| Dokumentenidentifikation |
DE10337901A1 24.03.2005 |
| Titel |
Verfahren und Vorrichtung zur Synthese von Ammoniak und Verfahren zur Reinigung von Abgasen einer Brennkraftmaschine |
| Anmelder |
AUDI AG, 85057 Ingolstadt, DE |
| Erfinder |
Kutschera, Immanuel, 74196 Neuenstadt, DE; Kamm, Stefan, Dr., 82467 Garmisch-Partenkirchen, DE; Mayer, Jörg, Dr., 76703 Kraichtal, DE; Burkardt, Armin, Dr., 63755 Alzenau, DE |
| DE-Anmeldedatum |
18.08.2003 |
| DE-Aktenzeichen |
10337901 |
| Offenlegungstag |
24.03.2005 |
| Veröffentlichungstag im Patentblatt |
24.03.2005 |
| IPC-Hauptklasse |
C01C 1/04
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| IPC-Nebenklasse |
B01D 53/94
F01N 3/08
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| Zusammenfassung |
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Synthese von Ammoniak aus Kohlenwasserstoffen und Luft (34), bei dem die Kohlenwasserstoffe und die Luft (34) in einem Reformerprozess zu einem wasserstoff-, kohlenmonoxid- und stickstoffhaltigen Reformatgas (30) umgewandelt werden, und bei dem zumindest Teile dieses Reformatgases (30) anschließend durch eine plasmakatalytische Reaktion in Ammoniak umgewandelt werden. Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zur Reinigung von Abgasen (48) einer Brennkraftmaschine (10), bei dem die in den Abgasen (48) enthaltenen Stickoxide unter Zusetzung von Ammoniak selektiv katalytisch reduziert werden, und bei dem das Ammoniak zur selektiven katalytischen Selektion mit einem Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 15 aus Luft (34) und aus Kohlenwasserstoffen synthetisiert wird. Die Erfindung betrifft schließlich eine Vorrichtung zur Ammoniaksynthese, mit einem Reformer (38) zur Umsetzung von Luft (34) und Kohlenwasserstoffen zu einem wasser-, kohlenmonoxid- und stickstoffhaltigen Reformatgas (30), und mit einem Plasmareaktor (28) zur plasmakatalytischen Reaktion des Reformatgases (30) unter Bildung von Ammoniak.
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| Beschreibung[de] |
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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Synthese von Ammoniak mit
den Merkmalen des Patentanspruchs 1, ein Verfahren zur Reinigung von Abgasen einer
Brennkraftmaschine mit den Merkmalen des Anspruchs 16 sowie eine Vorrichtung zur
Ammoniaksynthese mit den Merkmalen des Anspruchs 17.
Die weltweit steigenden Verkehrsbelastungen und die daraus notwendigen
schärfer werdenden Abgasgesetzgebungen für Verbrennungsmotoren bedingen intensivere
Maßnahmen zur Entgiftung der Abgase. Insbesondere hinsichtlich der Stickoxidanteile
des Abgases sind außermotorische bzw. den Motoren nachgeschaltete Einrichtungen
zur Reduktion der Stickoxide erforderlich. Bei Brennkraftmaschinen mit Selbstzündung
(Dieselmotoren) und solchen mit Fremdzündung (sog. Magermixmotoren) verhindern die
hohen Sauerstoffkonzentrationen im Abgas eine Umsetzung der Stickoxide durch Reduktion
zu Stickstoff. Eine Möglichkeit zur Stickoxidreduktion stellt die sogenannte selektive
katalytische Reduktion (SCR) mittels kontinuierlicher Zuführung von Ammoniak (NH3)
zum Abgasstrom dar.
