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Dokumentenidentifikation DE102004033946A1 17.03.2005
Titel Verfahren zum Ausfüllen von Hohlräumen mit Dämmmaterial
Anmelder BASF AG, 67063 Ludwigshafen, DE
Erfinder Biedermann, Anja, Dr., 49356 Diepholz, DE;
Pretzsch, Regina, 32351 Stemwede, DE
DE-Anmeldedatum 14.07.2004
DE-Aktenzeichen 102004033946
Offenlegungstag 17.03.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 17.03.2005
IPC-Hauptklasse B29C 44/06
IPC-Nebenklasse B29C 44/08   B29C 44/18   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Ausfüllen von Hohlräumen mit Dämmmaterial, umfassend die Schritte Zusammenbringen von einer Isocyanatkomponente mit einer Polyolkomponente, Einfrieren dieses Reaktionsgemisches vor Eintritt der Startzeit, Zerkleinerung des eingefrorenen Reaktionsgemisches, Einbringen des zerkleinerten, gefrorenen Reaktionsgemisches in einen Hohlraum und Erwärmen des Reaktionsgemisches.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Ausfüllen von Hohlräumen mit Dämmmaterial, umfassend die Schritte Zusammenbringen von einer Isocyanatkomponente mit einer Polyolkomponente, Einfrieren dieses Reaktionsgemisches vor Eintritt der Startzeit, Zerkleinerung des eingefrorenen Reaktionsgemisches, Einbringen des zerkleinerten, eingefrorenen Reaktionsgemisches in einen Hohlraum und Erwärmen des Reaktionsgemisches.

Polyurethan Schaumstoffe werden in der Regel durch Hochdruckpuromaten vermischt und in Formen eingetragen. Dabei findet unmittelbar nach Verlassen des Mischkopfes eine Weiterreaktion des Reaktionsgutes statt und die Form füllt sich. Hierbei müssen, insbesondere falls die Formen schwer zugänglich sind, z.B. im Falle von schwer zugänglichen Hohlräumen, die Systeme sehr gut fließen, damit die Formen gefüllt werden können und ein möglichst geringes Overpacking benötigt wird. Sofern die Fließeigenschaften der Systeme nicht hoch genug sind, so wird es beim Befüllen von Hohlräumen notwendig, dass die Systeme gleichzeitig an mehreren Stellen eingebracht werden, was technisch aufwendig ist und vermieden werden soll.

Andererseits sollen vorteilhafte Systeme eine kurze Formstandzeit haben, d.h. eine gute und schnelle Aushärtung gewährleisten. Bekannte Systeme beinhalten daher im allgemeinen einen Treibkatalysator über den die Treibreaktion und somit das Fliessen gesteuert wird und einen Gelkatalysator, der zur Aushärtung benötigt wird. Zuviel Gelkatalyse verhindert aber durch einen schnellen Molmassenaufbau ein gutes Fließen; zu viel Treibkatalysator führt zu schnellen Startzeiten, so dass die Austragsmenge nicht mehr in die Formen eingeschossen werden kann.

Verfahren zum Unterbrechen der Aushärtreaktion sind bereits im Stand der Technik beschrieben.

FR-A-2 583 422 beschreibt das Abkühlen zweier mit einander vermischten Komponenten, welche zunächst erwärmt werden. Um die Gasentwicklung zu blockieren findet ein Abkühlen in mindest –60°C kalten flüssigen Kühlmittel statt. Dann wird der gekühlte Schaum in eine aus Silikonharz bestehende Kunststoffhülle gegeben. Somit kann keine gleichmäßige Verteilung von Reaktionsgut in Hohlräumen und Formkörpern gewährleistet werden.

In CA-A-2049387 wird das Reaktionsgemisch eines Polyharnstoff-Schaumstoffes in flüssig Stickstoff oder festen/flüssig Karbondioxid gekühlt und somit Reaktionswärme und die damit verbundenen Nachteile herausgenommen. Diese Polyharnstoff-Schaumstoffe beinhalten in der Regel aktive Wasserstoff enthaltende Komponenten auf Basis Polyamin, Polyamid, Polyimin und bevorzugt Polyamin. Die Harnstoffbildung ist daher kontrollierbarer geworden und Kernverbrennung ist reduziert. Hierbei handelt es sich also um die Zudosierung dieser kalten Komponenten im Mischkopf, so dass die Reaktionsführung nicht kontrolliert ablaufen kann.

