HINTERGRUND DER ERFINDUNG
1. Gebiet der Erfindung
Diese Erfindung bezieht sich auf Behälteraufbauten. Die Erfindung
bezieht sich insbesondere auf verschiedene explosionsfeste, die Explosionsrichtung
steuernde Behälteraufbauten zum Aufnehmen von Sprengstoffen und zum Verhindern oder
Minimieren von Schäden im Falle einer Explosion. Diese Behälteraufbauten finden
Verwendung als Umschließung und Transportvorrichtung für Gefahrgut wie Schießpulver
und Sprengstoffe, z. B. Bomben und Granaten, und zwar insbesondere in Flugzeugen,
wo das Gewicht eine bedeutende Rolle spielt, und noch bedeutsamer bei Frachträumen
und Passagierkabinen von Flugzeugen. Sie sind ebenfalls besonders nützlich für Bombenentschärfungspersonal
bei der Bekämpfung von terroristischen und anderen Bedrohungen.
2. Stand der Technik
Als Reaktion auf den im Jahre 1988 auf ein Flugzeug der Fluggesellschaft
Pan American über Lockerbie, Schottland, verübten Bombenanschlag haben Fachleute,
die sich mit Sprengstoffen und Überlebensfähigkeitstechniken bei Flugzeugen befassen,
Möglichkeiten untersucht, wie man Verkehrsflugzeuge gegen Terroranschläge sicherer
macht. Ein Ergebnis dieser Studien war die Entwicklung und der Einsatz einer neuen
Generation von Nachweisgeräten für Sprengstoffe. Praktisch gesehen gibt es jedoch
einen Bombengrößengrenzwert, über dem eine Erkennung relativ leicht ist, aber unter
welchem ein zunehmender Anteil von Bomben unerkannt bleibt. Eine nicht entdeckte
Bombe würde sehr leicht ins Gepäck gelangen, entweder, indem sie von einem Passagier
an Bord (in eine Kabine) gebracht oder in einem Flugzeugfrachtbehälter gelagert
wird. Die Frachtbehälter in Form von würfelförmigen Behältern mit abgeschrägten
Kanten bestehen gewöhnlich aus leichtgewichtigem Aluminium, sind aber nicht explosionsfest.
Aus diesem Grund sind in den letzten Jahren verstärkte Anstrengungen bei der Neukonstruktion
von Behältern unternommen worden, damit diese in Bezug auf Bomben, die unter diesem
Grenzwert liegen, sowohl explosionsfest als auch leicht sind.
Einen guten Überblick über neu konstruierte Luftfrachtbehälter bietet
der Artikel von Ashley, S., SAFETY IN THE SKY (Sicherheit am Himmel): Konstruktion
von explosionsfesten Gepäckbehältern, Mechanical Engineering, Bd. 114, Nr. 6, Juni
1992, Seite 81–86. Ein in diesem Artikel offenbarter Behältertyp ist so ausgelegt,
dass er Detonationswellen unterdrückt und explodierende Bruchstücke zurückhält,
während Hochdruckgase sicher abgeleitet werden, während ein anderer Typ so ausgelegt
ist, dass die Sprengstoffe von Bord abgeleitet werden, indem die Explosivkräfte
von der Flugzeughülle weg und nach außen kanalisiert werden. Bei mehreren dieser
neuen Konstruktionen werden Verbundmaterialien verwendet, die sowohl fest als auch
leicht sind. Bei einer dieser Konstruktionen ist ein gehärteter Frachtbehälter mit
einer Matte aus einem niederdichten Material wie SPECTRA®-Fasern
umwickelt, zu beziehen von der Fa. AlliedSignal Inc., und mit starrem Polyurethanschaum
und perforiertem Blech aus einer Aluminiumlegierung ausgekleidet. Dieses Schichtmaterial
bedeckt vier Seiten des Behälters in einer nahtlosen Hülle. Siehe diesbezüglich
auch US-Publikation 5267665.
Der Zugang zum Innern eines Behälters ist zum Be- und Entladen erforderlich
und erfolgt gewöhnlich über Türen. Die Türen sind bei einer Explosion eine signifikante
Schwachstelle des Behälters, da bei einer Detonation im Behälterinnern eine normale
Tür nach außen gedrückt wird. Wenn die Tür mit Scharnieren und Metallstiften befestigt
ist, werden die Stifte zu gefährlichen Projektilen. Wenn die Tür in Rillen oder
Kanälen gleitet, können sich diese Rillen oder Kanäle verbiegen oder verformen und
den Behälter funktionsuntüchtig machen. Es wäre deshalb wünschenswert, eine Behälterkonstruktion
zu haben, bei der die oben genannten Probleme mit den Türen beim Zugang zum Behälterinnern
ausgeschlossen sind.
Die US-Publikation 5312182 offenbart gehärtete Frachtbehälter, bei
denen die Tür durch Gleiten in Rillen/Schienen mit einer Verriegelung in Eingriff
steht, die angeblich bei einer derartigen Explosion eine festere Klemmung bewirkt,
um einem Zerreißen der Vorrichtung zu widerstehen. Andere explosionsfeste und/oder
die Explosionsrichtung steuernde Behälter werden in der Europäischen Patentveröffentlichung
0572965 A1 und in den US-Publikationen 5376426; 5249534 und 5170690 beschrieben.
Es sind ebenfalls Behälter für die Lagerung und/oder den Transport
von Sprengstoffen wie Bomben oder mutmaßlichen Sprengstoffen bekannt. Siehe hierzu
beispielsweise die US-Publikationen Nr. 5225622; 4889258; 4432285; 4055247; 4027601
und 3786956. Diese Behälter bestehen gewöhnlich aus einem hochfesten Außengehäuse
mit einer unbeweglichen Form und haben eine Stützkonstruktion derart, die bewirkt, dass
der Sprengstoff vom Gehäuse wegbewegt wird. Hochfeste Materialien zur Bildung des
Außengehäuses beinhalten Metall, z. B. Edelstahl- oder Stahlplatten, und ballistische
Glasfaser. Stützkonstruktionen beinhalten Vermikulit in einem Bindemittel, Schaumstoff
(z. B. Styropor), Schaumgummi und Karton. Die Behälter sind gewöhnlich schwer und
haben eine sperrige und unbewegliche Form oder Konstruktion.
WO-A-9712195 verkörpert nach Artikel 54(3) EPC den Stand der Technik.
Hierin werden explosionsfeste Behälter bestehend aus wenigstens drei ineinander
geschachtelten Materialbändern beschrieben, bei denen die Bänder aufeinander ausgerichtet
sind, um ein Volumen zu umschließen, und um eine Behälterwand mit einer Dicke zu
bilden, die im Wesentlichen mit der Summe der Dicken von mindestens zwei Bändern
äquivalent ist.
In der Publikation US-A-4543872 wird eine explosionsabschwächende
Vorrichtung, bestehend aus einem zusammenlegbaren/aufblasbaren Zylinder, beschrieben,
welcher in seinem Innern Schaum enthält.
In der Publikation EP-A-0204863 wird ein Verfahren zur Explosionsunterdrückung
beschrieben, bei dem eine erweiterte Schaumsperre gebildet wird, welche durch ein
aufblasbares Sperrenelement an Ort und Stelle gehalten wird. Es wird eine Vielzahl
von Sperrenelementen beschrieben.
Die Publikation EP-A-0276918 bildet die Grundlage der Präambel von
Anspruch 1. In diesem Dokument wird ein Bombenexplosionshemmer, bestehend aus einer
Reihe von senkrecht übereinander befindlichen Kammern, die durch Löcher miteinander
verbunden sind, beschrieben, wobei jede Kammer eine Flüssigkeit, z. B. Wasser, enthält.
Die Luft im Bombenexplosionshemmer kann zwecks Lagerung abgelassen werden.
Die Umgebung, in der ein Behälter verwendet werden soll, kann Einschränkungen
in Bezug auf Gewicht und Raum aufweisen, z. B. die Passagierkabine oder der Frachtraum
eines Flugzeugs. Auf Grund dieser Einschränkungen ist ein zusammenlegbarer Behälter
wünschenswert, der bei Nichtbenutzung für Lagerzwecke in eine kompakte Form gefaltet
werden kann.
Diese Erfindung, die zur Überwindung der Unzulänglichkeiten des Stands
der Technik entwickelt wurde, sieht explosionsfeste und die Explosionsrichtung steuernde
Behälteraufbauten vor, von denen einige zusammenlegbar sind.
KURZE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
Diese Erfindung ist ein explosionsfester Behälteraufbau zum Aufnehmen
von Sprengstoff. Der Behälteraufbau wird in Anspruch 1 definiert.
