PatentDe  


Dokumentenidentifikation EP1048419 20.01.2005
EP-Veröffentlichungsnummer 0001048419
Titel Vorrichtung zum Lochen und Verformen eines Flächengebildes
Anmelder Christoph Burckhardt AG, Basel, CH
Erfinder Burckhardt, Christoph, CH-4144 -Arlesheim, CH;
Ulmer, Christoph, CH-4054 Basel, CH;
Plüss, Markus, CH-4102 Binningen, CH;
Wisson, Francis, F-68300 St. Louis, FR;
Jöhl, Bruno, CH-5022 Rombach, CH
Vertreter derzeit kein Vertreter bestellt
DE-Aktenzeichen 50008934
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE
Sprache des Dokument DE
EP-Anmeldetag 14.03.2000
EP-Aktenzeichen 008102147
EP-Offenlegungsdatum 02.11.2000
EP date of grant 15.12.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 20.01.2005
IPC-Hauptklasse B26F 1/24

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Lochen und Verformen eines Flächengebildes, mit einem eine Vielzahl von Perforiervorsprüngen aufweisenden Perforierelement und einem Gegenelement, das eine Vielzahl von Löchern zur Aufnahme von Perforiervorsprüngen des Perforierelements aufweist, so dass während des Lochens und Verformens jeder Perforiervorsprung im Loch- und Verformbereich in ein Loch des Gegenelements eintaucht.

Unter einem solchen Flächengebilde wird hier einerseits ein flächiges, biegbares Gut verstanden, wie beispielsweise eine Kunststofffolie, z.B. aus Polyäthylen, ein Blatt Papier oder Vliesstoff, der auch einige Milimeter dick sein kann. Anderseits sind damit auch starre Platten gemeint. Perforierte Kunststofffolien, bei denen die Lochränder eine bestimmte dreidimensionale Form aufweisen, werden etwa zur Herstellung von Babywindeln verwendet. Bis anhin ist es aber nicht gelungen, in einem Schritt die Kunststofffolien zu lochen und den Lochrändern die gewünschte Form zu geben.

Es ist beispielsweise aus der FR-A-1 417 619 bekannt, Kunststofffolien durch Durchführen zwischen einer eine Vielzahl von Nadeln aufweisenden Nadelwalze und einer Gegenwalze mit einer glatten Oberfläche zu lochen. Die dabei entstehenden Lochränder weisen aber keine regelmässige dreidimensionale Form auf, da die glatte Oberfläche der Gegenwalze dem Ausstülpen von Lochrändern entgegenwirkt.

Anstelle von Gegenwalzen mit glatter Oberfläche wurden daher auch schon Gegenwalzen eingesetzt, die mit in Walzenrotationsrichtung durchgehenden Rillen versehen sind, in die die Nadeln der Nadelwalze während des Lochens eintauchen können, wie dies in der US-A-2 748 863 beschrieben ist. In den Kunststofffolien entstehen dann Löcher mit teilweise dreidimensionalen Lochrändern, die aber für gewisse Anwendungen keine ideale und insbesondere keine genau definierte Form haben.

Andererseits ist es zum Beispiel aus der EP-A-0 020 083 bekannt, als Perforierelement eine Zackenwalze mit Zacken als Perforiervorsprünge zu verwenden, die während des Lochens und Verformens im Loch- und Verformbereich in komplementär geformte Löcher des Gegenelements eintauchen. Derartige Zacken sind aber insofern nicht mit Nadeln vergleichbar, als ihre ganze Oberfläche zur Verformung eingesetzt wird und daher am Flächengebilde anders geformte Lochränder entstehen. Insbesondere geht eine Zacke am Zackenansatz am Walzengrundkörper direkt in eine weitere Zacke über, so dass am Flächengebilde jeweils ein Loch unmittelbar auf das vorhergehende folgt. Ausserdem wird das Flächengebilde durch das Gegenelement bis an den Grundkörper der Zackenwalze gedrückt. Im weiteren wird das ganze Flächengebilde erhitzt, wenn mit erhitzten Zacken gelocht und verformt wird.

Angesichts der Nachteile der bisher bekannten, oben beschriebenen Vorrichtungen liegt der Erfindung die folgende Aufgabe zugrunde. Zu schaffen ist eine Vorrichtung zum Lochen und Verformen eines Flächengebildes der eingangs erwähnten Art, mit der beim Lochen des Flächengebildes die Lochränder kontrolliert dreidimensional geformt werden, wobei jeweils nicht die ganzen Perforiervorsprünge mit dem Flächengebilde in Kontakt kommen sollen.

