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Dokumentenidentifikation DE102004025242A1 20.01.2005
Titel Meßschieber
Anmelder Bossy, Rino, 42489 Wülfrath, DE
Erfinder Bossy, Rino, 42489 Wülfrath, DE
Vertreter Krienen Pfingsten Truskowski Rechts- und Patentanwälte, 42853 Remscheid
DE-Anmeldedatum 22.05.2004
DE-Aktenzeichen 102004025242
Offenlegungstag 20.01.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 20.01.2005
IPC-Hauptklasse G01B 3/20
Zusammenfassung Ein Messschieber mit einem starren Messschenkel (17), der mit einem Führungsstab (3) und einer Messskala (7) fest verbunden ist, und
mit einem an dem Führungsstab beweglich geführten Messschenkel (9), welcher mit einer an der Messskala (7) entlang geführten Messfahne (6) mit Nonius-Skala (8) fest verbunden ist, weist einen Führungsstab (3), welcher eine von dem Führungsstab allseits umgebene Führungsbahn bildet, in welcher ein Kolben (2) gleitend geführt ist. Der Führungsstab (3) besitzt einen Längsschlitz (5) zwischen der Führungsbahn und seinem Außenumfang, aus welchem der an dem Kolben (2) befestigte Messschenkel (9) herausragt. Die Messskala (7) wird an einer längs gerichteten Öffnung des Führungsstabs gebildet, wobei in dieser Öffnung die an dem Kolben befestigte Messfahne (6) und die Nonius-Skala (8) erscheint. Die Öffnung kann der Längsschlitz sein oder ein Fenster.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Meßschieber nach dem Oberbegriff des Anspruch 1. Derartige Meßschieber sind in Industrie und Handwerk allgemein in Gebrauch. Es handelt sich um Messinstrumente, die einerseits mit großer Genauigkeit gefertigt und mit dieser Genauigkeit auch maßhaltig sein müssen, die aber andererseits auch handlich und robust sein sollten.

Die bekannten Meßschieber erfüllen diese Vorraussetzung der Handlichkeit nicht, da sie nicht nur schwer sind, sondern auch sperrige Dimensionen haben. Dabei bleibt außer Acht, dass derartige Meßschieber vielfach auch in der Tasche der Arbeitskleidung mitgenommen werden.

Aufgabe der Erfindung ist es, einen derartigen Meßschieber so auszubilden, dass er die Eigenschaften der Genauigkeit, Maßhaltigkeit, Präzision und Robustheit mit einer größeren Handlichkeit verbindet und überdies auch einfacher als die bekannten Geräte herstellbar ist.

Die Lösung ergibt sich aus Anspruch 1.

Die Besonderheit dieser Ausführung besteht darin, dass der bewegliche Meßschenkel nicht mehr außen auf einem im wesentlichen rechteckigen Führungsstab geführt ist. Vielmehr wird der Führungsstab als Hohlprofil gebildet mit einer Führungsbahn in seinem inneren. In dieser inneren Führungsbahn ist ein Körper beweglich, der an den Wänden der Führungsbahn gleitend jedoch so anliegt, dass er kein das Messergebnis beeinträchtigendes Spiel hat. Dieser Körper ist in dieser Anmeldung als Kolben bezeichnet.

Die Noniusskala kann auf einer Meßfahne abgetragen sein, welche mit dem Kolben und dem beweglichen Meßschenkel verbunden ist. In dieser kompakten Ausführung ergibt sich ein stabiler Aufbau des Führungsstabes mit einfacher, jedoch genauer Fertigung als Strangpreßprofil, da der Führungsstab nur einen Längsschlitz besitzt (Anspruch 2).

Bei der Ausführung nach Anspruch 3 wird die Zahl der den Führungsstab überragenden Elemente auf die beiden Meßschenkel begrenzt. Durch die Ausbildung nach den Ansprüchen 20 oder 21 kann die Außenkontur des Meßschiebers außerhalb des Meßbetriebs auf den Führungsstab begrenzt werden.

Der Kolben kann den Querschnitt der Führungsbahn vollständig ausfüllen. Erforderlich ist dies jedoch nicht, sondern es genügt, dass der Kolben an wenigstens zwei gegenüberliegenden Seiten, vorzugsweise an drei oder vier Seiten sich an der Innenwand der Führungsbahn abstützt und damit eine spielfreie Führung gewährleistet (Ausführung nach Anspruch 6).

