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Dokumentenidentifikation DE60012590T2 16.12.2004
EP-Veröffentlichungsnummer 0001023835
Titel Verstärkung der Wirksamkeit bei Benzoylbenzenen
Anmelder BASF AG, 67063 Ludwigshafen, DE
Erfinder Aven, Michael, 55131 Mainz, DE;
Cotter, Henry Van Tuyl, Trenton, New Jersey 08618, US
DE-Aktenzeichen 60012590
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 28.01.2000
EP-Aktenzeichen 003006681
EP-Offenlegungsdatum 02.08.2000
EP date of grant 04.08.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.12.2004
IPC-Hauptklasse A01N 35/04

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft die Verstärkung der Wirksamkeit eines fungiziden Benzoylbenzols durch Zugabe von bestimmten Hilfsstoffen, Präparaten, mit denen diese Wirkung genutzt werden kann, sowie die kombinierte Verwendung von diesen Hilfsstoffen und dem fungiziden Benzoylbenzol bei der Bekämpfung von phytopathogenen Pilzen und den von ihnen hervorgerufenen Pflanzenkrankheiten.

Um Pflanzenschutzmittelwirkstoffe, z. B. fungizide Verbindungen, so zu formulieren, daß sie der Verbraucher entweder als solche oder nach Verdünnen mit Wasser ausbringen kann, müssen im allgemeinen inerte Bestandteile verwendet werden. Die korrekte Auswahl des Formulierungstyps und der inerten Bestandteile für diesen Formulierungstyp, wie Träger für die Formulierung, ist häufig wesentlich dafür verantwortlich, ob der Wirkstoff bei der Ausbringung seine volle Wirkung entfalten kann.

Die Wirkung der Aktivkomponenten kann häufig dadurch verbessert werden, daß man andere (aktive) Bestandteile zugibt. Die beobachtete Wirksamkeit der Kombination der Bestandteile kann manchmal wesentlich höher sein, als aufgrund der einzelnen verwendeten Bestandteilsmengen zu erwarten wäre (Synergismus).

Die üblichen Formulierungskomponenten, wie Träger und inerte Bestandteile (z. B. organische Lösungsmittel, Suspendiermittel, Emulgatoren, Netzmittel, Hilfslösungsmittel), die selbst keine pestizide Wirksamkeit aufweisen, führen jedoch üblicherweise nicht zu einer unerwarteten Wirkungssteigerung.

Aus EP 0 727 141-A, EP 0 967 196, EP A 899 255 und EP A 897 904 sind fungizide Benzoylbenzolverbindungen bekannt. Obwohl es sich bei diesen Verbindungen um wirksame Fungizide handelt, wenn sie in traditionellen Formulierungen auf Pflanzen ausgebracht werden, ist es ökonomisch und ökologisch wünschenswert, ein Mittel zur Verringerung der für eine wirksame Krankheitsbekämpfung erforderlichen Aufwandmenge bereitzustellen.

Aus CA 130:164300, CA 122:308641 und EP-A 230 598 sind die Verwendung von Polysacchariden und Alkylhydraziden als Hilfsstoffe in Formulierungen mit mehreren Fungiziden, wie Azolen oder Vinclozolin bekannt.

Darstellung der Erfindung

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Verbesserung der Wirksamkeit und/oder Systemwirkung von fungiziden Zusammensetzungen, die mindestens

  • (i) 50 bis 400 Teile mindestens einer Verbindung der Formel I,
  • (ii) 50 bis 500 Teile an mindestens einem Hilfsstoff aus der Gruppe der (a) Alkylpolyglykoside, Alkenylbernsteinsäurederivate, Dialkylsulfosuccinate, Polyvinylpyrrolidone, Perfluoralkylsäurederivate und Perfluor(C3–20)alkylester von Carbonsäuren, sowie deren Mischungen, (b) ethoxylierten C6–16Alkohole, mit Ethylenoxid- und Propylenoxideinheiten alkoxylierten C3–14Alkoholen und mit Ethylenoxid- und/oder Propylenoxideinheiten alkoxylierten C10–20Aminen, sowie

    (c) mit Wasser nicht mischbaren polaren aprotischen Lösungsmitteln,
  • (iii) mindestens ein Tensid aus den Gruppen

    (iii1) und (iii2):

    (iii1) 5 bis 75 Teile eines nichtionischen Dispergiermittels und

    (iii2) 10 bis 100 Teile eines anionischen Dispergiermittels,
  • (iv) bis zu 150 Teile eines oder mehrerer Gefrierschutzmittel,
  • (v) bis zu 25 Teile eines Entschäumers, sowie
  • (vi) 200 bis 800 Teile eines Trägers,

    sowie gegebenenfalls ein oder mehrere Zusatzstoffe aus den Gruppen
  • (vii) bis (ix)
  • (vii) 0,1 bis 5,0 Teile mindestens eines Biozids,
  • (viii) 0,1 bis 5,0 Teile mindestens eines Verdickungsmittels, sowie
  • (ix) 0,1 bis 125,0 Teile mindestens eines Netzmittels

    enthalten.

Außerdem erweitern die erfindungsgemäß verwendeten Zusammensetzungen das Wirkungsspektrum dieser Benzoylbenzole insofern, als sie erfindungsgemäß in verringerten Aufwandmengen erfolgreich sowohl kurativ als auch mit Residualwirkung gegen Pilzkrankheiten verwendet werden können.

Diese und andere Ziele und Merkmale der Erfindung werden aus der folgenden detaillierten Beschreibung noch klarer hervorgehen.

DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGS-FORMEN

Es wurde gefunden, daß die wirksamen Mengen von fungiziden Benzoylbenzolen der Formel I, die ausgebracht werden müssen, in bezug auf die üblicherweise zur Erzielung der gleichen Fungizidwirkung erforderlichen Mengen überraschenderweise beträchtlich herabgesetzt werden können, wenn diese fungiziden Verbindungen oder ihre Formulierungen in Kombination mit bestimmten Hilfsstoffen aus der Gruppe der

  • (a) Alkylpolyglykoside, Alkenylbernsteinsäurederivate, Dialkylsulfosuccinate, Polyvinylpyrrolidone, Perfluoralkylsäurederivate und Perfluor(C3–20)alkylester von Carbonsäuren, sowie deren Mischungen,
  • (b) ethoxylierten C6–16Alkohole, mit Ethylenoxid- und Propylenoxideinheiten alkoxylierten C3–14Alkoholen und mit Ethylenoxid- und/oder Propylenoxid einheiten alkoxylierten C10–20Aminen, sowie
  • (c) mit Wasser nicht mischbaren polaren aprotischen Lösungsmitteln ausgebracht werden.

Die biologische Wirksamkeit des Wirkstoffs der Formel I kann dadurch erhöht werden, daß man in der Spritzbrühe oder direkt in der Formulierung einen beliebigen solchen Hilfsstoff mitverwendet. Ein Hilfsstoff wird im vorliegenden Text als Substanz, die die biologische Wirksamkeit eines Wirkstoffs erhöhen kann, jedoch selbst keine wesentliche biologische Wirksamkeit aufweist, definiert.

