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Dokumentenidentifikation DE10047269B4 24.02.2005
Titel Verfahren und Vorrichtung zur Überprüfung der Trocknungsergebnisse in einem aus einem Trocknungsprozess kommenden Schüttgut
Anmelder Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V., 80686 München, DE
Erfinder Meinlschmidt, Peter, 38176 Wendeburg, DE;
Plinke, Burkhard, 38102 Braunschweig, DE
Vertreter GRAMM, LINS & PARTNER GbR, 38122 Braunschweig
DE-Anmeldedatum 23.09.2000
DE-Aktenzeichen 10047269
Offenlegungstag 25.04.2002
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 24.02.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.02.2005
IPC-Hauptklasse G01N 25/00
IPC-Nebenklasse G01N 21/85   G01J 5/00   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Überprüfung der Trocknungsergebnisse in einem aus einem Trocknungsprozess kommenden Schüttgut.

Bei der Be- und Verarbeitung von Schüttgütern, insbesondere bei der Trocknung von Schüttgütern, kommt es oft zu Agglomerationen von Partikeln, die in ihrem Inneren zum Teil für lange Zeit sehr hohe Temperaturen beibehalten. Kommen diese Agglomerationen in eine sauerstoffreiche Umgebung, kann es zu Bränden mit zum Teil erheblichen Folgekosten kommen. Daher wird angestrebt, frühzeitig und möglichst im Laufe des Bearbeitungsprozesses diese heißen Agglomerationen bzw. heißen Partikel zu erkennen, um korrigierend in den Herstellungsprozess einzugreifen und sie zu entfernen oder zu löschen.

Je nach Art und Umfang des zu untersuchenden Materials werden zur Zeit verschiedene Verfahren zur Erkennung von Brandgefährdungen durch lokale Überhitzungen verwendet:

Punktuell messende Systeme, wie z. B. Thermopilesensoren, zeigen an, wenn ein offener Funke erkannt wird. Hierbei können aus Sicherheitsgründen mehrere dieser Sensoren hintereinander installiert werden, um möglichst viele Funken zu erkennen bzw. mögliche Löschaktionen auf ihre Wirksamkeit hin zu überprüfen.

Weiterhin werden zum Teil schnelle, flächenhaft messende Systeme, wie z. B. CCD-Kameras, verwendet, die eine optische Messung des Schüttgutes im Bereich des sichtbaren Lichtes durchführen, aber die hellen Funken nur in einem abgedunkelten Messvolumen erkennen können.

Weiterhin können mit Hilfe von Rauch- oder Gasdetektoren brandgefährdende Partikel ermittelt werden, wobei hierdurch eine gezielte Lokalisierung und Entfernung dieser Partikel nicht möglich ist.

Nachteilig an derartigen Verfahren und Vorrichtungen ist insbesondere, dass eine gezielte Erkennung brandgefährdeter Partikel oder Agglomerationen von Partikeln nicht möglich ist. Weiterhin werden die bekannten Messverfahren durch störende Einflüsse der Umgebung, z. B. Fremdlicht bei der Verwendung von CCD-Kameras, gestört. Problematisch ist insbesondere auch die Erkennung von Partikeln bzw. Agglomerationen von Partikeln, die auf dem Förderband durch andere Partikel verdeckt werden und somit von außen nur schwer oder gar nicht erkannt werden können.

Die DE 198 57 896 C1 offenbart ein Verfahren zur Auswertung von spektroskopischen Messungen an festen Materialien mit räumlich und/oder zeitlich variierenden Oberflächen. Hier wird elektromagnetische Strahlung im vorgegebenen Wellenlängenbereich von einer Messeinrichtung mit wenigstens einer Strahlungsquelle in das Material eingestrahlt. Nach Wechselwirkung der Strahlung mit dem Material mit wenigstens einem Detektor wird die Intensität des Wechselwirkungssignals über einen kontinuierlichen, vorgegebenen Wellenlängenbereich gemessen. Zur Auswertung werden statt der Signalintensität der kontinuierlich erfassten Spektren nur die Ableitungen der Intensität nach der Wellenlänge verwendet, wodurch die Auswirkungen des räumlich und/oder zeitlich variierenden Abstandes der Materialoberfläche zur Strahlungsquelle beseitigt werden. Dieses vorbekannte Verfahren beschreibt somit, wie im "nahen", also nicht im "thermischen" Infrarotbereich Messwerte unabhängig von der Geometrie des Schüttgutstroms erfasst werden können.