Diese Aufgabe wird durch die erfindungsgemässe Vorrichtung gelöst, wie sie im unabhängigen Patentanspruch 1 definiert ist. In Patentanspruch 16 ist ein erfindungsgemässes Verfahren zum Lochen und Verformen eines Flächengebildes mit einer derartigen Vorrichtung definiert. Bevorzugte Ausführungsvarianten ergeben sich aus den abhängigen Patentansprüchen.

Das Wesen der Erfindung besteht im Folgenden: Eine Vorrichtung zum Lochen und Verformen eines Flächengebildes umfasst ein eine Vielzahl von Perforiervorsprüngen aufweisendes Perforierelement und ein Gegenelement, das eine Vielzahl von Löchern zur Aufnahme von Perforiervorsprüngen des Perforierelements aufweist, so dass während des Lochens und Verformens jeder Perforiervorsprung im Loch- und Verformbereich in ein Loch des Gegenelements eintaucht. Die Vorrichtung ist dadurch gekennzeichnet, dass das Perforierelement ein Nadelelement und die Perforiervorsprünge Nadeln sind, wobei jede Nadel einen Formbereich mit einer Umfangsfläche aufweist, zwischen der und der zu ihr benachbarten Innenfläche des jeweiligen Lochs des Gegenelements der während des Lochens und Verformens des Flächengebildes entstehende Lochrand am Flächengebilde in kontrollierter Weise geformt wird.

Dadurch, dass die Perforiervorsprünge Nadeln sind, welche per Definition einen Schaft und eine Spitze aufweisen, und die Nadeln einen bestimmten Formbereich aufweisen, tritt beim Lochen des Flächengebildes nicht der ganze Perforiervorsprung mit dem Flächengebilde in Kontakt. Insbesondere wird das Flächengebilde durch das Gegenelement nicht bis an den Grundkörper des Nadelelements gedrückt, so dass bei erhitztem Nadelelement nicht das ganze Flächengebilde erhitzt wird. Ausserdem können mit Nadeln eine beliebige Verteilung der Löcher und eine grössere Anzahl unterschiedlicher Formen der Lochränder erzeugt werden, da beispielsweise bei einem Nadelelement und einem Gegenelement in Form von Walzen weniger Einschränkungen bezüglich des Ineinandergreifens der Walzen bestehen als bei sich aufeinander abwälzenden Zackenwalzen. Durch den Formbereich jeder Nadel, der eine Umfangsfläche aufweist, zwischen der und der zu ihr benachbarten Innenfläche des jeweiligen Lochs des Gegenelements der während des Lochens und Verformens des Flächengebildes entstehende Lochrand am Flächengebilde in kontrollierter Weise geformt wird, wird das Flächengebilde mit Löchern mit regelmässigen, relativ genau geformten dreidimensionalen Lochrändern versehen.

Je nach Flächengebilde, beispielsweise bei Kunststofffolien, erfolgt das Lochen und Verformen bei erhöhter Temperatur, wobei bei den heute gebräuchlichen Folien zum Teil Temperaturen bis ca. 450°C verwendet werden. Beim Erhitzen des Nadelelements und des Gegenelements dehnen sich diese aufgrund Ihrer normalerweise unterschiedlichen Beschaffenheit unterschiedlich stark, was berücksichtigt werden muss, damit bei der erhöhten Temperatur die Nadeln in die Löcher passen. Bei einer Vorrichtung zum Lochen und Verformen eines Flächengebildes bei erhöhter Temperatur sind das Nadelelement und das Gegenelement daher derart ausgebildet und gelagert, dass nach deren Erhitzen auf die zum Lochen und Verformen des Flächengebildes benötigte Temperatur während des Lochens und Verformens jede Nadel im Loch- und Verformbereich in ein Loch des Gegenelements eintaucht. Im kalten Stadium brauchen das Nadelelement und das Gegenelement nicht aufeinander zu passen.

