Die vorliegende Erfindung betrifft ein durch die Luft fliegendes Zielsystem.
Die Verwendung von Luftzielen in Waffentrainingssituationen ist gut
bekannt. Von einem Luftfahrzeug geschleppte Ziele oder Ziele mit Eigenantrieb simulieren
die Charakteristiken, gegen welche Flugabwehrgranaten und -raketen verwendet werden
könnten. Diese Charakteristiken können Formsignaturen oder thermische Signaturen
umfassen. Es sind gas- oder erdölbetriebene Brenner verwendet worden, um ein Gitter
oder eine feste Oberfläche zu heizen, wodurch die benötigte thermische Signatur
bereitgestellt wird. Die Verwendung eines Brenners stellt jedoch auch einen sichtbaren
Anzeiger bereit. Während für Tageslicht-Trainingsmissionen keinerlei Probleme verursacht
werden, folgt während Operationen zur Nachtzeit eine Person, welche ein Training
in der Verwendung von Flugabwehrwaffen ausführt, oftmals versehentlich statt der
thermischen Signatur der visuellen Signatur. Dies reduziert deutlich die Effektivität
des Trainings in der Simulation von Kampfbedingungen, in welchen möglicherweise
keine sichtbare Anzeige der Position eines Ziels gegeben ist.
Dieses Problem wurde in der GB 2 309 290 festgestellt und in Angriff
genommen, welche vorschlägt, eine „kontinuierliche und thermisch leitfähige
Oberfläche" über der Brennereinheit im Bugkonus eines Ziels anzuordnen. Die Veröffentlichung
ist jedoch dahingehend unzureichend, da sie nicht erklärt, was mit diesem Ausdruck
gemeint ist und es werden keine Beispiele für geeignete Materialien oder Konstruktionen
für eine solche Oberfläche zur Erleichterung des Verständnisses gegeben.
Ferner tritt bei gasbetriebenen Zielen das Problem auf, dass diese
übermäßige Temperaturen erzeugen und keine thermischen Signaturen gewünschter Wellenlänge(n)
erzeugen. Es besteht demnach ein Bedarf für eine alternative Wärmeeinheit für ein
durch die Luft fliegendes Zielsystem.
Die US 3 086 202 offenbart
ein Luftziel, welches eine elektrisch beheizte Heizereinheit umfasst.
Gemäß der vorliegenden Erfindung in ihrem breitesten Sinne wird ein
Luftziel mit einer elektrisch beheizten Heizereinheit bereitgestellt, welche dadurch
gekennzeichnet ist, dass die Heizereinheit ein Nickel-Chrom-Drahtelement umfasst.
Typischerweise ist die Heizereinheit innerhalb des Bugkonus des Luftziels, vorzugsweise
hinter einem Zinksulfidfenster, angeordnet.
Vorzugsweise ist das Drahtelement an einer flachen Radiatorplatte
montiert.
Die vorliegende Erfindung ist gleichermaßen auf geschleppte Ziele
oder Ziele mit Eigenantrieb anwendbar. Typischerweise werden Ziele mit Eigenantrieb
durch Hubkolbenmaschinen (Kolben- oder Drehmotoren), Düsentriebwerke oder Festbrennstoffmotoren
betrieben.
Die oben genannten und andere Aspekte der vorliegenden Erfindung werden
nun, lediglich beispielhaft und unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen
detaillierter beschrieben, wobei:
1 schematisch ein Luftziel zeigt, welches
durch ein bemanntes Luftfahrzeug geschleppt wird;
2 eine perspektivische Ansicht einer Ausführungsform
eines geschleppten Luftziels zeigt, in welches ein Heizer eingebaut ist;
3 die Ausführungsform von 2
unterhalb der Tragfläche eines Luftfahrzeugs vor der Aussetzung des Ziels illustriert
und
4 eine perspektivische Vorderansicht des
Bugkonus der Ausführungsform von 2 ist.
1 zeigt ein Luftziel 10 ohne
Eigenantrieb, welches von einem Luftfahrzeug 11 an einem sehr langen Abschleppseil
12 (typischerweise in der Größenordnung von 7 km) abgeschleppt wird, um
das abschleppende Luftfahrzeug 11 vor dem eintreffenden Beschuss zu schützen.
Mittels einer elektrischen Heizereinheit, welche innerhalb der aerodynamischen Bugkonusverkleidung
13 eingebaut ist, strahlt das Ziel 10 von seinem Bugkonus Wärme
aus. Die Bugkonusverkleidung 13 ist typischerweise aus Hochtemperatur-glasfaserverstärktem
Kunststoff hergestellt und umfasst ein Zinksulfidfenster 14, um zu ermöglichen,
dass die thermische Infrarotsignatur der Heizereinheit im Bereich von 3 bis 13 &mgr;m
von der Sucheinrichtung gesehen werden kann, während es als Isolator gegen das Kühlen
des Luftstroms wirkt, der typischerweise 350 Knoten oder mehr erreichen kann. Das
ZnS-Fenster 14 ist so groß wie möglich, um zu gewährleisten, dass die maximal
mögliche Fläche der geheizten Oberfläche durch die Sucheinrichtung detektiert werden
kann.