Herkömmliche Meßschieber sind auch mit Tiefenmeßstäben ausgeführt, die die Messung der Tiefe von Löchern gestatten. Die Weiterbildung nach Anspruch 4 bietet auch hierfür eine Lösung. Dabei ist die Länge des Führungsstabs und die Länge des Meßstabes so aufeinander abgestimmt, dass Meßskala und Nonius-Skala die vorbestimmte Lochtiefe anzeigen, wenn zwischen Unterkante des Führungsstabs und Unterkante des Tiefenmeßstabes ein entsprechender Abstand, entsprechend der Tiefe des Loches, beginnend mit 0 oder einem größeren Wert, eingestellt wird. Herkömmliche Meßschieber erlauben auch die Messung des Durchmessers von Löchern oder der Weite von Nuten und dergleichen.

Die bevorzugte Ausführung nach Anspruch 5 erlaubt auch diese Art von Messung. Dabei können für die Innenmessung und Außenmessung separate Skalen, d.h. Meßskala und/oder Nonius-Skala verwandt werden, die einerseits für die Außenmessung und andererseits für die Innenmessung aufeinander abgestimmt sind. Durch diese Ausführung können Ablesefehler vermieden werden. So sieht diese Weiterbildung der Erfindung z. B. vor, dass auf beiden Seiten des Schlitzes Meßskalen vorgesehen sind, und dass die Meßskala auf jeder Seite eine Nonius-Skala hat.

Wenn für Innenmessung und Außenmessung nur eine Meßskala und eine Nonius-Skala vorhanden ist, so werden diese für die Außenmessung auf den Wert 0 geeicht. In diesem Falte muss für die Innenmessung zu dem an der Meßskala abgelesenen Wert jeweils ein bestimmter Wert zugefügt werden, der der Summe der Dicke der Vorsprünge entspricht. Die Vorsprünge können auch in der Summe eine sehr geringe Dicke haben von z. B. jeweils zwei mal 0,5 mm.

Der Führungsstab wird in der Weiterbildung der Erfindung nach Anspruch 10 als Rohr ausgebildet. Dabei kann es sich um ein Rohr handeln, das innen und außen einen kreisförmigen Querschnitt hat. Derartige Rohre sind einfach, z.B. als Strangpressprofile herstellbar. Es kommen jedoch sowohl für den Innenquerschnitt als auch für den Außenquerschnitt beliebige andere Profile in Betracht.

Die Ausführung nach Anspruch 13 gestattet ebenfalls eine einfache und preiswerte Herstellung, erlaubt aber erforderlichen falls auch eine hochgenaue Bearbeitung der inneren Führungsbahn. Die hier erforderliche Abdeckplatte kann dabei dünn und elastisch ausgebildet sein, so dass die den Kolben an die hochgenau gearbeitete Wandung der Führungsbahn drückt. Dieses U-Profil kann z.B. einen halbkreisförmigen oder kreissegmentförmigen Querschnitt haben, mit oder auch ohne gerade U-Flanken.

Die Ausführung nach Anspruch 10 erlaubt ebenfalls eine beliebig genaue Herstellung; diese Ausführung zeichnet sich aber trotzdem durch Handlichkeit und insbesondere dadurch aus, dass die Meßschenkel nach außen nicht stören. Die Seitenplatten sind ebene, z.B. rechteckförmige Platten, vorzugsweise mit gut abgerundeten Ecken. Es kann jedoch auch zumindest eine der Platten ein im Querschnitt schalenförmiges Profil oder V-Profil (prismenförmiges Profil) oder U-Profil oder eine Nut oder einen Schlitz besitzen, in dem oder an dessen Flanken bzw. Kanten der Kolben anliegt. Dadurch wird eine gute, spielfreie Führung des Kolbens gewährleistet. (Anspruch 15). Auch in diesem Falle kann die andere der Seitenplatten dünn und elastisch ausgebildet sein, so dass sie den Kolben in die durch die andere Paltte gebildete Mulde drückt. Die Mulde muss jedoch nicht kreisförmig sondern kann auch prismenförmig sein; der Kolben muß nicht an den Flanken der Mulde sondern kann auch an ihren Längskanten anliegen.

Die Ausführungen nach Anspruch 20 und 21 dienen dem Zweck, die Außenkontur des Meßschiebers auf im wesentlichen die Kontur des Führungsstabs zu beschränken. Bei der Ausführung nach Anspruch 20 weist einerseits der Kolben und andererseits der Führungsstab Bohrungen auf, in welche die Meßschenkel eingeführt und lösbar befestigt werden können. Schraubverbindungen oder Clipsverbindungen sind geeignet. In diesem Falle kann der Führungsstab geeignete Aufnahmeeinrichtungen, Klemmeinrichtungen oder dergleichen aufweisen, mit denen die Meßschenkel eng anliegend an oder in dem Führungsstab während des Transports verwahrt werden können.

