Die Erfindung betrifft ein Verfahren und einen Wärmeverbrauchszähler
(bzw. ein Wärmeverbrauchsmeßgerät) zum Aufzeichnen der von Radiatoren verbrauchten
Wärmemenge, aufweisend ein Gehäuse mit einer Berechnungseinheit und mit damit verbundenen
Temperatursensoren für Radiator- und Raumtemperaturen, wobei die Berechnungseinheit
zum Zweck des Berechnens der Wärmeemission aus dem Radiator auf der Grundlage der
gemessenen Temperaturen vorgesehen ist.
Wärmeverbrauchszähler für Radiatoren werden insbesondere für Zental-
und Bezirksheizungseinrichtungen für die Verteilung der gesamten Heizkosten im Verhältnis
zum Wärmeverbrauch verwendet. Die Wärmeemission eines Radiators ist proportional
zur wirksamen Heizungsoberfläche multipliziert mit einer Funktion aus der Differenz
zwischen den Temperaturen des Radiators und der Umgebungsluft. Damit dient in Wirklichkeit
der Zähler dazu, diese Funktion über die Zeit zu integrieren, und eine Anzahl unterschiedlicher
Typen von Wärmeverbrauchszählern sind bekannt, von denen einige die Temperatur der
Umgebungsluft nicht heranziehen, sondern die Messung ausschließlich auf die Temperatur
des Radiators stützen wie etwa Verdunstungsmeßgeräte, während andere wohlbekannte
Typen die beiden Temperaturen mittels Thermoelementen messen und wobei der hervorgerufene
Thermostrom mittels eines Ah-Zählers gemessen wird, welcher z.B. aus einem irreversiblen
Elektrolytzähler bestehen kann, der Quecksilber in einer der Wärmeemission des Radiators
entsprechenden Menge freigibt.
Obwohl Radiatoren mit Dualsensorzählern zum Messen des Radiators als
auch der Raumtemperatur eine relativ genaue Messung des Wärmeverbrauchs liefern,
sind die bekannten Konstruktionen solcher Zähler jedoch mit einer Anzahl von Nachteilen,
wie etwa verschiedenen Möglichkeiten zum Manipulieren (cheating) des Wärmeverbrauchszählers,
z.B. durch Abdecken, Aufheizen oder Kühlen der Temperatursensoren, und Beschränkungen
bezüglich der Genauigkeit der Grenzbereiche für die auftretenden Temperaturen oder
bezüglich atypischer Betriebsbedingungen verbunden. Daher kann, um die Aufzeichnung
eines „Leerlauf“-Verbrauchs ohne der Emission von Wärme durch den Radiator
zu vermeiden, der Zähler mit einer solchen grundlegenden Beschränkung versehen sein,
dass der Zähler keinen Verbrauch aufzeichnet, bis sich der Radiator über einer gewissen
Minimaltemperatur befindet. Wenn sie jedoch zu hoch angesetzt ist, kann das bedeuten,
daß Wärmeemission aus dem Radiator, welche gemessen werden hätte sollen, nicht gemessen
wird. Es kann auch auftreten, dass der Zähler eine Wärmeemission aus dem Radiator
misst, welche tatsächlich stattfindet, jedoch nicht gemessen werden soll, da die
emittierte Wärme nicht Teil der zu verteilenden Heizkosten ist, da der Radiator
auf irgendeine andere Weise als durch die Zuführrohre beheizt worden ist, insbesondere
in sehr heißen Sommern und/oder mittels direkt einstrahlendem Sonnenlicht auf den
Radiator oder mittels gleichzeitiger Verwendung einer anderen Wärmequelle.
Es ist die Aufgabe der Erfindung ein Verfahren und einen Wärmeverbrauchszähler
für einen Radiator zum Aufzeichnen der in einem Radiator verbrauchten Wärme vorzusehen,
welcher die Möglichkeit einer genaueren Messung relativ zum tatsächlichen Wärmeverbrauch
im Vergleich mit den existierenden Zählern vorsieht.
Dies wird mittels des Verfahrens nach Anspruch 1 und mittels der Verwendung
des Zählers nach Anspruch 8 erzielt. Hierdurch wird nämlich erzielt, dass eine Wärmemenge,
welche von dem Radiator an den Raum abgegeben wird, wenn der Radiator abgeschaltet
ist, nicht als Wärmeverbrauch aufgezeichnet wird, wenn sich innerhalb z.B. eines
24-Stunden-Zyklusses eine hohe Raumtemperatur insbesondere aufgrund von Aufheizung
mittels der Sonne oder einer anderen Wärmequelle eingestellt hat, wobei die Kompensation
mittels des berechneten negativen Wärmeverbrauchs während dem wärmsten Teil des
24-Stunden-Zyklusses durchgeführt wird.
