Die vorliegende Erfindung betrifft ein neues Verfahren zur Vorbehandlung
von Cellulosefasern und Cellulose-/Synthetikfasergemischen, das Spülen überflüssig
macht oder den erforderlichen Spülaufwand erheblich reduziert.
Verschiedene Verfahren zur Vorbehandlung von Cellulosefasern sind
bekannt. US 5,562,740 offenbart ein Verfahren
zur Behandlung von Cellulosefasern, umfassend die Umsetzung der Fasern mit einem
Polycarbonsäurevernetzer wie zum Beispiel Citronensäure, das Erhöhen des pH auf
5,5 bis 6,5 mit Natriumhydroxid und das Behandeln der Fasern mit einem oxidierenden
Bleichmittel wie z.B. Wasserstoffperoxid. In einem Artikel mit dem Titel „Treating
Fabric Through Alkaline Oxidation For A Silklike Effect" von Ming et al. in "American
Dyestuff Reporter", Juli 1996, Seiten 20–26, ist ein Verfahren zur Gewebebehandlung
offenbart, bei dem das Gewebe mit einer Kupfersulfatlösung geklotzt wird und Natriumhydroxid
und Wasserstoffperoxid hinzugefügt werden.
ALLGEMEINER STAND DER TECHNIK
Ein typisches Beispiel der Herstellung zum Färben von 100 % Baumwollgewebe
umfasst:
Ausziehverfahren:
a) Badzusammensetzung
0,5–2,0 g/l Netzmittel/Detergent: nichtionische oder anionische Tenside
0,3–0,6 g/l Peroxidstabilisator: auf Organophosphatbasis (z.B. Diethylentriaminpentamethylenphosphorsäure
(DTPMP)) und/oder aminoorganischer Säurebasis (z.B. Diethylentriaminpentaessigsäure
(DTPA)) und/oder auf Poly-acrylsäurebasis (z.B. Natriumsalz von Gluconsäure) und/oder
auf Silicatbasis und/oder Erdalkalisalze (z.B. MgCl2)
1,5–3,0 g/l Ätznatron (100 %)
1,5–3,0 g/l Wasserstoffperoxid (100 %)
b) typische Anwendung
Cellulosematerial wird in eine Abziehfärbemaschine oder einen Ausziehfärbeapparat
(z.B. Jet-Färbemaschine, Haspel, Packfärbemaschine, Färbebaum usw.) gegeben. Die
Maschine wird mit Wasser und eventuell mit einem Netzmittel gefüllt, um ein Bad
anzusetzen, bevor eine Materialcharge in die Maschine gegeben wird. Die Wassermenge
wird typischerweise auf der Basis des Gewichts der Materialladung berechnet und
in Form eines Flottenverhältnisses ausgedrückt. Ein typisches Flottenverhältnis
ist 1:10, d.h., für 1 kg Gewebe werden 10 l Flüssigkeit verwendet.
Nach dem Befüllen der Maschine werden die restlichen Chemikalien hinzugefügt, und
das resultierende Bad wird auf eine geeignete Temperatur, typischerweise 98 °C
– 110 °C erwärmt. Je nach Bauweise der Maschine/des Apparats werden Material
und/oder Flotte bewegt, um eine homogene und effiziente Vorbehandlung sicherzustellen.
Nach einer Behandlungszeit von 15–30 Minuten wird das Bad abgekühlt und getropft
oder abgelassen. Mehrere Spülgänge und/oder Überlaufwäschen des Cellulosematerials
sind erforderlich, um Unreinheiten und insbesondere Restalkalität aus dem Material
zu entfernen, die sonst den Wirkungsgrad nachfolgender Prozesse beeinträchtigen
würden.
Alkalität, typischerweise geschaffen durch Ätznatron, wird für erforderlich gehalten,
um die Oxidationskomponente, Wasserstoffperoxid, zu aktivieren und Wachse und sonstige
Baumwollnebenprodukte auf Fettbasis zu verseifen, um diese Unreinheiten besser entfernen
zu können. Dieses Vorbehandlungsverfahren für Cellulosematerial wird allgemein als
Bleichzyklus bezeichnet, der vor dem Färben des Materials stattfindet.