Aufgrund seiner Toxizität kann Ammoniak im Fahrzeug jedoch nicht in
größeren Mengen mitgeführt werden. Dem Fachmann sind deshalb Verfahren bekannt,
die es erlauben, eine Ammoniakvorstufe in fester oder flüssiger Form im Fahrzeug
mitzuführen. Als solche Ammoniakvorstufen kommen bspw. Harnstoff oder Ammoniumcarbamat
in Frage. Ein entscheidender Nachteil hierbei ist, dass durch den begrenzt verfügbaren
Stauraum nur eine unzureichende Menge an Ammoniakbildner im Fahrzeug mitgeführt
werden kann. Diese Menge reicht typischerweise nicht für eine gesamte Fahrzeuglebensdauer
aus. Eine Wiederbefüllung durch den Betreiber kann nicht in allen Fällen gewährleistet
werden. Eine Synthese von Ammoniak im Fahrzeug (Onboard-Synthese) wäre dementsprechend
wünschenswert.
Aus der DE 196 16 197 C2
ist ein Verfahren zur Behandlung von Abgasen einer Brennkraftmaschine bekannt, bei
dem die Abgase zwischen flächige Elektroden geleitet wird, die einen Reaktor zur
dielektrisch behinderten Gasentladung (sog. Barriereentladung) bilden. Die Gasentladung
brennt hierbei transversal zwischen den Elektroden, zwischen denen das Abgas in
longitudinaler Richtung hindurch geleitet wird. In einzelnen räumlichen Bereichen
des Reaktors wird mittels thermischer Maßnahmen eine höhere Konzentration von Komponenten
aus dem Abgas erzeugt als im übrigen Reaktor.
Die DE 199 03 533 A1
beschreibt ein Verfahren zur selektiven katalytischen Reduktion der in einem mageren
Abgas einer Verbrennungskraftmaschine mit einem oder mehreren Zylindern enthaltenen
Stickoxide durch Reduktion der Stickoxide mittels Ammoniak an einem Reduktionskatalysator.
Bei diesem Verfahren wird zunächst ein fetter Gasstrom mit einer Luftzahl keiner
als 1 erzeugt, wonach im fetten Gasstrom Ammoniak durch Reaktion seiner Komponenten
untereinander gebildet wird. Das magere Abgas wird anschließend mit dem fetten Gasstrom
zusammen geführt. Schließlich erfolgt eine Reduktion der im mageren Abgas enthaltenen
Stickoxide am Reduktions-Katalysator unter Verwendung des gebildeten Ammoniaks als
Reduktionsmittel.
Aus der DE 199 51 976 A1
ist schließlich ein Verfahren zur plasmakatalytischen Erzeugung von Ammoniak bekannt,
bei dem ein Stickstoff und Wasserdampf enthaltender Gasstrom durch eine elektrisch
Gasentladung geführt wird, in deren Entladungsraum ein Katalysator angeordnet ist,
welcher eine katalytisch aktive Komponente aus wenigstens einem Metall der Gruppe
Titan, Zirkon, Hafnium, Vanadium, Niob, Tantal, Chrom, Molybdän, Wolfram, Eisen,
Ruthenium, Osmium, Kobalt, Rhodium, Iridium, Nickel, Palladium, Platin, Mangan und
Kupfer auf einem Trägermaterial enthält.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein einfaches
und effektives Verfahren bzw. eine einfach aufgebaute Vorrichtung zur Ammoniaksynthese
zur Verfügung zu stellen. Das Verfahren und die Vorrichtung können sich insbesondere
für einen Einsatz in Kraftfahrzeugen eignen, um dessen Abgase effektiv reinigen
zu können.
Diese Aufgabe wird mit den Gegenständen der unabhängigen Ansprüche
gelöst. Merkmale vorteilhafter Weiterbildungen ergeben sich aus den jeweiligen abhängigen
Ansprüchen.
Ein erfindungsgemäßes Verfahren zur Synthese von Ammoniak aus Kohlenwasserstoff
und Luft sieht eine Umwandlung der Kohlenwasserstoffe und Luft in einem Reformerprozess
zu einem wasserstoff-, kohlenmonoxid- und stickstoffhaltigen Reformatgas und eine
anschließende plasmakatalytische Reaktion und Umwandlung in Ammoniak von zumindest
Teilen dieses Reformatgases vor. Mit einer solchen plasmakatalytischen Reaktion
können unabhängig von einer Abgastemperatur im Fahrzeug hohe Ammoniakbildungsraten
erreicht werden. Die Reformertechnologie zur Umwandlung von Kohlenwasserstoffen
und Luft in Reformatgas, das sich zur Bildung von Ammoniak eignet, ist bereits aus
der Brennstoffzellenentwicklung bekannt. Das Verfahren zur plasmakatalytischen Erzeugung
von Ammoniak in der sauerstoffarmen Umgebung eines durch einen Reformerprozess
erzeugten Gasgemisches aus Wasserstoff, Stickstoff, Kohlenmonoxid und Kohlendioxid
oder Kombinationen davon, ermöglicht die Bereitstellung einer Ammoniakquelle zur
Unterstützung der selektiven katalytischen Reduktion der Stickoxidemissionen eines
Verbrennungsmotors mit einem oder mehr Brennräumen.
