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Dokumentenidentifikation DE202004009632U1 16.12.2004
Titel Bodenverbesserungsmittel- und Naturdünger- Granulat
Anmelder Greenfield Vertriebsgesellschaft mbH, 14057 Berlin, DE;
Sigalovsky, Alexander, 10629 Berlin, DE
Vertreter Kietzmann, M., Dipl.-Ing. Faching. f. Schutzrechtswesen, Pat.-Anw., 10117 Berlin
DE-Aktenzeichen 202004009632
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 16.12.2004
Registration date 11.11.2004
Application date from patent application 10.06.2004
IPC-Hauptklasse C05F 5/00
IPC-Nebenklasse C05G 3/04   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Bodenverbesserungsmittel- und Naturdünger- Granulat aus organischen Abfallprodukten zur Verbesserung von Böden.

[Stand der Technik]

Dünge- oder Bodenverbesserungsmittel aus organischen Abfallstoffen, z. B. Gülle sind bereits in großer Zahl und Zusammensetzung bekannt. Ein großes Problem bildet dabei immer noch die Aufbereitung der Gülle. So führt das direkte Ausbringen von Gülle einerseits zu einer Überdüngung von Böden und andererseits zu einer Belastung der Gewässer. Deshalb werden immer strengere Reglementierungen an das Ausbringen von Gülle, insbesondere in Trinkwassereinzugsgebieten gestellt und Maßnahmen für eine umweltverträgliche Realisierung der Einträge von Nährstoffen und organischen Substanzen in Böden getroffen.

Um eine Überdüngung landwirtschaftlicher Nutzflächen zu vermeiden und Gewässer ausreichend zu schützen ist eine strenge Planung zur zeitlichen und mengenmäßigen Gülleausbringung erforderlich. Dazu ist bisher noch keine befriedigende Ausbringungstechnik oder -form für Gülle bekannt, die eine ausreichende Dosier- und Verteilgenauigkeit gewährleistet. Die Verwendung von Pralltellern oder anderen Techniken mit einem Auswurf nach oben ist aus der Sicht der Wasserwirtschaft nicht tragbar.

Aus der Patentanmeldung DE 101 29 385 A1 ist ein Material zur Verbesserung von Böden bekannt, das aus Hafenschlick, Gülle und einem sandigen Füllmaterial hergestellt ist.

Der Nachteil dieser Mischung besteht darin, dass sowohl der Hafenschlick, als auch die Gülle in einem aufwendigen Verfahren vorbehandelt und aufbereitet werden muss. Hafenschlick ist außerdem hoch toxisch und erfordert ein relativ teures Dekontaminierungsverfahren.

Des Weiteren sind das Erreichen einer homogenen Mischung aus diesen Stoffen sowie ihr gleichmäßiges Einbringen in den zu verbessernden Boden problematisch.

Eine mengenmäßig und zeitlich dosierte Abgabe der Nährstoffe an den Boden ist mit dem in der DE 101 29 385 A1 aufbereiteten Bodenmaterial nicht gegeben.

Ferner beschreibt die Druckschrift DE 690 16 172 T2 ein Verfahren und eine Vorrichtung zur kontinuierlichen Herstellung von Düngemitteln aus organischem Material.

Dieses Düngemittel besteht aus einem Granulat, das aus Gülle, Klärschlamm und/oder einer Reihe von Haus- und Industrieabfällen, die mit einem oder mehreren anorganischen Stoffen, ausgewählt aus einer Gruppe, bestehend aus Stickstoff, Phosphat, Pottasche, Schwefel, Calcium und Gemischen daraus, vermischt und in einem aufwendigen Verfahren hergestellt wird.

Während des Verfahrens zur Herstellung des Düngemittels muss, in Abhängigkeit von der Zusammensetzung der Abfallstoffe, der pH-Wert des Gemisches gemessen und daraus die Zugabe und die Zusammensetzung der anorganischen Stoffe ermittelt werden.

[Aufgabe der Erfindung]

Aufgabe der Erfindung ist es, ein Bodenverbesserungsmittel- und Naturdünger-Granulat zu schaffen, bei dem ohne aufwendige vorbereitende Aufbereitung der Ausgangsstoffe und bei einer hohen Kosteneffizienz in der Herstellung eine gute Bodenaufnahmeverträglichkeit sowohl beim Einsatz in der landwirtschaftlichen Pflanzenproduktion als auch bei der Rekultivierung von Böden (Sandböden, Erosionsflächen und Wüstengebiete) erreicht wird und dass so hergestellte Bodenverbesserungsmittel- und Naturdünger- Granulat seine Nährstoffe zeitlich dosiert an den Boden abgibt.

Die Aufgabe wird mit den Merkmalen des 1. Schutzanspruchs gelöst. Vorteilhafte Weiterentwicklungen und Ausgestaltungen sind Gegenstand der Unteransprüche.