Im vorliegenden Zusammenhang beinhaltet der Begriff "fungizide Zusammensetzung" sowohl konzentrierte Formulierungen als auch verdünnte Mischungen (Tankmischungen).

Das Benzoylbenzol 5-Brom-2',6-dimethyl-2,4',5',6'tetramethoxybenzophenon trägt die Codebezeichung "BB-4".

Die erfindungsgemäßen fungiziden Zusammensetzungen können zusätzlich zu dem Benzoylbenzol der Formel I noch andere Verbindungen mit biologischer Wirksamkeit enthalten, z. B. Verbindungen mit einer ähnlichen oder komplementären Fungizidwirkung oder Verbindungen mit Pflanzenwachstumsregulator-, Herbizid- oder Insektizidwirkung.

Bei den anderen fungiziden Verbindungen kann es sich z. B. um Verbindungen handeln, mit denen man Krankheiten des Getreides (z. B. Weizen) bekämpfen kann, wie z. B. die Krankheiten, die von Blumeria (Erysiphe), Puccinia, Septoria, Gibberella, Botrytis und Helminthosporium spp., verursacht werden, samen- und bodenbärtige Krankheiten sowie Falschen und Echten Mehltau bei der Rebe und Echten Mehltau und Schorf beim Apfel, Botrytis bei zahlreichen Kulturpflanzen, Blattfleckenkrankheiten bei zahlreichen Kulturpflanzen, sowie die Reisfleckenkrankheit und die Reisblattscheidenweiße. Diese Fungizidmischungen können ein breiteres Wirkungsspektrum als die Verbindung der allgemeinen Formel I alleine aufweisen.

Andere fungizide Verbindungen sind z. B. AC 382042, Alanycarb, Aldimorph, Ampropylfos, Andoprim, Anilazin, Azaconazol, Azafenidin, Azoxystrobin, Benalaxyl, Benodanil, Benomyl, Benzamacril, Bialaphos, Biloxazol, Binapacryl, Biphenyl, Bitertanol, Blasticidin S, Bordeaux-Brühe, Bromuconazol, Bupirimat, Butenachlor, Buthiobat, Captafol, Captan, Carbendazim, Carboxin, Carpropamid, Carvon, Chinomethionat, Chlorbenzthiazon, Chlorfenazol, Chloroneb, Chloropicrin, Chlorothalonil, Chlozolinat, Clozylacon, kupferhaltige Verbindungen wie Kupferoxychlorid und Kupfersulfat, Cufraneb, Cycloheximid, Cymoxanil, Cypofuram, Cyproconazol, Cyprodinil, Cyprofuram, Debacarb, Dichlofluanid, Dichlon, Dichloran, Dichlorophhen, Diclobutrazol, Diclocymet, Diclomezin, Dicloran, Diethofencarb, Difenoconazol, Difenzoquat, Diflumetorim, Dimefluazol, Dimethirimol, Dimethomorph, Diniconazol, Dinocap, Diphenylamin, Dipyrithion, Ditalimfos, Dithianon, Dodemorph, Dodin, Drazoxolon, Edifenphos, Epoxiconazol, Etaconazol, Ethirimol, Ethoxyquin, Etridiazol, Famoxadon, Fenapanil, Fenamidon, Fenaminosulf, Fenarimol, Fenbuconazol, Fenfuram, Fenhexamid, Fenitropan, Fenpiclonil, Fenpropidin, Fenpropimorph, Fentin, Fentinacetat, Fentinhydroxid, Ferbam, Ferimzon, Fluazinam, Fludioxonil, Flumetover, Fluoromid, Fluquinconazol, Flurprimidol, Flusilazol, Flusulfamid, Flutolanil, Flutriafol, Folpet, Fosetyl-Aluminium, Fuberidazol, Furalaxyl, Furametpyr, Furcarbonil, Furconazol-cis, Furmecyclox, Guazatin, Hexachlorbenzol, Hexaconazol, Hydroxyisoxazol, Hymexazol, IKF-916, Imazalil, Imibenconazol, Iminoctadin, Iodocarb, Ipconazol, Iprobenfos, Iprodion, Iprovalicarb, Isoprothiolan, Isovaledion, Kasugamycin, RH-7281, Kitazin P, Kresoxim-methyl, Mancozeb, Maneb, Mefenoxam, Meferimzon, Mepanipyrim, Mepronil, Metalaxyl, Metconazol, Methasulfocarb, Methfuroxam, Metiram, Metomeclam, Metominostrobon, Metsulfovax, MON 65500, Myclobutanil, Myclozolin, Neoasozin, Nickeldimethyldithiocarbamat, Nitrothalisopropyl, Nuarimol, Ofurace, quecksilberorganische Verbindungen, Oxadixyl, Oxamocarb, Oxasulfuron, Oxycarboxin, Paclobutrazol, Pefurazoat, Penconazol, Pencycuron, Phenazinoxid, Phosdiphen, Phthalid, Pimaricin, Piperalin, Polyoxin D, Polyram, Probenazol, Prochloraz, Procymidion, Propamocarb, Propiconazol, Propineb, Prothiocarb, Pyracarbolid, Pyrazophos, Pyrifenox, Pyrimethanil, Pyroquilon, Pyroxyfur, Quinconazol, Chinomethionat, Quinoxyfen, Quintozen, Rabenazol, Spiroxamin, SSF-126, SSF-129, Streptomycin, Schwefel, Tebuconazol, Tecloftalam, Tecnazen, Tetcyclacis, Tetraconazol, Thiabendazol, Thicyofen, Thifluzamid, Thiophanatmethyl, Thiram, Tioxymid, Tolclofosmethyl, Tolylfluanid, Tridimefon, Triadimenol, Triazzbutil, Triazoxid, Trichlamid, Tricyclazol, Tridemorph, Trifloxystrobin, Triflumizol, Triforin, Triticonazol, Uniconazol, Validamycin A, Vapam, Vinclozolin, XRD-563, Zarilamid, Zineb, Ziram.

Außerdem können die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen mindestens eine Verbindung der Formel I sowie beliebige, im folgenden angeführte Klassen von biologischen Schädlingsbekämpfungsmitteln wie Viren, Bakterien, Nematoden, Pilze und andere Mikroorganismen, die sich für die Bekämpfung von Insekten, Unkräutern oder Pflanzenkrankheiten oder für die Induktion von Wirtsresistenz in den Pflanzen eignen, enthalten. Solche biologischen Schädlingsbekämpfungsmittel sind z. B.: Bacillus thuringiensis, Verticillium lecanii, Autographica californica NPV, Beauvaria bassiana, Ampelomyces quisqualis, Bacillus subtilis, Pseudomonas chlororaphis, Pseudomonas fluorenscens, Streptomyces griseoviridis und Trichoderma harzianum.

