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Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Plasmagenerator.

Plasmageneratoren werden vielfältig eingesetzt. Die US 6 237 494 B1 zeigt beispielsweise einen Plasmagenerator, der in einer Rohrwaffe und einem Geschoss integriert ist. Der Plasmagenerator umfasst rohrwaffenseitig eine Hochspannungseinrichtung zur Erzeugung einer Hochspannung. Die Hochspannungseinrichtung ist geschossseitig an einer ersten Elektrode und einer zweiten Elektrode angeschlossen. Zwischen der ersten Elektrode und der zweiten Elektrode ist eine elektrisch leitende Faserstruktur angeordnet, die aus Kupfer- oder Magnesiumdrähten bestehen kann. Um das Plasma zur Zündung der Treibladung des Geschosses zu erzeugen, verdampft man die elektrisch leitende Faserstruktur mit Hilfe der elektrischen Energie der Hochspannungseinrichtung.

Die DE 38 51 965 T2 zeigt ein anderes Anwendungsgebiet, bei der ein Plasmagenerator als Operationsmesser eingesetzt wird. Der Plasmagenerator umfasst eine Hochspannungseinrichtung zur Erzeugung einer Hochspannung, die an eine erste Elektrode und zweite Elektrode angeschlossen ist. Im Betrieb beaufschlagt die Hochspannungseinrichtung die erste und zweite Elektrode für eine Dauer von bis zu einigen Sekunden. Dabei bildet sich zwischen der ersten und zweiten Elektrode ein Lichtbogen aus. Ein Fluidstrom, der ein Gas- oder Edelgasstrom sein kann, wird auf den erzeugten Lichtbogen geleitet, um einen Plasmastrahl zum Schneiden von Gewebe zu erzeugen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, einen Plasmagenerator so auszubilden, dass das Plasma auf eine alternative Art und Weise erzeugt wird.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst.

Die Vorteile der Erfindung bestehen darin, dass der Plasmagenerator ein Plasma auf Grund physikalisch-chemischer Reaktionen erzeugt, die synergistisch zusammenwirken. Der Plasmagenerator umfasst zunächst eine Hochspannungseinrichtung zur Erzeugung einer Hochspannung, die mindestens an eine erste Elektrode und zweite Elektrode angeschlossen ist. Ferner umfasst der Plasmagenerator einen Druckerzeuger, um eine elektrisch leitende, brennbare Flüssigkeit unter Druck zu setzen. Der spezifische elektrische Widerstand der brennbaren, elektrisch leitenden Flüssigkeit ist kleiner als 800 K&OHgr;mm2/m. Der Druckerzeuger ist an eine Einspritzdüse angeschlossen, mit der ein geschlossener Flüssigkeitsstrahl erzeugbar ist. Die Elektroden sind bezüglich des Flüssigkeitsstrahls so angeordnet, das der Flüssigkeitsstrahl bei der Plasmazündung eine Kontaktbrücke bildet. Der Plasmagenerator kann so betrieben werden, dass man die erste Elektrode und zweite Elektrode mit Hilfe der Hochspannungseinrichtung zunächst elektrisch vorspannt. Anschließend erzeugt man mit der brennbaren, elektrisch leitenden Flüssigkeit einen Flüssigkeitsstrahl, der die erste und zweite Elektrode überbrückt. Auf Grund der elektrischen Leitfähigkeit der Flüssigkeit wird die elektrische Entladung ausgelöst. Die Flüssigkeit stellt auch gleichzeitig ein plasmabildendes Medium dar, aus dem zumindest teilweise das Plasma entsteht. Weil die Flüssigkeit ebenso brennbar ist, kommt es zu einer sehr schnellen Verbrennung und einer erheblichen zusätzlichen Energiefreisetzung, die um ein Vielfaches höher liegt als die eingesetzte elektrische Energie. Es laufen nacheinander drei physikalisch-chemische Reaktion ab, nämlich die Entladung, die Plasmabildung und die Verbrennung. Diese Reaktionen wirken synergistisch so zusammen, dass zur Zündung und Plasmabildung des Flüssigkeitsstrahls eine geringe elektrische Energie benötigt wird, wodurch die Hochspannungsvorrichtung in kostengünstiger Weise klein ausfallen kann.

