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Dokumentenidentifikation DE202004010984U1 20.01.2005
Titel Einbruchshemmung für Rollläden
Anmelder Ulm, Gerhard, 76698 Ubstadt-Weiher, DE
Vertreter Pietruk, C., Dipl.-Phys., Pat.-Anw., 76229 Karlsruhe
DE-Aktenzeichen 202004010984
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 20.01.2005
Registration date 16.12.2004
Application date from patent application 14.07.2004
IPC-Hauptklasse E06B 9/86

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft das oberbegrifflich Beanspruchte und befasst sich demnach mit der Einbruchshemmung bei Rollläden, Rolltoren und dergleichen.

Bei Einbrüchen in Wohnhäusern werden häufig zunächst die herabgelassenen Rollläden von unten her angehoben, und zwar typisch so weit, bis sich der in seinen Rollladenkasten zurückgedrängte Rollladen dort verkeilt und einem weiteren Anheben widersetzt. Die Strecke, um welche der Rollladen angehoben werden kann, ist dabei im Regelfall ausreichend, damit der Einbrecher das jetzt ungeschützt daliegende Fenster aufhebeln oder auf andere Weise öffnen kann.

Um diese Art des Einbruches zu unterbinden, sind verschiedene Verriegelungsmöglichkeiten für die Rollläden vorgeschlagen worden, beispielsweise Stifte, die durch Bohrungen in den seitlichen Rollladenführungsschienen in Löcher geschoben werden, die in der Rollladenschließstellung vor korrespondierenden Löchern in den Lamellen angeordnet sind. Nachteilig an einer solchen Lösung ist jedoch, dass sie kein automatisches Lösen vorsieht.

Es wäre wünschenswert, eine Einbruchshemmung für Rollläden, Rolltore, Möbellamellentüren etc. vorsehen zu können, die mechanisch einfach gebildet ist und zugleich ein automatisches Schließen und Öffnen ermöglicht, so dass der Benutzer eine erhöhte Sicherheit ohne zusätzlichen Betätigungsaufwand erhält.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, Neues für die gewerbliche Anwendung bereitzustellen.

Die Lösung dieser Aufgabe wird in unabhängiger Form beansprucht. Bevorzugte Ausführungsformen finden sich in den Unteransprüchen.

Die vorliegende Erfindung schlägt somit in einem ersten Grundgedanken eine Einbruchshemmung für Rollläden und dergleichen mit einem in eine Verriegelungsposition beweglichen Riegelmittel und einem Lösemittel hierfür vor, bei welcher vorgesehen ist, dass das Lösemittel zugschlüssig mit dem Riegelmittel verbunden und dazu ausgebildet ist, das Riegelmittel im Ansprechen auf anwachsende Rollladenlamellenabstände aus der Verriegelungsposition zu bewegen.

Ein erster wesentlicher Aspekt der Erfindung beruht somit auf der Erkenntnis, dass die Entfernung der Rollladenlamellen voneinander beim ordnungsgemäßen Hochziehen des Rollladens auch verwendet werden kann, um eine Verriegelung aus ihrer Verriegelungsposition herauszuziehen. Die Zugbewegung wird somit auf das Verriegelungsmittel unabhängig davon übertragen, ob der Rollladen manuell oder elektromotorisch betätigt wird.

Prinzipiell ist eine Vielzahl von Möglichkeiten denkbar, wie im Ansprechen auf anwachsende Rollladenlamellenabstände die Riegelmittel mit dem Lösemittel aus der Verriegelungsposition bewegt werden können. Denkbar ist sogar eine komplizierte optische Überwachung. Dennoch wird in einer bevorzugten Variante die mechanische Entfernung der Rollladenlamellen von einander selbst benützt, um das Öffnen zu bewirken.

Die Riegelmittel werden typisch seitlich über den Lamellenrand überstehen, also über jenen Bereich sich hinweg erstrekken, an dem die Lamellen geführt sind.

Bevorzugt wird das Riegelmittel zwei Riegelelemente, die den eigentlichen Eingriff bewirken, umfassen, welche auf jeweils gegenüberliegenden Seiten der Lamellen angeordnet sind, so dass ein beidseits geführter Rollladen auch beidseits verriegelt werden kann. Dies verhindert, dass der Rollladen noch einseitig geringfügig angehoben werden könnte.