DD-B-151609 beschreibt ein Verfahren zur ortsunabhängigen Herstellung von Schaumstoffkörpern durch Abkühlen eines eine Verschäumungsmaschine verlassenden Polyurethan-Komponentengemisches in flüssigem Stickstoff, wobei der eingefrorene Zustand bis zur Anwendung am Ort des Entstehens von gewünschten Polyurethanschaumkörper aufrechterhalten bleibt.

Aufgabe der Erfindung war es, ein vorteilhaftes Verfahren bereit zu stellen, dass es ermöglicht, Hohlräume, insbesondere schwer zugängliche Hohlräume, mit Dämmmaterial auszufüllen, wobei das Ausfüllen lückenlos erfolgen soll und das Einbringen des Dämmmaterials an nur einer Stelle erfolgen soll.

Die Aufgabe konnte dadurch gelöst werden, dass ein vor der Startzeit eingefrorenes und zerkleinertes Reaktionsgemisch auf Polyurethanbasis in Hohlräume eingebracht, verteilt und zur Reaktion gebracht wird.

Gegenstand der Erfindung ist daher ein Verfahren zum Ausfüllen von Hohlräumen mit Dämmmaterial auf Basis eines Polyurethanschaumstoffes, umfassend die Schritte:

  • i) Zusammenbringen von einer Isocyanatkomponente mit einer Polyolkomponente,
  • ii) Einfrieren des Reaktionsgemisches aus Schritt a) vor Eintritt der Startzeit,
  • iii) Zerkleinerung des eingefrorenen Reaktionsgemisches,
  • iv) Einbringen und verteilen des zerkleinerten, eingefrorenen Reaktionsgemisches in einen Hohlraum,
  • v) Erwärmen des Reaktionsgemisches.

In einer bevorzugten Ausführungsform handelt es sich bei dem Hohlraum um einen schwer zugänglichen Hohlraum. Ein Hohlraum gilt dann als schwer zugänglich, wenn sich ausgehend von der Eintragestelle ein eingetragenes Polyurethansystem mit einer Viskosität von >600 mPas mit Treibmittel, >10000 mPas ohne Treibmittel bei 20°C nicht gleichmäßig im Hohlraum innerhalb einer Zeit von maximal 10 Sekunden (dies entspricht in etwa der Startzeit von üblichen Polyurethansystemen) verteilt.

In bevorzugten Ausführungsformen handelt es sich bei den mit Dämmmaterial auszufüllenden, schwer zugänglichen Hohlräumen um Hohlräume von Fernwärmerohren und/oder um Hohlräume von Kältegerätkabinetten.

Fernwärmerohre sind im allgemeinen aufgebaut aus einem inneren Rohr, im allgemeinen aus Metall, einer zelligen Dämmschicht aus Kunststoff und einem äußeren Rohr, im allgemeinen aus kompaktem Kunststoff. Zur Herstellung der gedämmten Fernwärmerohre wird der Hohlraum, der sich zwischen innerem und äußerem Rohr bildet, mit dem Dämmmaterial auf Basis eines Polyurethanschaumstoffs aufgefüllt.

Fernwärmerohre haben üblicherweise eine Länge von 10 bis 40 Meter (m), bevorzugt 20 bis 30 m, einen Durchmesser des inneren Rings von 3 bis 60 Zentimeter (cm) und einen Durchmesser des äußeren Rings von 7,5 bis 80 cm, d.h. der auszufüllende Hohlraum weist im allgemeinen eine Dicke von 1 bis 25 cm, bevorzugt von 3 bis 10 cm auf. Aufgrund des hohen Längen/Dicke-Verhältnisses des Hohlraums handelt es sich hier um einen schwer zugänglichen Hohlraum.

1 zeigt zur Veranschaulichung eine beispielhafte Ausführungsform eines Fernwärmerohrs, das mit Dämmmaterial ausgefüllt werden soll.

In 1 bedeutet:

1Inneres Rohr 2Äußeres Rohr 3Eintragstelle des zerkleinerten und gefrorenen Reaktionsgemisches 4Neigungswinkel von 1 bis 15°

Es ist bevorzugt, das zerkleinerte und gefrorene Reaktionsgemisch bei geneigtem Rohr von unten oder oben einzubringen, oder bei ebenen Rohr in der Mitte.