Weiterhin können die erfindungsgemäßen Coformulierungen mindestens eine Verbindung der Formel I und eine Chemikalie, die die systemische erworbene Resistenz in Pflanzen induziert, wie z. B. Nicotinsäure und ihre Derivate, 2,2-Dichlor-3,3-dimethylcyclopropylcarbonsäure oder Bion, enthalten.

Die Hilfsstoffe (a) stammen vorzugsweise aus der Gruppe Alkylpolyglykoside, Alkenylbernsteinsäurederivate, Dialkylsulfosuccinate, Perfluor(C6–18)alkylphosphonsäuren, Perfluor(C6–18)alkylphosphinsäuren, Carbonsäure-Perfluor(C3–20)alkylester sowie deren Mischungen.

Bevorzugte Alkylpolyglykoside (APG) können in der Regel mit einer säurekatalysierten Fischer-Reaktion zwischen Stärke- oder Glukosesirupen und Fettalkoholen, insbesondere C8–18Alkoholen, erhalten werden. Am stärksten bevorzugt sind C8–10- und C12–14Alkylpolyglykoside mit einem Polymerisationsgrad von 1,3 bis 1,6, insbesondere 1,4 oder 1,5. Diese APG sind im Handel z. B. unter den Handelsbezeichnungen Agrimul® und Glucopon® erhältlich, wobei es sich um mit Wasser verdünnte APG handelt, insbesondere Glucopon® 215CSUP oder Glucopon® 600CSUP von der Firma Henkel KGaA oder Atplus®430, Atplus®435, Atplus®450 oder Atplus®459 von der Firma Uniqema (ehemals ICI Surfactants), bei denen es sich um mit Hydrotropisierungsmitteln verdünnte APG handelt.

Bevorzugte Alkenylbernsteinsäurederivate sind Verbindungen der Formel

oder Salze davon, wobei

R eine C4–18Alkylgruppe, insbesondere eine Hexyl-, Heptyl- oder Dodecylgruppe, bedeutet,

X O oder N(C1–6Alky1) bedeutet,

P1 und P2 jeweils ein Polymergerüst, das unter den Formeln (1) und (2)
ausgewählt ist, bedeuten

R' ein Wasserstoffatom oder eine Alkylgruppe bedeutet,

X 0 oder eine ganze Zahl von 1 bis 10 bedeutet und

Y eine ganze Zahl von 1 bis 10 bedeutet.

Bevorzugt sind Alkenylbernsteinsäurediglucamide, Alkenylbernsteinsäurealkoxylate und Alkenylbernsteinsäurealkylpolyglykoside (WO 96/20203), insbesondere Atplus® ADG 1001 und Atplus® ADG 1201, die von der Firma Uniqema erhältlich sind.

Bevorzugte Polyvinylpyrrolidone (PVP) weisen ein durchschnittliches Molekulargewicht von über 4000 g/mol auf, wobei ein PVP mit einem durchschnittlichen Molekulargewicht von 8000 g/mol, das von der Firma ISP unter der Bezeichnung Agrimer® 15 erhältlich ist, am stärksten bevorzugt ist.

Bevorzugte Dialkylsulfosuccinate sind Natriumdialkylsulfosuccinate, wie z. B. das von der Firma Cytec erhältliche Aerosil® OT-100.

Der Hilfsstoff (b) beinhaltet reine alkoxylierte Alkohole oder Amine oder deren Mischungen, sowie deren Mischungen mit Verdünnungsmitteln und festen Trägern, insbesondere deren Harnstoffclathrate.

Den Hilfsstoffen (b), also den alkoxylierten Alkoholen oder Aminen, liegen vorzugsweise 2 Kohlenstoffatome zugrunde, wobei es sich also um ein Mischethoxylat handelt, oder 2 und 3 Kohlenstoffatome, wobei es sich also um ein Mischethoxylat/Propoxylat handelt.

Bei einem bevorzugten alkoxylierten Alkohol oder Amin kann die Alkoxylatkette mindestens 5 Alkoxyreste, geeigneterweise 5 bis 25 Alkoxyreste, vorzugsweise 5 bis 20 Alkoxyreste, insbesondere 5 bis 15 Alkoxyreste, aufweisen.

Der Alkoholrest der Alkoholalkoxylate leitet sich normalerweise von einem aliphatischen C9–18Alkohol ab. Bevorzugte Alkohole sind typischerweise zu 50 Gew.-% geradkettig und zu 50 Gew.-% verzweigtkettig.

Hilfsstoffe stammen aus der Gruppe der ethoxylierten C6–16Alkohole, mit Ethylenoxid- und Propylenoxideinheiten alkoxylierten C3–14Alkoholen und mit Ethylenoxid- und/oder Propylenoxideinheiten alkoxylierten C10–20Aminen.

Besonders bevorzugt sind die Neodol® (ehemals Dobanol®)-Alkoholethoxylate von der Firma Shell Chemical Co. Ltd. und die Synperonic®-Alkoholalkoxylate von der Firma Uniqema (ehemals ICI Surfactants), insbesondere Synperonic® 91-6.

Weiterhin bevorzugte Alkoholalkoxylate sind einfach verzweigte Alkoholethoxylate wie Atplus® MBA 11-7 (verzweigtes C11-Alkoholethoxylat mit 7 Ethoxyeinheiten) von der Firma Uniqema.

Bei festen Formulierungen wie Spritzpulvern (WP) oder wasserdispergierbaren Granulaten (WG), sind Harnstoff-Alkoholethoxylat-Clathrate wie Atplus® 5-620 von der Firma Uniqema besonders bevorzugt.

Die aliphatischen Reste der Aminalkoxylate können geradkettig oder verzweigt sein. Diese Verbindungen entsprechen vorzugsweise einem Oligomer der Formel H2n+1Cn–N[(CH2CH2O)×(CH2H3(CH3)O)yH]2, in der

n eine ganze Zahl von 9 bis 20, insbesondere 12 bis 18, bedeutet,

x eine ganze Zahl von 2 bis 15, insbesondere 3 bis 10, bedeutet,

y eine ganze Zahl von 0 bis 12, insbesondere 0 bis 10, bedeutet.

Diejenigen polyalkoxylierten aliphatischen Amine, die bei Temperaturen bis zu mindestens 20°C flüssig sind und eine Viskosität von 100 bis 1000 mPa·s bei 25°C aufweisen, sind besonders interessant. Ganz besonders vorteilhaft sind die Verbindungen, die im Handel unter dem Warenzeichen Armoblen® bzw. Berol® (Akzo-Nobel) erhältlich sind, insbesondere Armoblen® 600 und Berol® 381 haben sich als besonders vorteilhaft erwiesen.

Die Verbindungen, die im Handel unter der Bezeichnung Henkel Me C12 + 6 EO (von der Firma Henkel KGaA) erhältlich sind, haben sich als besonders vorteilhaft erwiesen.

