Bei ausgedehnten Radtouren, Fernradreisen oder Wanderungen, die vorwiegend
während der warmen Jahreszeit und am Tage erfolgen, ist der Wunsch nach kühlen Getränken
häufig nur durch den Besuch von Gasthäusern oder durch den Kauf in Einkaufsmärkten
(mit entsprechender Kühltheke) oder an Tankstellen zu befriedigen. Da Einkaufsmärkte
oder Tankstellen häufig jedoch nicht an den zumeist abgelegenern (Rad-) Wanderwegen
anzutreffen sind, ist der Reisende in vielen Fällen auf das relativ teure Gasthaus
angewiesen.
Eine Möglichkeit der Eigenversorgung bietet die Mitnahme einer Kühlbox
oder Isolierflasche, wobei die Kühldauer der Kühlbox durch die Speicherkapazität
der Kühlakkus und die der Isolierflasche durch deren Isolationsverluste begrenzt
ist. Weiterhin bedeutet die Mitnahme einer Kühlbox auch eine u. U. nicht unerhebliche
Mehrbelastung durch zusätzliches und evtl. sperriges Gepäck. Eine gute Isolierflasche,
zumeist doppelwandig und mit Vakuumisolierung ausgestattet, kann aufgrund dieses
Aufbaus nicht ohne Reduzierung des Kühlvolumens mit Kühlakkus betrieben werden,
da diese sich dann innerhalb der zu kühlenden Flüssigkeit befinden müssen. Weiterhin
ist auch hier die Speicherkapazität der Kühlakkus begrenzt.
Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, Isolierflaschen zu entwerfen,
die durch aktiv betriebene Kühlung oder Erwärmung über integrierte Peltierlemente
in da Lage sind, mindestens die Isolationsverluste von passiven Isolierflaschen
auszugleichen und die in bestimmten Ausführungen, abhängig von ihrem Flaschenvolumen
und dem Grad der Isolationsverluste, auch von den üblicherweise an den Fahrrädern
montierten Generatoren (Dynamos) tagsüber während der Fahrt via AC-DC-Umsetzer versorgt
werden können. Hierbei wird vorzugsweise an den Einsatz von Nabendynamos gedacht,
da diese – auch bei Lastbetrieb – nur eine geringe Mehrbelastung des
Radlers oder da Radlerin bedeuten. Auch an den Einsatz bei Wanderungen ist gedacht,
wobei hier die Flasche über elektrische Akkumulatoren oder Batterien versorgt wird.
Die nachfolgende Beschreibung bezieht sich auf einen Einsatz der Isolierflaschen
bei Kühlbetrieb, ohne die Möglichkeit der Erwärmung des Flascheninhaltes durch Umpolung
der Versorgungsspannung vernachlässigen zu wollen: Es soll bei den für das Fahrrad
oder die Wanderung bestimmten Flaschen erreicht werden, die Temperatur von zuvor
z. B. in einem Kühlschank gekühlten Getränken mit einer Temperatur von 10 °C
– 12 °C nach Einfüllen in die Isolierflaschen bei Außentemperatur von
30 °C – 40 °C für die Dauer ihrer Energieversorgung zu erhalten. Weiterhin
sollen die Isolierflaschen die Möglichkeiten bieten, über Bordnetze (12V DC, 24V
DC) oder das öffentliche Netz (230V AC, 110V AC) versorgt zu werden. Die Leistungsaufnahme
bei Versorgung über den (Naben-) Dynamo oder eingebaute Akkumulatoren/Batterien
wird ca. 3W betragen. Bei (Bord-) Netzversorgung können größere Kühlleistungen möglich
sein, um höhere Isolationsverluste bei schlechterer Isolation auszugleichen oder
um den Flascheninhalt auch z. B. über Nacht herunterzukühlen. Dafür können die Flasche
auch mit mehreren Peltierelementen ausgerüstet sein.
Die Isolierflaschen können ein- oder mehrwandig und modular bezüglich
ihrer Energieversorgung und des der Wärmeabfuhr dienenden Kühlkörpers aufgebaut
sein, um für den jeweiligen Einsatzzweck in Gewicht, Preis und Kühlleistung optimal
angepaßt zu sein. Das Konzept berücksichtigt dabei auch eine sinnvolle Aufteilung
der Funktionalitäten der Flasche und einer Flaschenhalterung. So kann die Energieversorgung
oder der Kühlkörper (modular) in die Flaschenhalterung integriert sein, ein (modularer)
Teil der Flasche sein oder auch in beiden Komponenten gleichzeitig vorhanden sein,
um größere Kühlleistungen zu ermöglichen. Es sind jedoch auch in sich geschlossene,
nicht mehr erweiterungsfähige Bauformen der Flasche möglich, die keine Halterung
benötigen. Allen Flaschen eigen ist jedoch die Ausstattung mit mindestens einem
integrierten Peltierelement.