KURZDARSTELLUNG DER ERFINDUNG
Bei der vorliegenden Erfindung handelt es sich um ein Verfahren zur
Vorbehandlung eines Cellulose- oder Cellulose-/Synthetikfasergemischsubstrats. In
einer grundlegendsten Form ist das Verfahren der Erfindung zur Vorbehandlung von
Cellulose- oder Cellulosegemischsubstrat ein Bleichzyklus, der folgende Schritte
umfasst: Bereitstellung eines Behälters; Bereitstellung des Cellulose- oder Cellulose-/Synthetikfaser-gemischsubstrats;
Bereitstellung eines Wasserbads; Hinzufügen einer aktiven Menge einer Aktivierungsverbindung,
ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus: Salzen organischer Säuren, organischen
Aminderivaten, Übergangsmetallen, Übergangsmetallsalzen und Übergangsmetallkomplexen,
Pigmenten und Kombinationen davon; Hinzufügen einer aktiven Menge
Ätznatron; Hinzufügen einer aktiven Menge Wasserstoffperoxid während des Bleichzyklus;
Erreichen eines pH von ungefähr 6,0 bis ungefähr 9,0 am Ende des Bleichzyklus-Vorbehandlungsverfahrens;
Erwärmen des Wasserbads auf eine Temperatur über 50 Grad Celsius während eines vorbestimmten
Zeitraums; und Ablassen des Bads.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
Bei der vorliegenden Erfindung handelt es sich um ein innovatives
und neuartiges Verfahren und eine Zusammensetzung zur Vorbehandlung eines Cellulose-
oder Cellulose-/Synthetikfasergemischsubstrats, das den erforderlichen Spülaufwand
überflüssig macht oder zumindest erheblich reduziert. Das Verfahren der Erfindung
wird idealerweise zur Vorbehandlung von Cellulose- oder Cellulosefasergemischmaterial
verwendet, bevor dieses gefärbt wird. Bei Verwendung des Verfahrens der Erfindung
können beträchtliche Mengen Wasser, Energie und Arbeitszeit gespart werden. Ausserdem
schafft das Verfahren der Erfindung zusätzliche Maschinenkapazität.
In dem Verfahren und der Zusammensetzung der Erfindung werden beträchtliche
Mengen Alkali, die normalerweise in konventionellen Verfahren verwendet werden,
durch alternative Chemikalien und Chemikalien ersetzt, was in einem gut hergestellten
Cellulose- (z.B. Baumwolle) oder Cellulose-/Synthetikfasergemischsubstrat resultiert,
das keinen Spülgang nach einer Bleichanwendung erfordert. Dies lässt sich aufgrund
eines resultierenden neutralen oder fast neutralen pH und ausreichender Sauberkeit
der hergestellten Ware erzielen. Die Sauberkeit ist angegeben durch einen Grad der
Wasseraufnahme und Weissheit sowie durch den visuellen Aspekt (Entfernen von Samen)
der Bleichware.
Alternativen zu einem üblicherweise verwendeten Alkali-Ätznatron umfassen
aber sind nicht beschränkt auf: Alkalisalze organischer Säuren, vorzugsweise Trinatriumcitrat;
Übergangsmetallsalze und -komplexe, vorzugsweise Kupfersalze und -komplexe; organische
Aktivatoren, vorzugsweise Harnstoff, Dicyandiamid oder Tetraacetylethylendiamin,
Acetylcaprolactam; Pigmente, vorzugsweise pigmentiertes Schwefelschwarz 1 mit einer
Teilchengrösse unter 150 um oder Titandioxid mit einer Teilchengrösse unter 150
&mgr;m; und Kombinationen davon.
