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Dokumentenidentifikation DE20313566U1 10.02.2005
Titel Radanordnung für ein Leichtfahrzeug, entsprechender Radkörper, entsprechende Bremstrommel und Bausatz
Anmelder Lothar Laflör GmbH & Co, 42553 Velbert, DE
Vertreter Grosse, Bockhorni, Schumacher, 45133 Essen
DE-Aktenzeichen 20313566
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 10.02.2005
Registration date 05.01.2005
Application date from patent application 29.08.2003
IPC-Hauptklasse B60T 1/06
IPC-Nebenklasse B60B 27/00   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Radanordnung, der dem Oberbegriff des Anspruchs 1 entsprechenden Art sowie weitere Aspekte der diesbezüglichen Erfindung.

Die Räder, mit denen sich die Erfindung befasst, sind relativ leichte Räder, die vorzugsweise an menschenkraftgetriebenen Leichtfahrzeugen wie Krankenfahrstühlen, Kinderfahrzeugen und dergleichen Anwendung finden. In vielen Fällen ist der Radkörper hierbei aus einem faserverstärkten Kunststoff spritzgegossen und trägt einen Luft- oder sonstigen nachgiebigen Reifen.

Eine gattungsgemäße Radanordnung geht aus dem nicht vorveröffentlichten DE-GM-202 12 744.3 hervor. Die Nabe weist an einem Ende einen Bund mit radialen Vorsprüngen auf. Der Boden der Bremstrommel ist entsprechend ausgenommen. Die Bremstrommel ist aufgepresst, wobei durch die Vorsprünge eine drehfeste Verbindung hergestellt wird.

Für ein angenehmes Betriebsverhalten beim Bremsen kommt es darauf an, dass die Bremstrommel konzentrisch zum Radkörper umläuft, was bei der geschilderten Verbindungsweise aufgrund der unvermeidlichen Toleranzen nicht immer gegeben ist. Diese Konzentrizität muss auch unter der teils erheblichen Drehmomentbelastung beim Bremsen erhalten bleiben. Wenn dies nicht der Fall ist, kommt es beim Bremsen zu unangenehmen Oszillationen, die besonders bei Rädern für Krankenfahrstühle störend empfunden werden.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Radanordnung zu schaffen, bei der derartige Oszillationen nicht auftreten.

Diese Aufgabe wird durch die in Anspruch 1 wiedergegebene Erfindung gelöst.

Dadurch, dass die Bremstrommel über ein eigenes Lager auf dem gleichen Wellenzapfen abgestützt ist wie der Radkörper selbst und nicht vollständig von dem Radkörper getragen wird, werden toleranz- oder kraftbedingte radiale gegenseitige Verlagerungen von Bremstrommel und Radkörper in weitem Umfang unterbunden, so dass es beim Umlauf unter Bremsung nicht zu einem „Schlagen" oder Oszillieren kommen kann.

Als „Lager" der Erfindung kommen separate Bauelemente in Betracht. Es sollen also Radkörper und die Bremstrommel nicht etwa unmittelbar mit einer zylindrischen Ausnehmung auf dem Wellenzapfen laufen. Im Prinzip können solche Lager aller im Stand der Technik bekannten Bauformen umfassen, wobei jedoch gemäß Anspruch 2 zylindrische, zueinander konzentrische Umfangsflächen aufweisende Wälz-, insbesondere Kugellager, bevorzugt sind.

Für die Verwirklichung der Erfindung kommen zwei alternative Ausführungsformen in Betracht, die in den Ansprüchen 3 und 4 wiedergegeben sind.

Bei der ersten Ausführungsform nach Anspruch 3 ist der Radkörper wie häufig mittels zweier einen axialen Abstand aufweisender Lager auf dem Wellenzapfen abgestützt und ist der Bremstrommel ein eigenes, d.h. ein drittes Lager zugeordnet, welches sie auf dem gleichen Wellenzapfen zentriert und eine radiale gegenseitige Verlagerung des Radkörpers und der Bremstrommel unterbindet.

Bei der Ausführungsform nach Anspruch 4 übernimmt das der Bremstrommel benachbarte Lager des Radkörpers auch die Zentrierung der Bremstrommel, indem es in die Ausnehmungen sowohl des Radkörpers als auch der Bremstrommel eingreift. Hierbei kann also das eigene Lager für die Bremstrommel eingespart werden.

