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Dokumentenidentifikation DE60200247T2 24.02.2005
EP-Veröffentlichungsnummer 0001382744
Titel Zwischenblattpapier für Druckplatten
Anmelder Fuji Photo Film B.V., Tilburg, NL
Erfinder Imaizumi, Mitsuhiro, 5045 JG Tilburg, NL;
Mangre, Randhiersing, 5165 EH Waspik, NL;
Sekiya, Toshiyuki, 5045 JW Tilburg, NL
Vertreter Grünecker, Kinkeldey, Stockmair & Schwanhäusser, 80538 München
DE-Aktenzeichen 60200247
Vertragsstaaten DE, FR, GB, NL
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 28.06.2002
EP-Aktenzeichen 020775771
EP-Offenlegungsdatum 21.01.2004
EP date of grant 03.03.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.02.2005
IPC-Hauptklasse D21H 27/00
IPC-Nebenklasse B65D 57/00   B41C 1/10   G03F 7/00   

Beschreibung[de]
Technisches Gebiet der Erfindung

Die vorliegende Erfindung betrifft eine fotoempfindliche lithographische Druckplatte, und insbesondere das Durchschussbogenpapier für die Druckplatte. Bei der Herstellung einer fotoempfindlichen Druckplatte wird auf die Oberseite der fotoempfindlichen Schicht ein dünner Papierüberzug mit elektrostatischer Ladung aufgebracht, um Kratzer zu verhindern und die fotoempfindliche Schicht vor Umgebungseinflüssen zu schützen. Dieser Papierüberzug wird als Durchschussbogenpapier bezeichnet, auf welches sich die vorliegende Erfindung bezieht.

Hintergrund der Erfindung

In jüngster Zeit werden auf dem Markt für fotoempfindliche lithographische Druckplatten in zunehmendem Maße Thermal-CtP-Systeme eingesetzt. Das System bietet die folgenden Vorteile: Die Druckplatte kann mit Infrarotwellenlänge direkt von Bilddaten ohne Verwendung eines Films belichtet werden. Es können ein ähnlicher oder gleicher Prozessor und die gleiche Chemie wie bei einem herkömmlichen System verwendet werden. Zur Handhabung der Druckplatte sind im Arbeitsraum keine veränderten Lichtverhältnisse im Vergleich zu den bei herkömmlichen Systemen verwendeten Lichtverhältnissen erforderlich; es kann sogar bei normaler Tageslicht-Umgebung gearbeitet werden. Zudem haben alle großen Hersteller von Druckplattenbelichtern, die die Belichtungsvorrichtungen für dieses Thermal-CtP-System entwickelt haben, automatische Einlegevorrichtungen entwickelt, um die Druckplatten automatisch in das Belichtungssystem mit Infrarotwellenlänge einzulegen. Hierdurch wird die für die Handhabung der Druckplatten erforderliche Anzahl von Arbeitskräften reduziert. Diese Vorteile tragen in positiver Weise dazu bei, dass das Thermal-CtP-System vermehrt eingesetzt wird.

Wenn die automatischen Einlegevorrichtungen die Druckplatte in ihre Belichtungseinheit einlegen, trennen diese die Druckplatte und das Durchschussbogenpapier. Bei einigen Einlegevorrichtungen ist ein manueller Arbeitsgang zum Trennen des Durchschussbogenpapiers von der Druckplatte erforderlich, so dass diese als halbautomatische Einlegevorrichtungen bezeichnet werden. Bei allen automatischen Einlegevorrichtungen wird zunächst ein Stapel Druckplatten eingelegt, wobei in den meisten Fällen die Seite der Druckplatte mit der fotoempfindlichen Schicht (= Oberseite der Druckplatte) nach unten weisend angeordnet ist. Bei diesem Typ der automatischen Einlegevorrichtung wird die Druckplatte von der Rückseite der Druckplatte, an der sich keine fotoempfindliche Schicht befindet, angehoben. Beim Anheben der Druckplatte ist es wichtig, dass sich das Durchschussbogenpapier auf der Oberseite der (nach unten weisenden) Druckplatte gut von der angehobenen Druckplatte trennt. Nachdem die Druckplatte eingelegt wurde, erweist sich das Anheben des zurückbleibenden Durchschussbogenpapiers von der Rückseite der nächsten Druckplatte als weniger kritisch, da zwischen dem Durchschussbogenpapier und der Rückseite der nächsten Druckplatte keine elektrostatische Ladung vorhanden ist.

