TECHNISCHER BEREICH
Die vorliegende Erfindung betrifft Aufzugsysteme und insbesondere
Zugelemente für solche Aufzugsysteme.
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
Ein herkömmliches Traktionsaufzugsystem weist eine Kabine, ein Gegengewicht,
zwei oder mehr die Kabine und das Gegengewicht miteinander verbindende Seile, eine
Traktionsseilscheibe, um die Seile zu bewegen, und eine Maschine, um die Traktionsseilscheibe
zu drehen, auf. Die Seile sind aus gelegtem oder verdrilltem Stahldraht gebildet,
und die Seilscheibe ist aus Gusseisen gebildet. Die Maschine kann entweder eine
Getriebemaschine oder eine getriebelose Maschine sein. Eine Getriebemaschine erlaubt
die Verwendung eines Motors höherer Drehzahl, der kompakter und weniger kostenaufwändig
ist, aber zusätzliche Wartung und Platz benötigt.
Obwohl sich herkömmliche, runde Stahlseile und Gusseisenseilscheiben
als sehr zuverlässig und kosteneffektiv erwiesen haben, gibt es Beschränkungen bei
ihrem Einsatz. Eine solche Beschränkung sind die Traktionskräfte zwischen den Seilen
und der Seilscheibe. Diese Traktionskräfte können durch Steigern des Windungswinkels
der Seile oder durch Unterschneiden der Nuten in der Seilscheibe erhöht werden.
Beide Techniken reduzieren jedoch die Haltbarkeit der Seile als Ergebnis der gesteigerten
Abnutzung (Windungswinkel) oder des gesteigerten Seildrucks (Unterschneiden). Eine
andere Methode, um die Traktionskräfte zu steigern, ist, aus einem synthetischen
Material gebildete Einsätze in den Nuten der Seilscheibe zu verwenden. Die Einsätze
steigern den Reibungskoeffizienten zwischen den Seilen und der Seilscheibe, wobei
sie gleichzeitig die Abnutzung der Seile und der Seilscheibe minimieren.
Eine weitere Beschränkung beim Einsatz runder Stahlseile ist die Flexibilität
und die Ermüdungseigenschaften runder Stahldrahtseile. Aufzugsicherheitsbestimmungen
erfordern heute, dass jedes Stahlseil einen Minimaldurchmesser d (dmin
=8 mm für CEN; dmin=9,5 mm (3/8") für ANSI) hat und dass das D/d-Verhältnis
für Traktionsaufzüge größer oder gleich vierzig ist (D/d ≥ 40), wobei D der Durchmesser
der Seilscheibe ist. Dies führt dazu, dass der Durchmesser D für die Seilscheibe
mindestens 320 mm ist (380 mm für ANSI). Je größer der Seilscheibendurchmesser D
ist, desto größer ist das von der Maschine benötigte Drehmoment, um das Aufzugsystem
anzutreiben.
Ein weiterer Nachteil herkömmlicher, runder Seile ist, dass die Lebensdauer
des Seils umso kürzer ist, je höher der Seildruck ist. Seildruck (Prope)
wird erzeugt, wenn sich das Seil über die Seilscheibe bewegt und ist direkt proportional
zu dem Zug (F) in dem Seil und umgekehrt proportional zu dem Seilscheibendurchmesser
D und dem Seildurchmesser d (Prope ≈ F/(Dd)). Außerdem steigert die
Form der Seilscheibennuten einschließlich solche traktionserhöhender Techniken wie
Unterschneiden der Seilscheibennuten weiter den maximalen Seildruck, dem das Seil
unterzogen wird.
GB-A-2 134 209 offenbart ein flaches Seil für eine Windungsmaschine,
welches eine Mehrzahl von Stahlseilen aufweist, die in einem gummiartigen Material
eingeschlossen sind.
Ungeachtet des obigen Stands der Technik arbeiten Wissenschaftler
und Ingenieure unter der Leitung des Rechtsnachfolgers des Anmelders daran, effizientere
und haltbarere Verfahren und Vorrichtungen zu entwickeln, um Aufzugsysteme anzutreiben.