Der DE 195 04 932 A1 lässt sich ein Verfahren zur Sortierung von Schüttgütern entnehmen, wobei die Klassifizierung der zu sortierenden Teile nach empirisch bestimmten Klassifikationsparametern erfolgt und das auszusortierende Schüttgut abgeleitet wird. Dabei wird das zu sortierende Schüttgut nach Konditionierung vereinzelt und dann unter Lichtbestrahlung durch den Objekterfassungsbereich mindestens einer hochauflösenden Zeilen- und/oder Matrixkamera geführt, deren Messwerte in einer elektronischen Messwertauswerteeinrichtung mit zumindest einem Mikrorechner ausgewertet werden, wobei die Koordinaten auszusortierender vereinzelter Objekte des Schüttguts ermittelt und eine Trenneinrichtung angesteuert wird, die den Koordinaten auszusortierender vereinzelter Objekte entsprechenden Objekte aus dem Schüttgutstrom auslenkt. Dieses Mess- bzw. Sortierverfahren beruht somit auf digitaler Bildverarbeitung im Bereich des sichtbaren Lichts.

In der DE 37 11 463 A1 ist ebenfalls ein Verfahren zur Messung des Volumens eines mit Hilfe eines Förderbandes transportierten Schüttgutes beschrieben, wobei mit fotoelektrischen Mitteln der Querschnitt des Schüttgutes senkrecht zur Transportrichtung ermittelt wird. Dabei erfolgt die Messung des Querschnittes in einer gegenüber dem Förderband feststehenden und zum Förderband wie zur Transportrichtung senkrechten Messebene mit einer oder mehreren Fernsehkameras. Für die kontrastreiche Darstellung der Kontur des Schüttgutes wird die gegenüber dem Förderband feststehende und zum Förderband senkrechte Messebene durch einen Lichtvorhang markiert. Die von der Fernsehkamera erzeugten Videosignale werden einer Rechenoperation unterworfen, wobei unter Berücksichtigung der Neigung der optischen Achse gegenüber der Messebene der Querschnitt des Schüttgutes senkrecht zum Förderband errechnet wird. Durch Integration des errechneten Querschnittes über die Zeit wird das Volumen des Schüttgutes pro gewünschter Zeiteinheit ermittelt. Auch dieses Messverfahren beruht somit auf digitaler Bildverarbeitung im Bereich des sichtbaren Lichts.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, gegenüber dem Stand der Technik Verbesserungen zu schaffen und insbesondere ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Ermitteln der Temperaturverteilung von Schüttgut zu schaffen, die eine genaue Ermittlung der Temperaturverteilung des Schüttgutes, und eine vollständige Erfassung des gesamten Schüttgutes gewährleisten. Dies soll vorteilhafterweise mit relativ geringem Aufwand und ohne eine Unterbrechung der laufenden Prozesse gewährleistet werden.

