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Dokumentenidentifikation DE202004014160U1 23.12.2004
Titel Bodenbelagelement
Anmelder Mohr, Wolfgang, 64720 Michelstadt, DE;
Rosenberger, Johann, 97789 Oberleichtersbach, DE
Vertreter Patentanwälte Kewitz & Kollegen Partnerschaft, 60325 Frankfurt
DE-Aktenzeichen 202004014160
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 23.12.2004
Registration date 18.11.2004
Application date from patent application 09.09.2004
IPC-Hauptklasse D06N 7/00

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Bodenbelag aus mehreren Schichten, umfassend eine Trägerplatte und eine sich oberhalb der Trägerplatte befindende Nutzschicht.

Hartfußbödenbeläge können wahlweise durch Kleben oder sonstiges Fixieren fest mit dem Untergrund verbunden oder schwimmend verlegt werden. Bei schwimmend verlegten harten Bodenbelägen, wie Laminatböden, besteht der Nachteil, dass dieser beim Betreten oder Belasten nachgibt und die umgebende Luft in hörbare Schwingungen versetzt. Die dabei auftretenden Schallgeräusche sind zum einen der so genannte Trittschall, der beim Begehen eines Bodenbelages in die darunter liegende Räume gelangt, und der so genannte Gehschall, also die nach oben in den Raum abstrahlende Resonanz.

Aus dem Stand der Technik sind Laminat-Bodenbeläge bekannt. Grundsätzlich ist ein Laminat eine Platte, die aus einer Trägerplatte, einer Verschleißschicht (Schutzschicht), einer Gegenzugschicht und einer meist mit Holzdekoren bedruckten Dekorschicht besteht. Die Gegenzugschicht verhindert, dass sich die Platte verzieht, die Verschleißschicht – auch Overlay genannt -, meist eine Melaminharzoberfläche, verhindert, dass die Dekorschicht beschädigt wird. Umgangssprachlich wird aber unter Laminat ein Fußbodenbelag verstanden, der häufig als Ersatz für das teurere Parkett eingesetzt wird. Laminatböden zeichnen sich durch eine hohe Beanspruchbarkeit aus, die in verschiedenen Beanspruchungsklassen klassifiziert ist. Heutzutage werden fast nur noch Laminatböden hergestellt, die eine leimlose Verlegung zulassen, meistens in Form von Klicklaminat, bei dem ein Paneel in das andere einrastet.

Die Laminat-Faserplatten werden aus Holzfasern oder anderen Lignocellulose-Werkstoffen geformt, die durch mechanisches Schleifen des Rohmaterials erzielt werden. Das Verfahren wird bei einer hohen Temperatur in einer mit Druck beaufschlagten Dampfumgebung durchgeführt.

Gerade bei dem zuvor beschrieben Laminatboden wird das Begehgeräusch, das sich in Form von Trittschall – Gehschall – bemerkbar macht, als unangenehm empfunden (Trommeleffekt). Aus diesem Grund werden die verschiedensten Unterlagsplatten/-bahnen zur Reduzierung dieses Schalls eingesetzt. Im Einzelnen handelt es sich dabei beispielsweise um Holzfaserdämmplatten, Gummimatten, Gummikorkgranulatplatten, Polyethylenschaumbahnen, Polyurethanbahnen usw. All diese Unterlagsmatten/-bahnen reduzieren zwar den Trittschall, d.h. denjenigen Schall, der beim Begehen durch die Decke in die darunter liegenden Räume dringt, aber nur in einem sehr geringen Maße den Gehschall der von dem Bodenbelag zurück in den Raum gestrahlt wird und sich dort als unangenehm empfundener Begehschall bemerkbar macht.