Gemäß einer Ausgestaltung der Erfindung weist die brennbare, elektrisch leitende Flüssigkeit einen Sauerstoffträger als Bestandteil auf. Mit dieser Maßnahme erzielt man eine sehr kurze, explosionsartige Verbrennungsdauer. Ferner erreicht man, dass der Plasmagenerator auch im Vakuum betrieben werden kann.

Gemäß einer weiteren Ausgestaltung ist die brennbare, elektrisch leitende Flüssigkeit eine Lösung mit Nitratsalzen. Nitratsalze sind Sauerstoffträger und setzen nach einer Erhitzung den zur Verbrennung der Flüssigkeit notwendigen Sauerstoff frei.

Gemäß einer weiteren Ausgestaltung umfasst die Lösung mit Nitratsalzen als Hauptbestandteil eine Alkohollösung. Eine Alkohollösung mit Nitratsalzen erfüllt gleichzeitig vier wichtige Anforderungen. Sie ist elektrisch leitfähig, brennbar, beinhaltet den zur Verbrennung notwendigen Sauerstoff und ermöglicht die Ausbildung einer Lösung.

Gemäß einer weiteren Ausgestaltung ist der verwertbare Energiegehalt der brennbaren, elektrisch leitenden Flüssigkeit größer als 6 kJ/cm3.

Gemäß einer weiteren Ausgestaltung ist die Hochspannungseinrichtung so ausgebildet, dass eine einzige elektrische Entladung über die Kontaktbrücke des Flüssigkeitsstrahls stattfindet. Dies führt zur Bildung eines Plasmas, welches wiederum den Flüssigkeitsstrahl durch die entstehende Hitze zündet und in eine schnelle Verbrennung überführt.

Gemäß einer weiteren Ausgestaltung ist der Plasmagenerator als Teil einer Rohrwaffe ausgebildet, um eine Treibladung zu zünden. Die zuzuführende elektrische Energie sowie die elektrisch leitende, brennbare Flüssigkeit lassen sich unabhängig voneinander genau dosieren, so dass die Gesamtenergie dem Bedarf einfach und exakt angepasst werden kann. Treibladungspulver haben die unerwünschte Eigenart, bei unterschiedlichen Umgebungstemperaturen auch unterschiedlich zu zünden. Durch die genaue Dosierbarkeit der zuzuführenden Gesamtenergie erhöht sich die Treffsicherheit. Durch eine Veränderung der Zusammensetzung der elektrisch leitenden Flüssigkeit lässt sich das Zündverhalten ebenfalls beeinflussen. Da sich das Anzündmedium nicht im Verbund mit der Treibladung befindet, ist die Sicherheit bei der Handhabung und bei dem Transport der Munition erhöht. Der Plasmagenerator eignet sich ferner für alle Kaliber und insbesondere für eine hülsenlose Munition.

Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung sind die Einspritzdüse, die erste Elektrode und die zweite Elektrode so angeordnet, dass der in ein Plasma zu überführende Flüssigkeitsstrahl in einem Zündkanal einer Treibladung eines Geschosses bildbar ist. Hierdurch ist die Integralbauweise stärker verwirklicht.

Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung sind die Einspritzdüse, die erste Elektrode und die zweite Elektrode von einem Druckgehäuse umgeben, in dem der Flüssigkeitsstrahl in ein Plasma überführbar ist, wobei das Druckgehäuse eine Gasaustrittsdüse aufweist, die so im Verschluss des Waffenrohres angeordnet ist, dass mit den erzeugten Gasen eine Treibladung eines Geschosses zundbar ist. Diese Alternative, bei der der Plasmagenerator als Baugruppe an der Rohrwaffe befestigt ist, orientiert sich mehr an der Differenzialbauweise.

Gemäß einer weiteren Ausgestaltung ist der Plasmagenerator als Teil einer Steuerrakete ausgebildet.

Gemäß einer weiteren Ausgestaltung sind die Einspritzdüse, die erste Elektrode und die zweite Elektrode von einem Düsengehäuse umgeben, in dem der Flüssigkeitsstrahl in ein Plasma überführbar ist, und das Düsengehäuse weist eine Gasaustrittsdüse auf.