Kältegerätekabinette sind im allgemeinen aufgebaut aus einer zweiwandigen kompakten Kunststoffschale, welche die äußere Form des Kältegerätes bildet und zwischen den beiden Schalen mit einem zelligen Kunststoff als Dämmmaterial ausgefüllt ist. Beispiele für geeignete Kältegeräte sind Kühlschränke, Gefrierschränke und Kombi – Geräte, Kühltruhen und/oder sonstige derartige Geräte mit kommerzieller Anwendung.

Die zu dämmenden Kältegerätkabinette haben üblicherweise eine Länge von 0,6 Meter (m) bis 5 m, bevorzugt 1,5 bis 3 m, der Abstand zwischen den beiden Kunststoffschalen, d.h. der auszufüllende Hohlraum weist im allgemeinen eine Dicke von 2 bis 20 Zentimeter (cm), bevorzugt von 3 bis 10 cm auf. Bei dem zu dämmenden Hohlraum handelt es sich um einen schwer zugänglichen Hohlraum, da einerseits ein hohes Längen/Dicke-Verhältnis vorliegt und andererseits bedingt durch die äußere Form des Kältegerätkabinetts es sich nicht um einen rein linearen sondern um einen verwinkelten Hohlraum handelt.

2 zeigt zur Veranschaulichung eine beispielhafte Ausführungsform eines Kältegerätkabinetts in Seitenansicht, das mit Dämmmaterial zufüllen ist. 3 zeigt ein mit Dämmmaterial ausgefülltes Kältekabinett in Frontansicht.

In den 2 und 3 bedeuten:

1Innere Schale 2Äußere Schale 3gedämmter Hohlraum 4Eintragstelle

Das erfindungsgemäße Verfahren umfasst die Schritte i) bis v), zu den einzelnen Schritten gilt folgendes.

i) Bei der Isocyanatkomponente und der Polyolkomponenten handelt es sich um handelsübliche, kommerziell erhältliche Polyurethansystemkomponenten, die im allgemeinen die Bestandteile

  • a) Di- und/oder Polyisocyanate,
  • b) gegenüber Isocyanaten reaktive Wasserstoffatome aufweisenden Verbindungen,
  • c) Treibmittel und
  • d) Katalysatoren und Zusatzstoffe
  • umfassen, wobei üblicherweise Bestandteil a) die Isocyanatkomponente und Bestandteile b) bis d) die Polyolkomponente bilden.

a) Als organische Di- und/oder Polyisocyanate kommen die an sich bekannten aliphatischen, cycloaliphatischen, araliphatischen und vorzugsweisen aromatischen mehrwertigen Isocyanate in Frage, die gegebenenfalls nach allgemein bekannten Verfahren modifiziert sein können. Bevorzugt verwendet wird Diphenylmethandiisocyanaten (MDI), Polyphenyl-polymethylen-polyisocyanaten (PMDI) und/oder Toluylen-diisocyanaten (TDI).

b) Als Verbindungen mit gegenüber Isocyanaten reaktiven Wasserstoffatomen kommen Verbindungen in Frage, die zwei oder mehr reaktive Gruppen, ausgewählt aus OH-Gruppen, SH-Gruppen, NH-Gruppen, NH2-Gruppen und CH-aciden Gruppen, wie z.B. &bgr;-Diketo-Gruppen, im Molekül tragen.

Zweckmäßigerweise werden solche mit einer Funktionalität von 2 bis 8, vorzugsweise 2 bis 6, und einem Molekulargewicht von 300 bis 8000, vorzugsweise von 400 bis 4000 verwendet. Bewährt haben sich z.B. Polyether-polyamine und/oder vorzugsweise Polyole, ausgewählt aus der Gruppe der Polyether-polyole, Polyester-polyole, Polythioether-polyole, Polyesteramide, hydroxylgruppenhaltigen Polyacetale und hydroxylgruppenhaltigen aliphatischen Polycarbonate oder Mischungen aus mindestens zwei der genannten Polyole. Vorzugsweise Anwendung finden Polyester-polyole und/oder Polyeter-polyole. Die Hydroxylzahl der Polyhydroxylverbindungen beträgt dabei in aller Regel 200 bis 850 und vorzugsweise 280 bis 650.

c) Als Treibmittel wird vorzugsweise Wasser eingesetzt. Der Wassergehalt beträgt im allgemeinen 0,1 bis 4, vorzugsweise 0,3 bis 3, insbesondere 0,5 bis 2 Gewichtsteile, bezogen auf 100 Gewichtsteile der Komponenten b), c) und d).