Bei Betrieb am Fahrrad kann auch, mit Einschränkung bezüglich der
Kühlfähigkeit, eine einwandige, evtl. noch mit Isolationsmaterial (Isolierschaum)
überzogenen Flasche verwendet werden. Über eine Halterung mit schnell lösbarer Verbindung
und wärmeleitenden Komponenten kann dann der metallische Rahmen des Fahrrades für
die zu kühlende Seite des Peltierelementes als Kühlkörper benutzt werden. Diese
preiswerte, nicht sehr gut isolierte aber leichte Bauform hat jedoch den Nachteil,
daß kein aktiver Kühlbetrieb außerhalb des Fahrrades bzw. einer wärmeableitenden
mit Kühlkörper versehenen Flaschenhalterung möglich ist.
Eine weitere Einsatzmöglichkeit dieser preiswerten einwandigen Bauform
ist ihre Verwendung als Mehrwegflasche (Pfandflasche oder -dose) der Getränkeindustrie.
Infolge ihrer geringen Isolation können diese Flaschen schnell durch einen Kühlschrank
(im Handel) gekühlt werden, um dann von den Endverbrauchern über eine geeignete
und mit Kühlkörper versehene Halterung bis zur endgültigen Verwendung weiter gekühlt
zu werden. Hierbei sind auch, z. B. bei Betrieb in einem Fahrzeug, wegen der höheren
Isolationsverluste höhere Kühlleistungen möglich. Das Verfahren hat u. U. gegenüber
einem elektrischen Flaschenkühler den Vorteil, wegen der relativ direkten Kühlung
der Flüssigkeit mit weniger Energie und damit mit kleineren Kühlkörpern auszukommen.
Für den Einsatz bei Wanderungen, mit Akku- oder Batteriebetrieb, sind
mindestens doppelwandige Ausführungen der Isolierflasche notwendig, da die Außenhülle
gleichzeitig als Kühlkörper verwendet wird.
Isolierflaschen für Wanderungen oder das Fahrrad mit bei (Bord-) Netzbetrieb
höheren Kühlleistungen sind ebenfalls mindestens doppelwandig ausgeführt, besitzen
evtl. neben einem unter dem Flaschenboden angebrachten größeren Kühlkörper zusätzlich
einen Ventilator und benutzen auch die Außenhülle als Kühlkörper.
Die Peltierelemente können mit ihren kalten Seiten, evtl. über wärmeleitende
Paste, sowohl an der Außenseite der Innenwand angebracht werden als auch direkt
oder unter Verwendung von Isolationsmaterial oder gasdichten Dichtungen in die Innenwand
eingefaßt sein und so zu einem Teil der Innenwand werden, wobei ein evtl. notwendiger
lebensmittelechter Schutzüberzug der kalten Seiten der Peltierelemente möglich ist.
Die warmen Seiten der Peltierelemente können bei mehrwandigen Ausführungen, evtl.
über wärmeleitende Paste, sowohl an der Innenseite der Außenwand angebracht werden,
als auch mit Hilfe von wärmeleitenden Verbindungsbrücken und evtl. über wärmeleitende
Paste an der Außenseite.
Bei der mehrwandigen Ausführungen der Isolierflasche können die Wände
an ihren Schnittstellen (Flaschenöffnung und evtl. im Bereich der Kühlelemente)
sowohl direkt verbunden als auch indirekt über Isolationsmaterial oder gasdichte
Dichtungen verbunden sein.
Mehrwandige Ausführungen der Flasche können in ihren Zwischenräumen
evakuiert oder mit Isolationsmaterial gefüllt sein.
Da die Isolierflasche in einigen Bauformen eine feste, schnell lösbare
Verbindung mit ihrer (Fahrrad-) Halterung eingehen muß, sind Flasche und Halterung
entsprechend auszustatten (Bajonettverschluß, Schraubverschluß, Klemmen, etc.),
was in den nachfolgend gezeigten Figuren nicht mit aufgeführt ist. Auch die bei
Verwendung des metallischen Fahrradrahmens als (zusätzlichen) Kühlkörper notwendige
Verbindung von Halterung und Rahmen ist nicht mit aufgeführt.
Den prinzipiellen Aufbau der Isolierflaschen skizzieren die
1–5, jeweils
als Querschnitt durch die Flasche; 6 skizziert eine
Flaschenhalterung im Querschnitt, mit AC-DC-Umwandler, der sich u. U. auch direkt
an der Flasche befinden kann.
