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Dokumentenidentifikation DE69728488T2 24.02.2005
EP-Veröffentlichungsnummer 0000837170
Titel Verfahren zur Herstellung eines Teppichs und ein nach diesem Verfahren hergestellter Teppich
Anmelder Tapijtfabriek Best B.V., Best, NL
Erfinder Van Doorn, Jan Carel, 5683 RT Best, NL
Vertreter Zipse & Habersack, 80639 München
DE-Aktenzeichen 69728488
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, NL, PT, SE
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 16.10.1997
EP-Aktenzeichen 972032304
EP-Offenlegungsdatum 22.04.1998
EP date of grant 07.04.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.02.2005
IPC-Hauptklasse D05C 17/02
IPC-Nebenklasse D06N 7/00   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines Teppichs ausgehend von einem Gewebe mit Fadenschlaufen oder Polgarn darin, wobei eine Latexschicht auf das so erhaltene halbfertige Produkt aufgetragen wird. Die Erfindung betrifft ferner einen Teppich, der aus einem Gewebe mit darin umfassten Fadenschlaufen oder Polgarnfäden und einer auf dem so erhaltenen halb fertigen Produkt vorgesehenen Latexschicht besteht.

Das Verfahren zum Herstellen eines Teppichs mittels Tuften ist beschrieben in der Europäischen Patentanmeldung 0 609 385.

In der FR-A-2 238 582 ist ein Verfahren zum Herstellen eines Teppichs ausgehend von einem Gewebe mit Fadenschlaufen oder Polgarn darin aufgezeigt, bei dem eine Latexschicht auf das so erhaltene halb fertige Produkt aufgebracht wird, wobei die Latexschicht auf der Florseite aufgebracht wird. Die freien Enden der Schlaufen oder des Garns werden mit einer dünnen Schicht einer Latexlösung versehen, womit im Ergebnis das Latex die Grundschicht des Gewebes nicht kontaktiert. Die so vorgesehenen freien Enden mit einem dünnen Film von Latex werden in ein anderes Gewebe eingebettet, das eine Trägerschicht umfasst, die mit einem Grundstock einer dicken Latexschicht versehen ist. Beide Gewebe werden durch einen Ofen geführt, um die Schichten auszuhärten, wobei sie nachfolgend durchtrennt und in zwei Teppichschichten separiert werden, d. h. einen Mutterteppich umfassend das Gewebe mit Fadenschlaufen oder Polgarnbüscheln darin und einen Tochterteppich, umfassend eine Trägerschicht, die mit der Latexschicht und dem darin eingebetteten Garn versehen ist.

Der Tufted-Teppich gemäß dem Stand der Technik besteht aus einer Bahn oder einem gummiförmigen Gewebe, in welche Bahn oder in welches Gewebe Fäden oder Garn getuftet ist. Der Tuftschritt führt zu einem halbfertigen Produkt, wobei die freien Enden der Schlaufen oder des Garns die Kontaktfläche bilden, und die Unterseite des mittels Tuften erhaltenen halb fertigen Produkts mit einer Latexschicht überdeckt ist, womit die eingearbeiteten Teile der Fäden oder des Garns fixiert sind.

Der Bedarf an Flachteppichen wird größer, wobei ein derartiger Flachteppich mit verschiedenen Mustern mittels einer Webtechnik erhalten werden kann. Vor einigen Jahrzehnten noch wurde ein Flachteppich auch aus einem natürlichen Produkt, wie beispielsweise aus Kokosnuss-Fasern erhalten. Solche gewünschten Muster können mit Hilfe einer Webtechnik erhalten werden, wobei dies sehr arbeitsintensiv ist und damit eine teurere Technik darstellt. Ein gewebter Technik mit einem bestimmten Oberflächenbereich erfordert eine Produktionszeit von beispielsweise acht Stunden, wohingegen ein vergleichbarer Tufted-Teppich innerhalb von zehn Minuten hergestellt werden kann. Es erschien nun möglich, unter Verwendung eines Verfahrens gemäß der Erfindung einen Teppich mit der Außenform eines gewebten Teppichs innerhalb der zum Erhalten eines Tufted-Teppich erforderlichen Zeit herzustellen.