Gemäß weiteren Ausgestaltungen umfasst der Druckerzeuger eine Einspritzpumpe oder alternativ eine Gasdruckeinrichtung oder eine Federdruckeinrichtung. Wenn der Plasmagenerator als Teil einer Rohrwaffe ausgebildet ist, bietet sich alternativ an, dass der Druck mit einer einen Explosivstoff enthaltenden Kapsel erzeugbar ist.

Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist die erste Elektrode an der Einspritzdüse integriert. Dies vereinfacht den konstruktiven Aufbau.

Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der Zeichnungen näher beschrieben. Dabei zeigen:

1 eine Rohrwaffe mit einem Plasmagenerator zur Zündung einer Treibladung eines Geschosses, im Längsschnitt dargestellt;

2 eine Rohrwaffe, ähnlich wie in 1, jedoch mit einem alternativen Druckerzeuger;

3 eine Rohrwaffe, ähnlich wie in 1, jedoch ebenfalls mit einem alternativen Druckerzeuger;

4 einen Druckerzeuger, der anstelle des Druckerzeugers, wie er in 3 verwendet wird, eingesetzt werden kann;

5 eine Rohrwaffe, ähnlich wie in 1, jedoch mit einer alternativen Anordnung der ersten und zweiten Elektrode;

6 eine Steuerrakete mit einem Plasmagenerator, im Längsschnitt dargestellt;

7 eine Steuerrakete, ähnlich wie in 6, jedoch mit einer alternativen Anordnung der Gasaustrittsdüse.

Die 1 zeigt einen Plasmagenerator 1, der als Teil einer Rohrwaffe 50 ausgebildet ist, um eine Treibladung 54 zu zünden, die Teil des Geschosses 53 ist. Der Plasmagenerator 1 umfasst eine Hochspannungseinrichtung 10 zur Erzeugung einer Hochspannung. Die Hochspannungseinrichtung 10 ist an eine erste Elektrode 11 und zweite Elektrode 12 angeschlossen. Der Plasmagenerator 1 umfasst einen Druckerzeuger 20, um eine elektrisch leitende, brennbare Flüssigkeit 40 unter Druck zu setzen. Der spezifische elektrische Widerstand der brennbaren, elektrisch leitenden Flüssigkeit 40 ist kleiner als 800 K&OHgr;mm2/m. Der Druckerzeuger 20 ist an eine Einspritzdüse 30 angeschlossen, mit der ein geschlossener Flüssigkeitsstrahl 41 erzeugbar ist. Die Elektroden 11 und 12 sind bezüglich des Flüssigkeitsstrahls 41 so angeordnet, dass der Flüssigkeitsstrahl 41 bei der Plasmazündung eine Kontaktbrücke bildet. Im Betrieb der Rohrwaffe 50 bildet die Einspritzdüse 30 die erste Elektrode 11. Die zweite Elektrode 12 ist im Geschoss 53 angeordnet und die elektrische Verbindung zur zweiten Elektrode 12 erfolgt über das Waffenrohr 51. Elektrisch ist die erste Elektrode 11 von der zweiten Elektrode 12 durch die Isolierung 52 voneinander getrennt.

Hinsichtlich Einzelheiten zur Hochspannungseinrichtung 10 ist diese so ausgelegt, dass eine einzige elektrische Entladung über die Kontaktbrücke des geschlossenen Flüssigkeitsstrahles 41 stattfindet. Die elektrische Energie zur Zündung des Flüssigkeitsstrahls 41 beträgt etwa 1 kJ und ist von der Kalibergröße abhängig. Die geringe elektrische Energie zur Zündung des Flüssigkeitsstrahls resultiert in einer geringen Baugröße der Hochspannungseinrichtung 10. Die elektrische Spannung wird durch einen Hochspannungsgeneratorerzeugt, der einen Kondensator auflädt. Der Aufbau der elektrischen Schaltung ähnelt der eines Fotoblitzgeräts. Die benötigte Spannung ist abhängig von dem Kaliber. Mit zunehmendem Kaliber werden längere Zündstrecken und höhere Spannungen verwendet. Um beispielsweise eine Zündstrecke von 10–14 cm zu erreichen, wurde die Spannung auf 8 kV eingestellt.