Bei einer besonders bevorzugten Ausführung besteht der explosionsfeste
Behälter aus wenigstens drei zusammenlegbaren, nahtlosen Bändern aus einem explosionsfesten
Material und wässrigem Schaum. Das explosionsfeste Material besteht aus hochfesten
Fasern mit einer Festigkeit von zumindest 10 g/d und einem E-Modul Zug von wenigstens
etwa 200 g/d. Die Bänder sind in zusammengebautem Zustand mit ihren Längsachsen
im rechten Winkel zueinander ineinander eingeschachtelt, um im Wesentlichen ein
Volumen zu umschließen und eine Behälterwand mit einer Dicke zu bilden, die im Wesentlichen
gleich der Summe der Dicken von wenigstens zwei der Bänder ist. Die Bänder sind
im zerlegten Zustand für Lagerzwecke zusammenlegbar. Das innere Band beinhaltet
vorzugsweise eine faltbare Lasche, die auf jeder Seite desselben einen Falz bildet
und zur Verhinderung von Drehungen stabilisiert ist. Das innere Band kann durch
Verfestigung stabilisiert werden, wenn es aus einem Verbundmaterial besteht, oder
durch Anbringen von steifen Platten oder einer anderen Stützkonstruktion an dasselbe,
wenn es nicht auf Verfestigung anspricht. Der wässrige Schaum innerhalb des inneren
Bands hat vorzugsweise eine Dichte im Bereich von etwa 0,01 bis etwa 0,10 g/cm3,
besser im Bereich von etwa 0,03 bis etwa 0,08 g/cm3. Diese Ausführung
ist besonders nützlich als Kabinen-Einschließungssystem für Flugzeuge bei Notfällen.
Die Dreibänder-Kasten-Konstruktion des bevorzugten Behälteraufbaus
dieser Erfindung hat mehrere Vorteile gegenüber Behältern des Standes der Technik.
Es entfällt die Notwendigkeit einer Zugangstür, da der Zugang über eine offene Seite
oder Seiten des innersten Bandes erfolgen kann. Somit entfällt eine der Schwachstellen
bei Behältern des Standes der Technik: Tür- und Plattenscharniere mit Stahlstangen
sind nicht mehr erforderlich und somit auch keine Türrillen-Verriegelungssysteme.
Andere Modifikationen ermöglichen den leichten Zugang zum Behälterinnern zum Be-
und Entladen trotz begrenzter äußerer Raumeinschränkungen. Der Kasten ist durchlässig
für Sprengstoffgase und ermöglicht die kontrollierte Freigabe des Gases durch die
Ecken, die zur Funktion der Konstruktion beitragen. Die Herstellung des Kastens
ist in technologischer Hinsicht kostengünstig und einfach. Die
Bänder des Kastens können nach Wunsch steif oder flexibel gefertigt werden. Wenn
die Bänder des Kastens aus flexiblen Kanten und steifen Flächen gefertigt sind,
können sie für eine zweckmäßigere Lagerung zusammengelegt und als Satz aus drei
oder mehr im Wesentlichen flachen Teilen (Bändern) für den nachfolgenden Zusammenbau
und die Verwendung mit explosionsabschwächendem Material transportiert werden.
Explosionsabschwächende Materialien können die Wärmeenergie von der
Explosion durch Temperaturerhöhung, Phasenübergang, z. B. Verdampfung von Wasser,
absorbieren. Sie können kollabieren und die Energie durch Knautsch- und/oder viskoelastische
Wirkungen absorbieren. Kondensierbare Gase (in Schäumen) können unter erhöhtem Druck
kondensieren und dabei Kondensationswärme für die wässrige Phase abgeben. Kondensierbare
Gase bewirken eine Abnahme der Detonationswellengeschwindigkeit und übertragen durch
die Kondensation Wärmeenergie. Die kinetische Energie kann auf alle diese Materialien
übertragen werden.
Die Verwendung von wässrigem Schaum mit kondensierbarem Gas als Schaummittel
verlängert signifikant die Entgasungszeit und verringert das Risiko. Somit ist er
ein bevorzugtes explosionsabschwächendes Material.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
Zum besseren Verständnis der Erfindung und der weiteren Vorteile erfolgt
nun eine Beschreibung unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen und die nachfolgende
Beschreibung von bevorzugten Ausführungsformen. In den Zeichnungen zeigen:
1A eine dreidimensionale Ansicht von
Band 11, das Bestandteil des Behälteraufbaus 10 von
1F ist;
1B eine dreidimensionale Ansicht von
Band 12, das Bestandteil des Behälteraufbaus 10 von
1F ist;
1C eine dreidimensionale Ansicht von
Band 13, das gefüllt mit explosionsabschwächendem Material 14
und mit den Bändern 11 und 12 zusammengefügt den Behälteraufbau
10 von 1F darstellt;
1D eine dreidimensionale Teilmontageansicht,
die zusammen mit 1E die Montagefolge für den Behälteraufbau
10 veranschaulicht;
1E eine dreidimensionale Teilmontageansicht,
die zusammen mit 1D die Montagefolge für den Behälteraufbau
10 veranschaulicht;
1F eine dreidimensionale Montageansicht
des Behälteraufbaus 10;
1G eine dreidimensionale Ansicht einer
optionalen Stützkonstruktion 17 für die Einbeziehung bei der Montage von
Behälteraufbau 10;
2A eine dreidimensionale Ansicht des
alternierenden Bandes 12' mit den Laschen X und Y;
2B eine dreidimensionale Teilmontageansicht,
die die Montagefolge für den Behälteraufbau 10' veranschaulicht;
2C eine dreidimensionale Montageansicht
des Behälteraufbaus 10';
3A eine dreidimensionale Ansicht des
Schnittes des alternierenden Bandes 11'' an den Ecken 16 zur Schaffung
von Teilen, die beim Falten die Falze 18 bilden;
3B eine dreidimensionale Ansicht des
alternierenden Bandes 11'' mit Falzen 18;
3C eine dreidimensionale Teilmontageansicht,
die die Montagefolge für den Behälteraufbau 10'' veranschaulicht;
4 eine dreidimensionale Montageansicht
von Behälteraufbau 10''';
5A eine dreidimensionale Ansicht des
alternierenden Bandes 11'''', das im Querschnitt sechseckig ist;
5B eine dreidimensionale Teilmontageansicht
der alternierenden Bänder 11'''' und 12'''';
5C eine dreidimensionale Montageansicht
des Behälteraufbaus 10'''';
6A eine dreidimensionale Teilmontageansicht,
die ein zweiteiliges Äquivalent (M und N) zu Band 12 für die Verwendung
mit dem Behälteraufbau 10''''' dieser Erfindung veranschaulicht;
6B eine dreidimensionale Teilmontageansicht
ähnlich der in 6A, aber zusätzlich mit einem dritten
Band 13''''';
6C eine dreidimensionale Montageansicht
des Behälteraufbaus 10''''';
7A eine dreidimensionale Montageansicht
des explosionsfesten Behälteraufbaus 20 in geschlossener/beladener Stellung;
7B eine dreidimensionale Montageansicht
des Behälteraufbaus 20 in offener/beladbarerer Stellung;
8A eine dreidimensionale Ansicht der
inneren Hülle 31 für einen explosionsfesten Behälter mit Be- und Entlade-Möglichkeiten
bei eingeschränkten Platzverhältnissen;
8B eine dreidimensionale Teilmontageansicht
des Behälteraufbaus 30;
8C eine dreidimensionale Teilmontageansicht
des Behälteraufbaus 30;
8D eine dreidimensionale Ansicht der
Bänder 40 und 41 zur Verwendung bei Behälteraufbau 30;
8E den Behälteraufbau 30 in
geschlossener (beladener) Stellung;
8F den Behälteraufbau 30 in
offener (Belade/Entlade-) Stellung;
9A eine dreidimensionale Ansicht des
Bandes 50 mit steifen Einsätzen vor dem Falten zur Schaffung der Falze
18';
9B eine dreidimensionale Teilansicht
des Bandes 50 mit steifen Einsätzen vor dem Falten zur Schaffung der Falze
18';
9C eine dreidimensionale Teilansicht
des Bandes 50 während des Faltens;
9D eine dreidimensionale Teilansicht
des gefalteten Bandes 50;
9E eine dreidimensionale Ansicht des
gefalteten Bandes 50;
10A eine dreidimensionale Ansicht eines
zerlegten Kabinenbehälteraufbau-Satzes 60;
10B eine dreidimensionale Ansicht des
teilweise offenen Bandes 63;
10C eine dreidimensionale Ansicht des
vollständig geöffneten Bandes 63;
10D eine dreidimensionale Ansicht des
geöffneten Innenbandes 62 mit darin verwahrtem Gepäck 61;
10E eine dreidimensionale Ansicht von
Band 63, das auf dem beladenen Innenband 62 angeordnet ist;
10F eine dreidimensionale Ansicht von
Band 64, das an den eingeschachtelten Bändern 62 und
63 angeordnet ist;
10G eine dreidimensionale Ansicht des
zusammengesetzten Kabinenbehälteraufbaus 70;
10H eine dreidimensionale Ansicht von
Band 62 mit dem daran angebrachten Netz 69;
10I eine dreidimensionale Ansicht des
Behälteraufbaus 70 mit optionalen Tragevorrichtungen.
AUSFÜHRLICHE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
Die oben genannten Zeichnungen dienen zum besseren Verständnis der
bevorzugten Erfindung für Fachleute. Die in den Figuren dargestellten bevorzugten
Ausführungen dieser Erfindung sind keineswegs erschöpfend oder schränken die Erfindung
auf die offenbarte genaue Form ein. Sie ist gewählt worden, um die Prinzipien der
Erfindung und ihrer Anwendung und deren praktische Nutzung zu beschreiben oder am
besten zu erklären, um dadurch andere Fachleute in die Lage zu versetzen, die Erfindung
bestmöglich zu nutzen. Insbesondere sind die Bänder aus explosionsfestem Material
in den beigefügten Zeichnungen mit parallelen Linien dargestellt, die im Wesentlichen
Endlosfasern/Fäden in Umfangsrichtung der Bänder zeigen, d. h. als in einer Richtung
verlaufende Faserbänder. Diese Darstellung dient zum erleichterten Verständnis der
Erfindung; obwohl sie ein Gewebe für die Nutzung bei dieser Erfindung festlegt,
ist dies nicht das einzige in Frage kommende Gewebe.