Es empfiehlt sich gemäß Anspruch 5, bei dieser Ausführungsform die Ausnehmungen der Nabe und der Bremstrommel in gleichem Durchmesser vorzusehen, da die üblichen Kugellager an ihrem Außenumfang ebenfalls nur einen Durchmesser aufweisen, d.h. keine Stufe in der Umfangsfläche haben.

Um einen sicheren Sitz des Lagers in der Bremstrommel zu gewährleisten, kann gemäß Anspruch 6 diese einen zur Drehachse koaxialen Bund aufweisen, dessen lichte Öffnung die Ausnehmung bildet und der die Anlagefläche für das Lager an der Bremstrommel verbreitert.

Die Mittel zur Anbringung der Bremstrommel können radial außerhalb der Drehachse gelegene Vorsprünge oder Ausnehmungen umfassen, die in komplementäre Ausnehmungen bzw. Vorsprünge im Boden der Bremstrommel eingreifen (Anspruch 7). Im einzelnen kann gemäß Anspruch 8 bei der Radanordnung an der Stirnseite der Nabe ein Kranz von axialen Vorsprüngen vorgesehen sein, die in komplementäre Ausstanzungen im flachen Boden einer topfförmigen Bremstrommel einpressbar sind, wobei allein dadurch die Verbindung mit der Nabe mit der Bremstrommel bewirkbar ist. Die Vorsprünge sollen inselartig voneinander getrennt sein und in ringsum geschlossene Ausnehmungen (Lochungen) der Bremstrommel eingreifen.

Diese Art der Verbindung von Radkörper und Bremstrommel manifestiert sich auch in den Radkörper nach den Ansprüchen 9 bis 14 und der Bremstrommel nach den Ansprüchen 15 und 16, je für sich genommen.

Entsprechend den bisherigen Darlegungen geht es um bremsbare Räder, die also eine Bremstrommel aufweisen müssen. Räder der in Rede stehenden Art werden jedoch auch in anderen Funktionen benötigt. Sie können also sowohl als bremsbare Räder als auch als reine Laufräder ausgebildet sein, die auf den Wellenzapfen mittels Lagern gelagert sind und nur umlaufen sollen.

Bisher war es erforderlich, für jede dieser Funktionen einen eigenen Radkörper herzustellen, d.h. also z.B. einen Radkörper mit angespritzter Nabe zur Aufnahme von Lagern oder einen Radkörper mit einer besonderen Gestaltung zur Anbringung einer Bremstrommel oder zum Einspritzen eines Bremsrings. Für jede dieser Ausführungsformen war eine besondere Form erforderlich, also eine besondere Spritzgießform, Pressform oder dergleichen. Da die in Betracht kommenden Räderdurchmesser etwa im Bereich von 20 bis 80 cm liegen, müssen die Formen entsprechend groß sein. Jede solche Form stellt einen erheblichen Kostenfaktor dar, der die Kosten der Räder belastet.

Der Erfindung liegt auch noch die weitergehende Aufgabe zugrunde, Räder mit verschiedenen Funktionen mit geringerem Aufwand als bisher bereitstellen zu können.

Diese weitergehende Aufgabe wird durch die in Anspruch 17 wiedergegebene Erfindung gelöst.

Der Grundgedanke bei dieser Ausgestaltung der Erfindung ist, funktionell unterschiedliche Räder herstellen zu können, indem mit nur einem unveränderlichen Radkörper gearbeitet wird, der den verschiedenen Ausführungsformen der Räder gemeinsam ist. Dies impliziert, dass es um die Herstellung von funktionell unterschiedlichen Rädern gleichen Durchmessers geht. Dadurch bedarf es nur einer Form und werden die Kosten entsprechend gesenkt. Dieser gleichbleibende Radkörper wird bedarfsweise mit unterschiedlichen Funktionsteilen versehen, für deren Anbringung an dem Radkörper Mittel vorgesehen sind. Der Weiterverarbeiter erhält den gesamten Bausatz aus Radkörper und mehreren Funktionsteilen und wählt sich bedarfsweise das jeweils benötigte Funktionsteil aus, um daraus ein Rad mit der gewünschten Funktion herzustellen. Die Funktionsteile sind kleiner als der Radkörper und relativ einfach durch Spritzgießen oder Pressen und Stanzen herzustellen.

Bei einem Ausführungsbeispiel dieser Ausgestaltung der Erfindung umfassen die zum Bausatz gehörenden Funktionsteile eine Buchse zur Aufnahme eines Achslagers und eine Bremstrommel (Anspruch 18).