Hierdurch wird es verhindert, dass der Wärmeverbrauchszähler einen
nicht tatsächlich vorliegenden Wärmeverbrauch während des Sommers aufzeichnet, wenn
die Heizungsanlage ansonsten ausgeschaltet ist.
Die Formel zum Berechnen positiven oder negativen Wärmeverbrauchs
(Modus 3) kann unter einer Anzahl von unterschiedlichen Berechnungsformeln
ausgewählt werden und kann diejenige sein, die in einem anderen Modus von der Erfindung
bevorzugt ist.
Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung verwenden diesen Modus
(Modus 3) nur, wenn die numerische Differenz zwischen der berechneten Raumtemperatur
und der berechneten Radiatortemperatur sich unterhalb eines vorbestimmten Grenzwertes
befindet. Hierdurch wird sichergestellt, dass der Zähler nicht dahingehend manipuliert
werden kann, einen sehr großen negativen Wärmeverbrauch zu berechnen.
Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist
der Zähler einen alternativen Wärmeaufzeichnungsmodus (Modus 1,
2) auf, bei welchem keine Aufzeichnung negativen Verbrauchs ausgeführt
wird, wenn die Temperaturdifferenz oberhalb des vorbestimmten Grenzwertes ist und
in dem die Berechnung des Wärmeverbrauchs durch Messung einer vorbestimmten Ersatzraumtemperatur
anstatt der berechneten Raumtemperatur ausgeführt wird.
Die Erfindung wird nun mehr im Detail mit Bezugnahme auf die Zeichnungen
beschrieben, wobei
1 eine Ausführungsform eines Wärmeverbrauchszählers
nach der Erfindung in Vorderansicht veranschaulicht,
2 ein eine vertikale Schnittansicht entlang
der Linie II – II in 1 desselben ist,
3 eine Perspektivansicht einer gedruckten
Karte in dem in 1 und 2
gezeigten Zähler ist,
4 eine erste Ausführungsform eines Anschlußstücks
für einen Wärmeverbrauchszähler in Vorderansicht ist,
5 eine Seitenansicht der in
4 gezeigten Ausführungsform ist,
6 eine Vorderansicht einer alternativen
Ausführungsform eines Anschlußstücks ist,
7 eine vom Ende her gesehene Seitenansicht
der in 6 gezeigten Ausführungsform ist,
8 ein Diagramm zur Veranschaulichung
der Berechnung des Wärmeverbrauchs unter verschiedenen Temperaturbedingungen ist,
und
9 ein Flußdiagramm zur Berechnung des
Wärmeverbrauchs durch den Zähler ist.
Der in den 1 und 2
gezeigte elektrische Wärmeverbrauchszähler weist ein Gehäuse 1 aus einem
thermisch und elektrisch isolierenden Material, vorzugsweise Kunststoff, auf, welches
aus einem unteren Bereich 2 und einer oberen sowie einer unteren Abdeckung
3 bzw. 4 besteht. Durch ein Fenster in der obersten Abdeckung
3 kann eine LCD-Anzeige 5 gesehen werden, wie aus 1
hervorgeht. Die oberste Abdeckung 3 wird an dem Zähler mittels einer Bleiversiegelung
6, welche zerstört werden muß, um Zugang zum Inneren des Gehäuses
1 zu erlangen, gesichert. Der oberste Deckel sichert den untersten Deckel
4 auf einer nicht speziell veranschaulichten Weise, was bedeutet, dass
er auch nicht entfernt werden kann, ohne die Bleiversiegelung 6 aufzubrechen.
Die Anzeige 5 ist auf einer beidseitigen Schaltungsplatte
7, welche in dem Gehäuse gesichert ist, befestigt. Auf der der Anzeige
gegenüberliegenden Seite ist eine Berechnungseinheit in der Form eines Mikroprozessors
8 befestigt und die gleiche Seite der Platte 7 trägt auch einen
Radiatortemperatursensor 9 und drei Rückseitenelementanzeigeschalter
17, von denen nur einer in 2 sichtbar ist.
