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Dokumentenidentifikation DE202004018468U1 17.03.2005
Titel Lack-Sprühdosenset
Anmelder Gimm, Ulf, 24963 Tarp, DE
Vertreter Grünecker, Kinkeldey, Stockmair & Schwanhäusser, 80538 München
DE-Aktenzeichen 202004018468
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 17.03.2005
Registration date 10.02.2005
Application date from patent application 29.11.2004
IPC-Hauptklasse D06N 3/00

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Lack-Sprühdosenset zum Herstellen einer Lederimitatobertläche.

Aus der DE 102 22 116 ist ein Verfahren zum Herstellen einer Lederimitatobertläche bekannt. Dort wird mit Hilfe einer eine Rissbildung bewirkenden Zwischenschicht auf eine Grundierungsschicht eine Narbenstruktur zur Imitierung einer Lederoberfläche erzeugt. Um unterschiedliche Farbnuancen und somit eine natürliche Lederoptik zu erzielen wird hauptsächlich eine feine Farbabstimmung zwischen Grundierungsfarbton und Zwischenschichtfarbton verwendet. Dieser feine Farbunterschied scheint je nach Auftragsmenge der Deckschicht durch und verbessert die Lederoptik.

Dieses Verfahren hat sich sehr gut bewährt und bietet eine ganze Palette von unterschiedlichen Anwendungsmöglichkeiten. Zum Teil erfordert dieses Verfahren jedoch noch einiges an Know-How, weshalb die Verwendung dieses Verfahrens hauptsächlich industriellen Anwendungszwecken vorbehalten war.

Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein System zum Herstellen einer Lederimitatobertläche bereitzustellen, das auch im Handwerker- und Hobbybereich Verwendung finden kann.

Hierzu wird erfindungsgemäß ein Lack-Sprühdosenset zum Herstellen einer Lederimitatobertläche, bestehend aus einer ersten Sprühdose, die einen Grundierungslack enthält, einer zweiten Sprühdose, die einen, eine Narbenstruktur ausbildenden Effektlack enthält, und einer dritten Sprühdose, die einen Lederfarblack enthält, bereitgestellt, wobei der Grundierungslack und der Effektlack im trockenen Zustand eine unterschiedliche Färbeneigung (oder unterschiedliches Farbaufnahmeverhalten) hinsichtlich des Lederfarblacks aufweisen.

Durch die unterschiedliche Färbeneigung von Grundierungslack und Effektlack erscheint der nachträglich aufgebrachte Lederfarblack entweder auf der einen oder anderen Lackschicht heller oder dunkler, wodurch sich die Lederoptik verbessert. Trotz der im Wesentlichen gleichen aufgebrachten Farbmenge pro Flächeneinheit hat der Lederfarblack auf dem Grundierungslack oder dem Effektlack durch die unterschiedliche Färbeneigung eine etwas andere Farbnuancierung. Dieser sich automatisch einstellende Effekt verlangt dem Anwender ein geringeres Know-How ab als das bekannte Verfahren. Darüber hinaus kann eine solche Lederimitatoberfläche erstmalig auf der Basis eines dreiteiligen Lack-Sprühdosensets aufgebracht werden, wodurch sich die Anwendung erheblich vereinfacht und somit dem Handwerker- und Hobbybereich zugänglich wird.

Wenn gemäß einer Variante der Grundierungslack im trockenen Zustand eine größere Färbeneigung hinsichtlich des Lederfarblacks aufweist als der Effektlack, lässt sich eine verbesserte optische Wirkung hinsichtlich der Tiefenstruktur erzielen. Die Risse der Narbenstruktur erscheinen dann dunkler als die erhöhten Parzellen der Effektlackschicht.

Umgekehrt besteht aber auch die Möglichkeit gemäß einer Variante, dass der Effektlack im trockenen Zustand eine größere Färbeneigung hinsichtlich des Lederfarblacks aufweist als der Grundierungslack. Hierdurch tritt eine nicht so starke Tiefenwirkung auf, die für bestimmte Lederarten typisch ist.

