Die vorliegende Erfindung betrifft ein stereoselektives Verfahren
zur Herstellung von Budesonid, einem Glucocorticoid mit entzündungshemmender Wirkung,
in Form des 22R-Epimers, welches pharmakologisch wirksamer ist als das entsprechende
22S-Epimer.
Stand der Technik
Aufgrund der Gegenwart eines Acetalkohlenstoffatoms in der C22-Position
existiert Budesonid, d. i. [16&agr;,17-Butylidendioxy-11&bgr;,21-dihydroxy-1,4-pregnadien-3,20-dion]
in Form eines Epimers in der C22-Position. Das 22R-Epimer von Budesonid, welches
manchmal als Epimer B bezeichnet wird, ist aus pharmakologischer Sicht die wirksamste
Form.
Daher wurden fortwährende Anstrengungen unternommen, ein stereoselektives
Verfahren zur Herstellung des 22R-Epimers wie auch Trennungsverfahren zur Isolierung
von hochreinem 22R-Budesonid aus Mischungen zu entwickeln, die aus nichtstereoselektiven
Verfahren erhalten wurden und sowohl das 22R- wie auch das 22S-Epimer enthalten.
EP 569 369 beschreibt ein Verfahren
zur Herstellung von 22R-Budesonid ausgehend von 11&bgr;,16&agr;,17&agr;,21-Tetrahydroxy-1,4-pregnadien-3,2-dion-21-acetat
durch Behandlung mit Butyraldehyd in 70–80%iger wässriger HF, gefolgt von
einer Hydrolyse des Acetats zu Budesonid.
EP-A-164 636 beschreibt die Herstellung von Budesonid und von strukturell
korrelierten 16,17-Pregnanacetalen in Form von Mischungen, in welchen das R-Epimer
überwiegt, durch Transketalisierung der entsprechenden 16&agr;,17&agr;-Acetonide
(oder 16,17-Diole) von 16&agr;-Hydroxyprednisolon mit Butyraldehyd in wässriger
HF oder HCl in Konzentration von nicht mehr als 90%.
Die Verwendung der hochkorrosiven HF erfordert eine spezielle Ausrüstung,
was höhere Verfahrenskosten mit sich bringt; darüber hinaus führt sie zu ernsthaften
Umweltproblemen in Bezug auf die Entsorgung, insbesondere wenn HF in sehr hohen
Konzentrationen verwendet wird, wie in den Verfahren, die in EP
569 369 und EP-A-164 636 beschrieben werden.
Wie sich aus den Beispielen von EP-A-164 636 schließen lässt, werden
stets Mischungen der beiden Epimere erhalten, in welchen das R-Epimer niemals 90%
übersteigt. Wenn in Gegenwart von wässriger HCl gearbeitet wird, verbessert sich
die Ausbeute nicht und das erhaltene Produkt ist weniger rein.
EP-A-262 108 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung einer Epimerenmischung
von 11&bgr;-Hydroxy-16,17-acetalen von Pregnanderivaten durch Reaktion der entsprechenden
16,17-Diole oder 16,17-Acetonide mit Carbonylverbindungen in Gegenwart saurer Katalysatoren,
vorzugsweise Perchlorsäure, in einem Kohlenwasserstofflösungsmittel, z. B. Isooctan,
oder einem halogenierten Kohlenwasserstofflösungsmittel, wie Chloroform oder Methylenchlorid.
EP-A-262 108 beschreibt auch ein Verfahren zur Herstellung von vorwiegend
dem 22R-Epimer: die Reaktion wird in Gegenwart großer Mengen (etwa dem 20fachen
an Gewicht bezogen auf die organischen Verbindungen) eines granulierten Materials
(z. B. Sand oder einem keramischen Material) in feinen Partikeln ausgeführt. Jedenfalls
wird die Reaktion in Gegenwart eines der vorgenannten Lösungsmittel ausgeführt,
deren Verwendung aufgrund ihrer Toxizität zu vermeiden ist.