Die Ausführung nach Anspruch 21 hat dem gegenüber den Vorteil, dass die Meßschenkel nicht verloren gehen können.

Im folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen beschrieben.

Es zeigen:

1A Die Ansicht

1B Die Explosionszeichnung eines Meßschiebers

2A, 2B, 2C Ansichts- und Explosionszeichnung eines anderen Meßschiebers

3A3D Ansichts- und Explosionszeichnung eines anderen Meßschiebers mit einem rechteckigen Führungsstab und klappbaren Meßschenkeln

4 eine aus Platten zusammengesetzten Führungsstab

5A5D Ausführungen des Kolbens mit Einlagen

Die folgende Beschreibung trifft auf alle Ausführungsbeispiele zu, sofern nicht in Verbindung mit den jeweiligen Figuren auf die Besonderheiten hingewiesen wird.

Der Meßschieber 1 weist einen Führungsstab 3 auf. Der Führungsstab 3 bildet eine Führungsbahn 4 in seinem Inneren. In der Führungsbahn 4 ist ein Kolben 2 geführt. Der Kolben 2 kann dem Profil der Innenbahn angepasst sein, gleich um weiches Profil es sich handelt. Es genügt jedoch auch, dass der Kolben das Profil der Führungsbahn 4 nur teilweise ausfüllt. Wesentlich ist, dass der Kolben an den Wandungen der Führungsbahn 4 derart anliegt, dass er kein im Rahmen der Messgenauigkeit wesentliches Spiel hat.

An dem Kolben ist der bewegliche Meßschenkel 9 befestigt.

Ferner ist der Kolben mit einer Noniusskala 8 verbunden.

Der Führungsstab 3 weist zumindest einen Längsschlitz 5 auf, welcher geradlinig ist und aus welchem der Meßschenkel 9 ragt.

Ferner weist der Führungsstab ein Meßfenster auf, das sich in Meßrichtung längs des Meßbereichs erstreckt und an dessen Längskante die Meßskala 7 mit der Unterteilung in mm aufgetragen ist. Durch dieses Meßfenster ist die Noniusskala sichtbar. Dabei kämmte die Nonius-Skala 8 mit der Meßskala 7 in bekannter Weise, so dass eine Messung gemacht werden kann, die auf Bruchteile von mm genau ist. Mit dem Führungsstab fest verbunden ist der starre Meßschenkel 17. Meßschenkel 9 und Meßschenkel 17 dienen mit ihren einander gegenüberliegenden Flanken der Außenmessung, z. B. Messung von Rohrdurchmessern.

An dem Kolben 2 ist der Tiefenmeßstab 20 befestigt. Der Tiefenmeßstab 20 erstreckt sich über die gesamte Länge der Führungsbahn 4 und dient der Tiefenmessung, also z. B. der Messung einer Lochtiefe. Das vordere Ende des Tiefenmeßstabes einerseits und das Ende des Führungsstabs 3 sind so aufeinander abgestimmt, dass der Tiefenmeßstab 20 bündig mit dem Ende des Führungsstabs 3 abschließt, wenn Meßskala und Nonius-Skala auf 0 stehen.

An dem vorderen Ende des beweglichen Meßschenkels 9 und des starren Meßschenkels 17 werden Vorsprünge gebildet, die als Innenmeßspitze 18 bzw. Innenmeßspitze 19 dienen. In Messrichtung gesehen, haben die Meßspitzen 17, 18 eine geringe Dicke von 0,5 mm. Mit diesen Meßspitzen lassen sich sodann Lochweiten von 1 mm und mehr vermessen. Bei einer Lochweite von genau 1 mm zeigt die Nonius-Skala auf der Meßskala den Wert 0 an; d, h.: dem abgelesenen Wert der Lochweite ist stets der Wert von 1 mm hinzu zu addieren bzw. der Wert = Summe der Dicke der Innenmeßspitzen.

Alternativ kann eine zweite Nonius-Skala vorgesehen werden oder eine zweite Meßskala 7, die sodann so aufeinander abgestimmt werden, dass der abgelesene Wert der Lochweite stets mit dem tatsächlichen Wert übereinstimmt. Alternativ kann auf der anderen Längskante des Meßfensters eine zweite Meßskala aufgetragen und mit dem Kolben eine zweite Nonius-Skala abgetragen sein, die sodann entsprechend für die Innenmessung aufeinander abgestimmt sind.