Das Riegelmittel wird bevorzugt an oder in der untersten Lamelle angeordnet. Während es möglich ist, die Verriegelung zwischen Rolladen und Fensterrahmen vorzusehen, also auf der Innenseite einer Lamelle anzuordnen, ist es besonders bevorzugt, eine Hohllamelle am Rollladen vorzusehen, innerhalb von welcher die Riegelelemente angeordnet sind. Auf diese Weise ist eine separate Montage von mit den Riegelmitteln in Eingriff tretenden Schlosselementen vermeidbar und die Verriegelung kann in der Rollladenführungsschiene selbst erfolgen. Die Hohllamelle kann zudem gepanzert sein, was ein Außerbetriebsetzen der Riegelelemente durch Aufbohren der sie haltenden oder umfassenden Lamelle und Entfernung oder Entriegeln der Riegelelemente sicher verhindert.

Wenn die Riegelmittel in der Rolladenführungsschiene eingreifen, ist von außen selbst bei Vorabinspektionen nach potentiellen Einbruchsstellen nicht zu erkennen, dass eine Einbruchshemmung vorgesehen ist.

Die Riegelelemente werden sich bevorzugt selbsttätig in die Riegelposition bewegen. Dies kann durch elastische Mittel, wie eine Federvorspannung oder insbesondere durch ein zwischen zwei, an entgegengesetzten Lamellenrändern insbesonders schwenkbar angeordneten Riegelkeilen verlaufendes elastisches Zugseil und/oder durch Gravitation geschehen.

Es ist möglich, die Riegelmittel so auszubilden, dass sie sich bei Hochdrücken der Rolladen verkeilen. Dazu kann eine Riegelform gewählt werden, die im spitzen Winkel gegen den Rollladenführungsschienengrund geschwenkt ist und eine Verzahnung zu diesem hin aufweist. Bei Hochschieben führt dies dazu, dass die Verzahnung sich in die Rollladenführungsschiene gräbt und ein weiteres Hochschieben des Rollladens verhindert. Dazu ist es bevorzugt, wenn die Riegelmittel aus einem härteren Material als die Führungsschiene gebildet ist; beispielsweise kann die Führungsschiene aus Kunststoff hergestellt sein und die Riegelmittel aus Metall oder es wird eine Kombination aus einer Aluminiumführungsschiene und Edelstahl oder Stahlblechen vorgesehen.

Besonders bevorzugt ist es, wenn die Riegelmittel aus einer Mehrzahl gegeneinander beweglicher und übereinander gestapelter Blechen gebildet sind, weil dies das Verkeilen und Eingraben in die Rollladenführungsschiene verbessert.

Das Lösemittel wird in einer bevorzugten Variante ein Zugseil umfassen, das zunächst allgemein parallel zur Lamelle vom Riegelmittel weg nach innen geführt ist und dann nach oben über mehrere Lamellen hinweg, wo es insbesondere an einer Halteplatte angeordnet sein kann. Die Anbringung an einer Halteplatte erleichtert die Montage und zwar sowohl hinsichtlich der Befestigung des Zugseils als auch bezüglich der Notwendigkeit, die Zugseilspannung bzw. -länge festzulegen. Das seitliche Wegführen des Zugseils vom Riegelmittel wird zumindest soweit gehen, dass einerseits die Lösebewegung problemfrei erfolgen kann und andererseits die obere Befestigung nicht durch die räumliche Nähe zur Rollladenführungsschiene erschwert wird.

Die Erfindung wird im Folgenden nur beispielsweise anhand der Zeichnung beschrieben. In dieser ist gezeigt durch

1 ein Ausschnitt einer mit einer erfindungsgemäßen Einbruchshemmung versehenen Rollladenanordnung.

Nach 1 umfasst eine allgemein mit 1 bezeichnete Einbruchshemmung für Rollläden 2 ein in eine Verriegelungsposition (dargestellt) bewegliches Riegelmittel 3 und ein Lösemittel 4 hierfür, wobei das Lösemittel 4 zugschlüssig mit dem Riegelmittel 3 verbunden ist und dazu ausgebildet ist, das Riegelmittel 3 im Ansprechen auf anwachsende Abstände der Rollladenlamellen 2a, 2b, 2c, 2d aus der Verriegelungsposition zu bewegen.