Bei Verwendung innerhalb vorbestimmter Parameter, die im Folgenden
näher beschrieben sind, ist mit keinem bzw. einem sehr akzeptablen Grad der Beschädigung
des Cellulose- oder Cellulose-/Synthetikfasergemisch-substrats zu rechnen. Die Verwendung
von Erdalkalisalzen, vorzugsweise Mg-Salzen (z.B. MgSO4), hat eine stabilisierende
Funktion. Zum Beispiel verhindern die Erdalkalisalze vorzeitiges und unkontrolliertes
Zerstören von Wasserstoffperoxid, was zu mangelhaften Bleichergebnissen und Beschädigung
von Fasern führen könnte.
Bei der vorliegenden Erfindung handelt es sich um ein Verfahren zur
Vorbehandlung eines Cellulose- oder Cellulose-/Synthetikfasergemischsubstrats, bestehend
aus folgenden Schritten: Bereitstellung eines Behälters; Bereitstellung des Cellulose-
oder Cellulose-/Synthetikfasergemischsubstrats; Bereitstellung eines Wasserbads;
Hinzufügen einer aktiven Menge einer Aktivierungsverbindung, ausgewählt aus der
Gruppe bestehend aus: Salzen organischer Säuren, organischen Aminderivaten, Übergangsmetallen,
Pigmenten mit einer Teilchengrösse unter 150 &mgr;m und Kombinationen davon; Hinzufügen
einer aktiven Menge Ätznatron; Hinzufügen einer aktiven Menge Wasserstoffperoxid
während eines Bleichzyklus; Erreichen eines pH von ungefähr 6,0 bis ungefähr 9,0
am Ende des Bleichzyklus; Erwärmen des Wasserbads auf eine Temperatur über 50 Grad
Celsius während eines vorbestimmten Zeitraums; und Ablassen des Bads.
Wenn es sich bei der Aktivierungsverbindung um ein Salz einer organischen
Säure handelt, umfassen einige nicht einschränkende Beispiele, die als gut funktionierend
befunden wurden: Natriumsalze von Citronensäure; Natriumstearat; Natriumsalze von
Gluconsäure; Natriumoleat; Kaliumsalz von Citronensäure; Kaliumstearat; Kaliumsalz
von Gluconsäure; Kaliumoleat; Ammoniumsalze von Citronensäure; Ammoniumstearat;Ammoniumsalze
von Gluconsäure; Ammoniumoleat; und Kombinationen davon. Vorzugsweise ungefähr 0,2
bis ungefähr 5,0 %, basierend auf dem Gewicht des Substrats, im Folgenden als „owg"
bezeichnet, des Salzes einer organischen Säure werden verwendet.
Wenn es sich bei der Aktivierungsverbindung um ein organisches Aminderivat
handelt, umfassen einige nicht einschränkende Beispiele, die als gut funktionierend
befunden wurden: Harnstoff; Dicyandiamid; Tetraacetylethylendiamin; Acetylcaprolactam;
und Kombinationen davon. Vorzugsweise werden ungefähr 0,2 bis ungefähr 5,0 % owg
des organischen Aminderivats verwendet.
Wenn es sich bei der Aktivierungsverbindung um ein Übergangsmetallsalz
oder einen Übergangsmetallkomplex handelt, umfassen einige nicht einschränkende
Beispiele, die als gut funktionierend befunden wurden: Kupfergluconat; Kupfersulfat;
Kupferacetat; Kupfercarbonat; Kupfercitrat; Kupfernitrat; Kupfer-EDTA; Kupferkomplexe;
und Kombinationen davon. Wenn Kupferverbindungen als Übergangsmetallsalz oder -
komplex verwendet werden, werden vorzugsweise ungefähr 0,1 bis ungefähr 10 ppm,
basierend auf dem Gewicht des Bads, im Folgenden als „owb" bezeichnet, basierend
auf dem Element Kupfer verwendet.
