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Dokumentenidentifikation DE10338330A1 17.03.2005
Titel Schwimmergesteuertes Servoventil
Anmelder A. u. K. Müller GmbH & Co KG, 40595 Düsseldorf, DE
Erfinder Berger, Gerd, 40593 Düsseldorf, DE;
Glaus, Uwe, 40593 Düsseldorf, DE;
Riedel, Heinz-Dieter, 40593 Düsseldorf, DE
Vertreter Patent- und Rechtsanwaltskanzlei Dipl.-Ing. Peter-C. Sroka, Jan Sroka, 40545 Düsseldorf
DE-Anmeldedatum 21.08.2003
DE-Aktenzeichen 10338330
Offenlegungstag 17.03.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 17.03.2005
IPC-Hauptklasse F16K 31/34
IPC-Nebenklasse F15B 13/044   
Zusammenfassung Ein schwimmergesteuertes Servoventil mit einem in einem Ventilgehäuse (1-1.1) angeordneten, den Ventilteller (2.1) tragenden Differentialkolben (2), an dessen einer Seite ein mit dem Ventilgehäuse (VE) verbundener Druckraum (4) angeordnet ist, der über einen Ventilsitz (3) mit einem Ventilauslass (VA) verbunden ist. An der anderen Seite des Differentialkolbens ist ein Steuerraum (5) angeordnet, der über eine mittels eines Verschlussorgans (6.2) verschließbare Entlastungsbohrung (5.1) mit dem Außenraum und über einen Steuerkanal (5.2) mit dem Druckraum (4) verbunden ist. Das Verschlussorgan (6.2) ist mit einem den Schwimmer (7) tragenden Schwenkarm (6) verbunden. Beim Anheben des Schwenkarms (6) in eine vorgegebene Endstellung verschließt das Verschlussorgan (6.2) die Entlastungsbohrung (5.1), wodurch im Steuerraum ein den Ventilteller (2.1) auf den Ventilsitz (3) aufsetzender Gegendruck aufgebaut wird. Zur Schaffung einer Möglichkeit, das Servoventil unabhängig von der Stellung des Schwenkarms abzuschalten, ist ein zusätzliches Absperrventil (8), das als Magnetventil ausgebildet sein kann, vorgesehen, mit einem Absperrventilsitz (8.5), über welchen der Steuerraum (5) mit der Entlastungsbohrung (5.1) verbunden ist und dem ein Absperrventilteller (8.21) gegenüberliegt, der aus einer Öffnungsstellung in eine Absperrstellung bewegbar ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein schwimmergesteuertes Servoventil mit den Merkmalen aus dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1. Derartige schwimmergesteuerte Servoventile sind bekannt und beispielsweise in DE 198 15 754 A1 beschrieben.

Bei derartigen schwimmergesteuerten Servoventilen tritt das Bedürfnis auf, das Ventil unabhängig von der Stellung des Schwimmers und ohne ggf. ein in der Zuleitung befindliches manuell betätigbares Zulaufventil betätigen zu müssen abschalten zu können. Insbesondere soll es möglich sein, die Abschaltung schnell und sicher von einer entfernteren Stelle aus durchzuführen und ggf. die Abschaltung mehrerer schwimmergesteuerter Servoventile beispielsweise einer größeren Anlage rasch und sicher durchzuführen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein schwimmergesteuertes Servoventil mit den Merkmalen aus dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 so auszugestalten, dass es unabhängig von der Stellung des Schwimmers jederzeit rasch und sicher abschaltbar ist, und es sollte weiterhin die Möglichkeit geschaffen werden, diese Abschaltung von einer entfernteren Stelle aus und insbesondere für mehrere Servoventile gleichzeitig zu bewirken.

Die Lösung dieser Aufgabe geschieht erfindungsgemäß mit den Merkmalen aus dem kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs 1. Vorteilhafte Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Ventils sind in den abhängigen Ansprüchen beschrieben.