Das Reformatgas kann insbesondere aus einer katalytisch-partiellen
Oxidation der Kohlenwasserstoffe mit Luftsauerstoff gewonnen werden. Die zur Erzeugung
des Reformatgases verwendete Luft kann bspw. aus der Umgebungsluft oder auch aus
den Abgasen einer Brennkraftmaschine gewonnen werden. Insbesondere Brennkraftmaschinen
mit Selbstzündung weisen typischerweise im Abgas ausreichend hohe Sauerstoffkonzentrationen
auf, die zur Verwendung im erfindungsgemäßen Reformerprozess ausreichen können.
Insbesondere bei Dieselmotoren sind abhängig vom Betriebszustand des Motors die
Sauerstoffanteile im Abgas ausreichend, um den Reformer ausschließlich mit sogenanntem
AGR-Gas zu betreiben, das aus einer Abgasrückführung stammt. Bei Brennkraftmaschinen
mit Fremdzündung (Ottomotoren) kann es ausreichen, einen Abgasteilstrom mit Frischluft
zu vermischen.
Die zur Erzeugung des Reformatgases verwendeten Kohlenwasserstoffe
können aus Kraftstoff, insbesondere aus Diesel- oder Ottokraftstoff gewonnen werden.
Zur plasmakatalytischen Synthese von Ammoniak ist es unabdingbar, dass das Synthesegas
am Reaktoreintritt keinen molekularen Sauerstoff enthält und aus den Hauptkomponenten
Stickstoff und Wasserstoff besteht. Zusätzlich können die Komponenten Kohlenmonoxid,
Kohlendioxid und Wasserdampf enthalten sein, sowie kleinere Anteile an Methan und
längerkettigen Kohlenwasserstoffen. Dieses Gasgemisch wird in einem Reformer aus
Kohlenwasserstoffen bedarfsgesteuert erzeugt. Im Kohlenwasserstoff-Reformer wird
der Kraftstoff zusammen mit Luft und ggf. Wasser zu einem wasserstoff- und kohlenmonoxidhaltigen
Reformatgas umgewandelt. Für den automobilen Einsatz besonders geeignet ist die
katalytisch-partielle Oxidation der Kohlenwasserstoffe mit Luft, da außer dem Kraftstoff
keine zusätzlichen Betriebsstoffe mitgeführt werden müssen. Diese Verfahren sind
bspw. aus der WO 99/19249, aus der US 40 87 259
oder aus der US 61 10 861 bekannt. Alternativ
ist die Umwandlung der Kohlenwasserstoffe in einem Dampfstrom und anschließende
Gasreinigung oder Gastrennung möglich.
Vorzugsweise wird die Umgebungsluft mittels eines Verdichters komprimiert
und dosiert und kann ggf. in einem Wärmetauscher durch Nutzung der Reaktionsabwärme
des Reformers vorerwärmt werden. Im Refomer kann der Kraftstoff in einer Gemischaufbereitungszone
in den Luftstrom verdampft werden. Die Verdampfung kann bspw. durch Filmverdampfung
oder durch Einspritzen in das überhitzte Gas erfolgen. Ggf. kann eine elektrische
Zuheizung für die erforderliche Verdampfungsenthalpie für die Kraftstoffverdampfung
sorgen. Eine solche elektrische Zuheizung kann zudem für den Zündvorgang beim Starten
des Reformers verwendet werden.
