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Dokumentenidentifikation DE10336769A1 10.03.2005
Titel Stabbreithalter für Gewebe in einer Webmaschine
Anmelder Vaupel Textilmaschinen GmbH & Co KG, 42277 Wuppertal, DE
Erfinder Vaupel, Marc, 42289 Wuppertal, DE;
Vaupel, Hans-Werner, 42277 Wuppertal, DE
Vertreter Buse, Mentzel, Ludewig, 42275 Wuppertal
DE-Anmeldedatum 08.08.2003
DE-Aktenzeichen 10336769
Offenlegungstag 10.03.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 10.03.2005
IPC-Hauptklasse D03J 1/22
Zusammenfassung Bei einem Stabbreithalter wird das Gewebe bereichsweise um einen Stab gewunden, der in einem im Webstuhl positionierten Halter aufgenommen ist. Der Halter besteht aus einem Unterprofil und einem Oberprofil, die an dem vom Gewebe umwundenen Bereich des Stabs, im Querschnitt gesehen, einen unteren und einen oberen Klemmpunkt erzeugen. Um einen unerwünschten Bogenverlauf des Schusses im Gewebe in den Randzonen zu verhindern oder wenigstens zu mindern, wird vorgeschlagen, am Ende des Stabs eine Kraft auszuüben, deren Richtung im Entlastungssinne mindestens einer der beiden Klemmpunkte wirkt.

Beschreibung[de]

Wie 1 zeigt, sind Stabbreithalter sind in einer Webmaschine unmittelbar hinter der Webstelle 22 angeordnet. Sie haben die Aufgabe, das Gewebe 20 in der gewünschten Breite zu halten. Dazu umwindet das Gewebe 20 einen Bereich eines Stabs 11, welcher in einer Aufnahme 13 eines Halters 12 angeordnet ist.

Der Halter 12 besteht aus einem Ober- und Unterprofil 14, 15, zwischen denen die Aufnahme 13 für den Stab entsteht. Das Gewebe 20 gelangt zunächst über eine am Unterprofil 14 vorgesehene Unterlippe 24, umrundet dann in einem Bereich 23 den in der Aufnahme 13 des Halters 12 befindlichen Stab 11 und wird dann über eine Oberlippe 25 am Oberprofil 15 hinweg zum Abzug der Webmaschine hin geführt. Durch diese Führung des Gewebes 20 entstehen zwischen den Stab 11 umkleidenden Gewebe 20 und dem Halter 12 einerseits ein oberer Klemmpunkt 18 am Oberprofil 15 und andererseits ein unterer Klemmpunkt 18 am Unterprofil 14. Der Stabbreithalter 10 ist, in Bewegungsrichtung 28 des Gewebes gesehen, unmittelbar hinter der vom Riet 30 (Webkamm) erzeugten Schussanschlagstelle 22, auch Webstelle genannt, angeordnet, wo der in das Webfach der Kettenfäden 29 eingetragene Schuss 31 angeschlagen wird.

Bei den bekannten Stabbreithaltern dieser Art entsteht in den Randzonen des Gewebes 20 ein sogenannter „Schussbogen", der sehr unerwünscht ist. Ein solcher Schussbogen ergibt sich, weil der eingebundene Schuss 31 in den Randzonen gegenüber der Mittelzone des Gewebes zunehmend in Bewegungsrichtung 28 des Gewebes 20 nacheilt, wie aus 4 zu entnehmen ist. Der Schussverlauf im Gewebe 20 macht also in den Randzonen einen auf das Riet 30 zulaufenden Bogen. Dieser Schussbogen-Effekt macht sich insbesondere dann bemerkbar, wenn Gewebe mit hoher Schussfadendichte erzeugt werden. Die Ursache für diesen unerwünschten Schussbogen-Effekt mag die sogenannte „Fransenbildung" bei der Schusseintragung sein, welche den Schuss 29 durch Druckluft oder durch einen mechanischen Greifer in ein aus 1 ersichtliches Webfach einträgt.