Bei der Ausführung nach 1 ist der Führungsstab ein Rohr mit kreisförmigem Außenquerschnitt und kreisförmigen Innenquerschnitt. Der Längsschlitz 5 liegt auf einer Mantellinie. Der Längsschlitz dient hier auch als Meßfenster. Dazu ist an einer Lippe dieses Längsschlitzes 5 die Meßskala 7 aufgetragen mit der Unterteitung in mm. An dem Kolben 2 ist eine Messfahne 6 befestigt, deren Dicke der Schlitzbreite des Längsschlitzes angepasst ist. Wenn sich der Kolben 2 in der Führungsbahn 4 befindet, ragt die Messfahne 6 aus den Längsschlitz, so daß die Noniusskala mit der Meßskala kämmt.

Das Rohr wird durch die Deckel 12 und 21 verschlossen. Der starre Meßschenkel 17, d.h.: der Meßschenkel welcher die Nullposition der Messung markiert, ist an einem Halter 11 befestigt, der seinerseits durch Schraube 15 mit dem Deckel 12 verschraubt wird (Schraube 15). Die Schraube 15 erlaubt auch eine Eichung, indem der Abstand des Halters 11 zu dem Deckel 12 eingestellt wird. Der Deckel 12 wird sodann durch Schrauben in den Löchern 13 und Gewindebohrungen 14 des Führungsstabs 3 auf dem Führungsstab befestigt.

Die Ausführung nach den 2A bis 2C zeichnet sich gegenüber der Ausführung nach den 1A und 1B dadurch aus, dass die Schraube 15, mit welcher der Halter an dem Deckel befestigt wird, lediglich der Justierung des Halters 11 dient. Die Funktion des Deckels 13 wird dagegen von einer Überwurfmutter übernommen, welche ein zentrales Loch aufweist, durch welches die Schraube 15 zugänglich ist. Die Überwurfmutter wird über das obere Ende 33 des Führungsrohrs 3 gestülpt und darauf festgeschraubt wird. Hierzu ist das Ende 33 des Führungsrohrs 3 mit einem entsprechenden Außengewinde und die Überwurfmutter 13 mit einem Innengewinde versehen. Diese Ausführung gestattet es, die Position des Halters 11 und damit der starren Messzungen 17 in Längsrichtung unabhängig von der Befestigung des Deckels 13 zu verstellen.

Ferner weist das Führungsrohr 3 vor seinem oberen Ende 33 einen darüber geschobenen Führungsring 30 auf, welcher mittels der Überwurfmutter 12 in Position gehalten wird, dabei jedoch um die Längsachse des Führungsrohrs 3 zwischen zwei Schwenkpositionen drehbar ist. An dem Führungsring 30 sind zwei Schenkel 31 und 32 befestigt. Diese Schenkel hängen dachförmig zusammen, und zwar so, dass sie in der einen Schwenkposition den starren Meßschenkel 17 und den beweglichen Meßschenkel 9 in der O-Stellung einrahmen. Dadurch werden einerseits die Meßschenkel geschützt und andererseits wird aber auch verhindert, dass die Meßschenkel beim Transport des Meßschiebers zu Verletzungen oder Beschädigungen der Kleidung führen können.

An dem Führungsring 30 ist ferner ein drahtförmiger Haltebügel 34 befestigt. Dieser Haltebügel 34 dient in üblicher Weise wie bei einem Kugelschreiber oder Füllfederhalter dem Zweck, den Meßschieber in einer Anzugtasche oder Manteltasche festzuklemmen.

Bei dieser Ausführung ist es auch möglich, an dem Führungsring 30 alternativ oder zusätzlich auf einer Seite der beiden Schenkel eine Schutzplatte 35 vorzusehen, so dass von dieser Seite die Meßschenkel 9 bzw. 17 ebenfalls geschützt werden. Diese in den 2C dargestellte Schutzplatte kann sich auch über den Schenkel 32 hinaus in Richtung zum unteren Ende 34 des Führungsstabs erstrecken, so dass auch die Messfahne mit der Nonius-Skala ganz oder teilweise seitlich abgedeckt und geschützt wird.

Es sei erwähnt, dass bei dieser Ausführung auch der untere Deckel 21 als Überwurfmutter ausgebildet ist, der auf das entsprechend abgedrehte untere Ende 34 des Führungsrohres 3 schraubbar ist.