Bei anderen Typen automatischer Einlegevorrichtungen wird ein Stapel Druckplatten zunächst mit der fotoempfindlichen Schicht der Druckplatte (= Oberseite der Druckplatte) nach oben weisend eingelegt. Bei diesem Typ der automatischen Einlegevorrichtung wird die Druckplatte von der Oberseite der Druckplatte angehoben. Beim Anheben der Druckplatte ist es wichtig, dass sich das Durchschussbogenpapier auf der Rückseite (nach unten weisend) der Druckplatte gut von der Druckplatte trennt. Dieses Trennen ist weniger kritisch als dasjenige im ersten Fall zwischen der Oberseite der Druckplatte und dem Durchschussbogenpapier, da in der Produktionsanlage die Oberseite der Druckplatte mit dem Durchschussbogenpapier durch elektrostatische Lademittel haftend verbunden wird, und nicht an der Rückseite der nächsten Druckplatte. Nachdem die Druckplatte eingelegt ist, wird das Durchschussbogenpapier von der Oberseite der Druckplatte angehoben, und die nächste Druckplatte wird wiederum eingelegt etc.

In dem Fall, in dem die Rückseite der Druckplatte durch die automatische Einlegevorrichtung angehoben wird, tritt jedoch manchmal ein weiteres Problem auf, da das Durchschussbogenpapier an der Oberseite der Druckplatte haftet. Dies tritt in geringerem Maße ebenso beim Anheben der Oberseite der Druckplatte auf, jedoch erweist sich das Anheben der Druckplatte von der Rückseite als kritischer. Fällt das Durchschussbogenpapier nicht herunter, so wird dieses zusammen mit der Druckplatte in die Belichtungseinheit eingelegt, wodurch eine fehlerhafte Belichtung oder ein Maschinenstillstand verursacht wird. Im schlimmsten Falle kann es passieren, dass eine darunter liegende Druckplatte gleichzeitig angehoben wird, so dass ein doppeltes Einlegen verursacht wird. Durch diese Maschinendefekte werden zusätzliche Arbeitskräfte zur Wiederherstellung des Betriebszustandes benötigt und ein beachtlicher Teil der Betriebszeit geht zur Lösung dieses Problems verloren.

Ein weiteres Problem kann dann auftreten, wenn die automatische Einlegevorrichtung das Durchschussbogenpapier mit Saugnäpfen anhebt. Hierbei ergeben sich Schwierigkeiten, wenn die Saugnäpfe das Durchschussbogenpapier zusammen mit der darunter liegenden Druckplatte anheben. Dadurch wird ein Stau im Papierabfall-Behälter verursacht, was wiederum einen Bedarf zusätzlicher Arbeitskräfte und einen Verlust von Betriebszeit zur Folge hat.

Außerdem kann ein weiteres Problem auftreten, wenn das Durchschussbogenpapier von den Saugnäpfen an der automatischen Einlegevorrichtung angehoben wird und die automatische Einlegevorrichtung fälschlicherweise erfasst, dass das Papier nicht angehoben wurde. Dies tritt häufiger auf, wenn einige Saugnäpfe aufgrund der Größe der Druckplatte oder durch eine Funktionsstörung der Saugnäpfe nicht in Betrieb sind. In einem solchen Fall muss die Einstellung des Unterdruckalarms abgestimmt werden, was wiederum zusätzliche Arbeitskräfte erfordert und einen Verlust von Betriebszeit bedeutet und ein hohes Risiko birgt, dass das Durchschussbogenpapier nicht richtig angehoben wird.

