Die vorliegende Erfindung betrifft eine Luftverteilungseinrichtung
nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.
Solche Einrichtungen werden beispielsweise in klimatisierten Sitzen
benutzt, um Luft in der Sitzfläche unterhalb eines Sitzbezuges zu verteilen und
um damit dann einen Passagier anzuströmen.
Aus DE 196 28 698 C1
sind klimatisierte Sitz bekannt, bei denen zwischen ein Sitzpolster und einen Bezug
eine Belüftungsschicht aus einem hoch porösen, luftdurchlässigen Material eingenäht
ist. Zudem ist in DE 197 26 810 C1
in flächiges Heizelement zwischen einer solchen Belüftungsschicht und dem Bezug
vorgesehen. Solche Sitze sind sehr aufwendig zu fertigen, da mehrere Schichten zum
Teil nacheinander vernäht werden müssen. Außerdem ist die Positionierung der Belüftungsschicht
auf dem Polster sehr ungenau.
Aus EP 1 352 780 A1
ist ein Sitz bekannt, bei dem Teile eines Polsters eines Sitzes durch Einlegeteile
aus vernetztem Material ersetzt sind. Diese Teile werden mit Luft gespeist. Solche
Teile können verrutschen oder erfordern separate Befestigungselemente.
Aus US 2003/0214160 A1 ist bekannt, eine Klimatisierungsschicht an
einen Bezug anzukleben. Dies beeinträchtigt jedoch die Luftdurchlässigkeit des Bezuges.
Aus WO 03/011633 ist bekannt, Ausnehmungen für eine Klimaschicht in
einem Sitzpolster vorzusehen, um die Belüftungsschicht gegen seitliches Verrutschen
zu schützen. Zumindest an den Übergängen zwischen belüfteter Fläche und Schaumpolster
ist jedoch der Übergang als störende Kante wahrnehmbar. Außerdem ist durch die Größe
der Fläche eine Abstützung am Rande nicht ausreichend, um die Belüftungsschicht
in ihrer Grundfläche vor möglichen Verwerfungen zu schützen.
Figuren
Die Erfindung wird beispielhaft nachfolgend anhand mehrerer Ausführungsformen
und deren Zeichnungen beschrieben. Es zeigen:
1 einen Querschnitt durch einen Sitz
mit einer ersten Ausführungsform der Luftverteilungseinrichtung
2 einen Längsschnitt durch den Sitz von
1
3 eine perspektivische Ansicht einer
zweiten Ausführungsform in geöffnetem Zustand
4 eine Draufsicht auf eine Luftverteilungseinrichtung
gemäß der ersten Ausführungsform
Beschreibung der Erfindung
In 1 und 2
ist in einer Baueinheit 30 im Fahrgastraum, im Beispiel einem Sitz
31, ein Polster 6 vorgesehen. Dieses Polster weist an seiner zum
Passagier gewandten Seite eine Ausnehmung 35 auf. Diese Ausnehmung
35 ist begrenzt durch Polster-Erhebungen 41. Auf den von der Ausnehmung
35 abgewandten Seiten der Polstererhebungen 41 sind Vertiefungen
7 vorgesehen. Die Ausnehmung 35 und die Polstererhebungen
41 sind in einer ersten Polsterzone 6a vorgesehen.
Es ist eine zweite Polsterzone 6b vorgesehen, welche bezüglich
einer Ausnehmung 35', Polstererhebungen 41 und Vertiefungen
7 ähnlich wie die erste Polsterzone gestaltet ist. Es kann jedoch sinnvoll
sein, daß z. B. die Grundfläche der zweiten Ausnehmung 35' von der der
ersten Ausnehmung 35 verschieden ist. Auf dieses Polster 6 ist
eine Luftverteilungseinrichtung 20 aufgelegt. Die Luftverteilungseinrichtung
20 weist eine Luftverteilungsschicht 4 auf. Diese ist z. B. aus
einem Abstandsgewirke (wie hier), Gummihaar, Schaum oder aus einer Vielzahl nebeneinander
geordneten Spiralen oder aus einem sonstigen luftdurchströmbaren Material gebildet.
Die Luftverteilungsschicht 4 weist im vorliegenden Ausführungsbeispiel
zwei voneinander getrennte und zueinander beabstandete Abschnitte 43,
43' auf. Diese entsprechen in ihrer Grundfläche in etwa der Grundfläche
der Ausnehmungen 35, 35'. Die Dicke der Abschnitte 43,
43' entspricht etwa der Tiefe der Ausnehmungen 35, 35'.
Die Abschnitte 43, 43' sind so angeordnet, daß sie in den Ausnehmungen
35, 35' aufgenommen sind. Die beiden Abschnitte 43,
43' sind im vorliegenden Beispiel aus gleichem Material und gleichartig
ausgebildet. Sie können jedoch z. B. zur Optimierung von Polsterhärte oder Belastbarkeit
z. B. eine unterschiedliche Elastizität oder verschiedene Materialien oder Materialdicken
aufweisen.
An der Luftverteilungsschicht 4 ist eine Begleitschicht
2a angeordnet. Sie befindet sich auf der vom Polster 6 abgewandten
Seite der Luftverteilungsschicht 4. Die Begleitschicht 2a ragt
zumindest teilweise über die Grundfläche der Luftverteilungsschicht 4 heraus.
An dem so gebildeten Überstand 25 ist eine Haftfläche 5 vorgesehen.
Diese verläuft im dargestellten Ausführungsbeispiel rings um die Abschnitte
43, 43' der Luftverteilungsschicht 4. Sie ist zweckmäßigerweise
durch ein Band aus Selbstklebefolie gebildet. Die Begleitschicht 2a kann
ausschließlich durch die Haftfläche 5 gebildet sein. Im vorliegenden Beispiel
weist sie jedoch eine Polsterschicht 3 aus Polstermaterial auf. Zusätzlich
ist ein flächiges Heizelement 2b an der Begleitschicht 2a angeordnet.