Vorteilhafterweise kann der Grundierungslack oder der Effektlack Kieselsäure, insbesondere gefällte Kieselsäure, enthalten. Die Kieselsäure sorgt beim Trocknen des Lackes für die Ausbildung einer schwammartigen Struktur, wodurch die Saugneigung bzw. das Aufnahmevermögen für den aufgesprühten Lederfarblack vergrößert wird. Der die Kieselsäure enthaltende Lack führt somit zu einer Lackschicht, die in größerem Maße den Lederfarblack aufnimmt. Rein optisch wirkt sich dieser Umstand so aus, dass diese Bereiche mit der gleichen Lederfarblackmenge pro Flächeneinheit weniger stark eingefärbt werden als Bereiche mit besserem Farbaufnahmeverhalten. Neben der unterschiedlichen Färbeneigung führt die schwammartige Struktur auch dazu, dass der Glanz dieser Schicht, trotz der Verwendung des gleichen Lederfarblacks, unterschiedlich zum Glanz der jeweils anderen Schicht mit größerer Färbeneigung ist. Es ist das Zusammenspiel dieser Wirkungen, die zu einem sehr guten Gesamteindruck und echt aussehenden Lederimitatobertläche führen.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform können der Grundierungslack und der Effektlack die gleichen Farbpigmente von identischer Farbe aufweisen. Obwohl es prinzipiell möglich ist, durch unterschiedliche Farbauswahl bei dem Grundierungslack und dem Effektlack erheblichen Einfluss auf das spätere Aussehen der Lederimitatoberfläche zu nehmen, ist es durch diese Ausgestaltung vorgehen, die Anzahl der Einflussfaktoren zu reduzieren, so dass bei der Anwendung auch weniger Fehler auftreten können. Der Verwender nimmt dann mit Hilfe des Lederfarblackauftrags lediglich Einfluss auf die Intensität der Farbgebung an sich, während die Unterschiede der Färbeneigung von Grundierungslackschicht und Effektlackschicht über einen großen Bereich von dem unterschiedlichen Farbaufnahmeverhalten beeinflusst werden. Damit ein möglichst hochwerfiger Schichtaufbau erzielt werden kann, weist bei einer Variante der Grundierungslack und/oder der Effektlack folgende Bestandteile auf:

  • Acrylat als Bindemittel,
  • Ester und Ketone als Lösemittel und
  • anorganische Pigmente zur Farbegebung.

Darüber hinaus kann der Grundierungslack 30 bis 40 Gew.-% Festkörper aufweisen. Die Festkörper beim Grundierungslack sorgen u.a. auch für eine bessere Färbeneigung (bzw. geringeres Farbaufnahmeverhalten). Auch wird hierdurch das Kontrastverhalten in Farbtiefe und der Glanzgebung beeinflusst.

Der Lederfarblack kann folgende Bestandteile umfassen:

  • Nitrocellulose als Bindemittel,
  • Ester und Ketone als Lösemittel und
  • lösliche Farbstoffe zur Farbgebung.

Um ein möglichst feines Sprühbild zu erzeugen, kann als Treibmittel (Gas) Dimethylether eingesetzt werden. Dimethylether (DME) ist in den drei Lacksystemen löslich und deshalb wie erwähnt mitverantwortlich für das feine Sprühbild.

Bevorzugt kann das Treibmittel/Lack-Verhältnis 40/60 – 50/50 Gew.-%, bevorzugt 44/56 – 46/54 Gew.-%, betragen. Bei der Wahl dieses Verhältnisses sind optimale Austrittsmengen für den gedachten Einsatz erreicht. Ebenso sorgt die Menge an Treibmittel zusammen mit den jeweiligen Lacken für die maximale Ausnutzung der Füllmenge.

Damit ein Sprühbild vergleichbar mit einer Becherspritzpistole erzielbar ist, kann mindestens eine der Sprühdosen einen Flächensprühkopf zum Erzeugen eines fächerähnlichen Sprühstrahls aufweisen. Der sogenannte fächerähnliche Sprühstrahl gewährleistet eine einfache und sehr gleichmäßige Lackapplikation. Im Vergleich dazu zeigen herkömmliche Lacksprühköpfe ein kegelförmiges Sprühbild, das zu ungleichmäßigen Auftragsstärken führen kann.

Gemäß einer weiteren Ausgestaltung ist der Flächensprühkopf mit einer Verstelleinrichtung zum Verstellen des fächerförmigen Sprühstrahls versehen. Hierdurch lässt sich der fächerförmige Sprühstrahl z.B. um 90° verschwenken, um das persönliche Sprühverhalten der Geometrie der zu beschichtenden Oberfläche anpassen zu können.