OFFENBARUNG DER ERFINDUNG
Gemäß der vorliegenden Erfindung ist ein Zugelement vorgesehen, wie
es in Anspruch 1 beansprucht ist. Dabei hat in Übereinstimmung mit der Erfindung
ein Zugelement für einen Aufzug ein Seitenverhältnis von größer als eins, wobei
das Seitenverhältnis definiert ist als das Verhältnis der Zugelementbreite w zu
der Dicke t (Seitenverhältnis = w/t).
Ein prinzipielles Merkmal der vorliegenden Erfindung ist die Flachheit
des Zugelements. Die Steigerung beim Seitenverhältnis führt zu einem Zugelement,
das eine Eingriffoberfläche hat, definiert durch die Breitendimension, die optimiert
ist, um den Seildruck zu verteilen. Daher ist der Maximaldruck in dem Zugelement
minimiert. Außerdem kann durch Steigern des Seitenverhältnisses relativ zu einem
runden Seil, das ein Seitenverhältnis gleich eins hat, die Dicke des Zugelements
reduziert werden, wobei eine konstante Querschnittsfläche des Zugelements aufrecht
erhalten bleibt.
Ferner weist gemäß der vorliegenden Erfindung das Zugelement eine
Mehrzahl von einzelnen Lasttragesträngen, Litzen und/oder Kabeln auf, die in einer
gemeinsamen Schicht einer Umhüllung eingeschlossen sind. Die Umhüllungsschicht trennt
die einzelnen Stränge, Litzen und/oder Kabel und definiert eine Eingrifffläche zum
Zusammenwirken mit einer Traktionsseilscheibe.
Aufgrund der Ausgestaltung des Zugelements kann der Seildruck gleichmäßiger
über das Zugelement verteilt werden. Als Ergebnis ist der maximale Seildruck wesentlich
reduziert, verglichen mit einem in einer herkömmlichen Weise mit einem Seil versehenen
Aufzug mit einer ähnlichen Lasttragekapazität. Außerdem ist der effektive Seildurchmesser
"d" (gemessen in der Biegungsrichtung) für die äquivalente Lasttragekapazität reduziert.
Daher können kleinere Werte für den Seilscheibendurchmesser "D" ohne eine Reduzierung
beim D/d-Verhältnis erreicht werden. Außerdem erlaubt ein Minimieren des Durchmessers
D der Seilscheibe die Verwendung weniger kostenintensiver, kompakterer Motoren hoher
Drehzahl als die Antriebsmaschine ohne die Notwendigkeit eines Getriebes.
Die Stränge, Litzen und/oder Kabel in dem Zugelement der Erfindung
sind Stahl- und organische Fasern und können in einer Anzahl von Kombinationen vorgesehen
sein. Die zwei Materialien können getrennt gehalten sein und einzelne Stahlstränge
und Stränge organischer Fasern in einem gemeinsamen Mantel aufweisen; die zwei Materialien
können in einem einzelnen Strang kombiniert sein, wobei eine Mehrzahl solcher Stränge
in dem gemeinsamen Mantel verteilt ist; die Materialien können umeinander in geordneten
Anordnungen innerhalb des gemeinsamen Mantels gewunden sein; und die organischen
Fasern können zufällig in dem gemeinsamen Mantel verteilt sein, wobei Stahlstränge
auch darin verteilt sind.