Der Grundgedanke der Erfindung liegt darin, bei dem schwimmergesteuerten Servoventil zusätzlich zu dem schwimmergesteuerten Verschlussorgan, mit dem die Entlastungsbohrung verschließbar ist, ein Absperrventil vorzusehen, dessen Absperrventilsitz zwischen den Steuerraum und die mittels des schwimmergesteuerten Verschlussorgans verschließbare Entlastungsbohrung eingeschaltet ist. Das Schließen des Absperrventils hat dann die gleiche Wirkung auf das Servoventil wie das Verschließen der Entlastungsbohrung durch das Verschlussorgan. Da das Absperrventil in Serie vor der Entlastungsbohrung mit dem Verschlussorgan liegt, kann bei geschlossenem Absperrventil auch beim Öffnen der Entlastungsbohrung keine Druckentlastung im Steuerraum des Servoventils auftreten, und das Servoventil bleibt deshalb geschlossen bzw. schließt, wenn es geöffnet war.

Bei einer vorteilhaften Ausführungsform des erfindungsgemäßen schwimmergesteuerten Servoventils ist, wie in Anspruch 2 angegeben, das Absperrventil als Elektromagnetventil ausgebildet. Dies eröffnet die Möglichkeit, das Abschalten des Servoventils von einer räumlich entfernteren Stelle aus und für mehrere Servoventile gleichzeitig vorzunehmen.

Die Ansprüche 3 bis 5 beschreiben Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Servoventils, bei denen ein besonders kompakter Aufbau erreicht wird.

Im folgenden wird anhand der beigefügten Zeichnungen ein Ausfügungsbeispiel für ein schwimmergesteuertes Servoventil nach der Erfindung näher erläutert.

In den Zeichnungen zeigen:

1 ein schwimmergesteuertes Servoventil in einem Schnitt durch die Ventilachse mit in Seitenansicht dargestelltem Schwimmer in einem Zustand, in dem das Servoventil, das Absperrventil und das Verschlussorgan geschlossen sind;

2 in einer gegenüber 1 leicht vergrößerten Darstellung den Bereich Z aus 1;

3 in einer gegenüber 1 leicht vergrößerten Darstellung den Bereich Y aus 1;

4 in einer gegenüber 1 leicht vergrößerten Darstellung den Bereich X aus 1;

5 in einer Darstellung analog 1 das Ventil nach 1 in einem Zustand, in dem das Servoventil und das Absperrventil geschlossen und das Verschlussorgan geöffnet sind;

6 in gegenüber 5 leicht vergrößerter Darstellung den Bereich Z aus 5;

7 in gegenüber 5 leicht vergrößerter Darstellung den Bereich Y aus 5;

8 in gegenüber 5 leicht vergrößerter Darstellung den Bereich X aus 5;

9 in einer Darstellung analog 1 und 5 das Ventil in einem Zustand, in dem das Servoventil und das Verschlussorgan geschlossen und das Absperrventil geöffnet sind;

10 in einer gegenüber 9 leicht vergrößerten Darstellung den Bereich Z aus 9;

11 in einer gegenüber 9 leicht vergrößerten Darstellung den Bereich Y aus 9;

12 in einer gegenüber 9 leicht vergrößerten Darstellung den Bereich X aus 9;

13 in einer Darstellung analog 1, 5 und 9 das Ventil in einem Zustand, in welchem das Servoventil, das Absperrventil und das Verschlussorgan geöffnet sind;

14 in einer gegenüber 13 leicht vergrößerten Darstellung den Bereich Z aus 13;

15 in einer gegenüber 13 leicht vergrößerten Darstellung den Bereich Y aus 13;

16 in einer gegenüber 13 leicht vergrößerten Darstellung den Bereich X aus 13.

Das in den 1 bis 13 dargestellte schwimmergesteuerte Servoventil besitzt ein Ventilgehäuse, das einen Ventileinlass VE aufweist, der mit einem geometrisch entsprechend angepassten Anschlussstück, z.B. einem Anschlussgewinde 10 versehen ist, sowie einen senkrecht zum Ventileinlass VE nach unten verlaufenden Ventilauslass VA, ein den Ventilsitz 3 enthaltendes Grundgehäuse 1 und ein in das Grundgehäuse 1 eingesetztes Zwischengehäuse 1.1, an dessen Außenseite ein Elektromagnetventil 8 angeordnet ist. Im Ventileinlass VE ist ein Siebkörper 11 angeordnet, der das Ventil vor Verschmutzung schützt. An dieser Stelle kann auch ein Mengenregler angeordnet sein.

