Diese Erfindung bezieht sich auf die thermomechanische Verarbeitung
von "Alpha plus Beta-" und "Alpha-nahen" Legierungen auf Titanbasis für verbesserte
Kriecheigenschaften.
Titanlegierungen werden häufig in Hochleistungsanwendungen verwendet
aufgrund ihres relativ niedrigen Gewichts und ihrer hohen Festigkeit in einem breiten
Temperaturbereich. Die Verwendung dieser Legierungen in Gasturbinenmaschinen bietet
beträchtliche Gewichtsersparnis gegenüber beispielsweise Nickel- oder Stahllegierungen
mit vergleichbaren Materialeigenschaften, wodurch Gewicht und Brennstoffverbrauch
reduziert wird.
Alpha plus Beta- und Alpha-nahe Titanlegierungen bieten sowohl hohe
Festigkeit als auch brauchbare Formbarkeit und werden häufig im umgeformten oder
geschmiedeten Zustand verwendet.
Alpha plus Beta-Legierungen sind jene Titanlegierungen, deren Niedertemperatur-Gleichgewichtsmikrostrukturen
hauptsächlich Alpha plus Beta-Phasen enthalten. Alpha-nahe Legierungen sind jene
Alpha plus Beta-Legierungen, welche primär Alpha-Phase und eine relativ kleine Menge
Beta (üblicherweise weniger als 10 Vol.-% der Beta-Phase) enthalten. Alpha plus
Beta-Legierungen, welche überlicherweise 15 bis 25 Vol.-% der Beta-Phase enthalten,
werden dadurch von Beta oder Beta-nahen Legierungen unterschieden, dass sie begrenzte
Mengen an Alpha-Phase enthalten können.
Sowohl Alpha plus Beta- als auch Alpha-nahe Legierungen können wärmebehandelt
werden, um erwünschte Eigenschaften zu erzeugen. In statischen (z. B. nicht-drehenden)
Hochtemperatur-Gasturbinenanwendungen, z. B. Hochdruck-Turbinengehäuse, wird die
Lebensdauer der Komponenten oft durch die Kriechfestigkeit des Materials begrenzt.
Daher werden diese Artikel üblicherweise verarbeitet, um das Kriechverhalten zu
optimieren.
Die konventionelle Verarbeitung dieser Materialien für hohe Kriechfestigkeit
ist wie folgt. Zunächst wird der Artikel geschmiedet, üblicherweise bei einer Temperatur,
welche hoch im Alpha-Beta-Gebiet liegt, d. h. bei einer Temperatur, bei welcher
das Material insgesamt zur Beta-Phase umgewandelt werden kann. Diese letztere Temperatur
wird häufig als Beta-Übergang bezeichnet. Schmieden im Beta-Phasen-Gebiet wird auch
durchgeführt, ist aber nicht so üblich.
Der geschmiedete Gegenstand wird dann einer Beta-Lösungsbehandlung
unterzogen, bei welcher er auf eine Temperatur oberhalb des Beta-Übergangs für eine
Zeitdauer erhitzt wird und dann abgekühlt wird. Schließlich wird der Gegenstand
durch Ausscheiden bei einer Temperatur unterhalb der Rekristallisierungstemperatur
stabilisiert. Dieser Prozess ist schematisch in 1 gezeigt.
Die resultierende Mikrostruktur aus Beta- und nadelförmigen Alpha-Körnern verleiht
gute Hochtemperatur-Kriecheigenschaften.
Neuere Änderungen der Industrie bei Titanlegierungsherstellungsverfahren
haben zu kommerziellem Titan-Erzeugermaterial geführt, welches erhöhte Konzentrationen
bestimmter Verunreinigungen, z. B. Nickel, Eisen und Chrom, enthält. Diese Verunreinigungen
verschlechtern das Kriechverhalten. Die erhöhte Konzentration an Verunreinigungen
kann zu hergestellten Gegenständen führen, welche bei konventioneller Verarbeitung
reduzierte Kriecheigenschaften besitzen und nicht in Betrieb genommen werden können,
bei häufigerer Instandhaltung repariert oder ersetzt werden müssen oder neu konstruiert
werden müssen, um das Niveau der Belastung des Gegenstands zu verringern. Die Tabelle
1 fasst Kriechfestigkeits-Testergebnisse zusammen, welche mit verschiedenen Ti-6242-Schmiedestücken
durchgeführt wurden, welche der konventionellen Wärmebehandlung unterzogen wurden.
