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Dokumentenidentifikation DE202004012068U1 05.01.2005
Titel Anordnung für eine Spieldose
Anmelder KWO Kunstgewerbe-Werkstätten Olbernhau GmbH, 09526 Olbernhau, DE
Vertreter Thomas, M., Dipl.-Ing.(FH), Pat.-Anw., 09526 Olbernhau
DE-Aktenzeichen 202004012068
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 05.01.2005
Registration date 02.12.2004
Application date from patent application 30.07.2004
IPC-Hauptklasse G10F 1/06

Beschreibung[de]
Anwendungsgebiet der Erfindung

Die Erfindung betrifft Spieldosen mit einem Antrieb für ein Dekorationsobjekt, das oberhalb des Spieldosengehäuses angeordnet ist.

Charakteristik der bekannten Lösungen

Allgemein bekannt sind Spieldosen mit einem Gehäuse und einem darin angeordneten Spielwerk, wobei das Gehäuse als Resonanzkörper wirkt. Das Spielwerk kann ein mechanisches oder elektronisches Musikspielwerk sein.

Einige Ausführungen solcher Spieldosen haben einen zusätzlichen Abtrieb, der es gestattet, an einem Adapter Dekorationsobjekte zu befestigen. Dieser Abtrieb ist vertikal angeordnet, weshalb zumeist ein sich drehender Teller verwendet wird, auf dem verschiedenartige Dekorationselemente angeordnet werden.

Spieldosen der oben beschriebenen Art sind insbesondere aus dem Sächsischen Erzgebirge bekannt. Sie werden zumeist mit einem mechanisch angetriebenen Musikspielwerk ausgerüstet, das zugleich die drehbare Scheibe antreibt.

Die Gehäuse sind nach akustischen Eigenschaften und unter dekorativen Gesichtspunkten ausgeführt. Dabei bleibt das Gehäuse entweder naturbelassen, wird bedruckt, bemalt, beklebt oder auch mit dreidimensionalen Elementen versehen.

Die bekannten Formen von Spieldosen beschränken sich darauf, bewegte dekorative Objekte auf der Oberseite des drehbaren Tellers anzuordnen. Die dort vorhandene Anordnung hat zumeist einen thematischen Bezug (Weihnachten, Ostern, Märchen u.a.). Die Dekoration des Gehäuses ist häufig lediglich schmückendes Beiwerk.

Aufgabe der Erfindung

Es ist deshalb Aufgabe der Erfindung, Lösungen für die Anordnung von Dekorationsobjekten bei Spieldosen vorzuschlagen, die es ermöglichen, den gesamten Raum um ein Spieldosengehäuse herum für die Dekorationsobjekte zu nutzen.

Wesen der Erfindung

Das Wesen der Erfindung ergibt sich aus den Merkmalen der Schutzansprüche, der Beschreibung und den Ausführungsbeispielen. Ausführungsbeispiele und Zeichnungen geben dabei am Anmeldetag bevorzugte Ausführungsformen wieder und beschränken die Erfindung nicht.

Die Erfindung geht zunächst davon aus, dass ein thematisch bezogenes Dekorationsobjekt oder eine solche Gesamtanordnung nicht auf die Oberseite des drehbaren Tellers beschränkt sein muss. Sie geht ferner davon aus, dass die Bewegungseffekte positive Wirkungen durch Einbeziehung von Bewegungen wenigstens an der Umfangsfläche von Spieldosengehäusen haben können. Des weiteren geht die Erfindung davon aus, dass die Anordnung eines Dekorationsobjektes, das auch ein Einzelobjekt sein kann, mit einem Spieldosengehäuse auch in der Art möglich ist, dass das Spieldosengehäuse integraler Bestandteil der Gesamtgestaltung ist.

Erfindungsgemäß wird dies dadurch gelöst, dass wenigstens ein Element des Dekorationsobjektes über den Rand eines drehbaren Tellers hinausragt und vorzugsweise nach unten gerichtet ist und sich damit vor der Umfangsfläche des Spieldosengehäuses befindet.