Die an dem Radkörper schon vorhandene Nabe bzw. das entsprechende Nabenteil enthält eine Gestaltung zur Aufnahme des einen Lagers. Die Buchse enthält die entsprechende Gestaltung zur Aufnahme des anderen Lagers. Wenn die Buchse mit dem Radkörper vereinigt ist, liegt ein Rad mit einer normalen Nabe zur Aufnahme zweier Achslager im Bereich der Enden der Nabe vor. Wenn es um ein bremsbares Rad geht, wird statt der Buchse die Bremstrommel angebracht, die im allgemeinen einen inneren Bund aufweisen wird, in den das zweite Achslager einpressbar ist.

Gemäß Anspruch 19 können die Mittel zur Anbringung der Funktionsteile an einer Stirnseite der Nabe vorgesehen sein, die gemäß Anspruch 20 weniger weit von der zur Achse des Rades senkrechten Mittelebene des Rades entfernt ist als die gegenüberliegende Stirnseite der Nabe.

Die gegenüberliegende Stirnseite der Nabe entspricht einer normalen Nabenausbildung, während die gegenüberliegende Seite der Nabe verkürzt ist und Platz für die Anbringung der Buchse lässt, die die Nabe zu einer normalen Nabe, die nach beiden Seiten im wesentlichen gleich weit auslädt, macht.

Gemäß Anspruch 21 können an der gegenüberliegenden Stirnseite der Nabe und in der Buchse Ausnehmungen zur Aufnahme von Achslagern vorgesehen sein, so dass der Radkörper mit der Buchse normal auf zwei Wälzlagern gelagert werden kann.

Bei der bevorzugten Ausführungsform dieser Ausgestaltung der Erfindung umfassen gemäß Anspruch 22 die Mittel an der Stirnseite der Nabe bzw. an den Funktionsteilen vorgesehene komplementäre Vorsprünge und Vertiefungen.

Gemäß Anspruch 23 kann die Nabe an der Stirnseite eine zur Nabenachse konzentrische zylindrische Vertiefung aufweisen, in die die Buchse mit einem zylindrischen Ansatz gleichen Durchmessers einpressbar ist.

Der Ansatz dient also dem Einpressen der Buchse, wobei der "gleiche Durchmesser" so zu verstehen ist, dass sich eine Presspassung ergibt.

Gemäß Anspruch 24 kann die Buchse von dem Ansatz in einer zur Achse senkrechten Stufe in ihren zylindrischen Außenumfang übergehen und es kann die Buchse bis zur Anlage der Stufe an der Stirnseite der Nabe einpressbar sein.

Auf diese Weise fällt die Trennlinie zwischen der Buchse und der Nabe fast nicht auf und es unterscheidet sich ein so hergestelltes Rad äußerlich fast nicht von einem Rad mit einstückig angespritzter normaler Nabe.

Dazu trägt auch die Bemessung der Länge des Außenumfangs der Buchse nach Anspruch 25 bei.

Die Ausgestaltung nach Anspruch 26 dient dazu, bei der Verwendung der Buchse und der Ausbildung des Rades als reines Laufrad die Vorsprünge auf der dortigen Stirnseite der Nabe zu verbergen.

In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt;

1 zeigt eine Seitenansicht eines Radkörpers;

2 zeigt einen durch die Achse des Radkörpers gehenden Schnitt nach der Linie II-II in 1;

3 zeigt eine vergrößerte Teilansicht entsprechend 2 bei weggelassenen Bremsenteilen bei einer ersten Ausführungsform;

4 zeigt eine entsprechende Teilansicht bei einer weiteren Ausführungsform;

5 zeigt einen durch die Achse gehenden Schnitt entsprechend 2 durch den gleichen Radkörper;

6 zeigt einen durch die Achse gehenden Schnitt durch eine zum Zusammenwirken mit dem Radkörper bestimmten Buchse;

7 zeigt einen durch die Achse gehenden Schnitt durch eine zum Zusammenwirken mit dem Radkörper bestimmte Bremstrommel;

8 zeigt eine Ansicht der Bremstrommel gemäß 7 von rechts;

9 zeigt eine vergrößerte Teilansicht gemäß 2 des Nabenbereichs mit angebrachter Buchse.