Der erste Tabelleneintrag ist typisch für eine Legierung, welche aus bisherigen
Bearbeitungstechniken stammt, die restlichen Einträge sind für jetzige Legierungen,
welche derzeitige Ni-, Fe- und Zr-Verunreinigungskonzentrationen enthalten. Die
Daten zeigen den allgemeinen Zusammenhang zwischen hohen Konzentrationen an Verunreinigungen
und verringerter Kriechfestigkeit und zeigen auch die beträchtliche Verringerung
des Kriechverhaltens, welche aus hohen Konzentrationen an Ni, Fe und Cr resultieren.
TABELLE 1
(1) hypothetische, für bisherige Legierungen repräsentative Legierung
(2) jetzige Legierungen
Obwohl hoch-reines Titan kommerziell erhältlich ist, haben ein verringertes
Angebot und hohe Nachfrage zu beträchtlichen Kosten- und Beschaffungszeit-Aufschlägen
geführt. Daher ist es für Hochtemperatur-Anwendungen außerordentlich wünschenswert,
die Verwendung von Titan zu ermöglichen, welches höhere Konzentrationen an Verunreinigungen
enthält, als bisher in der Industrie als brauchbar angesehen wurden. Ferner ist
es auch wünschenswert, Gegenstände wiederverwenden zu können, welche schlechteres
Kriechverhalten zeigen.
WO-A-93/22468 beschreibt eine Art, Titanlegierungs-Schmiedestücke
zu verarbeiten, welche Chrom als Zusatz enthalten, um ihre Bruchfestigkeit zu erhöhen.
Solche Schmiedestücke können Flugzeugschotte, Flügel-Durchtragstruktur, Fahrwerkabstützungen
und Ähnliches bilden. Die Wärmebehandlung ist eine dreistufige thermische Behandlung
einschließlich Lösungsbehandlung oberhalb der Beta-Übergangstemperatur, eine Alpha/Beta-Stabilisierungsbehandlung
bei ca. 30 bis 90°F (16,5 bis 50°C) unterhalb der Beta-Übergangstemperatur
und ein Härtungsschritt bei einer Temperatur von ca. 900 bis 1050°F (482 bis
566°C).
Allgemein ausgedrückt bietet die Erfindung ein Verfahren zum Verbessern
eines Titanlegierungsschmiedestücks, gewählt aus der Gruppe, die besteht aus Alpha
plus Beta- und Alpha-nahen Legierungen, bei welchen Ni, Fe und Cr nur als Verunreinigungen
vorhanden sind, wobei die Legierung eine charakteristische Beta-Übergangstemperatur
hat, und wobei die Kriechfestigkeit des Schmiedestücks im voraus geprüft wurde,
um zu zeigen, dass sie unterhalb eines brauchbaren Niveaus liegt, wobei das Verfahren
die folgenden Schritte aufweist:
a. Lösungs-Behandeln des Schmiedestücks oberhalb des Beta-Übergangs;
b. Abkühlen des Schmiedestücks auf eine Temperatur unterhalb seiner Mf-Temperatur
mit einer Geschwindigkeit, welche schnell genug ist, um nadelförmiges Alpha zu erzeugen,
aber langsam genug, um das Entstehen von über 5 Vol.-% Martensit zu vermeiden;
c. Lösungs-Behandeln des Schmiedestücks unterhalb des Beta-Übergangs, aber innerhalb
von 100°F (55°C) Abstand von dem Beta-Übergang;
d. Abkühlen des Schmiedestücks auf eine Temperatur unterhalb der Mf-Temperatur
mit einer Geschwindigkeit, welche ausreicht, um nadelförmiges Alpha zu erzeugen;
e. Behandlung des Schmiedestücks zum Ausscheiden bei 800 bis 1300°F (426
bis 704°C) für 2 bis 8 h; und
f. Testen des Schmiedestücks, um zu überprüfen, dass die Kriechfestigkeit auf
ein brauchbares Niveau erhöht wurde.