In einer Gemischaufbereitungszone kann das Gasgemisch homogenisiert
werden, wobei eine Konzentrationsverteilung und eine Vergleichmäßigung der Anströmgeschwindigkeit
erfolgt, bevor es zu dem Katalysator für die partielle katalytische Oxidation (CPO-Katalysator)
gelangt. Zur Homogenisierung des Gasstromes kann bspw. auch ein Strahlungsschild
vor dem Katalysatoreintritt dienen, das die Strahlungsverluste des CPO-Katalysators
am Katalysatoreintritt minimiert. Als Strahlungsschild ist bspw. eine unbeschichtete
Monolithscheibe oder eine Keramikschaumstruktur einsetzbar. Durch das Strahlungsschild
kann zudem eine unerwünschte Rückzündung in dem Gemischaufbereitungsraum verhindert
werden. In diesem Fall ist auf eine präzise Temperaturführung der Reaktionsausgangsstoffe
zu achten. Typische Verhältnisse von molekularem Sauerstoff zu Kohlenstoff können
ca. 0,45 bis 0,55 betragen. Abhängig von diesem O2/C-Verhältnis und der
Eintritttemperatur des Kraftstoffdampf-Luft-Gemisches stellen sich durch die exotherme
partielle Oxidation am CPO-Katalysator Temperaturen zwischen 850 und 1100°C
ein. Typischerweise werden bei dieser Betriebsweise Gaszusammensetzungen mit jeweils
20–25 Vol-% Wasserstoff und Kohlenmonoxid gemessen. Wasserdampf und Kohlendioxid
werden mit typischerweise jeweils ca. 5 Vol-% oder weniger beobachtet. Weiterhin
sind in Summe geringe Konzentrationen (ca. maximal 2 Vol-%) an Methan und C2-C4
Kohlenwasserstoffen vorhanden. Stickstoff ist mit den verbleibenden Volumenanteilen
die Hauptkomponente.
Eine Variante des Verfahrens kann vorsehen, dass zur Kühlung des Reformators
Wasserdampf zugesetzt wird. Dieser Wasserdampf kann bspw. aus den Abgasen einer
Brennkraftmaschine gewonnen werden. Die zum Teil sehr hohen Katalysatortemperaturen
an dem CPO-Monolithen können unter Umständen nach gewisser Zeit zu einer Katalysatordeaktivierung
führen. Durch die Zugabe von Wasserdampf lassen sich die Katalysatortemperaturen
senken und die Wasserstoffausbeute erhöhen. Durch das Wasser setzt die endotherme
und damit temperatursenkende Dampfreformierungsreaktion ein und das Reaktionsgeschehen
verschiebt sich in Richtung zu einer autothermen Reformierung (ATR).
Die Energie des heißen Reformatgases kann dann verwendet werden, um
die für den Reformer benötigte Luft vorzuwärmen. Die restliche Energie kann bspw.
über eine einfache Kühleinrichtung an die Umgebung oder an den Fahrzeugkühlkreislauf
abgegeben werden, damit ausschließlich kaltes Reformatgas in den
Plasmareaktor eintritt. Vor dem Plasmareaktor kann ggf. eine Reformatgasaufbereitungseinheit
angeordnet sein, um im Wesentlichen nur die Hauptkomponenten Wasserstoff und Stickstoff
in den Plasmareaktor einzuleiten.
Der Reformer kann ein unabhängiges Bauteil oder auch Bestandteil eines
Brennstoffzellensystems zur Bordstromversorgung (APU – Auxiliary Power Unit)
eines Fahrzeuges sein. Beim verwendeten Brennstoffzellensystem kann es sich bspw.
um ein System mit einer PEM-Brennstoffzelle oder einer Hochtemperaturbrennstoffzelle
(SOFC) handeln.