Bei der Diskussion der Zeichnungen werden zunächst konstruktive Aspekte
angesprochen, gefolgt von Überlegungen zu geeigneten Materialien und darüber, wie
diese die Fähigkeiten der Konstruktionen bezüglich Explosionswiderstand und/oder
Explosionslenkung beeinflussen.
Unter Bezugnahme auf 1F bezeichnet die
Kennzahl 10 den explosionsfesten Behälteraufbau. Die Konstruktion des Behälteraufbaus
10 ist für die Vorteile dieser Erfindung entscheidend. Der Behälter besteht
aus einem Satz von zumindest drei ineinander geschachtelten und gegenseitig an vier
Seiten verstärkten kontinuierlichen Bändern 11, 12 und
13 eines Materials, die zu einem Würfel zusammengefügt sind. Siehe
1A, 1B und
1C. „Band" bedeutet ein dünner, flacher,
ein Volumen umschließender Streifen. Der Querschnitt des umschlossenen Volumens
kann variieren, obwohl eine Vieleckform der kugelförmigen vorgezogen wird, wobei
eine rechteckige Form bevorzugt wird und eine quadratische Form Priorität genießt,
wie dargestellt. Unter Bezugnahme auf die 1D und
1E wird ein erstes inneres Band
11 mit explosionsabschwächendem Material 14 (dargestellt als wässriger
Schaum) gefüllt und dann in ein etwas größeres zweites Band 12 geschachtelt,
welches in ein etwas größeres drittes Band 13 eingeschachtelt ist, wobei
alle Bänder mit ihren entsprechenden Längsachsen senkrecht zueinander angeordnet
sind. Auf diese Weise hat jede der sechs Platten, die die Seitenflächen des würfelförmigen
Behälters bilden, eine Dicke, die im Wesentlichen gleich der Summe der Dicken von
mindestens zwei der Bänder 11, 12 und 13 ist, wo sie
überlappen, und jede Kante 15 des Behälters ist von wenigstens einem Band
11, 12 oder 13 des Materials bedeckt. Mit anderen Worten,
nachdem die Last (Sprengstoff oder Gepäck) am ersten Band 11 anliegt, legt
oder verteilt sich das explosionsabschwächende Material 14 innerhalb des
ersten Bandes 11 um die Last. Das zweite ähnlich strukturierte Band
12 mit etwas größeren Maßen wird so über das erste Band gelegt, dass dessen
Längsachse senkrecht zu der des ersten Bandes 11 steht (siehe
1D). Das dritte ähnlich strukturierte jedoch größere
Band 13 wird über das zweite Band 12 geschoben, so dass dessen
Längsachse senkrecht zu den Achsen der beiden Bänder 11 und 12
steht (siehe 1E). Das dritte Band 13 vervollständigt
den bevorzugten explosionsfesten Behälteraufbau 10. Die Passung zwischen
den Bändern 11, 12 und 13 ist nicht als gasdichte Versiegelung
gedacht, sondern ist eine dichte Passung, so dass das Gas im Falle einer Explosion
aus den Ecken 16 des würfelförmigen Behälters allmählich entweichen kann.
Die Bänder sind übereinander verschiebbar und deshalb müssen die Reibungskennwerte
ihrer Oberflächen möglicherweise abgeändert werden, wie später noch ausführlich
erläutert wird. Der Behälteraufbau 10 hat keine separate Zugangstür und
dadurch werden alle Einschränkungen vermieden, die Behälter nach dem bisherigen
Stand der Technik aufweisen. 1G zeigt einen Gewicht/Lastträgerrahmen
17, der wahlweise in den Behälteraufbau 10 eingeschachtelt werden
kann für den Fall, dass der Behälteraufbau 10 zum Tragen der zu beladenden
Gegenstände nicht genügend steif ist. Das innere Band 11 wird zunächst
über den Rahmen geschoben und dann erfolgt, wie bereits beschrieben, der weitere
Zusammenbau. Der Rahmen 17 kann aus Metall oder konstruktiven Verbundstäben
gefertigt werden, die so ausgelegt sind, um die Tragkraft der Konstruktion zu optimieren
und das Behältergewicht so gering wie möglich zu halten.
Bei einer Variante der Grundkonstruktion wird das zweite Band
12 durch Band 12' ersetzt, das ein aus fünf Seiten bestehendes
endliches Band ist (siehe 2A), d. h. Band
12' besteht aus fünf im Wesentlichen rechteckigen bzw. vorzugsweise, wie
dargestellt, quadratischen, hintereinander angeordneten Flächen, was eine mehr als
bei den vier Seitenflächen ist, die den rechteckigen Querschnitt derselben bilden.
Die Bänder 11 und 13 und das explosionsabschwächende Material
14 sind dieselben wie bei der Grundkonstruktion. Unter Bezugnahme
auf 2B wird das Band 12' um das gefüllte innere
Band 11 gewickelt, wobei deren erste und fünfte Seitenfläche an einer der
offenen Seiten des ersten Bandes 11 überstehen, um die Laschen X und Y
zu bilden. Das dritte Band 13 vervollständigt den explosionsfesten Behälteraufbau
10'. Der Zugang zu einer Seite des würfelförmigen Behälteraufbaus
10' erfolgt durch das Entfernen von Band 13 und dem Öffnen der
Laschen X und Y. Bei dieser Ausführung ist das Band 12' vorzugsweise ein
ineinander geschachteltes Band, um zu verhindern, dass die Laschen X und Y bei einer
Explosion aufgerissen werden. Der Behälteraufbau 10' hat keine separate
Zugangstür, und dadurch werden alle Einschränkungen vermieden, die durch Ausführungen
nach dem Stand der Technik gegeben sind.
Unter Bezugnahme auf die 3A,
3B UND 3C,
die eine andere Variante der Grundkonstruktion zeigen, wird das innere Band
11 durch das innere Band 11'' ersetzt, das Falze 18 hat,
die an beiden Seiten desselben vor dem Befüllen mit explosionsabschwächendem Material
14 und dem nachfolgenden Zusammenbau mit den anderen Bändern
12 und 13 gebildet werden. Band 11'' kann breiter als
benötigt gefertigt, an jeder Ecke 16 eingeschnitten und gefaltet werden,
um an jeder Seite die Falze 18 zu bilden (siehe 3A
und 3B). Der Falz 18 ist eine vorstehende
Kante oder eine kleine Lasche, die im Wesentlichen bei Nutzung senkrecht zur Ebene
von Band 11'' steht – das nächste äußerste Band (bei diesem Beispiel
Band 12) hält die Lasche 18 in dieser Beziehung zu Band
11''. Das Vorhandensein der Falze 18 bei einer Explosion des Behälters
dient zur Begrenzung der Geschwindigkeit, mit der die heißen Gase nach einer Explosion
aus dem Behälter entweichen; dies dient dazu, in der Nähe befindliche Menschen und
Sachwerte vor Schaden zu bewahren sowie das Risiko zu verringern, dass der Behälter
Feuer fängt. Jedes innere Band kann mit Falzen gebildet werden; die besten Ergebnisse
werden jedoch mit den Falzen 18 am innersten Band 11'' erzielt.
Durch diese Erfindung werden viele unterschiedliche Behälterformen
berücksichtigt. Zum Beispiel umschließt der Behälteraufbau 10''' von
4 auf Grund der unterschiedlichen rechteckigen Querschnitte
der drei Bänder ein nichtwürfeliges rechteckiges Prisma. In 5C
ist der Behälteraufbau 10'''' zu sehen, der gebildet wird durch ein erstes
inneres Band 11'''' (siehe 5A), im Wesentlichen
mit einem sechseckigen Querschnitt, gefüllt mit einem explosionsabschwächenden Material
14 und eingeschachtelt in ein vierseitiges Band 12'''' (
5B), das in das vierseitige Band 13'''' eingeschachtelt
ist, welches in das vierseitige Band 14'''' eingeschachtelt ist. Die Tatsache,
dass Bänder mit einem vielseitigen Querschnitt bevorzugt werden, leitet sich davon
ab, dass der Behälter die Tendenz zur Verformung hat, um bei einer Explosion das
Innenvolumen zu vergrößern.
Es ist mittlerweile ersichtlich, dass bei dieser Erfindung selbst
bei der würfelförmigen Behältergrundversion (oder rechteckigem Prisma) im Wesentlichen
ohne weiteres mehr als drei Bänder verwendet werden können. Unter Bezugnahme auf
die 6A, 6B und
6C, die den würfelförmigen Behälteraufbau
10''''' zeigen, ist das zweite Band 12''''' konstruktiv in zwei
identische parallele und koaxiale Teile M und N geteilt, in welche das innere Band
11''''' eingeschachtelt ist (oder die über dem inneren Band 11'''''
angeordnet sind). Der Zusammenbau von Band 11''''' erfolgt mit den kleineren
Teilen (Bändern) M und N, die im äußeren Band 13''''' eingeschachtelt sind.