In dem Ausführungsbeispiel nach 1 umfasst der Druckerzeuger 20 eine Einspritzpumpe 21. Die Einspritzpumpe 21 setzt die brennbare, elektrisch leitende Flüssigkeit 40 unter Druck und führt diese über ein Dosierventil 215 und ein Rückschlagventil 216 der Einspritzdüse 30 zu. Das Rückschlagventil 216 schütz den Druckerzeuger 20 vor dem hohen Druck, den die Treibladung 54 erzeugt.

Der Ablauf des Abfeuerns eines Geschosses stellt sich wie folgt dar. Bei eingelegtem Geschoss 53 im Waffenrohr 51 wird ein Flüssigkeitsstrahl 41 erzeugt. Der geschlossene Flüssigkeitsstrahl 41 verbindet die erste Elektrode 11, die gleichzeitig auch die Einspritzdüse 30 ist, mit der zweiten Elektrode 12, die am Geschoss 53 integriert ist. Zwischen der ersten Elektrode 11 und der zweiten Elektrode 12 ist in der Treibladung 54 ein Zündkanal 541 angeordnet. Die mit Hilfe der Hochspannungsvorrichtung 10 elektrisch vorgespannten Elektroden 11 und 12 zünden den Flüssigkeitsstrahl 41 unter gleichzeitiger Plasmabildung. Auf Grund der Plasmabildung und auf Grund der Verbrennung des Flüssigkeitsstrahls 41 erzielt man eine sehr hohe Temperatur, welche die den Flüssigkeitsstrahl 41 umgebende Treibladung 54 im Zündkanal 541 anzündet. Nach der Zündung der Treibladung 54 wird das Geschoss 53 beschleunigt und tritt aus dem Waffenrohr 51 heraus.

Im Unterschied zur 1 zeigt 2 eine alternative Ausbildung des Druckerzeugers 20, bei dem der Druck mit einer einen Explosivstoff enthaltenen Kapsel 22 erzeugbar ist. Der Flüssigkeitsstrahl 41 wird in der Weise erzeugt, dass durch den Gasdruck der gezündeten, Explosivstoff enthaltenden Kapsel 22 ein Dichtkolben 221 die Flüssigkeit 40 als geschlossenen Flüssigkeitsstrahl 41 aus der Einspritzdüse 30 herauspresst. Nach der Zündung der Treibladung 54 wird der Dichtkolben 221 aufgrund ihres Druckes wieder zurückgedrückt. Für einen erneuten Abschuss führt man wieder eine bestimmte Menge an brennbarer, elektrisch leitender Flüssigkeit der Einspritzdüse 30 zu und ersetzt die Explosivstoff enthaltende Kapsel 22 durch eine unverbrauchte.

Die 3 zeigt, ebenso wie die zuvor besprochene 2, eine alternative Ausbildung des Druckerzeugers 20. Hierbei umfasst der Druckerzeuger 20 eine Federdruckeinrichtung 24. In einem Behälter befindet sich zunächst eine Feder 242, die einen Zwischenkolben 241 beaufschlagt. Der Zwischenkolben 241 wiederum drückt mit seiner Federkraft auf die brennbare, elektrisch leitende Flüssigkeit 40. Über ein Dosierventil 245 wird die brennbare, elektrisch leitende Flüssigkeit der Einspritzdüse 30 zugeführt. Als Schutz vor dem Druck der Treibladung 54 ist vor der Einspritzdüse 30 ein Rückschlagventil 246 angeordnet.

Die in 3 gezeigte Federdruckeinrichtung 24 kann durch die in 4 gezeigt Gasdruckeinrichtung 23 ersetzt sein. Hierbei befindet sich in einem Behälter Druckluft 231, die die brennbare, elektrisch leitende Flüssigkeit 40 beaufschlagt. Über das Dosierventil 235 gelangt die brennbare, elektrisch leitende Flüssigkeit zur Einspritzdüse 30, die neben anderen Einzelheiten der Rohwaffe und des Geschosses in 3 dargestellt sind.