Teilweise werden die Laminatböden auch mit Dämmplatten/-bahnen auf der Rückseite beklebt. Dies führt aber ebenfalls zu keiner signifikanten Schallreduzierung im Raum. Außerdem führen die Verbundelemente bei der Entsorgung zu erheblichen Problemen. Als eine andere Methode wird sehr häufig auch eine Verklebung des Laminatfussbodens auf dem Untergrund durchgeführt, was allerdings aus den verschiedensten Gründen als nicht unproblematisch anzusehen ist. Man kann bei dieser Art des Schallschutzes beispielsweise Verlegefehler nur sehr schwer oder gar nicht korrigieren, ohne den Belag vollständig aus dem Raum zu entfernen. Allerdings wird dabei der Gehschall kaum unterdrückt.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es, einen leicht verlegbaren Bodenbelag mit verbesserten Schalleigenschaften bereitzustellen.

Die Aufgabe wurde gelöst durch ein Bodenbelagelement aus mehreren Schichten, umfassend eine Trägerplatte und eine sich oberhalb der Trägerplatte befindende Nutzschicht, wobei die Trägerplatte einen druckfesten Holzwerkstoff und die Nutzschicht eine Polymerfolie umfasst.

Ferner wurde die Aufgabe durch ein Bodenbelagelement aus mehreren Schichten, umfassend eine Trägerplatte und eine sich oberhalb der Trägerplatte befindende Nutzschicht, wobei die Trägerplatte einen druckfesten Holzwerkstoff und die Nutzschicht geschäumtes Polyvinyl mit heterogenem Aufbau enthält, gelöst.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform kann bei einem solchen Bodenbelagelement zwischen der Trägerplatte und der Nutzschicht eine Korkschicht vorgesehen sein. Dabei kann auf der Unterseite der Trägerplatte zusätzlich eine weitere Korkschicht vorgesehen sein. Eine solche Korkschicht ist bevorzugt aus einer gepressten oder gebundenen Korkgranulatschicht ausgebildet.

Überaschenderweise wurde festgestellt, dass durch den Gegenstand der Erfindung eine wesentliche Verringerung von Trittschall, Raumschall, Körperschall und insbesondere von Gehschall, einhergehend mit einem angenehmen Hörempfinden erreicht wird. Zugleich werden die von Schritten ausgehenden Energiestöße abgefedert, der Gehkomfort steigt deutlich an.

Ferner können alle erfindungsgemäßen Bodenbelagelemente lichtechte Oberflächen aufweisen. Ein Verblassen der Dekore ist somit ausgeschlossen und die Neuplatzierung von Teppichen jederzeit erlaubt. Ferner können hohe Stoßfestigkeit und hohe Abriebwerte erreicht werden. Gerade die beiden alternativen Nutzschichten des erfindungsgemäßen Bodenbelagelements beeinflussen maßgeblich die Qualität des Bodenbelags. Formstabilität, Druck- und Stoßunempfindlichkeit sowie Pflegeleichtigkeit sind das Resultat.

Erfindungsgemäß wird als druckfester Holzwerkstoff für die Trägerplatte eine Faserplatte von mittlerer Dichte (auf diesem Gebiet als MDF bekannt) oder eine Faserplatte hoher Dichte (auf diesem Gebiet als HDF bekannt) verwendet. MDF- oder HDF-Platten zeichnen sich durch niedrige Hestellungskosten bei gleichzeitig hoher Belastbarkeit und sehr guter Verarbeitbarkeit aus. MDF- oder HDF-Faserplatten werden beispielsweise unter trockenen Bedingungen geformt, wobei die Fasern vor dem Bilden der so genannten Matratze getrocknet werden, die anschließend gepresst und mit Wärme härtenden Harzen bei fehlendem Wasser und verringertem Druck behandelt wird. Aufgrund ihrer Konsistenz können Verbindungselemente, beispielsweise Nut-Feder-Verbindungen, stirnseitig und/oder längsseitig in einfacher und dauerhafter Weise ausgebildet werden.

1a zeigt eine besondere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Bodenbelags, wobei auf der Oberfläche der Trägerplatte 2 eine Nutzschicht 1 mit Polymerfolie aufgebracht ist. Auf der Unterseite der Trägerplatte 2 befindet sich eine Korkschicht 3.