Auf der Vorderseite der Schaltungsplatte 7 ist auch ein Raumtemperatursensor
10 und ein Vielfachstecker 11, welcher Stromversorgung von einer
externen Stromquelle und RF-Kommunikation mittels Programmier- und Dateneingangs-
und Ausgangslesegeräten über Drahtverbindungen ermöglicht, vorgesehen. Eingang und
Ausgangslesen kann darüber hinaus über eine optische Infrarotkommunikationsschnittstelle
15 mit Dioden 15A durch Fenster 16 in der obersten Abdeckung
3 ausgeführt werden. Als eine dritte nicht gezeigte Option kann der Dateneingang
und das Datenausgangslesen über einen Radiotransmitter / -empfänger erzielt werden,
welcher in diesem Fall in dem Gehäuse 1 angeordnet ist und mit der elektrischen
Schaltung über den Vielfachstecker 11 verbunden ist.
In der 2 ist unterhalb der untersten
Abdeckung eine Batteriepackung 12 zum Zuführen von Energie an den Zähler
über Batterieklemmen 13 gezeigt.
Der im Vorstehenden beschriebene Wärmeverbrauchszähler ist zum Befestigen
auf einem Radiator über einem in 2 gezeigten Anschlußstück
14, welches vorzugsweise an einem nicht gezeigten Befestigungsstift befestigt
ist, welcher wiederum an dem Radiator gesichert ist und sich durch eine Öffnung
18 in dem Anschlußstück und auch durch eine Öffnung 19 in dem
unteren Bereich 2 des Zählers erstreckt, vorgesehen. In 2
ist das Anschlußstück 14 auch als eine Vertiefung 20 aufweisend
gezeigt, in welcher der Wärmeverbrauchszähler 9 für einen Radiator angeordnet
ist, wenn der Zähler auf dem Anschlußstück befestigt ist. Der Sensor 9
besteht, wie der Raumsensor 35, vorzugsweise aus NTC-Widerständen, deren
Widerstandswerte ein Maß der Temperaturen, die sie auslesen sollen und der Temperatur
des Anschlußstücks 14 bzw. der Temperatur des Raumes darstellen. Die mittels
der Temperatursensoren bestimmten Werte sind nicht korrekt, aber sie werden mittels
der elektrischen Schaltungen 7, 8 auf der Grundlage von in klimatisierten
Räumen für die einzelnen Radiator- und Anschlußstücktypen bestimmten Konstanten
berechnet.
Da große Anzahlen von Radiatortypen mit vielen unterschiedlichen Konstruktionen
verfügbar sind, ist es notwendig, viele verschiedene Anschlußstücktypen zu verwenden,
um gute und verläßliche Übertragung von Wärme von dem Radiator an den Zähler zu
erlangen, wobei die Anschlußstücktypen auf die jeweiligen Radiatorkonstruktionen
abgestimmt sind. Zwei unterschiedliche Anschlußstückkonstruktionen sind in den
4 bis 7 gezeigt.
Das in den 4 und 5
gezeigte Anschlußstück 21 ist für die Befestigung an einer ebenen Radiatoroberfläche mit
seiner ebenen Seite gedacht, während die entgegengesetzte Seite mit einer Anzahl
von Rillen 22 und Führungen profiliert ist. Abhängig von dem Ort der Rillen
werden die Anschlußstückanzeigeschalter 17 mittels der Führungen betätigt,
wenn der Zähler in dem Anschlußstück befestigt wird. Bei Verwendung dreier Schalter
17 können unterschiedliche Breiten und Orte der Rillen 22 eine,
zwei oder drei der Schalter 17 betätigen, was bedeutet, dass insgesamt
sieben Kombinationen für die Betätigung möglich sind, wobei die achte Kombination,
bei welcher keine der Schalter betätigt wird, anzeigt, dass der Zähler nicht auf
einem Anschlußstück befestigt ist. Die verschiedenen Kombinationstypen sind mit
z.B. A, B, C... bezeichnet und die Kombination betätigter Schalter 17 zeigt
den Anschlußstücktyp an, welcher mittels der elektrischen Schaltung auf der Anzeige
5 angezeigt wird. Damit wird ein eindeutiges Auslesen und eine andere eindeutige
Anzeige des Anschlußstücktyps erzeugt, wobei sofort verifiziert werden kann, dass
das korrekte Anschlußstück A, B, C... in Verbindung mit dem entsprechenden Radiator
verwendet wurde.
6 und 7
veranschaulichen ein zweites Anschlußstück 24 zum Befestigen an einem anderen
Radiatortyp und hier weisen die Rillen 25 und die Führungen 26
eine andere Breite auf und sind an einem anderen Ort angeordnet als an dem Anschlußstück
21 in den 4 und 5.