Ein weiteres auf diesem Gebiet auftretendes Problem besteht darin, dass bei der Zufuhr des Durchschussbogenpapiers in den Papierabfall-Behälter der automatischen Einlegevorrichtung manchmal weniger Papier eingefüllt werden kann, da der Alarm des Abfallbehälters aktiviert ist. Dies ist erst dann behoben, wenn der Durchschussbogenpapier-Abfall aus dem Papierabfall-Behälter entfernt wurde. Auch dies verursacht einen Bedarf zusätzlicher Arbeitskräfte und einen Verlust von Betriebszeit.

Des Weiteren tritt das Problem auf, dass bei bestimmten Druckplattengrößen der Abstand zwischen den in Betrieb befindlichen Saugnäpfen am Rand und dem Rand der Platte zu groß ist, so dass sich das Papier nach unten biegt. Tritt dies vor der Führungswalze auf, so wird das Papier nicht mehr durch die Führungswalze geleitet und es entsteht bei dieser Walze ein Papierstau. Dies verursacht wiederum einen Bedarf an zusätzlicher Arbeitskraft sowie einen Verlust von Betriebszeit.

Zusammenfassung der Erfindung/Aufgegliedert

Angesichts der obigen Erläuterungen ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, Auswahlkriterien für das Durchschussbogenpapier, das für diese automatischen Einlegevorrichtungen geeignet ist, anzugeben. Ein Hauptaspekt besteht darin, jeglichen Stillstand der automatischen Einlegevorrichtung zu verhindern, so dass kein Verlust von Arbeitskräften und Betriebszeit eintritt.

Ein erster Aspekt besteht darin, ein Haften des Durchschussbogenpapiers an der angehobenen Druckplatte zu verhindern. Gemäß der vorliegenden Erfindung kann dies gelöst werden, indem die Papieroberfläche rau genug beschalten ist, so dass Luft zwischen das Durchschussbogenpapier und die Druckplatte eintreten kann. Wenn genügend Luft eintreten kann, lässt sich das Durchschussbogenpapier leicht von der Druckplatte trennen.

Ein zweiter Aspekt besteht darin, ein Anheben der Druckplatte zu verhindern, wenn das Durchschussbogenpapier durch die Saugnäpfe angehoben wird. Gemäß der vorliegenden Erfindung kann dieses Problem gelöst werden, indem die Luftdurchlässigkeit hoch genug ist, so dass weniger Luft durch das Papier hindurch tritt. Denn wenn keine Luft hindurch tritt, bildet sich zwischen dem Durchschussbogenpapier und der Druckplatte kein Unterdruck.

Ein dritter Aspekt besteht darin, zu verhindern, dass der Durchschussbogenpapier-Abfall den Papierabfall-Behälter zu schnell füllt. Gemäß der vorliegenden Erfindung kann dieses Problem gelöst werden, indem die Biegesteifigkeit des Papiers niedrig genug ist, so dass der Papierabfall leicht auf ein kleineres Volumen zusammengeknickt werden kann, wodurch es möglich ist, mehr Papier in den Papierabfall-Behälter zu füllen.

Ein vierter Aspekt besteht darin, zu verhindern, dass sich die Ecke des Durchschussbogenpapiers vor der Papier-Führungswalze verbiegt. Gemäß der vorliegenden Erfindung kann dieses Problem gelöst werden, indem die Biegesteifigkeit des Papiers hoch genug ist, so dass ein Verbiegen der Ecken nicht auftritt.

Ein fünfter Aspekt besteht darin, Papier ohne ein synthetisches Polymer zu verwenden, um ein Papier-Recycling zu ermöglichen.

Die US-A-2002/042021 offenbart ein Durchschussbogenpapier zum Trennen fotoempfindlicher Druckplatten mit einer Bekk-Glätte an der Seite, die der fotoempfindlichen Schicht zugewandt ist, von weniger als 30 Sekunden, einer Steifigkeit von 100g oder mehr und eine auf die Dickeneinheit bezogene Steifigkeit von 2,0 g/cm oder mehr.