Dieser Schussbogen-Effekt hat vor allem Nachteile, wenn das erzeugte Gewebe 20 zum Herausschneiden von in Gewebelängsrichtung und in Gewebebreitrichtung mehrfach nebeneinanderliegend angeordneten gemusterten Etiketten dient. Dann sind nämlich die in den Randzonen des Breitgewebes 20 befindlichen Etiketten mit einem störenden Bogenverlauf ihrer Schussfäden versehen und daher unbrauchbar. Dies fällt durch die farbige Musterung der Etiketten besonders unangenehm auf. Eingewebte alphanumerische Symbole erscheinen verzerrt. Die Randzonen eines solchen Breitgewebes 20 konnten nicht benutzt werden. Dies führte zu einer Materialverschwendung und zu unnötigem Kostenaufwand bei der Herstellung der Etiketten-Breitgewebe.

Die Erfindung hat sich zur Aufgabe gemacht, diesen unerwünschten Schussbogen-Effekt zu beseitigen. Dies wird erfindungsgemäß durch die im Anspruch 1 genannten Maßnahmen erreicht, denen folgende besondere Bedeutung zukommt.

Durch die auf das Stabende 18 wirkende Kraft P, die aus nachfolgend ersichtlichem Grund stets „Entlastungskraft" genannt werden soll, wird der Endabschnitt des Stabes 11 verbogen. Diese Biegung des Stabes 11 nimmt in Richtung auf das Stirnende 31 des Stabs 11 zu. Diese Biegung kommt selbst bei einem aus massivem Stahl bestehenden Stab zu Stande. Eine Biegung von wenigen Zehntelmillimeter genügt, um eine in Richtung des Stab-Stirnendes 31 zunehmende Entlastung an mindestens einem der beiden Klemmpunkte 26, 27 zu erzeugen. An den Klemmpunkten 17, 18 kommt es zu einer Entlastung des Gewebe-Durchzugs im Halter 12 gegenüber der verbleibenden Klemmung im Bereich der Gewebemitte. Dadurch kann das Gewebe 20 im Sinne des Pfeils 28 in den Randzonen schneller abgewickelt werden, als in der Gewebemitte. Das wirkt dem genannten unerwünschten Schussbogen-Effekt entgegen, der dadurch minimiert bzw. ganz beseitigt wird. Die Erfindung hat überraschenderweise festgestellt, dass diese minimale Biegung des Stabes 11 aufgrund der endseitigen Entlastungskräfte P genügt. Das mit der Erfindung erzeugte Gewebe 20 führt zu einem einwandfreien geradlinigen Verlauf des Schusses auch in den Randzonen des Gewebes 20.

Das Stabende 19 selbst kann zusätzlich die zum Stand der Technik gehörenden Endprofilierungen in Form einer abgesetzten Stufe oder eines sich verjüngenden Konus aufweisen. Die Erfindung ist sowohl bei einem beheizten Stab 11 als auch bei unbeheizten Stäben anwendbar.

Weitere Maßnahmen und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und den Zeichnungen. Die 2 und 3 zeigen schematisch zwei Verwirklichungen der Erfindung. In 4 ist schematisch die Draufsicht auf das entstehende Gewebe 20 im Bereich des Stabbreithalters 10 gezeigt.

10Stabbreithalter 11Stab 12Halter 13Aufnahme in 12 für 11 14Unterprofil von 12 15Oberprofil von 12 16von 20 umwundener Bereich von 11 17unterer Klemmpunkt bei 14 18oberer Klemmpunkt bei 15 19Stabende von 11 20Gewebe 21Pfeil der Abzugsrichtung von 20 22Webstelle, Schussanschlag von 30 23Schussfaden (1) 24Unterlippe an 14 25Oberlippe an 15 26Kettfaden für 20 27Kraftrichtung von P 28Hebel (2, 3) 29Schwenklager von 28 30Riet, Webkamm 31Stirnende von 11 32Arbeitsarm von 28 (2, 3) 33Stellarm von 28 (2, 3) 34Kraftpfeil der Last (2, 3) 35Gewindestange (3) 36Mutter für 35 (3) 37Einsatz in 33 (2) 38Gewindebohrung (3) 39Lagerbock für 29 (3) 40Schraube (2) 41Widerlager für 40 (2) 42Doppelpfeil der Verstellung von 29 (3) 43Pfeil zur Verstellung von 34 (3) 44Fixiermittel für 39 (3) 45Bohrung in 31 (2) 46Bolzen in 45 (2) 47Ring um 11 herum (3) 48Zugstange (3) 49Gelenke zwischen 48, 32 bzw. 35, 33 (3) 50Randzone PEntlastungskraft