Bei dem Anschlußstück 24 ist zusätzlich zur Befestigungsöffnung
18 die Vertiefung 20 zum Aufnehmen des Wärmeverbrauchssensors
9 gezeigt. Weiterhin ist das Anschlußstück aus einem guten Wärmeleiter,
vorzugsweise Aluminium hergestellt und weist eine relativ kurze Länge, welche vorteilhafterweise
ein Drittel der Länge des Gehäuses ausmacht, auf, um zu vermeiden, dass zuviel Wärme
an einen befestigten Zähler übertragen wird, wobei sichergestellt wird, dass der
letztere und damit auch der Raumsensor 10 nicht übermäßig aufgeheizt wird.
Die Anschlußstücke sind vorteilhafterweise symmetrisch um eine zentrale Achse, wodurch
sichergestellt wird, dass sie während der Befestigung nicht invertiert werden.
Wenn die Anzahl von Schalterbetätigungskombinationen unzureichend
ist, können mehr Rillen und Führungen auf den Anschlußelementen und weitere Schalter
17 auf dem Zähler vorgesehen sein oder es können Schalter 17 verwendet
werden, welche mehrere Schalterpositionen in Verbindung mit Führungen und Rillen
unterschiedlicher Tiefen aufweisen.
Nun wird auf 8 Bezug genommen, welche
verschiedene Temperaturbedingungen, die die Art und Weise, auf welche die Aufzeichnung
von Wärmeverbrauch zu berechnen und aufzuzeichnen ist, bestimmen, im Diagramm veranschaulicht.
In dem Diagramm zeigt die horizontale Achse die Radiatortemperatur THB an, welche
mittels der elektrischen Schaltung auf der Grundlage des von dem Radiatortemperatursensor
9 gemessenen Wertes berechnet wird. Auf entsprechende Weise bezeichnet
die vertikale Achse die Raumtemperatur TRB, welche von der Schaltung auf der Grundlage
des mittels des Raumtemperatursensors 10 gemessenen Wertes berechnet wird.
In dem Diagramm sind die verschiedenen Temperaturmodi als Modus 0, Modus
1, Modus 2 und Modus 3 bezeichnet. Im Modus
0, welcher den Temperaturbereich abdeckt, in dem die berechnete Radiatortemperatur
unterhalb eines Grenzwerts THBG ist, wird keine Aufzeichnung von Wärmeverbrauch
vorgenommen, da hier angenommen wird, daß keine Wärme von dem Radiator abgegeben
wird. Diese Radiatoroberflächenstarttemperatur THBG kann z.B. auf 15°C
eingestellt werden. Bei diesem Betriebsmodus besteht nur eine geringe Wahrscheinlichkeit
der Verfälschung des Meßergebnisses, z.B. durch Kühlen des Radiators um das Anschlußstück
oder durch intensives Aufheizen des Zählers von seiner Vorderseite her, wodurch
der Raumsensor eine zu hohe Temperatur mißt. Sollte dies über eine ausgedehnte Zeitspanne
während der Heizsaison auftreten, wird die Berechnungseinheit des Zählers darauf
eingestellt, eine Referenztemperatur TRBE, die sogenannte Ersatzraumtemperatur,
welche z.B. auf 20°C eingestellt werden kann, anstatt der berechneten Raumtemperatur
TRB zu verwenden. Jedoch würde intensives Aufheizen des Zählers über eine gewisse
Zeit auch dazu führen, dass der Radiatortemperatursensor aufheizt wird, wodurch
die Berechnungseinheit von Modus 0 auf eine der anderen Modi durch Überschreitung
des Grenzwertes THBG überwechseln wird.
Im normalen Betriebsmodus während der Heizsaison befinden sich die
berechnete Radiator- und die Raumtemperatur innerhalb des in dem Diagramm als Modus
1 definierten Bereichs und der Energieverbrauch wird gemäß der Formel E
= K* (THB – TRB) 1,33 berechnet, bei der K ein voreingestellter
charakteristischer Wert für den entsprechenden Radiatortyp und die entsprechende
Radiatorgröße ist und die Potenz 1,33 ein allgemein bekannter Normalwert ist, welcher
in besonderen Fällen einen leicht unterschiedlichen Wert aufweisen kann. Der Modus-1-Bereich
weist eine obere Grenze in Bezug auf die berechnete Raumtemperatur mit einem Grenzwert
TRBG auf, über welchem die berechnete Raumtempertur TRB in dem Wärmeverbrauch nicht
benutzt wird, sondern die vorstehend definierte Ersatzraumtemperatur TRBE. Wie im
Modus 0 weist der Modus-1-Zustand nur eine geringe Wahrscheinlichkeit einer
Verfälschung des Meßergebnisses auf. Daher würde, obwohl der Raumtemperatursensor
um ein paar Grad aufgeheizt werden könnte, wodurch die berechnete Raumtemperatur
TRB zu niedrig wird, das Ergebnis sehr leicht sein, daß die Temperaturbedingungen
Modus 1 verlassen, um die Grenze TRBG zu überschreiten und in Modus
2 einzutreten. Das andere, jedoch sehr unwahrscheinliche
Risiko einer Manipulation bezieht sich auf das Kühlen des Radiatortemperatursensors.