Alternativ oder bevorzugt zusätzlich zu Wasser können auch physikalisch wirkende Treibmittel eingesetzt werden. Insbesondere werden niedrigsiedende Kohlenwasserstoffe, niedere monofunktionelle Alkohole, Acetale oder auch teilhalogenierte Kohlenwasserstoffe, sogenannte HFCKW, eingesetzt. Die Menge der Kohlenwasserstoffe liegt vorzugsweise bei 1 bis 20 Gew.-Teile, insbesondere 1,5 bis 15 Gew.-Teile, bezogen auf 100 Gewichtsteile der Komponenten b), c) und d).

Weiterhin ist es vorteilhaft, als Co-Treibmittel Perfluorverbindungen einzusetzen. Insbesondere verwendet werden Perfluoralkane, vorzugsweise n-Perfluorpentan, Perfluorhexan, n-Perfluorheptan, n-Perfluoroctan. Die Perfluorverbindungen können einzeln oder in Form von Mischungen verwendet werden. Vorzugsweise erfolgt der Einsatz in einer Menge von 0,1 bis 6 Gewichtsteilen, bevorzugt 0,5 bis 3 Gewichtsteile, bezogen auf die Summe der Komponenten b) bis d).

d) Als Katalysator werden 0,1 bis 5 Gewichtsteile, bevorzugt 0,5 bis 3 Gewichtsteile bekannter, kommerziell erhältlicher Katalysatoren verwendet. Beispiele hierfür sind tertiäre Amine, Zinn- und Bismutverbindungen, Alkali- und Erdalkalicarboxylate, quarternäre Ammoniumsalze, s-Hydroxytriazine und Tris-(dialkylaminomethyl)-phenole.

In einer bevorzugten Ausführungsform werden die Bestandteile a) bis d) so gewählt, dass ein im wesentlichen geschlossenzelliger Schaumstoff mit einer Offenzelligkeit von 0 bis 10 %, bevorzugt von 0 bis 8 %, entsteht. Bevorzugt weist der Schaumstoff einen mittleren Zelldurchmesser von 10 bis 600 &mgr;m, bevorzugt von 50 bis 400 &mgr;m, gemessen nach ASTM 3576-77, auf. Weiterhin weist der bevorzugt erhaltene Poly urethanschaumstoff eine Druckfestigkeit von 0,1 N/mm2 bis 0,4 N/mm2, gemessen nach DIN 53421, und eine Dichte von 15 bis 150 kg/m3, gemessen nach DIN 53420, auf. Im übrigen besitzt der bevorzugt erhaltene Polyurethanschaumstoff eine Wärmeleitfähigkeit zwischen 10 und weniger als 36 mW/mK, bevorzugt von weniger als 25 mW/mK, besonders bevorzugt von weniger als 20 mW/mK gemessen nach DIN 52612 Teil 1.

Im Schritt ii) des erfindungsgemäßen Verfahrens wird das Reaktionsgemisch aus Schritt i), welches durch Zusammenbringen von Isocyanatkomponente und Polyolkomponente hergestellt wurde, vor Eintritt der Startzeit eingefroren.

Als Startzeit wird die Zeit verstanden, bis dass das gut vermischte Reaktionsgut cremig wird und anfängt zu schäumen bzw. kleine Bläschen bildet.

Das Einfrieren des Reaktionsgemisches erfolgt durch rasches Abkühlen mit einem Kältemittel. Das Reaktionsgemisch wird dabei auf eine Temperatur abgekühlt, die so niedrig ist, dass die zur Reaktion von Isocyanatgruppen mit Polyolgruppen zu Polyurethangruppen notwendige Reaktionsenthalpie nicht erreicht wird, d.h. die Polyurethanreaktion im Reaktionsgemisch zum Erliegen kommt.

Bevorzugt erfolgt das Einfrieren durch Einbringen des Reaktionsgemisches in flüssigen Stickstoff.

Im Schritt iii) des erfindungsgemäßen Verfahrens wird das Reaktionsgemisch aus Schritt i) während oder nach dem Einfrieren zerkleinert. Bevorzugt erfolgt die Zerkleinerung während des Einfrierens, beispielsweise durch intensives Rühren.

Nach der Zerkleinerung liegt das eingefrorene Reaktionsgemisch im allgemeinen in einem pulverförmigen Zustand vor, wobei das Pulver bis zu Kieselstein große Stücke enthalten kann. Bevorzugt sollten die Partikel des zerkleinerten Reaktionsgemisches einen mittleren Durchmesser (idealisiert) von 0,01 bis 5 mm, insbesondere 0,1 bis 3 mm aufweisen.

