.

Damit sich durch Erwärmung des Plastifikates im Schneckenvorraum 4 kein Druck aufbauen kann, muss der Antriebszylinder 11 nach dem Kompressionsentlastungshub mit dem Tank 12 des Hydraulikantriebs verbunden bleiben. Hiezu dient vorzugsweise ein elektrisch gesteuertes Ventil 9, welches bei Ausfall der Stromversorgung durch eine Feder 10 in die in der Zeichnung dargestellte Position gebracht wird. Hierdurch kann sich auch bei weiter laufender Pumpe 8 im Antriebszylinder 11 kein Gegendruck mehr aufbauen, welcher die Verschiebung der Schnecke 11 nach rechts behindern würde.

Vorzugsweise ist vorgesehen, die Stromversorgung des Ventils 9 zu unterbrechen, wenn das Schutzgitter der Einrichtung geöffnet wird. Dann erfolgt nicht nur automatisch eine sofortige Druckentlastung im Schneckenvorraum 4, sondern diese Entlastung wird durch die Ausweichstrecke b auch weiterhin garantiert.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zum Betrieb der Plastifiziereinrichtung einer Spritzgießmaschine, mit einer Dosierschnecke, die sich beim Plastifizieren gegen einen hydraulisch aufgebrachten Staudruck in einem Zylinder zurück bewegt, woraufhin der Druck des Kunststoffes im Schneckenvorraum durch eine weitere Bewegung der Schnecke abgebaut wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Schnecke (1) nach der Druckentlastung noch um eine Strecke zurück bewegbar ist, welche wenigstens 3 %, vorzugsweise 10 %, des Gesamthubes der Schnecke (1) beträgt, und dass während dieser Bewegung der hydraulische Antrieb der Schnecke druckentlastet ist.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Stellung der Schnecke (1) durch einen Sensor (7) überwacht wird.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der auf die Schnecke (1) wirkende Hydraulikdruck durch ein Ventil (9) gesteuert wird, welches bei Ausfall der Stromversorgung den Antriebszylinder (11) für die Schnecke (1) mit dem Tank (12) der Hydraulikeinrichtung verbindet, und dass ein Öffnen des Schutzgitters der Spritzgießmaschine die Stromversorgung des Ventils (9) unterbricht.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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