Erfindungsgebiet
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Schaffung eines unterirdischen
Zugangs zu einer Streckenrohrleitung unterhalb eines Verkehrswegs. Die Rohrleitung
der Streckenrohrleitung ist mit einem Schutzrohr umgeben.
Die Erfindung betrifft ebenfalls die Verwendung der Einrichtung zur
Schaffung eines Zugangs zu einer unterirdischen Streckenrohrleitung.
Stand der Technik
Für die Schaffung eines Zugangs zu einer Streckenrohrleitung, z. B.
einer Transitgasleitung, deren Rohrleitungsabschnitt im Bereich einer Kreuzung mit
einem Verkehrsweg mit einem Schutzrohr umgeben ist, wurde bisher das Verfahren des
offenen Aushubs verwendet, bei dem der Verkehrsweg aufgerissen und die Rohrleitung
freigelegt werden musste. Anschließend wurden die Sanierungsarbeiten an der Rohrleitung
je nach dem Ausmaß der Schädigung vorgenommen. Die Schaffung eines Zugangs zur beschädigten
Rohrleitungsstelle und deren folgende Reparatur machte bisher stets das Aufreißen
des Verkehrswegsbelags und den Aushub des Verkehrswegsgrundbaus notwendig, was eine
zeitweilige Verkehrssperrung auf der entsprechenden Verkehrsstrasse oder Eisenbahnstrecke
bedeutete. Das Aufbrechen einer Verkehrsstrasse oder einer Eisenbahnstrecke setzt
verständlicherweise eine Zustimmung des Besitzers voraus; dieser ist jedoch längst
nicht immer mit einem Eingriff und mit einer, obwohl zeitbegrenzten, Beschädigung
der staatlichen Verkehrsstrassen und/oder Eisenbahnstrecken einverstanden.
Zusammenfassung der Erfindung
Die aufgezeichneten Nachteile beseitigt oder beschränkt wesentlich
die Einrichtung zur Schaffung eines unterirdischen Zugangs zu einer Streckenrohrleitung,
deren Wesen darin besteht, dass unterhalb des Niveaus des Belags des Verkehrswegsgrundbaus
ein Grubenbauwerk geschaffen ist. Das Grubenbauwerk enthält eine Zugangsgrube auf
der einen Seite des die Streckenrohrleitung kreuzenden Verkehrswegs sowie einen
Stollen. An den Stollen schließt sich mindestens ein Arbeitsschacht an, der in seinem
Boden ein Sammelbecken aufweist. Der Schacht ist mit einem Grubenverschlag ausgesteift
und geht in einen mit einem Stahlbogenausbau versehenen, waagerechten Stollen über,
an dessen Spreizstellen eine Gleisanlage liegt. Die Gleisanlage ist mindestens mit
zwei in zwei Richtungen betreibbaren Grubenfahrgestellen ausgerüstet.
Vorteilhaft ist, wenn den zur Demontage des Schutzrohrs dienende Raum
der erste Arbeitsschacht bildet, der zugleich den Zugangsschacht darstellt.
Ferner ist vorteilhaft, wenn den zur Demontage des Schutzrohrs dienende
Raum der zweiten, sich an die Stollenmündung an der gegenüberliegenden Seite der
Zugangsgrube anschließende Arbeitsschacht bildet. In diesem Fall verläuft der Stollen
unterhalb des gesamten Verkehrswegs und bildet einen waagerechten Tunnel.
Wenn der zur Demontage des Schutzrohrs dienende Raum in einen offenen,
sich dem Stollen anschließenden Aushub mündet, der außerhalb der Verkehrsstraße
oder Eisenbahnstrecke hat, bildet dies den Vorteil eines einfachen Zugangs für die
zur Reparatur verwendeten Arbeitsgeräte bzw. Reparatur-Kraftfahrzeuge.
Die Streckenrohrleitung kann eine großformatige Rohrleitung für den
Transport von Gas oder Wasser sein.
Die Erfindung betrifft ferner die Verwendung einer Einrichtung zur
Schaffung eines Zugangs zu einer unterirdischen Streckenrohrleitung durch ein Grubenbauwerk
zwecks Sanierung der Isolierung der beschädigten Rohrleitung, Reparatur einer Schweißnaht
der Rohrleitung und für andere an der Rohrleitung während des Rohrleitungsbetriebs
vorzunehmende Reparaturarbeiten.
Der Hauptvorteil dieser Erfindung ist die Schaffung eines Zugangs
zur unterirdischen Streckenrohrleitung durch ein neues Grubenbauwerk ohne Aufbrechen
der Verkehrsstraße oder Eisenbahnstrecke, die Möglichkeit einer Sanierung der Isolierung
der beschädigten Rohrleitung, der Reparatur einer Schweißnaht der Rohrleitung und
anderer Reparaturarbeiten, die an der Rohrleitung während ihres Betriebs vorgenommen
werden können.
Das Grubenbauwerk macht das Schutzrohr zugänglich, ermöglicht dessen
Transport und Demontage sowie die folgende Reparatur der freigelegten, großformatigen
Rohrleitung. Mit dem Ausheben des Zugangsschachts beginnt die Erstellung eines Grubenbauwerks
auf einer Seite des die Streckenrohrleitung kreuzenden Verkehrswegs. An den Zugangsschacht
schließt sich ein waagerechter Stollen an, der sich unterhalb des Verkehrswegs befindet
und mindestens an einen Arbeitsschacht anschließt, der mit dem Zugangsschacht identisch,
oder an der gegenüberliegenden Seite des Verkehrswegs gebildet sein kann. Jeder
Arbeitssschacht ist mindestens an einem Teil seines Bodens mit einem Sammelbecken,
z. B. für das unerwünschte Wasser, versehen. Der Arbeitsschacht ist mit einem Grubenverschlag gegen
Einsturz, zur Erhöhung der Sicherheit, zur Sicherung der Statistik und der Stabilität
des Grubenbauwerks versehen. Der waagerechte Stollen ist mittels eines Grubenausbaus,
mit Vorteil einem zu diesem Zweck neu entwickelten Stahlbogenausbau, ausgesteift.