Zum besseren Verständnis der vorliegenden Erfindung werden Beispiele eines Durchschussbogenpapiers, Stapel von Druckplatten mit zwischen liegenden derartigen Durchschussbogenpapieren sowie ein Verfahren zum Einlegen solcher Druckplatten beschrieben, wobei dies jedoch lediglich beispielhafter Natur ist. Im Allgemeinen wird bei einem Verfahren gemäß der vorliegenden Erfindung das Durchschussbogenpapier so ausgewählt, dass es sich leicht von einer Druckplatte trennt. Vorzugsweise trennt sich das Papier durch Schwerkraft innerhalb von etwa einer Sekunde oder weniger nach dem Anheben.

Beispiele Herstellung einer fotoempfindlichen Druckplatte

In den Beispielen wird als fotoempfindliche Druckplatte die von Fuji Photo Film BV hergestellte positiv arbeitende Thermal-Druckplatte LH-PIE eingesetzt. Nachstehend werden Beispiele von Durchschussbogenpapieren gemäß dem Stand der Technik im Vergleich zu Durchschussbogenpapieren gemäß der vorliegenden Erfindung angeführt. Die Durchschussbogenpapiere gemäß der vorliegenden Erfindung enthalten die als Muster bezeichneten Papiere. Beispiele möglicher Substratbehandlungen sind zum Beispiel in der JP10282645 und in der JP10301262 gezeigt. Geeignete Beschichtungsmaterialien sind in der JP2000241962, JP2000241961, JP2000112136, JP2000112132, JP2000112135, EP1182033, EP1182032, EP1170123, EP1096315, EP1155820, EP1129845 gezeigt.

Als Durchschussbogenpapier werden verschiedene handelsübliche Papiere mit einer flächenbezogenen Masse von weniger als 100g/m² (bestimmt nach dem Normverfahren gemäß ISO 536) verwendet. Die Eigenschaften der verwendeten Papiere sind in der Tabelle 1 aufgezeigt.

Die Dicke des Papiers wird mit einem Mikrometer gemäß ISO 534 gemessen. Die Bekk-Glätte wird mit einem Glattheitsprüfer nach dem Normverfahren gemäß ISO 8791-1 gemessen. Die Bekk-Luftdurchlässigkeit des Papiers wird mit einem Luftdurchlässigkeitsprüfer nach dem Normverfahren gemäß ISO 5636-1 gemessen. Die Biegesteifigkeit des Papiers wird mit einem Steifigkeitsprüfer nach dem Normverfahren gemäß ISO 5628 gemessen. Die Zugfestigkeit wird mit einem Zugfestigkeitsprüfer gemäß ISO 1924-2 gemessen.

Die Bezeichnung „Maschinenrichtung" bezieht sich auf eine Ausrichtung in Richtung einer Papierbahn, die beim Herstellverfahren der Druckplatte haftend verbunden wird. Die Bezeichnung „Querrichtung" bezieht sich auf eine Ausrichtung in der Ebene der Papierbahn rechtwinklig zur „Maschinenrichtung". Die in der Beschreibung aufgeführten Grenzwerte bilden den Kern der Erfindung.

Tabelle 1. Eigenschaften der als Durchschussbogenpapier verwendeten Papiere
Haftungsprüfung