Die in 1 und 2 als Ganzes 50 bezeichnete Radanordnung umfasst einen Radkörper 10 mit einer Felge 1, die in dem Ausführungsbeispiel zur Aufnahme eines nicht dargestellten Luftreifens bestimmt ist, mit fünf Speichen 2 sowie mit einer zentralen, zur Drehachse A des Radkörpers 10 konzentrischen zylindersymmetrischen Nabe 3. Am gemäß 2 linken Ende 6 besitzt die Nabe 3 eine koaxiale zylindrische Ausnehmung 7 zur Aufnahme des eingepressten Kugellagers 11. An dem gemäß 2 rechten Ende ist die Nabe 3 durch eine zu der Achse A senkrechte Stirnseite 5 begrenzt. An diesem Ende ist eine koaxiale zylindrische Ausnehmung 8 in der Nabe 3 vorgesehen, in der ein Kugellager 12 angeordnet ist. Mittels der Kugellager 11, 12, die durch eine Buchse 13 auf Abstand gehalten sind, ist der Radkörper 10 auf einem Wellenzapfen 14 in Gestalt einer langen Schraube drehbar gelagert. Auf den Gewindeschaft 14' des Wellenzapfens 14 ist eine Mutter 15 aufgeschraubt, mittels derer die inneren Teile der Radanordnung 50 zwischen ihr und dem Schraubenkopf 14' zu einer festen Einheit zusammengeschraubt werden können. Das überstehende Ende des Gewindeschaftes 14' dient zur Befestigung des Wellenzapfens 14 an einem Tragteil des Leichtfahrzeugs.

An der Stirnseite 5 der Nabe 3 sitzt eine Bremstrommel 30 in Gestalt eines flachen Topfes mit einem ebenen Boden 31, dessen Öffnung axial nach außen weist (3). Im Bereich der Bremstrommel 30 und z.T. innerhalb derselben, sind die insgesamt mit B bezeichneten Bremsenteile angeordnet, die hier nicht weiter beschrieben werden und in der vergrößerten Darstellung der 3 weggelassen sind. Die Bremstrommel 30 weist einen von ihrem ebenen Boden 31 abgewinkelten, die Bremsfläche bildenden zylindrischen äußeren Rand 33 sowie eine zentrale Öffnung 34 auf, die von einem axialen Bund 35 umgeben ist (3, 7 und 8).

Zur drehfesten Verbindung der Bremstrommel 30 mit der Nabe 3 bzw. dem Radkörper 10 ist auf der Stirnseite 5 der Nabe 3 ein Kranz von zwölf gleichmäßig und in gleichem Abstand von der Drehachse A über den Umfang verteilten, untereinander gleichen voneinander inselartig getrennten Vorsprüngen 9 von etwa trapezförmigem Querschnitt vorgesehen (1). Die Bremstrommel 30 hat in ihrem Boden 31 eine Kranz von zwölf über den Umfang gleichmäßig verteilten, zu den Vorsprüngen komplementären Ausstanzungen 32, die in ihrem Querschnitt den Vorsprüngen 9 entsprechen und mit denen die Bremstrommel 30 auf die Vorsprünge 9 aufpressbar ist, bis die in 2 bzw. 3 links gelegene Außenseite des Bodens 31 an der Stirnseite 5 anliegt. Nur durch das Aufpressen ist die Verbindung hergestellt. Die Bremstrommel 30 ist auf diese Weise drehfest an die Nabe 3 angekoppelt.

Wie besonders aus den 2 bis 4 zu ersehen ist, weist die Bremstrommel 30 im mittleren Bereich radial dicht innerhalb des Kranzes der Vorsprünge 9 einen axialen Bund 35 auf, der zur Achse A koaxial ist und dessen zylindrischer Innenumfang 35' eine lichte Öffnung 34 umgrenzt, in der ein Kugellager 16 angeordnet ist, welches sich mit seinem Innenumfang auf dem Wellenzapfen 14 abstützt. Das Kugellager 16 ist also zusätzlich zu den Kugellagern 11, 12 vorhanden und allein der Bremstrommel 30 zugeordnet, die sich also über ein eigenes Kugellager 16 auf dem gleichen Wellenzapfen 14 abstützt, auf dem auch die Nabe 3 bzw. der Radkörper 10 gelagert sind. Die Bremstrommel 30 ist auf diese Weise gegenüber dem Radkörper 10 zentriert und kann nicht mehr beim Bremsen durch einen etwaigen radialen „Schlag" gegenüber dem Radkörper 10 unerwünschte Oszillationen verursachen.