Mit Vorteil ist die erfindungsgemässe Vorrichtung so ausgebildet, dass das Flächengebilde während des Lochens und Verformens am Gegenelement anliegt, und ein die Nadeln tragender Grundkörper des Nadelelements derart vom Gegenelement beabstandet ist, dass der Grundkörper während des Lochens und Verformens vom Flächengebilde beabstandet ist. Dadurch wird ein Erhitzen des ganzen Flächengebildes bei erhitztem Nadelelement durch das dazwischenliegende Luftpolster verhindert bzw. zumindest stark eingeschränkt.

Bei einer bevorzugten Ausführungsvariante der erfindungsgemässen Vorrichtung weisen die Nadeln einen im wesentlichen zylinderförmigen Schaft und eine kegelförmige oder konvex geformte Spitze auf und sind vorzugsweise rotationssymmetrisch. Der vorderste Teil der Spitze der Nadeln kann ausserdem bei gewissen Ausführungsvarianten flachgeschliffen oder flachgeschliffen und trovalisiert sein. Dank solch spezieller Nadelformen kann die Geschwindigkeit und Präzision des Lochens und Verformens erhöht werden.

Vorzugsweise sind Mittel zum Heizen der Nadeln vorhanden, beispielsweise eine Induktionsheizung oder andere handelsübliche elektrische Heizelemente, die im Grundkörper des Nadelelements angeordnet sein können. Durch das Heizen der Nadeln kann das Lochen und Verformen insbesondere von thermoplastischem Material unterstützt werden.

Im folgenden wird die erfindungsgemässe Vorrichtung unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen anhand von Ausführungsbeispielen detaillierter beschrieben. Es zeigen:

Fig. 1 -
eine Perspektivansicht eines ersten Ausführungsbeispiels der erfindungsgemässen Vorrichtung mit einer Nadelwalze und einer Lochwalze während des Lochens und Verformens eines Flächengebildes;
Fig. 2 -
eine schematische Darstellung des Lochens und Verformens des Flächengebildes mit der Vorrichtung von Fig. 1;
Fig. 3 -
eine stark vergrösserte, teilweise schematische, ausschnittsweise Schnittansicht der Nadelwalze und der Lochwalze während des Lochens und Verformens des Flächengebildes;
Fig. 4 -
einen Teil des gelochten und verformten Flächengebildes in einer geschnittenen Perspektivansicht;
Fig. 5 -
eine geschnittene Perspektivansicht eines zweiten Ausführungsbeispiels der erfindungsgemässen Vorrichtung mit einer Nadelplatte und einer Lochplatte;
Fig. 6 -
ein Ausführungsbeispiel einer relativ dicken Nadel mit konvex geformter Spitze;
Fig. 7 -
ein Ausführungsbeispiel einer relativ dicken Nadel mit konvex geformter, flachgeschliffener Spitze;
Fig. 8 -
ein Ausführungsbeispiel einer relativ dünnen Nadel mit konvex geformter Spitze;
Fig. 9 -
ein Ausführungsbeispiel einer relativ dünnen Nadel mit konvex geformter, flachgeschliffener Spitze; und
Fig. 10 -
eine abgewickelte Oberfläche eines Zylinderkörpers einer Nadelwalze mit einer Nadelanordnung, wie sie beispielsweise zum Lochen und Verformen von Vliesstoffen für Slipeinlagen verwendet wird.

Figuren 1 und 2

Das dargestellte erste Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemässen Vorrichtung zum Lochen und Verformen eines Flächengebildes 3 umfasst im wesentlichen eine Nadelwalze 1 mit einer Vielzahl von regelmässig angeordneten Nadeln 11 und eine Lochwalze 2 mit einer Vielzahl von regelmässig angeordneten Löchern 21, derart, dass während des Lochens und Verformens jede Nadel 11 im Loch- und Verformbereich in ein Loch 21 der Lochwalze 2 eintaucht. Die Nadelwalze 1 und die Lochwalze 2 sind an einem Gestell 4 rotierbar gelagert, wobei die Nadelwalze 1 über zwei Verstellräder 5 höhenverstellbar ist, so dass der Abstand der Nadelwalze 1 von der Lochwalze 2 und somit der Abstand der Nadelwalze 1 vom Flächengebilde 3 und die Tiefe des Eindringens der Nadeln 11 in die Löcher 21 einstellbar ist. Ein Elektromotor 6 dient zum synchronen Antreiben der Nadelwalze 1 und der Lochwalze 2.