Es zeigt:
1 eine dreiwandig aufgebaute Isolierflasche
mit einem an der Außenseite der Innenwand (6) angebrachten Peltierelement
(7), dessen sich bei Kühlbetrieb erwärmende Seite über eine wärmeleitende
Verbindungbrücke (8) mit der Außenseite der Außenwand (2) verbunden
ist. Die Außenwand dient damit als Kühlkörper, der zusätzlich noch mit Hilfe eines
zur Wärmeableitung dienenden hier als Federbügel dargestellten Kontaktes (11)
der Flaschenhalterung (6) über die Verbindungsbrücke
(8) eine wärmeleitende Verbindung mit der Halterung eingehen kann. Die
Zwischenräume (3, 5) der Flasche, durch die mittlere Wand (4)
getrennt, können sowohl evakuiert als auch mit Isolationsmaterial gefüllt sein.
Zwischen den Verbindungsstellen der Wände (2, 4, 6) können
sich bei Vakuumisolierung gasdichte Dichtungen (1) befinden, die jedoch
bei direkter Verbindung an diesen Stellen entfallen. Das Kühlelement kann über seine
elektrischen Verbindungen (9) von einem AC-DC-Umsetzer (15,
6) versorgt werden. Das Prinzip dieses Aufbaus gilt
auch für doppelwandige Ausführungen.
Es zeigen:
2 eine dreiwandig aufgebaute Isolierflasche,
ähnlich 2, jedoch mit in die Innenwand (6)
und in die Außenwand (2) eingefaßtem Kühlelement (7). Das Prinzip
dieses Aufbaus gilt auch für doppelwandige Ausführungen.
3 eine doppelwandig ausgeführte Isolierflasche
mit im Zwischenraum (3) angebrachten Kühlelement. Hierbei ist im Falle
der Vakuumisolierung eine gasdichte Herausführung der elektrischen Verbindungen
notwendig. Das Prinzip dieses Aufbaus gilt auch für dreiwandige Ausführungen, wobei
die sich bei Kühlbetrieb erwärmende Seite des Peltierelementes dann an der Innenseite
der Außenwand angebracht ist. Sofern dabei mindestens einer der Zwischenräume evakuiert
ist, sind gasdichte Dichtung vorzusehen, wenn die Verbindungsstellen nicht direkt
miteinander verbunden ausgeführt sind Als wärmeleitende Verbindungsbrücke zur Flaschenhalterung
dient hier die Außenwand (2) der Flasche, die jedoch auch noch mit einer
wärmeleitenden Verbindungsbrücke (8) versehen sein kann.
4 eine doppelwandige Isolierflache, ähnlich
3, jedoch mit in die Innenwand (6) eingefaßtem
und an der Innenseite der Außenwand (2) angebrachtem Peltierelement. Das
Prinzip dieses Aufbaus gilt, mit den gleichen Anmerkungen wie bei 3,
auch für dreiwandige Ausführungen.
5 eine einwandige Ausführung der Isolierflasche,
die mit Isolationsmaterial (10) überzogen ist und deren wärmeleitende Verbindungsbrücke
(8), hier in Größe des Flaschenbodens gezeichnet ist. Auch hier kann die
bei Kühlbetrieb kühlende Seite des Peltierelementes, wie bei
4, in die Flaschenwand mit eingefaßt sein. Weiterhin
soll auch die Möglichkeit bestehen, auf die Verbindungsbrücke (8) zu verzichten
und die warme Seite des Peltierelementes direkt über eine wärmeleitende Verbindung
(11) einer Halterung zu kühlen.
6 eine Flaschenhalterung mit dem wärmeableitenden
Federbügel (11), den Führungsschienen (12), den elektrischen Verbindungen
(13) zur Versorgung der Flasche, dem u. U. abnehmbaren AC-DC-Umwandler
(15) und den Versorgungsleitungen zum Dynamo (16) oder einer anderen
Energiequelle. Die eventuelle mechanische Verbindung des Bodens (14) der
Halterung zu einem Fahrradrahmen (z. B. eine Schelle oder ein weiterer Bügel) sowie
die mechanischen Verbindungsvorrichtungen über die Führungsschienen und/oder den
Boden der Halterung sind, wie schon angeführt, nicht mit eingezeichnet.
Für Isolierflaschen mit höherer Kühlleistung gilt:
- – Die wärmeleitende Verbindungsbrücke (8) selbst kann auch als
Kühlkörper ausgelegt sein (1, 2,
5). Hierzu ist diese Verbindungsbrücke in
ihren Ausmaßen zu vergrößern und mit Kühlrippen auszustatten.
