Stand der Technik
Die Erfindung betrifft einen Ringmagneten zur Befestigung auf einer
Welle sowie eine Getriebeantriebseinheit beinhaltend einen solchen Ringmagneten
nach der Gattung des Anspruchs 1. Mit der WO 01/36856 A2 ist eine Vorrichtung zum
Verbinden einer Welle mit einem Ringmagneten bekannt geworden, bei der zuerst die
Oberfläche der Welle deformiert wird, und anschließend der Magnetring mit
seiner Innenfläche kraftschlüssig über die Deformationsbereiche gepresst wird. Nachteilig
bei einer solchen Vorrichtung ist, dass für die Deformation der Außenfläche
der Welle ein separater Arbeitsgang notwendig ist. Außerdem ist das Anformen
von Deformationsbereichen mit großen Toleranzbändem verbunden, so dass zum
Anpressen des Magnetrings unter Umständen sehr hohe Kräfte notwendig sind. Beim
Einsatz einer solchen Vorrichtung über einen weiten Betriebstemperaturbereich besteht
die Gefahr, dass sich durch die unterschiedliche Wärmeausdehnung der Welle und des
Magnetrings die Verbindung löst.
Es ist ebenfalls bekannt, einen Ringmagneten auf eine Welle, vorzugsweise
mit einem angeformten Rändelbereich, aufzukleben. Bei diesem Verfahren ist es ebenso
wie beim oben beschriebenen Aufpressen auf Deformationsbereiche notwendig, dass
die Fertigungstoleranzen der Passung zwischen Ringmagnet und Welle gering gehalten
werden, was einen entsprechend höheren Fertigungsaufwand bedeutet. Außerdem
ist der Klebevorgang prozesstechnisch unerwünscht, da er schwer zu handhaben ist
und die Verwendung giftiger Materialen beinhaltet.
Vorteile der Erfindung
Der erfindungsgemäße Ringmagnet zur Befestigung auf einer Welle
mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1 hat demgegenüber den Vorteil,
dass der Ringmagnet durch das Anformen radialer Fortsätze mittels eines elastischen
Klemmelements drehfest auf der Welle befestigt werden kann, ohne dass deren Oberfläche
zuvor bearbeitet werden muss. Es sind hierbei nur geringe Fertigungsgenauigkeiten
des Ringmagneten und der Welle notwendig, da das elastische Klemmelement sowohl
große Fertigungstoleranzen, als auch thermische Ausdehnungen zwischen Welle
und Ringmagnet ausgleicht. Dadurch ist eine radiale Zentrierung und ein damit verbundener
optimaler Rundlauf des Ringmagneten gewährleistet.
Durch die in den Unteransprüchen angegebenen Maßnahmen sind
vorteilhafte Weiterbildungen der Vorrichtung nach dem Anspruch 1 möglich. Weisen
die radialen Fortsätze einen axialen Abstand zueinander auf, kann das Klemmelement
zwischen den Fortsätzen eingelegt werden, ohne dass das Klemmelement bei der Montage
axial verschoben wird. Sind die Fortsätze als Segmente von axialen Wänden ausgebildet,
bilden diese über den gesamten Umfang verteilt einen axialen Anschlag für ein Klemmelement,
das beispielsweise als Ringfeder ausgebildet ist.
Fertigungstechnisch ist es von Vorteil; wenn sich die Wandsegmente
tangential nicht überschneiden, da dann der Ringmagnet günstig mit einem Spritzgussverfahren
hergestellt werden kann. Dabei werden beispielsweise drei Segmente der einen Wand
mit der einen und drei andere Segmente der zweiten Wand mit einer zweiten Werkzeughälfte
entformt. Ein solches Verfahren reduziert die Fertigungskosten eines solchen Kunststoff-Formteils.
In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel ist der Ringmagnet als Teil
einer Positionserfassungseinrichtung, beispielsweise auf einer Ankerwelle einer
Getriebe-Antriebseinheit angeordnet. Bei einer solchen Anwendung wirken auf den
Ringmagneten nur geringe Drehmomente, wodurch dieser in einfacher Weise mittels
herkömmlicher Feder- oder Klemmelemente dreh- und verschiebefest auf der Welle fixiert
werden kann.
Durch die starken radialen Anpresskräfte zwischen dem Ringmagnet und
der Welle kann auf eine Oberflächenbearbeitung der Welle an der Verbindungsstelle
verzichtet werden, wodurch ein zusätzlicher Bearbeitungsschritt entfällt.
Besonders günstig ist es, einen handelsüblichen Toleranzring oder
einen offenen Federring als elastisches Klemmelement zu verwenden. Auf Grund der
radialen Vorspannung eines solchen Klemmelements stützt sich dieses mit einer Seite
an der Innenfläche des Ringmagneten ab und liegt durch geeignete Wahl des Innendurchmessers
des Klemmelements mit seiner Innenseite an der Wellenoberfläche an. Dadurch wird
eine feste Verbindung zwischen Ringmagnet und Welle geschaffen, die aber auch zerstörungsfrei
demontierbar ist.