Bei den Hilfsmitteln (c) also den mit Wasser nicht mischbaren polaren aprotischen Lösungsmitteln, handelt es sich vorzugsweise um N-C2–16Alkylpyrrolidone, insbesondere N-C6–14Alkylpyrrolidone, am stärksten bevorzugt um N-Octyl- oder N-Dodecylpyrrolidone.

Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung werden zwei oder mehr Hilfsstoffe aus den Gruppen (a), (b) und (c) zur Verstärkung der Wirksamkeit des Benzoylbenzols der Formel 2 verwendet. Am stärksten bevorzugt werden ein Hilfsstoff (b), also ein Alkohol- oder Aminalkoxylat, insbesondere Synperonic® 91-6 oder Atplus® M BA 11-7, sowie ein Hilfsstoff (c), also ein mit Wasser nicht mischbares N-Alkylpyrrolidon, insbesondere N-Octylpyrrolidon oder N-Dodecylpyrrolidon, zur Verstärkung der Wirksamkeit der Verbindungen der Formel I verwendet.

Die Hilfsstoffe, die erfindungsgemäß verwendet werden können, können in der Formulierung mitverwendet oder in geeigneter Form zu der hergestellten Spritzbrühe (Tankmischung) zugegeben werden. Im letztgenannten Fall werden sie vorzugsweise als eigenes Präparat in Abmischung mit einem Dispergiermittel sowie gewünschtenfalls mit weiteren Hilfsstoffen zugegeben, um sicherzugehen, daß eine homogene, stabile Spritzbrühe gebildet wird.

Die Erfindung betrifft daher fungizide Formulierungen mit mindestens einer Verbindung der Formel I, Hilfsstoffen und/oder Trägerstoffen, die dadurch gekennzeichnet sind, daß sie zusätzlich zu den traditionellen Zusatzstoffen und Trägern einen oder mehrere Hilfsstoffe, die zur Verringerung der Oberflächenspannung in der Spritzverdünnung auf 40 mN/m oder darunter fähig sind und die aus der Gruppe der

  • (a) Alkylpolyglykoside, Alkenylbernsteinsäurederivate, Dialkylsulfosuccinate, Polyvinylpyrrolidone, Perfluoralkylsäurederivate und Perfluor(C3–20)alkylester von Carbonsäuren, sowie deren Mischungen,
  • (b) alkoxylierten Alkohole oder Amine und
  • (c) mit Wasser nicht mischbaren polaren aprotischen Lösungsmittel

    stammen, enthalten.

Die fungiziden Verbindungen können als normale handelsübliche Formulierungen, mit denen erfindungsgemäße Hilfsstoffe sowie falls erwünscht weitere Zusatzstoffe wie Antioxidantien und Emulgatoren vermischt sind, ausgebracht werden.

Die entsprechenden relativen Mengen an Wirkstoff der Formel I und Hilfsstoff (a), (b) oder (c) liegen erfindungsgemäß zwischen 5 : 1 und 1 : 5000, vorzugsweise zwischen 2 : 1 und 1 : 1000, insbesondere zwischen 1 : 1 und 1 : 500. Innerhalb gewisser Grenzen kann die Fungizidwirksamkeit noch weiter dadurch verstärkt werden, daß man den Hilfsstoff (a), (b) oder (c) in größeren Mengen zugibt, wie dies in den unten beschriebenen Versuchsergebnissen dargestellt ist.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform wird der Hilfsstoff der Tankmischung gemeinsam mit dem Benzoylbenzol in Form einer Formulierung zugegeben.

Die vorliegende Erfindung betrifft daher auch ein Kit zur Herstellung einer Spritzbrühe, das aus zwei getrennten Behältnissen besteht, nämlich

  • (i) einem Behältnis, das mindestens ein Fungizid der Formel I, traditionelle inerte Bestandteile und Träger enthält, und
  • (ii) einem Behältnis, das mindestens eine Verbindung, das zur Verringerung der Oberflächenspannung in der Spritzverdünnung auf 40 N/m oder weniger fähig ist und aus der Gruppe der

    – Alkylpolyglykoside, Alkenylbernsteinsäurederivate, Dialkylsulfosuccinate, Polyvinylpyrrolidone, Perfluoralkylsäurederivate und Perfluor (C3–20)alkylester von Carbonsäuren, sowie deren Mischungen,

    – alkoxylierten Alkohole oder Amine und

    – mit Wasser nicht mischbaren polaren aprotischen Hilfslösungsmittel stammen, enthalten.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform besteht dieses Kit aus zwei Behältern mit Dispensern, die ein leichtes, genaues Zugeben des Wirkstoffs (i) und des Hilfsstoffs (ii) zu der Tankmischung ermöglichen.

Für die fungiziden Verbindungen der Formel I sind empfohlene Aufwandmengen für verschiedene Anwendungen ohne Hilfsstoff bekannt. Die Wirksamkeit der fungiziden Verbindungen der Formel I kann erfindungsgemäß verstärkt werden. Die Zugabe der hier vorgeschlagenen Hilfsstoffe kann (je nach Wirkstoff, Hilfsstoff und ihren jeweiligen Mengen) die in diesen Empfehlungen erforderliche Wirkstoffmenge pro Hektar um die Hälfte oder noch mehr verringern, wodurch es möglich wird, weitere Krankheiten mit akzeptablen Aufwandmengen zu bekämpfen.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform werden die Hilfsstoffe (a), (b) oder (c) in Kombination mit dem Fungizid der Formel I in Aufwandmengen von 100 bis 3000 ml/ha, vorzugsweise 200 bis 2000 ml/ha, insbesondere 225 bis 1400 ml/ha, ausgebracht.

Ein wichtiger Vorteil bei der Verwendung der neuen Zusatzstoffe ist der rasche Wirkungsbeginn und die lange Wirkungsdauer. Dadurch wird der Anwendungszeitraum des Fungizids erweitert und seine Verwendung gestaltet sich vielfältiger.

Die erfindungsgemäßen Fungizidformulierungen können in Kombination mit den Zusatzstoffen prophylaktisch und kurativ verwendet werden.

Die erfindungsgemäßen Hilfsstoffe, die Verbindungen der Formel I sowie übliche Hilfsstoffe und Träger können zu den bekannten, vorzugsweise flüssigen oder dispergierbaren festen Formulierungen, z. B. Lösungen, Emulsionen, Spritzpulvern, wasserdispergierbaren Granulaten, Suspensionskonzentraten, Emulsionskonzentraten, Low-Volume- oder Ultra-Low-Volume-Präparaten und Granulaten verarbeitet werden.