Die Zentrierung der Bremstrommel 30 gegenüber dem Radkörper 10 geschieht bei der Ausführungsform nach 3 durch das zusätzliche Lager 16. Bei der alternativen Ausführungsform nach 4 wird der gleiche Effekt dadurch erzielt, dass dem gemäß 3 rechten Kugellager 12 des Radkörpers 10 zusätzlich zur reinen Lagerfunktion auch noch die Zentrierfunktion für die Bremstrommel 30 zugewiesen ist. Dies ist dadurch verwirklicht, dass das rechte Lager 12 sowohl in die Ausnehmung 8' der Nabe 3 als auch in die lichte Öffnung 34 des Bundes 35 eingreift. Während also die zylindrische Ausnehmung 8 für das Lager 12 axial so tief in die Nabe 3 hineingeführt ist, dass das Lager 12 bei Anlage an der Stufe 18 jedenfalls nicht über die Stirnseite 5 vorsteht, ist die entsprechende Stufe 18' in der Ausführungsform nach 4 nach rechts verlagert, so dass die Tiefe der zylindrischen Ausnehmung 8 geringer ist als die Breite des Lagers 12 und dieses um einen angemessenen Betrag gemäß 4 nach rechts über die Stirnseite 5 vorsteht und in die Öffnung 34 eingreifen kann, um auch noch die Bremstrommel 30 radial auf dem Wellenzapfen 14 abzustützen. Die gegenseitige Zentrierung der Bremstrommel 30 und der Nabe 3 bzw. des Radkörpers 10 ist auch bei dieser Ausführungsform gewährleistet.

Bei dem Radkörper 50 der 1 bis 4 ging es um die Zentrierung der Bremstrommel 30 gegenüber der Nabe 3 bzw. dem Radkörper 10. Bei dem Ausführungsbeispiel der 5 bis 9 steht ein anderer Gesichtspunkt im Vordergrund, nämlich Räder für Leichtfahrzeuge mit verschiedenen Funktionen auf wirtschaftliche Weise bereitstellen zu können.

Der Radkörper 10 der 5 und 9 entspricht dem Radkörper 10 der 1 bis 4 und wird daher nicht noch einmal im einzelnen beschrieben. Von Bedeutung wird aber bei der Ausführungsform der 5 bis 9, dass die Nabe 3 gegenüber der zur Drehachse A senkrechten Mittelebene 4 des Radkörpers 10 nach links weiter auslädt als nach rechts. Die rechte Stirnseite 5 der Nabe 3 ist also näher an der Mittelebene 4 gelegen als die Stirnseite 6'.

Die Ausnehmung 8 und die Vorsprünge 9 stellen Mittel zur Anbringung von Funktionsteilen an dem Radkörper 10 dar, die den Einsatz des mit dem Radkörper 10 gebildeten Rades in verschiedenen Funktionen gestatten. Zwei solcher Funktionsteile sind in den 6 und 7 wiedergegeben. Es handelt sich um eine Buchse 20 und die Bremstrommel 30.

Die Buchse 20 besitzt einen zylindrischen konzentrischen Ansatz 21, der mit Presssitz in die zylindrische Ausnehmung 8 der Nabe 3 einpressbar ist. Von dem zylindrischen Ansatz 21 geht die Buchse 20 in einer radial nach außen verlaufenden zur Achse senkrechten Stufe 22 in den zylindrischen Außenumfang 23 über, der eine Länge L (9) und einen größeren Durchmesser hat als der Ansatz 21. Im Bereich des zylindrischen Außenumfangs 23 ist in der Buchse eine zylindrische Ausnehmung 24 zur Aufnahme eines nicht dargestellten Kugellagers vorgesehen, welches dem Kugellager 12 in den 2 und 3 entspricht.

In der Stufe 22 ist eine ringförmige Ausnehmung 25 angebracht, die über den Umfang durchgeht und in die die Vorsprünge 9 eintreten können, wenn die Buchse 20 in Pfeilrichtung in die Nabe 3 des Radkörpers 10 eingepresst wird, wobei das Einpressen erfolgt, bis die äußere Begrenzung 26 der ringförmigen Ausnehmung 25 mit ihrer Stirnseite an der Stirnseite 5 der Nabe 3 anliegt. Dieser Zustand ist in 9 dargestellt. Die Vorsprünge 9 sind nicht mehr sichtbar. Die Stirnseiten 5 und 6 sind um die gleiche Strecke S von der Mittelebene 4 nach den beiden Seiten entfernt. Der Radkörper 10 kann in dieser Form zur Bildung eines ungebremsten Laufrades dienen. In die Ausnehmung 24 ist dann ein Kugellager eingepresst.