Gemäß der Erfindung kann Wasserstoff, der durch den Reformer erzeugt
wird und somit in dessen Gasgemisch enthalten ist, mit dem ebenfalls im Gasgemisch
enthaltenen Luftstickstoff im Niedertemperatur-Plasma selektiv zu Ammoniak nach
folgender Formel reagieren:
N2 + 3H2 → 2NH3
Hierzu eignen sich alle dem Fachmann bekannten Verfahren zur Erzeugung
eines nichtthermischen Plasmas. Bevorzugt werden dies Systeme sein, die sich einer
völligen oder teilweisen Barriereentladung bedienen. Allerdings sind auch andere
Ausführungsformen denkbar und möglich. Zusätzlich kann zur Verbesserung der Ammoniakproduktion
die Oberfläche der Elektroden durch Beschichtung mit Aluminiumoxiden und Elementen
der Übergangsmetallgruppe oder der Edelmetallgruppe, nämlich Titan, Zirkon, Hafnium,
Vanadium, Niob, Tantal, Chrom, Molybdän, Wolfram, Eisen, Ruthenium, Osmium, Kobalt,
Rhodium, Iridium, Nickel, Palladium, Platin, Mangan und Kupfer aktiviert werden.
Durch Anlegen einer Wechselspannung an beide Elektroden kommt es zu lokalen kurzzeitigen
Entladungsfäden. Die Elektroden können als Elektrodenstapel oder als andere Reaktorformen
wie bspw. als sog. Schüttbettreaktoren ausgeführt sein, deren Abstand typischer
Weise ein bis zehn Millimeter beträgt. Die typischer Weise hierbei benötigte Spannung
beträgt zwischen 0,2 und 15 kV. Die Wechselspannung kann gepulst mit einer Frequenz
von bspw. 50 Hz bis 250 kHz so gewählt werden, dass ein stabiles nichtthermisches
Plasma erzeugt wird. Durch Taktung des Wechselspannungspulses kann die eingebrachte
Energiemenge variiert werden. Um eine bedarfsgerechte Steuerung der Ammoniakbildung
zu ermöglichen, sollte die Energiezufuhr zum plasmakatalytischen Reaktor (NTP) für
die Stoffströme zum bzw. vom Reformer über eine gemeinsame Steuereinheit kontrolliert
werden.
Beim Einsatz des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Reinigung von Abgasen
einer Brennkraftmaschine, bei dem die Abgase unter Zusetzung von Ammoniak selektiv
katalytisch reduziert werden und bei dem das Ammoniak zur selektiven katalytischen
Reduktion mit einem Verfahren gemäß einer der zuvor beschriebenen Ausführungsformen
aus Luft und aus Kohlenwasserstoffen synthetisiert wird, ist kein Mitführen von
Harnstoff oder anderen SCR-Betriebsstoffen erforderlich. Im Vergleich zu alternativen
Verfahren zur Reduzierung der Stickoxidanteile wie bspw. der Verwendung eines NOx-Speicherkatalysators
ist kein Eingriff in die Motorsteuerung zur NOx-Reduktion erforderlich.
Die Ammoniakerzeugung kann bedarfsgerecht in Abhängigkeit von einem gemessenen Stickoxidgehalt
im Abgas erfolgen, so dass kein überflüssiges Ammoniak erzeugt wird.
Die Erfindung betrifft weiterhin eine Vorrichtung zur Ammoniaksynthese
mit einem Reformer zur Umsetzung von Luft und Kohlenwasserstoffen zu einem wasserstoff-,
kohlenmonoxid- und stickstoffhaltigen Reformatgas und mit einem Plasmareaktor zur
plasmakatalytischen Reaktion des Reformatgases zur Erzeugung von Ammoniak. Die erfindungsgemäße
Vorrichtung zur Ammoniaksynthese eignet sich insbesondere zur Zuführung des Ammoniaks
bei einer selektiven katalytischen Reduktion der Stickoxide von Abgasen einer Brennkraftmaschine.
Bei dieser Vorrichtung ergeben sich die bereits zuvor anhand der entsprechenden
Ausführungsformen des Verfahrens genannten Vorteile und Besonderheiten.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels unter
Bezugnahme auf die beiliegende Zeichnung naher erläutert. Dabei zeigt:
1 eine schematische Darstellung eines
Stickoxidreduktionssystems im Abgasstrang einer Brennkraftmaschine,
2 eine schematische Darstellung einer
Reformereinheit zur Erzeugung von wasserstoff- und stickstoffhaltigem Reformatgas
und
3 eine schematische Darstellung eines
Verfahrens zur Erzeugung von Ammoniak aus Luft und Kraftstoff.