Wenn es sich bei der Aktivierungsverbindung um ein Pigment handelt,
umfassen einige nicht einschränkende Beispiele, die als gut funktionierend befunden
wurden:
pigmentiertes Schwefelschwarz 1 mit einer Teilchengrösse unter 150 &mgr;m; vollständig
voroxidierte Schwefelfarbstoffe wie z.B. Diresul Black 4G-EV oder Titandioxid, und
Kombinationen davon. Vollständig voroxidierte Schwefelfarbstoffe oder Titandioxid
werden vorzugsweise ausgewählt, weil ihre Verwendung die Bleichweissbasis sowie
der visuelle Weissaspekt des Substrats synergistisch verbessert. Vorzugsweise werden
ungefähr 1 bis ungefähr 200 ppm owb des Pigments verwendet.
Wenn Ätznatron hinzugefügt wird, werden vorzugsweise ungefähr 0,1
bis ungefähr 1,0 % owg verwendet. Wenn Wasserstoffperoxid hinzugefügt wird, richtet
sich die Menge nach den erwünschten Weisseffekten aber liegt vorzugsweise im Bereich
von ungefähr 0,5 bis ungefähr 5,0 % owg.
Im dem Verfahren der Erfindung zur Vorbehandlung eines Cellulose-
oder Cellulose/Synthetikfasergemisch-substrats wird das Wasserbad vorzugsweise auf
eine Temperatur im Bereich von ungefähr 80 Grad Celsius bis ungefähr 140 Grad Celsius
erwärmt. Das Substrat wird während eines Zeitraums von ungefähr 0,5 Sekunden bis
ungefähr einer Stunde innerhalb dieses Temperaturbereichs gehalten. In einem alternativen
Verfahren kann der Temperaturpunkt vorbestimmt sein, und das Bad wird bis zum Erreichen
dieses Punkts erwärmt. Anschliessend wird das Bad einfach abgekühlt. In diesem alternativen
Verfahren wäre die Zeitdauer im Temperaturbereich länger als 0,5 Sekunden.
In dem Verfahren der Erfindung wird eine aktive Menge, zum Beispiel
von ungefähr 0,1 bis ungefähr 1,5 % owg eines Netz- oder Scheuermittels optional
verwendet. Ein Beispiel für ein Netzmittel ist ein ethoxylierter und/oder propoxylierter
Fettalkohol, und ein Beispiel für ein Scheuermittel ist ein ethoxylierter und/oder
propoxylierter Fettalkohol. Auch wenn die Wirkung dieser Art Scheuer- oder Netzmittel
für gut befunden wurde, können viele andere Arten konventioneller Scheuer- oder
Netzmittel ebenfalls verwendet werden. Eine aktive Menge, zum Beispiel von ungefähr
0,1 bis ungefähr 1,5 % owg eines Peroxidstabilisators wird vorzugsweise zu dem Bad
hinzugefügt. Beispiele für Peroxidstabilisatoren umfassen aber sind nicht beschränkt
auf: Mittel auf der Basis von Organophosphat (z.B. Diethylentriaminpenta(methylenphosphonsäure));
Mittel auf der Basis organischer Aminsäuren (z.B. Diethylentriaminpentaessigsäure);
Mittel auf der Basis organischer Säure (z.B. Natriumsalz von Gluconsäure); Mittel
auf der Basis von Polyacrylsäure; Erdalkalisalze (z.B. Mg+2-Salze); und
Kombinationen davon.
Im dem Verfahren der Erfindung zur Vorbehandlung eines Cellulose-
oder Cellulose/Synthetikfasergemisch-substrats wird durch Erzielen eines fast neutralen
pH erreicht, dass sich der Bedarf nach anschliessenden Wasserbädern reduziert oder
völlig wegfällt. Während des Verfahrens der Erfindung beginnt das Bad mit einem
leicht basischen pH. Im weiteren Verlauf des Verfahrens der Erfindung wird ein pH
von ungefähr 6,0 bis ungefähr 9,0, und vorzugsweise von ungefähr 6,5 bis ungefähr
8,5, erzielt.
BEISPIELE
Typische Beispiele für das neue Verfahren sind:
1 kg eines 100 % Baumwollstrickmaterials wurde in eine Labor-Jet-Färbemaschine gegeben.