Hinsichtlich Einzelheiten zur brennbaren, elektrisch leitenden Flüssigkeit 40 weist diese einen Sauerstoffträger als Bestandteil auf. Ferner ist die brennbare, elektrisch leitende Flüssigkeit 40 eine Lösung mit Nitratsalzen. Alternativ zu den Nitratsalzen sind auch andere Salze geeignet, welche der Flüssigkeit 40 eine ausreichende elektrische Leitfähigkeit verleihen, beispielsweise Chlor und Sauerstoff enthaltende Salze. Als Hauptbestandteil umfasst die Lösung mit Nitratsalzen eine Alkohollösung. Der verwertbare Energiegehalt der brennbaren, elektrisch leitenden Flüssigkeit ist größer als 6 kJ/cm3. Für einen Plasmagenerator 1, der als Teil einer Rohrwaffe 50 ausgebildet ist, eignet sich folgende, erste Zusammensetzung:

  • • 1 Gewichtsteil Methanol + 2 Gewichtsteile Magnesiumnitrat (MgNO3). Ebenso kann die folgende, zweite Zusammensetzung eingesetzt werden:
  • • 1 Gewichtsteil Methanol + 1 Gewichtsteil Ethanol + 1 Gewichtsteil Magnesiumnitrat.

Das Magnesiumnitrat stellt den Sauerstoffträger der Lösung dar.

Eine zusätzliche Beimischung von feinem Magnesiumpulver ist möglich. Dieses bildet bei der Zündung glühende Partikel und erhöht die Anzündsicherheit.

Die 1 bis 4 zeigen, dass die Einspritzdüse 30, die erste Elektrode 11 und die zweite Elektrode 12 so angeordnet sind, dass der in ein Plasma zu überführende Flüssigkeitsstrahl 41 in einem Zündkanal 541 einer Treibladung 54 eines Geschosses 53 bildbar ist.

Im Gegensatz hierzu zeigt die 5 eine alternative Anordnung, bei der die Einspritzdüse 30, die erste Elektrode 11 und die zweite Elektrode 12 von einem Druckgehäuse 70 umgeben sind, in dem der Flüssigkeitsstrahl 41 in ein Plasma überführbar ist. Das Druckgehäuse 70 weist eine Gasaustrittsdüse 71 auf, die so im Verschluss des Waffenrohres 51 angeordnet ist, dass mit den erzeugten Gasen eine Treibladung 54 eines Geschosses 53 zündbar ist.

6 zeigt einen Plasmagenerator 1, der als Teil einer Steuerrakete 60 ausgebildet ist. Der Plasmagenerator 1 umfasst, wie bei den vorangegangenen Ausführungsbeispielen, eine Hochspannungsvorrichtung 10 zur Erzeugung einer Hochspannung, die an eine erste Elektrode 11 und zweite Elektrode 12 angeschlossen ist. Elektrisch ist die erste Elektrode 11 von der zweiten Elektrode 12 durch eine Isolierung 62 voneinander getrennt. Ferner umfasst der Plasmagenerator 1 einen Druckerzeuger 20, um eine elektrisch leitende, brennbare Flüssigkeit 40 unter Druck zu setzen. Der spezifische elektrische Widerstand der brennbaren, elektrisch leitenden Flüssigkeit 40 ist kleiner als 800 K&OHgr;mm2/m. Der Druckerzeuger 40 ist an eine Einspritzdüse 30 angeschlossen, mit der ein geschlossener Flüssigkeitsstrahl 41 erzeugbar ist. Die Elektroden 11 und 12 sind bezüglich des Flüssigkeitsstrahls 41 so angeordnet, dass der Flüssigkeitsstrahl 41 bei der Plasmazündung eine Kontaktbrücke bildet.

Die Steuerrakete 60 weist ein Düsengehäuse 61 mit einer Gasaustrittsöffnung 63 auf. Die Einspritzdüse 30 ist als erste Elektrode 11 ausgebildet und an dem der Gasaustrittsöffnung 63 gegenüberliegenden Ende angeordnet. Die zweite Elektrode 12 ist im Inneren des Düsengehäuses 61 auf seiner Längsachse angeordnet. Der Druckerzeuger 20 umfasst eine Einspritzpumpe 21. Alternativ könnte der Druckerzeuger 20 auch eine Gasdruckeinrichtung 23, wie in 4 gezeigt, oder eine Federdruckeinrichtung 24, wie aus 3 hervorgeht, umfassen.