Die Erfindung ist offenbar besonders anwendbar auf Alpha plus Beta-
und Alpha-nahe Legierungen, insbesondere Ti-6242, welche mehr als etwa 20 ppm Ni,
mehr als etwa 30 ppm Cr und mehr als etwa 60 ppm (Ni + Cr) enthalten. Das erfindungsgemäße
Verfahren ist besonders nützlich beim Aufbereiten von Legierungen, welche mehr als
etwa 25 ppm Ni, mehr als etwa 50 ppm Cr und mehr als etwa 85 ppm (Ni + Cr) enthalten.
Da die Ni-, Fe- und Cr-Verunreinigungen in dem Basis-Titanausgangsmaterial vorhanden
sind, werden ähnliche Konzentrationen an Verunreinigungen in anderen Titanlegierungen
gefunden, z. B. in den in Tabelle 2 beschriebenen. Aufgrund der Ähnlichkeit der
metallurgischen Phänomene in Ti-6242 und anderen Legierungen aus Tabelle 2 werden
ähnliche Vorteile für alle Legierungen aus Tabelle 2 erwartet.
Somit werden durch die vorliegende Erfindung Gegenstände erzeugt,
die aus Alpha plus Beta- oder Alpha-nahen Legierungen gebildet sind, welche relativ
hohe Konzentrationen an Verunreinigungen enthalten, die verbessertes Kriechverhalten
(verglichen mit den gleichen konventionell verarbeiteten Zusammensetzungen) zeigen,
durch Schmieden des Ausgangsmaterials, üblicherweise, aber nicht notwendigerweise
im Alpha plus Beta-Bereich unterhalb des Beta-Übergangs, Lösungsbehandeln des geschmiedeten
Gegenstands bei einer Temperatur unterhalb des Beta-Übergangs, Kühlen des Gegenstands,
Lösungs-Behandeln des Gegenstands bei einer Temperatur unterhalb des Beta-Übergangs,
nochmaliges Kühlen des Gegenstands und Behandeln zum Ausscheiden. Eine zusätzliche
Behandlung zum Ausscheiden kann vor dem Sub-Beta-Lösungs-Behandeln durchgeführt
werden.
Die Erfindung ermöglicht die Verwendung von Legierungen, welche Mengen
an Verunreinigungen von Übergangsmetallen enthalten, welche schlechteres Kriechverhalten
im Vergleich zu reineren Legierungen, wie sie in der Vergangenheit üblich waren,
zeigen. Die Erfindung verbessert auch Gegenstände, welche andernfalls nicht verwendet
werden könnten, weil sie ein Kriechverhalten unterhalb einer Minimalanforderung
aufweisen.
Die globale Versorgung mit reineren Titanlegierungen ist begrenzt,
und es wird erwartet, dass sie begrenzt bleibt, was zu höheren Materialpreisen und
längeren Beschaffungsdauern führt. Indem die Verwendung von besser erhältlichen,
kostengünstigeren Legierungen mit höheren Verunreinigungen ermöglicht wird, verringert
die Erfindung Lieferzeiten und Kosten an den Endverbraucher.
Einige bevorzugte Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung werden
nun lediglich beispielhaft in Bezug auf die angehängten Zeichnungen beschrieben:
1 ist eine grafische Darstellung der
Wärmebehandlung nach dem Schmieden aus dem Stand der Technik.
2 ist eine grafische Darstellung der
Wärmebehandlung nach dem Schmieden der vorliegenden Erfindung.
3 ist eine grafische Darstellung einer
alternativen Wärmebehandlung nach dem Schmieden der vorliegenden Erfindung.
Neuere Veränderungen in der Industrie in der Verarbeitung von Titanerzen
haben zu Titanmaterialien geführt, welche höhere Mengen an Verunreinigungen enthalten.