Anhand der 1 wird die Anordnung eines
Abgasreinigungssystems im Abgasstrang einer Brennkraftmaschine 10 verdeutlicht.
Das Abgasreinigungssystem dient insbesondere zur Reduktion von Stickoxiden im Abgas.
Die Brennkraftmaschine 10 kann in einem motornahen Bereich einen Oxidationskatalysator
12 aufweisen, dem ein Partikelfilter 14 nachgeschaltet ist. Im
Abgasstrom nach dem Partikelfilter 14 befindet sich ein SCR-System
16, d.h. ein System zur selektiven katalytischen Reduktion der Abgase.
Optional kann noch ein NH3-Sperrkatalysator 18 vorgesehen sein.
Das Abgas verlässt den Abgasstrang schließlich durch einen Endschalldämpfer
20. Es können verschiedene Temperatursensoren 22 vorgesehen
sein, bspw. unmittelbar nach dem Oxidationskatalysator 12, unmittelbar
vor dem Partikelfilter 14 sowie zwischen diesem und dem SCR-System
16. Dem SCR-System 16 nachgeordnet im Abgasstrang befindet sich
vorzugsweise ein NOx-Sensor 24, um den SCR-Katalysator
16 bzw. die Zufuhr von NH3 bedarfsweise steuern zu können.
Unmittelbar vor dem SCR-System 16 befindet sich ein Zuführkanal
26 für das Ammoniakhaltige Gas. Der Ammoniak wird mit einem NTP-Reaktor
28 aus Reformatgas 30 erzeugt, das bspw. aus Kraftstoff
32 und Luft 34 mit Hilfe einer auch für Brennstoffzellensysteme
einsetzbaren Reformereinheit 36 zur Verfügung gestellt wird. Der NTP-Reaktor
28 erzeugt aus dem Reformatgas 30 mittels einer nichtthermischen
Plasmareaktion den für das SCR-System 16 notwendigen Ammoniak (NH3).
Die Reformereinheit 36 zur Erzeugung von wasserstoff- und
stickstoffhaltigem Reformatgas 30 umfasst den eigentlichen Reformer
38 sowie eine diesem vorgeschaltete Gemischaufbereitungseinheit
40 (2). Hierbei wird aus Kraftstoff
32 und Luft 34 ein Reformatgas 30 erzeugt, das in der
nachgeschalteten Plasmareaktoreinheit zu NH3 umgesetzt werden kann. Die
Luft 34 wird mit einem Verdichter 42 verdichtet und mittels eines
Wärmetauschers 44 erwärmt und zusammen mit dem Kraftstoff 32 in
die Gemischaufbereitungseinheit 40 geleitet, bevor sie in die Reaktionszone
des Reformers 38 gelangt. In der Gemischaufbereitungseinheit
40 wird der Kraftstoff 32 in den Luftstrom verdampft. Diese Verdampfung
kann bspw. mittels einer Filmverdampfung oder mittels einer Einspritzung in das
überhitzte Gas erfolgen. Die erforderliche Verdampfungsenthalpie für die Kraftstoffverdampfung
kann ggf. mittels einer elektrischen Zuheizung (nicht dargestellt) zur Verfügung
gestellt werden. Diese elektrische Zuheizung kann in vorteilhafter Weise zusätzlich
für den Zündvorgang beim Starten des Reformers 38 verwendet werden.
In der Gemischaufbereitungseinheit wird das Gasgemisch unter anderem
hinsichtlich der Konzentrationsverteilung und der Anströmgeschwindigkeit homogenisiert,
bevor es zum SCR-System 16 geleitet wird.
Das Reformatgas 30 durchläuft den Wärmetauscher
44 und dient zur Erwärmung der vorverdichteten Luft 34. Gleichzeitig
wird das Reformatgas 30 dabei gekühlt.
