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Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Anordnung zum Gleichrichten einer Fluidströmung in einem Rohrleitungsabschnitt, in den eine gleichrichtende Vorrichtung eingebaut ist.

Bei einigen Typen von Gasdurchflußmeßgeräten, z.B. Turbinenradgaszählern, ist die Genauigkeit des Meßergebnisses stark von der Beschaffenheit des ankommenden Strömungsprofils abhängig. Die Kalibrierung des Meßgerätes erfolgt in einem ungestörten, quasi voll entwickelten Strömungsprofil. Ein möglichst ungestörtes Strömungsprofil ist daher wesentliche Voraussetzung für ein genaues Meßergebnis in der Anwendungsinstallation.

In der Praxis stehen häufig nur kurze Einlaufstrecken hinter störenden Anlagenbauteilen, z.B. Rohrkrümmern oder Druckregelgeräten, zur Verfügung. Aus diesem Grunde wird eine Anordnung der eingangs genannten Art zum Aufbereiten des Strömungsprofils innerhalb des Meßgerätes oder separat stromauf desselben benötigt.

Die Wirksamkeit der Gleichrichtung ist z.B. für Turbinenradgaszähler unter anderem in der EN 12261 quantitativ definiert. Hier wird nach zwei standardisierten Vorstörungsarten, einer geringen und einer starken Vorstörung, unterschieden, und der jeweilige Mindestabstand des Meßgerätes von der Vorstörung wird ermittelt, um im Vergleich mit der ungestörten Kalibrierung eine maximal zulässige Meßabweichung einzuhalten.

Die zur Erzeugung der Vorstörungen verwendeten Testaufbauten bringen zwei wesentliche Merkmale von Strömungsprofilstörungen hervor, und zwar eine mit einem Drall mit exzentrischer Lage kombinierte Asymmetrie.

Bekannt sind verschiedene Ausführungen von externen gleichrichtenden Vorrichtungen. Hierzu gehören Lochplatten-, Rohrbündel- oder Radialschaufel(Etoile)-Gleichrichter, die in der EN ISO 5167 beschrieben sind. Diese bekannten gleichrichtenden Vorrichtungen sind oft nicht für beide Störungskomponenten ausreichend effektiv; teilweise erzeugen sie auch einen unerwünscht hohen Druckverlust. Gleiches gilt für in Gasdurchflußmeßgeräte integrierte gleichrichtende Vorrichtungen. Hier greift die Erfindung ein.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine wirksame Gleichrichtung verschiedener Störungskomponenten zu erreichen und dabei nur einen geringen Druckverlust zu verursachen.

Ausgehend von der Anordnung der eingangs genannten Art, sieht die Erfindung zur Lösung dieser Aufgabe vor, daß stromauf der gleichrichtenden Vorrichtung in dem Rohrleitungsabschnitt ein Blendenring derart angeordnet ist, daß das Strömungsprofil im Anströmbereich der gleichrichtenden Vorrichtung eingeschnürt ist.

Der Blendenring erzeugt über den ganzen Umfang eine zum Zentrum des Durchtrittsprofils gerichtete Radialkomponente in der Strömung. Bei rotationssymmetrisch verteilter Axialgeschwindigkeit wird der Massenstrom daher vorübergehend zum Zentrum hin konzentriert und bleibt auch stromab der Blende symmetrisch. Bei asymmetrischer Verteilung der Axialgeschwindigkeit entsteht in der Zone höherer Strömungsgeschwindigkeit eine größere, zum Zentrum gerichtete Radialkomponente. Der Schwerpunkt des Massenstroms wird dadurch zur Mitte hin verschoben und die Asymmetrie reduziert.

Gleichzeitig zwingt die Blende den Drall auf insgesamt kleinere Umlaufbahnen, was für die Drallgleichrichtung von Vorteil ist. Da der Drehimpuls des Dralls erhalten bleibt, nimmt die Tangentialkomponente des Dralls proportional mit der Einschnürung zu. Dadurch steigt die kinetische Energie in der Drallkomponente nach einer quadratischen Funktion mit der Folge einer deutlich höheren Dissipation der Rotationsenergie und einer entsprechend effektiveren Gleichrichtung.

Für den Eintritt der Strömung in die nachfolgende gleichrichtende Vorrichtung ändert sich außerdem der Anströmwinkel.