Für jeden Durchschussbogenpapier-Typ wurden Stapel von 30 Druckplattenbögen auf das Format 400 mm × 500 mm zugeschnitten. 3 Stapel eines jeden Durchschussbogenpapier-Typs wurden mit der fotoempfindlichen Schicht nach unten weisend auf einen Tisch gelegt. Die Druckplatte wurde von der Rückseite der Druckplatte durch einen Arm mit 4 Saugnäpfen angehoben. Beim Anheben der Platte fällt einige Zeit später das Durchschussbogenpapier unterhalb der angehobenen Platte herunter und trennt sich von der Platte. Die für das Herunterfallen des Durchschussbogenpapiers benötigte Zeit wurde in Sekunden gemessen. Nachdem das Durchschussbogenpapier manuell entfernt wurde, wurde die nächste Platte in derselben Weise angehoben. Im schlimmsten Falle wurde eine unter dem Durchschussbogenpapier liegende Platte ebenfalls angehoben. Nachdem 90 Bögen angehoben worden sind, wurden weitere 3 Stapel mit der fotoempfindlichen Schicht nach oben weisend auf einen Tisch gelegt. Es wurde nun derselbe Anhebetest durchgeführt. Der prozentuale Anteil der Bögen, die zum Trennen des Durchschussbogenpapiers von der Platte mehr als 2 Sekunden benötigten, wurde berechnet und als prozentualer Anteil des haftenden Durchschussbogenpapiers definiert. Die Werte sind in Tabelle 2 gezeigt.

Tabelle 2. Ergebnisse der Haftungsprüfung

Wie in Tabelle 2 gezeigt, muss die Glätten-Messung niedriger als etwa 40 Bekk Sekunden sein, um einen prozentualen Haftungsanteil von 0% zu erzielen. Bei einer niedrigen Bekk-Sekunden-Glätte zeigt sich erstaunlicherweise, dass Luft relativ leicht zwischen die Oberfläche der Druckplatte und das Durchschussbogenpapier eintreten kann, so dass auf diese Weise ein Unterdruck dazwischen verhindert wird. Das Ergebnis zeigt deutlich, wie wichtig es ist, dass Luft zwischen die angehobene Druckplatte und das darunter liegende Durchschussbogenpapier eindringt, damit das Papier leicht herunterfallen kann. Durch Vorsehen einer hinreichend niedrigen Glätte ist es möglich, dass Luft zwischen die positiv arbeitende PS-Platte und das Durchschussbogenpapier eintritt.

Prüfung des Anhebens von Druckplatten durch Papier

Für jeden Durchschussbogenpapier-Typ wurden Stapel von 30 Druckplattenbögen auf das Format 400 mm × 500 mm zugeschnitten. 3 Stapel Druckplatten mit jeweils jedem Durchschussbogenpapier-Typ wurden mit der fotoempfindlichen Schicht nach unten weisend auf einen Tisch gelegt. Nach dem Entnehmen der obersten Druckplatte wurde das Durchschussbogenpapier von der Rückseite der Druckplatte durch einen Arm mit 4 Saugnäpfen angehoben. Beim Anheben des Durchschussbogenpapiers fällt einige Zeit später die Druckplatte unter dem angehobenen Durchschussbogenpapier herunter und trennt sich von dem Durchschussbogenpapier. Die für das Herunterfallen der Platte benötigte Zeit wurde in Sekunden gemessen. Nachdem die Druckplatte manuell entfernt wurde, wurde das nächste Durchschussbogenpapier in derselben Weise angehoben. Nachdem 90 Bögen des Durchschussbogenpapiers angehoben worden sind, wurden 3 weitere Stapel mit der fotoempfindlichen Schicht nach oben weisend auf einen Tisch gelegt. Derselbe Anhebetest wurde erneut durchgeführt. Der prozentuale Anteil der Bögen, die zum Trennen des Durchschussbogenpapiers von der Druckplatte mehr als 1, 2 oder 3 Sekunden benötigten, wurde berechnet und als prozentualer Anteil der durch das Papier angehobenen Druckplatten definiert. Das Ergebnis ist in Tabelle 3 dargestellt. Wie in Tabelle 3 deutlich gezeigt, muss die Bekk-Luftdurchlässigkeit selbst in dem 1 Sekunde-Test mehr als etwa 40 Sekunden betragen, um ein Anheben von Druckplatten durch Durchschussbogenpapier zu verhindern.

