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Dokumentenidentifikation DE20306686U1 17.03.2005
Titel Hufeisenförmiger Hufbeschlag
Anmelder cera Handelsgesellschaft mbH, 87674 Ruderatshofen, DE
Vertreter Patentanwaltskanzlei Hutzelmann, 89296 Osterberg
DE-Aktenzeichen 20306686
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 17.03.2005
Registration date 10.02.2005
Application date from patent application 29.04.2003
IPC-Hauptklasse A01L 5/00

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen hufeisenförmigen Hufbeschlag aus Kunststoff mit einer mit Profilkörpern versehenen Lauffläche, dessen beide Schenkel zur Anpassung des Schenkelabstandes an die Größe des Hufs durch wenigstens einen separaten, passstückartigen Verbindungssteg aus Kunststoff verbindbar sind, der mit den Schenkeln im Bereich ihrer Enden in die Schenkel auseinanderdrückenden oder zusammenziehenden Eingriff bringbar ist, wobei der Verbindungssteg, auch Brücke genannt, einlagig (Einfachbrücke) oder mehrlagig (Doppelbrücke) ausgebildet ist und mit seinen seitlichen Stegenden in den Schenkeln vorhandene Aussparungen in Form flächiger Auswölbungen hineinpasst, um die Schenkelenden im wesentlichen formschlüssig und kraftschlüssig miteinander zu verbinden.

Hufbeschläge dieser Art sind beispielsweise aus dem Gebrauchsmuster 201 09 470 bekannt sowie aus der veröffentlichten europäischen Patentanmeldung 00109538.9. Auch hier wird die Verbindung der Schenkelenden des Hufbeschlags mittels eines Verbindungssteges in Form eines Passstücks erreicht, das in den Schenkelenden befindliche Aussparungen in Form flächiger seitlicher Auswölbungen einsetzbar ist.

Die Verwendung solcher passstückartiger Verbindungsstege ermöglicht eine relativ einfache Anpassung einer Hufbeschlaggröße an unterschiedliche Hufgrößen und insbesondere an unterschiedliche Lagen der sogenannten weißen Linie des Hufs, die allein zur Aufnahme von Hufnägeln oder Schrauben zur Befestigung des Hufbeschlags zur Verfügung steht. Die bekannten Verbindungsstege, die die Schenkelenden des Hufs überbrücken und mit ihnen fest verbindbar sind, können die Sohle des Strahls des Hufs ausreichend schützen und auch, freilich beschränkt, für eine bessere Durchblutung des Strahls und somit des ganzen Hufs sorgen und bieten außerdem eine Unterstützungsfläche für die Hufsohle, was sich vor allem bei Pferden mit Sehnenproblemen und Hufrehe-Erkrankungen positiv bemerkbar macht.

Die Aufgabe der Erfindung besteht nun darin, den Verbindungssteg bekannter Art, der entweder als Einfachbrücke oder als Doppelbrücke Verwendung findet, so weiter zu entwickeln, dass dieser Steg bzw. diese Brücke gewissermaßen in Form eines Austauschelementes als medizinisches Mittel zu Heilzwecken bei Hufkrankheiten einsetzbar ist, so dass Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Beine bzw. Hufe von Pferden wieder hergestellt werden und sich unter besonderer Berücksichtigung der natürlichen Huffunktion und der anatomischen Gestaltung des Pferdefußes sowie der Gewichtsaufnahme und Gewichtsverteilung relativ schnell überraschende Heilerfolge einstellen. Nach Beendigung des Heilvorgangs soll dann dieses Austauschelement, das man auch als "Heilbrücke" bezeichnen könnte, entweder zusammen mit dem ganzen Hufbeschlag oder separat ausgetauscht bzw. durch einen neuen Hutbeschlag mit "normaler" Brücke ersetzt werden. Das Austauschelement soll demnach die Funktion eines Zusatzartikels haben.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die in Richtung des geschlossenen Hufbeschlagendes gelegene Randkante des Verbindungssteges eine mit ihm ein einheitliches Ganzes bildende, keilförmige, den Strahl des Hufs weitflächig abdeckende, obere Verlängerung des Verbindungssteges bzw. der Brücke bildet, und dass die entgegengesetzt gelegene, in Richtung der Hufbeschlagsöffnung weisende Randkante des Verbindungsstegs bzw. der Brücke eine konische untere Verlängerung des Verbindungssteges bildet, wobei der Verbindungssteg aufgrund der Abdeckung des Strahls und seines elastischen Verhaltens als medizinisches Mittel zur Heilung von Hufkrankheiten benutzbar ist.