Die 3A bis 3C zeigen Ausführungen, bei welcher der Führungsstab ein U-förmiges Profil dargestellt mit zwei Seitenplatten 3.1 und 3.2. Zur Bildung der Führungsbahn ist der Grund des U-förmigen Profils etwas erweitert zu einem Rechteckprofil, welches der Kolben 2 ausfüllt. in dem Grund des U-Profils ist der Kolben 2 ohne für das Messergebnis wesentliche Spiel geradgeführt. Der Halter 11 für die starre Messfahne 17 ist ebenfalls als derartiges Rechteckprofil ausgebildet mit einer anhängenden Fahne, welche dem starren Meßschenkel 17 eine gehörige Führung gibt. Der Halter 11 wird (in nicht dargestellter Weise) an dem Deckel 12 befestigt. Der Deckel 12 entspricht in seiner Form der Außenkontur des Führungsstabs und wird mit dem Führungsstab – wie bereits beschrieben – durch mehrere Schrauben verschraubt (vergleiche Beschreibung zu 1). Bei dieser Ausführung dient der Längsschlitz 2 zwar für den Durchtritt der Meßschenkel, jedoch nicht als Meßfenster. Dieses wird separat vorgesehen. Hierzu weist die Seitenplatte 3.1 oder 3.2 das sich in Längsrichtung erstreckende Meßfenster 37 auf. An einer Seitenkante dieses Fensters 37 ist die Meßskala 7 aufgetragen. Die Messfahne 6 tritt zumindest mit ihrem Handgriff 38 aus dem zwischen den Seitenplatten 3.1, 3.2 gebildeten Schlitz 5 heraus. Die Nonius-Skala 8 der Messfahne 6 kämmt mit der Meßskala, so dass durch das Fenster 37 die Ablesung erfolgen kann. An der Messfahne 6 ist der bewegliche Meßschenkel 9 befestigt. Ferner ist an dem Kolben 2 – wie bereits zuvor beschrieben – der Tiefenmeßstab 20 befestigt, welcher in der O-Position des Kolbens 2 bündig mit dem auf der Unterseite des Messkörpers befindlichen Deckel 21 abschließt und dort durch ein hier nicht sichtbares Loch austritt.

Die Meßschenkel 9 bzw. 17 können jeweils fest mit ihren Halterungen bzw. Messfahnen 6 verschraubt sein.

Die Ausführung nach 3B zeigt, dass die Meßschenkel 9 bzw. 17 an ihrer jeweiligen Halterung in geradlinigen Führungen verschiebbar sind. Diese Führungen bestehen einerseits aus einem Längsschlitz 39, in dem ein an dem jeweiligen Meßschenkel 9, 17 befestigtes Gleitstück geführt ist, und andererseits aus einer Führungsflanke 41, an welche der Meßschenkel selbst geradgeführt ist. Wichtig dabei ist, dass der jeweilige Meßschenkel auch in seiner in 3A dargestellten ausgefahrenen Position keine Schwenkbewegung machen kann.

In der Ausführung nach 3C/3D sind die Meßschenkel 9, 17 schwenkbar an jeweils der Halterung 11 bzw. Messfahne 6 derart befestigt, dass die Meßschenkel 9 bei entsprechendem Abstand entweder – wie in 3C dargestellt – in die Meßpasition nach außen klappbar oder – wie in 3d dargestellt – in die Ruheposition nach innen klappbar sind. Wenn die Meßschenkel nach innen geklappt sind, wird der Meßschenkel 9 wieder gegen den starren Meßschenkel 17, d.h.: in seine Ruheposition gebracht. Der Meßschieber ist sodann in seiner Außenkontur auf die Kontur des Gführungsstabes begrenzt.

Der Führungsstab kann auch aus zwei Seitenplatten zusammengesetzt sein, welche durch Schrauben und Distanzstücke, z.B. Hülsen auf Abstand gehalten werden. Zur Führung des zwischen den beiden Seitenplatten gleitenden Kolbens besitzt zumindest eine der beiden Führungsplatten auf ihrer Innenseite eine längsgerichtete Ausnehmung, welche zwei geeignete Gleitkanten oder Gleitflächen für den Kolben bildet. Bei dieser längsgerichteten Ausnehmung kann es sich um eine U-förmige oder prismenförmige Nut oder um einen Längsschlitz handeln. Als Führungsbahn zur Führung des Kolbens sind geeignet: der Nutengrund einer U-förmigen Nut, die Nutenflanken einer prismenförmigen Nut, die Längskanten einer Nut, die Längskanten eines Längsschlitzes. Es kann dazu z. B. die jeweils andere Führungsplatte ebenfalls mit einer derartigen längsgerichteten Ausnehmung wie U-förmige oder prismenförmige Nut oder Längsschlitz versehen werden. Für die Herstellung des Meßschiebers günstig ist es jedoch auch, die längsgerichteten Ausnehmung (U-förmige oder prismenförmige Nut oder Längsschlitz) nur in einer der Seitenplatten vorzusehen, die andere Seitenplatte jedoch eben auszubilden und beide Seitenplatten gegeneinander durch entsprechende Dimensionierung der Distanzstücke so zu verspannen, dass der Kolben in die Führungsbahn gedrückt wird. Hierzu kann die ebene Seitenplatte relativ dünn und dadurch etwas elastisch ausgebildet werden.