Wenn aber die Buchse 20 weggelassen und die mitgelieferte Bremstrommel 30 mit ihren Ausstanzungen 32 auf die Vorsprünge 9 aufgepresst wird, so kann der gleiche Radkörper 10 zur Bildung eines Bremsrades dienen. Hierbei kann die Bremstrommel mit einer eigenen zentrierenden Lagerung wie in 1 bis 4 versehen sein, sei es durch ein zusätzliches Lager 16 wie in den 2 und 3, sei es, indem das Lager 12 in der Ausnehmung 8' gleichzeitig auch die Bremstrommel 30 lagert.

Die Teile 10, 20, 30 der Ausführungsform nach 5 bis 9 bilden zusammen einen Bausatz 100, mit welchem unter Verwendung ein- und desselben Radkörpers 10 wahlweise ein Laufrad oder ein Bremsrad hergestellt werden kann, je nachdem, ob die mitgelieferte Buchse 20 oder die mitgelieferte Bremstrommel 30 mit dem Radkörper 10 verbunden werden.


Anspruch[de]
  1. Radanordnung (50) für ein Leichtfahrzeug,

    mit einem Radkörper (10) mit einer Nabe (3), die die Drehachse (A) bestimmt,

    mit mindestens einem ein separates Bauteil bildenden Lager,

    mit einem an dem Leichtfahrzeug anbringbaren Wellenzapfen (14), an welchem der Radkörper (10) auf dem Lager drehbar abgestützt ist,

    mit einer Bremstrommel (30) und

    mit Mitteln zur drehfesten Anbringung der Bremstrommel (30) an einem axialen Ende der Nabe (3),