Die Axialkomponente nimmt quadratisch mit der Einengung des Rohrdurchmessers zu. Zusammen mit dem Anstieg der Tangentialkomponente verkleinert sich der Tangens des Anströmwinkels somit proportional zur Einengung des Rohrdurchmessers.

Dies ist allein betrachtet zwar nachteilig für die Drallgleichrichtung, wird durch die deutlich erhöhte Dissipation aber überkompensiert.

In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, daß der Abstand t des Blendenrings zur gleichrichtenden Vorrichtung nach der folgenden Beziehung bemessen ist: 0 ≤ t ≤ E, wobei E die stromab gerichtete axiale Ausdehnung der Einschnürung der Strömung ist.

Der Blendenring hat eine axiale Breite b, die vorzugsweise kleiner ist als die in die Strömung ragende Höhe h (h = (D – d)/2, mit D: Außendurchmesser des Blendenringes, d: Innendurchmesser des Blendenringes).

Die Breite b kann aber auch größer als die Höhe h des Blendenringes sein.

In einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, daß der Blendendurchmesser und/oder der axiale Abstand des Blendenringes von der gleichrichtenden Vorrichtung auf die Bauart und Ausbildung der gleichrichtenden Vorrichtung derart abgestimmt sind, daß die Effektivität der Gleichrichtung erhöht und/oder der Druckverlust bei der Gleichrichtung bzw. der bauliche Aufwand der gleichrichtenden Vorrichtung verringert wird.

Alternativ oder zusätzlich kann der Umfang des Verdrängungskörpers mit der axialen Strömungsrichtung in geringerem Maß zunehmen als bei einer Halbkugelform. Dadurch bleibt der auf kleinere Umlaufbahnen gezwungene Drall länger im achsnahen Bereich, wo der tangentiale Abstand zweier Rippen, bzw. die Sekante einer Rotationslinie, kürzer ist. Es wird so die Drallgleichrichtung in der Regel noch verbessert.

Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.

Im folgenden wird die Erfindung anhand von in den Zeichnungen schematisch dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert.

1 zeigt schematisch ein erstes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Anordnung zum Gleichrichten einer Fluidströmung, wobei die Anströmkanten der Leitrippen in einer Radialebene der Rohrleitung verlaufen, die mit dem Scheitelpunkt der halbkugelförmigen Kalotte des Verdrängungskörpers ausgerichtet ist.

2 zeigt schematisch ein zweites Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Anordnung zum Gleichrichten einer Fluidströmung, wobei die Anströmkanten der Leitrippen in einer Radialebene der Rohrleitung verlaufen, die stromauf des Scheitels der halbkugelförmigen Kalotte des Verdrängungskörpers angeordnet ist.

3 zeigt schematisch ein drittes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Anordnung zum Gleichrichten einer Fluidströmung, wobei der Verdrängungskörper der gleichrichtenden Vorrichtung anders geformt ist als in den Ausführungsbeispielen gemäß 1 und 2.

4 zeigt einen Axialschnitt durch eine Kombination eines als Turbinenradgaszähler ausgebildeten Gasdurchflußmeßgerätes mit der Gleichrichteranordnung gemäß Ausführungsbeispiel (1), die in einem gemeinsamen Gehäuse integriert sind.

Die 1 zeigt schematisch einen Rohrleitungsabschnitt 1 mit einer gleichrichtenden Vorrichtung 2 gemäß einem ersten erfindungsgemäßen Ausführungsbeispiel. Die gleichrichtende Vorrichtung 2 weist einen Verdrängungskörper 3 und um den Verdrängungskörper verteilte radiale Rippen 4 auf. Der Verdrängungskörper 3 ist als halbkugelförmige Kalotte mit anschließendem Zylinder ausgebildet. Die stromauf gerichteten Anströmkanten 41 der Rippen 4 verlaufen in einer Radialebene der Rohrleitung 1, die mit dem Scheitelpunkt 31 der halbkugelförmigen Kalotte im wesentlichen ausgerichtet ist.

Ein Blendenring 5 ist stromauf der gleichrichtenden Vorrichtung 2 in dem Rohrabschnitt derart angeordnet, daß das Strömungsprofil im Anströmbereich der gleichrichtenden Vorrichtung 2 eingeschnürt ist. Der Blendenring 5 hat einen Abstand t von den Anströmkanten 41. Die axiale Breite b des Blendenringes 5 ist in dem Ausführungsbeispiel kleiner als die radial in die Fluidströmung ragende Höhe h des Blendenringes. Die Höhe h des Blendenringes 5 ist mit dem Innendurchmesser D des Rohrabschnitts und dem Innendurchmesser d des Blendenringes durch die folgende Beziehung verknüpft: h = (D – d)/2.