Wenn die Führungsbahn durch die Kanten oder Flanken eines Längsschlitzes gebildet wird, kann die Nonius-Skala unmittelbar an oder auf dem Kolben angebracht werden, so dass die Nonius-Skala in dem Längsschlitz geführt und durch den Längsschlitz sichtbar ist. In diesem Falle wird die Meßskala an einer Längskante des Längsschlitzes gebildet. Der starre Meßschenkel wird auch in dieser Ausführung an einen Halter befestigt, welcher zwischen den beiden Seitenplaten fest angebracht ist. Der bewegliche Meßschenkel wird an dem Kolben befestigt. Die Messfahne kann entfallen.

Um den Kolben von Hand verstellen zu können, wird in diesem Falle an dem Kolben ein Vorsprung befestigt, welcher aus dem Längsschlitz herausragt. An dem herausragenden Ende dieses Vorsprungs kann eine Feder befestigt sein, welche sich auf der Außenseite der jeweiligen Seitenplatten abstützt und hierdurch verhindert, dass der Kolben sich nach Durchführung der Messung versehentlich bewegt.

In 5A, 5B, 5C, 5D sind Ausführungsbeispiele für einen Kolben 2 dargestellt, der in Führungsbahnen geführt ist, welche den Kolben allseits umgeben, vergleiche insbesondere 1 bis 3. Dabei ist es nicht erforderlich, dass der Kolben unmittelbar selbst an den Wandungen der Führungsbahn anliegt. Vielmehr muss vermieden werden, dass sich hier ungünstige Reibpaarungen ergeben. Aus diesem Grund werden in allen Ausführungen Einlagen, Gleitkörper 28 vorgesehen, welche jeweils an der Innenwandung der Führungsbahn gleitend anliegen und den Umfang des Kolbens 2 geringfügig überragen. 5A sieht zu diesem Zweck streifenförmige Gleitkörper 28 vor, welche in Nuten des Kolbens 2 eingelegt sind, siehe auch 5B.

5C zeigt die auch in Zusammenhang mit 2 vorgestellten scheibenförmigen Gleitkörper 28. Diese schreibenförmigen Gleitkörper 28 werden durch Schrauben beidseits an den Stirnflächen des zylindrischen Kolbens 2 befestigt. 5D stellt ringförmige Gleitkörper 28 dar. Die ringförmigen Gleitkörper 28 können einen Schlitz 44 aufweisen. Sie können nach Art von Kolbenringen auf dem Mantel des Kolben 2 befestigt werden. In diesem Falle können sie sich durch ihre Federkraft auf dem Umfang des Kolbens 2 festklemmen. Zur axialen Sicherung können an den Enden des Ringes radial nach innen springende Zapfen 45 vorgesehen werden, welche in Löcher des Kolbenmantels eingreifen. Der Kolbenmantel kann aber auch Nuten aufweisen, in welche die Kolbenringe eingeklemmt werden.

1Messchieber 1 2Kolben 2 3Führungsstab, Rohr 3 3.1Führungsplatte 3.1 3.2Führungsplatte 3.2 4Innenraum Führungsbahn 4 5Schlitz 5 Längsschlitz 5 6Messfahne 6 7Meßskala 7 8Nonius-Skala 8 9Meßschenkel 9 10Schrauben 10 11Halter 11 12Deckel 12 Überwurfmutter 12 13Löcher 13 14Gewindelöcher 14 15Schraube 15 16Zentrales Gewindeloch 16 17Starrer Meßschenkel 17 18Innenmeßspitze 18 19Innenmeßspitze 19 20Tiefenmeßstab 20 21Deckel 21 22Zentralloch 22 23Distanzhülsen 23 24Schrauben 24 25Abdeckplatte 25 26Seitenplatte 26 27Flanken 27 28Gleitkörper 28 29Schutzeinrichtung 29 30Führungsring (30) 31dachförmig zusammengesetze Schenkel (31,32) 32dachförmig zusammengesetze Schenkel (31,32) 33oberes Ende 33 des Führungsrohrs 3 34unteres Ende 33 des Führungsrohrs 3 35Schutzplatte 35 36Haltebügel 36 37Fenster 37 38Handgriff 38 39Längsschlitz 39 40Gleitstück 40 41Führungsflanke 42Nut, Längsschlitz 42 43Vorsprung 43 44Schlitz 44 45Radialer Zapfen 45