In dem Modus-2-Bereich, welcher sich in dem Diagramm oberhalb des
Modus-1-Bereichs befindet, wird der Wärmeverbrauch gemäß der Formel E = K* (THB
– TRBE)1,33 berechnet, welche dem vorstehend definierten Ausdruck
entspricht, wobei der einzige Unterschied darin besteht, dass anstatt der berechneten
Raumtemperatur TRB die Ersatzraumtemperatur TRBE verwendet wird. Der Modus-2-Zustand
ist dadurch charakterisiert, dass der Radiator angeschaltet ist, während eine sehr
hohe berechnete Raumtemperatur TRB aufgezeichnet wird. Das kann z.B. an einer Abdeckung
des Radiators oder einfallender Sonne liegen oder es können besondere Gründe für
eine hohe Raumtemperatur vorliegen. Ein Abdecken des Radiators oder einfallende
Sonne wird bewirken, dass die gemessene Raumtemperatur zu hoch ist, und die gemessene
Radiatortemperatur wird auch zu hoch sein. Der berechnete Wärmeverbrauch wird zu
niedrig sein, wenn die Formel von Modus 1 für die Berechnung verwendet
wird. Es ist nicht möglich, zwischen einem Abdecken und einfallender Sonne zu unterscheiden,
da die Temperaturkurven für diese beiden Situationen sehr ähnlich sind, jedoch wird
einfallende Sonne oft in kurzen Intervallen auftreten und nur in dem Fall von Zählern,
welche einem Fenster gegenüberliegend befestigt wurden, auftreten. Einfallende Sonne
kann auch bedeuten, dass das Thermostatventil des Radiators den Wasserfluß abschaltet.
Wenn die Ersatzraumtemperatur zur Berechnung des Wärmeverbrauchs verwendet wird,
werden mögliche unangenehme Nebeneffekte aus unerwünschten Manipulationen vermieden.
In dem mit Modus 3 bezeichneten geneigten Bereich im Diagramm
in 8 zeigt die unterbrochene Mittellinie den Modus
an, in welchem die berechnete Raumtemperatur mit der berechneten Radiatortemperatur
identisch ist. Der Modus-3-Bereich ist mittels Linien, welche parallel zu der Mittellinie
sind und welche in einem Abstand TBG davon angeordnet sind, begrenzt, wobei TBG
z.B. 5° über und unter der Mittellinie sein kann, d.h. die berechnete Raumtemperatur
kann 5° auf jede Seite der Radiatortemperatur hin variieren.
Es ist eine Voraussetzung für Modus 3, dass der Radiator
abgeschaltet ist oder dass zumindest durch die zum Radiator führenden Leitungen
keine Wärme dem Radiator zugeführt wird oder von dem Radiator entfernt wird. In
diesem Zusammenhang besteht die Voraussetzung, dass die Berechnungseinheit in Modus
3 eintritt darin, dass die berechnete Raumtemperatur sich über die berechnete
Radiatortemperatur erhöht. Der Wärmeverbrauch wird auch in Modus 3 gemäß
der für Modus 1 angegebenen Formel berechnet, jedoch wird hier der Verbrauch
mit Vorzeichen berechnet und in einem separaten Modus-3-Register aufsummiert. Wenn
daher die Raumtemperatur höher als die Radiatortemperatur ist, wird die von dem
Radiator von der Umgebung empfangene Wärme als ein negativer Wärmeverbrauch berechnet.