Das Flächengebilde 3 wird vorzugsweise von einer vorhergehenden Station einer Fertigungsstrasse her kommend über eine Umlenkrolle 7 zwischen der Nadelwalze 1 und der Lochwalze 2 hindurch über die Lochwalze 2 geführt und nachher einer nächsten Station zugeführt. Es ist über die Lochwalze 2 gespannt, was ein genaues Perforieren ermöglicht, und schliesst im vorliegenden Beispiel beidseits der Lochwalze 2 mit der Horizontalen einen Winkel a ein.

Nadelwalzen 1 und Lochwalzen 2 können je nach Einsatzgebiet verschiedene Grössen aufweisen und mit unterschiedlichen Anzahlen von Nadeln 11 bzw. Löchern 21 versehen sein. Verwendet werden beispielsweise Walzen 1, 2 mit einer Breite von ca. 3,2 m mit ungefähr 100'000 Nadeln 11 bzw. Löchern 21.

Bei gewissen Flächengebilden 3, insbesondere bei Kunststofffolien, erfolgt das Lochen und Verformen bei erhöhter Temperatur, z.B. durch eine beheizte Nadelwalze 1, wobei bei den heute gebräuchlichen Folien zum Teil Temperaturen bis ca. 450°C verwendet werden. Die unterschiedliche Dehnung der Nadelwalze 1 und der Lochwalze 2 aufgrund Ihrer normalerweise unterschiedlichen Beschaffenheit muss in diesem Fall bei der Ausbildung und Anordnung der Walzen 1, 2 berücksichtigt werden, damit bei der erhöhten Temperatur die Nadeln 11 in die Löcher 21 passen. Ein Walzenpaar 1, 2 ist somit im Normalfall für bestimmte Temperaturbereiche ausgelegt.

Figur 3

Es ist hier ersichtlich, dass die Nadelwalze 1 einen Zylinderkörper 12 umfasst, in dem die Nadeln 11 verankert, beispielsweise eingegossen, sind. Der Zylinderkörper 12 ist vorzugsweise aus Metall, z.B. aus Messing oder Stahl, während die Nadeln 11 vorzugsweise aus gehärtetem Stahl bestehen. Die Lochwalze 2 ist mit Vorteil ganz oder zumindest in ihren äusseren Bereichen aus Gummi oder Metall, worin Löcher 21 ausgebildet sind, die sich bis fast ganz nach unten von ihrer Mündung her zum Innern der Lochwalze 2 hin konisch verjüngen. Die Nadeln 11 verjüngen sich etwa ab der Nadelmitte zur Spitze hin ebenfalls konisch und in diesem Bereich, der als Formbereich dient, ist ihre Umfangsfläche ungefähr parallel zur Innenfläche des jeweiligen Lochs 21, in das sie während des Lochens und Verformens eingeführt sind.

Zum Lochen und Verformen des Flächengebildes 3 wird dieses in Pfeilrichtung zwischen der Nadelwalze 1 und der Lochwalze 2 durchgeführt, während die beiden Walzen 1, 2 in Pfeilrichtung rotieren. Die Nadeln 11 perforieren dabei das Flächengebilde 3 und formen die Ränder der entstehenden Löcher 31 zwischen den ungefähr parallelen Bereichen der Nadeln 11 und der Löcher 21 der Lochwalze 2 in einer kontrollierten Weise dreidimensional.

Deutlich erkennbar ist ausserdem der Abstand zwischen dem Zylinderkörper 12 der Nadelwalze 1 und dem Flächengebilde 3, der ein Erhitzen der Nadelwalze 1 und der Nadeln 11 ermöglicht, ohne dass das ganze Flächengebilde 3 erhitzt wird.

Figur 4

Durch das Lochen und Verformen eines ebenen Flächengebildes 3 mittels der erfindungsgemässen Vorrichtung der Fig. 1 bis 3 erhält man das dargestellte gelochte und verformte Flächengebilde 3, das gleichmässig verteilte Löcher 31 mit im Vergleich zum Stand der Technik regelmässiger geformten konischen Lochrändern 32 aufweist.