Hinsichtlich Einzelheiten zur Hochspannungseinrichtung 10 ist diese so ausgebildet, dass eine einzige elektrische Entladung über die Kontaktbrücke des Flüssigkeitsstrahles 41 stattfindet. Die Steuerrakete 60 arbeitet mit Steuerimpulsen. Ein elektrisch leitender, brennbarer, geschlossener Flüssigkeitsstrahl 41 wird von der ersten, elektrisch vorgespannten Elektrode 11 zur zweiten Elektrode 12 gespritzt. Dadurch wird die elektrische Entladung ausgelöst und ein Plasma erzeugt. Es entstehen dabei derart hohe Temperaturen, dass der brennbare Flüssigkeitsstrahl 41 zündet und in eine schnelle Verbrennung überführt wird. Dabei entstehen heiße Gase, die sich zusammen mit dem Plasma stark ausdehnen und über eine Gasaustrittsöffnung 63 einen Rückstoss erzeugen.

Hinsichtlich Einzelheiten zur brennbaren, elektrisch leitenden Flüssigkeit 40, weist diese einen Sauerstoffträger als Bestandteil auf. Ferner ist die brennbare, elektrisch leitende Flüssigkeit eine Lösung mit Nitratsalzen. Alternativ zu den Nitratsalzen sind auch andere Salze geeignet, welche der Flüssigkeit 40 eine ausreichende elektrische Leitfähigkeit verleihen, beispielsweise Chlor und Sauerstoff enthaltende Salze. Als Hauptbestandteil umfasst die Lösung mit Nitratsalzen eine Alkohollösung. Der verwertbare Energiegehalt der brennbaren, elektrisch leitenden Flüssigkeit ist größer als 6 kJ/cm3. Für einen Plasmagenerator 1, der als Teil einer Steuerrakete 60 ausgebildet ist, eignet sich die zuvor bereits dargelegte, erste und zweite Zusammensetzung.

Die Steuerrakete 60 kann so an einem Geschoss oder einer Rakete angebracht sein, dass der Schub radial zur Längsachse wirkt und dadurch eine Flugrichtungsänderung bewirkt wird. Durch eine feine Dosierung der Menge der brennbaren, elektrisch leitenden Flüssigkeit 40 und genaue Einstellung der elektrischen Energie lassen sich genau vorherbestimmbare Kursänderungen erreichen. Die Steuerrakete 60 kann auch in einen Satelliten eingebaut werden. Dabei muss als elektrisch leitende, brennbare Flüssigkeit eine Zusammensetzung mit einem Sauerstoffträger verwendet werden.

Im Unterschied zur 6 zeigt 7 eine alternative Ausbildung. In 6 ist eine Variante dargestellt, bei der die Einspritzdüse 30 am der Gasaustrittsdüse 63 gegenüberliegenden Ende angeordnet ist. Im Gegensatz hierzu stehen bei der Variante gemäß 7 die Längsachse der Einspritzdüse 30 und die Längsachse der Gasaustrittsdüse 63 in einem rechten Winkel zueinander. Bei dieser Variante vereinfacht sich der Aufbau der Steuerrakete.

1Plasmagenerator 10Hochspannungsvorrichtung 11Erste Elektrode 12Zweite Elektrode 20Druckerzeuger 21Einspritzpumpe 215Dosierventil 216Rückschlagventil 22Explosivstoff enthaltende Kapsel 221Dichtkolben 225Dosierventil 226Rückschlagventil 23Gasdruckeinrichtung 231Druckluft 235Dosierventil 24Federdruckeinrichtung 241Zwischenkolben 242Feder 245Dosierventil 246Rückschlagventil 30Einspritzdüse 40brennbare, elektrisch leitende Flüssigkeit 41Flüssigkeitsstrahl 50Rohrwaffe 51Waffenrohr 52Isolierung 53Geschoss 54Treibladung 541Zündkanal 60Steuerrakete 61Düsengehäuse 62Isolierung 63GGasaustritts 70Druckgehäuse 71Gasaustrittsdüse

Anspruch[de]
  1. Plasmagenerator (1) mit folgenden Merkmalen:

    • der Plasmagenerator (1) umfasst eine Hochspannungsvorrichtung (10) zur Erzeugung einer Hochspannung,

