| Dokumentenidentifikation |
DE10332354A1 24.02.2005 |
| Titel |
Substrat mit phospathaltigen Verbrennungsrückständen und Halde oder Deponie mit einem solchen Substrat |
| Anmelder |
Universität Kassel, 34125 Kassel, DE |
| Erfinder |
Schmeisky, Helge, Dr., 37213 Witzenhausen, DE |
| Vertreter |
Walther, Walther & Hinz GbR, 34130 Kassel |
| DE-Anmeldedatum |
17.07.2003 |
| DE-Aktenzeichen |
10332354 |
| Offenlegungstag |
24.02.2005 |
| Veröffentlichungstag im Patentblatt |
24.02.2005 |
| IPC-Hauptklasse |
C05B 13/00
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| Zusammenfassung |
Gegenstand der Erfindung ist ein Substrat mit phosphathaltigen Verbrennungsprodukten, insbesondere mit der Asche aus der Tiermehlverbrennung als Unterlage für Pflanzen, wobei das Substrat mit der Pilzgattung aus einem Glomusstamm oder dessen Sporen geimpft ist.
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| Beschreibung[de] |
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Die vorliegende Erfindung betrifft einerseits ein Substrat mit phosphathaltigen
Verbrennungsrückständen, insbesondere mit Asche aus der Tiermehlverbrennung, als
Unterlage für Pflanzen, bzw. auch eine Halde oder eine Deponie, z. B. eine Salzhalde
mit einer Deckschicht aus einem solchen Substrat.
Bei der Tierkörperbeseitigung ist man in der Vergangenheit davon ausgegangen,
dass der zu Tiermehl verarbeitete Kadaver den Tieren wiederum als Zusatz zu dem
Futter beigemengt bzw. als Dünger in der Landwirtschaft eingesetzt werden kann.
Insbesondere nach dem Aufkommen der Krankheit "BSE" wurde hiervon abgesehen, da
sich herausgestellt hat, dass die Verwendung von Tiermehl als Futterzusatz die Verbreitung
von BSE fördert. Insofern ist man dazu übergegangen, das bei der Tierkörperbeseitigung
entstehende Tiermehl bei über 800°C in speziellen Öfen der Müllverbrennungsanlagen
zu verbrennen. Bei über 800°C werden auch die sogenannten "Prionen" abgetötet,
die die BSE Krankheit verursachen.
Die Asche aus der Tiermehlverbrennung wird bislang auf Deponien als
Sondermüll entsorgt. Nun ist allerdings bekannt, dass das Tiermehl überaus phosphatreich
ist. Phosphat stellt einen wichtigen Dünger für Pflanzen dar. Im Tiermehl ist das
enthaltene Phosphat auch für Pflanzen verfügbar, jedoch ist es, da die Prionen im
Tiermehl noch nicht abgetötet sind, verboten, derartiges Tiermehl als Dünger bzw.
als Bestandteil eines Düngersubstrates zu verwenden. Dies deshalb, weil berechtigte
Sorgen bestehen, dass die Prionen über die Pflanzen wieder in den Nahrungskreislauf
gelangen.
Auch Asche aus der Tiermehlverbrennung ist sehr phosphathaltig. Allerdings
liegt hier das Phosphat in einer für die Pflanze nicht verfügbaren bzw. aufschließbaren
Form vor. Vielmehr hat sich herausgestellt, dass das Phosphat in der Form von Apatit,
also einem Kristall, in der Asche vorliegt, was – wie bereits ausgeführt –
von der Pflanze nicht aufgenommen werden kann. Die Verwendung von Asche aus der
Tiermehlverbrennung ist allerdings gefahrlos möglich, da dort die Prionen mit Sicherheit
abgetötet sind. Auch andere Stoffe, die vor der Verbrennung reich an Phosphat sind,
weisen nach der Verbrennung Phosphat in der – wie bereits ausgeführt –
für die Pflanzen nicht aufschließbaren Form auf. Dies sind u. a. auch Aschen aus
der Klärschlammverbrennung bzw. auch aus der Holzverbrennung.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, das Phosphat in einer
solchen phosphathaltigen Asche derart aufzuschließen, dass es für die Pflanze verfügbar
wird.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass das Substrat
mit einer Pilzgattung aus einem Glomusstamm oder dessen Sporen geimpft ist. Es hat
sich herausgestellt, dass höhere Pflanzen in Symbiose mit einem solchen Pilz in
der Lage ist, das Phosphat in der in der Asche gebundenen Form als Apatit, aufzuschließen,
d. h. in eine Form zu bringen, die es der höheren Pflanze ermöglicht, das Phosphat
aufzunehmen.
