PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE202004016006U1 17.03.2005
Titel Tidekalender
Anmelder Wesseler, Jürgen, Dr., 24113 Kiel, DE
DE-Aktenzeichen 202004016006
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 17.03.2005
Registration date 10.02.2005
Application date from patent application 15.10.2004
IPC-Hauptklasse G06G 1/08
IPC-Nebenklasse B42D 5/04   

Beschreibung[de]
A) Stand der Technik

In der Bundesrepublik Deutschland ist der Gezeitenkalender des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie das gängige Standardwerk zur Vorhersage von Hoch- und Niedrigwasser an der Nordseeküste. Für viele Küstenorte werden dort in Listen die Hoch- und Niedrigwasserzeitpunkte für jeden Tag angegeben. Bei dem Gezeitenkalender des Bundesamtes handelt es sich um ein Nachschlagewerk, nicht um einen Wandkalender. Der Zeitpunkt eines Hoch- bzw. Niedrigwasserzeitpunktes muss einer Liste entnommen werden, wobei zunächst die richtige Liste aufzuschlagen ist.

Ein anderes Instrument zur Gezeitenbestimmung, das durch seine papierene Ausführung und die zeitlich begrenzte Gültigkeit Kalendercharakter hat, ist die Gezeitenanzeige-Karte (DE 10004304C2). Sie bietet, mit Hilfe der Karte der Tidezonen, den Überblick über die Gezeiten an der ganzen deutschen Nordseeküste. Durch eine Drehung werden vom Benutzer sowohl die Tidezone als auch das aktuelle Datum eingestellt. Dann können die Zeitpunkte aller vier Hoch- bzw. Niedrigwasserzeitpunkte des Tages auf einer analogen Uhrzeitskala abgelesen werden.

B) Problem

Zur Vorhersage der Gezeiten wäre ein einfacher Wandkalender nützlich. Für einen Wandkalender ist die Gezeitenvorhersage für den Ort, an dem er hängt, ausreichend. Anzustreben war daher die Entwicklung eines Kalenders mit monatlich abreissbaren Kalenderblättern, der die täglichen Hoch- und Niedrigwasserzeitpunkte anschaulich darstellt.

C) Lösung

Eine anschauliche analoge Darstellung der Hoch- und Niedrigwasserzeitpunkte stellt die Uhrzeitskala des Patentes DE 10004304C2 in Kombination mit den darauf verweisenden Zeigern für Hoch- und Niedrigwasser dar. Diese Uhrzeitskala und die Zeigereinheit werden auch für den hier vorgestellten Tidekalender verwendet. Ebenfalls wird die dort beschnebene Skala der Tageswinkel übernommen. Es werden also wesentliche Elemente aus dem genannten Patent genutzt, jedoch für den Tidekalender in anderer Kombination: Die Skala der Tageswinkel sowie die Uhrzeitskala sind auf den monatlichen Kalenderblättern aufgedruckt. Die Zeiger für Hoch- und Niedrigwasser sind auf einer Drehscheibe (vgl. Zeichnung, schraffiert) in einem obersten Klarsichtblatt des Kalenders gelagert. Mit dieser Drehscheibe verbunden ist ein zusätzlicher Einstellzeiger für die Tageswinkel. Wird nun dieser Tageszeiger vom Benutzer auf den aktuellen Tag (Tageswinkel) eingestellt, so werden von den Zeigern für Hoch- und Niedrigwasser, die auf die Uhrzeitskala verweisen, die jeweiligen Zeitpunkte angezeigt.