Figur 5

Das gelochte und verformte Flächengebilde 3 von Fig. 4 kann auch mittels des dargestellten zweiten Ausführungsbeispiels der erfindungsgemässen Vorrichtung hergestellt werden. Bei diesem Ausführungsbeispiel sind anstelle einer Nadelwalze 1 eine Nadelplatte 101 mit Nadeln 111 und anstelle einer Lochwalze 2 eine Lochplatte 102 mit Löchern 121 vorhanden. Das Lochen und Verformen des Flächengebildes 3 erfolgt nicht kontinuierlich, sondern abschnittsweise. Ansonsten gilt das im Zusammenhang mit dem ersten Ausführungsbeispiel Gesagte.

Figuren 6 bis 9

Als Ausführungsbeispiele von möglichen Nadeln sind hier eine Nadel 211 mit relativ dickem zylindrischem Schaft 212 und konvex geformter, vollständiger Spitze 213, eine Nadel 311 mit relativ dickem zylindrischem Schaft 312 und konvex geformter, flachgeschliffener Spitze 313, eine Nadel 411 mit relativ dünnem zylindrischem Schaft 412 und konvex geformter, vollständiger Spitze 413 sowie eine Nadel 511 mit relativ dickem zylindrischem Schaft 512 und konvex geformter, flachgeschliffener Spitze 513 dargestellt.

Daneben sind unzählige weitere Nadelformen denkbar. Wesentlich ist, dass die Nadeln, welche per Definition einen Schaft und eine Spitze umfassen, einen bestimmten Formbereich zum Formen des Lochrands aufweisen, so dass beim Lochen des Flächengebildes nicht die ganze Nadel mit dem Flächengebilde in Kontakt tritt.

Figur 10

Die Nadeln können auf den Nadelelementen je nach Anwendung in bestimmten Mustern oder auch unregelmässig angeordnet werden. Dargestellt ist eine abgewickelte Oberfläche 601 eines Zylinderkörpers einer Nadelwalze mit Löchern 602 zum Verankern von Nadeln in einer Anordnung, wie sie beispielsweise zum Lochen und Verformen von Vliesstoffen für Slipeinlagen verwendet wird.

Zu den vorbeschriebenen Vorrichtungen zum Lochen und Verformen eines Flächengebildes sind weitere konstruktive Variationen realisierbar. Hier ausdrücklich erwähnt seien noch:

  • Die ungefähr parallelen Formbereiche der Nadeln 11; 111; 211; 311; 411; 511 und der zugehörigen Löcher der Lochwalze 2 bzw. der Lochplatte 102 müssen sich nicht unbedingt konisch oder konvex verjüngen. Es sind auch andere Formen, wie z.B. eine Zylinderform, möglich.
  • Anstatt Walzenpaare 1, 2 bzw. Plattenpaare 101, 102 für bestimmte Temperaturbereiche auszulegen, wäre es prinzipiell auch denkbar, diese durch geeignete Materialwahl so auszubilden, dass sie sich bei einer Temperaturerhöhung gleichermassen dehnen und so in allen relevanten Temperaturbereichen verwendbar sind.
  • Zum Aufhängen und Bewegen der Nadelwalze 1 und Lochwalze 2 bzw. Nadelplatte 101 und Lochplatte 102 sind viele unterschiedliche Varianten denkbar. Wichtig ist vor allem, dass ihre gegenseitige Ausrichtung während des Lochens und Verformens stimmt.