Diese Aufgabe wird zum einen gelöst durch ein Verfahren zur Überprüfung der Trocknungsergebnisse in einem aus einem Trocknungsprozess kommenden, aus Holzspänen, Holzfasern, Tabakblättern oder dgl. bestehenden Schüttgut und zwar hinsichtlich der Erkennung von Brandgefährdungen lokal überhitzter Agglomerationen von Partikeln oder zur Überprüfung der relativen Temperaturverteilung im Schüttgut, wobei das Schüttgut in Form eines Schüttgutstromes eine Fallstrecke und dabei einen in dieser vorgesehenen Messbereich durchläuft, in dem unter Verwendung von zumindest einer Infrarot-Kamera über die Breite des Schüttgutstromes eine räumlich aufgelöste thermographische Vermessung des Schüttgutes vorgenommen und aus den ausgegebenen Messwerten ein etwaiges Überschreiten einer vorgegebenen Grenztemperatur durch eine Agglomeration von Partikeln oder aus der Temperaturverteilung Inhomogenitäten im Schüttgutstrom ermittelt werden.

Weiterhin wird diese Aufgabe gelöst durch eine Vorrichtung zur Überprüfung der Trocknungsergebnisse in einem aus einem Trocknungsprozess kommenden, aus Holzspänen, Holzfasern, Tabakblättern oder dgl. bestehenden Schüttgut, insbesondere zum Durchführen eines oben beschriebenen Verfahrens, mit einer Fallstrecke zur Vereinzelung des Schüttgutes, einer thermographischen Vermessungseinrichtung, die mindestens eine Infrarot-Kamera aufweist, zur räumlich aufgelösten Vermessung des Schüttgutes in einem Messbereich der Fallstrecke und Ausgabe von Messwerten, bei der die Infrarot-Kamera die Breite des Schüttgutstromes erfasst, und einer Auswerteeinheit zur Aufnahme der Messwerte und Ermittlung eines etwaigen Überschreiten einer vorgegebenen Grenztemperatur durch eine Agglomeration von Partikeln oder von Inhomogenitäten aus der Temperaturverteilung im Schüttgutstrom.

Der Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, das Schüttgut zu vereinzeln und das vereinzelte Schüttgut thermographisch zu untersuchen. Die Vereinzelung erfolgt erfindungsgemäß über eine Fallstrecke. Hierzu kann das Schüttgut z.B. auf einem Förderband transportiert und von einem Ende eines Förderbandes fallengelassen werden. Weiterhin kann das Schüttgut auch z.B. eine schräge Ebene herabgleiten und anschließend herabfallen oder aus einem Behälter ausgeschüttet werden, so dass die Fallstrecke am Ende der Gleitebene, am Ende des Behälters oder an einer anderen geeigneten Stelle angeordnet sein kann.

Die Vermessung des Schüttgutes erfolgt durch Kameras, die auf einen Messbereich der Fallstrecke gerichtet sind. Wenn das Schüttgut über die Breite des Förderbandes oder die Breite einer Gleitebene verteilt zugeführt wird und eine weitere Vereinzelung durch die Beschleunigung des Schüttgutes aufgrund der Gravitation in der Fallstrecke eintritt, kann eine hinreichend gute Erfassung der einzelnen Partikel bzw. Agglomerationen von Partikeln mit den Kameras erreicht werden. Je nach Fördermenge kann zum einen ein hinreichend breiter Schüttgutstrom und zum anderen eine hinreichend große Fallstrecke verwendet werden.

Indem mindestens zwei Kameras verwendet werden, die an entgegengesetzten Seiten der Fallstrecke angeordnet sind, wird die Genauigkeit und Sicherheit des Messverfahrens erhöht. Hierdurch kann wiederum auch die Fördermenge des Schüttgutes erhöht werden.

Erfindungsgemäß können sowohl Flächenkameras verwendet werden, die jeweils einen Flächenbereich der Messstrecke erfassen und örtlich auflösen. Je nach der örtlichen Auflösung können Temperaturerhöhungen der einzelnen Messpunkte erfasst werden. Bei Verwendung einer Flächenkamera kann der ganze Schüttgutstrom mittels eines getakteten Aufnahmeverfahrens erfasst werden, wobei die Bildaufnahmefrequenz von der Höhe des Messbereiches und der Fallgeschwindigkeit des Schüttgutes abhängt.