Verunreinigungen wie Nickel und Eisen sind dafür bekannt, das Kriechverhalten zu
verschlechtern. Der Erfinder hat gefunden, dass höhere Mengen an Chrom, welche nun
in heutigen Materialien vorhanden sind, im Zusammenhang mit höheren Konzentrationen
an Nickel und Eisen das Kriechverhalten bis zu einem Grad verschlechtern können,
das derartige Titanlegierungen (mit größerem Gehalt an Verunreinigungen als in der
Vergangenheit), welche bisher für bestimmte Zwecke verwendet wurden, z. B. als Gasturbinen-Komponenten,
aufgrund des verschlechterten Kriechverhaltens nicht mehr geeignet sind. Das verschlechterte
Kriechverhalten dieser Legierungen mit hohen Verunreinigungen wird als nicht erwarteter
Effekt derzeitiger Produktionstechniken im Werk angesehen. Titanlegierungen, welche
unter Verwendung der älteren, nicht mehr zeitgemäßen Verfahren hergestellt wurden,
enthielten typischerweise etwa 10 ppm Nickel, etwa 350 ppm Eisen und etwa 10 ppm
Chrom, derzeitige Materialien enthalten oft Verunreinigungen, welche diese Konzentrationen
übersteigen, in vielen Fällen um einen beträchtlichen Betrag.
Die vorliegende Erfindung verbessert das Kriechverhalten von geschmiedeten
Gegenständen beträchtlich, welche aus solchen hoch-unreinen Alpha-nahen oder Alpha
plus Beta-Titanlegierungen durch thermische Behandlung hergestellt wurden. Ein bevorzugtes
Verarbeitungsverfahren der Erfindung umfasst die folgenden Schritte.
Erst wird ein Alpha plus Beta- oder Alpha-nahes Legierungsmaterial
zu einer gewünschten Konfiguration geschmiedet. Vorzugsweise wird das Schmieden
unterhalb der Beta-Übergangstemperatur durchgeführt, um sicherzustellen, dass sukzessives
Kornwachstum nicht stattfindet, aber Schmieden bei bis zu 200°F (111°C)
über dem Beta-Übergang ist möglich. Die Schmiedetemperatur hängt von der Beschaffenheit
des Artikels ab. Ein geschmiedeter Sub-Beta Alpha plus Beta- oder Alpha-naher Artikel
wird typischerweise oben im Alpha plus Beta-Bereich, unterhalb, aber innerhalb von
200°F (111°C) eines Beta-Übergangs gebildet, um ausreichende Plastizität
zu gewährleisten. Dünne Querschnitte, typischerweise weniger als ca. 0,5 Inch (13
mm) können luftgekühlt werden, wohingegen dickere Querschnitte, typischerweise mehr
als 2 Inch (50 mm) typischerweise mit Flüssigkeit abgeschreckt werden. Die Erfindung
kann auch als der Wärmebehandlungsabschnitt des Verfahrens definiert werden, das
auf vorher geschmiedete Legierungen angewendet wurde.
Als Zweites wird der geschmiedete Gegenstand oberhalb des Beta-Übergangs
Lösungs-behandelt, wie in 2 in Schritt 2A
gezeigt. Temperaturen von 25° bis 100°F (14 bis 55°C) oberhalb des Beta-Übergangs
sind bevorzugt, wobei etwa 50°F (28°C) besonders bevorzugt sind, für etwa
½ bis 2 h. Der Artikel wird dann auf eine Temperatur unterhalb der Martensit-Abschlusstemperatur
(Mf) abgekühlt. Die Kühlgeschwindigkeit ist wichtig.
Der Gegenstand muss mit einer Geschwindigkeit gekühlt werden, welche
schnell genug ist, um nadelförmiges Alpha zu erzeugen, im Gegensatz zu Alpha-Körnern
mit gleich langen Achsen, welche sich bei langsamem Abkühlen bilden, aber die Geschwindigkeit
muss langsam genug sein, um eine exzessive Produktion von Martensit zu vermeiden.