Des Weiteren bezieht sich die Erfindung auf ein Trägersubstrat mit einer Lederimitatoberflächenbeschichtung, die eine Grundierungsschicht in einem Grundierungsfarbton, eine Zwischenschicht in einem Zwischenschichtfarbton und eine Deckschicht in einem Lederfarbton aufweist, wobei die Zwischenschicht eine gerissene Narbenstruktur aufweist und die Grundierungsschicht oder die Zwischenschicht eine schwammartige Struktur aufweist, in die ein Teil des Materials der Deckschicht stärker eingedrungen ist als bei der jeweils anderen Schicht. Hierdurch entsteht ein Unterschied in der Farb- und Glanzgebung in Abhängigkeit davon, ob die Deckschicht auf die Grundierungsschicht oder die Zwischenschicht aufgebracht wurde.

Im Folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung anhand einer Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:

1 eine Vorderansicht eines erfindungsgemäßen Lack-Sprühdosensets,

2 einen schematischen Schichtaufbau eines Trägersubstrats mit einer Lederimitatoberflächenbeschichtung und

3 einen Sprühkopf, der in 1 dargestellten Sprühdosen in vergrößerter Darstellung und teilweise geschnitten.

Das in 1 dargestellte Lack-Sprühdosenset zum Herstellen einer Lederimitatoberfläche besteht aus einer ersten Sprühdose 1, die einen Grundierungslack enthält, einer zweiten Sprühdose 2, die einen eine Narbenstruktur ausbildenden Effektlack enthält, und einer dritten Sprühdose 3, die einen Lederfarblack enthält.

Die Sprühdosen (Aerosoldosen) 1,2,3 bestehen aus Weißblech und weisen eine Füllmenge von 150 ml bei einem Randvollvolumen von 220 ml auf. Sie sind zugelassen und werden betrieben nach TLG 300.

Das nicht näher dargestellte Ventil weist einen Ventilteller aus Weißblech mit einer die Dose verschließenden Epon-Dichtung auf. Eine definierte Steigrohrlänge mit kalkuliertem Quellverhalten ermöglicht die vollständige Nutzung des Inhaltes. Eine sogenannte Seitenkanalbohrung im Ventilgehäuse (VBH-Bohrung) stellt eine konstante Treibmittelversorgung (Gas) auch bei starker Neigung der Sprühdose während dem Sprühen sicher. Sie verhindert ebenso ein Verstopfen des Steigrohres bei Lagerung. Auch ist es nicht nötig, nach der Benutzung der Dose diese über Kopf leer zu sprühen (im Vergleich zu herkömmlichen Ventilen). Der mit VBH-Bohrung erhöhte Treibmittelanteil bei Austritt ist weiterhin verantwortlich für ein feines Sprühbild und der dadurch minimierten Sprührandbildung.

Unterhalb der Kunststoffkappe 4 weist jede der Sprühdosen 1,2,3 einen in 3 näher dargestellten Sprühkopf 5 auf. Dieser spezielle Sprühkopf 5 ist ein sogenannter Flächensprühkopf und ermöglicht ein Sprühen, das mit dem Arbeiten und dem Sprühbild einer Becherspritzpistole vergleichbar ist. Er bildet einen fächerähnlichen Sprühstrahl aus, der eine einfache und sehr gleichmäßige Lackapplikation gewährleistet. Hierzu weist der Sprühkopf 5 einen speziellen, drehbar ausgestalteten Düseneinsatz 6 auf. Am Düsenaustrittsende 7 ist eine im Querschnitt kreisabschnittsförmige Erhöhung 8 angeordnet, die in der Vorderansicht im Querschnitt eine Linsenform aufweist. Durch diese Erhöhung fächert der Sprühstrahl auf. Durch Verdrehen des Düseneinsatzes 6 kann die Hauptachse des Sprühfächers verdreht werden, so dass je nach Vorliebe des Anwenders und des zu lackierenden Objekts die Sprührichtung des Sprühstrahls anders ausgerichtet werden kann. Im vorliegenden Fall ist der Sprühstrahl um bis zu 90° verdrehbar.

Ansonsten ist der Sprühkopf 5, wie herkömmliche, bekannte Sprühköpfe bei Sprühdosen ausgeformt.

Als Treibmittel (Gas) enthalten alle drei Sprühdosen 1,2,3 Dimethylether (DME) in einem Gas/Lackverhältnis von 45/55 Gew.-% (bevorzugt zwsichen 40/60 – 50/50 Gew.% ).

Der in der ersten Sprühdose 1 enthaltene Grundierungslack umfasst: Acrylat als Bindemittel, Ester und Ketone als Lösemittel und anorganische Pigmente zur Farbgebung.