Die Polsterschicht 3 und das Heizelement 2b können miteinander
verklebt, vernäht, verstrickt oder verwirkt sein. Die Abschnitte 43,
43' und die Begleitschicht 2a sind so aneinander angeordnet, daß
die Abschnitte 43, 43' in den Polsterzonen 6a,
6b vollflächig bedeckt sind, und daß die Begleitschicht 2a bis
auf den Grund der Vertiefung 7 zwischen den beiden Polsterzonen
6a, 6b reicht. Bei dieser Vertiefung 7 handelt es sich
im vorliegenden Fall um einen Abspanngraben. Die Haftschicht 5 haftet an
den Erhebungen 41. Dadurch ist ein stufenfreier Übergang zwischen den Erhebungen
41 und der Luftverteilungsschicht 4 sichergestellt und die Luftverteilungsschicht
4 fest und unverschieblich fixiert.
Die Luftverteilungseinrichtung 20 weist insbesondere in der
Luftverteilungsschicht 4 einen niedrigen Strömungswiderstand, Luftströme
entlang der Luftverteilungsschicht auf, als quer zur Luftverteilungsschicht. Außerdem
hat sie eine hohe Dampfdurchlässigkeit und/oder Luftdurchlässigkeit senkrecht zur
Luftverteilungsschicht 4. Die Luftverteilungseinrichtung 20 ist
von einem Bezug 1 bedeckt. Der Bezug 1 kann auf das Polster
6 und die Luftverteilungseinrichtung 20 aufgeklebt sein. Im vorliegenden
Beispiel ist er entlang der Vertiefungen 7 festgenäht.
3 zeigt in einem weiteren Ausführungsbeispiel
einen Sitz 31, ein Polster 6 mit einer Ausnehmung 35
und eine Luftverteilungseinrichtung 20. Sie entsprechen im wesentlichen
dem ersten Ausführungsbeispiel. Hier weist die verwendete Luftführungsschicht
4 jedoch nur einen Abschnitt 43 auf.
In der Ausnehmung 35 ist ein Kanal 47 vorgesehen,
welcher ein elektrisches Anschlußkabel 9 der Luftverteilungseinrichtung
20 aufnimmt. Der Kanal 47 erstreckt sich vom Grund der Ausnehmung
35 durch das Polster 6 und tritt an geeigneter Stelle, z. B. an
der Rückseite oder Stirnseite aus dem Polster 6 wieder aus.
In der Ausnehmung 35 ist außerdem eine Öffnung
49 vorgesehen. Diese dient dem Durchtritt von Luft und verbindet die Luftverteilungsschicht
4 mit der Umgebung des Sitzes 31. Sie verläuft deshalb zweckmäßigerweise
möglichst direkt und geradlinig zur von der Luftverteilungseinrichtung
20 abgewandten Seite des Polsters 6.
In der Öffnung 49 ist ein Ventilator 8 vorgesehen.
Der Ventilator 8 dient dazu, Luft zur Luftverteilungseinrichtung
20 zu führen oder von dieser abzusaugen.
Es ist gut erkennbar, daß die Luftverteilungsschicht 4, die
Haftfläche 5 und die weiteren Funktionselemente wie das elektrische Heizelement
2b eine zusammenhängende, einfach handhabbare Baugruppe bilden. Diese Baugruppe
kann einfach formschlüssig in die Ausnehmung 35 eingesetzt und dauerhaft
dort befestigt werden.
4 zeigt eine Ausführungsform einer Luftverteilungseinrichtung
20, die der ersten Ausführungsform entspricht. In der Draufsicht sind elektrische
Leiter 11 erkennbar, welche vom ersten Abschnitt 43 der Luftverteilungsschicht
4 zum zweiten Abschnitt 43' verlaufen. Diese elektrischen Leiter
11 sind an der Begleitschicht fixiert. Sie verlaufen nicht geradlinig und
auf kürzestem Wege von einem Abschnitt zum anderen. Vielmehr ist ihre Hauptverlaufsrichtung
winklig zur kürzesten Verbindungsmöglichkeit und sie mäandern um diese Hauptverlaufsrichtung.
Auf diese Weise erhalten die Leiter 11 ausreichend Bewegungsfreiraum, um
Abspanngräben oder sonstige Vertiefungen 7 und Nähte zu überbrücken, ohne
durch Überdehnung oder Bruch bei Belastung beschädigt zu werden. Die Erfindung ist
nicht auf Sitze beschränkt. Sie kann in angepaßter Form beispielsweise auch für
Armstützen, Türverkleidungen und Armaturenbretter vorgesehen sein.
Die Luftverteilungseinrichtung 20 kann auch eine feuchte,
zwischenspeichernde Schicht aufweisen, z. B. ein Vlies mit Aktiv-Kohle-Partikeln.
Außerdem kann die Luftverteilungseinrichtung mit Sensoren, Ventilatoren oder weiteren
Funktionselementen bestückt sein. Auch können Polsterversteifungselemente oder Mehrzonenschäume
daran angeordnet sein. Gummihaar-Formteile eignen sich besonders für den Sitzspiegelbereich.
Eine weitere Befestigungsmöglichkeit besteht darin, in das Polster
Teile eines Klettverschlusses einzuschäumen und die korrespondierenden Teile an
der Haftfläche der Luftverteilungseinrichtung vorzusehen oder die Luftverteilungsschicht
und/oder die Begleitschicht aus einem textilen, verklettbaren Material zu fertigen.
Statt einer Verklebung erfolgt dann ein Verkletten.