Das Reformatgas 30 enthält typischer Weise jeweils ca. 20
bis 25 Vol-% Wasserstoff und Kohlenmonoxid. Es enthält weiterhin Wasserdampf und
Kohlendioxid mit typischerweise jeweils ca. 5 Vol-% Anteilen. Weiterhin enthält
es geringe Konzentrationen von Methan und C2-C4-Kohlenwasserstoffen. Die verbleibende
Hauptkomponente ist Stickstoff. Die katalytisch partielle Oxidation der Kohlenwasserstoffe
des Kraftstoffs 32 erfolgt entsprechend folgender Formel:
CXHy + zO2 + z3,76 N2 → aCO
+ bH2 + z3,76 N2 (+ cCO2 + dH2O + eCH4)
und weist den Vorteil auf, dass neben dem Kraftstoff keine weiteren Betriebsstoffe
mitgeführt werden müssen.
Dem Luft-Kraftstoff-Gemisch kann in der Gemischaufbereitungseinheit
40 ggf. Wasser zugesetzt werden, das bspw. aus den im Motorabgas enthaltenen
Wasserdampf gewonnen werden kann. Auf diese Weise lassen sich die Katalysatortemperaturen
senken, was zur Erhöhung der Katalysatorlebensdauer beiträgt.
3 zeigt eine schematische Darstellung
des Verfahrens zur Ammoniakerzeugung mittels des Kraftstoffreformers 36
und der Plasmareaktoreinheit 28. Die Luft 34 wird in einer Einheit
aus Verdichter 42 und ggf. Dosiervorrichtung 46 aufbereitet und
zusammen mit dem Kraftstoff 32 in der Gemischaufbereitungseinheit
40 und der nachgeschalteten Reformereinheit 36 zu Reformatgas
30 umgewandelt, aus dem im nachgeschalteten Plasmareaktor 28 Reformat
und Ammoniak erzeugt wird.
Zur Umsetzung des durch den Reformer 38 erzeugten Gasgemischs
zu Ammoniak eignen sich prinzipiell alle dem Fachmann bekannten Verfahren zur Erzeugung
eines nichtthermischen Plasmas. Bevorzugt sind dies Systeme, die sich einer völligen
oder teilweisen Barriereentladung bedienen, jedoch sind auch andere Ausführungsformen
denkbar und möglich. Zusätzlich kann zur Verbesserung der Ammoniakproduktion die
Oberfläche der Elektroden durch Beschichtung mit Aluminiumoxiden und Elementen der
Übergangsmetallgruppe oder der Edelmetallgruppe, nämlich Titan, Zirkon, Hafnium,
Vanadium, Niob, Tantal, Chrom, Molybdän, Wolfram, Eisen, Ruthenium, Osmium, Kobalt,
Rhodium, Iridium, Nickel, Palladium, Platin, Mangan und Kupfer aktiviert werden.
Durch Anlegen einer Wechselspannung an beide Elektroden kommt es zu lokalen kurzzeitigen
Entladungsfäden. Die Elektroden können als Elektrodenstapel oder als andere Reaktorformen
wie bspw. als sog. Schüttbettreaktoren ausgeführt sein, deren Abstand typischer
Weise ein bis zehn Millimeter beträgt. Die typischer Weise hierbei benötigte Spannung
beträgt zwischen 0,2 und 15 kV. Die Wechselspannung kann gepulst mit einer Frequenz
von bspw. 50 Hz bis 250 kHz so gewählt werden, dass ein stabiles nichtthermisches
Plasma erzeugt wird. Durch Taktung des Wechselspannungspulses kann die eingebrachte
Energiemenge variiert werden. Um eine bedarfsgerechte Steuerung der Ammoniakbildung
zu ermöglichen, sollte die Energiezufuhr zum plasmakatalytischen Reaktor (NTP) für
die Stoffströme zum bzw. vom Reformer über eine gemeinsame Steuereinheit kontrolliert
werden.
Die Luft 34 kann entweder aus der Umgebung entnommen werden
und/oder aus dem Abgas 48 der Brennkraftmaschine 10. Im Abgas
48 der Brennkraftmaschine 10 ist zusätzlich Wasserdampf enthalten,
das zur Anfeuchtung des Reformatgases 30 genutzt werden kann. Eine Steuereinheit
50 überwacht und steuert den gesamten Vorgang der Erzeugung des Reformatgases
30 sowie des Ammoniaks. Die Steuereinheit 50 dient darüber hinaus
insbesondere zur Steuerung der Energiezufuhr zum NTP-Reaktor 28 und zum
Reformer 38, um möglichst nur die benötigte Menge an Ammoniak zu erzeugen.