Der Grundierungslack weist eine gute Haftung auf unterschiedlichsten Oberflächen, wie beschichtetes Holz, Glas, Metall, Kunststoffen wie PVC, ABS und PS auf. Er verfügt über eine schnelle Trocknung und ist alterungsstabil. Des Weiteren erfüllt er die DIN 53160 Teil 1 und 2 (speichel- und schweißecht) und die DIN EN 71 Teil 3 (frei von löslichen Schwermetallen). Zur Erhöhung der Füllkraft ist der Grundierungslack mit Festkörpern in einem Gew.-%-Anteil von 36,5 Gew.-% versehen (bevorzugt zwischen 30 und 40 Gew.-%).

Der in der zweiten Sprühdose 2 enthaltene Effektlack umfasst:

Acrylat als Bindemittel, Ester und Ketone als Lösemittel, anorganische Pigmente und Kieselsäure.

Die anorganischen Farbpigmente sind die gleichen (gleiche Farbe) wie die anorganischen Pigmente des Grundierungslacks. Der Effektlack erzeugt beim Trocknungsvorgang eine Narbenstruktur, wodurch erhöhte Parzellen und zwischenliegende Narbenrisse entstehen, die eine Lederoberfläche in ihrer Struktur imitieren. Das Bilden dieser Struktur beruht auf der raschen Trocknung und der erhöhten Oberflächenspannung. Die Kieselsäure erzeugt beim Trocknungsvorgang eine schwammartige Struktur, wodurch der Effektlack nach dem Trocknen eine andere Färbeneigung aufweist als der Grundierungslack. Durch die schwammartige Struktur ist nämlich die Färbeneigung geringer und somit das Farbaufnahmeverhalten größer. Es wurde also eine größere Menge an Lederfarblack verwendet werden, um die gleiche Farbintensität zu erzeugen, wie auf dem Grundierungslack. Des Weiteren erfüllt der Effektlack die DIN 53160 Teil 1 und 2 (speichel- und schweißecht) und die DIN EN 71 Teil 3 (frei von löslichen Schwermetallen)

Der in der dritten Sprühdose 3 enthaltene Lederfarblack umfasst:

Nitrocellulose als Bindemittel, Ester und Ketone als Lösemittel und lösliche Farbstoffe zur Farbgebung.

Des Weiteren erfüllt der Lederfarblack die DIN 53160 Teil 1 und 2 (speichel- und schweißecht) und die DIN EN 71 Teil 3 (frei von löslichen Schwermetallen)

Im Folgenden wird nunmehr anhand der 2 die Verwendung des Lack-Sprühdosensets näher erläutert.

Auf ein Trägersubstrat 9, z.B. einem Mobiltelefongehäuse aus Kunststoff wird mittels der ersten Sprühdose 1 eine Grundierungslackschicht 10 aufgetragen. Bevorzugt wird das Trägersubstrat 9 in einem Abstand von ca. 30 cm mit dem Grundierungslack besprüht. Der Grundierungslack weist sehr kurze Zwischentrocknungszeiten auf, so dass mehrere Schichten in relativ kurzen Abständen appliziert werden können. Dies ist wichtig bei senkrechten Flächen und für ein schnelles Endergebnis.

Nach Trocknung der Grundierungslackschicht 10 wird mittels der zweiten Sprühdose 2 eine Effektlackschicht 11 aufgetragen. Diese bildet bei Ablüften/Trocknen eine gerichtete parzellenförmige Struktur aus, die einer Lederoberfläche in der Optik sehr nahe kommt. Das Bilden der Struktur beruht auf der raschen Trocknung der Effektlackschicht und einer erhöhten Oberflächenspannung. Neben den erhöhten Parzellen 12 entstehen Risse 13 einer Rissnarbung, an denen die Effektlackschicht 11 unterbrochen wird und die Grundierungslackschicht 10 zu sehen ist. Die erzeugte Narbung selbst wird von der Grundierung dominiert, d.h. von der Lackmenge und Schichtstärke, die zur Erzeugung der Grundierungslackschicht 10 aufgesprüht wurde. Die Grundierungslackschicht und die Effektlackschicht 11 weisen nämlich ein unterschiedliches Dehnungsverhalten auf.