Weiterhin können auch Zeilenkameras verwendet werden, die jeweils Zeilenbereiche der Fallstrecke erfassen. Bei der Verwendung einer Zeilenkamera erfolgt eine kontinuierliche Bilderfassung bzw. Bilderfassung mit hinreichend hoher Frequenz, so dass der gesamte Schüttgutstrom, der die Fallstrecke herabfällt, durch die einzelnen Messungen der Zeilenmessbereiche erfasst werden kann.

Erfindungsgemäß wird die Vereinzelung des Schüttgutes in dem jeweiligen Messbereich durch die mit Schüttgut beaufschlagte Breite des Förderbandes oder Breite der Gleitebene, die Transportgeschwindigkeit auf dem Förderband oder Gleitgeschwindigkeit auf der Gleitebene, durch die Fallgeschwindigkeit in der Fallstrecke (die durch die Fallhöhe eingestellt wird) sowie den Abstand der jeweiligen Kamera von der Fallstrecke eingestellt. Diese Größen können erfindungsgemäß in gewünschter Weise variiert werden, um eine vollständige Vermessung mit hinreichender Vereinzelung zu gewährleisten.

Erfindungsgemäß können die Temperaturwerte der einzelnen Messpunkte des Messbereiches zum einen mit einer vorgegebenen maximalen Grenztemperatur verglichen werden, wobei bei Überschreiten der Grenztemperatur eine lokale Überhitzung festgestellt wird. In diesem Fall kann vorteilhafterweise der betreffende Bereich des Materialstromes entfernt, zum Beispiel ausgeworfen werden; weiterhin ist eine Löschung, z. B. durch Zugabe von Wasser oder Kühlgas auf den betreffenden Bereich, möglich. Das Entfernen bzw. Löschen der heißen Partikel bzw. Agglomerationen von Partikeln erfolgt vorteilhafterweise auf einem unterhalb der Fallstrecke angeordneten Aufnahmeförderband, da hierdurch die Messung des Materialstromes in der Fallstrecke nicht beeinflusst wird. Ein derartiges Verfahren kann insbesondere bei der Verarbeitung von Holzwerkstoffen, z. B. Spänen oder Holzfasern, verwendet werden.

Weiterhin ist es erfindungsgemäß möglich, Inhomogenitäten in der Temperaturverteilung des Schüttgutes zu ermitteln. Hierzu wird die relative Temperaturverteilung des Schüttgutes in dem Materialstrom auf der Fallstrecke ermittelt, indem die Temperaturwerte der Messpunkte eines Messbereiches miteinander verglichen werden. Falls Inhomogenitäten erkannt werden, können einzelne Bereiche ebenfalls entfernt bzw. gekühlt werden; weiterhin kann auch eine nachfolgende zusätzliche Durchmischung des Schüttgutes vorgenommen werden, um einen Temperaturausgleich zu bewirken. Ein derartiges Verfahren zur Ermittlung der Inhomogenität des Schüttgutes kann z. B. bei der Bearbeitung von Tabak verwendet werden, da Inhomogenitäten in der Temperaturverteilung zu einer Beeinträchtigung der Qualität führen. Weiterhin kann ein derartiges Verfahren auch z. B. bei der Behandlung von Lebensmitteln verwendet werden.

Die von der Kamera bzw. den Kameras ermittelten Messwerte werden nachfolgend zu einer Auswerteeinheit ausgegeben, die den Vergleich mit der maximal zulässigen Grenztemperatur bzw. die Ermittlung möglicher Immobilitäten vornimmt. Die Messwerte des Schüttgutstromes können weiterhin auf Anzeigeeinheiten dargestellt werden, wobei vorteilhafterweise die Bilder jeder Kamera auf einer separaten Anzeigeeinheit wiedergegeben werden. Hierbei können in an sich bekannter Weise die Temperaturen der einzelnen Messpunkte durch unterschiedliche Farben wiedergegeben werden.