Bei der Montage des Ringmagneten auf die Welle kann das Klemmelement
in einfacher Weise in den Ringmagneten vormontiert werden, da das Klemmelement radial
durch die Vorspannung und axial durch die Fortsätze im Ringmagneten gehalten wird.
Dadurch wird der eigentliche Montageschritt stark vereinfacht, da lediglich der
vormontierte Ringmagnet auf die Welle aufgeschoben wird. Da der Ringmagnet mittels
eines elastischen Klemmelements auf der Welle fixiert ist, werden an die Fertigungsgenauigkeit
des Außendurchmessers der Welle sowie des Innendurchmessers der axialen Fortsätze
keine hohen Ansprüche gestellt. Die Welle und der Ringmagnet können sowohl mit einem
leichten Spiel behaftet sein, oder als leichte Presspassung ausgebildet sein, da
das Durchmesserverhältnis für die Fixierung des Ringmagneten unwesentlich ist.
In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es
zeigen
- Figur 1
- einen erfindungsgemäßen Ringmagneten,
- Figur 2
- einen schematisch auf einer Welle angeordneten Ringmagnetengemäß Figur
1 im Schnitt,
- Figur 3
und
Figur 4
- zwei verschiedene Ausführungen eines elastischen Klemmelements einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung und
- Figur 5
- einen Halbschnitt eines weiteren erfindungsgemäß fixierten Ringmagneten.
Beschreibung
Das in Figur 1 dargestellte erste Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen
Ringmagneten 10 weist näherungsweise eine zylinderförmige Außenkontur auf,
mit einem zentral angeordneten Durchbruch 14 zum Aufschieben des Ringmagneten 10
auf eine Welle 12. Der Durchbruch 14 wird näherungsweise von einer zylindermantelförmigen
Innenfläche 16 gebildet, an die radiale Fortsätze 18 angeformt sind, die in den
Durchbruch 14 hineinragen. Die Innenfläche 16 bildet zusammen mit den axialen Fortsätzen
18 eine Innenkontur 15, in die ein elastisches Klemmelement 26 eingelegt und dann
auf eine Welle 12 aufgeschoben werden kann. Die radialen Fortsätze 18 bilden im
Ausführungsbeispiel jeweils drei Segmente 19 zweier axial beabstandeten Wände 21,
die mit den axialen Enden 20 des Ringmagneten 10 eine gemeinsame Begrenzungsfläche
22 bilden. Die Segmente 19 der beiden axialen Wände 21 sind jeweils gleichmäßig
über den Umfang derart angeordnet, dass diese sich in Umfangsrichtung nicht überlappen.
Ein solcher Ringmagnet 10 ist mittels eines Kunststoff-Spritzgussverfahrens hergestellt,
bei dem ein Werkzeug mit zwei Platten verwendet werden kann, da bei einer solchen
Anordnung ohne Überlapp der Segmente 19 kein Hinterschnitt auftritt. Das gegossene
Formteil 10 enthält magnetisierbare Elemente, die mittels eines Prägemagneten gemäß
eines vorgegebenen Musters magnetisierbar sind. Dadurch wird beispielsweise ein
Multipol-Permanentmagnetring erzeugt, dessen Teilung einen bestimmten Bruchteil
einer Umdrehung für eine Positionserfassung charakterisiert. Die eingeprägte Magnetfeldänderung
kann beispielsweise mittels Hall-Sensoren oder anderer Magnetfluss-Sensoren, die
mit dem Ringmagneten 10 zusammenwirken, gemessen werden. Dadurch kann zuverlässig
die Lage eines Rotors oder Getriebeteils eines Drehantriebs - oder eines mittels
diesem zu verstellenden Teils - erfasst werden.
Figur 2 zeigt einen Schnitt durch den Ringmagneten 10 nach Figur 1,
wobei dieser schematisch auf einer Welle 12 angeordnet ist. Die radialen Fortsätze
18 liegen hierbei an der Oberfläche 42 der Welle 12 an, wodurch der Ringmagnet 10
bei der Montage vorzentriert wird. Zwischen der Innenfläche 16 des Ringmagneten
10 und der Oberfläche 42 der Welle 12 ist ein zylinderringförmiger Hohlraum 24 zwischen
den beiden axial beabstandeten axialen Wände 21 dargestellt. Dieser Hohlraum 24
eignet sich zur Aufnahme eines elastischen Klemmelements 26, das den Ringmagneten
10 mittels radialer Federkräfte 28 auf der Welle 12 fixiert, wie dies in Figur 5
dargestellt ist.