Martensit von über ca. 5 Vol.-% wird als exzessiv angesehen. Eine zu hohe Kühlgeschwindigkeit
kann auch zu hohen Restspannungen und Verformungen führen. Der Fachmann wird in
der Lage sein, eine Kühlrate zu verwenden, welche das oben gewünschte Ergebnis erzeugt,
da er versteht, dass die eigentlich benötigte Kühlgeschwindigkeit von den Zeit-Temperatur-Transformationseigenschaften
des Materials abhängt, von der Temperatur, von welcher das Kühlen stattfindet und
von der Größe (Dicke) des Legierungsgegenstands. Typischerweise sind jedoch tatsächliche
Metallkühlungsraten von etwa 150 bis etwa 450°F/min (83 bis 250°C/min) erwünscht
und vorzugsweise etwa 200 bis 400°F/min (111 bis 222°C/min). Auf dünnere
Querschnitte von Alpha plus Beta- und Alpha-nahen Titanlegierungen angewendet kann
die erwünschte Kühlgeschwindigkeit durch Luftkühlen erreicht werden. Material mit
dickeren Querschnitte kann Gebläse-Luftkühlen, Abschrecken mit Öl oder mit Wasser
erfordern, um die geeignete Kühlrate zu erreichen.
Der Artikel wird dann sub-Beta-Lösungs-behandelt, wie in
2, Schritt 2B gezeigt, bei einer Temperatur
unterhalb des Beta-Übergangs, aber innerhalb von 100°F (55°C) Abstand von
dem Beta-Übergang. Behandlungszeiten von ca. ½ bis 4 h sind bevorzugt. Der
Artikel wird dann auf unterhalb Mf abgekühlt mit einer Geschwindigkeit,
welche nadelförmiges Alpha erzeugt, wie oben dargestellt.
Schließlich wird der Gegenstand durch Ausscheiden stabilisiert, wie
in 2, Schritt 2C gezeigt. Alpha plus Beta-
und Alpha-nahe Legierungen zeigen typischerweise Ausscheidung bei Temperaturen von
ca. 800 bis 1300°F (427 bis 704°C). Das Industrie-übliche Verfahren ist,
zum Ausscheiden bei einer Temperatur oberhalb der Betriebstemperatur des Materials
für etwa 2 bis 8 h zu behandeln, um Materialeigenschaften zu optimieren und mikrostrukturelle
Änderungen und Größenänderungen während des Betriebs zu minimieren. Zusätzlich,
wie in 3 gezeigt, kann ein Ausscheidungsschritt, Schritt
3B, nach dem Beta-Lösungs-Behandeln, Schritt 3A, aber vor dem
Sub-Beta-Lösungs-Behandeln, Schritt 3C, durchgeführt werden, gefolgt von
dem Ausscheidungsschritt 3D. Der praktische Effekt davon ist, dass die
Erfindung auf einen Gegenstand angewendet werden kann, welcher der Wärmebehandlung
aus dem Stand der Technik unterzogen wurde. Die Erfindung kann daher verwendet werden,
um derartig verarbeitete Gegenstände zu nützen, von denen gefunden wurde, dass sie
nicht akzeptables Kriechverhalten haben.
Die Erfindung erzeugt eine Mikrostruktur von nadelförmigem Alpha innerhalb
einer Beta-Phasen-Matrix in Alpha plus Beta-Legierungen, einschließlich jener, welche
als Alpha-nahe Legierungen eingeordnet werden, und insbesondere jener, welche als
6242-Legierungen bezeichnet werden. Das Sub-Beta-Lösungs-Behandeln oben im Alpha
plus Beta-Bereich erzeugt Nadeln mit viel größerer Dicke als die Wärmebehandlung
aus dem Stand der Technik, in 1 gezeigt, welche in
einer relativ Beta-Behandlung, Schritt 1A, besteht, gefolgt von einem viel
längeren Ausscheidungsschritt, Schritt 1B. Da man glaubt, dass die hohe
Kriechfestigkeit hauptsächlich aus der nadelförmigen Alpha-Phase resultiert, kann
die Erfindung auf Alpha plus Beta-Legierungen angewendet werden, welche bis zu etwa
25% Beta-Phase enthalten. In Alpha-nahen Legierungen, in welchen die Beta-Phase
mit einer Menge von weniger als etwa 5 Vol.-% vorhanden sein kann, sind die Beta-Körner
entlang der Alpha-Korngrenzen lokalisiert.