Außer flüssigen und/oder festen Trägern oder Hilfslösungsmitteln, wie organischen Lösungsmitteln wie Ketonen, Alkoholen, flüssigen aliphatischen, araliphatischen oder aromatischen Verbindungen, feinen natürlichen oder synthetischen Silicaten oder Carbonaten, enthalten die Präparate üblicherweise ionische und/oder nichtionische Tenside, die als Emulgatoren, Dispergiermittel oder Netzmittel dienen. Es können Entschäumer und Gefrierschutzmittel zugegeben werden. Geeignete Zusatzstoffe und Träger sind in der Literatur beschrieben und dem Fachmann gut bekannt.

Eine erfindungsgemäße Zusammensetzung enthält vorzugsweise 0,5 Gew.-% bis 95 Gew.-% (w/w) Wirkstoff.

Ein Träger in einer erfindungsgemäßen Zusammensetzung ist ein beliebiges Material, mit dem der Wirkstoff formuliert wird, um die Ausbringung auf den zu behandelnden Ort, bei dem es sich z. B. um eine Pflanze, um Saatgut oder den Boden handelt, zu erleichtern oder um die Lagerung, den Transport oder die Handhabung zu erleichtern. Bei einem Träger kann es sich um einen Feststoff oder um eine Flüssigkeit handeln, darunter auch um eine Substanz, die üblicherweise gasförmig ist, die jedoch komprimiert worden ist und so eine Flüssigkeit bildet.

Die Zusammensetzungen lassen sich zu z. B. Emulsionskonzentration, Lösungen, Öl-in-Wasser-Emulsionen, Spritzpulvern, löslichen Pulvern, Suspensionskonzentraten, Stäuben, Granulaten, wasserdispergierbaren Granulaten, Mikroverkapselungen, Gelen und anderen Formulierungstypen auf bekannte Weise verarbeiten. Zu diesen Verfahren zählen inniges Vermischen und/oder Vermahlen der Wirkstoffe mit anderen Substanzen wie Füllstoffen, Lösungsmitteln, festen Trägern, oberflächenaktiven Verbindungen (Tensiden) sowie gegebenenfalls festen und/oder flüssigen Hilfsstoffen. Die Ausbringungsart, wie Spritzen, Sprühen, Dispergieren oder Gießen, sowie die Zusammensetzungen können den Behandlungszielen und vorher schon Umständen entsprechend gewählt werden.

Bei den Lösungsmitteln kann es sich um aromatische Kohlenstoffe, z. B. Solvesso® 200, substituierte Naphthaline, Phthalsäureester wie Phthalsäuredibutylester oder -dioctylester, aliphatische Kohlenwasserstoffe, z. B. Cyclohexan oder Paraffine, Alkohole und Glykole sowie ihre Ether und Ester, z. B. Amylalkohol, Ethylenglykolmono- und -dimethylether, Ketone wie Cyclohexanon, stark polare Lösungsmittel wie N-Methyl-2-pyrrolidon, N-Cyclohexyl-2-pyrrolidon oder &ggr;-Butyrolacton, oder epoxidierte Pflanzenölester, z. B. methylierte Kokos- oder Sojaölester, und Wasser handeln. Häufig eignen sich Mischungen unterschiedlicher Flüssigkeiten.

Feste Träger, die für Stäube, Spritzpulver oder gegebenenfalls wasserdispergierbare Granulate verwendet werden können, können mineralische Füllstoffe wie Calcit, Talk, Kaolin, Montmorillonit oder Attapulgit sein. Die physikalischen Eigenschaften lassen sich durch Zugabe von hochdispersem Silicagel oder von Polymeren verbessern. Bei den Granulatträgern kann es sich um poröses Material, z. B. Bimsstein, Kaolin, Sepiolit oder Bentonit handeln, während nichtsorptive Träger Calcit oder Sand sein können. Außerdem können verschiedenste vorgranulierte anorganische oder organische Materialien verwendet werden, wie z. B. Dolomit oder zerkleinerte Pflanzenrückstände.

Pestizide Zusammensetzungen werden häufig in einer konzentrierten Form formuliert und transportiert, die anschließend vom Verbraucher vor der Ausbringung verdünnt wird. Das Vorhandensein kleiner Mengen eines Trägers, bei dem es sich um ein Tensid handelt, erleichtert diesen Verdünnungsvorgang. Bei mindestens einem Träger in einer erfindungsgemäßen Zusammensetzung handelt es sich daher vorzugsweise um ein Tensid. So kann die Zusammensetzung z. B. zwei oder mehr Träger enthalten, von denen mindestens einer ein Tensid ist.

Bei den Tensiden kann es sich je nach der Art der zu formulierenden Verbindung gemäß der allgemeinen Formel I um nichtionische, anionische, kationische oder nichtionische Substanzen mit guten Dispergier-, Emulgier- und Netzeigenschaften handeln. Der Begriff Tenside kann auch Mischungen von einzelnen Tensiden bedeuten.

Bevorzugte nichtionische Tenside sind Polyethylenoxid-Polypropylenoxid-Blockcopolymere der Formel HO-(CH2CH2O)x(C2H3(CH3)O)y-(CH2CH2O)zH, in der die Summe von x und z eine ganze Zahl von 1 bis 80, insbesondere 2 bis 75, beträgt und

y eine ganze Zahl von 10 bis 70, insbesondere 20 bis 60, bedeutet.

Am stärksten bevorzugt sind die Blockcopolymere des Pluronic®-Typs, die von der Firma BASF AG erhältlich sind, insbesondere Pluronic® PE 10500.

Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen können z. B. als Spritzpulver, wasserdispergierbare Granulate, Stäube, Granulate, Lösungen, Emulsionskonzentrate, Emulsionen, Suspensionskonzentrate und Aerosole formuliert werden. Spritzpulver enthalten üblicherweise 5 bis 90 Gew.-% (w/w) Wirkstoff und zusätzlich zu einem inerten festen Träger üblicherweise 3 bis 10% (w/w) Dispergiermittel und Netzmittel sowie, falls erforderlich, 0 bis 10% (w/w) Stabilisatoren) und/oder weitere Hilfsstoffe wie Entschäumer. Stäube werden üblicherweise in Form eines Staubkonzentrats mit einer ähnlichen Zusammensetzung wie ein Spritzpulver, jedoch ohne Dispergiermittel formuliert und können auf dem Feld mit einem weiteren festen Träger zu einer Zusammensetzung verdünnt werden, die üblicherweise 0,5 bis 10% (w/w) Wirkstoff enthält. Gegebenenfalls wasserdispergierbare Granulate weisen üblicherweise eine Größe zwischen 0,15 mm und 2,0 mm auf und lassen sich auf unterschiedliche Art herstellen. Im allgemeinen enthalten diese Granulattypen 0,5 bis 90% (w/w) Wirkstoff und 0 bis 20% (w/w) Zusatzmittel wie Stabilisatoren, Tenside, Retardierungsmittel und Bindemittel. Die sogenannten "Dry Flowables" bestehen aus einem relativ kleinkörnigen Granulat mit einer relativ hohen Wirkstoffkonzentration. Emulsionskonzentrate enthalten üblicherweise zusätzlich zu einem Lösungsmittel oder einer Lösungsmittelmischung 1 bis 80% (w/w) Wirkstoff, 2 bis 20% (w/v) Emulgatoren und 0 bis 20% (w/v) weitere Zusatzstoffe wie Stabilisatoren, Penetrationsförderer und Korrosionshemmstoffe. Suspensionskonzentrate werden üblicherweise zu einem stabilen fließfähigen Produkt vermahlen, das sich nicht absetzt und üblicherweise 5 bis 75% (w/v) Wirkstoff, 0,5 bis 15% (w/v) Dispergiermittel, 0,1 bis 10% (w/v) Strukturbildner wie Schutzkolloide und Thixotropiermittel, 0 bis 10% (w/v) weitere Zusatzstoffe wie Entschäumer, Korrosionshemmstoffe, Stabilisatoren, Penetrationsförderer und Haftmittel, sowie Wasser oder eine organische Flüssigkeit, in der der Wirkstoff im wesentlichen unlöslich ist, enthält; gewisse organische Feststoffe oder anorganische Salze können in der Formulierung in gelöster Form vorliegen, um ein Absetzen oder Auskristallisieren zu verhindern oder um als Gefrierschutzmittel für Wasser zu wirken.