Wenn die Raumtemperatur daraufhin unter die Radiatortemperatur fällt,
was bewirkt, dass der Radiator Wärme an die Umgebung abgibt, wird ein positiver
Wärmeverbrauch berechnet. Wenn der Zähler Modus 3 verläßt, wird der Inhalt
des separaten Modus-3-Registers zum Gesamtverbrauch hinzu addiert und das Register
wird wieder auf Null gesetzt. Der Modus-3-Zustand kann z.B. während einer heißen
Periode des Jahres auftreten, bei der die Raumtemperatur die Radiatortemperatur
zur Tageszeit übertreffen kann, jedoch Nachts darunter absinkt. Damit verhindert
der Modus-3-Zustand, dass der positive „Wärmeverbrauch" während der Nacht
als tatsächlicher Verbrauch aufgezeichnet wird, jedoch wird in diesem Fall diesbezüglich
mittels einem negativen Wärmeverbrauch während dem Tag kompensiert. Der Verbrauch
in dem Modus-3-Register, welcher sehr oft Null ist, wird einmal während 24 Stunden
zum gesamten Verbrauch hinzu addiert, wahlweise nach einem Vielfachen von 24 Stunden,
um einen plötzlichen Sprung in der Zählung zu vermeiden. Es sollte angemerkt werden,
dass es wichtig ist, dass ein Zyklus von 24 Stunden oder eine Vielzahl von 24 Stunden
verwendet wird, wobei periodisch abgeschätzt wird, ob ständig eine negative Zählung
vorliegt, was ein Anzeichen für Manipulation sein kann. Dies könnte mit einer sehr
guten Isolierung des Zählers erreicht werden, jedoch wäre dies in der Praxis wahrscheinlich
mit viel Mühe verbunden. Der Temperaturzustand oberhalb des Modus-3-Bereichs ist
mit Modus 2 in dem Diagramm wie der Bereich unterhalb des Modus-3-Bereichs
bezeichnet. Der Wärmeverbrauch wird gemäß der gleichen Formel, wie vorstehend in
Verbindung mit dem anderen Modus-3-Bereich erwähnt, berechnet und es ist für diesen
oberen Modus-2-Bereich charakteristisch, dass die berechnete Raumtemperatur sich
beträchtlich über der berechneten Radiatortemperatur befindet.
In der Praxis würde dieser Zustand kaum auftreten, außer als eine
Folge von unbeabsichtigter Manipulation, wie etwa intensiver Aufheizung des Zählers
von seiner Vorderseite her. Damit wird bei der Berechnung des Wärmeverbrauchs die
Ersatzraumtemperatur verwendet, um unrichtige Aufzeichnung eines negativen Verbrauchs
zu verhindern. Wenn in Modus 3 kontinuierlich ein negativer Verbrauch gemessen
wird, wird auf Modus 2 umgeschaltet.
Das in 9 enthaltene Flußdiagramm zeigt
die Bestimmung des tatsächlichem Moduses durch den Wärmezähler durch Berechnung
des Wärmeverbrauchs gemäß dem in Verbindung mit 8
vorstehend beschriebenen Berechnungsverfahren. Der in 8
gezeigte Pfeil 30 zeigt die Abfolge der Entscheidungen in dem Flußdiagramm
an und die kurzen dick eingezeichneten Linien 31, 32 und
33 zeigen die Bereichsgrenzen an, bei welchen Fragen in dem Flußdiagramm
von 9 gestellt werden. Der Zähler kann nur in Modus
3 eintreten, wenn die Raumtemperatur die Radiatortemperatur übertrifft
(TRB>THB). Für diesen Zweck wird die Markierung 3 (flag 3), vgl.
9, verwendet, welche angewendet wird, wenn diese Bedingung
erfüllt wurde. Wenn der Zähler in andere Modi eintritt, wird Markierung
3 zurückgesetzt.
Aus der vorstehend in Verbindung mit 8
gegebenen Erklärung zeigt es sich, dass in dem Fall von natürlich auftretenden Temperaturfluktuationen,
insbesondere wenn das Wetter heiß ist, eine ungefähr richtige Aufzeichnung des Wärmeverbrauchs
erzielt wird, da es mit dem Zähler möglich ist, einen positiven, nicht tatsächlichen
Verbrauch mittels einem entsprechenden negativen Verbrauch zu kompensieren. Bei
abnormalen Betriebsbedingungen, welche gewöhnlich aufgrund der Manipulation des
Zählers auftreten, wurden Maßnahmen zum Begegnen gefälschter Aufzeichnungen getroffen,
wobei aus einem gesamtheitlichen Gesichtspunkt ein Zähler vorgesehen ist, welcher
in allen Betriebsbedingungen eine befriedigende, ungefähr korrekte Aufzeichnung
des Wärmeverbrauchs liefert.
Auf der Anzeige 5 auf dem Zähler können die aufgezeichneten
Wärmeverbrauchseinheiten und der Verbrauch des vorherigen Jahres vorteilhafterweise
in einem Informationszyklus gezeigt werden als auch eine Installationsnummer und
eine Maßstabsgröße, welche den für den entsprechenden Radiator in der Berechnung
der Wärmeverbrauchseinheiten verwendeten Gewichtungsfaktor anzeigt.