Die Einbruchshemmung 1 ist im vorliegenden Fall dazu bestimmt, selbsttätig, das heißt ohne zusätzliche Betätigung durch den Benutzer, eine Verriegelung vorzusehen und im übrigen an bestehende Rollläden nachgerüstet zu werden. Die Einbruchshemmung soll ein Hochschieben der Rollläden hemmen.

Der Rollladen 2 besteht aus einer Vielzahl konventioneller Lamellen 2a bis 2c, die in üblicher Weise miteinander verbunden sind, und einer im unteren Bereich daran auf übliche Weise angebrachten Hohllamelle 2d, in welcher das Riegelmittel 3, sowie eine Schwenkachse 3a hierfür und ein zwischen den einander gegenüberliegenden Seiten angeordneten Riegelmitteln zugelastisches Verbindungsmittel 3b angeordnet sind, das unterhalb des Schwenkpunktes am Riegelelement 3c angreift, nämlich an einem Angriffspunkt 3b1. Die untere Lamelle 2d ist gepanzert gebildet, um ein Aufbohren von außen zu erschweren.

Das Riegelmittel 3 umfasst zwei Riegelelemente 3c, die beidseits des Rollladens angeordnet sind, wobei in 1 lediglich eine Rollladenseite dargestellt ist und die gegenüberliegende Rollladenseite spiegelsymmetrisch aufgebaut ist. Das Riegelement 3c besteht aus einer Vielzahl übereinandergestapelter Bleche, die in einem Anlagebereich 3c1 in Verriegelsungsposition am Grund einer Rollladenführungsschiene 5 anliegen, in der die Rollladenlamellen parallel zum Fenster geführt sind; im Anlagebereich sind die Riegelelemente 3c mit einer Zahnung 3c2 versehen. Im Anlagebereich ist ein spitzer Winkel zwischen der Führungsschiene 5 und dem Riegelelement 3c gegeben. Das Riegelelement 3c ist so geformt, dass dies für unterschiedliche Abstände der Schwenkachse 3a von der Führungsschiene 5 gilt, um die Montage zu erleichtern. Die Verzahnung 3c2 ist so gebildet, dass sich das Riegelelement 3c bei Aufwärtsbewegung in den Grund der Führungsschiene 5 eingraben kann.

Oberhalb der Schwenkachse 3a ist innenliegend, also auf der von der Führungsschiene 5 abgewandten Seite, die Befestigung 3d für das Zugseil 4a des Lösemittels 4 angeordnet.

Das Lösemittel 4 umfasst das Zugseil 4a, das wie vorstehend beschrieben, am Riegelelement 3c angebracht ist und durch eine nach innen, das heißt zum vor Einbruch zu schützenden Haus oder dergleichen, vorgesehenes Loch 2d1 in der Hohllamelle 2d geführt ist und von dort über mehrere Rollladen hinweg zu einer Halteplatte 4b geführt ist, die auf einer oberen Rollladenlamelle 2a befestigt ist.

Die Anordnung wird angebracht und verwendet wie folgt:

Es wird zunächst eine Hohllamelle geeigneter Breite vorbereitet, indem in den Außenbereichen die Riegelelemente 3 und die Löcher 2d1 für das Zugseil vorgesehen werden und zwischen den Riegelelementen das Vorspannseil 3b zum Vorspannen der Riegelelemente in die Riegelposition gezogen wird. Die vorbereitete Hohllamelle wird dann als unterste Lamelle an einem vorhandenen Rollladen angebracht. Die Montage kann dabei durch temporäres Fixieren des Zugseils unbeeinträchtigt von den Riegelelementen erfolgen. Dann wird eine Entfernung bestimmt, über welche das Zugseil 4a nach oben geführt werden muss und an einer entsprechenden Lamelle eine Halteplatte angebracht. An dieser Halteplatte wird nun das Zugseil 4a befestigt und zwar mit einer solchen Spannung, dass die Riegelelemente 3 bei geschlossenem Rollladen im Rollladenführungsschienengrund 5 anliegen, während sie bei nach oben gezogenem Rollladen und damit beabstandeten Lamellen durch das Zugseil 4a aus dem Rollladenführungsschienengrund gezogen werden.