Ein derartiger Teppich kann unter Verwendung eines Verfahrens wie es in Anspruch 1 aufgezeigt ist, erhalten werden. Im Ergebnis davon, wird die Kontaktfläche des Tufted-Teppichs diejenige Oberfläche, auf die die Latexschicht zuvor aufgebracht wurde. Das erfindungsgemäße Verfahren macht es möglich, einen Tufted-Teppich herzustellen, der wie ein gewebter Teppich aussieht. Obwohl ein Verfahren zum Herstellen eines Tufted- und Knüpf-Teppichs aus der WO-A-9 307 790 bekannt ist, ist es nicht bekannt, die Latexschicht auf der Florseite aufzubringen. Der so bekannte Tufted-Teppich besteht aus Polgarnen, die durch eine primäre Basisschicht, wie beispielsweise Jute oder Polypropylen gefädelt wurden, wobei die Enden des Garns in einer Latexschicht eingebettet sind, die auf die Rückseite der primären Basisschicht aufgetragen worden ist.

Gewöhnlich wird eine Juteschicht auf die Latexschicht aufgebracht, um die Unterseite des so erhaltenen Teppichs zu verstärken. Es ist jedoch ebenso möglich, ein anderes gewebtes Material zu verwenden, um die Unterseite zu verstärken, wie beispielsweise ein Kunststoffmaterial, wie zum Beispiel Polypropylen, das möglicherweise mit natürlichen Fasermaterialien gemischt sein kann. Der Verbund aus Schichten wird auf der Latexseite durch Ausführen eines Kalanderverfahrens geglättet.

Gemäß der Erfindung wird ein Gummigewebe einer Fasermatte vorgezogen, weil die Fasermatte, die gewöhnlicherweise auch für das Tuften eines Teppichs verwendet werden kann, zu steif ist, um einen Teppich gemäß der Erfindung zu erhalten.

Der Tuftschritt wird vorzugsweise mit Hilfe eines sogenannten Geleitkamms (sliding comb) einer „Coarser-Maschine" ausgeführt, solange eine „Finer-Maschine" verwendet wird. Auf diese Weise wird ein grob aussehender Teppich erhalten, der genau den Wunschvorstellungen entspricht. Nach dem Tuftschritt wird zuerst eine Vorbeschichtung aus einer Lösung aus synthetischem Latex aufgebracht, insbesondere auf der Grundlage aus carboxyliertem Styren-Butadin-Gummi. Eine solche Lösung kann herkömmliche Additive, wie beispielsweise Füller, enthalten. Die aufgetragene Lösung wird erwärmt, so dass das Lösungsmittel verdampft und die Syntheseschicht dahinter in der Form einer Schicht verbleibt. Dann wird die Latexschicht aufgebracht. Die Latexschicht wird dann abgedeckt mit einer Schicht aus Jute, wobei das Ganze nachfolgend kalandert wird, so dass die auf dem Boden zu liegen kommende Schicht geglättet wird. Die Kontaktfläche des Teppichs wird dann der Unterseite des halbfertigen Produkts eines insoweit bekannten Tufted-Teppichs entsprechen, auf der die Latexschicht insoweit aufgetragen wurde. Somit kann ein Teppich, der billig hergestellt werden kann und der aussieht wie ein gewebter Teppich, unter Verwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens erhalten werden, wobei der originale Flor, auf den das Latex aufgebracht wurde, das als eine eingearbeitete Unterlage fungieren kann.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zum Herstellen eines Teppichs ausgehend von einem Gewebe mit Tuftfäden oder -garnen darin, wobei eine Latexschicht auf das so erhaltene halbfertige Produkt aufgebracht wird, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren vier individuelle Schritte umfasst, d. h.

    i) Auftragen einer Vorbeschichtung auf die Florseite des Gewebes mit Tuftfäden oder Tuftgarnen darin, um den Flor zu verankern,

    ii) Auftragen einer Latexschicht auf die Vorbeschichtung aus Schritt i),

    iii) Auftragen einer Verstärkungsschicht auf die Latexschicht von Schritt ii), und

    iv) Ausführen eines Kalander-Verfahrens.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorbeschichtung aus einem synthetischen Latex in Lösung besteht, dessen Lösungsmittel durch Wärme verdampft wird.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine Juteschicht auf die Latexschicht als Verstärkungsschicht aufgebracht wird.
  4. Teppich, bestehend aus einem Gewebe mit darin getuftetem Faden und Garn mit einer auf dem so erhaltenen halbfertigen Produkt vorliegenden Latexschicht, dadurch gekennzeichnet, dass die Latexschicht auf der Florseite vorliegt, wobei eine Vorbeschichtung zwischen der Latexschicht und der Florschicht des halbfertigen Produkts vorliegt, und dass die Latexschicht mit einer Juteschicht vollendet ist.
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