Die Heizereinheit verwendet ein Nickel-Chrom-Drahtelement, welches
an einer flachen Radiatorplatte einer 1,2 kW-Bauweise montiert ist. Die Radiatorplatte
selbst ist an einem thermisch isolierten Unterbau aus rostfreiem Stahl und Aluminium
montiert. Die Einheit strahlt Wärme von Umgebungstemperatur bis ungefähr 500°C
ab. Der Bugkonus kann derartige Löcher aufweisen, wie sie nötig sind, um ein Eintreten
von Kühlluft zwischen die innere Oberfläche des Bugkonus, die äußere Oberfläche
des Unterbaus aus rostfreiem Stahl sowie in Gebiete der Montage
des Rahmens aus rostfreiem Stahl an dem Bugkonus aus glasfaserverstärktem Kunststoff
zu ermöglichen, um irgendeine strukturelle Beschädigung des Bugs durch die Wärme
von dem Heizelement zu verhindern. Die Rückseite der Heizereinheitanordnung ist
mit einer dicken Glasgewebematte bedeckt, um eine Wärmeübertragung zum Heck des
Ziels zu verhindern oder zu reduzieren.
Die Heizereinheit ist so geformt, dass eine angemessene Abdeckung
gewährleistet ist und kann so orientiert werden, dass eine nach vorn gerichtete
thermische Signatur erzeugt wird oder kann derart eingestellt werden, dass die Signatur
in einem Winkel zur Horizontalen hin gerichtet ist. Der Heizer kann im Wesentlichen
über seine gesamte sichtbare Oberfläche eine konstante Temperatur aufweisen oder
kann derart konfiguriert sein, dass er über die Oberfläche einen Temperaturbereich
von ungefähr 30°C oder dergleichen aufweist. Ein in dem Ziel enthaltenes Heizungssteuer-/Regelsystem
steuert/regelt die Ausgabetemperatur mittels eines an der Heizenadiatorplatte angebrachten
Thermoelements. Das Steuer-/Regelsystem kann wunschgemäß ausgelegt werden, um gestufte
Temperaturänderungen während des Flugs zu ermöglichen und kann Telemetrieausgaben
umfassen, die den Status des Heizerelements anzeigen.
Die Heizereinheit wird durch Batteriezellen elektrisch betrieben,
welche unter typischen Bedingungen in der Lage sein werden müssen, den Betrieb des
Heizers für wenigstens 30 Minuten sicherzustellen. Alternativ kann die Versorgung
mit elektrischer Energie einen Generator umfassen. Erfolgreiche Ergebnisse wurden
erhalten, indem ein Strom von ungefähr 22 A aus Zellen gezogen wurde, welche bei
48 V betrieben werden und aus 2 Paketen zu 40 Nickel-Cadmium-D-Zellen mit 1,2 V,
4 Ah gebildet sind. Zellen mit 7 Ah wurden ebenso verwendet.
Durch die oben beschriebene Konfiguration und unter Verwendung eines
auf 437°C eingestellten 1,2 kW-Heizers, was eine berechnete Heizerausgabe von
40 W pro Steradiant im Wellenlängenband von 4 bis 6 &mgr;m ergibt, wurden mit einer
Zielgeschwindigkeit von 250 Knoten in einer Höhe von 500 Metern erfolgreiche Versuche
erzielt. Ein Waffensystem war imstande, das Ziel aus einer Entfernung von 6000 Metern
im befriedigenden Maße zu verfolgen und erfolgreiche Flugkörperbeschüsse fanden
aus Entfernungen von über 7000 Metern statt.
Vorteilhafterweise kann das System der vorliegenden Erfindung anstelle
des Standard-Bugkonus an existierenden verfügbaren Zielen nachgerüstet werden.
Das Zielsystem der vorliegenden Erfindung wird für die Luftfahrtbehörden,
wie die FAA, akzeptabler werden, da in dem System keine brennbaren Gase oder Dämpfe
verwendet werden. Demzufolge ist mit allen Aspekten des Transports, der Lagerung,
der Zielvorbereitung, der Zielflugzeit im verstauten Zustand, der Rückgewinnung
und Landung, ein wesentlich geringeres Risiko verbunden. Die Einheit sollte zuverlässiger
sein, wobei kein volatiles Kraftstoff-Luft-Gemisch zur Bereitstellung der Wärmeausgabe
benötigt wird. Es treten daher keine Probleme in Verbindung mit dem Erreichen einer
Zündung des Kraftstoffs und dem Aufrechterhalten des korrekten Flammenmusters bei
einer Veränderung der Luftgeschwindigkeit des Ziels im Flug auf.
Die Einheit gibt eine genauere und stabilere thermische Signatur für
das Waffensystem ab. Die thermische Signatur kann über den gesamten Bereich von
Luftgeschwindigkeiten des Ziels, ob 180 Knoten oder 380 Knoten, als stabile Ausgabe
beibehalten werden. Der Bereich der Trainingsmöglichkeiten wird somit in keinerlei
Weise durch die Wärmeeinheit beschränkt, sondern lediglich durch die inhärenten
Möglichkeiten des Ziels selbst. Es ist verständlich, dass gasbetriebene „Heißbug"-Systeme
durch übermäßige Hitze, welche thermische Signaturen außerhalb des gewünschten Wellenlängenbereichs
erzeugt, unter einem schlechten Leistungsvermögen leiden. Es gibt Berichte von Versuchen,
welche gasbetriebene Ziele mit heißem Bug verwenden, in welchen eine unakzeptierbar
große thermische Signatur erzeugt wurde, was Unregelmäßigkeiten bei der Verfolgung
verursachte. Es wird angenommen, dass dies auf die ungleichförmige Abstrahlung von
dem Bugkonus und auf den Ausstoß von Brennerabgasen in die Atmosphäre in der Nähe
des Bugkonus zurückzuführen ist.
Obwohl die Wärmeeinheit zuvor in Bezug auf den Bugkonus eines Ziels
beschrieben wurde, kann diese in irgendeiner geeigneten Position innerhalb des Ziels
eingebaut werden, um die gewünschte thermische Signatur bereitzustellen. Beispielsweise
kann eine nach hinten weisende Signatur benötigt sein, in welchem Fall die Wärmeeinheit
an der Rückseite des Ziels positioniert werden wird.