Die Maschine wurde vor dem Einfüllen mit Wasser, nicht schäumendem Netzmittel/Detergent
gefüllt. Das gewählte Flottenverhältnis betrug 1:10, so dass 10 l Behandlungsflotte
verwendet wurden. Nach dem Befüllen der Maschine wurden die restlichen Chemikalien
hinzugefügt, und das Bad wurde bis auf 110 °C (4 °C/min) erwärmt. Die Behandlungszeit
bei dieser Temperatur betrug 20 Minuten, gefolgt von einer Abkühlphase auf 75 °C
(4 °C/min). Schliesslich wurde das Bad abgelassen, und das Gewebe wurde geschleudert,
getrocknet und analysiert.
In einem Produktionsverfahren würde das Bad nach dem Ablassen wieder
gefüllt, und eine Peroxidase (Katalase) (enzymatischer Peroxideliminator) würde
hinzugefügt, um das restliche Peroxid zu entfernen. Der nachfolgende Vorgang (z.B.
Färben) kann in demselben Bad beginnen.
Formeln für das Behandlungsbad (Konzentrationen in Gew.-% des Substrats
(owg), falls nicht anders angegeben):
TABELLE 1
Behandlung 4 (Tabelle 1) stellt eine typische Bleiche nach dem Stand
der Technik dar. Ein End-pH von 10,5, wie bei der Bleiche nach dem Stand der Technik
von Behandlung 4 (Tabelle 1), erfordert mehrere Spülgänge. Behandlung 5 (Tabelle
1) stellt eine alkaliarme Bleich-Vorbehandlung ohne irgendeinen Aktivator dar. Die
folgenden in Tabelle 2 aufgeführten Ergebnisse zeigen, dass die Gegenwart verschiedener
Aktivatoren das Bleichen mit hervorragendem Absorptionsvermögen und einem hohen
Reinheitsniveau ermöglicht, wobei erheblich geringere Mengen Alkali als in konventionellen
Verfahren verwendet werden.
TABELLE 2
Ergebnisse für verschiedene Gewebearten:
a) 100 % Interlock-Baumwollgewirk
a) 100 % Fischgrät-Baumwollgewirk
c) 100 % Jersey-Baumwollgewirk
d) 100 % Pikee-Baumwollgewirk
Mittelwert der Polymerisierung (DP):(Konzentrationen in % owg, wenn nicht anders angegeben)TABELLE 3
Behandlung MG 11–7 (Tabelle 3) stellt eine typische Bleiche
nach dem Stand der Technik dar. Der End-pH von 11,0, wie bei der Bleiche nach dem
Stand der Technik (Behandlung MG 11–7, Tabelle 3), erfordert mehrere Spülgänge.
Behandlung MG 11–3 (Tabelle 3) stellt eine typische Bleiche ohne Hinzufügen
irgendeiner der beschriebenen Aktivierungsverbindungen dar. Behandlung MG 11–3
(Tabelle 3) liefert erwartungsgemäss inakzeptable Weissheit und Absorptionsvermögen.
Das Hinzufügen der Aktivierungsverbindung Trinatriumcitrat (Behandlung MG 11–2,
Tabelle 3) und Trinatriumcitrat plus Tetraacetylenethylendiamin (Behandlung MG 11–4,
Tabelle 3) resultiert in der Herstellung von Baumwollsubstrat gemäss der vorliegenden
Erfindung, das geeignet ist für anschliessende Färbeverfahren ohne Erfordernis zusätzlicher
Spülgänge. Formeln für das Behandlungsbad (Konzentrationen in % owg, wenn nicht
anders angegeben):
TABELLE 4
Behandlung 7 (Tabelle 4) stellt eine typische Bleiche nach dem Stand
der Technik dar. Der End-pH von 10,5 von Behandlung 7 (Tabelle 4) erfordert mehrere
Spülgänge. Alle anderen Behandlungen gemäss der vorliegenden Erfindung, aufgeführt
in Tabelle 4, demonstrieren eine ausreichende Vorbereitung für die meisten Färbeverfahren
ohne Erfordernis von Spülgängen. Hinzufügen von Schwefelschwarz 1 (Behandlung 4,
Tabelle 4) sorgt für bessere Weissheitsgrade im Vergleich zur alleinigen Verwendung
von Trinatriumcitrat (Behandlung 3, Tabelle 4). Weiteres Hinzufügen von Kupfercluconat
(Behandlungen 1, 2, 8 und 9, Tabelle 4) verbessert die Weisheit noch mehr und schafft
ein sehr absorbierendes Substrat. Die Verwendung von Wasserstoffperoxid nimmt bei
Verwendung von Kupfergluconat erheblich zu.
