Die Erfindung betrifft einen Schimmelpilzindikator zum Nachweis von
Schimmelpilzen.
Schimmelpilze im Wohnbereich sind optisch nicht immer erkennbar. Im
Schwebstaub enthaltene Schimmelpilzsporen dringen hierbei oftmals über das Atmungssystem
in den menschlichen Organismus ein. Hierdurch können als Folgekrankheiten Beschwerden
der Atemwege, Schleimhautentzündungen, Allergien und ein belastetes Immunsysteme
auftreten. Weiterhin lässt sich ein derartiger Parasit auch im Blut eines Betroffenen
nachweisen. Die Schimmelpilzsporen gehören – wie auch Hautschuppen –
zur Nahrungskette der Hausstaubmilbe, deren Kot toxisch und allergisierend ist.
Somit tritt bei einem Schimmelpilzbefall im Schwebstoff ergänzend eine Belastung
durch den Kot der Hausstaubmilben auf.
Bei stärkerem Befall kann der Schimmelpilz z.B. an Dichtungen in Feuchträumen
erkannt werden. Bei einem derartig starken Befall liegt jedoch gegebenenfalls schon
längere Zeit eine Belastung der Bewohner durch Schimmelpilzsporen vor. Ein derartiger
Hinweis ist in anderen Wohnräumen nicht möglich.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Schimmelpilzindikator
zu schaffen, der vom Benutzer einfach handhabbar ist und einen genauen Nachweis
ermöglicht.
Diese Aufgabe wird durch einen Schimmelpilzindikator nach Anspruch
1 gelöst. Die Unteransprüche beschreiben bevorzugte Weiterbildungen.
Erfindungsgemäß wird somit ein Schimmelpilzindikator mit einem getrockneten,
sterilen Gemisch aus Zellstoff und einem Farbstoff sowie einem Stützmaterial geschaffen.
Der getrocknete, sterile Indikator kann vom Benutzer erworben und gegebenenfalls
zunächst gelagert werden. Bei Verwendung kann z.B. eine Verpackung geöffnet werden.
Erfindungsgemäß kann dem Schimmelpilzindikator vorteilhafterweise auch zusätzlich
zu dem Zellstoff ein organisches Nährbodenmaterial als Beschleuniger zur Wachstumsbeschleunigung
der Schimmelpilze für einen besseren Nachweis zugesetzt werden.
Eine Sterilisierung des Schimmelpilzindikators kann bereits durch
Verkochen des bei der Herstellung verwendeten Wassers erreicht werden, wodurch die
Probe auch lagerbar wird und durch einen herkömmlichen Vertrieb versandt werden
kann.
Der Farbstoff kann direkt als Farbstoff oder auch über gefärbten Zellstoff,
z.B. farbiges Papier oder farbige Pappe, gegebenenfalls auch über farbiges Stützmaterial
zugefügt werden. Als Stützmaterial hat sich erfindungsgemäß insbesondere Gips als
vorteilhaft erwiesen.
Nachfolgend befeuchtet der Benutzer den Schimmelpilzindikator mit
Wasser und kann ihn direkt in dem gelieferten Behälter, in dem er verpackt war,
in eine Ecke des Raums stellen, wo er dem Schwebstaub ausgesetzt ist.
Bei der Zwangsbefeuchtung durch den Benutzer wird dem Schimmelpilzindikator
hinreichend Feuchtigkeit zugeführt, so dass sich im Schwebstaub enthaltene Schimmelpilzsporen
auf ihm ansiedeln und eine erste Kultur bilden können. Hierbei trocknet die Feuchtigkeit
innerhalb von 7 bis 14 Tagen aus. Hierdurch wird eine spätere quantitative Auswertung
ermöglicht, da die Schimmelpilzsporen sich durch das Austrocknen einkapseln und
sich somit quantitativ und qualitativ nicht mehr verändern. Beim derartigen Verkapseln
wird der Stoffwechsel und die Fortpflanzung eingestellt, so dass die Schimmelpilzsporen
mehrere Jahre ohne Feuchtigkeit überleben können. Der Indikator kann später als
unverfälschter Nachweis des Schimmelbefalls dienen.
Hierbei stellt Schwarzschimmel den für die Benutzer gefährlichsten
Schimmelbefall dar, so dass sein Nachweis erfindungsgemäß als am relevantesten erkannt
wird.
Der Benutzer kann nach dem Austrocknen bereits eine erste visuelle
Überprüfung vornehmen, da der Farbstoff einen geeigneten Hintergrund zur Erkennung
der Schimmelpilzkolonie bietet. Hierbei ist insbesondere gelber, gegebenenfalls
auch grüner Farbstoff vorteilhaft, um Schwarzschimmel ohne Laboruntersuchung abzuheben:
- – falls sich auf einem gelben Untergrund eine grüne Verfärbung ergibt,
können gegebenenfalls Bakterien und bunte Schimmelpilze vorhanden sein.
- – falls sich schwarze Bereiche bilden, kann bereits auf Schwarzschimmelbefall
erkannt werden.
Erfindungsgemäß kann der Benutzer bzw. Verbraucher somit bereits erkennen,
ob ein relevanter Schimmelpilzbefall vorliegt und ob bereits auf einen Schimmelpilzbefall
mit Schwarzschimmel geschlossen werden kann.