Die gemessenen und berechneten Werte der Raumtemperatur und der Radiatortemperatur
als auch die passenden Bezeichnungen A, B, C werden gewöhnlich in dem Informationszyklus
nicht gezeigt, können aber von den Benutzern beim Ablesen des Zählers während dem
Austausch der Batterie oder ähnlichem zur Anzeige gebracht werden.
Damit sieht diese bevorzugte Ausführungsform der Erfindung einen elektrischen
Wärmeverbrauchszähler für einen Radiator zum Aufzeichnen von von einem Radiator
verbrauchter Wärme vor, wobei der Radiator ein Gehäuse mit einem unteren Bereich
und eine Abdeckung mit einer Berechnungseinheit und damit verbundene Temperatursensoren
für Radiator- und Raumtemperaturen und eine Stromversorgung aufweist, wobei die
Berechnungseinheit zum Berechnen der Wärmeabgabe von dem Radiator auf der Grundlage
der voreingestellten Temperaturen und eines Gesamtgewichtungsfaktors und einer Maßstabsgröße
angeordnet ist und wobei der Raumtemperatursensor unter der Abdeckung angeordnet
ist.
Bei dieser bevorzugten Ausführungsform für einen elektrischen Wärmeverbrauchszähler
für einen Radiator sind der untere Bereich und die Abdeckung des Gehäuses aus einem
nicht leitenden Material hergestellt und der Radiatortemperatursensor ist außerhalb
des unteren Bereichs des Gehäuses angeordnet und in einem guten Wärmekontakt an
einem gut leitenden Anschlußstück befestigt, welches an den Radiator angepaßt ist
und daran gesichert ist und welches an seiner Zählerbefestigungsoberfläche eine
Anzahl von Vorsprüngen und / oder Vertiefungen aufweist, deren Gestaltung und Anordnungen
für das entsprechende Anschlußstück charakteristisch sind, wobei der Zähler eine
Anzahl von Schaltern aufweist, welche zum Anschlußstück hinweisen und welche entsprechend
der Vorsprünge / Vertiefungen des Anschlußstücks zum Ablesen des Typs des Anschlußstücks
bei einem an den Radiator angepaßten und daran gesicherten gut leitenden Anschlußstück
betätigt werden können und welches an seiner Zählerbefestigungsobertläche eine Anzahl
von Vorsprüngen und / oder Vertiefungen aufweist, deren Gestaltungen und Anordnungen
für das entsprechende Anschlußstück charakteristisch sind, wobei der Zähler eine
Anzahl von Schaltern aufweist, welche zum Anschlußstück hinweisen und welche entsprechend
der Vorsprünge / Vertiefungen des Anschlußstücks zum Erkennen des Anschlußstückstyps
betätigt werden können.
Indem die Abdeckung des Gehäuses als auch sein unterer Bereich aus
einem nicht leitenden Material hergestellt werden, ist damit eine gute Abschirmung
der Raumtemperatur vorgesehen, was bedeutet, dass sie nicht unbotmäßig durch den
Radiator beeinflußt wird und durch diese als solches bekannte Anordnung des Raumtemperatursensors
in dem Zählergehäuse wird gleichzeitig im wesentlichen verhindert, dass Manipulation
des Zählers, wie etwa Bedecken desselben, Aufheizen des Raumtemperatursensors oder
Kühlen des Radiatortemperatursensors die Differenz zwischen der Radiator- und der
Raumtemperatur und damit die Aufzeichnung des Verbrauchs ändert. Es sollte angemerkt
werden, dass die Sensoren und insbesondere der Raumtemperatursensor bei normalen
Bedingungen nicht die korrekten Radiator- und Raumtemperaturen liefern, welche jedoch
von der Berechnungseinheit auf der Grundlage von vorbestimmten charakteristischen
Werten für den Radiator und den Zähler berechnet werden. Durch diese Anordnung weist
das gut leitende Anschlußstück dadurch einen verläßlichen und guten Kontakt mit
dem Radiator auf, wodurch die berechnete Radiatortemperatur immer richtig sein wird.
Die in dem Anschlußstück vorgesehenen Vorsprünge / Vertiefungen
in Verbindung mit Kontaktmitteln auf der Rückseite des Zählers, welche mittels des
Anschlußstücks selektiv betätigt werden, dienen dazu, sicherzustellen, dass in Verbindung
mit dem entsprechenden Radiator das korrekte Anschlußstück dafür verwendet wird,
welches über die Schalter zum Darstellen auf einer Anzeige verwendet werden kann.