Die Verwendung der Pilzgattung eines Glomusstammes zur Verbesserung
des Pflanzenwachstums ist beispielsweise aus der DE
198 43 319 bekannt. Allerdings ist hieraus lediglich bekannt, dass bei
Verwendung dieses Pilzes die Pflanze weniger Nährstoffe benötigt und weniger Wasser
zu deren Wachstum als ohne die Zugabe dieses Pilzes notwendig ist, und dass die
so behandelte Pflanze eine relativ kurze Kulturzeit aufweist.
Auch aus der DE 198 48 337
ist bekannt, dass Pflanzen unter Symbiose mit diesem Mykorrhizapilz eine verbesserte
Wasser- und Mineralstoffaufnahme aufweisen.
Aus diesen beiden Literaturstellen ist allerdings nicht bekannt, dass
dieser Pilz in der Lage ist, in der Asche, insbesondere aus der Tierkörperverbrennung
befindliches gebundenes Phosphat in eine für die Pflanze aufnehmbare Form aufzuschließen,
um das Pflanzenwachstum schlussendlich zu begünstigen. Eingesetzt werden können
hierbei folgende Stämme:
Glomus etunicatum, Glomus versiforme, Glomus namhotis.
Weiterhin ist vorgesehen, dass das Substrat einen Anteil an puzzulanischer
Asche, z. B. aus der Kohleverbrennung, aufweist, bzw. dass das Substrat einen Anteil
von Tonerde aufweist, wobei der Anteil von Tonerde zu Asche etwa 70 30 beträgt.
Gegenstand der Erfindung ist ebenfalls eine Halde oder eine Deponie,
z. B. eine Salzhalde, gekennzeichnet durch eine Deckschicht mit einem Substrat gemäß
einem oder mehrerer der Ansprüche 1 bis 4. Bekanntermaßen haben Halden oder Deponien,
und hier insbesondere Salzhalden, relativ steile Böschungswinkel von bis zu 35 Grad.
Eine Deckschicht aus einem Substrat mit einem Anteil an Tonerde und Asche hat den
Vorteil, dass ein solches Substrat an der Oberfläche auskristallisiert, mithin auch
in größerer Dicke auf der Halde verbleibt, und nicht etwa bei Regen
abrutscht. Nachteilig an einem solchen Substrat ist, dass die Oberfläche extrem
hart ist, und die Pflanzen ohne fremde Hilfsmittel hierin keinen Wurzelraum finden.
Es sind nun allerdings Vorrichtungen zum Auflockern der Deckschicht derartiger Halden
bekannt, um Saatgut aufzubringen, und das Saatgut auch zum Keimen zu veranlassen.
Schwierig ist allerdings die Düngung derartiger Halden- oder Deponienflächen, eben
wegen des extrem steilen Böschungswinkels.
So ist in diesem Zusammenhang bereits bekannt, die Düngung mittels
Hubschraubern vorzunehmen. Dies ist allerdings teuer und wenig effizient, da der
Dünger großflächig verteilt wird, und nicht nur dort Verwendung findet, wo er tatsächlich
benötigt wird. Bei Einsatz eines derartigen Substrats mit beispielsweise der Asche
aus der Tiermehlverbrennung bzw. der Asche aus der Klärschlammverbrennung und der
Impfung mit dem Pilz wird der Pflanze allerdings über einen langen Zeitraum die
Nachlieferung von Nährstoffen geboten bzw. zu versorgen.
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| Anspruch[de] |
- Substrat mit phosphathaltigen Verbrennungsprodukten, insbesondere mit
der Asche aus der Tiermehlverbrennung als Unterlage für Pflanzen, dadurch gekennzeichnet,
dass das Substrat einer Pilzgattung aus einem Glomusstamm oder dessen Sporen geimpft
ist.
- Substrat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Substrat
einen Anteil an puzzolanischer Asche, z. B. aus der Kohleverbrennung aufweist.
- Substrat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Substrat
einen Anteil an Tonerde aufweist.
- Substrat nach wenigstens einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, dass der Anteil von Tonerde zu Asche etwa 70 : 30 beträgt.
- Halde oder Deponie, z. B. Salzhalde gekennzeichnet durch eine Deckschicht
mit einem Substrat gemäß einem oder mehrerer der Ansprüche 1 bis 4.
Es folgt kein Blatt Zeichnungen
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