Erfindungsgemäß kann sowohl bei der Überprüfung auf lokale Überhitzungen als auch bei der Überprüfung der relativen Temperaturverteilung der vorgeordnete Bearbeitungsprozess beeinflusst werden. Hierbei kann insbesondere bei Feststellen lokaler Überhitzungen oder Feststellen größerer Inhomogenitäten eine Bearbeitungstemperatur in einem vorgeordneten Bearbeitungsprozess gesenkt werden.

Die Erfindung wird im folgenden anhand der beiliegenden Zeichnungen an einigen Ausführungsformen näher erläutert. Es zeigen:

1 den Aufbau einer erfindungsgemäßen Vorrichtung gemäß einer ersten Ausführungsform der Erfindung;

2 eine weitere Ausführungsform der Erfindung.

Gemäß 1 wird Schüttgut 2 auf einem Förderband 1 befördert, das zwischen zwei Umlenkrollen 3 und 4 bewegt wird. Das Schüttgut 2 weist einzelne Partikel 20 auf, die zum Teil – z. B. aufgrund ihrer Feuchtigkeit – agglomeriert sind. Das Schüttgut 2 kann durch in den Figuren nicht gezeigte seitliche Begrenzungen des Förderbandes aufgenommen werden.

An einem Ende des Förderbandes – bei 1 bei der Umlenkrolle 4 – fällt das Schüttgut 2 anschließend eine Fallstrecke 5 nach unten und bildet einen Schüttgutstrom 8. Der Schüttgutstrom 8 verläuft im wesentlichen vertikal nach unten; bei der Verwendung größerer Transportgeschwindigkeiten auf dem Förderband 1 kann das Schüttgutstrom 8 in einem oberen Bereich der Fallstrecke 5 zunächst noch eine horizontale Geschwindigkeitskomponente aufweisen; in einem weiter unten angeordneten Bereich der Fallstrecke 5 und insbesondere bei Verwendung relativ geringer Fördergeschwindigkeiten kann jedoch ein im wesentlichen vertikaler Verlauf des Schüttgutstromes 8 erreicht werden.

Die Fallstrecke 5 kann nach unten z. B. durch einen Sammelbehälter oder einem Sammelplatz begrenzt werden. Vorteilhafterweise ist gemäß 1 ein Aufnahmeförderband 6 vorgesehen, das z. B. über Umlenkrollen 7 geführt wird und das aufgenommene Schüttgut 2 wiederum abtransportiert.

Erfindungsgemäß ist mindestens eine Infrarot-Kamera vorgesehen, die auf einen Messbereich des Schüttgutstromes 8 in der Fallstrecke 5 gerichtet ist. In 1 ist hierzu zum einen eine Flächenkamera 10 gezeigt, die einen Flächenmessbereich 15 des Schüttgutstromes 8 in der Fallstrecke 5 erfasst. Eine derartige Flächenkamera kann den gesamten Schüttgutstrom 8, der von dem ersten Förderband 1 fällt, erfassen, wenn sie mit einer hinreichend großen Bildaufnahmefrequenz arbeitet. Diese Bildaufnahmefrequenz wird durch die Höhe des Messbereiches 15 erfasst, der wiederum von dem Aufnahmewinkel der Flächenkamera 10 und dem Abstand der Kamera 10 von der Fallstrecke 5 bestimmt wird. Weiterhin wird die Bildaufnahmefrequenz von der Fallgeschwindigkeit des Materialstromes 8 in der Fallstrecke 5 bestimmt.

Erfindungsgemäß kann zusätzlich oder alternativ eine in 1 ebenfalls gezeigte Zeilenkamera 11 verwendet werden, die gemäß den 1, 2 einen Zeilenmessbereich 17 des Materialstromes erfasst. Der Zeilenmessbereich verläuft vorteilhafterweise im wesentlichen in horizontaler Richtung, d.h. senkrecht zur Fallrichtung des Schüttgutes. Durch eine hinreichend hohe Bildaufnahmefrequenz wird eine kontinuierliche bzw. quasi-kontinuierliche Vermessung des Schüttgutstromes 8 gewährleistet.