Die Erfindung wird im Folgenden anhand der beiliegenden Figur an einigen
Ausführungsformen erläutert. Die Figur zeigt den groben Aufbau der Herstellung des
erfindungsgemäßen Schimmelpilzindikators.
Gemäß einer ersten Ausführungsform werden in einen Behälter
2 mit 800 ml Wasser 1 Agar Agar 3, z.B. 5 bis 15 Gramm
entsprechend der gewünschten Wirkungsweise, sowie eine geeigneten Menge
gelben handelsüblichen Papiers 4, z.B. einem DIN A4-Stück gelben Papier,
und ergänzend zehn Stück Blatt saugfähige Zellstofftücher 5 gemischt, bis
sich eine gleichmäßige Konsistenz gebildet hat. Nachfolgend werden 200 ml Wasser
und 100 Gramm Gips 6 (CaSO4 × 2H2O) hinzugefügt und wiederum vermischt.
Die Menge an beigefügtem, als Beschleuniger dienenden zusätzlichen
Nährbodenmaterials Agar Agar 1 bestimmt die Geschwindigkeit der Anreicherung
der Schimmelpilze bei der Anwendung.
Es ergibt sich eine Masse 7 von 1.100 ml. Die Masse
7 wird in sterile Petrischalen 8 gefüllt und getrocknet. Beim
Trocknen wird die Substanz in einer Mikrowelle z.B. 20 min bei 465 Watt erhitzt,
wodurch das Wasser verkocht und eine Sterilisierung bzw. Keimfreiheit erreicht wird.
Vorteilhafterweise wird zur Herstellung destilliertes Wasser bzw.
keimfreies Wasser verwendet; aufgrund des nachfolgenden Kochens kann jedoch auch
herkömmliches Wasser verwendet werden.
Nachfolgend wird der Schimmelpilzindikator steril verpackt, z.B. in
Kunststofffolie verschweißt, und kann vom Verbraucher ohne Kühlung oder Ähnlichem
gelagert und vor Verbrauch durch Entfernen der Folie und Beifügen von 40 ml Wasser
aktiviert werden.
Nach 7 bis 14 Tagen haben sich durch den in den entsprechenden Räumen
vorhandenen Schwebstaub Schimmelpilzsporen auf dem Schimmelpilzindikator angereichert
und vermehrt; durch das Austrocknen sind die Schimmelpilzsporen eingekapselt. Der
Verbraucher kann die trockene Probe verpacken und als Nachweis des Schimmelbefalls
lagern.
Grundsätzlich ist bei Verwendung von destilliertem Wasser und weiteren
sterilen Zutaten ein nachfolgendes Trocknen ohne Kochen des Wassers ausreichend.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform werden 800 ml Wasser, 5 Gramm
Gelantine, ein Stück DIN A4 buntes Papier und 5 Stück Blatt saugfähiges Zellstofftuch
gemischt, nachfolgend 200 ml Wasser und 100 ml Gips zugefügt, zerkleinert und vermischt,
bis die einzelnen Fasern erkennbar sind. Danach kann die Masse wiederum in eine
geeignete Form, z.B. auf eine Petrischale gebracht und nach ca. 20 min. aus der
Form entnommen werden, danach wird der Indikator getrocknet.
Alternativ zu der Verwendung von gefärbtem Papier oder gefärbter Pappe
kann auch direkt lediglich das organische Nährbodenmaterial, d.h. Agar Agar, Gelantine
oder anderes geeignetes Nährstoffmaterial, zusammen mit Zellstoff und dem Farbstoff
und Wasser gemischt werden, woraufhin wiederum Wasser und Gips eingemischt wird.
Vorteilhaft ist die Verwendung einer gelben Farbe, d.h. von gelbem
Farbstoff oder gelbem Papier. Erfindungsgemäß konnte hierbei erkannt werden, dass
auf einem derartigen gelben Untergrund die Ansiedlung von Schwarzschimmel sehr gut
erkannt werden kann.
Alternativ hierzu kann auch ein anderer Farbstoff z.B. Schwarz verwendet
werden, um bunte Schimmelpilze nachzuweisen.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform kann weiterhin eine Ampel
aus mehreren getrennten Messbereichen vorgesehen sein, z.B. mit grün eingefärbtem
Schimmelpilzindikator und schwarz eingefärbtem Schimmelpilzindikator. Hierbei kann
Schwarzschimmel nicht auf dem schwarzen Indikator, jedoch auf dem grünen Indikator
erkannt werden. Bunte Bakterien und andere Schimmelpilzarten wie Grün- oder Blauschimmel
werden auf dem grünen Indikator schlecht, jedoch auf dem schwarzen Indikator gut
erkannt.
Falls der Indikator sich lediglich etwas grün einfärbt, kann zum einen
eine größere Menge an Bakterien oder bunten Schimmelpilzsporen im Schwebstoff enthalten
sein.
Falls sich direkt schwarze Bereiche auf dem Schimmelpilzindikator
ausbilden, liegt eine erhöhte Anreichung von Schimmelpilzen in der Raumluft vor.