(Konzentrationen in % owg, wenn nicht anders angegeben)
TABELLE 5
Hinzufügen von Schwefelschwarz 1 (Behandlungen SS-3-13-3 und SS-3-13-4,
Tabelle 5) gemäss der Erfindung verbessert den Weissheitsgrad. Hinzufügen von Kupfergluconat
(Behandlung 2, Tabelle 5) gemäss der vorliegenden Erfindung verbessert die Weissheit
noch mehr und schafft ein sehr absorbierendes Substrat. Die Kombination aus Schwefelschwarz
1 und Kupfergluconat demonstriert optimierte Bedingungen (Behandlung SS 3-13-3,
Tabelle 5).
(Konzentrationen in % owg, wenn nicht anders angegeben)
TABELLE 6
Wie zuvor schon erwähnt, verbessert das Hinzufügen von Schwefelschwarz
1 gemäss der vorliegenden Erfindung die Weissheitsgrade. Wie anhand der Behandlungen
EK-4-87-1 (Tabelle 6) und EK-4-87-3 (Tabelle 6) gezeigt, verbessert das Austauschen
von 5 ppm Schwefelschwarz 1-Pigment durch 1 ppm Titandioxidpigment die Weissheit
noch mehr gemäss der vorliegenden Erfindung.
Anspruch[de]
Verfahren zur Vorbehandlung eines Cellulose- oder Cellulose-/Synthetikfasergemischs,
das folgende Schritte umfasst:
– Bereitstellung eines Behälters;
– Bereitstellung eines Cellulose- oder Cellulose-/Synthetikfasergemischsubstrats;
– Bereitstellung eines Wasserbades;
– Hinzufügen einer aktiven Menge einer Aktivierungsverbindung, ausgewählt
aus der Gruppe, bestehend aus: Salzen organischer Säuren, organischen Aminderivaten,
Übergangsmetallsalzen, Übergangsmetallkomplexen, Pigmenten, und Kombinationen davon;
– Hinzufügen einer aktiven Menge Ätznatron, um ein Ausgangsbad mit einem leicht
basischen pH zu erhalten;
– Hinzufügen einer aktiven Menge Wasserstoffperoxid;
– Erwärmen des Wasserbads auf eine Temperatur über 50 Grad Celsius während
eines Zeitraums;
– Erzielen eines pH von ungefähr 6,0 bis ungefähr 9,0 am Ende des Bleichzyklus;
und
– Ablassen des Bades; wobei das Verfahren gekennzeichnet ist durch die Abwesenheit
eines Spülzyklus.
Verfahren zur Vorbehandlung eines Cellulose- oder Cellulose-/Synthetikfasergemischsubstrats
nach Anspruch 1, wobei der Schritt des Hinzufügens der Aktivierungsverbindung ausgeführt
wird mit ungefähr 0,2 bis ungefähr 5,0 %, basierend auf dem Gewicht des Substrats,
des Salzes einer organischen Säure, wobei ein Salz einer organischen Säure ausgewählt
ist unter: Natriumsalzen von Citronensäure, Natriumstearat, Natriumsalzen von Gluconsäure,
Natriumoleat, Kaliumsalzen von Citronensäure, Kaliumstearat, Kaliumsalzen von Gluconsäure;
Kaliumoleat, Ammoniumsalzen von Citronensäure, Ammoniumstearat, Ammoniumsalzen von
Gluconsäure, Ammoniumoleat, und Kombinationen davon, und wobei ein organisches Aminderivat
ausgewählt ist unter: Harnstoff, Dicyandiamid, Tetraacetylethylendiamin, Acetylcaprolactam
und Kombinationen davon.
