| Dokumentenidentifikation |
EP0899859 24.02.2005 |
| EP-Veröffentlichungsnummer |
0000899859 |
| Titel |
U-Umrichter |
| Anmelder |
ABB Schweiz AG, Baden, CH |
| Erfinder |
Steinke, Dr., Jürgen, 79774 Albbruck, DE; Stulz, Dr., Christian, 8008 Zürich, CH |
| Vertreter |
derzeit kein Vertreter bestellt |
| DE-Aktenzeichen |
59812496 |
| Vertragsstaaten |
AT, BE, CH, DE, DK, FI, FR, GB, IT, LI, NL, SE |
| Sprache des Dokument |
DE |
| EP-Anmeldetag |
28.07.1998 |
| EP-Aktenzeichen |
988107256 |
| EP-Offenlegungsdatum |
03.03.1999 |
| EP date of grant |
19.01.2005 |
| Veröffentlichungstag im Patentblatt |
24.02.2005 |
| IPC-Hauptklasse |
H02M 1/12
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| IPC-Nebenklasse |
H02M 7/48
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| Beschreibung[de] |
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TECHNISCHES GEBIET
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf das Gebiet der Leistungselektronik.
Sie betrifft einen U-Umrichter mit einem Spannungszwischenkreis und einem auf den
Spannungszwischenkreis folgenden Wechselrichter, welcher Wechselrichter an seinen
Ausgängen eine 3-phasige Wechselspannung abgibt und über eine Filteranordnung mit
den Ausgangsklemmen des U-Umrichters in Verbindung steht, wobei die Filteranordnung
jeweils eine zur Ausgangsklemme in Serie liegende Filterdrossel und einen von
der Ausgangsklemme zu einem gemeinsamen Kondensatorsternpunkt führenden Filterkondensator
umfasst.
Ein solcher U-Umrichter ist z.B. aus der Druckschrift EP-A1-0 682
401 (Fig. 1) bekannt.
STAND DER TECHNIK
Zur prinzipiell verlustfreien Filterung der Ausgangsspannung eines
Umrichters mit Spannungszwischenkreis (U-Umrichter) kommt heutzutage ein Filter
bestehend aus Filterdrosseln und Filterkondensatoren (LC-Filter) zum Einsatz. Eine
mögliche Ausführungsform ist die mit in Sternschaltung angeordneten Filterkondensatoren,
wie sie in der eingangs genannten Druckschrift beschrieben und in Fig. 1 wiedergegeben
ist. Der U-Umrichter 39 der Fig. 1 umfasst dabei einen Spannungszwischenkreis
11 mit zwei Klemmen 12 und 13, zwischen denen Zwischenkreiskondensatoren 14, 16
angeordnet sind, die einen Mittelabgriff 15 haben oder auch als ein Kondensator
ausgeführt sein können. Auf den Spannungszwischenkreis 11 folgt ein (mit Leistungshalbleitern
bestückter) Wechselrichter 10, der die erzeugte mehrphasige Wechselspannung über
ein aus Filterdrosseln 17, 18 und 19 sowie Filterkondensatoren 23, 24 und 25 gebildetes
Filter an entsprechenden Ausgangsklemmen 20, 21 und 22 abgibt. Die Filterdrosseln
17-19 liegen jeweils in Serie mit den Ausgangsklemmen 20-22. Die Filterkondensatoren
23-25 führen von den Ausgangsklemmen 20-22 zu einem gemeinsamen Kondensatorsternpunkt
26.
Bei einer anderen bekannten Filterschaltung, die in Fig. 2 wiedergegeben
ist, sind die Filterkondensatoren 27, 28, 29 im Dreieck, d.h., jeweils zwischen
zwei der Ausgangsklemmen 20-22, geschaltet.
Bei einer weiteren Filterschaltung, die in Fig. 3 dargestellt ist,
und die ebenfalls aus der eingangs genannten Druckschrift (Fig. 3) bekannt ist,
sind je drei Filterkondensatoren 30-32 und 33-35 von den Ausgangsklemmen 20-22
gemeinsam zu den Klemmen 12 und 13 des Spannungszwischenkreises 11 zurückgeführt.
Die Schaltungen aus Fig. 1 und 2 filtern nur die reinen Drehspannungssysteme.