Messwerte m der jeweiligen Kamera 10, 11 werden an eine Auswerteeinheit 12 ausgegeben, die den jeweiligen Messpunkten jeweils einen Temperaturwert zuordnet. Die Temperaturwerte der einzelnen Messpunkte können anschließend mit einer vorgegebenen maximalen Grenztemperatur verglichen werden, um eine lokale Temperaturüberhöhung festzustellen. In diesem Fall kann der jeweilige Prozess angehalten werden; vorteilhafterweise werden die Schüttgutbereiche, in denen eine überhöhte Temperatur festgestellt worden ist, nachfolgend auf dem Aufnahmetransportband 6 entfernt, z. B. ausgestoßen, ausgeworfen oder auch gekühlt bzw. gelöscht. Hierzu werden entsprechende Steuersignale an die zum Entfernen bzw. Löschen verwendeter Einrichtung ausgegeben.

Weiterhin kann in der Auswerteeinheit 12 ein Vergleich der Temperaturwerte der einzelnen Messpunkte vorgenommen werden, um Inhomogenitäten in der Temperaturverteilung zu ermitteln. In diesem Fall können weiterhin z. B. Schüttgutbereiche mit höherer Temperatur entfernt bzw. gelöscht werden; weiterhin kann eine nachfolgende Durchmischung des Schüttgutes zur Angleichung der Temperatur durchgeführt werden.

Die Temperaturverteilung des Materialstromes 8 kann jeweils auf Anzeigeeinheiten 13 und 14, z. B. Monitoren, wiedergegeben werden. Hierbei können einzelne Temperaturwerte z. B. durch unterschiedliche Farben wiedergegeben werden.

In 1 sind beispielhaft eine Flächenkamera 10 und eine Zeilenkamera 11 gezeigt. Erfindungsgemäß können diese Kameras alternativ oder auch in Kombination verwendet werden. Insbesondere können Kameras gemäß 2 an entgegengesetzten Seiten des Schüttgutstromes 8 der Fallstrecke 5 angeordnet werden, wodurch eine bessere Erfassung des Schüttgutstromes 8 in der Fallstrecke ermöglicht wird. Somit ist die Sicherheit bzw. Messgenauigkeit erhöht. Weiterhin kann die Förderrate von Schüttgut auf dem Transportband 1 erhöht werden, da dickere Schüttgutströme 8 untersucht werden können.

Bei der Untersuchung des Materialstromes 8 von beiden Seiten können gemäß 2 zwei Zeilenkameras 11, 16 verwendet werden, die jeweils Zeilenmessbereiche 17, 18 erfassen. Weiterhin ist auch die Verwendung von zwei Flächenkameras sowie die Verwendung einer Flächenkamera und einer Zeilenkamera möglich. Die Messwerte m werden wiederum zunächst an eine Auswerteeinheit 12 ausgegeben, die wiederum Anzeigeeinheiten 13 und 19 ansteuert.