GB 1 429 922 beschreibt die Synthese von Budesonid und seinen strukturellen
Analoga durch Behandlung der entsprechenden 16&agr;,17&agr;-Diole von 11&bgr;,21-Dihydroxy-1,4-pregnadien-3,20-dionen
mit Aldehyden in Dioxan in Gegenwart von Perchlorsäure. Dieses Verfahren ergibt
Mischungen aus Epimeren in der C22-Position: ihre Trennung ist schwer ausführbar
und kann nur durch Techniken wie Gelfiltration, wie in USP 3 928 326 oder in GB
1 428 416 beschrieben, erhalten werden, welche nur schwer auf einen größeren Maßstab
gebracht werden können.
EP-A-508 900 beschreibt die Transketalisierung und Dehalogenierung
von 9&agr;-Halodesonid-11&bgr;-formyloxy-Verbindungen.
Daher besteht noch immer Bedarf an einem stereoselektiven Verfahren
zur Herstellung des 22R-Epimers von Budesonid, welches keine zeitaufwändigen und
teuren Reinigungsverfahren erfordert und frei von den Nachteilen der Verfahren nach
dem Stand der Technik ist.
Zusammenfassung der Erfindung
Der Anmelder war überraschenderweise erfolgreich beim Erhalt des 22R-Epimers
von Budesonid mit einer Reinheit von mehr als 90% durch Transketalisierung eines
bestimmten Substrats, dem Desonid-Derivat mit der im Folgenden abgebildeten Formel
(II) mit Butyraldehyd in Gegenwart einer wässrigen Halogenwasserstoffsäure, ausgewählt
aus HBr und HI. Gegebenenfalls kann das Reaktionsprodukt durch eine oder mehrere
Rekristallisationsverfahren weiter an gewünschtem 22R-Epimer angereichert
werden.
Der Anmelder hat darüber hinaus unerwarteterweise gefunden, dass das
Verhältnis zwischen den Epimeren in der C22-Position im Wesentlichen unverändert
bleibt, wenn das vorgenannte Reaktionsprodukt einer Dehalogenierung unterzogen wird,
um das endgültige Budesonid mit der unten gezeigten Formel (I) zu ergeben.
Daher ist ein stereoselektives Verfahren zur Herstellung von Budesonid
in Form seines 22R-Epimers mit einer Reinheit von mehr als 90% ein Gegenstand der
vorliegenden Erfindung, wobei genanntes Verfahren die folgenden Schritte umfasst:
a) stereoselektive Transketalisierung des Desonid-Derivats mit der Formel (II)
wobei Y ausgewählt wird aus Br und I, durch Reaktion mit Butyraldehyd in einer wässrigen
Halogenwasserstoffsäure, ausgewählt aus HBr und HI, um die Verbindung mit der Formel
(III) zu ergeben
wobei Y die oben genannte Bedeutung hat;
b) Behandlung von 9&agr;-Brombudesonid oder 9&agr;-Iodbudesonid der Formel (III)
aus Schritt a) mit einem dehalogenierend wirkenden Mittel, um Budesonid mit der
Formel (I) zu ergeben.
Merkmale und Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens werden im Detail
in der folgenden Beschreibung näher ausgeführt.
Detaillierte Beschreibung der Erfindung
Das vorliegende Verfahren ermöglicht den Erhalt von Budesonid mit
einem R/S-Epimerverhältnis an der C22-Position von mehr als 90 : 10.
Insbesondere hat der Anmelder gefunden, dass unter Transketalisierungsverhältnissen
in wässriger HBr oder HI gemäß der vorliegenden Erfindung Budesonid mit einem R/S-Verhältnis
von mehr als 90 : 10 im Allgemeinen in einem Zeitraum von weniger als 10 Stunden
gebildet wird.