Durch die Ausbildung des Verbindungsstegs mit oberen und unteren Verlängerungen wird der Steg einerseits stabilisiert, weil seine Masse zunimmt, andererseits massiert er durch sein elastisches Verhalten den Strahlbereich des Hufs, so dass die Durchblutung gefördert und damit der Heilungsprozess beschleunigt werden. Auch wird erreicht, dass die freie unbedeckte Huffläche sich erheblich verkleinert, so dass die Hufsohle und der Strahl besser gegen Einwirkungen vom Untergrund her geschützt sind, beispielsweise Einwirkungen durch Steine und felsigen Boden.

Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.

Die Erfindung wird nun anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert. In der Zeichnung zeigen:

1 Eine Unteransicht des Hufbeschlags mit einer Ausführung des austauschbaren Verbindungsstegs bzw. der Brücke, auch Heilbrücke genannt,

2 eine längs der Mittellinie A–A geschnittene Seitenansicht des Hufbeschlags von 1,

3 eine Unteransicht gemäß 1 einer anderen Ausführungsform des Hufbeschlags mit einer anderen Ausführung des Verbindungsstegs bzw. der Heilbrücke und

4 eine Draufsicht des Hufbeschlags von 3.

Der in den 1 und 2 dargestellte hufeisenförmige Hufbeschlag 1a besteht aus Kunststoff und ist mit einer mit Profilkörpern 14 versehenen Lauffläche ausgestattet. Die beiden Schenkel 2,3 des Hufbeschlags sind zur Anpassung des Schenkelabstandes an die Größe des Hufs durch einen separaten, passstückartigen Verbindungssteg 4 verbunden, auch Brücke genannt, der ebenfalls aus Kunststoff besteht und mit den Schenkeln 2, 3 im Bereich ihrer Enden so in Eingriff steht, dass er die Schenkel auseinander drückt oder zusammenzieht, um den Hufbeschlag in gewissem Umfang an die Größe des Hufs anzupassen. Der Verbindungssteg 4 ist entweder einlagig oder mehrlagig ausgebildet, so dass eine Einfachbrücke oder Doppelbrücke entsteht, und ist mit seinen seitlichen Stegenden 5, 6 in den Schenkeln vorhandene Aussparungen 7, 8 in Form flächiger Auswölbungen eingepasst und mit ihnen verschraubt, um die Schenkelenden im wesentlichen formschlüssig und kraftschlüssig miteinander zu verbinden.

Die in den 1 und 3 dargestellten Hufbeschläge 1a und 1b stimmen in ihren wesentlichen Gestaltungsmerkmalen überein. Beide besitzen einen auswechselbaren Verbindungssteg 4 mit einer in Richtung des geschlossenen Hufbeschlagendes gelegenen Randkante 9, die eine mit ihm ein einheitliches Ganzes bildende, keil- oder pyramidenförmige, den Strahl des Hufs weitflächig abdeckende, obere Verlängerung 10 aufweist und eine entgegengesetzt zu dieser gelegene konische untere Verlängerung 12, die mit einer in Richtung der Hufbeschlagsöffnung weisenden Randkante 11 versehen ist. Sowohl die obere Verlängerung 10 als auch die untere Verlängerung 12 des als Einfach- oder Doppelbrücke ausgebildeten Verbindungsstegs sind symmetrisch zur Mittelachse A–A des Hufbeschlags ausgebildet.