Wäßrige Lösungen, Dispersionen und Emulsionen, z. B. Zusammensetzungen, die dadurch erhalten werden, daß man das erfindungsgemäße formulierte Produkt mit Wasser verdünnt, fallen ebenfalls in den Erfindungsumfang.

Von besonderem Interesse bei der Verstärkung der Schutzwirkungsdauer der erfindungsgemäßen Verbindungen ist die Verwendung eines Trägers, der die pestiziden Verbindungen langsam in die Umgebung einer zu schützenden Pflanze abgibt.

Als Handelsware können die Zusammensetzungen vorzugsweise in konzentrierter Form vorliegen, während der Endverbraucher im allgemeinen verdünnte Zusammensetzungen verwendet. Die Zusammensetzungen lassen sich auf eine Konzentration von bis zu 0,001 Wirkstoff herunterverdünnen. Die Aufwandmengen liegen üblicherweise im Bereich von 0,01 bis 10 kg A.I./ha.

Beispiele für erfindungsgemäße Formulierungen sind in den folgenden Formulierungen A bis D dargestellt:

Formulierung A Suspensionskonzentrat (100 g/l SC) Witco Corporation, Houston Texas Tensid-Chemie, Köln / BASF AG, Ludwigshafen Rhodia, ehemals Rhône-Poulenc GmbH, Frankfurt Zeneca GmbH, Frankfurt
Formulierung B Suspensionskonzentrat (200 g/l SC)
Witco Corporation, Houston Texas Tensid-Chemie, Köln / BASF AG, Ludwigshafen Rhodia, ehemals Rhône-Poulenc GmbH, Frankfurt Zeneca GmbH, Frankfurt

Die oben beschriebenen SC-Formulierungen A und B werden vor der Ausbringung mit Wasser zu einer Spritzbrühe mit der gewünschten Wirkstoffkonzentration vermischt. Ein Zusatzstoff aus den Gruppen (a), (b) und (c), insbesondere N-Octylpyrrolidon, Synperonic® 91-6, Atplus® 469, Atplus® MBA 11-7, Atplus® ADG 1201 oder Berol 381, wird zu der erhaltenen Tankmischung dazugegeben.

Formulierung C Emulsionskonzentrat (EC) Witco Corporation, Houston Texas

Die oben beschriebene EC-Formulierung wird vor der Ausbringung mit Wasser zu einer Spritzbrühe mit der gewünschten Wirkstoffkonzentration vermischt. Ein Zusatzstoff aus den Gruppen (a), (b) und (c), insbesondere N-Octylpyrrolidon, Synperonic® 91-6, Atplus® 469, Atplus® MBA 11-7, Atplus® ADG 1201 oder Berol 381, wird zu der erhaltenen Tankmischung dazugegeben.

Formulierung D Spritzpulver (200 g/kg WP) Qmnichem S.A., Belgien nicht von den Ansprüchen umfaßt

Die oben beschriebene WP-Formulierung wird vor der Ausbringung mit Wasser zu einer Spritzbrühe mit der gewünschten Wirkstoffkonzentration verdünnt. Ein Zusatzstoff aus den Gruppen (a), (b) und (c), insbesondere Atplus® S-620, wird zu der erhaltenen Tankmischung dazugegeben.

Ein weiteres Ziel der Erfindung besteht darin, ein Verfahren für die Bekämpfung von phytopathogenen Pilzen vorzuschlagen, das durch die Verwendung der Verbindungen der Formel I, insbesondere Formel IA, in Kombination mit einer oder mehreren Verbindungen, die fähig sind, die Oberflächenspannung in der Spritzverdünnung auf 40 mN/m oder weniger zu verringern und die aus der Gruppe

  • (a) Alkylpolyglykoside, Alkenylbernsteinsäurederivate, Dialkylsulfosuccinate, Polyvinylpyrrolidone, Perfluoralkylsäurederivate und Perfluor(C3–20)alkylester von Carbonsäuren, sowie deren Mischungen,
  • (b) alkoxylierten Alkohole oder Amine und
  • (c) mit Wasser nicht mischbaren polaren aprotischen Hilfslösungsmittel ausgewählt sind, gekennzeichnet sind.

Mit den erfindungsgemäßen Fungizidmischungen kann ein breites Spektrum von phytopathogenen Pilzen und Pflanzenkrankheiten bekämpft. werden. Dazu zählen die Klassen der Ascomycetes, Basidiomycetes, Oomycetes und Deuteromycetes. Sie können daher vorteilhaft gegen ein breites Krankheitsspektrum bei unterschiedlichen Kulturpflanzen verwendet werden. Sie können in Form von Blattfungiziden, Stengelfungiziden, Wurzelfungiziden, Fruchtfungiziden, bei der Bewässerung mitverwendeten Fungiziden, für die Saatgutbeizung verwendeten Fungiziden, Fungiziden für die Jungpflanzenanzucht oder als bodenwirksame Fungizide ausgebracht werden.