1b zeigt eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Bodenbelags, wobei auf der Oberfläche der Trägerplatte 2 eine Nutzschicht 1 aus geschäumtem Polyvinyl mit heterogenem Aufbau aufgebracht ist. Auf der Unterseite der Trägerplatte 2 befindet sich eine Korkschicht 3.

2 zeigt eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Bodenbelags, wobei auf der Oberfläche der Trägerplatte 2 eine Korkschicht 3' aufgebracht ist. Auf der Oberfläche der Korkschicht 3' ist eine Nutzschicht mit Polymerfolie mit heterogenem Aufbau aufgebracht. Auf der Unterseite der Trägerplatte 2 befindet sich eine Korkschicht 3.

3a zeigt eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Bodenbelags, wobei auf der Oberfläche der Trägerplatte 2 eine Nutzschicht 1 aus geschäumtem Polyvinyl mit heterogenem Aufbau aufgebracht ist.

3b zeigt eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Bodenbelags, wobei auf der Oberfläche der Trägerplatte 2 eine Nutzschicht 1 aus Polymerfolie aufgebracht ist.

Der erfindungsgemäße Bodenbelag umfasst somit mehrere Schichten. Dabei handelt es sich bei einer Schicht um eine Trägerschicht (Trägerplatte). Diese Trägeplatte kann aus druckfestem Holzwerkstoff bestehen, beispielsweise als mitteldichte (MDF) oder hochdichte (HDF) Faserplatte ausgebildet sein. Die Schichtdicke der Trägerplatte beträgt vorzugsweise 5,0 bis 8,0 mm. Für die passgenaue Verbindung der Bodenbeläge kann die Trägerplatte ferner eine Profilierung aufweisen, wie überstehende Kanten oder Kanten für eine Nut-Feder-Verbindung. Dies erlaubt eine leichte Verlegung und eine stabile Verbindung. Diese Profilierungen sind stirnseitig und/oder längsseitig vorgesehen.

Oberhalb der Trägerplatte ist eine Nutzschicht vorgesehen. Die Nutzschicht kann dabei eine Dekorschicht enthalten. In einer Ausführungsform umfasst die Nutzschicht eine Polymerfolie, beispielsweise aus Polyvinyl, Polyester, Polyethylen, Polyurethan oder Polyolefin oder einem Gemisch dieser Polymere.

In einer anderen Ausführungsform umfasst der erfindungsgemäße Bodenbelag eine Nutzschicht, die geschäumtes Polyvinyl mit heterogenem Aufbau enthält. Geschäumtes Polyvinyl, auch cushion vinyl genannt, umfasst einen geschäumten Kern, der zwischen zwei oder mehr Vinyl-Lagen angeordnet ist. Durch den geschäumten Kern lässt sich eine weitere Schalldämpfung erzielen. Das geschäumte Vinyl kann geeignet eingefärbt oder bedruckt sein.

Die Polymerfolie kann eine bedruckte oder transparente Polymerfolie sein. In einer besonderen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Bodenbelags kann die transparente Polymerfolie auf der Rückseite bedruckt sein. Die eine Polymerfolie enthaltende Nutzschicht weist vorzugsweise eine Schichtdicke von 0,15 bis 0,70 mm auf. Die ein geschäumtes Polyvinyl enthaltende Nutzschicht weist vorzugsweise eine Schichtdicke von 2,0 bis 3,5 mm auf.

Eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Bodenbelags weist unterhalb der Trägerplatte eine zusätzliche Korkschicht auf. Ferner kann sich in einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Bodenbelags zwischen Trägerplatte und Nutzschicht eine weitere Korkschicht befinden. Die Korkschichten können dabei aus einer gebundenen oder gepressten Korkgranulatschicht bestehen.

Die Korkschichten weisen vorzugsweise jeweils eine Schichtdicke von 1,0 bis 3,0 mm auf.

Wie dem Fachmann ohne weiteres ersichtlich sein wird, können die in den Figuren dargestellten Bodenbelagelemente in geeigneter, aus dem Stand der Technik bekannter Weise zu Bodenbelägen zusammengefügt werden. Aufgrund der niedrigen Herstellungskosten können Bodenbelagelemente mit einer MDF-Trägerplatte beispielsweise bevorzugt für den privaten Einsatz vorgesehen, während Bodenbelagelemente mit den festeren und belastbaren HDF-Trägerplatten bevorzugt beispielsweise für den Einsatz im gewerblichen Bereich eingesetzt werden können.