Wie oben erwähnt, kann die Erfindung auf Alpha plus Beta-Legierungen
angewendet werden, einschließlich Alpha-nahen Legierungen. Tabelle
2 listet einige, aber nicht alle, Legierungen auf, für welche die Erfindung brauchbar
ist. Der Fachmann wird in der Lage sein, weitere Legierungen zu bestimmen, für welche
die Erfindung brauchbar bzw. nützlich ist.
TABELLE 2BEISPIEL
Ein Gegenstand mit dünnem Querschnitt kann aus Ti-6242 geschmiedet
werden. Ti-6242 wird als Alpha-nahe Legierung angesehen und hat eine zulässige Zusammensetzung
aus 5,5% bis 6,5% Al, 1,8% bis 2,2% Sn, 3,6% bis 4,4% Zr, 1,8% bis 2,2% Mo, 0,06
bis 0,10% Si und kleine Mengen an anderen Elementen (Verunreinigungen). Diese Zusammensetzung
verleiht Ti-6242 einen Beta-Übergang von ca. 1825°F (996°C), und Schmieden
in einem Temperaturbereich von ca. 1700° bis 1800°F (927 bis 982°C)
verleiht ausreichende Plastizität, um einen Dünnschicht-Gegenstand zu schmieden.
Der geschmiedete Gegenstand wird dann erhitzt und bei einer Temperatur von ca. 50°F
(28°C) über dem Beta-Übergang gehalten (in diesem Fall bei ca. 1875°F (1025°C),
für 0,5 bis 2 h, gefolgt von Luftkühlen auf unter die Martensit-Abschlusstemperatur
von 1425°F (774°C). Es ist nicht notwendig, wenngleich nicht störend, den
Gegenstand auf Umgebungstemperatur abzukühlen. Der Gegenstand wird dann erhitzt
und bei einer Temperatur zwischen ca. 1725°F (940°C) und ca. 1800°F
(982°C) für ca. 0,5 bis 4 h gehalten und wiederum auf unter ca. 1425°F (774°C)
abgekühlt. Schließlich wird der Gegenstand durch Ausscheiden für ca. 2 bis 8 h bei
einer Temperatur oberhalb einer maximalen Betriebstemperatur stabilisiert. Da die
Temperaturgrenze der praktischen Verwendung von Ti-6242 ca. 1050°F (565°C)
ist, kann der Gegenstand bei ca. 1100°F (593°C) stabilisiert werden.
Die Erfindung wurde auf sechs Proben von Ti-6242 Schmiedestücken mit
hoher Verunreinigung angewendet. Die Konstruktionsanforderung an diese Gegenstände
legt ein Minimum von 20 h für 0,1 % Kriechdehnung unter den in Tabelle 3 spezifizierten
Testbedingungen fest. Wie Tabelle 3 zeigt, verbessert die Erfindung das Kriechverhalten
der Gegenstände signifikant, welche ursprünglich schlechte Kriecheigenschaften nach
Wärmebehandlung nach dem Stand der Technik aufwiesen, wobei die Kriechfestigkeit
auf ein brauchbares Niveau angehoben wird. Daher kann die Erfindung auf Gegenstände
angewendet werden, welche schlechtes Kriechverhalten aufgrund hoher Mengen von Verunreinigungen
aufweisen. Die vorliegende Erfindung ermöglicht daher die Verwendung von leichter
erhältlichem und weniger teurem hoch-unreinem Titan in Hochtemperatur-Anwendungen.
Proben 1 und 6 zeigen die Vorteile der Erfindung. Proben 3 und 5 zeigen ein anomales
Ergebnis, eine Reduktion der Kriechfestigkeit. Es scheint, dass Proben mit relativ
hoher Kriechfestigkeit potenziell eine Reduktion der Kriechfestigkeit durchmachen,
wenn sie durch die Erfindung behandelt werden. Der Anmelder wendet dieses Erfindungsverfahren
auf hochwertige Schmiedestücke an und testet einen Abschnitt bei mindestens einem
Schmiedestück von jeder Titanlegierungscharge, wo die Charge jeder Legierung eine
spezifische Zusammensetzung hat. Beim bevorzugten Verfahren des Anmelders werden
alle Schmiedestücke einer einzelnen Legierungsschmelze konventionell verarbeitet,
die Kriechfestigkeit getestet, und anschließend wird dieses Verfahren als wiederherstellendes
Verfahren auf Schmiedestücke angewandt, welche eine Kriechfestigkeit unter 20 h
aufweisen.