Erfindungsgemäß kann vorteilhafterweise bei der Feststellung von lokalen Überhitzungen oder Inhomogenitäten in der Temperaturverteilung auch steuernd in den vorherigen Prozess, z. B. einen Erwärmungsprozess des Schüttgutes, eingegriffen werden.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zur Überprüfung der Trocknungsergebnisse in einem aus einem Trocknungsprozess kommenden, aus Holzspänen, Holzfasern, Tabakblättern oder dgl. bestehenden Schüttgut (2) und zwar hinsichtlich der Erkennung von Brandgefährdungen lokal überhitzter Agglomerationen von Partikeln oder zur Überprüfung der relativen Temperaturverteilung im Schüttgut, wobei das Schüttgut (2) in Form eines Schüttgutstromes eine Fallstrecke (5) und dabei einen in dieser vorgesehenen Messbereich (15, 17, 18) durchläuft, in dem unter Verwendung von zumindest einer Infrarot-Kamera (10, 11, 16) über die Breite des Schüttgutstromes eine räumlich aufgelöste thermographische Vermessung des Schüttgutes (2) vorgenommen und aus den ausgegebenen Messwerten ein etwaiges Überschreiten einer vorgegebenen Grenztemperatur durch eine Agglomeration von Partikeln oder aus der Temperaturverteilung Inhomogenitäten im Schüttgutstrom ermittelt werden.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Schüttgut auf einem Förderband (1) transportiert und an einem Ende des Förderbandes die Fallstrecke herabfällt.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens jeweils eine Vermessung des Schüttgutes (2) von einer Vorderseite und einer Rückseite der Fallstrecke (5) vorgenommen wird.
  4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass kontinuierlich Zeilenmessbereiche (17, 18), vorzugsweise Zeilenmessbereiche senkrecht zu einer Fallrichtung des Schüttgutes, vermessen werden.
  5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass Flächenmessbereiche (15) der Fallstrecke (5) vermessen werden.
  6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Flächenmessbereiche (15) in zeitlichen Abständen vermessen werden.
  7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die ermittelten lokal überhitzten Agglomerationen nachfolgend entfernt, gekühlt oder gelöscht werden.
  8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der vorgeordnete Trocknungsprozess für das Schüttgut (2) in Abhängigkeit von der ermittelten Temperaturverteilung gesteuert wird.
  9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch die Verwendung zumindest einer Flächen- oder Zeilenkamera.
  10. Vorrichtung zur Überprüfung der Trocknungsergebnisse in einem aus einem Trocknungsprozess kommenden, aus Holzspänen, Holzfasern, Tabakblättern oder dgl. bestehenden Schüttgut (2), insbesondere zum Durchführen eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 9, mit

    • einer Fallstrecke (5) zur Vereinzelung des Schüttgutes,

    • einer thermographischen Vermessungseinrichtung (10, 11, 16), die mindestens eine Infrarot-Kamera (10, 11, 16) aufweist, zur räumlich aufgelösten Vermessung des Schüttgutes in einem Messbereich (15, 17, 18) der Fallstrecke und Ausgabe von Messwerten (m), bei der die Infrarot-Kamera (10, 11, 16) die Breite des Schüttgutstromes erfasst, und

    • einer Auswerteeinheit (12) zur Aufnahme der Messwerte (m) und Ermittlung eines etwaigen Überschreiten einer vorgegebenen Grenztemperatur durch eine Agglomeration von Partikeln oder von Inhomogenitäten aus der Temperaturverteilung im Schüttgutstrom.
  11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass ein Förderband (1) zum Transportieren des Schüttgutes vorgesehen ist und die Fallstrecke (5) unterhalb eines Endes des Förderbandes (1) vorgesehen ist.
  12. Vorrichtung nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Infrarot-Kamera (11) an der Vorderseite und mindestens eine Infrarot-Kamera (16) an der Rückseite der Fallstrecke (5) vorgesehen ist.
  13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Flächenkamera (10) zur Aufnahme eines Flächenmessbereiches (15) vorgesehen ist.
  14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Zeilenkamera (11, 16) zur Aufnahme eines im wesentlichen senkrecht zur Fallrichtung verlaufenden Zeilenmessbereiches (17, 18) vorgesehen ist.
  15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Anzeigeeinheit (13, 14, 19) zur Anzeige der ausgewerteten Messwerte vorgesehen ist.
  16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Fallstrecke (5) durch ein unterhalb des Förderbandes angeordnetes Aufnahmeförderband (6) begrenzt wird.
  17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass eine Auswurfeinrichtung zum Auswerfen von Schüttgutpartikeln vorgesehen ist, die Steuersignale von der Auswerteeinheit (12) empfängt.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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