Jede der genannten Kombinationen sorgt für ein flexibles, flaches
Hybrid-Zugelement mit Stärken und Vorteilen, die bei flachen Zugelementen mit Stahlsträngen
oder flachen Zugelementen mit organischen Fasern nicht verfügbar sind. Vorteile
jedes Materials weisen für Stahl einzeln auf: zerstörungsfreie Prüfungsmöglichkeiten;
hohe Hitzewiderstandsfähigkeit; niedrige Dehnung. Und für organische Fasern: geringes
Gewicht und hohe Festigkeit; nicht anfällig auf Korrosion. Die Schaffung eines Zugelements,
das sowohl Stahl als auch organische Fasern effektiv einsetzt, wobei Last zwischen
den beiden aufgeteilt wird, führt zu einem Zugelement mit wesentlich verbessserten
Eigenschaften. Die vorliegende Erfindung sieht mehrere Ausführungsformen vor, die
den zwei Materialien erlauben, die "Last zu teilen", was eine Betrachtung der Lasttragefähigkeit
jedes der Typen von Materialien erfordert; die Langzeit-Biegungsermüdungswiderstandsfähigkeit
der einzelnen Materialien; die Dehnung jedes Materials und Seilnachführstabilität
erreichen solch synergistischen Nutzen.
Die vorangehenden und weitere Aufgaben, Merkmale und Vorteile der
vorliegenden Erfindung werden im Licht der nachfolgenden, detaillierten Beschreibung,
deren beispielhafter Ausführungsformen, wie sie in den begleitenden Zeichnungen
veranschaulicht sind, ersichtlicher.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
Es wird nun Bezug auf die Zeichnungen genommen, wobei ähnliche Elemente
in den mehreren Figuren gleich nummeriert sind:
1 ist eine perspektivische Ansicht eines
Aufzugsystems mit einem Traktionsantrieb, in dem das Zugelement der Erfindung funktioniert;
2 ist ein schematischer Querschnitt einer
ersten Ausführungsform eines flexiblen, flachen Hybrid-Zugelements der Erfindung;
3 ist ein schematischer Querschnitt einer
zweiten Ausführungsform eines flexiblen, flachen Hybrid-Zugelements der Erfindung;
4 ist ein schematischer Querschnitt einer
dritten Ausführungsform eines flexiblen, flachen Hybrid-Zugelements der Erfindung;
5 ist ein schematischer Querschnitt einer
vierten Ausführungsform eines gemischten, flexiblen, flachen Zugelements der Erfindung;
6 ist eine grafische Wiedergabe eines
Elastizitätsmoduls eines Zugelements der Erfindung; und
7 ist eine grafische Wiedergabe der Festigkeit
eines Zugelements der Erfindung.
BESTER MODUS ZUM AUSFÜHREN DER ERFINDUNG
In 1 ist ein Traktionsaufzugsystem
12 veranschaulicht. Das Aufzugsystem 12 weist eine Kabine
14, ein Gegengewicht 16, einen Traktionsantrieb 18 und
eine Maschine 20 auf. Der Traktionsantrieb 18 weist ein Zugelement
22, das die Kabine 14 und das Gegengewicht 16 verbindet,
und eine Traktionsseilscheibe 24 auf. Das Zugelement 22 wirkt
mit der Seilscheibe 24 zusammen, so dass eine Drehung der Seilscheibe
24 das Zugelement 22 und dadurch die Kabine 14 und das
Gegengewicht 16 bewegt. Die Maschine 22 wirkt mit der Seilscheibe
24 zusammen, um die Seilscheibe 24 zu drohen. Obwohl als eine
Getriebemaschine 20 veranschaulicht, sollte angemerkt werden, dass diese
Konfiguration nur zu veranschaulichenden Zwecken dient und die vorliegende Erfindung
mit Getriebemaschinen oder getriebelosen Maschinen verwendet werden kann.
Die Erfindung stellt ein flexibles, flaches Hybridmaterial-Zugelement
mit besseren Eigenschaften als flexible, flache Einzelmaterial-Zugelemente bereit.
Es sollte angemerkt werden, dass nicht alle möglichen Mischungen von Lasttragematerialien
ein synergistisches Ergebnis bei dem geschaffenen Zugelement liefern.
Vielmehr ist eine sorgfältige Analyse struktureller Lasttrageeigenschaften nötig,
um die zwischen den Typen von Lasttragematerialien ausgeübte Last auszubalancieren
und bessere Eigenschaften sowie exzellente Zugelementnachführstabilität zu erhalten.