Anspruch[de]
  1. Meßschieber mit einem starren Meßschenkel (17), der mit einem Führungsstab (3) und einer Meßskala (7) fest verbunden ist, und mit einem an dem Führungsstab beweglich geführten Meßschenkel 9, welcher mit einer an der Meßskala (7) entlang geführten Messfahne (6) mit Nonius-Skala (8) fest verbunden ist,

    dadurch gekennzeichnet, daß

    – der Führungsstab (3) eine von dem Führungsstab allseits umgebene Führungsbahn bildet, in welcher ein Kolben (2) gleitend geführt ist,

    – daß der Kolben sich in Längsrichtung nur über einen Bruchteil der Länge der Führungsbahn erstreckt,

    – daß der Führungsstab (3) einen Längsschlitz (5) zwischen der Führungsbahn und seinem Außenumfang aufweist,

    – daß an dem Kolben (2) der Meßschenkel (9) befestigt ist,

    – daß der Meßschenkel (9) aus dem Längsschlitz herausragt,

    – daß der Führungsstab (3) ein sich über den Meßbereich erstreckendes Fenster (Längsschlitz 5, Fenster 37) besitzt, an dessen Längskante Meßskala (7) aufgetragen ist, und

    – daß die Nonius-Skala (8) derart mit dem Kolben (2) verbunden ist, daß die Nonius-Skala (8) an der Meßskala (7) entlang führbar ist.
  2. Meßschieber nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß als Fenster der Längsschlitz (5) dient,