Ein solcher Behälteraufbau 10''''' wäre viel leichter zu be- und entladen
als ein vergleichbarer Behälteraufbau 10 mit genormter Luftfrachtgröße,
d. h. 1,82 × 1,82 × 1,82 m (6 × 6 × 6 Fuß). Um ein Beispiel
anzuführen, die Beladung erfolgt, wenn das erste Band 11''''' mittels einer
herkömmlichen Hubgabel auf einem Träger platziert ist. Nachfolgend wird das erste
Band 11''''' auf und ab bewegt, damit das Band M darum gelegt werden kann.
Band 11''''' wird dann stabilisiert, damit die Gegenstände 19
auf das erste Band 11''''' geladen werden können. Nach dem Beladen wird
dann Band 11''''' mit explosionsabschwächendem Material 14 gefüllt
und in der anderen Richtung auf und ab bewegt, um zu ermöglichen, dass Band N darum
angeordnet werden kann. Daraufhin wird die Konstruktion stabilisiert und Band
13''''' über die zusammengefügten Bänder wie in den 6B
und 6C dargestellt platziert. Für das Entladen
von Behälter 10''''' wird die Reihenfolge umgekehrt. Die Zwischenteile
(Bänder) M und N brauchen zum Entladen nicht vollkommen entfernt zu werden und können
in eine beliebige Richtung geschoben werden, d. h. einander gegenüberliegend, wie
dargestellt, oder in dieselbe Richtung. Sie können auch angeordnet werden, um teleskopartig
in dieselbe Richtung zu gleiten. Das äußere Band 13''''' könnte auf Wunsch
in ähnlicher Weise aus zwei oder mehreren Abschnitten gefertigt werden.
Theoretisch kann eine unbegrenzte Anzahl koaxialer Bänder in paralleler
Anordnung verwendet werden, die vorzugsweise aneinander stoßen, um ein beliebiges
Band bei der aus drei Bändern bestehenden Grundkonzeption der Erfindung zu ersetzen.
Am inneren Bandäquivalent können alle koaxialen Bänder Falze (z. B. siehe
3B) oder überlappende Laschen (z. B. siehe
2B) haben. Am Zwischenbandäquivalent können alle koaxialen
Bänder Laschen aufweisen, aber nur diejenigen neben der Kante können an der Seite
neben der Kante einen Falz haben. Es wird bevorzugt, dass das äußerste Band aus
einem einzelnen kontinuierlichen Band besteht. Weiterhin kann eine größere Anzahl
von koaxialen Bändern ebenfalls koaxial ineinander geschachtelt
werden, um ein beliebiges Band beim Dreibänder-Behältergrundkonzept der Erfindung
zu ersetzen; die Anzahl der als Äquivalent genutzten Bänder kann von der gewünschten
Steifheit des Äquivalents abhängen. Es ist möglich, mehrere flexible Bänder zu haben,
die beim koaxialen Einschachteln steif werden.
Die 7A und 7B
zeigen den explosionsfesten Behälteraufbau 20, bei dem das Problem eines
wirksamen Verschlusses angesprochen wird. Der Behälteraufbau 20 ist ein
Behälter mit zwei Bändern der Dreibänder-Konzeption, die bereits erörtert wurde,
und einer Zugangsöffnung an einer oder mehreren Seiten desselben. 7B
zeigt den Behälteraufbau 20 in offener Stellung zum Be- und Entladen. Die
Laschentür 21 ermöglicht den Zugang zum Inneren von einer Seite; es kann
ein ähnlicher Zugang an einer oder mehreren Seiten der anderen Seitenflächen sein.
In 7B sind der Sprengstoff (nicht dargestellt) und
das explosionsabschwächende Material 14 bereits verladen. Es wird bevorzugt,
dass sowohl die Tür als auch der Behälter aus einem steifen Material gefertigt werden,
was im Einzelnen später erörtert wird. Ein Band 22, vorzugsweise mit quadratischem
Querschnitt, wird über den Behälter 20 geschoben, um dessen Seitenflächen
zu umschließen und dadurch den Verschluss von Behälter 20 zu sichern (siehe
7A). Band 22 kann den gesamten oder nur einen
kleinen Teil der Laschentür 21 überdecken, wenn diese geschlossen ist.
Zumindest ungefähr 20, vorzugsweise mindestens etwa 40, noch besser wenigstens 60
Prozent der Fläche der Tür 21 sollten von Band 22 bedeckt sein.
Band 22 gleitet zu einer Seite der Laschentür 21, wie in
7B dargestellt, oder wird vollständig vom Behälter
entfernt, um den Zugang durch die Tür 21 zu ermöglichen. Die Form des Innenquerschnitts
von Band 22 sollte mit dem Teil des Behälters, den dieses umschließt, übereinstimmen.
Es wird ein vielseitiger Querschnitt bevorzugt, wobei ein rechtwinkliger noch mehr
bevorzugt wird und der quadratische Querschnitt (wie dargestellt) die höchste Priorität
genießt. Das Verschließen mittels dieser Konstruktion wird ohne Scharniere (und
für die dort Anwesenden möglicherweise tödlichen Stifte) oder Führungselemente bewerkstelligt.
Bei einer Explosion hält das Band 22 die Tür 21 fest. In dem Fall,
dass dort keine Tür 21 die Zugangsöffnung abdeckt, werden zumindest 50%,
vorzugsweise mindestens etwa 80% und noch besser im Wesentlichen die gesamte Fläche
der Zugangsöffnung von Band 22 verdeckt.
Die 8A–8F
zeigen noch einen weiteren explosionsfesten Behälteraufbau 30, der über
Möglichkeiten zum Be- und Entladen bei beschränkten Raumverhältnissen verfügt. Diese
Konstruktion ähnelt sehr dem bereits erörterten Dreibänder-Konzept, das stark detonationsdämmend
wirkt. Eine Modifikation dieses Dreibänder-Konzepts ist notwendig, um einen günstigen
Zugang zum Behälterinnern im Rahmen der Raumeinschränkungen zu erhalten, die bei
Flugzeugladeräumen bestehen. In 8A ist eine Wabenkernplatte
31 dargestellt, die dem vollständig montierten Behälteraufbau
30 strukturelle Festigkeit verleiht. Platte 31 ist im Wesentlichen
ein Würfel mit einer abgeflachten Kante 32 und einer Öffnung
33 auf einer Seite, die den Zugang zum Behälterinnern nach dem Zusammenbau
bietet. Ein erstes inneres Band 34 wird um die Platte 31 gelegt,
so dass die Öffnung 33 bedeckt wird. Das materialbildende Band
34, wie im Einzelnen später erörtert, ist biegsam und kann eingeschnitten
werden, um in Band 34 an der Öffnung 33 eine obere 35
und eine untere Zugangslasche 36 zu bilden. Das Zwischenband
37 ist ein kontinuierlicher(s) Streifen/Band, unter dem die Bodenplatte
39 angebracht ist (siehe 8C). Das äußere Band
ist ein zweiteiliges vertikal gleitendes Band, bestehend aus den Abschnitten
40 und 41, die gleiten und sich teleskopartig ineinander (40
+ 41) verschieben können, um den Behälter zu öffnen. Obwohl bevorzugt wird,
dass die Abschnitte 40 und 41 bei geschlossenem Behälter zusammen
vollständig die Laschen 35 und 36 überdecken, brauchen sie nicht
die gesamte Fläche zu überdecken und sind trotzdem wirksam. Das Innere von Abschnitt
41 ist etwas größer bemessen als das Äußere von Abschnitt 40 (siehe
8D), so dass er darüber gleiten kann, um den Zugang
33, wie in 8F dargestellt, vollständig zu
öffnen. An der Seite des Behälters sind die Anschläge 38 vorgesehen. Der
Vorsprung am Unterteil von Anschlag 38 sichert Abschnitt 41 derart,
dass dieser nicht herab fällt, während das Oberteil von Anschlag 38 dazu
dient, dass Abschnitt 40 nicht in das Innere von Abschnitt 41
fallen kann. 8E zeigt den geschlossenen vollständig
montierten Behälteraufbau. Durch die Möglichkeit des teleskopartigen Zusammenschiebens
dieser Konstruktion verringert sich der zusätzliche Platzbedarf zum Be- oder Entladen
auf die Hälfte des Bedarfs eines üblichen würfelförmigen Behälters. Im Falle von
drei Teleskopabschnitten würde sich der zusätzlich benötigte Platz auf ein Drittel
verringern usw. Obwohl theoretisch mehr als drei Abschnitte genutzt werden könnten,
wäre es wahrscheinlich unpraktisch. Die Möglichkeit des teleskopartigen Zusammenschiebens
bei dieser Konstruktion könnte ebenfalls bei der Ausführung für den Verschluss gemäß
7A und 7B verwendet
werden, wo Behälter des Stands der Technik verwendet werden.