Anspruch[de]
  1. Bodenbelagelement aus mehreren Schichten, umfassend eine Trägerplatte (2) und eine sich oberhalb der Trägerplatte befindende Nutzschicht (1), wobei die Trägerplatte (2) einen druckfesten Holzwerkstoff und die Nutzschicht eine Polymerfolie umfasst.
  2. Bodenbelagelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Polymerfolie der Nutzschicht (1) ein Polymer, ausgewählt aus der Gruppe der Polyvinyle, Polyester, Polyethylene, Polyurethan und Polyolefine, enthält.
  3. Bodenbelagelement nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie eine bedruckte oder transparente Polymerfolie ist.
  4. Bodenbelagelement nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die transparente Polymerfolie auf der Rückseite bedruckt ist.
  5. Bodenbelagelement nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Polymerfolie eine Schichtdicke von 0,15 bis 0,70 mm aufweist.
  6. Bodenbelagelement nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass sich unterhalb der Trägerplatte eine Korkschicht (3) befindet.
  7. Bodenbelagelement nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass sich zwischen Trägerplatte (2) und Nutzschicht (1) eine Korkschicht (3') befindet.
  8. Bodenbelagelement nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Korkschicht (3, 3') jeweils eine Korkgranulatschicht ist.
  9. Bodenbelagelement nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Korkschicht (3, 3') jeweils eine Schichtdicke von 1,0 bis 3,0 mm aufweist.
  10. Bodenbelagelement nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der druckfeste Holzwerkstoff eine mitteldichte Faserplatte ist.
  11. Bodenbelagelement nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der druckfeste Holzwerkstoff eine hochdichte Faserplatte ist.
  12. Bodenbelagelement nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerplatte (2) eine Schichtdicke von 5,0 bis 8,0 mm aufweist.
  13. Bodenbelagelement nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerplatte (2) eine Profilierung aufweist.
  14. Bodenbelagelement nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Nutzschicht (1) eine Dekorschicht enthält.
  15. Bodenbelagelement aus mehreren Schichten, umfassend eine Trägerplatte (2) und eine sich oberhalb der Trägerplatte befindende Nutzschicht (1), wobei die Trägerplatte (2) einen druckfesten Holzwerkstoff und die Nutzschicht (1) geschäumtes Polyvinyl mit heterogenem Aufbau enthält.
  16. Bodenbelagelement nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass das geschäumte Polyvinyl eine Schichtdicke von 2,0 bis 3,5 mm aufweist.
  17. Bodenbelagelement nach einem der Ansprüche 14 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass sich unterhalb der Trägerplatte eine Korkschicht (3) befindet.
  18. Bodenbelagelement nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Korkschicht (3) eine Korkgranulatschicht ist.
  19. Bodenbelagelement nach Anspruch1 17 oder 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Korkschicht (3) eine Schichtdicke von 1,0 bis 3,0 mm aufweist.
  20. Bodenbelagelement nach einem der Ansprüche 15 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass der druckfeste Holzwerkstoff eine mitteldichte Faserplatte ist.
  21. Bodenbelagelement nach Bodenbelag nach einem der Ansprüche 15 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass der druckfeste Holzwerkstoff eine hochdichte Faserplatte ist.
  22. Bodenbelagelement nach einem der Ansprüche 15 bis 21, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerplatte (2) eine Schichtdicke von 5,0 bis 8,0 mm aufweist.
  23. Bodenbelagelement nach einem der Ansprüche 15 bis 22, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerplatte (2) eine Profilierung aufweist.
  24. Bodenbelagelement nach einem der Ansprüche 15 bis 23, dadurch gekennzeichnet, dass die Nutzschicht (1) eine Dekorschicht enthält.
Es folgen 5 Blatt Zeichnungen






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