Verglichen mit der Transketalisierung in wässriger HF nach dem Stand
der Technik, ist die erfindungsgemäße Reaktion in wässriger HBr oder HI überraschend
vorteilhaft, da sie hochreines 22R-Budesonid in hohen Ausbeuten ergibt und, dank
der geringeren Auswirkung auf die Umwelt und des höheren Lösungsvermögens von wässriger
HBr, eine größere Zuverlässigkeit und Sicherheit des Verfahrens im industriellen
Maßstab sichert. Der Stand der Technik vermutete demgegenüber ein vermindertes Leistungsvermögen
der Halogenwasserstoffsäure von HF zu Säuren mit höheren Molekulargewichten.
Gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird in Schritt
a) als Transketalisierungssubstrat ein Halohydrin mit der Formel (II) verwendet,
in welchem Y ausgewählt wird aus Br und I, welches leicht aus kommerziellen Produkten
hergestellt werden kann, um die entsprechenden Verbindungen mit der Formel (III)
zu erhalten, 9&agr;-Brombudesonid oder 9&agr;-Iodbudesonid, welche einer Dehalogenierung
in Schritt b) unterzogen werden, um Budesonid mit der Formel (I) zu ergeben.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
besteht das Transketalisierungssubstrat aus der Verbindung mit der Formel (II),
in welcher Y Br ist, d. i. 9&agr;-Bromdesonid.
Schritt a) wird ausgeführt, indem das Substrat mit der Formel (II)
mit Butyraldehyd in einem Molverhältnis von vorzugsweise zwischen 1 : 1 und 1 :
5, und mehr bevorzugt zwischen 1 : 3 und 1 : 4, ausgedrückt als Mol an Aldehyd bezogen
auf die Mole an Substrat mit der Formel (II), zur Reaktion gebracht wird.
Genannter Schritt a) wird in Gegenwart einer wässrigen Halogenwasserstoffsäure,
ausgewählt aus HBr und HI, in einer Konzentration zwischen 20 Gew.-% und 70 Gew.-%
ausgeführt. Vorzugsweise wird wässrige HBr in einer Konzentration von ungefähr 48%
bis 62%, typischerweise von etwa 48%, oder wässrige HI in einer Konzentration von
ungefähr 47% bis 67%, typischerweise von etwa 55% bis 57% verwendet, was Produkten
entspricht, die kommerziell erhältlich sind.
Die Transketalisierungsreaktion aus Schritt a) wird vorzugsweise bei
einer Temperatur zwischen 10°C und 20°C, mehr bevorzugt bei 20°C ausgeführt.
Genannte Reaktion wird unter Verwendung von 1 bis
20 Volumenteilen wässriger HBr oder HI pro Gewichtsteil Substrat mit der Formel
(II) ausgeführt.
Gemäß einer typischen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird
die Transketalisierung ausschließlich in wässriger Halogenwasserstoffsäure als Reaktionslösungsmittel
ausgeführt; jedenfalls können gegebenenfalls auch andere gut mit Wasser mischbare
organische Lösungsmittel zugegeben werden.
Schritt a) ergibt 9&agr;-Brombudesonid oder 9&agr;-Iodbudesonid mit
der Formel (III) mit einem R/S-Verhältnis der Epimere an C22-Position von etwa 90
: 10, mit Reaktionszeiten kürzer als 10 Stunden, vorzugsweise von etwa 5 Stunden.
Das Produkt mit der Formel (III) wird typischerweise von der Reaktionsmischung
durch Fällung in Wasser isoliert, das auf eine Temperatur zwischen 0°C und 5°C
vorgekühlt wurde, in einer Menge vongleich 10 Volumenteilen bezogen auf das Volumen
der Reaktionsmischung.
Im Hinblick auf eine Anreicherung des Produktes aus Schritt a) an
gewünschtem 22R-Epimer, kann das Produkt durch eine oder mehrere Kristallisationsschritte
aus einem geeigneten Lösungsmittel oder aus Lösungsmittelmischung gereinigt werden.