Nach Trocknung der Effektlackschicht 11 wird mittels der dritten Sprühdose 3 eine Lederlackschicht 14 aufgetragen. Die Lederlackschicht 14 zeigt Unterschiede in der Färbungsart und -kraft. Zum einen ist die Intensität der Farbgebung durch die Applikationshäufigkeit kontrollierbar, und zum anderen ist das Eindringverhalten hinsichtlich der Grundierungslackschicht 10 und der Effektlackschicht 11 gegensätzlich. Die Grundierungslackschicht im Bereich der Risse 13 weist nämlich eine geringere Aufnahmefähigkeit (größere Farbneigung) hinsichtlich des Lederlacks auf. Somit ist die Farbgebung intensiver, da höhere Schichtstärken erreicht werden. Darüber hinaus ist eine erhöhte Glanzgebung gesichert. Die Parzellen 12 der Effektlackschicht 11 verhalten sich aufgrund der Kieselsäure wie ein Schwamm. Die Parzellen 12 saugen die Farbe stärker auf. Dadurch ist ein Farbunterschied zur Färbung der Risse 13 gewährleistet und auch der Glanz weist im Vergleich Unterschiede auf.

Durch die sorgfältige Abstimmung der Inhaltsstoffe der einzelnen Sprühdosen 1,2 und 3 und die einfache Handhabung wird ein schnelles und auch für den Ungeübten leichtes Aufbringen einer Lederimitatobertläche möglich. Diese Aufeinanderabstimmung ermöglicht eine kontrollierte Farbgebung der gebildeten Lederimitatobertläche und zeigt durch unterschiedliches Färbevermögen von Parzellen 12 und Rissen 13 ein Kontrastverhalten in Farbtiefe und Glanzgebung. Die Oberfläche kann dadurch ihre besondere Natürlichkeit vermittelt.


Anspruch[de]
  1. Lack-Sprühdosenset zum Herstellen einer Lederimitatobertläche, bestehend aus einer ersten Sprühdose (1), die einen Grundierungslack enthält, einer zweiten Sprühdose (2), die einen eine Narbenstruktur ausbildenden Effektlack enthält und einer dritten Sprühdose (3), die einen Lederfarblack enthält, wobei der Grundierungslack und der Effektlack im trockenen Zustand eine unterschiedliche Färbeneigung (unterschiedliches Farbaufnahmeverhalten) hinsichtlich des Lederfarblacks aufweist.
  2. Lack-Sprühdosenset nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundierungslack im trockenen Zustand eine größere Färbeneigung (geringeres Farbaufnahmeverhalten) hinsichtlich des Lederfarblacks aufweist als der Effektlack.
  3. Lack-Sprühdosenset nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Effektlack im trockenen Zustand eine größere Färbeneigung (geringeres Farbaufnahmeverhalten) hinsichtlich des Lederfarblacks aufweist als der Grundierungslack.
  4. Lack-Sprühdosenset nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundierungslack oder der Effektlack Kieselsäure, insbesondere gefällte Kieselsäure, enthält.
  5. Lack-Sprühdosenset nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundierungslack und der Effektlack die gleichen Farbpigmente von identischer Farbe aufweisen.
  6. Lack-Sprühdosenset nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundierungslack und/oder der Effektlack folgende Bestandteile umfasst:

    Acrylat als Bindemittel,

    Ester und Ketone als Lösemittel und

    anorganische Pigmente zur Farbgebung.
  7. Lack-Sprühdosenset nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundierungslack 30 – 40 Gew.-% Festkörper aufweist.
  8. Lack-Sprühdosenset nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Lederfarblack folgende Bestandteile umfasst:

    Nitrocellulose als Bindemittel,

    Ester und Ketone als Lösemittel und

    lösliche Farbstoffe zur Farbgebung.
  9. Lack-Sprühdosenset nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Treibmittel (Gas) Dimethlyether ist.
  10. Lack-Sprühdosenset nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Treibmittel/Lack-Verhältnis 40/60 – 50/50 Gew.-%, bevorzugt 44/56 – 46/54 Gew.-%, beträgt.
  11. Lack-Sprühdosenset nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der Sprühdosen (1,2,3) einen Flächensprühkopf (5) zum Erzeugen eines fächerähnlichen Sprühstrahls aufweist.
  12. Lack-Sprühdosenset nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Flächensprühkopf (5) eine Verstelleinrichtung (6) zum Verstellen des fächerförmigen Sprühstrahls aufweist.
  13. Trägersubstrat (9) mit einer Lederimitatoberflächenbeschichtung, die eine Grundierungsschicht (10) in einem Grundierungsfarbton, eine Zwischenschicht (11) in einem Zwischenschichtfarbton und eine Deckschicht (14) in einem Lederfarbton aufweist, wobei die Zwischenschicht (11) eine gerissene Narbenstruktur aufweist, und die Grundierungsschicht (10) oder die Zwischenschicht (11) eine schwammartige Struktur aufweist, in die ein Teil des Materials der Deckschicht (14) stärker eingedrungen ist als bei der jeweils anderen Schicht (10,11).
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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