Es ist jedoch auch möglich, daß die Höhe h des Blendenringes 5 kleiner als die Breite b ist. Es ist ebenfalls möglich, daß der Abstand t größer gewählt wird, solange das Strömungsprofil im Anströmbereich der gleichrichtenden Vorrichtung 2 eingeschnürt ist. Der Blendenring 5 kann auch unmittelbar vor der gleichrichtenden Vorrichtung 2 angeordnet sein, so daß t = 0 ist.

In 2 ist ein zweites Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Anordnung dargestellt. Dieses Ausführungsbeispiel unterscheidet sich von dem Ausführungsbeispiel in 1 dadurch, daß die Anströmkanten 41' der radialen Rippen 4' in einer Radialebene der Rohrleitung im Abstand s stromauf des Scheitels 31' des Verdrängungskörpers 3' angeordnet sind. Die durch den Blendenring 5 eingeschnürte Fluidströmung trifft auf die Rippen 4' der gleichrichtenden Vorrichtung 2', bevor sie auf den weiter stromabwärts gelegenen Verdrängungskörper 3' trifft. Dadurch ist die eingeschnürte Strömung einen längeren Strömungsweg der achsnahen Einwirkung der radialen Rippen 4' ausgesetzt, bevor sie von dem Verdrängungskörper 3' auf achsfernere Strömungsbahnen umgelenkt wird. Diese Anordnung wirkt sich je nach Störung der Strömung günstig auf die Gleichrichtung aus.

In 3 ist ein drittes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Anordnung dargestellt. Es unterscheidet sich von dem Ausführungsbeispiel gemäß 1 durch die Form der Kalotte des Verdrängungskörpers 3''. Die Kalotte hat bei diesem Ausführungsbeispiel eine rotationssymmetrische Form, deren Umfang in geringerem Maß zunimmt als bei einer Halbkugelform. Die Krümmung des rotationssymmetrischen Kalottenabschnitts nimmt von der Zentralachse 6 aus in Strömungsrichtung mit zunehmendem Radius des rotationssymmetrischen Kalottenabschnitts ab. Dadurch bleibt die eingeschnürte Strömung auch unter Einwirkung des Verdrängungskörpers 3'' über einen längeren Strömungsweg im achsnahen Bereich. Die dort in Umfangsrichtung um die Zentralachse 6 enger stehenden radialen Rippen 4'' können die Drallgleichrichtung der Strömung weiter verbessern.

Die gleichrichtende Vorrichtung 2'' kann auch derart ausgebildet sein, daß der Verdrängungskörper 3'' die beschriebene Form aufweist, die Anströmkanten 41'' der radialen Rippen 4'' jedoch in einer Radialebene der Rohrleitung im Abstand s stromauf des Scheitels 31'' des Verdrängungskörpers 3'' angeordnet sind.

4 zeigt einen Axialschnitt durch eine Kombination aus einem Fluiddurchflußmeßgerät 7, der strömungsgleichrichtenden Vorrichtung 2 und dem Blendenring 5. Alle genannten Komponenten sind in einem Gehäuse 13 integriert. Das Fluiddurchflußmeßgerät 7 ist vom Typ eines Turbinenradgaszählers und weist ein Turbinenrad 8, einen Auslaufkanal 9 und ein Zählwerk 10 auf. In dem Gehäuse 13 sind zwei um die Zentralachse 6 zentrierte Innenzylinder 11, 12 angeordnet, von denen der stromauf gelegene Innenzylinder 11 die gleichrichtende Vorrichtung 2 mit den Komponenten 4, 3 und den Blendenring 5 und der stromab gelegene Innenzylinder 12 die Komponenten des Turbinenradgaszählers 7 aufnimmt. Das Gehäuse 13 ist durch eine Flanschverbindung mit einer stromauf angeordneten Einlaufstrecke 14 verbunden.

Im Rahmen der Erfindung sind zahlreiche Abwandlungen möglich.