    dadurch gekennzeichnet, dass auch die Bremstrommel (30) über ein Lager (16, 12) auf dem Wellenzapfen (14) abgestützt ist.
  2. Radanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Lager (11, 12; 16) zylindrische, zueinander konzentrische Umfangsflächen aufweisende, Wälz-, insbesondere Kugellager, sind.
  3. Radanordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Nabe (3) über zwei axialen Abstand voneinander aufweisenden Lager (11, 12) auf dem Wellenzapfen (14) abgestützt ist und der Bremstrommel (30) ein eigenes, sie auf dem Wellenzapfen (14) zentrierend abstützendes Lager (16) zugeordnet ist.
  4. Radanordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Nabe (3) und die Bremstrommel (30) zu der Achse (A) koaxiale Ausnehmungen (8', 34) aufweisen und dass der Bremstrommel (30) benachbarte Lager (12) sowohl in die Ausnehmung (8') der Nabe (3) als auch in die Ausnehmung (34) der Bremstrommel (30) zentrierend eingreift.
  5. Radanordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausnehmungen (8', 34) der Nabe (3) bzw. der Bremstrommel (30) unter einander gleichen Durchmesser aufweisen.
  6. Radanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremstrommel (30) einen zu der Drehachse (A) koaxialen axialen Bund (35) aufweist, dessen lichte Öffnung die Ausnehmung (34) bildet.
  7. Radanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel zur Verbindung der Bremstrommel (30) und der Nabe (3) radial außerhalb der Drehachse (A) gelegene Vorsprünge (9) oder Ausnehmungen (32) umfassen, die in komplementäre Ausnehmungen (32) bzw. Vorsprünge (9) im Boden der Bremstrommel (30) eingreifen.
  8. Radanordnung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass an der Stirnseite (5) der Nabe (3) die Vorsprünge (9) vorgesehen sind, die in komplementäre Ausstanzungen im Boden (31) der topfförmigen Bremstrommel (30) einpressbar sind.
  9. Radkörper (10) für eine Leichtfahrzeug mit einer eine zur Drehachse (A) senkrechte Stirnseite (5) aufweisenden Nabe (3), dadurch gekennzeichnet, dass die Nabe (3) auf der Stirnseite (5) einen Kranz von in der Ebene der Stirnseite (5) voneinander getrennten, im wesentlichen achsparallel begrenzten Vorsprüngen (9) oder Vertiefungen trägt.
  10. Radkörper nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorsprünge (9) oder Vertiefungen untereinander gleich ausgebildet sind.
  11. Radkörper nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorsprünge (9) oder Vertiefungen untereinander gleichen Abstand von der Drehachse (A) aufweisen.
  12. Radkörper nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorsprünge (9) oder Vertiefungen über den Umfang gleichmäßig verteilt sind.
  13. Radkörper nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Stirnseite (5) mit den Vorsprüngen (9) oder Vertiefungen weniger weit von der zur Drehachse (A) des Radkörpers (10) senkrechten Mittelebene (4) des Radkörpers (10) entfernt ist als die andere Stirnseite (6) der Nabe (3).
  14. Radkörper nach einem der Ansprüche 9 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass er einstückig aus einem faserverstärkten Kunststoff gefertigt ist.
  15. Bremstrommel (30) für ein Leichtfahrzeug, welche die Form eines flachen Topfes mit einem ebenen Boden (31) mit einer zentralen Öffnung (34) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass um die zentrale Öffnung (34) herum ein Kranz von voneinander getrennten Ausstanzungen (32) oder Vorsprüngen vorgesehen ist, die zum Zusammenwirken mit den Vorsprüngen (9) bzw. Vertiefungen des Radkörpers (10) nach den Ansprüchen 9 bis 14 bestimmt sind.
  16. Bremstrommel nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass sie als Presstreil aus Stahl ausgebildet ist.
  17. Bausatz für verschiedene Funktionen aufweisende Räder für Leichtfahrzeuge, welcher einen Radkörper (10) mit einer Nabe (3) und verschiedene weitere Funktionsteile (20, 30, ...) umfasst, wobei an der Nabe (3) Mittel zur wahlweisen Anbringung eines der Funktionsteile (20, 30, ...) vorgesehen sind.
  18. Bausatz nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Funktionsteile (20, 30, ...) eine Buchse (20) zur Aufnahme eines Achslagers und eine Bremstrommel (30) umfassen.
  19. Bausatz nach Anspruch 17 oder 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Nabe (3) des Radkörpers (10) an einer Stirnseite (5) die Mittel zur Anbringung der Funktionsteile (20, 30, ...) aufweist.
  20. Bausatz nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass die die Mittel aufweisende Stirnseite (5) der Nabe (3) weniger weit von der zur Achse (A) des Rades senkrechten Mittelebene (4) des Rades entfernt ist als die andere Stirnseite (6) der Nabe (3).
  21. Bausatz nach einem der Ansprüche 18 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass an der anderen Stirnseite (6) der Nabe (3) und in der Buchse (20) Ausnehmungen (7, 24) zur Aufnahme von Achslagern vorgesehen sind.
  22. Bausatz nach einem der Ansprüche 17 bis 21, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel an der Stirnseite (5) der Nabe (3) bzw. an den Funktionsteilen (20, 30, ...) vorgesehene komplementäre Vorsprünge und Vertiefungen umfassen.
  23. Bausatz nach einem der Ansprüche 18 bis 22, dadurch gekennzeichnet, dass die Nabe (3) an der Stirnseite (5) eine zur Nabenachse (A) konzentrische zylindrische Vertiefung (8) aufweist, in die die Buchse (20) mit einem zylindrischen Ansatz (21) gleichen Durchmessers einpressbar ist.
  24. Bausatz nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet, dass die Buchse (20) von dem Ansatz (21) in einer zur Achse (A) senkrechten Stufe (22) in ihren zylindrischen Außenumfang (23) übergeht und dass die Buchse (20) bis zur Anlage der Stufe (22) an der Stirnseite (5) der Nabe (3) einpressbar ist.
  25. Bausatz nach Anspruch 24, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge L des Außenumfangs (23) der Buchse (20) so bemessen ist, dass die Nabe (3) mit der eingepressten Buchse (3) von der Mittelebene (4) des Radkörpers (10) nach beiden Seiten etwa gleich weit auslädt.
  26. Bausatz nach Anspruch 24 oder 25, dadurch gekennzeichnet, dass die Buchse (20) an der Stufe (22) eine ringförmige Kammer (25) aufweist, in die die Vorsprünge (9) beim Aufpressen der Buchse (20) eintreten, wobei die Buchse (20) bis zur Anlage des äußeren Randes (26) der ringförmigen Kammer (25) an der Stirnseite (5) der Nabe (3) einpressbar ist.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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