Das Gleichsystem hingegen wird nicht gefiltert. Die Spannungssprünge im Gleichsystem
gehen ungehindert an die Anschlussklemmen 20-22 der Last weiter, falls nicht der
Sternpunkt der Last oder in Fig. 1 der Kondensatorsternpunkt 26 geerdet ist. Beide
Massnahmen sind jedoch nicht generell einsetzbar.
Die Schaltung gemäss Fig. 3 hat diese Nachteile nicht. Ihr Nachteil
ist system-technischer Natur und kommt zum Tragen, wenn die Einsatzbedingungen
für das Filter derart sind, dass es ohne Zusatzmassnahmen ständig zu Eigenschwingungen
angeregt wird. Diese Eigenschwingungen sind verlustfrei nur durch eine Regelung
bedämpfbar, die in die Schaltfolge des Wechselrichters 10 eingreift. Die Schaltfolge
des Wechselrichters 10 wird heutzutage üblicherweise von einem Regelrechner bestimmt,
der aufgrund der Lastbedingungen die Schaltbefehle für die Leistungsschalter im
Wechselrichter ermittelt. Der Regelrechner arbeitet üblicherweise wegen der Symmetrie
des Ausgangs in nur 2 Koordinaten. Daraus können die Schaltzustände der 3 Phasen
bestimmt werden. In der Schaltung nach Fig. 3 sind aus Sichf des Filters die 3
Phasen entkoppelt. Eine Resonanzregelung muss also mit 3 unabhängig wirkenden
regelkreisen ausgeführt werden. Damit ist die Resonanzausregelung nicht mehr einfach
in die Lastregelung integrierbar. Da beide Teile der Regelung auf die gleiche Stellgrösse
zugreifen, dürfen sie jedoch nicht entkoppelt arbeiten. Eine Lösung dieses Konfliktes
erfordert in jedem Fall einen erheblichen Zusatzaufwand. Ein weiterer Nachteil
der Schaltung nach Fig. 3 ist die hohe zusätzliche Strombelastung der Zwischenkreiskondensatoren
und des Wechselrichters, die sich insbesondere bei niedrigen Schaltfrequenzen
der Wechselrichter-Halbleiterschalter aus der Umladung der Filterkondensatoren
durch das Spannungs-Gleichsystem ergeben. Die gleichen Nachteile ergeben sich
auch, wenn man in der Schaltung aus Fig. 1 den Kondensatorsternpunkt 26 direkt
mit einer der Klemmen 12, 13 oder dem Mittelabgriff 15 verbindet.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
Es ist Aufgabe daher der Erfindung, einen U-Umrichter der eingangs
genannten Art so zu verändern, dass ohne grossen Zusatzaufwand eine wirksame Filterung
auch des Gleichsystems realisiert wird.
Die Aufgabe wird bei einem U-Umrichter der eingangs genannten Art
dadurch gelöst, dass der Kondensatorsternpunkt über ein RC-Glied mit einem Kondensator
und einem Widerstand an den Spannungszwischenkreis angeschlossen ist. Der Kondensator
des RC-Gliedes eliminiert stationäre Ströme durch den Widerstand des RC-Gliedes.
Der Widerstand des RC-Gliedes dient als Dämpfungswiderstand und dämpft die Schwingungen.
Eine bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemässen Schaltung
ist dadurch gekennzeichnet, dass die Kapazität des Kondensators sehr viel kleiner
ist als die Kapazität der Filterkondensatoren. Hierdurch wird die Resonanzregelung
für das Hauptfilter mit den Filterdrosseln und Filterkondensatoren nicht beeinflusst.
Die Steilheit der Spannungssprünge im Gleichsystem wird jedoch wirksam begrenzt.
Durch eine geeignete Auslegung wird gleichzeitig die hochfrequente Resonanz wirksam
bedämpft, ohne unakzeptabel hohe Verluste zu verursachen.
Weitere Ausführungsformen ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.
KURZE ERLÄUTERUNG DER FIGUREN
Die Erfindung soll nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen im
Zusammenhang mit der Zeichnung näher erläutert werden. Es zeigen
- Fig. 1-3
- verschiedene Filterschaltungen für U-Umrichter nach dem Stand der Technik;
und
- Fig. 3-6
- verschiedene Ausführungsbeispiele für eine Filterschaltung nach der Erfindung,
wobei der Sternpunkt über das RC-Glied an unterschiedlichen Stellen an den Spannungszwischenkreis
angeschlossen ist.