Vor der eigentlichen Montage des Ringmagneten 10 auf die Welle 12
wird daher in den Hohlraum 24 als elastisches Klemmelement 26 beispielsweise ein
Toleranzring 30 gemäß Figur 3 oder eine Ringfeder 32 gemäß Figur 4 eingelegt.
Das elastische Klemmelement 26 wird aufgrund seiner radial nach außen gerichteten
Vorspannung radial durch die Innenfläche 16 gehalten, und axial durch die die axialen
Wände 21 bildenden Fortsätze 18 gegen ein axiales Verschieben gesichert. Die axiale
Ausdehnung 34 des elastischen Elements 26 entspricht dabei dem Abstand 36 der beiden
axialen Wände 21, wodurch der Ringmagnet 10 ohne Axialspiel exakt positioniert werden
kann. Die radialen Federkräfte 28 werden zum einen durch die nach außen gerichtete
Vorspannung der Ringstruktur der Klemmelemente 26 aufgebracht, zum anderen durch
lokal angeordnete, über den Ring verteilte federnde Strukturen 38, die beispielsweise,
wie beim Toleranzring in Figur 3, als gewölbte geschlossene Blattfedern ausgebildet
sind, deren Federkraft 28 nach außen und/oder nach innen gerichtet ist. Die
Ringfeder 32 in Figur 4 weist beispielsweise radial nach außen und/oder nach
innen gerichtete federnde Laschen 40 auf, mit denen sich das elastische Klemmelement
26 sowohl gegenüber der Innenfläche 16 des Ringmagneten 10, als auch gegenüber der
Oberfläche der Welle 12 abstützt und dadurch den Ringmagneten 10 drehfest fixiert.
Die Welle 12 weist hierzu im Bereich des Ringmagneten 10 eine glatte Oberfläche
42 auf, da zur Fixierung des Ringmagneten 10 keine Materialumformung notwendig ist,
sondern lediglich elastische Federkräfte 28.
Der Toleranzring 30 und die Ringfeder 32 sind hier beide als offene
Ringe ausgebildet, wodurch ein größerer radialer Federweg zur Aufbringung
der radialen Anpresskräfte 28 zur Verfügung gestellt wird. Weist das Verhältnis
zwischen dem Außendurchmesser 44 der Welle 12 und dem durch die Fortsätze
38 gebildeten Innendurchmesser 46 geringere Toleranzen auf, ist in einer alternativen
Ausführungsform auch ein geschlossener Federring einsetzbar, wobei zu dessen Vormontage
in den Ringmagneten 10 die radiale Ausdehnung 48 der Fortsätze 18 entsprechend geringer
dimensioniert werden muss.
Figur 5 zeigt schematisch einen Schnitt durch einen fertig montierten
Ringmagneten 10 auf einer Ankerwelle 12 einer Getriebe-Antriebseinheit 11. Bei der
Montage der Ankerwelle 12 wird ein Ständer 50 befestigt und darauf Windungen 52
gewickelt, die mit einem Kollektor 54 verbunden werden. Danach wird der mittels
des elastischen Klemmelements 26 vormontierte Ringmagnet 10 auf die Ankerwelle 12
geschoben, wobei das Klemmelement 26 den Ringmagneten 10 radial zentriert und fixiert.
Danach wird beispielsweise ein Zahnrad 56 am Ende der Welle 12 befestigt, das das
Drehmoment auf ein zu verstellendes Teil, wie beispielsweise ein Schiebedach, eine
Fensterscheibe, ein Sitz-Teil oder sonstiges bewegliches Teil im Kraftfahrzeug überträgt.
Der Innendurchmesser 46 der Fortsätze 18 weist in diesem Ausführungsbeispiel ein
leichtes Spiel auf zum Außendurchmesser 44 der Ankerwelle 12. Aufgrund der
radialen Vorspannung 28 stützt sich das elastische Klemmelement 26 hier einerseits
mit seinen axialen Enden 35 an der Innenseite 16 des Ringmagneten 10 und mit den
radial nach innen gerichteten Blattfedern 38 gegenüber der Ankerwelle 12 ab.
Es sei angemerkt, dass hinsichtlich der in allen Figuren gezeigten
Ausführungsbeispiele vielfältige Kombinationsmöglichkeiten der einzelnen Merkmale
untereinander möglich sind. Insbesondere ist die konkrete Ausformung der axialen
Fortsätze 18, sowie die exakte Form der Innenkontur 15 variabel. Als Klemmelemente
26 können handelsübliche Toleranz- oder Federringe 30, 32, aber auch anwendungsspezifische
elastische Elemente 26, beispielsweise aus Metall oder Gummi, verwendet werden.
Die Erfindung findet bevorzugt als Positions- oder Drehzahl-Sensor eines Stellantriebs
im Kraftfahrzeug Anwendung, ist jedoch nicht auf eine solche Anwendung beschränkt.