Anspruch[de]
  1. Stabbreithalter (10) für Gewebe (20) in einer Webmaschine

    mit einem Stab (11), der von dem erzeugten Gewebe (20) bereichsweise umwundenen und im Webstuhl von einem Halter (11) aufgenommen ist,

    wobei der Halter (12) – in Bewegungsrichtung des Gewebes (20) gesehen – hinter der Schussanschlagstelle (22) des Riets (30) der Webmaschine angeordnet ist,

    der Halter (12) aus einem Unterprofil (24) und einem Oberprofil (25) besteht, zwischen denen eine Aufnahme (13) für den Stab (11) entsteht,

    und die beiden Profile (14, 15) mit dem vom Gewebe (20) umwundenen Bereich (16) des Stabes (11) einen unteren und einen oberen Klemmpunkt (17, 18) erzeugen,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass das Ende (19) des Stabes (11) von einer Kraft (Entlastungskraft P) belastet ist

    und dass die Richtung (27) der Entlastungskraft (P) im Sinne einer Entlastung mindestens einer der beiden Klemmpunkte (17, 18) orientiert ist.
  2. Stabbreithalter (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Richtung der Entlastungskraft (P) im Sinne einer gleichzeitigen Entlastung beider Klemmpunkte (17, 18) wirksam ist.
  3. Stabbreithalter nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Klemmpunkte (17, 18) von der Entlastungskraft (P) in zueinander unterschiedlicher Weise entlastet werden.
  4. Stabbreithalter (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Größe und/oder Richtung der Entlastungskraft (P) einstellbar ist

    und dass damit das Ausmaß der Entlastung mindestens einer der beiden Klemmpunkte (17, 18) variierbar ist.
  5. Stabbreithalter nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Entlastungskraft (P) am Stirnende (31) des Stabes (11) angreift.
  6. Stabbreithalter nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Stabende (19) mit einer stirnseitigen Bohrung (45) versehen ist, in welcher ein Bolzen (46) drehbar gelagert ist

    und dass am herausragenden Endabschnitt des Bolzens (46) die Entlastungskraft (P) angreift.
  7. Stabbreithalter nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Entlastungskraft (P) an einem Endabschnitt des Stabes (11) angreift.
  8. Stabbreithalter nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Endabschnitt des Stabes (11) ein Rundprofil aufweist und zur Drehlagerung eines Rings (47) dient

    und dass die Entlastungskraft (P) am Ring (47) angreift.
  9. Stabbreithalter nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass an beiden Enden (19) des Stabes (11) jeweils eine eigene Entlastungskraft (P) angreift.
  10. Stabbreithalter (10) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Entlastungskräfte (P) hinsichtlich ihrer Größe und Richtung gemeinsam einstellbar sind.
  11. Stabbreithalter nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Entlastungskräfte (P) hinsichtlich ihrer Größe und Richtung zueinander unabhängig einjustierbar sind.
  12. Stabbreithalter (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass ein Hebel (28) in der Webmaschine schwenkgelagert (29) ist, über welchen (28) eine Entlastungskraft (P) am Stabende (19) erzeugt wird.
  13. Stabbreithalter (10) nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Hebel (28) zweiarmig (32, 33) ausgebildet ist, dessen einer Arm (Arbeitsarm 32) am Stabende angreift, während auf dem anderen Arm (Stellarm 33) eine die stabseitige Entlastungskraft (P) erzeugende Last (34) wirkt.
  14. Stabbreithalter (10) nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Last (34) über eine Gewindestange (35) und eine Mutter (36) erzeugt wird.
  15. Stabbreithalter (10) nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Last (34) mittels einer in einer Gewindebohrung (38) verstellbaren Schraube (40) erzeugt wird.
  16. Stabbreithalter (10) nach einem der Ansprüche 12 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass das Schwenklager (29) des Hebels (28) bezüglich des Stab-Halters (12) verstellbar (42) ist.
Es folgen 4 Blatt Zeichnungen






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