Unter Bezug auf die 9A bis
9E, die eine andere Variante der Grundkonstruktion
zeigen, wird das innere Band 11 durch das innere Band 50 ersetzt,
das Falze 18' hat, welche vor dem Zusammenbau an beiden Seiten desselben
gebildet werden. Das Band 52 kann breiter als benötigt gefertigt und an
seinen Kanten 15 gefaltet werden, um an jeder Seite die Falze
18' zu schaffen. Falz 18' ist eine vorspringende Kante oder eine
kleine Lasche, die bei Nutzung im Wesentlichen senkrecht zur Ebene des Bandes
52 verläuft – das nächste äußere Band hält den Falz/die Lasche
18' in dieser Beziehung zu Band 52. 9A
zeigt die Verwendung der verstärkten Einsätze für das innere Band,
d. h. einen gehärteten viereckigen Bilderrahmeneinsatz 51 für jede der
vier Seitenflächen des Bandes, und die Verwendung der verstärkten Einsätze für die
Laschen an jeder Seite des Bandes, d. h. zwei gehärtete rechteckige Einsätze
52 und zwei trapezförmige Einsätze 53. Diese Einsätze
51, 52 und 53 sind in Abständen zueinander angeordnet,
um das Falten der Laschen zur Formung der Falze 18' zu ermöglichen. Die
Laschen mit den trapezförmigen Einsätzen 53 liegen sich gegenüber und werden
um 90° nach innen gefaltet, um die Seitenflächen des Würfels zu bilden, ohne
das Gewebe entlang der Kanten zwischen den Laschen einschneiden zu müssen. Die Laschen
mit den rechteckigen Einsätzen 52, die sich ebenfalls gegenüber liegen,
werden dann um 90° nach innen gefaltet und an den anderen Laschen befestigt,
zum Beispiel durch zusammenpassende Haken-Schleifen-Befestigungselemente
54 von VELCRO®. Der Vorteil, dass die Laschen/Falze
18' nicht geschnitten werden müssen und verbunden bleiben können, besteht
darin, dass sie durch die Wucht der Explosion in dem Behälteraufbau nicht ohne Weiteres
nach außen gedrückt werden können.
Die 10A bis 10I
zeigen einen Flugzeugkabinen-Notbehälteraufbau, dargestellt in zerlegter Form als
Satz 60 (10A) über den Aufbau (B
bis F) bis hin zum Notbehälteraufbau 70 (10G).
Unter Bezugnahme auf 10A umfasst der Satz
60 die zusammengeklappten (gefalteten) Bänder 62, 63
und 64; den Kanister 66 mit explosionsabschwächendem Material,
vorzugsweise einem wässrigen Schaum; einen optionalen Teleskopstab 67;
und Gurte 68 zum Zusammenhalten des Satzes 60 während der Lagerung.
10B zeigt das Auseinanderfalten des inneren Bandes
63 an seinen Kanten 15, bis es vollständig aufgerichtet ist (siehe
10C). 10D zeigt die Anordnung
von verdächtigem Gepäck 61 im inneren Band 62 mit den verschließbaren
Laschen 65. Unter Bezugnahme auf 10E wird
das explosionsabschwächende Material 14, dargestellt als wässriger Schaum,
in das innere Band 62 über Kanister 66 um das verdächtige Gepäck
61 verteilt. Die Laschen 65 sind geschlossen, um einen Falz zu
bilden, und das Innenband 62 ist innerhalb des Bandes 63 eingeschachtelt,
wobei deren Längsachsen senkrecht zu einander stehen. Das dritte, jedoch bedeutend
größere Band 64, wird über das zweite Band 63 (siehe
10F) geschoben, so dass dessen Längsachse zu den Achsen
der beiden Bänder 62 und 63 senkrecht steht. Der Kabinen-Behälteraufbau
70 wird in 10G dargestellt. 10H
zeigt die Nutzung des optionalen Netzgewebes 69, bei dem das verdächtige
Gepäck 61' nicht mit den Seiten der Bänder 62 und 63
in Kontakt kommt. 10I zeigt die optionalen Griffe
71, durch welche der Teleskopstab 67 zum Tragen des Behälteraufbaus
70 geschoben wird. Die Griffe 71 werden nach der Montage des Behälteraufbaus
70 angeklebt (72).
Der hier in Bezug auf die Bänder verwendete Begriff „steif"
bedeutet, dass ein Band über seine Seitenfläche oder -flächen nicht biegsam ist.
Jedes Band umfasst eine Vielzahl von Seitenflächen und Kanten und kann im Wesentlichen
über die Flächen unbiegsam sein, aber seine Biegsamkeit an den Kanten behalten und
trotzdem als „steif" gelten. Ein solches Band gilt ebenfalls als „zusammenlegbar",
weil seine biegsamen Kanten als stiftlose Scharniere wirken, die die im Wesentlichen
nichtbiegsamen Seitenflächen verbinden, und das Band kann im Wesentlichen durch
Falten an mindestens zwei seiner Kanten flachgedrückt werden. In Bezug auf die Seitenflächen
wird Biegsamkeit wie folgt definiert. Eine Materiallänge wird waagerecht entlang
einer Seite auf einer flachen Trägerfläche mit einem nicht gestützten Überhangteil
der Länge „L" eingeklemmt. Der senkrechte Abstand „D", der von der
nicht geklemmten Seite des Überhangteils bis unter die flache Trägerfläche reicht,
wird gemessen. Das Verhältnis D/L ist das Maß für die Streckformbarkeit. Wenn das
Verhältnis gegen 1 geht, ist die Konstruktion/Seitenfläche sehr biegsam, und wenn
das Verhältnis gegen 0 geht, ist sie sehr steif oder nicht biegsam. Konstruktionen
gelten als steif, wenn das Verhältnis D/L weniger als etwa 0,2 ist, vorzugsweise
weniger als etwa 0,1.
Die bauliche Ausführung dieser Erfindung, insbesondere die Dreibänder-Würfel-Ausführung,
verbessert die Fähigkeit des Behälters, die Detonation innerhalb des Behälters einzudämmen.
Diese Fähigkeit zur Eindämmung der Detonation wird auch durch die verstärkte Flächendichte
des Behälters verbessert. Die „Flächendichte" ist das Gewicht einer Konstruktion
pro Einheitsfläche der Konstruktion in kg/m2, welche in Verbindung mit
den nachfolgenden Beispielen ausführlicher diskutiert wird. Die bei der Bildung
der Behälter und Bänder dieser Erfindung bevorzugten explosionsfesten Materialien
sind orientierte Folien, Faserschichten und/oder eine entsprechende Kombination
daraus. Eine Harzmatrix kann wahlweise mit Faserschichten verwendet werden und eine
Folie (orientiert oder nichtorientiert) kann aus Harzmatrix bestehen.
Einachsig oder zweiachsig orientierte Folien, die als explosionsfestes
Material brauchbar sind, können einschichtige, zweischichtige oder Mehrschichtfolien
sein, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Homo- und Copolymerisaten thermoplastischer
Polyolefine, thermoplastischen Elastomeren, vernetzten thermoplastischen Kunststoffen,
vernetzten Elastomeren, Polyestern, Polyamiden, Fluorkohlenstoffen, Urethanen, Epoxidharzen,
Polyvinylidenchlorid, Polyvinylchlorid und deren Mischungen. Folien der Wahl sind
hochdichtes Polyethylen, Polypropylen und Mischungen aus Polyethylen und Elastomeren.
Die Foliendicke reicht vorzugsweise von etwa 5 bis 1016 &mgr;m
(0,2 bis 40 mils), besser noch von etwa 12,7 bis 508 &mgr;m (0,5 bis 20 mils), am
meisten bevorzugt von etwa 25,4 bis 381 &mgr;m (1 bis 15 mils).
Im Sinne dieser Erfindung besteht eine Faserschicht aus wenigstens
einem Netz von Fasern, entweder allein oder mit einer Matrix. Die Faser ist ein
verlängerter Körper, deren Längenmaß viel größer als ihre Quermaße in Bezug auf
Breite und Dicke ist. Demzufolge beinhaltet der Begriff Faser Einzelfaden-, Mehrfaden-,
Band-, Streifen-, Stapel- und andere Formen von zerhackten, geschnittenen oder endlichen
Fasern und ähnlichen mit regelmäßigem oder unregelmäßigem Querschnitt. Der Begriff
Faser beinhaltet eine Vielzahl einer dieser oben genannten oder einer Kombination
davon.
Die Querschnitte der Fäden zur Verwendung bei dieser Erfindung können
stark variieren. Sie können im Querschnitt kreisförmig, flach oder rechteckig sein.
Sie können auch einen unregelmäßig oder regelmäßig gelappten Querschnitt mit einem
oder mehreren regelmäßigen oder unregelmäßigen Lappen haben, die von der Linear-
oder Längsachse der Fasern vorstehen. Es wird besonders bevorzugt, dass die Endlosfasern
einen im Wesentlichen kreisförmigen, flachen oder rechteckigen Querschnitt haben,
bevorzugt wird ersterer.
Mit Netzgewebe ist eine Vielzahl von Fasern gemeint, die in einer
vorgegebenen Konfiguration oder einer Vielzahl von Fasern zusammen angeordnet sind,
um ein verzwirntes oder nicht verzwirntes Garn zu bilden, wobei die Garne in einer
vorgegebenen Konfiguration angeordnet sind. Zum Beispiel können die Fasern oder
das Garn als Filz oder in anderer nicht gewebter, gestrickter oder gewebter Art
(glatt, Kettenwicklung, Satin und Krähenfußmuster usw.) zu einem Netzgewebe oder
mittels herkömmlicher Verfahren zu einem Netzgewebe geformt werden. Nach einer besonders
bevorzugten Netzkonfiguration sind die Fasern einseitig ausgerichtet, so dass sie
im Wesentlichen entlang einer gemeinsamen Faserrichtung parallel zueinander stehen.