Anspruch[de]
  1. Vorrichtung zum Lochen und Verformen eines Flächengebildes (3), mit einem eine Vielzahl von Perforiervorsprüngen (11; 111; 211; 311; 411; 511) aufweisenden Perforierelement (1; 101) und einem Gegenelement (2; 102), das eine Vielzahl von Löchern (21; 121) zur Aufnahme von Perforiervorsprüngen (11; 111; 211; 311; 411; 511) des Perforierelements (1; 101) aufweist, so dass während des Lochens und Verformens jeder Perforiervorsprung (11; 111; 211; 311; 411; 511) im Loch- und Verformbereich in ein Loch (21; 121) des Gegenelements (2; 102) eintaucht, dadurch gekennzeichnet, dass das Perforierelement ein Nadelelement (1; 101) und die Perforiervorsprünge Nadeln (11; 111; 211; 311; 411; 511) sind, wobei jede Nadel (11; 111; 211; 311; 411; 511) einen Formbereich mit einer Umfangsfläche aufweist, zwischen der und der zu ihr benachbarten Innenfläche des jeweiligen Lochs (21; 121) des Gegenelements (2; 102) der während des Lochens und Verformens des Flächengebildes (3) entstehende Lochrand (32) am Flächengebilde (3) in kontrollierter Weise geformt wird.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Nadelelement (1; 101) und das Gegenelement (2; 102) derart ausgebildet und gelagert sind, dass nach deren Erhitzen auf die zum Lochen und Verformen des Flächengebildes (3) benötigte Temperatur während des Lochens und Verformens jede Nadel (11; 111; 211; 311; 411; 511) im Loch- und Verformbereich in ein Loch (21; 121) des Gegenelements (2; 102) eintaucht.
  3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Nadelelement (1; 101) und das Gegenelement (2; 102) mindestens eine Nadel (11; 111; 211; 311; 411; 511) bzw. ein Loch (21; 121) pro 10 cm2 aufweisen.
  4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Löcher (21; 121) sich zumindest bis zu einer gewissen Tiefe von ihrer Mündung her zum Innern des Gegenelements (2; 102) hin zumindest annähernd konisch verjüngen.
  5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass bei jeder Nadel (11; 111; 211; 311; 411; 511) die Umfangsfläche im Formbereich ungefähr parallel zur Innenfläche des jeweiligen Lochs (21; 121) des Gegenelements (2; 102) ist, in das sie während des Lochens und Verformens eingeführt ist.
  6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Tiefe des Eindringens der Nadeln (11; 111; 211; 311; 411; 511) in die Löcher (21; 121) einstellbar ist.
  7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Gegenelement (2; 102) aus Gummi oder Metall und das Nadelelement (1; 101) aus Metall ist, wobei die Nadeln (11; 111; 211; 311; 411; 511) vorzugsweise aus gehärtetem Stahl sind.
  8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Nadelelement eine Nadelwalze (1) und das Gegenelement eine Lochwalze (2) ist.
  9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass sie Mittel zum synchronisierten Rotieren der Nadelwalze (1) und der Lochwalze (2) aufweist.
  10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Nadelelement eine Nadelplatte (101) und das Gegenelement eine Lochplatte (102) ist.
  11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass sie so ausgebildet ist, dass das Flächengebilde (3) während des Lochens und Verformens am Gegenelement (2; 102) anliegt, und ein die Nadeln (11; 111; 211; 311; 411; 511) tragender Grundkörper (12) des Nadelelements (1; 101) derart vom Gegenelement (2; 102) beabstandet ist, dass der Grundkörper (12) während des Lochens und Verformens vom Flächengebilde (3) beabstandet ist.
  12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand zwischen dem Grundkörper (12) des Nadelelements (1; 101) und dem Gegenelement (2; 102) einstellbar ist.
  13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Nadeln (11; 111; 211; 311; 411; 511) einen im wesentlichen zylinderförmigen Schaft (212; 312; 412; 512) und eine kegelförmige oder konvex geformte Spitze (213; 313; 413; 513) aufweisen und vorzugsweise rotationssymmetrisch sind.
  14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der vorderste Teil der Spitze (313; 513) der Nadeln (311; 511) flachgeschliffen oder flachgeschliffen und trovalisiert ist.
  15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass sie Mittel zum Heizen der Nadeln (11; 111; 211; 311; 411; 511) aufweist.
  16. Verfahren zum Lochen und Verformen eines Flächengebildes (3) mit einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 15, die ein eine Vielzahl von Nadeln (11; 111; 211; 311; 411; 511) aufweisendes Nadelelement (1; 101) und ein Gegenelement (2; 102) mit einer Vielzahl von Löchern (21; 121) zur Aufnahme von Nadeln (11; 111; 211; 311; 411; 511) des Nadelelements (1; 101) umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass die Nadeln (11; 111; 211; 311; 411; 511) im Loch- und Verformbereich jeweils in ein Loch (21; 121) des Gegenelements (2; 102) eingeführt werden und dabei das Flächengebilde (3) lochen und gleichzeitig zwischen einer Umfangsfläche eines Formbereichs jeder Nadel (11; 111; 211; 311; 411; 511) und der zu ihr benachbarten Innenfläche des jeweiligen Lochs (21; 121) des Gegenelements (2; 102) der jeweilige Lochrand (32) am Flächengebilde (3) in kontrollierter Weise geformt wird.
  17. Verfahren nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Nadeln (11; 111; 211; 311; 411; 511) während des Lochens und Verformens geheizt werden.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com