Eine Ausführungsform der Erfindung besteht darin, dass im Rahmen einer Gesamtanordnung eine Figur, ein Gegenstand oder eine mehrteilige Anordnung von Bauteilen über den Rand des drehbaren Tellers und über den Rand des Spieldosengehäuses ragt, dort herunter hängt und so beim Umlaufen des drehbaren Tellers jeweils Teile der Umfangsfläche bedeckt.

Eine bevorzugte Ausführungsform kann eine oder mehrere Figuren betreffen, die am äußeren Rand des drehbaren Tellers angeordnet sind und die Beine über den Rand desselben hängen lassen. In gleicher Weise können dies auch andere Teile des Dekorationsobjektes sein.

Eine andere Ausführungsform der Erfindung benutzt ein Dekorationsobjekt als Einzelobjekt, wie beispielsweise eine einzelne dreidimensionale Figur. Hierbei ist es auch möglich, Rauchfiguren oder Nussknacker zu verwenden. Die Figur wird dabei vorzugsweise in einer sitzenden Haltung ausgeführt, sodass deren Beine über das Spieldosengehäuse hängen. Ebenso können auch Teile eventuell vorhandenen Beiwerks überhängen.

Vorzugsweise wird bei der Verwendung einer Einzelfigur ein drehbarer Teller mit geringem Durchmesser verwendet oder ganz auf diesen verzichtet und die Figur mit dem Adapter des Spielwerkes direkt verbunden. Das Spieldosengehäuse ist in seinen Abmessungen entsprechend der Figurgestaltung angepasst, sodass zusätzliche Anpassungen der Figur, insbesondere deren Beine, nicht erforderlich sind.

Eine bevorzugte Ausführungsform besteht darin, dass ein Spieldosengehäuse mit einer Rauchfigur in sitzender Haltung kombiniert wird. Der drehbare Teller der Spieldose ist dabei identisch mit der Sockelscheibe der Rauchfigur. An der Unterseite wird die Sockelscheibe mit dem Adapter des Spielwerkes verbunden, während an der Oberseite die Anordnung zum Abbrennen von Räucherkegeln in der allgemein bekannten Form angeordnet ist. Das Oberteil der Rauchfigur ist wie bekannt abnehmbar, damit Räucherkegel eingelegt oder deren Verbrennungsrückstände entfernt werden können. Die Beine der Figur können je nach Gestaltungsform mit der Sockelscheibe verbunden sein oder sind am Oberteil (Oberkörper) der Rauchfigur befestigt. Eine solche Anordnung kann dann zweifach genutzt werden, indem die Rauchfigur mit dem darin befindlichen brennenden Räucherkegel Wohlgerüche verbreitet, während das darunter angeordnete Musikspielwerk gleichzeitig Töne erzeugt, Melodien, Geräusche oder Sprache generiert.

Die oben beschriebene Form der Spieldose kann als Gesamtgestaltung so ausgeführt sein, dass das Spieldosengehäuse in der Art einer Sitzgelegenheit für die darüber angeordnete Figur gestaltet ist, wobei die Beine der Figur nahezu bis zur Grundfläche herabreichen. Dabei ist es auch möglich, bestimmte Bauteile mit der Grundfläche in Kontakt zu bringen, soweit die dabei entstehende Reibung den Lauf des Spielwerkes nicht nachteilig beeinflusst. Solche Ausführungsformen von Spieldosengehäusen können Nachbildungen von Sitzmöbeln, Erdhügeln, Steinen, Baumstümpfen oder dergleichen sein. Dabei können diese in beliebigen Werkstoffen ausgeführt sein. Die Spieldosengehäuse und Dekorationsobjekte können seriell oder individuell hergestellt sein und die Spielwerke können sowohl solche mit mechanisch erzeugten Tönen sein, wie auch elektronische Einrichtungen. Insoweit beinhaltet die Erfindung auch Lösungen mit voneinander unabhängigen Anordnungen für das Musikwerk und den Antrieb des drehbaren Tellers bzw. des Dekorationsobjekts innerhalb des Spieldosengehäuses.