Tabelle 3. Ergebnisse der Prüfung des Anhebens von Druckplatten durch Papier und der Unterdruckalarm-Prüfung
Unterdruckalarm-Prüfung

Für jeden Durchschussbogenpapier-Typ wurden Stapel aus 30 Druckplattenbögen auf das Format 1030 mm × 790 mm zugeschnitten. 3 Stapel Druckplatten mit jeweils jedem Durchschussbogenpapier-Typ wurden in eine automatische Einlegevorrichtung des Typs Fujifilm SAL-9000 eingelegt. In einer Kassette wurden die Platten mit der fotoempfindlichen Schicht nach unten weisend eingelegt. Nach Herausnehmen der obersten Druckplatte wurde das Durchschussbogenpapier von der Rückseite der Druckplatte durch den Arm der automatischen Einlegevorrichtung angehoben. Es wurde ein Druckmesser des Unterdrucksystems mit Saugnäpfen überprüft und der Prozentsatz, bei dem das Unterdruckniveau zum Halten des Durchschussbogenpapiers unter 60 % des Niveaus sinkt, das beim Anheben der Druckplatte vorhanden ist, wurde als Unterdruckalarm berechnet. Der niedrigste Wert wurde erreicht, als das Durchschussbogenpapier angehoben und von der darunter liegenden Druckplatte getrennt wurde. Der Alarm wird normalerweise auf einen Wert bei etwa 50% eingestellt. Aus Tabelle 3 geht deutlich hervor, dass vor allem eine sehr niedrige Bekk-Luftdurchlässigkeit zu einem Unterdruckalarm führt.

Steifigkeitsprüfungen

Für jeden Durchschussbogenpapier-Typ wurden Stapel aus 30 Druckplattenbögen auf das Format 1030 mm × 790 mm zugeschnitten. 3 Stapel Druckplatten mit jeweils jedem Durchschussbogenpapier-Typ wurden in eine automatische Einlegevorrichtung des Typs Fujifilm SAL-9000 eingelegt. In einer Kassette wurden die Platten mit der fotoempfindlichen Schicht nach unten weisend eingelegt. Mit diesen 90 Bögen eines jeden Durchschussbogenpapier-Typs wurden Einlegeprüfungen durchgeführt, und der nach der Maschine angeordnete Papierabfall-Behälter wurde genau beobachtet. Dieselbe Prüfung wurde mit einer automatischen Einlegevorrichtung des Typs CreoScitex Lotem 800 und einer des Typs CreoScitex Trendsetter 5880 AL ohne Anpresseinheit durchgeführt. Die Füllkapazität des Papierabfall-Behälters wurde daraufhin getestet, ob 30 Bögen Durchschussbogenpapier problemlos in den Abfallbehälter geleitet werden können. Wie in Tabelle 4 gezeigt, muss die Biegesteifigkeit des Durchschussbogenpapiers in Maschinenrichtung weniger als etwa 42 mN betragen, um eine gute Leistungsnutzung des Papierabfall-Behälters zu erzielen.

Zur Überprüfung des Eckenbiegeverhaltens jedes Durchschussbogenpapier-Typs wurden Stapel von 30 Druckplattenbögen auf das Format von 400 mm in Maschinenrichtung × 500 mm in Querrichtung geschnitten. 3 Stapel mit jeweils jedem Durchschussbogenpapier-Typ wurden mit der fotoempfindlichen Schicht nach unten weisend auf einen Tisch gelegt. Nach Entnehmen der obersten Druckplatte wurde das Durchschussbogenpapier von der Rückseite der Druckplatte durch einen Arm mit 4 Saugnäpfen angehoben. Die Saugnäpfe waren 150 mm von der 400 mm langen Längskante entfernt positioniert. Beim Anheben des Durchschussbogenpapiers auf eine Höhe von 100 mm wurde bei verschiedenen Bezugspapieren ein Verbiegen der Ecken des Durchschussbogenpapiers beobachtet. Wie in Tabelle 4 gezeigt, muss die Biegesteifigkeit des Durchschussbogenpapiers in der Querrichtung mehr als etwa 8 mN betragen, um ein gutes Biegeverhalten der Ecken zu erzielen.