- – Dieser Kühlkörper kann auch an der Außenwand der Flasche angebracht
sein, wenn sich die wärmeabgebende Seite des Peltierelementes an der Innenseite
der Außenwand befindet (3 und 4).
- – Dieser Kühlkörper und die Außenwand der Flasche kann zusätzlich durch
einen darunter montierten Ventilator gekühlt werden.
- – Mit zusätzlichem Kühlkörper und Ventilator ausgestattete Isolierflaschen
können so aufgebaut sein, daß sie auch an eine Halterung angebracht und von ihr
versorgt werden können. Hierzu ist ein entsprechendes Gehäuse für die Flasche vorzusehen,
das die elektrischen Anschlüsse enthält und bei Einsatz am Fahrrad evtl. eine wärmeleitende
Verbindung vom Kühlkörper zur Halterung am Ventilator vorbei zum Fahrradrahmen ermöglicht.
Der Ventilator ist an der Fahrradhalterung nicht aktiv, wenn die Kühlleistung auf
die Leistung des Dynamos begrenzt ist.
Eine genaue Beschreibung der Positionierung des Peltierelementes oder
der Peltierelemente am Flaschenkörper ist nicht erforderlich. Die Positionierung
sollte jedoch im unteren Bereich einer stehenden Flasche erfolgen, da so eine bessere
Kühlung auch bei unterschiedlichen Füllständen der Flasche möglich ist. Der dabei
entstehende Nachteil einer relativ ungleichmäßigen Temperaturverteilung innerhalb
der Flüssigkeitssäule wird, zumindest bei mobilem Betrieb, infolge der bei ständiger
Bewegung stattfindenden Durchmischung der Flüssigkeit wieder kompensiert.
Bezüglich des Materials, aus dem die Isolierflaschen hergestellt werden
können, soll es keine Einschränkungen geben.
Auch die Möglichkeit, auf eine oder beide der thermisch aktiven Seiten
der Peltierelemente in geschlossener Form zu verzichten und damit die Halbleiter
des Peltierelementes direkt ein- oder beidseitig mit den Wänden der Isolierflasche
zu verbinden, soll nicht ausgeschlossen werden, wobei hier u. U. wieder ein lebensmittelechter
und/oder elektrisch isolierender Schutzüberzug der Flasche oder von Teilen der Flasche
erforderlich sein kann. Da bei diesem Verfahren der Flaschenkörper, wenn auch zumeist
nur geringes, elektrisches Potential mit sich führen kann, muß verhindert werden,
daß die Flasche nach dem Öffnen betrieben wird.
Die in ihrer Leistungfähigkeit, ihren Abmessungen und ihren Eigenschaften
an die verwendeten Isolierflaschen angepaßten AC-DC-Umsetzer, bei Einsatz einer
Fahrradhalterung z. B. leicht lösbar mit dieser verbunden, bestehen hauptsächlich
aus einem Transformator, einem Gleichrichter, Kondensatoren, evtl. elektrischen
Akkumulatoren, einem Strombegrenzer und einer Ladeelektronik. Die Akkumulatoren
können z. B. bei Betrieb am Fahrrad vom Dynamo geladen werden oder zuvor bei Netzbetrieb
geladen worden sein und versorgen das Peltierelement während der Zeit, in der der
Generator keinen Strom liefert. Der Netzbetrieb ist über einen vorgeschalteten Transformator
möglich, der Bordbetrieb über einen vorgeschalteten aktiven Adapter (z. B. DC-AC-Umsetzer).
Bei höheren Kühlleistung im Netz- und Bordbetrieb ist entweder der Umsetzer entsprechend
zu erweitern, ein anderer Umsetzer zu verwenden oder die Funktionalität der Netzteile
und aktiven Adapter so zu erweitern, daß sie Peltierelemente direkt mit Gleichstrom
versorgen können.
Für den Einsatz bei Wanderungen ist die Isolierflasche mit einer beliebigen
Anzahl von Akkumulatormoduln, die auch mit Batterien bestückt sein können, auszustatten.
Um Gewicht zu sparen, ist es jedoch auch möglich, den AC-DC-Umsetzer durch ein aktives
Akkumulatormodul (dem AC-DC-Umsetzer ähnlich, nur ohne Transformator ) zu ersetzen.
Akkumulatormodul und AC-DC-Umsetzer können auch mit Solarzellen ausgestattet
sein, um die Sonnenenergie zum Laden zu nutzen.