Verfahren zur Vorbehandlung eines Cellulose- oder Cellulose-/Synthetikfasergemischsubstrats
nach Anspruch 1, wobei der Schritt des Hinzufügens der Aktivierungsverbindung ausgeführt
wird mit ungefähr 0,1 bis ungefähr 10 ppm, basierend auf dem Gewicht des Bades,
des Übergangsmetalls, wobei der Übergangsmetallkomplex ausgewählt ist unter: Kupfergluconat,
Kupfersulfat, Kupferacetat, Kupfercarbonat, Kupfernitrat, Kupfernitrat, Kupfer-EDTA;
Kupferkomplexen und Kombinationen davon.
Verfahren zur Vorbehandlung eines Cellulose- oder Cellulose-/Synthetikfasergemischsubstrats
nach Anspruch 1, wobei, basierend auf dem Gewicht des Bades, der Schritt des Hinzufügens
der Aktivierungsverbindung ausgeführt wird mit ungefähr 1 bis ungefähr 200 ppm des
Pigments, wobei das Pigment ausgewählt ist unter: Schwefelschwarz 1 mit einer Teilchengrösse
unter 150 &mgr;m, vollständig voroxidierten Schwefelfarbstoffen, Titandioxid mit
einer Teilchengrösse unter 150 &mgr;m , und Kombinationen davon.
Verfahren zur Vorbehandlung eines Cellulose- oder Cellulose-/Synthetikfasergemischsubstrats
nach Anspruch 1, wird das Wasserbad auf eine Temperatur im Bereich von ungefähr
80 Grad Celsius bis ungefähr 140 Grad Celsius während eines Zeitraums im Bereich
von ungefähr 0,5 Sekunden bis ungefähr einer Stunde erwärmt wird.
Verfahren zur Vorbehandlung eines Cellulose- oder Cellulose-/Synthetikfasergemischs
nach Anspruch 1, das weiterhin folgenden Schritt umfasst:
– Hinzufügen einer aktiven Menge eines Netz- und/oder Scheuermittels; oder
– Hinzufügen einer aktiven Menge eines Peroxidstabilisators; oder Hinzufügen
beider.
Zusammensetzung zur Vorbehandlung eines Cellulose- oder Cellulose-/Synthetikfasergemischsubstrats
vor dem Färben, umfassend:
– ein nicht schäumendes Scheuer-/Netzmittel;
– eine erste Aktivierungsverbindung, ausgewählt aus der Gruppe, bestehend
aus einem Übergangsmetall, Übergangsmetallsalzen, Übergangsmetallkomplexen, Salzen
organischer Säuren, und Kombinationen davon, wobei das Salz organischer Säuren ausgewählt
ist unter Natriumsalzen von Citronensäure, Natriumstearat, Natriumsalzen von Gluconsäure,
Natriumoleat, Kaliumsalz von Citronensäure, Kaliumstearat, Kaliumsalz von Gluconsäure,
Kaliumoleat, Ammoniumsalzen von Citronensäure, Ammoniumstearat, Ammoniumsalzen von
Gluconsäure, Ammoniumoleat, und Kombinationen davon, wobei das Salz der organischen
Säure, basierend auf dem Gewicht des Substrats ("owg"), ungefähr zwischen 0,2 und
ungefähr 5,0 % ist.
– optional Auswählen einer zweiten Aktivierungsverbindung aus der Gruppe,
bestehend aus: Organischen Aminderivaten, Pigmenten, und Kombinationen davon;
– Ätznatron; und
– Wasserstoffperoxid,
wobei die Zusammensetzung einen leicht basischen pH aufweist.