Das eingefrorene und zerkleinerte, bevorzugt in flüssigem Stickstoff eingefrorene und zerkleinerte, Reaktionsgut kann bei tiefen Temperaturen, bevorzugt bei kleiner -15°C, besonders bevorzug kleiner -30°C, vorteilhaft gelagert oder transportiert werden. Unter diesen Bedingungen erfolgt im wesentlichen keine Änderung des Reaktionsguts.

Bei Lagerung von 0°C bis 5°C kommt es zu einer verlangsamten Urethanreaktion, so dass hier Lagerstabilität nicht gegeben ist.

Im Schritt iv) des erfindungsgemäßen Verfahrens wird das eingefrorene und zerkleinerte Reaktionsgemisch aus Schritt iii) in den mit Dämmmaterial auszufüllenden Hohlraum eingebracht.

Das Einbringen erfolgt bevorzugt durch Schütten, Gießen oder Einblasen. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform wird das Reaktionsgemisch aus Schritt iii) zusammen mit flüssigen Stickstoff als Suspension in den Hohlraum eingegossen. In einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform wird das Reaktionsgemisch aus Schritt iii) von dem flüssigen Stickstoff abgetrennt und in den Hohlraum geschüttet.

Es ist für alle Arten des Einbringens besonders bevorzugt, dass das Einbringen nur an einer einzigen Stelle erfolgt. Es ist insbesondere bevorzugt, dass das Reaktionsgemisch aus Schritt iii) trotz des Einbringens an nur einer Stelle derart homogen im Hohlraum verteilt wird, dass sich nach dem Erwärmen (Schritt v) ein Schaumstoff bildet, der den gesamten Hohlraum im wesentlichen homogen ausfüllt.

Im Schritt v) des erfindungsgemäßen Verfahrens wird in den Hohlraum eingebrachte Reaktionsgemisch erwärmt.

Unter Erwärmen wird verstanden, dass das Reaktionsgemisch auf eine Temperatur gebracht wird, bei der die Urethanisierungsreaktion wieder einsetzt. Dieses Erwärmen kann durch auf Raumtemperatur erwärmen lassen erfolgen und/oder durch IR- oder Mikrowellenstrahlung unterstützt werden.

Neben dem erfindungsgemäßen Verfahren ist ferner Gegenstand der Erfindung die Verwendung von einem Reaktionsgemisch, das durch Zusammenbringen von einer Isocyanatkomponente mit einer Polyolkomponente, anschließendem Einfrieren des Reaktionsgemische vor Eintritt der Startzeit und Zerkleinerung des eingefrorenen Reaktionsgemisches erhalten wurde, zum Ausfüllen von Hohlräumen mit Dämmmaterial.

In einer bevorzugten Ausführungsform wird das vorstehend erhaltene eingefrorene und zerkleinerte Reaktionsgemisch zum Ausfüllen von Fernwärmerohre oder Kältegerätekabinette verwendet.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird durch die Verwendung des vorstehend erhaltene eingefrorene und zerkleinerte Reaktionsgemisch Hohlräume mit einem Dämmmaterial ausgefüllt, das einen Wärmeleitfähigkeit zwischen 10 mW/mK und weniger als 36 mW/mK, bevorzugt weniger als 25 mW/mK, besonders bevorzugt weniger als 22 mW/mK hat. Die Angabe zur Wärmeleitfähigkeit bezieht sich im allgemeinen auf den "frischen Zustand", d.h. die Messung der Wärmeleitfähigkeit erfolgt 24 Stunden nach dem Aushärten.

Die Erfindung wird durch folgende Beispiele veranschaulicht:

Folgende Systeme wurden verschäumt

Beispiel 1:

Ein rein wassergetriebenes System (A), ein cyclo-Pentan getriebenes System (B) sowie ein offenzelliges Hartschaumsystem (C) der oben genannten Rezepturen wurden wie folgt verrührt und behandelt:

Die A und B-Komponenten wurden mittels Vollrath-Rührer bei mehr als 1500 u/min verrührt und vor der Startzeit in einen Behälter gekühlt mir flüssig Stickstoff unter leichten Rühren gegossen.