Endlosfasern werden am meisten bevorzugt, obwohl Fasern, die orientiert sind und
eine Länge von etwa 7,6 bis 30,4 cm (etwa 3 bis 12 Zoll) haben, ebenfalls akzeptabel
sind und im Sinne dieser Erfindung als „im Wesentlichen endlos" gelten.
Es wird bevorzugt, dass innerhalb einer Faserschicht wenigstens etwa
10 Gewichtsprozent der Fasern, noch besser wenigstens etwa 50 Gewichtsprozent der
Fasern und am besten mindestens etwa 75 Gewichtsprozent der Fasern im Wesentlichen
endlose Faserlängen sind, die das Volumen umschließen, welches vom Behälter eingeschlossen
wird. Volumen umschließen bedeutet in Band- oder Umfangsrichtung, d. h. im Wesentlichen
parallel zum oder in Richtung des Bandes, als Band wie es bereits oben definiert
und dargestellt wurde. Mit im Wesentlichen parallel zum oder in Richtung des Bandes
ist innerhalb ±10° gemeint. Es wird auch bevorzugt, dass die Bänder dieser
Erfindung im Wesentlichen nahtlos sind. Im Wesentlichen nahtlos bedeutet, dass das
Band nahtlos ist an jeder Kante, die die angrenzenden Seitenflächen für mehr als
mindestens eine volle Wicklung der Faserschicht verbindet, und auch, dass an einer
gegebenen Stelle am Band mindestens eine Wicklung/Lage ist, die nahtlos ist. Nach
dieser Definition würde das Band 12' nach 2A
als im Wesentlichen nahtlos gelten, selbst wenn dessen Laschen X und Y nicht miteinander
verbunden sind. Somit ist jede Seitenfläche eines Bandes an mindestens einer gemeinsamen
Kante mit einer anderen Seitenfläche mit einem Fasermaterial verbunden, das zwischen
ihnen als Scharnier funktioniert; das bevorzugte Fasermaterial umfasst im Wesentlichen
endlose, parallele Längen von Fasern senkrecht zur Kante.
Die endlosen Bänder können mittels einer Anzahl von Verfahren gefertigt
werden. Bei einer bevorzugten Ausführung werden die Bänder, insbesondere diejenigen
ohne Harzmatrix, durch Aufwickeln von Gewebe um einen Dorn und Sichern der Form
durch geeignete Sicherungsmittel, z. B. Kleben durch Wärme- und/oder Druck, Wärmeschrumpfen,
Kleber, Klammern, Nähen und andere Sicherungsmittel gebildet, die Fachleuten bekannt
sind. Beim Nähen kann es sich entweder um das Nähen von Punkten, Linien oder Nähen
mit sich schneidenden Abschnitten von parallelen Linien handeln. Das Nähen erfolgt
normalerweise in Form von Stichen, aber bei dieser Erfindung gibt es keinen speziellen
Stichtyp oder keine speziellen Nähmethoden, die als Sicherungsmittel bevorzugt werden.
Die zur Bildung der Stiche verwendete Faser kann ebenfalls stark variieren. Die
zweckmäßige Faser kann einen relativ niedrigen Modul oder einen relativ hohen Modul
und eine relativ geringe Festigkeit oder eine relativ hohe Festigkeit haben. Die
für die Stiche zu verwendende Faser hat vorzugsweise eine Festigkeit gleich oder
größer als etwa 2 g/d und einen Modul gleich oder größer als etwa 20 g/d. Alle Zugfestigkeitseigenschaften
werden durch Ziehen einer 25,4 cm (10 Zoll) langen Faserlänge bewertet, die auf
einem Zugfestigkeitsprüfgerät Typ INSTRON zwischen Spannklemmen mit 25,4 cm/min
(10 Zoll/min) geklemmt war. In den Fällen, wo es wünschenswert ist, das Band etwas
steifer zu fertigen, können in das Gewebe Taschen genäht werden, in welche steife
Platten eingesetzt werden können, oder die Platten können selbst in das Band zwischen
Materialwicklungen eingenäht werden. Dies ist eine weitere „zusammenlegbare"
Ausführung von steifen Bändern, d. h. die Seitenflächen sind steif wegen des Vorhandenseins
der steifen Platten, aber die Kanten sind biegsam wegen des biegsamen Gewebes, das
die Bänder formt, oder können gebogen werden, z. B. durch das
Gewicht des steifen Seitenteils. Ein Vorteil für die zusammenlegbaren Ausführungen
dieser Erfindung besteht darin, dass das Bauteil in flacher Form transportiert und
kurz vor der Verwendung aufgestellt werden kann. Eine andere Möglichkeit, um Gewebewicklungen
innerhalb eines Bandes wahlweise steif zu machen, ist die mittels Stichmustern,
z. B. können parallele Reihen von Stichen auf Teilflächen des Bandes angebracht
werden, um es steif zu machen, während die Verbindungen/Kanten nicht genäht werden,
um ein weiteres „zusammenlegbares" steifes Band zu fertigen.
Der für das explosionsfeste Material verwendete Fasertyp kann stark
variieren und anorganischer oder organischer Natur sein. Bevorzugte Fasern für die
praktische Anwendung dieser Erfindung, insbesondere für die im Wesentlichen endlosen
Längen, sind solche mit einer Festigkeit gleich oder größer etwa 10 g/d und einem
Zugmodul gleich oder größer etwa 200 g/d (gemessen mit einem Zugfestigkeitsprüfgerät
Typ INSTRON). Besonders bevorzugte Fasern sind solche mit einer Festigkeit gleich
oder größer etwa 20 g/d und einem Zugmodul gleich oder größer als etwa 500 g/d.
Am meisten werden solche Ausführungen bevorzugt, bei denen die Festigkeit der Fasern
gleich oder größer etwa 25 g/d und der Zugmodul gleich oder größer etwa 1000 g/d
ist. Bei der praktischen Anwendung dieser Erfindung haben die gewählten Fasern eine
Festigkeit gleich oder größer etwa 30 g/d und einen Zugmodul gleich oder größer
etwa 1200 g/d.
Hochleistungsfasern können in Bänder eingearbeitet werden zusammen
und/oder in Verbindung mit anderen Fasern, die anorganischer, organischer oder metallischer
Natur sein können. Die Hochleistungsfaser ist vorzugsweise die endlose (Ketten-)
Faser und die andere Faser ist die Füllfaser. Die andere Faser kann wahlweise sowohl
in die Ketten- als auch die Füllfaser eingearbeitet werden. Solche Gewebe werden
als Hybridfasern bezeichnet. Hybridfasern können zur Herstellung von einem oder
mehreren Bändern des Behälters verwendet werden. Hybridfasern sollten vorzugsweise
verwendet werden, um einen Teil oder das gesamte äußere Band daraus zu fertigen.
Die Bänder können auch durch gleichzeitiges oder aufeinander folgendes Wickeln eines
oder mehrerer Gewebe aus konventionellen Fasern mit einem oder mehreren Geweben
aus Hochleistungsfasern hergestellt werden.
Der Denier-Wert der Faser kann stark variieren. Im Allgemeinen hat
die Faser gleich oder weniger als etwa 8000 Denier. Bei den bevorzugten Ausführungen
der Erfindung bewegt sich der Denier-Wert der Faser zwischen etwa 10 und etwa 4000,
und bei den bevorzugteren Ausführungen liegt der Denier-Wert zwischen etwa 10 und
etwa 2000. Bei den am meisten bevorzugten Ausführungen der Erfindung bewegt sich
der Denier-Wert zwischen etwa 10 und etwa 1500. Gewebe aus Fasern mit einem gröberen
(höheren) Denier-Wert ermöglichen eine bessere Entgasung, was in einigen Fällen
wünschenswert sein kann.
Zweckmäßige anorganische Fasern beinhalten S-Glasfasern, E-Glasfasern,
Kohlenstofffasern, Borfasern, Aluminiumoxidfasern, Zirkoniumdioxid-Siliziumdioxidfasern,
Aluminiumoxid-Siliziumdioxid-Fasern und ähnliche.
Beispielhaft für nützliche anorganische Endlosfasern zur Verwendung
bei dieser Erfindung sind Glasfasern wie Fasern gebildet aus Quarz, Magnesium-Aluminiumsilikat,
nicht alkalischem Aluminiumborsilikat, Sodaborsilikat, Sodasilikat, Sodakalk-Aluminiumsilikat,
Bleisilikat, nicht alkalischem Bleiboraluminiumoxid, nicht alkalischem Bariumboraluminiumoxid,
nicht alkalischem Zinkboraluminiumoxid, nicht alkalischem Eisen-Aluminiumsilikat,
Cadmiumborat, Aluminiumoxidfasern, die „Saffilfasern" beinhalten in Eta-,
Delta- und Thetaphasenform, Asbest, Bor, Silikoncarbid, Graphit und Kohlenstoff,
wie solche abgeleitet durch die Karbonisierung von Saran, Polyaramid (Nomex), Nylon,
Polybenzimidazol, Polyoxadiazol, Polyphenylen, PPR, Erdöl- und Kohlenteeren (isotropisch),
Mesophasenteer, Zellulose und Polyacrylnitril, keramischen Fasern, Metallfasern
wie Stahl, Aluminiummetalllegierungen und ähnlichen.