Im Innenraum des durch das Grundgehäuse 1 und das Zwischengehäuse 1.1 gebildeten Ventilgehäuses befindet sich ein bewegbarer Differentialkolben 2, der an seiner dem Ventilsitz 3 zugewandten Seite den Ventilteller 2.1 trägt, der Teil einer Membran 2.2 ist, deren Außenrand zwischen dem Grundgehäuse 1 und dem Zwischengehäuse 1.1 eingespannt ist. An der dem Ventilsitz 3 zugewandten Seite der Membran 2.2 befindet sich ein mit dem Ventileinlass VE verbundener Druckraum 4, der über den Ventilsitz 3 mit dem Ventilauslass VA verbunden ist. An der vom Ventilsitz 3 abgewandten Seite der Membran 2.2 bzw. des Differentialkolbens 2 ist ein Steuerraum 5 angeordnet, der über einen außermittig im Differentialkolben 2 angeordneten Steuerkanal 5.2 mit dem Druckraum 4 verbunden ist. Weiterhin ist der Steuerraum 5 über den Ventilsitz 8.5 des weiter unten erläuterten ein Absperrventil darstellenden Magnetventils 8 und die Ventilkammer 8.6 dieses Magnetventils 8 mit einer im Zwischengehäuse 1.1 angeordneten Entlastungsbohrung 5.1 mit dem Außenraum verbunden. Die Entlastungsbohrung 5.1 ist mittels eines Verschlussorgans 6.2 von außen verschließbar. Das Verschlussorgan 6.2 ist über ein Aufsatzstück 6.1 mit der Oberseite eines Schwenkarms 6 verbunden, dessen Schwenkpunkt 6.3 am Grundgehäuse 1 des Ventils angelenkt ist und der an seinem freien Ende den Schwimmer 7 trägt. Zum Schutz des Verschlussorgans 6.2 ist am Zwischengehäuse 1.1 eine die äußere Öffnung der Entlastungsbohrung 5.2 umgebende, zum Schwenkarm 6 hin offene Glocke 1.2 angeordnet, in welcher das Verschlussorgan 6.2 angeordnet ist.

Das an der Außenseite des Zwischengehäuses 1 angeordnete, als Absperrventil wirkende Magnetventil 8 besitzt eine Magnetspule 8.1, in welcher ein Magnetanker 8.2 gegen die Kraft einer Feder verschiebbar geführt ist. Die Magnetspule 8.1 ist von einem Magnetjoch 8.3 umfasst, und dem äußeren Ende des Magnetankers 8.2 liegt ein in der Magnetspule 8.1 angeordneter Magnetkopf 8.4 gegenüber. Das nach innen weisende Ende des Magnetankers 8.2 trägt einen Absperrventilteller 8.21, der dem Absperrventilsitz 8.5 gegenüberliegt. Der Absperrventilsitz 8.5 ist an der Spitze einer glockenförmigen Ausbuchtung 1.3 der den Steuerraum 5 an der dem Magnetventil 8 zugewandten Seite begrenzenden Zwischenwand angeordnet, welche sich in die Absperrventilkammer 8.6 hinein erstreckt. Bei geöffnetem Magnetventil 8 entspricht die Funktionsweise des Servoventils der Funktionsweise eines üblichen schwimmergesteuerten Servoventils.

9 zeigt den Zustand des Ventils, wenn das Magnetventil 8 geöffnet ist, aber das Verschlussorgan 6.2 die Entlastungsbohrung 5.1 verschließt. In diesem Zustand findet ein Druckausgleich zwischen dem Druckraum 4 und dem Steuerraum 5 über den Steuerkanal 5.2 statt, und es ergibt sich aufgrund unterschiedlicher Wirkflächen zu beiden Seiten der Membran 2.2 eine Kraft, die den Ventilteller 2.1 auf dem Ventilsitz 3 festhält. Das Servoventil ist somit geschlossen. Fällt der Wasserspiegel im nicht dargestellten Aufnahmebehälter, so sinkt der Schwimmer 7 ab, und der Schwenkarm 6 schwenkt derart, dass sich das Verschlussorgan 6.2 abwärts bewegt in die Stellung, die in 13 dargestellt ist, in welcher die Entlastungsbohrung 5.1 freigegeben ist. Dies führt zu einem Druckabfall im Steuerraum 5, und der auf die dem Ventilsitz 3 zugekehrte Seite der Membran 2.2 vom Ventileingang VE her wirkende Wasserdruck hebt den Ventilteller 2.1 vom Ventilsitz 3 ab, so dass die Flüssigkeit zum Ventilausgang VA strömt und der Flüssigkeitsstrahl in das Auffanggefäß einströmt. Der steigende Wasserspiegel im Auffanggefäß bewirkt, dass der Schwimmer 7 sich hebt, bis infolge der Mitbewegung des Schwenkarms 6 das Verschlussorgan 6.2 die Entlastungsbohrung 5.1 verschließt. Nunmehr schließt das Servoventil wie in 9 dargestellt und der Wasserfluss wird gestoppt.