Das körnige Material wurde von dem flüssig Stickstoff mittels Sieb getrennt und dann in Kühlschrankkabinett (bei Beispiel B und C) mit einer Höhe von 1,5 Metern und einer Dicke zwischen den beiden Schalen von 5 cm durch eine einzige Öffnung gegeben. Nach Verschließen der Öffnung ließ man das Reaktionsgemisch aufwärmen und unterstützte den gleichmäßigen Reaktionsverlauf mittels Mikrowelle (Einstrahlungsdauer 30 sec). Im Ergebnis wurde der Hohlraum des Kühlschrankkabinetts mit einem homogen PUR-Schaumstoff als Dämmmaterial ausgefüllt.

Beispiel 2:

Bei Austrag des Systems A aus dem Hochdruckpuromaten SV20 unter leichtem Rühren in flüssigen Stickstoff entsteht ein Granulat. Das körnige Material wurde von dem flüssig Stickstoff mittels Sieb getrennt. Dieses Granulat wird mit 10 % Überfüllung in ein zu dämmendes Fernwärmerohr durch Einschütten gleichmäßig verteilt und unter Wärmezufuhr verschäumt. Im Ergebnis wurde der Hohlraum des Fernwärmerohrs mit einem homogen PUR-Schaumstoff als Dämmmaterial ausgefüllt.

Die Ergebnisse der Eigenschaften sind in Tabelle 1 unter Rezeptur A aufgeführt.

Folgende Parameter wurden bestimmt:

Offenzelligkeit [%] nach DIN ISO 4590 mittels Accupyc 1330

Rohdichte [g/l] nach DIN 53420

Zellgröße [&mgr;m] nach ASTM-Verfahren 3576-77

Beispiel 3:

A und B Komponente von System D wurden über einen Hochdruckpuromaten SV 20/2 vermischt. Der Austrag des Reaktionsgemisches aus dem Mischkopf erfolgte vor dem Erreichen der Startzeit, unter leichtem Rühren, in flüssigen Stickstoff. Das körnige Material wurde von dem flüssig Stickstoff mittels Sieb getrennt und dann in Kühlschrankkabinett (bei Beispiel B und C) mit einer Höhe von 1,5 Metern und einer Dicke zwischen den beiden Schalen von 5 cm durch eine einzige Öffnung gegeben. Nach Verschließen der Öffnung ließ man das Reaktionsgemisch aufwärmen und unterstützte den gleichmäßigen Reaktionsverlauf mittels Mikrowelle (Einstrahlungsdauer 30 sec). Im Ergebnis wurde der Hohlraum des Kühlschrankkabinetts mit einem homogen PUR-Schaumstoff als Dämmmaterial ausgefüllt.

Folgende Parameter wurden bestimmt:

Offenzelligkeit: nach DIN ISO 4590

Druckfestigkeit nach DIN 53421 / DIN EN ISO 604

Raumgewicht Kern


Anspruch[de]
  1. Verfahren zum Ausfüllen von Hohlräumen mit Dämmmaterial, umfassend die Schritte:

    i) Zusammenbringen von einer Isocyanatkomponente mit einer Polyolkomponente,

    ii) Einfrieren des Reaktionsgemisches aus Schritt a) vor Eintritt der Startzeit,

    iii) Zerkleinerung des eingefrorenen Reaktionsgemisches,

    iv) Einbringen und verteilen des zerkleinerten, eingefrorenen Reaktionsgemisches in einen Hohlraum,

    v) Erwärmen des Reaktionsgemisches.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es sich um einen schwer zugänglichen Hohlraum handelt.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Hohlraum um Fernwärmerohr handelt.
  4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Hohlraum um ein Kältegerätekabinett handelt.
  5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Einbringen im Schritt d) an einer einzigen Eintragestelle erfolgt.
  6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Einbringen im Schritt d) durch Schütten, Gießen oder Einblasen erfolgt.
  7. Verwendung von einem Reaktionsgemisch, das durch Zusammenbringen von einer Isocyanatkomponente mit einer Polyolkomponente, anschließendem Einfrieren des Reaktionsgemische vor Eintritt der Startzeit und Zerkleinerung des eingefrorenen Reaktionsgemisches erhalten wurde, zum Ausfüllen von Hohlräumen mit Dämmmaterial.
  8. Verwendung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei den Hohlräumen um Fernwärmerohre oder Kältegerätekabinette handelt.
  9. Verwendung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Dämmmaterial eine Wärmeleitfähigkeit von weniger als 36 mW/mK aufweist.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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