Das vorzugsweise bei der Kristallisation der Verbindung mit der Formel
(III) verwendete Lösungsmittel wird ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Wasser,
Methylalkohol, Methylenchlorid, Tetrahydrofuran, Diisopropylether und Mischungen
davon.
Die Temperatur, bei welcher das zu reinigende Produkt erneut gelöst
wird, beträgt vorzugsweise zwischen 20°C und 40°C.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
wird das Produkt aus Schritt a) durch Kristallisation aus Methylalkohol/Wasser bei
einer Temperatur zwischen 20°C und 40°C gereinigt.
Das gegebenenfalls durch Kristallisation gereinigte Produkt aus Schritt
a) wird dann in Schritt b) einer Dehalogenierung unterzogen, um das entsprechende
Produkt mit der Formel (I) zu ergeben.
Das Verhältnis der C22-Budesonidepimere, welches bei der Transketalisierung
in Schritt a) in wässriger HBr oder HI erreicht wurde, wird unerwarteterweise bei
der Dehalogenierung in Schritt b) zumindest erhalten oder sogar noch um etwa 1%
zugunsten des 22R-Epimers verbessert.
Die Dehalogenierungsreaktion in Schritt b) wird typischerweise bei
einer Temperatur von 50°C bis 70°C ausgeführt.
Das Dehalogenierungsmittel ist typischerweise ein Organozinnhydrid
wie Tributylzinnhydrid, welches typischerweise in Gegenwart eines Radikalstarters,
z. B. &agr;,&agr;'-Azoisobuttersäurenitril oder Benzoylperoxid, im Allgemeinen in
einem etherischen Lösungsmittel, z. B. Isopropylether, Ethylether, Tetrahydrofuran,
oder in Ethylacetat, Acetonitril oder in einem aromatischen Lösungsmittel, z. B.
Toluol, oder in einem aprotischen polaren Lösungsmittel, z. B. Dimethylformamid,
durchgeführt.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
wird in Schritt b) Tributylzinnhydrid in Gegenwart von &agr;,&agr;'-Azoisobuttersäurenitril
verwendet, das Lösungsmittel ist Tetrahydrofuran und die Temperatur liegt zwischen
50°C und 70°C.
Die Stereochemie des Intermediats mit der Formel (III) und des Endproduktes
mit der Formel (I) wie auch der Produkte, die gegebenenfalls durch die Reinigungsbehandlung
erhalten wurden, wurde mittels HPLC-Analyse in einer geeigneten Säule ermittelt.
Die folgenden Beispiele sind zur Erläuterung der vorliegenden Erfindung
aufgeführt und nicht zu deren Einschränkung.
Beispiel 1Herstellung von 9&agr;-Brombudesonid der Formel (III) ausgehend
von 9&agr;-Bromdesonid mit der Formel (II)
a) Transketalisierung: 9&agr;-Bromdesonid (27 g) wurde unter Rühren
bei einer Temperatur von 10°C zu einer Mischung bestehend aus 48%iger wässriger
Bromwasserstoffsäure (270 ml) und Butyraldehyd (21,6 ml) gegeben. Die Reaktion wurde
6 Stunden lang fortgeführt. Die Reaktionsmasse wurde in auf 5°C vorgekühltes
Wasser (2.700 ml) gegossen, um eine Suspension zu ergeben, aus welcher ein Feststoff
mittels Filtration abgetrennt wurde.
Reinigung: Der Feststoff wurde bei 40°C in Diisopropylether zerkleinert
(270 ml). Das zerkleinerte Produkt wurde in Methanol (400 ml) bei 40°C gelöst
und erneut durch Zugabe von Wasser (400 ml) ausgefällt. Dieser Vorgang wurde zweimal
wiederholt. Der Feststoff wurde anschließend in einer Mischung aus Ethylacetat (50
ml) und Tetrahydrofuran (150 ml) gelöst, welches vorher über Aktivkohle (2 g) entfärbt
wurde. Die resultierende Lösung wurde im Vakuum auf ein Volumen von 40 ml eingeengt.