Befindet sich dagegen das Magnetventil 8, wie in 1 und 5 dargestellt, in der Geschlossenstellung, so ist eine Druckentlastung im Steuerraum 5 nicht möglich und zwar unabhängig davon, ob, wie in 1 dargestellt, das Verschlussorgang 6.2 die Entlastungsbohrung 5.1 verschließt oder ob, wie in 5 dargestellt, das Verschlussorgan 6.2 die Entlastungsbohrung 5.1 freigibt. Der Ventilteller 2.1 des Servoventils wird auf dem Ventilsitz 3 festgehalten und das Servoventil bleibt geschlossen.

Das Magnetventil 8 kann mit seinen Kontaktklemmen 9 an eine nicht dargestellte elektrische Steuereinrichtung angeschlossen sein, von der aus auch mehrere Servoventile der oben beschriebenen Art gesperrt oder freigegeben werden können.


Anspruch[de]
  1. Schwimmergesteuertes Servoventil mit einem in einem Ventilgehäuse bewegbar angeordneten, den Ventilteller tragenden Differentialkolben, an dessen einer Seite ein mit dem Ventileinlass verbundener Druckraum angeordnet ist, der über einen dem Ventilteller gegenüberliegenden Ventilsitz mit dem Ventilauslass verbunden ist und an dessen anderer Seite ein Steuerraum angeordnet ist, der über eine mittels eines Verschlussorgans verschließbare Entlastungsbohrung mit dem Ventilauslass oder dem Außenraum und über einen Steuerkanal mit dem Druckraum verbunden ist, wobei das Verschlussorgan mit einem den Schwimmer tragenden Schwenkarm derart verbunden ist, dass beim Anheben des Schwenkarms in eine vorgegebene Endstellung das Verschlussorgan die Entlastungsbohrung verschließt, wodurch im Steuerraum ein den Ventilteller auf den Ventilsitz aufsetzender Gegendruck aufgebaut wird, gekennzeichnet durch ein zusätzliches Absperrventil (8) mit einem Absperrventilsitz (8.5), über welchen der Steuerraum (5) mit der Entlastungsbohrung (5.1) verbunden ist und dem ein Absperrventilteller (8.21) gegenüberliegt, der aus einer Öffnungsstellung in eine den Absperrventilsitz (8.5) verschließende Absperrstellung bewegbar ist.
  2. Servoventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Absperrventil (8) als Elektromagnetventil ausgebildet ist, mit einem in einer Magnetspule (8.1) geführten Magnetanker (8.2), an dessen dem Absperrventilsitz (8.5) zugewandten Ende der Absperrventilteller (8.21) angeordnet ist.
  3. Servoventil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Absperrventil (8) am Ventilgehäuse (1-1.1) des Servoventils dem Steuerraum (5) gegenüberliegend angeordnet ist.
  4. Servoventil nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Steuerraum (5) über den Absperrventilsitz (8.5) mit einer Absperrventilkammer (8.6) verbunden ist, welche über die durch das Verschlussorgan (6.2) verschließbare Entlastungsbohrung (5.1) mit dem Ventilauslass oder dem Außenraum verbunden ist.
  5. Servoventil nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Steuerraum (5) an der dem Absperrventil (8) zugewandten Seite durch eine Zwischenwand begrenzt ist, die eine glockenförmige, sich in die Absperrventilkammer (8.6) hinein erstreckende Ausbuchtung (1.3) besitzt, an deren Spitze der Absperrventilsitz (8.5) angeordnet ist.
Es folgen 4 Blatt Zeichnungen






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