Die Berechnung der Winkel wird hier beispielhaft für den 2. Januar 2004 und den Ort Helgoland dargestellt. An diesem Tag ist Niedrigwasser bei Helgoland um 1413 (eigene Berechnung). Für die Winkelberechnung wird Null Uhr auf der Uhrzeitskala als 0 Grad definiert. Bei einem Winkel von –14,49 Grad / Stunde muss der Niedrigwasser-Zeiger (NW) auf –206° stehen. Der Tageszeiger der Drehscheibe, mit der Aufschrift „Helgoland", verweist auf den 2. Januar 2004. Der Winkel zwischen diesem Tageszeiger und einem Zeiger für Niedrigwasser (auf der schraffierten Drehscheibe) wurde willkürlich auf &sgr; = 39° festgelegt. Relativ zu Null Uhr berechnet sich somit der Tageswinkel auf der äusseren Skala als –206° + 39° = –167° . Auf diese Weise können aus vorherberechneten Uhrzeiten für Niedrigwasser die Tageswinkel für jeden Tag im Jahr kalkuliert werden. Die beiden Niedrigwasserzeiger stehen sich in einem Winkel von 180° gegenüber. Das morgendliche Niedrigwasser wird also 180 / (–14,49) = –1225 Stunden früher als das nachmittägliche angezeigt. Es ergibt sich ein Morgen-Niedrigwasser um 148. Hochwasser wird – 82° nach dem Niedrigwasser angezeigt, was 539 Stunden entspricht. Das erste Hochwasserereignis des Tages ist dementsprechend um 727, das zweite Hochwasserereignis um 1952.

Die Winkelstellung des Tageszeigers relativ zu den Zeigern für die Hoch- und Niedrigwasserzeitpunkte ist für jeden Ort spezifisch. Um einen Tidekalender für einen anderen Ort an der Nordseeküste zu bauen, müssen lediglich die Winkel auf der Drehscheibe verändert werden (z. B. Emden: &sgr; = 48,1° ).

D) Erreichte Vorteile

Dieser Tidekalender ist ein Wandkalender. Da er eine örtlich begrenzte Gültigkeit hat, entfällt das Heraussuchen einer örtlichen Liste (Gezeitenkalender des Bundesamtes) bzw. das Zuordnen zu einer Tidezone (Gezeitenanzeige-Karte). Nachdem der Benutzer den aktuellen Tag eingestellt hat, können alle Hoch- und Niedrigwasserzeitpunkte des Tages auf der analogen Uhrzeitskala abgelesen werden.

E) Weitere Ausgestaltung

Tage mit Spring- oder Nippflut können auf den Kalenderblättem gesondert gekennzeichnet werden. Zusätzlich können auf den Kalenderblättern die Mondphasen dargestellt werden.

F) Ausführungsbeispiel

Auf den monatlichen Kalenderblättern des Tidekalenders sind aussen die Tageswinkel und innen die Uhrzeitskala aufgedruckt. Eine Drehscheibe mit den Zeigern für Hoch- und Niedrigwasser (vgl. Zeichnung, grau gezeichneter Karton) ist in einer festen Klarsichtfolie, die das oberste Blatt des Kalenders abdeckt, drehbar gelagert (vgl. US-Patent 3,103,080 von 1963). Auf der Drehscheibe sind zwei Zeiger für Hoch- und zwei für Niedrigwasser aufgedruckt. Die Drehscheibe ist am Rand mit einem Zeiger (Tageszeiger), der auf einen Tageswinkel des Kalenderblattes verweist, ausgestattet. Das Ausführungsbeispiel zeigt die Winkelstellung für Helgoland. Damit der Ortsbezug des Kalenders deutlich wird, ist der Schriftzug Helgoland" auf der Drehscheibe aufgedruckt.


Anspruch[de]
  1. Tidekalender, dadurch gekennzeichnet, dass eine Skala von Tageswinkeln und eine Uhrzeitskala (beide beschrieben in Patent DE 10004304C2) zusammen auf einem Kalenderblatt aufgedruckt sind.
  2. Tidekalender, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Drehscheibe eine feste Winkelstellung zwischen einerseits den Zeigern für Niedrig- bzw. Hochwasser und andererseits dem Einstellzeiger für den Tag (Tageszeiger) realisiert ist.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche


Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com