WEGE ZUR AUSFÜHRUNG DER ERFINDUNG
Ausgehend von einer Schaltung, wie sie in Fig. 1 dargestellt ist
und zum Stand der Technik gehört, wird gemäss der Erfindung der Kondensatorsternpunkt
26 über ein RC-Glied aus einem Kondensator und einem Widerstand an den Spannungszwischenkreis
11 angeschlossen (zurückgekoppelt). Hierdurch werden die Sprünge im Gleichanteil
zwar nicht vollständig eliminiert, aber auf ein folerierbares Mass (z.B. 500 V/µs)
begrenzt. Der Anschluss kann dabei gemäss den Ausführungsbeispielen aus Fig. 4
bis 6 an verschiedenen Stellen erfolgen. Gemäss Fig. 4 wird der Kondensatorsternpunkt
26 über das aus Kondensator 36 und Widerstand 37 bestehende RC-Glied 38 auf die
Klemme 12 (positive Klemme) des Spannungszwischenkreises 11 zurückgekoppelt. Gemäss
Fig. 6 wird der Kondensatorsternpunkt 26 über das aus Kondensator 36 und Widerstand
37 bestehende RC-Glied 38 auf die Klemme 13 (negative Klemme) des Spannungszwischenkreises
11 zurückgekoppelt. Gemäss Fig. 5 wird - wenn vorhanden - der Mittelabgriff 15
der Zwischenkreiskondensatoren 14, 16 als Anschlusspunkt für das RC-Glied 38 verwendet.
Für einen Umrichter von 1MVA/4kV in Dreipunktschaltung mit 500 Hz
Schaltfrequenz mit einer Filterschaltung nach der Erfindung wurden verschiedene
beispielhafte Simulationen durchgeführt. Bei einer Kapazität des Kondensators 36
von 82,9 nF und einem Widerstand 37 von 603 Ohm ergaben sich dabei Verluste von
341 Watt und Steilheiten du/dt im Gleichsystem von 495 V/µs.
BEZEICHNUNGSLISTE
- 10
- Wechselrichter
- 11
- Spannungszwischenkreis
- 12,13
- Klemme (Zwischenkreis)
- 14,16
- Zwischenkreiskondensator
- 15
- Mittelabgriff (Zwischenkreiskondensator)
- 17,18,19
- Filterdrossel
- 20,21,22
- Ausgangsklemme
- 23,24,25
- Filterkondensator
- 26
- Kondensatorsternpunkt
- 27,28,29
- Filterkondensator
- 30,..,35
- Filterkondensator
- 36
- Kondensator (RC-Glied)
- 37
- Widerstand (RC-Glied)
- 38
- RC-Glied
- 39
- U-Umrichter
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| Anspruch[de] |
- U-Umrichter (39) mit einem Spannungszwischenkreis (11) und einem auf den Spannungszwischenkreis
(11) folgenden Wechselrichter (10), welcher Wechselrichter (10) an seinen Ausgängen
eine 3-phasige Wechselspannung abgibt und über eine Filteranordnung (17,..,19;
23,..,25) mit den Ausgangsklemmen (20,..,22) des U-Umrichters (39) in Verbindung
steht, wobei die Filteranordnung jeweils eine zur Ausgangsklemme (20,..,22) in
Serie liegende Filterdrossel (17,..,19) und einen von der Ausgangsklemme (20,..,22)
zu einem gemeinsamen Kondensatorsternpunkt (26) führenden Filterkondensator (23,..,25)
umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass der Kondensatorsternpunkt (26) über ein RC-Glied
(38) mit einem Kondensator (36) und einem Widerstand (37) an den Spannungszwischenkreis
(11) angeschlossen ist.
- U-Umrichter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kapazität des
Kondensators (36) sehr viel kleiner ist als die Kapazität der Filterkondensatoren
(23,..,25).
- U-Umrichter nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass
der Kondensatorsternpunkt (26) über das RC-Glied (38) an die positive Klemme (12)
des Spannungszwischenkreises (11) angeschlossen ist.
- U-Umrichter nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass
der Kondensatorsternpunkt (26) über das RC-Glied (38) an die negative Klemme (13)
des Spannungszwischenkreises (11) angeschlossen ist.
- U-Umrichter nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass
der Spannungszwischenkreis (11) Zwischenkreiskondensatoren (14, 16) mit einem Mittelabgriff
(15) aufweist, und dass der Kondensatorsternpunkt (26) über das RC-Glied (36,
37, 38) an den Mittelabgriff (15) der Zwischenkreiskondensatoren (14, 16) angeschlossen
ist.
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