Beispielhaft für nützliche organische Fasern sind solche aus Polyestern,
Polyolefinen, Polyetheramiden, Fluorpolymeren, Polyethern, Zellulosen, Phenolharzen,
Polyesteramiden, Polyurethanen, Epoxidharzen, Aminoplasten, Silikonen, Polysulfonen,
Polyetherketonen, Polyetheretherketonen, Polyesterimiden, Polyphenylensulfiden,
Polyetheracrylketonen, Poly(amidimiden) und Polyimiden. Beispielhaft für andere
zweckmäßige organische Endlosfasern sind solche zusammengesetzt aus Aramiden (aromatische
Polyamide) wie Poly(m-xylylenadipamid), Poly(p-xylylensebacamid), Poly-(2,2,2-trimethylhexamethylenterephthalamid),
Poly(piperazinsebacamid), Poly(metaphenylenisophthalamid) und Poly(p-phenylenterephthalamid);
aliphatischen und cycloaliphatischen Polyamiden wie Copolyamid aus 30% Hexamethylendiammoniumisophthalat
und 70% Hexamethylendiammoniumadipat, das Copolyamid bis zu 30% Bis(amidocyclohexyl)methylen,
Terephthalsäure und Caprolactam, Polyhexamethylenadipamid (Nylon 66), Poly(butyrolactam)
(Nylon 4), Poly-(9-aminonoansäure) (Nylon 9), Poly(enantholactam) (Nylon 7), Poly(capryllactam)
(Nylon 8), Polycaprolactam (Nylon 6), Poly(p-phenylenterephthalamid), Polyhexamethylensebacamid
(Nylon 6,10), Polyaminoundecanamid (Nylon 11), Polydodecanolactam
(Nylon 12), Polyhexamethylenisophthalamid, Polyhexamethylenterephthalamid, Polycaproamid,
Poly(nonamethylenazelamid (Nylon 9,9), Poly(decamethylenazelamid) (Nylon 10,9),
Poly(decamethylensebacamid) (Nylon 10,10), Poly[bis-(4-aminocyclohexyl)methan-1,10-decandicarboxamid](Qiana)(trans)
oder Kombinationen derselben; und aliphatischen, cycloaliphatischen und aromatischen
Polyestern wie Poly(1,4-cyclohexylidendimethylenterephthalat) cis und trans, Poly(ethylen-1,5-naphthalat),
Poly(ethylen-2,6-naphtalat), Poly-(1,4-cyclohexandimethylenterephthalat)(trans),
Poly(decamethylenterephthalat), Poly(ethylenterephthalat), Poly(ethylenisophthalat),
Poly(ethylenoxybenzoat), Poly(para-hydroxybenzoat), Poly(dimethylpropiolacton),
Poly(decamethylenadipat), Poly(ethylensuccinat), Poly(ethylenazelat), Poly(decamethylensabacat),
Poly(&agr;,&agr;-dimethylpropiolacton) und ähnliche.
Ebenfalls beispielhaft für zweckmäßige organische Endlosfasern sind
solche aus flüssigen kristallinen Polymeren wie lyotropen flüssigen kristallinen
Polymeren, die Polypeptide enthalten wie Poly-&agr;-benzyl-L-glutamat und ähnliche;
aromatischen Polyamiden wie Poly-(1,4-benzamid), Poly(chlor-1-4-phenylenterephthalamid),
Poly-(1,4-phenylenfumaramid), Poly(chlor-1,4-phenylenfumaramid), Poly-(4,4'-benzanilid-trans,
trans-muconamid), Poly-(1,4-phenylenmesaconamid), Poly-(1,4-phenylen)(trans-1,4-cyclohexylenamid),
Poly(chlor-1,4-phenylen)(trans-1,4-cyclohexylenamid), Poly-(1,4-phenylen-1,4-dimethyl-trans-1,4-cyclohexylenamid),
Poly-(1,4-phenylen-2,5-pyridinamid), Poly(chlor-1,4-phenylen-2,5-pyridinamid), Poly-(3,3'-dimethyl-4,4'-biphenylen-2,5-pyridinamid),
Poly-(1,4-phenylen-4,4'-stilbenamid), Poly(chlor-1,4-phenylen-4,4'-stilbenamid),
Poly-(1,4-phenylen-4,4'-azobenzenamid), Poly-(4,4'-azobenzen-4,4'-azobenzenamid),
Poly-(1,4-phenylen-4,4'-azoxybenzenamid), Poly-(4,4'-azobenzen-4,4'-azoxybenzenamid),
Poly-(1,4-cyclohexylen-4,4'-azobenzenamid), Poly-(4,4'-azobenzenterephthalamid),
Poly-(3,8-phenanthridinonterephthalamid), Poly-(4,4'-biphenylenterephthalamid),
Poly-(4,4'-biphenylen-4,4'-bibenzoamid), Poly-(1,4-phenylen-4,4'-bibenzoamid), Poly-(1,4-phenylen-4,4'-terephenylenamid),
Poly-(1,4-phenylen-2,6-naphthalamid), Poly-(1,5-naphthalenterephthalamid), Poly-(3,3'-dimethyl-4,4-biphenylenterephthalamid),
Poly-(3,3'-dimethoxy-4,4'-biphenylenterephthalamid), Poly-(3,3'-dimethoxy-4,4-biphenylen-4,4'-bibenzoamid)
und ähnlichen; Polyoxamiden wie solchen abgeleitet von 2,2'-Dimethyl-4,4'-diaminobiphenyl
und Chlor-1,4-phenylendiamin; Polyhydraziden wie Polychlorterephthalhydrazid, 2,5-Pyridindicarbonsäurehydrazid),
poly(terephthalhydrazid), Poly(terephthalchlorterephthalhydrazid) und ähnlichen;
Poly(amidhydraziden) wie Poly(terephthaloyl-1,4-aminobenzhydrazid) und solchen hergestellt
aus 4-Aminobenzhydrazid, Oxaldihydrazid, Terephthaldihydrazid und para-aromatischen
Disäurechloriden; Polyestern wie solchen mit den Zusammensetzungen mit Poly(oxy-trans-1,4-cyclohexylenoxycarbonyl-trans-1,4-cyclohexylencarbonyl-&bgr;-oxy-1,4-phenyleneoxyteraphthaloyl)
und Poly(oxy-cis-1,4-cyclohexylenoxycarbonyl-trans-1,4-cyclohexylencarbonyl-&bgr;-oxy-1,4-phenylenoxyterephthaloyl)
in Methylenchlorid-o-cresol-poly(oxy-trans-1,4-cyclohexylenoxycarbonyl-trans-1,4-cyclohexylencarbonyl-b-oxy-(2-methyl-1,4-phenylen)oxy-terephthaloyl)
in 1,1,2,2-Tetrachlorethan-o-chlorphenolphenol (60 : 25 : 15 Volumenprozent/Volumenprozent/Volumenprozent),
Poly[oxy-trans-1,4-cyclohexylenoxycarbonyl-trans-1,4-cyclohexylencarbonyl-b-oxy-(2-methyl-1,3-phenylen)oxy-terephthaloyl)
in o-Chlorphenol und ähnlichen; Polyazomethinen wie solchen hergestellt aus 4,4'-Diaminobenzanilid
und Terephthalaldehyd, Methyl-1,4-phenylendiamin und Terephthalaldehyd und ähnlichen;
Polyisocyaniden wie Poly(phenylethylisocyanid), Poly(n-octylisocyanid) und ähnlichen;
Polyisocyanaten wie Poly(n-alkylisocyanaten) wie zum Beispiel Poly(n-butylisocyanat),
Poly(n-hexylisocyanat) und ähnlichen; lyotropen kristallinen Polymeren mit heterocyclischen
Einheiten wie Poly-(1,4-phenylen-2,6-benzobisthiazol) (PBT), Poly-(1,4-phenylen-2,6-benzobisoxazol)
(PEO), Poly-(1,4-phenylen-1,3,4-oxadiazol), Poly-(1,4-Poly-[2,5(6)-phenylen-2,6-benzobisimidazol),
benzimidazol] (AB-PBI), Poly-[2,6-(1,4-phenylen-4-phenylchinolin], Poly-[1,1'-(4,4'-biphenylen)-6,6'-bis-(4-phenylchinolin)]
und ähnlichen; Polyorganophosphazinen wie Polyphosphazin, Polybisphenoxyphosphazin,
Poly[bis-(2,2,2'-trifluorethylen)phosphazin] und ähnlichen; Metallpolymeren wie
solchen durch Kondensation von trans-Bis(tri-n-butylphosphin)platindichlorid mit
Bisacetylen oder trans-Bis(tri-n-butylphosphin)bis-(1,4-butadienyl)platin und ähnlichen
Kombinationen in Gegenwart von Kupferiodin und einem Amid abgeleitet; Zellulose
und Zellulosederivaten wie den Estern der Zellulose, zum Beispiel Triacetatzellulose,
Acetatzellulose, Acetatbutyratzellulose, Nitratzellulose und Sulfatzellulose, Ethern
der Zellulose wie beispielsweise Ethyletherzellulose, Hydroxymethyletherzellulose,
Hydroxypropyletherzellulose, Carboxymethyletherzellulose, Ethylhydroxyethyletherzellulose,
Cyanethylethyletherzellulose, Etherestern der Zellulose wie beispielsweise Acetoxyethyletherzellulose
und Benzoyloxypropyletherzellulose, und Urethanzellulose, zum Beispiel Phenylurethanzellulose;
thermotropen flüssigen kristallinen Polymeren wie Zellulosen und deren Derivaten
wie Hydroxypropylzellulose, Ethylzellulose, Propionoxypropylzellulose; thermotropen
Copolyestern wie Copolymeren der 6-Hydroxy-2-naphthoesäure und p-Hydroxybenzoesäure,
Copoloymeren aus 6-Hydroxy-2-naphthoesäure, Terephthalsäure und p-Aminophenol, Copolymeren
aus 6-Hydroxy-2-naphthoesäure, Terephthalsäure und Hydrochinon, Copolymere aus 6-Hydroxy-2-naphthoesäure,
p-Hydroxybenzoesäure, Hydrochinon und Terephthalsäure, Copolymere aus 2,6-Naphthalindicarbonsäure,
Terephthalsäure, Isophthalsäure und Hydrochinon, Copolymeren aus 2,6-Naphthalindicarbonsäure
und Terephthalsäure, Copolymere aus p-Hydroxybenzoesäure, Terephthalsäure
und 4,4'-Dihydroxydiphenyl, Copolymeren aus p-Hydroxybenzoesäure, Terephthalsäure,
Isophthalsäure und 4,4'-Dihydroxydiphenyl, p-Hydroxybenzoesäure, Isophthalsäure,
Hydrochinon und 4,4'-Dihydroxybenzophenon, Copolymeren aus Phenylterephthalsäure
und Hydrochinon, Copolymeren aus Chlorhydrochinon, Terephthalsäure und p-Acetoxyzimtsäure,
Copolymeren aus Chlorhydrochinon, Terephthalsäure und Ethylendioxy-r,r'-dibenzoesäure,
Copolymeren aus Hydrochinon, Methylhydrochinon, p-Hydroxybenzoesäure und Isophthalsäure,
Copolymeren aus (1-Phenylethyl)hydrochinon, Terephthalsäure und Hydrochinon, und
Copolymeren aus Poly(ethylenterephthalat) und p-Hydroxybenzoesäure; und thermotropen
Polyamiden und thermotropen Copoly(amidestern).