Die den Strahl des Hufs zumindest teilweise abdeckende obere Verlängerung 10 zeigt bei Druckausübung auf die Strahloberfläche ein relativ elastisches Verhalten derart, dass sie unter der Trittbelastung beim Laufen eines solchermaßen beschlagenen Pferdes die Strahloberfläche abwechselnd belastet und entlastet und dadurch die Strahlfläche gewissermaßen massiert und ihre Durchblutung fördert. Dadurch übt diese Form des Verbindungssteges bzw. der Brücke auf den Huf eine therapeutische Wirkung aus mit dem Ergebnis, dass Hufkrankheiten bei Verwendung derartig gestalteter Brücken sehr viel schneller geheilt werden als bei Verwendung üblicher Brücken, also solche ohne obere und/oder untere Verlängerungen 10, 12.

Die so gestalteten Verbindungsstege bzw. Brücken 4 haben also nicht bzw. nicht nur den eigentlichen Zweck der Anpassung des Hufbeschlags an unterschiedliche Hufgrößen, sondern wenigstens auch noch eine Zusatzwirkung der Oberflächenbehandlung des Hufs, insbesondere des Hufstrahls, weshalb derartig ausgestaltete Beschläge bei Hufkrankheiten entweder insgesamt gegen am Huf verwendete übliche Beschläge ausgetauscht werden, oder ein Austausch zumindest des Verbindungsstegs bzw. der Brücke erfolgt gegen eine solche mit oberen und unteren Brückenverlängerungen der in den 1 und 3 gezeigten Art.

Die beiden Stegenden 5, 6 des Verbindungsstegs 4 bzw. der Brücke sind mit den beiden Schenkeln 2, 3, wie aus den 1 und 2 ersichtlich, durch Schrauben 19 fest, jedoch lösbar verbunden. Die Form der Außenränder der Verlängerungen 10, 12 kann an die Form der Innenränder der Schenkel 2, 3 des Hufbeschlags angepasst sein, jedoch auch, wie aus der Zeichnung ersichtlich, herzförmig ausgebildet sein, wobei die oberen und unteren Verlängerungen 10, 12 sowie die Spitze 13 der oberen Verlängerung abmessungsmäßig und figürlich insofern beschränkt sind, als sie in den vom Hufbeschlag umgrenzten Raum des Hufs hineinpassen müssen und einer gewünschten maximalen Auflage des Beschlags auf dem Huf und damit optimalen Ausnutzung der tragenden Teile, nämlich Strahl, Sohle und Tragrand, entsprechen müssen. Auf diese Weise wird das angestrebte Ziel erreicht, nämlich, wie oben bereits erwähnt, den Verbindungssteg bzw. die Brücke 4, auch als im wesentlichen therapeutischen Zwecken dienendes Mittel einzusetzen, so dass man in diesem Zusammenhang von einer Art "Heilbrücke" sprechen könnte, wobei durch die Flexibilität des Kunststoffmaterials, aus dem der Verbindungssteg bzw. die Brücke und die Verlängerungen 10 und 12 bestehen, der Beschlag sich unter dem Gewicht des Pferdes elastisch verformt und dadurch den Strahl des Hufs massiert, so dass kein Dauerdruck und damit auch keine Durchblutungsstörungen des Strahls entstehen, vielmehr dessen Durchblutung zur Förderung von Heilungsprozessen unterstützt wird.

Der Hufbeschlag 1a von 1 ist in an sich bekannter Weise mit zwei Aufzügen 15, 16 versehen und besitzt an seinem Kopfteil eine abgeflachte bzw. abgeschrägte Lauffläche 17, die frei von Profilkörpern jeglicher Art ist, insbesondere von noppenförmigen Profilkörpern 14, und die einen in Richtung auf die Schenkelenden 2, 3 zunehmenden, keilförmigen Querschnitt aufweist, wie aus 2 ersichtlich ist. Die der Unterseite und damit der mit den Noppen 14 besetzten Seite des Hufbeschlags 1a entsprechende Oberseite des Verbindungsstegs kann, wie aus 1 ersichtlich, mit sich in etwa senkrecht zur Mittellinie A–A des Hufbeschlags erstreckenden Rillen und/oder Nuten 20 versehen sein, die die Laufeigenschaften des Beschlags entsprechend den Einsatzbedingungen verbessern können.