Die Erfindung hat also den Vorteil, dass zwischen dem Spieldosengehäuse mit darin angeordnetem Spielwerk und dem Dekorationsobjekt ein enger gestalterischer Zusammenhang erreicht wird. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass Einzelfiguren entsprechender Größe als Gestaltungsobjekt mit Spieldosengehäusen so kombiniert werden können, dass die Figur die Gesamtgestaltung dominiert.

Ausführungsbeispiele

Die Erfindung wird nachstehend anhand von 2 Ausführungsbeispielen und 2 Figuren näher erläutert. Dabei zeigen:

1 – eine erfindungsgemäße Ausführungsform einer Spieldose;

2 – eine Ausführungsform einer Spieldose mit einer Rauchfigur als einzigem Dekorationsobjekt.

Ausführungsbeispiel 1

In einem Spieldosengehäuse (1) befindet sich ein nicht dargestelltes Musikspielwerk mit wenigstens einem Abtrieb, der über die Mittelachse (2) den drehbaren Teller (3) antreibt. Auf der Oberseite (4) des drehbaren Tellers (3) können beliebige Dekorationsobjekte angeordnet werden und den Raum (5) ausfüllen. Dabei ist es gleich, ob ein oder mehrere Dekorationsobjekte angeordnet sind.

Wenigstens ein Dekorationsobjekt (6) ist am Rand des drehbaren Tellers (3) so angeordnet, dass es mit wenigstens einem Bauteil (7) über den Rand des drehbaren Tellers (3) nach unten ragt und vor der Seitenfläche (8) des Spieldosengehäuses (1) umläuft. In 1 ist beispielhaft für das Bauteil (7) die Anordnung von Beinen der Figur (6) dargestellt.

Ausführungsbeispiel 2

Ein Spieldosengehäuse (9) steht auf einer Grundfläche (10). Im Spieldosengehäuse (9) sind nicht dargestellt, ein Spielwerk und ein Abtrieb angeordnet, der eine Scheibe (11) bewegt. Diese nimmt das Oberteil (12) eines Räuchermännchens auf, das die üblichen Ausführungsformen von Räuchermännchenfiguren hat. Auf der Oberseite (13) der drehbaren Scheibe (11 ) ist eine feuerfeste Scheibe (14) und auf derselben ein Räucherkegel (15) angeordnet.

Die Beine (16) und Füße (17) des Räuchermännchens ragen vor die Seitenwand (18) des Spieldosengehäuses (9).

Je nach Ausführungsform des Räuchermännchens können dessen Beine auch mit der drehbaren Scheibe (11) verbunden sein und das Oberteil (12) desselben kann separat abnehmbar sein.

Das Spieldosengehäuse (9) kann auch in die Gesamtgestaltung der Anordnung einbezogen sein und eine von geometrischen Grundformen abweichende äußere Gestalt haben.


Anspruch[de]
  1. Spieldose, bestehend aus einem Gehäuse, einem darin angeordneten Spielwerk, einem darin angeordneten Antrieb für einen auf dem Gehäuse angeordneten drehbaren Teller und einem darauf angeordnetem Dekorationsobjekt, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Bauteil des Dekorationsobjekts so angeordnet ist, dass es über den Rand des drehbaren Tellers ragt und nach unten gerichtet ist, wobei dieses Bauteil vor dem Gehäuse umläuft.
  2. Spieldose nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das den Rand des drehbaren Tellers überragende Bauteil bis zur Standfläche der Spieldose reicht.
  3. Spieldose nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Dekorationsobjekt eine Gesamtanordnung aus mehreren Einzelobjekten ist.
  4. Spieldose nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Dekorationsobjekt eine Figur ist.
  5. Spieldose nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Figur eine sitzende Haltung einnimmt und die Beine derselben vor dem Gehäuse umlaufen.
  6. Spieldose nach einem der Ansprüche 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Figur eine Rauchfigur ist, wobei die Sockelscheibe der Rauchfigur mit dem Antrieb der Spieldose verbunden und das Oberteil derselben abnehmbar ist.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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