Zusammensetzung nach Anspruch 7, wobei es sich bei der zweiten Aktivierungsverbindung
um ein organisches Aminderivat handelt, ausgewählt unter Harnstoff, Dicyandiamid,
Tetraacetylethylendiamin, Acetylcaprolactam, und Kombinationen davon, wobei das
organische Aminderivat ungefähr 0,2 bis ungefähr 5,0 % owg ist.
Zusammensetzung nach Anspruch 7, wobei die erste Aktivierungsverbindung
ein Übergangsmetallkomplex ist, ausgewählt unter Kupfergluconat, Kupfersulfat, Kupferacetat,
Kupfercarbonat, Kupfercitrat, Kupfernitrat, Kupfer-EDTA, Kupferkomplexen, und Kombinationen
davon, wobei das Übergangsmetall ungefähr 0,1 bis ungefähr 10 ppm ist, basierend
auf dem Gewicht des Bades ("owb").
Zusammensetzung nach Anspruch 7, wobei die zweite Aktivierungsverbindung
ein Pigment ist, ausgewählt unter pigmentiertem Schwefelschwarz 1 mit einer Teilchengrösse
unter 150 &mgr;m, vollständig voroxidierten Schwefelfarbstoffen, und Kombinationen
davon, wobei das Pigment ungefähr 1 bis ungefähr 200 ppm owb ist
Zusammensetzung nach Anspruch 7, wobei das nicht schäumende Scheuer/-Netzmittel
ausgewählt ist unter ethoxyliertem Fettalkohol und propoxyliertem Fettalkohol; und
wobei das nicht schäumende Scheuer-/Netzmittel ungefähr 0,1 bis ungefähr 1,5 % owg
ist.
Zusammensetzung nach Anspruch 7, ausserdem umfassend einen Peroxidstabilisator,
wobei der Peroxidstabilisator ausgewählt ist unter einem Mittel auf der Basis von
Organophosphat, einem Mittel auf der Basis einer organischen Aminsäure, einem Mittel
auf der Basis eine organischen Säure, einem Mittel auf der Basis von Polyacrylsäure,
einem Erdalkalisalz, und Kombinationen davon, wobei das Mittel auf der Basis von
Organophosphat die Diethylentriaminpenta(methylenphosphonsäure)
ist, das Mittel auf der Basis von organischer Aminsäure die Diethylentriaminpentaessigsäure
ist, das Mittel auf der Basis einer organischen Säure das Natriumsalz von Gluconsäure
ist, und das Erdalkalisalz das Mg+2-Salz ist.
Verfahren zur Vorbehandlung eines Cellulose- oder Cellulose/-Synthetikfasergemischs,
das folgende Schritte umfasst:
– Bereitstellung eines Behälters;
– Bereitstellung eines Cellulose- oder Cellulose-/Synthetikfasergemischsubstrats;
– Bereitstellung eines Wasserbades;
– Erwärmen des Wasserbades auf eine Temperatur zwischen 80 °C und 140
°C;
– Hinzufügen einer aktiven Menge einer Aktivierungsverbindung, ausgewählt
aus der Gruppe, bestehend aus Salzen organischer Säuren, organischen Aminderivaten,
Übergangs-metallsalzen, Übergangsmetallkomplexen, Pigmenten, und Kombina-tionen
davon;
– Hinzufügen einer aktiven Menge Ätznatron, um ein Ausgangsbad mit einem leicht
basischen pH zu erhalten;
– Hinzufügen einer aktiven Menge Wasserstoffperoxid;
– Erwärmen des Wasserbades auf eine Temperatur über 50 Grad Celsius während
eines Zeitraums;
– Erzielen eines pH von ungefähr 6,0 bis ungefähr 9,0 am Ende des Bleichzyklus;
und - Ablassen des Bades.
Zusammensetzung zur Vorbehandlung eines Cellulose- oder Cellulose/-Synthetikfasergemischsubstrats
vor dem Färben, umfassend:
– ein nicht schäumendes Scheuer-/Netzmittel;
– eine Aktivierungsverbindung, gebildet aus einem Gemisch aus Harnstoff und
Kupfergluconat;
– Ätznatron; und
– Wasserstoffperoxid.