Anspruch[de]
  1. Hufeisenförmiger Hufbeschlag aus Kunststoff mit einer mit Profilkörpern versehenen Lauffläche, dessen beide Schenkel zur Anpassung des Schenkelabstandes an die Größe des Hufes durch wenigstens einen separaten, passstückartigen Verbindungssteg aus Kunststoff verbindbar sind, der mit den Schenkeln im Bereich ihrer Enden in die Schenkel auseinanderdrückenden oder zusammenziehenden Eingriff bringbar ist, wobei der Verbindungsste, auch Brücke genannt, einlagig (Einfachbrücke) oder mehrlagig (Doppelbrücke) ausgebildet ist und mit seinen seitlichen Stegenden in den Schenkeln vorhandene Aussparungen in Form flächiger Auswölbungen hineinpasst, um die Schenkelenden im wesentlichen formschlüssig und kraftschlüssig miteinander zu verbinden, dadurch gekennzeichnet, dass die in Richtung des geschlossenen Hufbeschlagendes gelegene Randkante (9) des Verbindungssteges (4) eine mit ihm ein einheitliches Ganzes bildende, keilförmige, den Strahl des Hufs weitflächig abdeckende, obere Verlängerung (10) des Verbindungssteges bildet, und dass die entgegengesetzt gelegene, in Richtung der Hufbeschlagsöffnung weisende Randkante (11) des Verbindungsstegs (4) eine konische untere Verlängerung (12) des Verbindungssteges bildet.
  2. Hufeisenförmiger Hufbeschlag nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sowohl die obere Verlängerung (10) als auch die untere Verlängerung (12) des Verbindungsstegs (4) symmetrisch zur Mittelachse (A) des Hufbeschlags (1) ausgebildet sind.
  3. Hufeisenförmiger Hufbeschlag nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Dicke des Verbindungsstegs (4) der Dicke des Hufbeschlags (1) im wesentlichen entspricht.
  4. Hufeisenförmiger Hutbeschlag nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Verlängerungen (10, 12) eine Dicke aufweisen, die der Dicke des Verbindungsstegs (4) im wesentlichen entspricht.
  5. Hufeisenförmiger Hufbeschlag nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Verbindungssteg (4) aus zwei im wesentlichen deckungsgleichen Teilen besteht, die im Bereich der Stegenden (5, 6) die beiden Schenkel (2, 3) des Hufbeschlags zumindest teilweise umgreifen.
  6. Hufeisenförmiger Hufbeschlag nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die der mit Profilkörpern (14) versehenen Lauffläche des Hufbeschlags (1a, 1b) entsprechende Oberfläche der Verlängerungen und des Verbindungsstegs profiliert ist.
  7. Hufeisenförmiger Hufbeschlag nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Profilierung aus sich senkrecht zur Mittelachse (A–A) des Hufbeschlags (1a, 1b) erstreckenden Rillen und/oder Nuten (20) besteht.
  8. Hufeisenförmiger Hufbeschlag nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Form der Außenränder der Verlängerungen (10, 12) an die Form der Innenränder der Schenkel (2, 3 ) des Hufbeschlags (1) angepasst ist.
  9. Hufeisenförmiger Hufbeschlag nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Verlängerung (10, 12) mit dem Verbindungssteg (4) aus einem Teil bestehen und dass bei Verwendung eines aus zwei übereinander liegenden Teilen bestehenden Verbindungsstegs die Verlängerungen (10, 12) ebenfalls aus zwei im wesentlichen deckungsgleichen, übereinander liegenden Flächenteilen bestehen.
  10. Hufeisenförmiger Hufbeschlag nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die im wesentlichen deckungsgleichen Flächenteile miteinander verschraubt sind.
  11. Hufeisenförmiger Hufbeschlag nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass die im wesentlichen deckungsgleichen Flächenteile mit den Schenkeln (2, 3) des Hufbeschlags (1) verschraubt sind.
  12. Hufeisenförmiger Hufbeschlag nach einem der Ansprüche 1 – 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Brücke (4) mit ihren Verlängerungen (10, 12) einen herzförmigen Umriss aufweist.
  13. Hufeisenförmiger Hufbeschlag nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die obere Verlängerung (10) die Form eines Kegels und die untere Verlängerung (12) die Form eines Kegelstumpfes aufweisen.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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