TABELLE 3
Anspruch[de]
Verfahren zum Verbessern des Kriechverhaltens eines Titanlegierungsschmiedestücks,
gewählt aus der Gruppe, die besteht aus Alpha plus Beta- und Alpha-nahen Legierungen,
bei welchen Ni, Fe und Cr nur als Verunreinigungen vorhanden sind, wobei die Legierung
eine charakteristische Beta-Übergangstemperatur hat, und wobei die Kriechfestigkeit
des Schmiedestücks im voraus geprüft wurde, um zu zeigen, dass sie unterhalb eines
brauchbaren Niveaus liegt, wobei das Verfahren die folgenden Schritte aufweist:
a. Lösungs-Behandeln des Schmiedestücks oberhalb des Beta-Übergangs;
b. Abkühlen des Schmiedestücks auf eine Temperatur unterhalb seiner Mf-Temperatur
mit einer Geschwindigkeit, welche schnell genug ist, um nadelförmiges Alpha zu erzeugen,
aber langsam genug, um das Entstehen von über 5 Vol-% Martensit zu vermeiden;
c. Lösungs-Behandeln des Schmiedestücks unterhalb des Beta-Übergangs, aber innerhalb
von 100°F (55°C) Abstand von dem Beta-Übergang;
d. Abkühlen des Schmiedestücks auf eine Temperatur unterhalb der Mf-Temperatur
mit einer Geschwindigkeit, welche ausreicht, um nadelförmiges Alpha zu erzeugen;
e. Behandlung des Schmiedestücks zum Ausscheiden bei 800 bis 1300°F (426 bis
704°C) für 2 bis 8 h; und
f. Testen des Schmiedestücks, um zu überprüfen, dass die Kriechfestigkeit auf ein
brauchbares Niveau erhöht wurde.
Verfahren nach Anspruch 1, bei welchem das Schmiedestück mehr als ca.
60 ppm (Ni + Cr) enthält.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, bei welchem das Lösungs-Behandeln
oberhalb des Beta-Übergangs bei 25 bis 100°F (14 bis 55°C) oberhalb des
Beta-Übergangs durchgeführt wird.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei welchem das Lösungs-Behandeln
oberhalb des Beta-Übergangs für 0,5 bis 2 h durchgeführt wird.
Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei welchem das Sub-Beta-Lösungs-Behandeln
für 0,5 bis 4 h durchgeführt wird.
Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei welchem die Behandlung
zum Ausscheiden bei ca. 1100°F (593°C) durchgeführt wird.
Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei welchem die Titanlegierung
aus Ti-6242 besteht.
Verfahren nach Anspruch 7, bei welchem die Legierung bei einer Temperatur
von 1700 bis 1800°F (927 bis 982°C) geschmiedet wird.
Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, bei welchem das Beta-Lösungs-Behandeln
bei ca. 1875°F (1624°C) durchgeführt wird.
Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 9, bei welchem das Sub-Beta-Lösungs-Behandeln
bei 1725 bis 1800°F (940 bis 982°C) durchgeführt wird.
Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 10, bei welchem die geschmiedete
Legierung nach dem Beta- und Sub-Beta-Lösungs-Behandeln auf unterhalb 1425°F
(774°C) abgekühlt wird.
Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, ferner aufweisend,
nach dem Schritt des Kühlens des Schmiedestücks auf eine Temperatur unterhalb seiner
Mf-Temperatur mit einer Geschwindigkeit, welche ausreicht, nadelförmiges
Alpha zu erzeugen; den zusätzlichen Schritt der Behandlung des Schmiedestücks zum
Ausscheiden bei 800 bis 1300°F (426 bis 704°C) für 2 bis 8 h.
Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei welchem das
Verfahren als wiederherstellender Prozess angewendet wird auf Schmiedestücke, welche
bereits einer Wärmebehandlung unterzogen wurden.
Alpha plus Beta- oder Alpha-nahes Titanlegierungsstück hergestellt
gemäß dem Verfahren eines der vorangehenden Ansprüche.