Nun kann der Rollladen am Rollladengurt wie üblich nach oben gezogen werden. Dabei bewegt sich zunächst die Halteplatte 4b nach oben, bevor durch die übliche Rollladenbewegung die unterste Lamelle mit hochgezogen wird. Durch die sich hier vergrößernden Lamellenabstände wird das Zugseil 4a als Lösemittel nach oben bewegt, was zu einer Schwenkbewegung der zugfest damit verbundenen Riegelelemente 3c aus der Riegelposition in eine Löselage führt. Der Rollladen kann dadurch unbeeinträchtigt von der Verriegelung nach oben geschoben werden.

Wird der Rollladen wieder heruntergelassen, so ist in der Endposition das Zugseil 4a des Lösemittels wieder entspannt, und das Riegelelement schwenkt unter der Wirkung der Schwerkraft aufgrund einer instabilen Lagerung sowie unter Einwirken des elastischen Seils 3b in die Verriegelungsposition.

Wird nun versucht, den Rollladen bei einem Einbruch nach oben zu schieben, verkeilen sich beidseits die Riegelelemente 3c im Rollladenführungsschienengrund, so dass allenfalls wenige mm Spiel gegeben sind und der Einbruch zumindest gehemmt wird, das heißt, ein Einbrecher muss sich lautstark durch die Lamellen arbeiten, ohne dass er wie gewohnt den Rollladen nur anheben kann. Dies wird die überwiegende Zahl der Einbrüche verhindern.


Anspruch[de]
  1. Einbruchshemmung für Rollläden und dergleichen mit einem in eine Verriegelungsposition beweglichen Riegelmittel und einem Lösemittel hierfür, dadurch gekennzeichnet, dass das Lösemittel zugschlüssig mit dem Riegelmittel verbunden und dazu ausgebildet ist, das Riegelmittel im Ansprechen auf anwachsende Rollladenlamellenabstände aus der Verriegelungsposition zu bewegen.
  2. Einbruchshemmung nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Riegelmittel zumindest einseitig über den Lamellenrand überstehendes Riegelelement umfasst.
  3. Einbruchshemmung nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Riegelmittel zwei Riegelelemente umfasst, die über gegenüberliegende Lamellenränder überstehen.
  4. Einbruchshemmung nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Riegelmittel in der untersten Lamelle, insbesondere im Inneren einer Hohllamelle angeordnete Riegelelemente umfasst.
  5. Einbruchshemmung nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Hohllamelle gepanzert ist.
  6. Einbruchshemmung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Riegelmittel zum selbsttätigen Bewegen in die Riegelposition ausgebildet sind.
  7. Einbruchshemmung nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Riegelelemente in die Riegelposition schwenkbar sind.
  8. Einbruchshemmung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Riegelelemente in den Grund der Rollladenführungsschiene beweglich sind.
  9. Einbruchshemmung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Riegelelemente unterhalb des Riegeleingriffspunktes schwenkbar gelagert sind.
  10. Einbruchshemmung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Riegelelemente in die Riegelposition vorgespannt sind.
  11. Einbruchshemmung nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Riegelmittel zur Verkeilung bei Hochdrücken der Rollladenlamellen ausgebildet sind.
  12. Einbruchshemmung nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Riegelmittel eine Verzahnung im Bereich der Riegelangriffsfläche aufweisen, insbesondere im Bereich der die Rollladenführungsschiene kontaktierenden Flächen.
  13. Einbruchshemmung nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Riegelmittel aus einer Mehrzahl gegeneinander beweglicher und übereinander gestapelter Bleche gebildet sind.
  14. Einbruchshemmung nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Lösemittel ein Zugseil umfassen, das an einer Lamelle oberhalb der Fixierungslamelle fixiert und von dort zu der Position geführt ist, in welcher es zugfest am Regelmittel angeordnet ist.
  15. Einbruchshemmung nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Zugseil mehrere Lamellen oberhalb der Verbindungslamelle fixiert ist.
  16. Einbruchshemmung nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Zugseil an einer an der Lamelle angeordneten Platte fixiert ist.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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