Bezugnehmend auf 2 ist eine ersten Ausführungsform
eines flexiblen, flachen Hybrid-Zugelements der Erfindung schematisch im Querschnitt
veranschaulicht. Das Zugelement 22 weist einen gemeinsamen Urethan- oder
anderen Polymermantel 26 auf. Stahllasttragematerial befindet sich in mit
28 markierten Bereichen, wohingegen organisches Lasttragematerial als
30 identifiziert ist. Wie ein durchschnittlicher Fachmann erkennen wird,
ist das Lasttragematerial relativ gleichmäßig über die Breite des Zugelements
22 beabstandet. Es ist bevorzugbar, zwei Stahlstränge 28 Seite
an Seite an einer zentralen Stelle des Zugelements 22 vorzusehen, um die
Nachführung (tracking) Seite zu Seite auszubalancieren. Symmetrie ist an beiden
Seiten einer longitudinalen Mittellinie des Zugelements wichtig, um stabiles Nachführen
des Zugelements an einer Seilscheibe zu gewährleisten.
Die organischen Fasern 30 sind derart veranschaulicht, dass
sie einen größeren Querschnitt haben als die Stahlstränge 28, dies ist
aber nicht notwendig. Es ist vielmehr die Frage, welche Gewichtauslegung gewünscht
ist und welche Hitzewiderstandsfähigkeit gewünscht ist, sowie ähnliche Parameter.
Es wird dann eine mathematische Berechnung, die im Bereich der Fähigkeiten eines
gewöhnlichen Fachmanns durchführbar ist, ausgeführt, um den Betrag zu verwendender
organischer Faser und den Betrag zu verwendender Stahlstränge zu bestimmen. Die
Berechnungen werden eingesetzt, um zu gewährleisten, dass die Last zwischen den
verschiedenen Strängen in dem flachen Zugelement geteilt wird, was erlaubt, dass
die Vorteile und Eigenschaften eines jeden genutzt werden. Es ist auch wichtig,
dass die axiale Steifigkeit des Zugelements derart ist, dass bei jeder gegebenen
ausgeübten Last beide Typen von Strängen sich die elastische Reaktion des Zugelements
teilen. Die Verdrillung und der Aufbau dieser zwei Strangtypen kann derart gewählt
werden, dass diese Lastverteilung ermöglicht wird. Die Stränge ihrerseits sind nicht
in der Größe, Anzahl oder Verteilung (abgesehen von der Nachführung) beschränkt,
um dieses Ergebnis zu ermöglichen, noch ist es nötig, dass eine gleiche Anzahl von
Strängen organischer Faser und Stahlsträngen verwendet wird. Was wichtig ist, ist,
dass die Eigenschaften der zwei Strangtypen hinsichtlich der gewünschten Eigenschaften
des Zugelements ausgeglichen sind, so dass diese gewünschten Eigenschaften erreicht
werden können. Für jedes gewünschte Ergebnis ist mehr als eine Art des Auslegens
der Stränge und Dimensionen, etc., möglich. Es wird angemerkt, dass eine Verteilung
wichtig ist, um einen Nachführaspekt des Zugelements zu vereinfachen, und eines
der einfacher erreichbaren Verteilungsschemata zum geeigneten Nachführen ist eine
gleichmäßige Verteilung von Strangtypen über eine axiale Mittellinie des Zugelements.
Ein Parameter, der vorzugsweise zu kontrollieren ist, ist ein Verbiegen.
Es ist bevorzugbar, dass Stahlstränge vor organischen Strängen beim Biegen versagen,
so dass zerstörungsfreie Prüfverfahren eingesetzt werden können, um die Integrität
des Zugelements zu bestimmen. Solche Verfahren umfassen einen elektrischen Widerstand
oder eine Magnetflussleckage.