    • die Hochspannungsvorrichtung (10) ist mindestens an eine erste Elektrode (11) und an eine zweite Elektrode (12) angeschlossen,

    • der Plasmagenerator (1) umfasst einen Druckerzeuger (20), um eine elektrisch leitende, brennbare Flüssigkeit (40) unter Druck zu setzen,

    • der spezifische elektrische Widerstand der brennbaren, elektrisch leitenden Flüssigkeit (40) ist kleiner als 800 K&OHgr;mm2/m,

    • der Druckerzeuger (20) ist an eine Einspritzdüse (30) angeschlossen, mit der ein geschlossener Flüssigkeitsstrahl (41) erzeugbar ist,

    • die Elektroden (11, 12) sind bezüglich des Flüssigkeitsstrahls (41) so angeordnet, dass der Flüssigkeitsstrahl (41) bei der Plasmazündung eine Kontaktbrücke bildet.
  2. Plasmagenerator (1) nach Anspruch 1, bei der die brennbare, elektrisch leitende Flüssigkeit (40) einen Sauerstoffträger als Bestandteil aufweist.
  3. Plasmagenerator (1) nach Anspruch 1 oder 2, bei der die brennbare, elektrisch leitende Flüssigkeit (40) eine Lösung mit Nitratsalzen ist.
  4. Plasmagenerator (1) nach Anspruch 3, bei der die Lösung mit Nitratsalzen als Hauptbestandteil eine Alkohollösung umfasst.
  5. Plasmagenerator (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei dem der verwertbare Energiegehalt der brennbaren, elektrisch leitenden Flüssigkeit größer als 6 kJ/cm3 ist.
  6. Plasmagenerator (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei der die Hochspannungseinrichtung (10) so ausgebildet ist, dass eine einzige elektrische Entladung über die Kontaktbrücke des Flüssigkeitsstrahls (41) stattfindet.
  7. Plasmagenerator (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, der als Teil einer Rohrwaffe (50) ausgebildet ist, um eine Treibladung (54) zu zünden.
  8. Plasmagenerator (1) nach Anspruch 7, bei dem die Einspritzdüse (30), die erste Elektrode (11) und die zweite Elektrode (12) so angeordnet sind, dass der in ein Plasma zu überführende Flüssigkeitsstrahl (41) in einem Zündkanal (541) einer Treibladung (54) eines Geschosses (53) bildbar ist.
  9. Plasmagenerator (1) nach Anspruch 7, bei dem die Einspritzdüse (30), die erste Elektrode (11) und die zweite Elektrode (12) von einem Druckgehäuse (70) umgeben sind, in dem der Flüssigkeitsstrahl (41) in ein Plasma überführbar ist, wobei das Druckgehäuse (70) eine Gasaustrittsdüse (71) aufweist, die so im Verschluss des Waffenrohres (51) angeordnet ist, dass mit den erzeugten Gasen eine Treibladung (54) eines Geschosses (53) zündbar ist.
  10. Plasmagenerator (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, der als Teil einer Steuerrakete (60) ausgebildet ist.
  11. Plasmagenerator (1) nach Anspruch 10, bei dem die Einspritzdüse (30), die erste Elektrode (11) und die zweite Elektrode (12) von einem Düsengehäuse (61) umgeben sind, in dem der Flüssigkeitsstrahl (41) in ein Plasma überführbar ist, und das Düsengehäuse (61) eine Gasaustrittsdüse (63) aufweist.
  12. Plasmagenerator (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 11, bei dem der Druckerzeuger (20) eine Einspritzpumpe (21) umfasst.
  13. Plasmagenerator (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 11, bei dem der Druckerzeuger (20) eine Gasdruckeinrichtung (23) oder eine Federdruckeinrichtung (24) umfasst.
  14. Plasmagenerator (1) nach einem der Ansprüche 7 bis 9, bei dem der Druckerzeuger (20) so ausgebildet ist, dass der Druck mit einer einen Explosivstoff enthaltenden Kapsel (22) erzeugbar ist.
  15. Plasmagenerator nach einem der Ansprüche 1 bis 14, bei dem die erste Elektrode (11) an der Einspritzdüse (30) integriert ist.
Es folgen 6 Blatt Zeichnungen






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