Die Dicke der Durchschussbogenpapier-Bögen beträgt vorzugsweise weniger als etwa 70 µm, da dann eine gewünschte Anzahl von Platten angefügt und in einen üblicherweise verwendeten Karton verpackt werden kann. Die Bögen können dicker als 45 µm sein, um leichter gehandhabt werden zu können.

Tabelle 4. Ergebnisse der Prüfung der Abfallbehälter-Leistung und der Eckenbiege-Prüfung

Die vorliegende Erfindung ist in keinster Weise auf die dargestellten Beispiele beschränkt. Es bestehen viele Variationsmöglichkeiten innerhalb des Schutzumfanges der durch die Ansprüche definierten Erfindung. Jegliche Kombination von Materialeigenschaften gemäß der vorliegenden Erfindung, wie insbesondere in den Beispielen erläutert, ist in dieser Beschreibung enthalten und fällt unter den Schutzumfang der Erfindung.


Anspruch[de]
  1. Durchschussbogenpapier für eine fotoempfindliche Druckplatte, wobei die Bekk-Glätte des Durchschussbogenpapiers an der Seite, die der fotoempfindlichen Schicht zugewandt ist, weniger als 40 Sekunden beträgt und die Bekk-Luftdurchlässigkeit mehr als 40 Sekunden beträgt.
  2. Durchschussbogenpapier vorzugsweise nach Anspruch 1 für eine fotoempfindliche Druckplatte, das empfindlich für Belichtung mit Infrarotwellenlänge ist.
  3. Durchschussbogenpapier nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Biegesteifigkeit des Durchschussbogenpapiers in der Querrichtung des Papiers mehr als 8 mN und in der Maschinenrichtung des Papiers weniger als 42 mN beträgt.
  4. Durchschussbogenpapier nach einem der Ansprüche 1-3, wobei die Dicke des Papiers weniger als etwa 70 µm beträgt.
  5. Durchschussbogenpapier nach einem der Ansprüche 1-4, wobei die Dichte des Papiers mehr als etwa 0,5 g/cm³ beträgt.
  6. Durchschussbogenpapier nach einem der Ansprüche 1-5, wobei die Zugfestigkeit des Papiers mehr als 1,5 kN/m beträgt.
  7. Durchschussbogenpapier nach einem der Ansprüche 1-6, wobei das Papier recycelt werden kann und vorzugsweise ohne Kunststoffmaterial, insbesondere ohne synthetisches Polymer, hergestellt wird.
  8. Stapel von Druckplatten, der Durchschussbogenpapiere nach einem der Ansprüche 1-7 zwischen den Druckplatten umfasst.
  9. Stapel von Druckplatten nach Anspruch 8, wobei die Bekk-Glätte des oder jedes Durchschussbogenpapiers weniger als 40 Sekunden der Druckplatte zugewandt gegenüber der nach oben gewandten Seite beträgt, während die Bekk-Luftdurchlässigkeit mehr als 40 Sekunden beträgt.
  10. Stapel von Druckplatten nach Anspruch 8 oder 9, wobei die Bekk-Glätte des oder jedes Durchschussbogenpapiers weniger als 40 Sekunden der Druckplatte zugewandt an der nach oben gewandten Seite beträgt, während die Bekk-Luftdurchlässigkeit mehr als 40 Sekunden beträgt.
  11. Verfahren zum Einlegen von Druckplatten von einem Stapel nach einem der Ansprüche 8-10, wobei das Durchschussbogenpapier so ausgewählt wird, dass Luft zwischen das Papier und eine angrenzende Druckplatte eintreten kann, so dass sich das Durchschussbogenpapier und die Druckplatte, wenn sie angehoben wird, innerhalb von weniger als einer Sekunde nach dem Anheben trennen.
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