Am unteren Teil des waagerecht angeordneten Ausbaus ist eine Gleisanlage mit umkehrbaren
Grubenfahrgestellen angebracht. Diese Grubenfahrgestelle ermöglichen ein Stützen
und den Transport des Schutzrohrs aus dem Raum unterhalb des Verkehrswegs zum Demontageraum.
Kurzfassung der Zeichnung
Die Einrichtung zur Schaffung eines unterirdischen Zugangs zu einer
Streckenrohrleitung veranschaulicht, aber beschränkt nicht die in der beigefügten
Zeichnung gezeigten Beispiele. Diese Zeichnungen enthalten eine schematische Lösung
der Einrichtung und deren einzelner Teile, welche die Einrichtung zur Schaffung
eines unterirdischen Zugangs zu einer Streckenrohrleitung veranschaulichen, und
zwar 1 im Längsschnitt und 2
im Querschnitt.
Beschreibung von Ausführungsbeispielen
Beispiel 1
Die Einrichtung zur Schaffung eines unterirdischen Zugangs zu einer
Streckenrohrleitung, z. B. einer großformatigen Rohrleitung für die Gasbeförderung,
die mit einem Verkehrsweg kreuzt, ist durch die Errichtung eines Grubenbauwerks
unterhalb des Niveaus eines Belags 9 eines Verkehrswegs-Grundbaus
8, d. h. einer Eisenbahnstrecke oder einer Verkehrsstraße mit allen übereinander
gelagerten Schichten, geschaffen. Das Grubenbauwerk besteht aus einer auf der einen
Seite des Verkehrswegs ausgeschachteten Zugangsgrube. Die Zugangsgrube geht in einen
waagerechten, unterhalb des Verkehrswegsniveaus verlaufenden Stollen 5
über, durch den eine mit einem Schutzrohr 10 umgebene Rohrleitung
4 verläuft. In diesem konkreten Ausführungsbeispiel ist die Zugangsgrube
zugleich der mit einem Grubenverschlag 1 versehene Arbeitsschacht
3. Am Grund des Arbeitsschachts 3 befindet sich ein Sammelbecken
2. Die Rohrleitung 4 der Gasleitung ist durch ein Schutzrohr
10 geschützt, dessen Länge die Breite des Belags 9 des Verkehrswegsgrundbaus
8 überschreitet. Dem Frontteil des Arbeitsschachts 3 schließt
sich der Stollen 5 mit einem Stahlbogenausbau 11 an. An den Spreizstellen
des Ausbaus 11 befindet sich eine Gleisanlage 7 für das Befahren
mit Grubenfahrgestellen 6. Die nicht gezeigten, z. B. hydraulischen, Geräte
werden unter das Schutzrohr 10 gefahren und befestigen dieses an den Grubenfahrgestellen
6. Wenn das Schutzrohr 10 auf der Rohrleitung 4 frei
gelagert ist, wird es zusammen mit den Grubenfahrgestellen 6 in den Arbeitsschacht
geschoben und dort entsorgt. Wenn das Schutzrohr 10 mit der Rohrleitung
4 fest verbunden ist, muss es von der Rohrleitung 4 entfernt werden.
Anschließend wird das Schutzrohr 10 auf den Grubenfahrgestellen
6 aus dem Raum unter dem Verkehrsweg zum Demontageraum, in diesem Fall
zum Arbeitsschacht 3, befördert. So wird die Rohrleitung 4 für
die Sanierung der Isolierung der beschädigten Rohrleitung 4, eine Reparatur
der Schweißnaht der Rohrleitung 4 und andere Reparaturarbeiten, die ohne
Beschädigung des Grundbaus 8 oder des Belags 9 des Verkehrswegs
bei uneingeschränktem Betrieb sowohl der Rohrleitung als auch des Verkehrswegs vorgenommen
werden können.
Beispiel 2
Die gleiche Einrichtung, wie im Beispiel 1 beschrieben, ist vorgesehen,
mit dem Unterschied, dass der Raum für die Demontage als zweiter Arbeitsschacht
3 auf der von der Zugangsgrube beziehungsweise dem ersten Arbeitsschacht
3 gegenüberliegenden Seite der Verkehrsstraße gebildet ist.
Beispiel 3
Die gleiche Einrichtung, wie im Beispiel 1 beschrieben, ist vorgesehen,
mit dem Unterschied, dass der Stollen 5 in einen offenen, nicht gezeigten
Aushub an der gegenüberliegenden Seite der Zugangsgrube oder des ersten Arbeitsschachts
3 mündet, der für die Reparaturgeräte und Reparaturfahrzeuge zugänglich
ist.
Industrielle Verwendbarkeit
Die Einrichtung zur Schaffung eines unterirdischen Zugangs zu einer
Streckenrohrleitung kann mit Vorteil für Reparaturarbeiten an großformatigen Rohrleitungen
für den Transport von Gas, die Verkehrsstraßen oder Eisenbahnstrecken kreuzen, verwendet
werden.
1- Grubenverschlag
2- Sammelbecken
3- Handhabungsschacht
4- Rohrleitung
5- Stollen
6- Grubenfahrgestell
7- Gleisanlagen
8- Grundbau des Verkehrswegs
9- Belag des Verkehrswegs
10- Schutzrohr
11- Stahlbogenausbau