Bei einer weiteren Ausführungsform der Erfindung, bezugnehmend auf
3, ist jeder Strang des Zugelements 22 von
Hybrid-Natur. Dargestellt ist ein Zugelement im Querschnitt, wobei ein organisches
Fasermaterial sich in einem Ring 32 um einen Kern 34 aus Stahl
befindet. Obwohl das Zugelement mit Materialtypen in nur einer Art veranschaulicht
ist, ist es verständlich, dass das organische Fasermaterial den Kern ausmachen kann,
wobei Stahl für den ring verwendet wird. Es sollte auch angemerkt werden, dass nicht
alle der in der Ausführungsform verwendeten Stränge das gleiche Kernmaterial verwenden
müssen. Ein oder mehrere der Stränge können Stahl als Kern 34 verwenden,
während ein oder mehrere der Stränge organische Fasern als Kern verwenden können.
Die Verdrillung und der Aufbau jedes Strangs im Bereich des Rings und im Bereich
des Kerns beeinflussen die Eigenschaften des gesamten Zugelements, und dies muss
in Betracht gezogen werden. Einem gewöhnlichen Fachmann ist bewusst, wie die verschiedenen
möglichen Verdrillungen und der Aufbau zu berechnen sind, um zu den gewünschten
Eigenschaften des gesamten Zugelements zu gelangen. Der Grad, bis zu dem Elastomerpenetration
in die einzelnen Stränge gewünscht ist, sollte auch in Bezug auf die Position und
die Größe der verwendeten Stränge beachtet werden. Wenn die für die Stränge ausgewählten
Positionen Strang-zu-Strang-Kontakt aufweisen, muss auch Reibverschleiß beachtet
werden. In einem bevorzugten Aufbau für die Ausführungsform werden "s"- und "z"-Strangkonstruktionen
in gleicher Anzahl über die axiale Mittellinie des Zugelements verwendet.
In 4 der Erfindung ist eine weitere,
alternative Ausführungsform veranschaulicht. Die Figur ist eine vergrößerte Ansicht
von nur zwei Strängen 38, um den Aufbau jedes Strangs zu veranschaulichen.
In dieser Ausführungsform ist jeder Strang 38 aus mehreren Litzen aufgebaut,
z.B. neun (acht um eine), und jeder Strang ist von Hybrid-Natur. Die Stränge
40 in der Zeichnung sind derart dargestellt, dass sie einen organischen
Zentraldraht 42 und acht Stahldrähte 44, die darum herum positioniert
sind, haben. Sechs dieser Stränge werden dann um einen Zentralstrang
46 herum positioniert, um einen Hybrid-Strang 38 zu bilden. Es
ist verständlich, dass die Anordnung der Stahldrähte 44 und der organischen
Fasern 42 umgekehrt sein kann. Ähnliche Berechnungen, wie sie in den vorangehenden
Ausführungsformen genannt sind, müssen für diese Ausführungsform gemacht werden,
wobei solche Berechnungen im Bereich der Fähigkeiten des gewöhnlichen Fachmanns
liegen. Hybrid-Stränge sind auch dahingehend vorteilhaft, dass der spezielle Aufbau
der Stränge für spezifische Zwecke variieren kann. Beispielsweise werden, wenn eine
Kronseilscheibe (nicht gezeigt) bei einem speziellen Aufzugsystem verwendet wird,
bei dem das Zugelement verwendet wird, um ein Nachführen zu verbessern, die Stränge,
die nahe oder direkt über der Krone verlaufen, höher belastet als andere Stränge
in dem Zugelement. Die Hybrid-Stränge können dahingehend zugeschnitten werden, dass
sie die höhere Belastung bewältigen.
Nun bezugnehmend auf 5 wird noch eine
weitere Ausführungsform der Erfindung veranschaulicht. 5
ist eine vergrößerte Ansicht, die nur zwei Stränge zeigt. Es ist verständlich, dass
die Ausführungsform mehr Stränge enthalten kann. In dieser Ausführungsform sind
Stahlstränge 50 mit vorzugsweise sieben Drähten jeweils in einem Muster
von sechs um einen vorgesehen und sind nicht direkt Hybrid-Stränge. Vielmehr ist
das Zugelement 22 hybrid, da es in dem gemeinsamen Umhüllungsmaterial
28, welches die Stränge umgibt, einzelne organische Fasern 52
aufweist. Die Fasern 52 sind vorzugsweise parallel zu der Hauptachse des
Zugelements orientiert und über das Material 28 verteilt. Die Steifigkeit
der Stahlstränge 50 dieser Ausführungsform ist durch die Steifigkeit der
Stahldrähte gesteuert, wobei die organischen Fasern für ihre eigene Steifigkeit
sorgen. Das Material 28 in dieser Ausführungsform ist, wie in den vorangehenden
Ausführungsformen, vorzugsweise aus Polyurethan aufgebaut.