Die erfindungsgemäße Mischung kann vorzugsweise für die Bekämpfung von phytopathogenen Pilzen der folgenden Gattungen verwendet werden:

Achlya, Alternaria, Balansia, Bipolaris, Blumeria, Botrytis, Cercospora, Cochliobolus, Curvularia, Cylindrocladium, Drechslera, Entyloma, Erysiphe, Fusarium, Gaeumannomyces, Gerlachia, Gibberella, Guignardia, Leptosphaeria, Magnaporthe, Microsphaera, Monilinia, Mucor, Mycosphaerella, Myrothecium, Nigrospora, Peronospora, Phaeosphaeria, Phoma, Phyllactinia, Phytophthora, Podosphaera, Pseudoperonospora, Pseudocercosporella, Puccinia, Pyrenophora, Pyricularia, Pythium, Rhizoctonia, Rhizopus, Rhynchosporium, Sarocladium, Sclerophthora, Sclerotium, Septoria, Sphaerotheca, Stagonospora, Tilletia, Uncinula, Ustilago, Ustilaginoidea und Venturia, insbesondere die Arten Blumeria graminis f. sp. tritici, Cercospora beticola, Septoria tritici, Erysiphe cichoracearum, Puccinia recondita, Pyrenophora teres und Uncinula necator. Insbesondere werden die erfindungsgemäßen Mischungen für die Bekämpfung der obengenannten phytopathogenen Pilze an einkeimblättrigen Pflanzen wie Gerste und Weizen, Reis und Rasengräsern, oder zweikeimblättrigen Kulturpflanzen wie Kernobst, Steinobst und Reben sowie verschiedensten Arten von Gemüse und Zierpflanzen verwendet.

Zum besseren Verständnis der Erfindung folgen nun einzelne Beispiele.

Die im folgenden beschriebenen Prüfungsergebnisse belegen, daß die Fungizidwirksamkeit und Systemwirksamkeit der Verbindungen der Formel I durch Zugabe der Hilfsstoffe (a), (b) oder (c) verbessert wird.

Beispiele

Identität von in den Beispielen verwendeten Hilfsstoffen

Gewächshausauswertungen auf Fungizidwirkung
  • Krankheit: Echter Mehltau des Weizens (EMT). Pathogen: Blumeria graminis f. sp. tritici
VERSUCHSAUFBAU:
  • 1. Weizensaatgut wird in Plastiktöpfe ausgepflanzt und im Gewächshaus herangezogen.
  • 2. Wenn das Primärblatt (Weizen) voll entfaltet ist, werden die Pflanzen mit den Testverbindungen und Hilfsstoffen mit einem über den Pflanzen angeordneten Eindüsen-Track-Sprayer in einer Aufwandmenge von 200 l/ha besprüht.

Anschließend werden die Pflanzen an der Luft trocknen gelassen.

  • 3. Bei den kurativen Auswertungen findet die Inokulation 2 Tage vor der Behandlung und bei den Residualauswertungen 3–4 Tage nach der Behandlung statt. Für die Inokulation werden die Pflanzen auf Gewächshausgestelle mit Matten, die der Bewässerung von unten dienen, gestellt, und durch Bestäuben mit Konidien von mit Echtem Mehltau infizierten Pflanzen inokuliert (Stammkulturen mit einem Alter von – Tagen). Zwischen der Inokulation und der Behandlung (bei den kurativen Auswertungen) bzw. zwischen der Behandlung und der Inokulation (bei den Residualauswertungen) werden die Pflanzen im Gewächshaus herangezogen und von unten bewässert.
  • 4. Der Befall auf dem Primärblatt (Weizen) wird ungefähr 7 Tage nach der Inokulation als Prozent Blattfläche mit Befallssymptomen/-anzeichen ausgewertet. Beim Weizen werden die Blattspitzen und die Blattbasis nicht in die Auswertung mit einbezogen.

Anschließend wird der Bekämpfungserfolg in Prozent mit der folgenden Formel berechnet:

FORMULIERUNG, REFERENZVERBINDUNGEN UND KONTROLLEN
  • 1. Die formulierten Verbindungen werden mit entionisiertem Wasser verdünnt.
  • 2. Es werden zwei Arten von Kontrollen mitgeführt: Pflanzen, die mit der Lösungsmittel/Tensid-Lösung behandelt und dann inokuliert wurden (Lösungsmittel-Blindkontrolle).

Unbehandelte Pflanzen, die inokuliert werden (inokulierte Kontrolle).

Bei Antisporulationstests wird drei Tage vor der Behandlung mit der Verbindung inokuliert.

Schema für die Antisporulationswirkung:

  • +++ = total (keine Sporen freigesetzt)
  • ++ = stark
  • + = Mittel
  • o = keine.

Beispiel 1

Zu einer mit der Formulierung C, die 100 g/l BB-4 enthielt, hergestellten Tankmischung wurden 1000 ppm (1 ppm = 1 mg/l) Agsol® EX 8 (NOP) gegeben. Die Werte für die bei unterschiedlichen Aufwandmengen beobachtete Wirksamkeit sind in Tabelle I dargestellt:

Tabelle I

Beispiel 2

Zu einer mit der Formulierung C, die 100 g/l BB-4 enthielt, hergestellten Tankmischung wurden 1000 ppm Synperonic 91-6 (S 91-6) gegeben. Die Werte für die bei unterschiedlichen Aufwandmengen beobachtete Wirksamkeit sind in Tabelle II dargestellt:

Tabelle II

Beispiel 3

Zu einer mit unterschiedlichen Formulierungen, die 100 g/l BB-4 enthielten, hergestellten Tankmischung wurden 1000 ppm Agsol® EX 8 (NOP) gegeben. Die Werte für den bei unterschiedlichen Aufwandmengen beobachteten Antisporulationseffekt bzw. für die bei unterschiedlichen Aufwandmengen beobachtete Wirksamkeit sind in Tabelle III dargestellt:

Tabelle III

Beispiel 4

Zu einer mit unterschiedlichen Formulierungen, die 100 g/l BB-4 enthielten, hergestellten Tankmischung wurden 1000 ppm Synperonic 91-6 (S 91-6) gegeben. Die Werte für den bei unterschiedlichen Aufwandmengen beobachteten Antisporulationseffekt bzw. für die bei unterschiedlichen Aufwandmengen beobachtete Wirksamkeit sind in Tabelle IV dargestellt:

Tabelle IV

Beispiel 5

Zu einer mit unterschiedlichen Formulierungen, die 100 g/l BB-4 enthielten, hergestellten Tankmischung wurden 200 ppm Agsol® EX 8 (NOP) und 800 ppm Synperonic 91-6 (S 91-6) gegeben. Die Werte für den bei unterschiedlichen Aufwandmengen beobachteten Antisporulationseffekt bzw. für die bei unterschiedlichen Aufwandmengen beobachtete Wirksamkeit sind in Tabelle V dargestellt:

Tabelle IV

Beispiel 6

Zu einer mit unterschiedlichen Formulierungen, die 100 g/l bzw. 200 g/l BB-4 enthielten, hergestellten Tankmischung wurden 1000 ppm Aerosil OT-100 (OT-100) gegeben. Die Werte für den bei unterschiedlichen Aufwandmengen beobachteten Antisporulationseffekt bzw. für die bei unterschiedlichen Aufwandmengen beobachtete Wirksamkeit sind in Tabelle VI dargestellt:

Tabelle VI

Beispiel 7

Zu einer mit unterschiedlichen Formulierungen, die 100 g/l BB-4 enthielten, hergestellten Tankmischung wurden 1000 ppm Armoblen 600 (Ar 600) gegeben. Die werte für den bei unterschiedlichen Aufwandmengen beobachteten Antisporulationseffekt bzw. für die bei unterschiedlichen Aufwandmengen beobachtete Wirksamkeit sind in Tabelle VII dargestellt:

Tabelle VII

Beispiel 8

Zu einer mit unterschiedlichen Formulierungen, die 100 g/l bzw. 200 g/l BB-4 enthielten, hergestellten Tankmischung wurden 1000 ppm Atplus 469 (469) gegeben. Die Werte für den bei unterschiedlichen Aufwandmengen beobachteten Antisporulationseffekt bzw. für die bei unterschiedlichen Aufwandmengen beobachtete Wirksamkeit sind in Tabelle VIII dargestellt: Tabelle VIII

Beispiel 9

Zu einer mit unterschiedlichen Formulierungen, die 100 g/l bzw. 200 g/l BB-4 enthielten, hergestellten Tankmischung wurden 1000 ppm Atplus MBA 11-7 (MBA 11-7) gegeben. Die Werte für den bei unterschiedlichen Aufwandmengen beobachteten Antisporulationseffekt bzw. für die bei unterschiedlichen Aufwandmengen beobachtete Wirksamkeit sind in Tabelle IX dargestellt:

Tabelle IX

Beispiel 10

Zu einer mit unterschiedlichen Formulierungen, die 100 g/l bzw. 200 g/l BB-4 enthielten, hergestellten Tankmischung wurden 1000 ppm Berol 381 (B 381) gegeben. Die Werte für den bei unterschiedlichen Aufwandmengen beobachteten Antisporulationseffekt bzw. für die bei unterschiedlichen Aufwandmengen beobachtete Wirksamkeit sind in Tabelle X dargestellt:

Tabelle X

Beispiel 11

Zu einer mit einer Formulierung, die 100 g/l BB-4 enthielt, hergestellten Tankmischung wurden 2000 ppm Henkel MeC12 + 6EO (He 12-6) gegeben. Die Werte für die bei unterschiedlichen Aufwandmengen beobachtete Wirksamkeit sind in Tabelle XI dargestellt:

Tabelle XI

Beispiel 12

Zu einer mit unterschiedlichen Formulierungen, die 100 g/l bzw. 200 g/l BB-4 enthielten, hergestellten Tankmischung wurden 1000 ppm Atplus ADG 1201 (ADG 1201) gegeben. Die Werte für den bei unterschiedlichen Aufwandmengen beobachteten Antisporulationseffekt bzw. für die bei unterschiedlichen Aufwandmengen beobachtete Wirksamkeit sind in Tabelle XII dargestellt:

Tabelle XII


Anspruch[de]
  1. Fungizide Zusammensetzung, die folgendes enthält:

    (i) 50 bis 400 Teile Verbindung der Formel 2,


    (ii) 50 bis 500 Teile an mindestens einem Hilfsstoff aus der Gruppe der

    (a) Alkylpolyglykoside, Alkenylbernsteinsäurederivate, Dialkylsulfosuccinate, Polyvinylpyrrolidone, Perfluoralkylsäurederivate und Perfluor (C3–20)alkylester von Carbonsäuren, sowie deren Mischungen,

    (b) ethoxylierten C6–16Alkohole, mit Ethylenoxid- und Propylenoxideinheiten alkoxylierten C3–14Alkoholen und mit Ethylenoxid- und/oder Propylenoxideinheiten alkoxylierten C10–20Aminen, sowie

    (c) mit Wasser nicht mischbaren polaren aprotischen Lösungsmitteln,

    (iii) mindestens ein Tensid aus den Gruppen (iii1) und (iii2):

    (iii1) 5 bis 75 Teile eines nichtionischen Dispergiermittels und (iii2) 10 bis 100 Teile eines anionischen

    Dispergiermittels,

    (iv) bis zu 150 Teile eines oder mehrerer Gefrierschutzmittel,

    (v) bis zu 25 Teile eines Entschäumers, sowie

    (vi) 200 bis 800 Teile eines Trägers,

    sowie gegebenenfalls ein oder mehrere Hilfsstoffe aus den Gruppen

    (vii) bis (ix):

    (vii) 0,1 bis 5,0 Teile mindestens eines Biozids,

    (viii) 0,1 bis 5,0 Teile mindestens eines Verdickungsmittels, sowie

    (ix) 0,1 bis 125,0 Teile mindestens eines Netzmittels.
  2. Fungizide Zusammensetzung nach Anspruch 1, wobei der Hilfsstoff

    (a) aus der Gruppe der

    (i) Alkylpolyglykoside, die mittels säurekatalysierter Fischer-Reaktion von Stärke- oder Glukosesirupen mit Fettalkoholen erhältlich sind,

    (ii) Alkenylbernsteinsäurederivate, bei denen es sich um Verbindungen der Formel
    oder Salzen davon handelt, wobei

    R eine C4–18Alkylgruppe bedeutet,

    X 0 oder N(C1–6Alkyl) bedeutet,

    P1 und P2 jeweils ein Polymergerüst, das unter den Formeln (1) und (2)
    ausgewählt ist, bedeuten

    R' ein Wasserstoffatom oder eine Alkylgruppe bedeutet,

    X 0 oder eine ganze Zahl von 1 bis 10 bedeutet,

    Y eine ganze Zahl von 1 bis 10 bedeutet, sowie

    (iii) Natriumdialkylsulfosuccinate stammt.
  3. Fungizide Zusammensetzung nach Anspruch 1, wobei der Hilfsstoff (c) aus der Gruppe N-Octylpyrrolidon, N-Dodecylpyrrolidon und N-Cyclohexylpyrrolidon stammt.
  4. Fungizide Zusammensetzung nach Anspruch 1, wobei der Hilfsstoff (a) aus der Gruppe Perfluor (C6–18)alkylphosphonsäuren, Perfluor(C6–18)alkylphosphinsäuren und Perfluor(C3_20)alkylestern von Carbonsäuren und deren Mischungen stammt.
  5. Fungizide Zusammensetzung nach Anspruch 1, wobei der Hilfsstoff aus der Gruppe Aerosil® OT-100, Agsol® EX8, Armoblen® 600, Altplus® ADG 1201, Atplus® 469, Atplus® MBA 11-7, Berol® 381, Der Firma Henkel McC12 6EO und Synperonic® 91-6 stammt.
  6. Verfahren zur Bekämpfung eines phytopathogenen Pilzes an einem Ort, dadurch gekennzeichnet, daß man den Ort mit einer Zusammensetzung nach Anspruch 1, gewünschtenfalls nach Verdünnen mit Wasser, behandelt.
  7. Herstellung einer fungiziden Zusammensetzung nach Anspruch 1 als Tankmischung, dadurch gekennzeichnet, daß man die Hilfsstoffe als eigenes Präparat in Abmischung mit einem Dispergiermittel zugibt.
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