    daß eine der Lippen des Längsschlitz (5) mit der Meßskala (7) versehen ist,

    daß an dem Kolben eine Meßfahne (6) befestigt ist,

    daß auf der Meßfahne (6) die Noniusskala (8) aufgetragen ist, und

    daß die Messfahne (6) aus dem Längsschlitz derart herausragt, daß die Noniusskala mit der Meßskala (7) kämmt.
  3. Meßschieber nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß der Führungsstab mit einem längsgerichteten Fenster (37) versehen ist, dessen eine Längskante mit der Meßskala (7) versehen ist und durch welches die Noniusskala derart sichtbar ist, daß die Noniusskala mit der Meßskala (7) kämmt, wobei vorzugsweise die Noniusskala auf dem Kolben (2) abgetragebn ist.
  4. Meßschieber nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß der Kolben (2) einen in Messrichtung weisenden Tiefenmeßstab (20) aufweist, welcher mit dem Ende (Deckel 21) des Führungsstab (3), welches von dem starren Meßschenkel (17) abgewandt ist, bündig abschließt, wenn die Nonius-Skala (8) an der Meßskala (7) den Messwert 0 anzeigt.
  5. Meßschieber nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß der Meßschieber zur Messung von Innenmaßen eine starre Innenmeßspitze (18) und ein bewegliche Innenmeßspitze (19) aufweist und daß die starre Innenmeßspitze (18) und die bewegliche Innenmeßspitze (19) als Vorsprünge an den Enden der Meßschenkel gebildete werden, die in Meßrichtung eine mit Meßgenauigkeit definierte Dicke haben, und daß vorzugsweise bei Verwendung von nur einer Meßskala und Noniusskala Meßschenkel, Meßskala und Noniusskala derart auf einander abgestimmt sind, daß der Meßbereich der Außenmessung mit dem Wert 0 beginnt während der Innenmeßbereich bei einem Wert beginnt, welcher mit Meßgenauigkeit der Summe der Dicke der Vorsprünge, z.B. 2 × 0,5mm, entspricht.
  6. Meßschieber nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß Der Kolben (2) den Querschnitt der Führungsbahn derart ausfüllt, daß der Kolben in der Führungsbahn allseitig ohne ein für das Meßergebnis wesentliches Spiel geführt ist.
  7. Meßschieber nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß Der Kolben ein Zylinder ist, der auf seinem Umfang von Gleitkörpern (28) geringfügig überragt wird, welche Gleitkörper (28) gleitend an der Wandung der Führungsbahn ohne ein für das Meßergebnis wesentliches Spiel anliegen.
  8. Meßschieber nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß die Gleitkörper (28) Ringe sind, welche auf den Kolben aufgesetzt oder in den Mantel des Kolbens eingesetzt sind.
  9. Meßschieber nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß die Gleitkörper (28) Einlagen sind, welche sich lediglich über einen Teil des Umfangs des Kolbens erstrecken und in den Mantel des Kolbens auf dem Umfang verteilt eingesetzt sind.
  10. Meßschieber nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß Führungsstab (3) ein Rohr mit achsparallelem Längsschlitz (5) ist
  11. Meßschieber nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß Führungsstab (3) ein Rohr mit kreisförmigem Außenprofil und/oder Innenprofil ist.
  12. Meßschieber nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß Führungsstab (3) ein Rohr mit vieleckförmigem Außenprofil und/oder Innenprofil ist
  13. Meßschieber nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß Fühungsstab (3) ein U-förmiges Innen- und Außenprofil besitzt und durch eine Abdeckplatte (25) geschlossen wird, wobei vorzugsweise die Abdeckplatte (25) mit Längsschlitz (5) versehen ist.
  14. Meßschieber nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß Führungsstab (3) eine Seitenplatte (3.1) mit einer längsgerichteten Führungsbahn (4) in Form einer Nut oder eines Schlitzes jeweils mit U-förmigen oder prismenförmigen Flanken ist, an deren Seitenkanten oder Flanken der Kolben (2) durch die andere Seitenplate (3.2) gedrückt wird, wobei vorzugsweise die Nut gleichzeitig als Längsschlitz (5) für den Durchtritt der Meßschenkel dient.
  15. Meßschieber nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß Führungsstab (3) eine Seitenplatte (3.1) mit einer längsgerichteten Führungsbahn (4) in Form einer Nut mit U förmigen oder prismenförmgen Flanken ist, an deren Seitenkanten oder Flanken der Kolben (2) durch die andere Seitenplatte (3.2) gedrückt wird, wobei vorzugsweise die Nut gleichzeitig als Längsschlitz, an dessen Seitenkante die Maßskala (7) aufgebracht und durch welchen die vorzugsweise an dem Kolben angebrachte Noniusskale sichtbar ist.
  16. Meßschieber nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Führungsstab (3) aus zwei durch Distanzstücke (26) auf Abstand befestigten Seitenplatten (3.1, 3.2) besteht, welche vorzugsweise auf einer Seite zwischen sich den Längsschlitz (5) bilden.
  17. Meßschieber nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß an dem Führungsstab (3) eine Schutzeinrichtung (29) schwenkbar angebracht ist, welche den starren Meßschenkel (17) und den beweglichen Meßschenkel (9) in der dem Führungsstab zugewandten Schwenkposition insbesondere auf den Schmalseiten überdeckt und in der anderen Schwenkposition freigibt.
  18. Meßschieber nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß die Schutzeinrichtung (29) aus einem Führungsring (30) und zwei daran angebrachten und dachförmig zusammengesetzen Schenkeln (31,32) besteht, daß der Führungsring (30) zwischen zwei Schwenkpositionen um die Längsachse des Führungsstabs (3) derart schwenkbar ist, daß die dachförmig zusammengesetzen Schenkel (31, 32) den starren Meßschenkel (17) und den beweglichen Meßschenkel (9) in der einen Schwenkposition insbesondere auf den Schmalseiten überdecken und in der anderen Schwenkposition freigeben.
  19. Meßschieber nach Anspruch 1

    dadurch gekennzeichnet, daß

    an dem Führungsstab (3) eine Schutzeinrichtung (29) in Form eines Schutzplatte (35) aufweist, welche an einem Führungsring in der Ebene der Meßachse befestigt ist,

    daß der Führungsring (30) zwischen zwei Schwenkpositionen um die Längsachse des Führungsstabs (3) derart schwenkbar und die Kontur der Schutzplatte derart ausgebildet ist, daß die Schutzplatte den starren Meßschenkel (17) und-/oder den beweglichen Meßschenkel (9) und-/oder die aus dem Längsschlitz herausragende Meßfahne (8) in der einen Schwenkposition überdeckt und in der anderen Schwenkposition freigibt.
  20. Meßschieber nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß der starre Meßschenkel (17) an dem Führungsstab und der bewegliche Meßschenkel (9) an dem Kolben (2) lösbar befestigt ist, insbesondere durch Schraubverbindung oder Einsteckverbindung
  21. Meßschieber nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß der starre Meßschenkel (17) an dem Führungsstab und der bewegliche Meßschenkel (9) an dem Kolben (2) durch Gelenkverbindung befestigt ist, wobei vorzugsweise die Schwenkebene in der Ebene des Längsschlitzes (5) liegt.
Es folgen 9 Blatt Zeichnungen






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