Damit ist zu einem hohen Ausmaß sichergestellt, dass die Temperaturmessung und damit
die Wärmeverbrauchsaufzeichnung korrekt sind.
In einer Ausführungsform des Radiatorzählers nach der Erfindung ist
das leitende Anschlußstück ein separates Element, welches unabhängig von dem Gehäuse
ist und dessen Länge maximal ein Drittel der Länge des Gehäuses ausmacht. Dadurch
wird die Abschirmung des Raumtemperatursensors weiter verstärkt, wodurch diese Messung
nur zu einem kleinen Ausmaß durch direkte Aufheizung von dem Radiator beeinflußt
wird.
Die Vorsprünge oder Vertiefungen können jede einer Zahl von Formen
aufweisen, wie etwa Vorsprünge und Bohrungen (bosses and bores) oder können durchgängige
Rillen mit dazwischenliegenden Materialführungen in der Zählerbefestigungsoberfläche
des Anschlußstücks sein. Da viele unterschiedliche Typen und Konfigurationen von
Radiatoren verfügbar sind, besteht Bedarf für mehrere unterschiedliche Anschlußstücke,
um gute verläßliche Wärmeübertragung über das Anschlußstück zu erhalten. Zum Erkennen
des entsprechenden Anschlußstücktyps bestehen die Vorsprünge I Vertiefungen des
Anschlußstücks gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform nach der Erfindung aus
zumindest zwei Rillen an jeder Seite, welche symmetrisch angeordnet sind und der
Zähler weist zumindest drei Schalter auf, von denen jeder zumindest zwei Schaltfunktionen
aufweist. Mittels dieser Schalter ist eine Anzahl von Kombinationen verfügbar zum
in Abhängigkeit von ihrer Betätigung Anzeigen des Anschlußstücktyps, und in dem
Fall, in dem weitere Kombinationen benötigt werden, kann jeder Schalter eine weitere
Schaltfunktion aufweisen. Die symmetrische Anordnung der Rillen in dem Anschlußstück
verhindert natürlich, dass es invertiert wird. Die zwischen den Rillen angeordneten
Materialführungen, mit welchen die Rückseite des Zählers in Kontakt steht, übertragen
die Radiatorwärme direkt an das Zählergehäuse und durch geeignete Dimensionierung
dieser Materialführungen kann die Wärmezuführung an den Zähler ausgeglichen werden,
um zu verhindern, daß unmäßige Wärmeübertragung, insbesondere an den Raumtemperatursensor
auftritt.
Wie vorstehend angegeben, weist die Berechnungseinheit einen Mikroprozessor
auf, welcher die tatsächlichen Werte der Radiatortemperaturen und Raumtemperaturen
auf der Grundlage der zugeführten Meßwerte für die Radiatortemperatur und die Raumtemperatur
mittels vorbestimmter charakteristischer Zahlen des entsprechenden Radiators gemäß
der Erfindung berechnet. Dies ist zweckmäßig, da dadurch ein vielseitigerer Wärmeverbrauchszähler
für einen Radiator erlangt wird, welcher auch bei Installation in Verbindung mit
anderen Zählertypen verwendet werden kann.
Der Mikroprozessor nach der Erfindung kann vorteilhafterweise an eine
optische Schnittfläche (optical sectional plane) und einen Vielfachstecker zur Eingabe
und Ausgabe von Programmierdaten etc. angeschlossen sein. Mittels einer optischen
Programmierung und Eingangs- und Ausgangseinheiten oder über eine Verdrahtung zum
Vielfachstecker können in dem Mikroprozessor enthaltene Informationen dadurch einfach
modifiziert oder ausgelesen werden. Darüber hinaus weist der Zähler zweckmäßigerweise
eine LCD-Anzeige in Verbindung mit dem Mikroprozessor auf, was ermöglicht, dass
Informationen immer gelesen werden, selbst im Fall niedrigen Stromverbrauchs.
Es stellt eine weitere Option dar, dass der Eingang und der Ausgang
von Daten etc. immer über einen integral mit dem Zähler ausgebildeten und mit dem
Mikroprozessor verbundenen Radiotransmitter / -empfänger bewirkt werden kann. Wenn
der Zähler mit einem solchen Radiotransmitter / -empfänger versehen ist, wird er
nur in langen Abständen von z.B. 8–10 Jahren „überprüft" und daher
weisen die Schalter die weitere wesentliche Funktion auf, zu bewirken, dass der
Radiotransmitter sofort eine Nachricht in dem Fall überträgt, in dem der Zähler
von dem Radiator abmontiert wird oder in dem Fall, in dem dieser auf eine andere
Weise betätigt wird.