Der Feststoff wurde mittels Zugabe von Diisopropylether (200 ml) gefällt; anschließend
wurde er abfiltriert und im Vakuum bei 40°C getrocknet.
16,5 g 9&agr;-Brombudesonid (Ausbeute 59%) mit einem R/S-Verhältnis
von 95 : 5 wurde erhalten.
Beispiel 2Herstellung von 9&agr;-Brombudesonid (III) ausgehend von
9&agr;-Bromdesonid (II)
a) Transketalisierung: 9&agr;-Bromdesonid (30 g) wurde unter Rühren
bei einer Temperatur von 20°C zu einer Mischung bestehend aus 48%iger wässriger
Bromwasserstoffsäure (300 ml) und Butyraldehyd (24 ml) gegeben. Die Reaktion wurde
4 Stunden lang fortgeführt. Die Reaktionsmasse wurde in auf 5°C vorgekühltes
Wasser (3.000 ml) gegossen, um eine Suspension zu ergeben, aus welcher ein Feststoff
mittels Filtration abgetrennt wurde.
Reinigung: Der Feststoff wurde in Tetrahydrofuran gelöst (150 ml)
bei 40°C, im Vakuum eingeengt, um ein Öl zu erhalten, zu welchem Diisopropylether
(150 ml) gegeben wurden. Durch Filtration wurde ein Produkt erhalten, welches dann
erneut bei 40°C in Methanol (550 ml) gelöst und durch Zugabe von Wasser (550
ml) erneut ausgefällt wurde. Filtration und Trocknen im Vakuum bei 40°C ergaben
19 g 9&agr;-Brombudesonid (Ausbeute = 62%) mit einem R/S-Verhältnis von 97 : 3.
Beispiel 3Herstellung von 9&agr;-Brombudesonid (III) ausgehend von
9&agr;-Bromdesonid (II)
a) Transketalisierung: 9&agr;-Bromdesonid (53 g) wurde unter Rühren
bei einer Temperatur von 20°C zu 48%iger wässriger Bromwasserstoffsäure (530
ml) gegeben. Anschließend wurde Butyraldehyd (42,4 ml) tropfenweise zugegeben. Die
Mischung wurde 2,5 Stunden lang zur Reaktion gebracht. Die Reaktionsmasse wurde
in auf 5°C vorgekühltes Wasser (4.000 ml) gegossen, um eine Suspension zu ergeben,
aus welcher ein Feststoff mittels Filtration abgetrennt wurde.
Reinigung: Der Feststoff wurde in Methylenchlorid (500 ml) bei 40°C
gelöst und mittels Zugabe von Wasser bei Raumtemperatur erneut ausgefällt, gefolgt
von einem Einengen im Vakuum auf ein kleines Volumen und Zugabe von Diisopropylether
(500 ml). Der Feststoff wurde mittels Filtration abgetrennt und bei 40°C in
einer Mischung aus Methylenchlorid (600 ml) und Methanol (15 ml) erneut gelöst.
Nach dem Einengen der Mischung unter Vakuum auf ein kleines Volumen wurde Diisopropylether
(380 ml) zugegeben. Der so erhaltene Feststoff wurde abfiltriert und unter Vakuum
bei 40°C getrocknet, um 32,4 g 9&agr;-Brombudesonid (Ausbeute = 59%) mit einem
R/S-Epimerverhältnis von 97 : 3 zu ergeben.