Die gleichrichtende Vorrichtung und der Blendenring können auch separat von dem Durchfluflmeßgerät in einem Rohrleitungsabschnitt angeordnet sein. Ferner braucht der Rohrleitungsabschnitt nicht einteilig ausgebildet zu sein. Eine in axialer Richtung und in radialer Richtung mehrteilige Ausbildung ist ebenfalls möglich.

Auch hinsichtlich der Einlaufstrecke sind abweichende Ausgestaltungen z.B. als Rohrkrümmer möglich.

Die Anströmkanten 41, 41', 41'' der Rippen 4, 4', 4'' brauchen nicht in einer Radialebene zu liegen, sondern können einen zu der Achse 6 gekrümmten oder schrägen Verlauf haben.

Die erfindungsgemäße Anordnung ist auch unter Verwendung von anderen gleichrichtenden Vorrichtungen einsetzbar. Diese sind aus dem Stand der Technik bekannt. Zum Beispiel können Lochplattengleichrichter, Rohrbündelgleichrichter oder Étoile-Gleichrichter ohne Verdrängungskörper mit ähnlichen Vorteilen eingesetzt werden.


Anspruch[de]
  1. Anordnung zum Gleichrichten einer Fluidströmung in einem Rohrleitungsabschnitt (1), in den eine gleichrichtende Vorrichtung (2, 2', 2'') eingebaut ist, dadurch gekennzeichnet, daß stromauf der gleichrichtenden Vorrichtung (2, 2', 2'') in dem Rohrleitungsabschnitt ein Blendenring (5) derart angeordnet ist, daß das Strömungsprofil im Anströmbereich der gleichrichtenden Vorrichtung eingeschnürt ist.
  2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der axiale Abstand t des Blendenrings (5) zur gleichrichtenden Vorrichtung (2, 2', 2'') nach der folgenden Beziehung bemessen ist: 0 ≤ t ≤ E, wobei E die stromab gerichtete axiale Ausdehnung der Einschnürung der Strömung ist.
  3. Anordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Blendenring (5) eine axiale Breite b aufweist, die kleiner ist als die radial in die Fluidströmung ragende Höhe h des Blendenringes.
  4. Anordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Blendenring (5) eine axiale Breite b aufweist, die größer ist als die radial in die Fluidströmung ragende Höhe h des Blendenringes.
  5. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Blendendurchmesser d und/oder der axiale Abstand t des Blendenrings (5) von der gleichrichtenden Vorrichtung (2, 2', 2'') auf die Bauart und Ausbildung der gleichrichtenden Vorrichtung derart abgestimmt sind, daß die Effektivität der Gleichrichtung erhöht und/oder der Druckverlust bei der Gleichrichtung bzw. der bauliche Aufwand der gleichrichtenden Vorrichtung verringert wird.
  6. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die gleichrichtende Vorrichtung (2, 2', 2'') als strömungsaufbereitendes Bauteil der Meßstelle eines Fluid-, insbesondere eines Gasdurchflußmeßgerätes (7) vorgeschaltet ist.
  7. Anordnung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die gleichrichtende Vorrichtung (2, 2', 2'') in das Fluiddurchflußmeßgerät (7) integriert ist.
  8. Anordnung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die gleichrichtende Vorrichtung (2, 2', 2'') als Etoile-, Lochplatten- oder Rohrbündel-Strömungsgleichrichter ausgebildet ist.
  9. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die gleichrichtende Vorrichtung (2, 2', 2'') einen rotationssymmetrisch auf einer Zentralachse (6) der Einlaufstrecke angeordneten Verdrängungskörper (3, 3', 3'') und mehrere über den Verdrängungskörperumfang verteilte radiale Rippen (4, 4', 4'') aufweist und daß die radialen Rippen Anströmkanten (41, 41') haben, die stromauf des Scheitels (31, 31', 31'') des Verdrängungskörpers angeordnet sind.
  10. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die gleichrichtende Vorrichtung (2, 2', 2'') einen rotationssymmetrisch auf einer Zentralachse (6) der Einlaufstrecke angeordneten Verdrängungskörper (3, 3', 3'') und mehrere über den Verdrängungskörperumfang verteilte radiale Rippen (4, 4', 4'') aufweist und daß der Umfang des Verdrängungskörpers (3, 3', 3'') mit der axialen Strömungsrichtung in geringerem Maß zunimmt als bei einer Halbkugelform.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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