Für alle hierin zuvor beschriebenen Ausführungsformen kann das Elastizitätsmodul
des Zugelements gesteigert werden durch Steigern des darin verwendeten Volumenprozentanteils
von Stahl. Wie der Fachmann erkennt, basieren Modulberechnungen auf der "Regel der
Mischungen", d.h.:
E11 = Uf1E11f1 + Vf2E11f2
+ VmEm
wobei:
- E11 = longitudinales FFR-Modul
- E11f1 = longitudinales Modul von Faser 1
- E11f2 = longitudinales Modul von Faser 2
- Em = Matrixmodul
- Vf1 = Volumenprozent von Faser 1
- Vf2 = Volumenprozent von Faser 2
- Vm = Volumenprozent von Matrix 3
Die Änderung beim Elastizitätsmodul ist in 6
grafisch zu sehen.
Eine Berechnung einer Zugfestigkeit eines beispielhaften Zugelements
der Erfindung als Funktion des Stahl/organische Faser- (z.B. Kevlar) Anteils innerhalb
der gemeinsamen Umhüllung des Zugelements, d.h. der Polyurethanbeschichtung in einer
bevorzugten Ausführungsform, ist in 7 grafisch veranschaulicht,
wobei der Volumenprozentanteil von Stahl/Kevlar zu dem gemeinsamen Umhüllungsmaterial
bei 60 Vol.-% gehalten wird, aber der Prozentanteil von Stahl und Kevlar relativ
zueinander variiert wird.
Der genaue Kurvenänderungspunkt in dem Grafen ist bei 24% Stahl und
16% Kevlar 29. (Der Wert würde für Kevlar 49 variieren.) Rechts
des 24/16-Punkts dominiert Kevlar die Festigkeitskurve, und links dominiert Stahl
die Festigkeitskurve. Stahl versagt bei 2,0% Dehnung, wohingegen Kevlar bei 3,6%
Dehnung versagt. Wenn Stahl dominiert, bewirkt ein Versagen des Stahls aufgrund
von Dehnung, dass auch das Kevlar überlastet wird und versagt. Wenn Kevlar dominiert,
beeinflusst jedoch ein Stahlversagen bei 2,0% Dehnung nicht das Versagen des Kevlars,
welches bis 3,6% Dehnung hält.
An dem Übergangspunkt von 24/16 behält der Stahl ausreichend Festigkeit
in dem Zugelement für einen Betriebseinsatz eines Aufzugsystems, welches ein solches
Zugelement einsetzt, nachdem das Kevlarmaterial sich verschlechtert hat, versagt
hat oder zerstört wurde. Um dieses Ergebnis für verschiedene Volumenprozentanteile
von Strangmaterial zu Unhüllungsmaterial zu erhalten, dient die Gleichung:
VS ≥ (&sgr;k/&sgr;s) Vk
wobei
- VS = Volumenprozentanteil von Stahldrähte
- Vk = Volumenprozentanteil von Kevlar
- &sgr;s = Zugfestigkeit von Stahl
- &sgr;k = Zugfestigkeit von Kevlar
Obwohl bevorzugte Ausführungsformen gezeigt und beschrieben wurden,
können verschiedene Modifikationen und Ersetzungen daran durchgeführt werden, ohne
von dem Gedanken und dem Umfang der Erfindung abzuweichen. Dementsprechend ist verständlich,
dass die vorliegende Erfindung im Wege von Veranschaulichungen und nicht von Beschränkungen
beschrieben wurde.