Beispiel 4
b) Debromierung: 9&agr;-Brombudesonid (32,4 g), hergestellt wie in
Beispiel 3 beschrieben, wurde in Tetrahydrofuran (324 ml) gelöst. Anschließend wurden
Tributylzinnhydrid (17,8 ml) und &agr;,&agr;'-Azoisobuttersäurenitril (0,32 g) zugegeben
und die Reaktionsmischung wurde 16 Stunden lang unter Rückfluss erhitzt. Nachdem
das 9&agr;-Brombudesonid vollständig verschwunden war, wie mittels HPLC nachgewiesen,
wurde die Mischung im Vakuum eingeengt, mit Diisopropylether (250 ml) verdünnt,
auf 10°C abgekühlt und filtriert. Das feste Produkt wurde mit Diisopropylether
gewaschen und schließlich an der Luft getrocknet.
24 g Budesonid (Ausbeute = 88%) mit einem R/S-Epimerverhältnis von
98 : 2 wurde erhalten.
Anspruch[de]
Ein stereoselektives Verfahren zur Herstellung von Budesonid in Form
seines 22R-Epimers, wobei dieses Verfahren die folgenden Schritte umfasst:
a) stereoselektive Transketalisierung des Desonidderivats mit der Formel II
wobei Y ausgewählt wird aus Br und I, durch Reaktion mit Butyraldehyd in Gegenwart
einer Halogenwasserstoffsäure, ausgewählt aus wässrigem HBr und HI, um eine Verbindung
mit der Formel III zu ergeben, wobei Y die obenstehende Bedeutung besitzt;
b) Behandlung von 9&agr;-Brombudesonid oder 9&agr;-Iodbudesonid der Formel III aus
Schritt a) mit einem dehalogenierendem Reagenz, um Budesonid zu erhalten.
Das Verfahren gemäß Anspruch 1, wobei das Molverhältnis von Butyraldehyd/9&agr;-Bromdesonid
oder von Butyraldehyd/9&agr;-Ioddesonid in Schritt a) zwischen 1 : 1 und 1 : 5 liegt.
Das Verfahren gemäß Anspruch 2, wobei das Molverhältnis zwischen 1
: 3 und 1 : 4 liegt.
Das Verfahren gemäß Anspruch 1, wobei die Konzentration der wässrigen
Halogenwasserstoffsäure in Schritt a) zwischen 20 Gew.-% und 70 Gew.-% beträgt.
Das Verfahren gemäß Anspruch 4, wobei die Konzentration 48 Gew.-% beträgt,
wenn die Halogenwasserstoffsäure wässrige HBr ist, oder die Konzentration 55 Gew.-%
bis 57 Gew.-% beträgt, wenn die Halogenwasserstoffsäure wässriges HI ist.
Das Verfahren gemäß Anspruch 1, wobei Schritt a) mit 1 bis 20 Volumenteilen
wässriger HBr oder HI pro Gewichtsteil Substrat ausgeführt wird.
Das Verfahren gemäß Anspruch 1, wobei Schritt a) bei einer Temperatur
von 10°C bis 20°C ausgeführt wird.
Das Verfahren gemäß Anspruch 1, wobei Schritt a) mit einer Reaktionszeit
von 2 bis 10 Stunden ausgeführt wird.
Das Verfahren gemäß Anspruch 1, wobei die Produkte 9&agr;-Brombudesonid
oder 9&agr;-Iodbudesonid aus Schritt a) durch Umkristallisation aus einem Lösungsmittel,
ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Wasser, Methanol, Methylenchlorid, Tetrahydrofuran,
Diisopropylether und Mischungen daraus, gereinigt wird.
Das Verfahren gemäß Anspruch 9, wobei das Lösungsmittel eine Methanol/Wasser-Mischung
ist.
Das Verfahren gemäß Anspruch 1, wobei der Dehalogenierungsschritt
b) bei einer Temperatur von 50 bis 70°C ausgeführt wird.
Das Verfahren gemäß Anspruch 1, wobei Schritt b) mit einem Organozinnhydrid
in Gegenwart eines Radikalstarters ausgeführt wird.
Das Verfahren gemäß Anspruch 12, wobei das Organozinnhydrid Tributylzinnhydrid
und der Radikalstarter &agr;,&agr;'-Azoisobuttersäurenitril ist.