Überraschenderweise wurde gefunden, dass sich aus einer Rohmischung, bestehend aus See- und Flussschlick (Sedimentablagerungen von Süßwassergewässern), Tiergülle aus landwirtschaftlicher Produktion (Schweine, Rinder, Geflügel etc.), Kali-Salzen, und/oder weiteren Füll- und Zusatzstoffen in einfacher Weise ein hochwertiges Bodenverbesserungsmittel- und Naturdünger- Granulat herstellen lässt.

Die Zusatzstoffe sind Magnesiumoxyd und/oder Stickstoff. Ihre Dosierung richtet sich nach der bevorzugten Verwendung des Düngemittels.

Aber auch ohne diese Zusatzstoffe ergibt die Naturdünger- Mischung aus See- und Flussschlick, Tiergülle und Kali-Salzen, verarbeitet zu einem Granulat, bereits ein optimales Bodenverbesserungsmittel, das nach Verteilung bzw. Ausstreuen auf der Bodenoberfläche und unter Einwirkung von Feuchtigkeit erdartig als lehmige Bodenkrume im Boden verbleibt und dabei eine zeitlich dosierte Nährstoffabgabe ermöglicht.

Neben der Anwendung als wertvoller Naturdünger zeichnet sich das Material wegen seiner lehmartigen Struktur auch durch ein hohes Feuchtigkeits- Speichervermögen aus und unterliegt somit der Bodenerosion und Auswaschung nur in sehr geringem Maße. In Verbindung mit sandigen Böden kann somit die Bildung landwirtschaftlich nutzbarer Bodenflächen (Rekultivierung) erzielt werden.

[Beispiele]

Die Rohmaterialien See- oder Flussschlick und Tiergülle werden miteinander vermischt und mit Wasserdampf in einem klassischen Granulationswerk granuliert, wo der Rohstoff agglomeriert, getrocknet und geprüft wird.

Für eine gute Resistenz (Widerstandskraft) wird das Eingangsmaterial mit speziellen Additiven (bindenden Agenten) vermischt. Das können polymere oder mineralische Lösungen oder organische Flüssigkeiten sein.

Die eingesetzte Menge dieser Additive ist durch die Art der Lösung oder Flüssigkeit definiert. Zum Beispiel kann als Additiv etwa 5% Calciumchlorid dazugegeben werden, wobei sich der Wert auf die trockene Basis des Salzes bezieht.

Nach der Granulierung werden die Übergrößen zerkleinert und die letztendlich in einer einheitlichen Größe hergestellten Körnchen gekühlt.

Anschließend kann das granulierte Substrat in Containern oder in Big Bags von 25 kg abgefüllt und transportiert werden.

In zweckmäßigen Ausgestaltungen kann das Rohmaterial vor der Granulierung mit anderen Düngemitteln vermischt werden. Das macht es für bestimmte Anwendung besser geeignet.

Zum Beispiel können einige Mengen von Stickstoff (wie Urea) und/oder wasserlösliches Magnesium- Sulfat dazugegeben werden. Daraus ergeben sich folgende typischen Produkte:

Beispiel 1:

Bodenverbesserungsmittel- und Naturdünger- Granulat vermischt mit 4 % Stickstoff aus Urea und 4 % Magnesiumoxyd aus Magnesiumsulfat z.B. aus Kieserite.

Beispiel 2:

Bodenverbesserungsmittel- und Naturdünger- Granulat vermischt mit 4 % Magnesiumoxyd aus Magnesiumsulfat aus z.B. Kieserite.

Beispiel 3:

Bodenverbesserungsmittel- und Naturdünger- Granulat vermischt mit 4 % Stickstoff aus Urea ohne Magnesiumoxyd


Anspruch[de]
  1. Bodenverbesserungsmittel- und Naturdünger- Granulat, dadurch gekennzeichnet, dass es aus einer Mischung aus Gülle, See- oder Flussschlick und Additiven besteht.
  2. Bodenverbesserungsmittel- und Naturdünger- Granulat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Additiv eine polymere oder mineralische Lösung ist.
  3. Bodenverbesserungsmittel- und Naturdünger- Granulat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Additiv eine organische Flüssigkeit ist.
  4. Bodenverbesserungsmittel- und Naturdünger- Granulat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Additiv Kalisalz ist.
  5. Bodenverbesserungsmittel- und Naturdünger- Granulat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Mischung aus Gülle, See- oder Flussschlick und Additiven Zuatzstoffe beigemischt sind.
  6. Bodenverbesserungsmittel- und Naturdünger- Granulat nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusatzstoffe anorganische Düngemittel sind.
  7. Bodenverbesserungsmittel- und Naturdünger- Granulat nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das anorganische Düngemittel Magnesiumoxyd aus Magnesiumsulfat z.B. aus Kieseriten ist.
  8. Bodenverbesserungsmittel- und Naturdünger- Granulat nach Anspruch 6 , dadurch gekennzeichnet, dass das anorganische Düngemittel Stickstoff aus Urea ist.
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