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| Anspruch[de] |
- Verfahren zur Synthese von Ammoniak aus Kohlenwasserstoffen und Luft
(34), bei dem die Kohlenwasserstoffe und die Luft (34) in einem
Reformerprozess zu einem wasserstoff-, kohlenmonoxid- und stickstoffhaltigen Reformatgas
(30) umgewandelt werden, und bei dem zumindest Teile dieses Reformatgases
(30) anschließend durch eine plasmakatalytische Reaktion in Ammoniak umgewandelt
werden.
- Verfahren nach Anspruch 1, bei dem das Reformatgas (30) aus
einer katalytisch partiellen Oxidation der Kohlenwasserstoffe mit Luftsauerstoff
gewonnen wird.
- Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, bei dem die zur Erzeugung des Reformatgases
(30) verwendete Luft (34) aus Umgebungsluft gewonnen wird.
- Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei dem die zur Erzeugung
des Reformatgases (30) verwendete Luft (34) zumindest teilweise
aus den Abgasen (48) einer Brennkraftmaschine (10), insbesondere
einer solchen mit Selbstzündung gewonnen wird.
- Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, bei dem die zur
Erzeugung des Reformatgases (30) verwendeten Kohlenwasserstoffe aus Kraftstoff
(32), insbesondere aus Diesel oder Ottokraftstoff gewonnen werden.
- Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, bei dem die Luft
(34) bzw. die Umgebungsluft verdichtet und dosiert wird.
- Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, bei dem die Luft
(34) zur Erzeugung des Reformatgases (30) vorgewärmt wird.
- Verfahren nach Anspruch 7, bei dem die Vorwärmung in einem Wärmetauscher
(44) unter Nutzung der Reaktionsabwärme bei der Erzeugung des Reformatgases
(30) genutzt wird.
- Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, bei dem die Kohlenwasserstoffe
in einer Gemischaufbereitungseinheit (40) der Reformereinheit (36)
in den Luftstrom verdampft werden.
- Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, bei dem eine Homogenisierung
des reformierten Gasgemisches erfolgt.
- Verfahren nach Anspruch 10, bei dem die Homogenisierung des reformierten
Gasgemisches durch einen Strahlungsschild erfolgt.
- Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, bei dem dem Reformatgas
(30) Wasserdampf zugesetzt wird.
- Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, bei dem der Wasserdampf
aus den Abgasen (48) einer Brennkraftmaschine (10) gewonnen wird.
- Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, bei dem das Reformatgas
(30) gekühlt wird.
- Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, bei dem das Reformatgas
(30) vor der Einleitung in den Plasmareaktor (28) aufbereitet
wird.
- Verfahren zur Reinigung von Abgasen (48) einer Brennkraftmaschine
(10), bei dem die in den Abgasen (48) enthaltenen Stickoxide unter
Zusetzung von Ammoniak selektiv katalytisch reduziert werden, und bei dem das Ammoniak
zur selektiven katalytischen Selektion mit einem Verfahren gemäß einem der Ansprüche
1 bis 15 aus Luft (34) und aus Kohlenwasserstoffen synthetisiert wird.
- Vorrichtung zur Ammoniaksynthese, mit einem Reformer (38)
zur Umsetzung von Luft (34) und Kohlenwasserstoffen zu einem wasser-, kohlenmonoxid-
und stickstoffhaltigen Reformatgas (30), und mit einem Plasmareaktor (28)
zur plasmakatalytischen Reaktion des Reformatgases (30) unter Bildung von
Ammoniak.
- Vorrichtung nach Anspruch 17 zur Synthese von Ammoniak zur Verwendung
in einem Abgasreinigungssystem eines Fahrzeugs mit einer Brennkraftmaschine (10),
das einen Katalysator zur selektiven katalytischen Reduktion (16) aufweist.
- Vorrichtung nach einem der Ansprüche 17 oder 18, die mit einem Verfahren
gemäß einem der Ansprüche 1 bis 16 betrieben wird.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen
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