Auch beispielhaft für zweckmäßige organische Endlosfasern sind solche,
die sich zusammensetzen aus kettenverlängerten Polymeren gebildet durch Polymerisation
von &agr;,&bgr;-ungesättigten Monomeren mit der Formel:
R1R2-C=CH2
Wobei gilt:
R1 und R2 sind gleich oder unterschiedlich und stehen für
Wasserstoff, Hydroxy, Halogen, Alkylcarbonyl, Carboxy, Alkoxycarbonyl, heterozykl
oder Alkyl oder Aryl, entweder nicht substitioniert oder substitioniert mit einem
oder mehreren Substituenten, gewählt aus der Gruppe bestehend aus Alkoxy, Cyan,
Hydroxy, Alkyl und Aryl. Beispielhaft für solche Polymere von &agr;,&bgr;-ungesättigten
Monomeren sind Polymere einschließlich Polystyrol, Polyethylen, Polypropylen, Poly-(1-octadecen),
Polyisobutylen, Poly-(1-penten), Poly-(2-methylstyrol), Poly-(4-methylstyrol), Poly-(1-hexen),
Poly-(4-methoxystyrol), Poly-(5-methyl-1-hexen), Poly-(4-methylpenten), Poly-(1-buten),
Polyvinylchlorid, Polybutylen, Polyacrylnitril, Poly(methylpenten-1), Poly(vinylalkohol),
Poly(vinylacetat), Poly(vinylbutyral), Poly(vinylchlorid), Poly(vinylidenchlorid),
Vinylchlorid-Vinylacetatchlorid-Copolymer, Poly(vinylidenfluorid), Poly(methylacrylat),
Poly(methylmethacrylat), Poly(methacrylnitril), Poly(acrylamid), Poly(vinylfluorid),
Poly(vinylformal), Poly-(3-methyl-1-buten), Poly-(4-methyl-1-buten), Poly-(4-methyl-1-penten),
Poly-(1-hexan), Poly-(5-methyl-1-hexen), Poly-(1-octadecen), Poly(vinylcyclopentan),
Poly(vinylcyclohexan), Poly(a-vinylnaphthalin), Poly(vinylmethylether), Poly(vinylethylether),
Poly(vinylpropylether), Poly(vinylcarbazol), Poly(vinylpyrrolidon), Poly-(2-chlorstyrol),
Poly-(4-chlorstyrol), Poly(vinylformat), Poly(vinylbutylether), Poly(vinyloctylether),
Poly(vinylmethylketon), Poly(methylisopropenylketon), Poly-(4-phenylstyrol) und
ähnliche.
Die zweckmäßigsten hochfesten Fasern beinhalten kettenverlängerte
Polyolefinfasern, insbesondere kettenverlängerte Polyethylenfasern (ECPE), Aramidfasern,
Polyvinylalkoholfasern, Polyacrylonitrilfasern, flüssige Kristallcopolyesterfasern,
Polyamidfasern, Glasfasern, Kohlenstofffasern und/oder deren Mischungen. Besonders
bevorzugt werden Polyolefin- und Aramidfasern. Wenn eine Mischung aus Fasern verwendet
wird, wird bevorzugt, dass es sich bei den Fasern um eine Mischung aus wenigstens
zwei aus Polyethylenfasern, Aramidfasern, Polyamidfasern, Kohlenstofffasern und
Glasfasern ausgewählten Fasern handelt.
In der US-Publikation 4457985 werden generell solche kettenverlängerte
Polyethylen- und Polypropylenfasern erörtert. Im Fall von Polyethylen sind geeignete
Fasern solche mit einem durchschnittlichen Molekulargewicht von wenigstens 150.000,
vorzugsweise wenigstens einer Million und noch besser zwischen zwei Millionen und
fünf Millionen. Derartige kettenverlängerte Polyethylenfasern können in einer Lösung
gedeihen, wie in den US-Publikationen 4137394 oder 4356138 beschrieben, oder können
aus einer Lösung gesponnen werden, um eine Gelstruktur zu bilden, wie in der deutschen
Publikation 3004699, in der englischen Publikation GB 2051667 und insbesondere in
den US-Publikationen 4413110 und 4551296 beschrieben. Wie hier verwendet, bedeutet
der Begriff Polyethylen ein überwiegend lineares Polyethylenmaterial, das kleinere
Mengen von Kettenverzweigungen oder Comonomeren enthalten kann, die 5 Modifiziereinheiten
pro 100 Hauptkettenkohlenstoffatomen nicht überschreiten, und dem ebenfalls nicht
mehr als etwa 50 Gewichtsprozent von einem oder mehreren polymeren Zusätzen wie
Alken-1-polymere zugemischt werden dürfen, insbesondere niederdichtes Polyethylen,
Polypropylen oder Polybutylen, Copolymere mit Monoolefinen als primäre Monomere,
oxidierte Polyolefine, Pfropf-Polyolefincopolymere und Polyoxymethylene, oder Zusätze
mit niedrigem Molekulargewicht wie Antioxidantien, Schmierstoffe, ultraviolette
Siebstoffe, Farbstoffe und ähnliche, auf die hier allgemein verwiesen wird. In Abhängigkeit
vom Bildungsverfahren, dem Ziehverhältnis und den Temperaturen und anderen Bedingungen
kann diesen Fäden eine Vielfalt von Eigenschaften verliehen werden. Die Festigkeit
der Fäden beträgt mindestens etwa 15 g/d, vorzugsweise wenigstens 20 g/d, noch mehr
bevorzugt mindestens 25 g/d und am meisten bevorzugt mindestens 30 g/d. In ähnlicher
Weise ist der Zugmodul der Fäden, gemessen mit dem Zugfestigkeitsprüfgerät Typ INSTRON,
mindestens etwa 200 g/d, vorzugsweise zumindest 500 g/d, mehr bevorzugt wenigstens
1000 g/d und am meisten bevorzugt wenigstens 1200 g/d. Diese höchsten Werte für
den Zugmodul und die Festigkeit werden im Allgemeinen nur durch die Anwendung von
Gel-Fäden-Verfahren oder in Lösung kultivierten Fäden erzielt.
Viele der Fäden haben Schmelzpunkte, die höher sind als der Schmelzpunkt des Polymers,
aus dem sie gebildet wurden. Somit hat zum Beispiel ein Polyethylen mit einem hohen
Molekulargewicht von 150.000, 1 Million und zwei Millionen im Allgemeinen Schmelzpunkte
von größtenteils 138°C. Die stark orientierten Polyethylenfäden aus diesen Materialien
haben um etwa 7° bis etwa 13°C höhere Schmelzpunkte. Somit spiegelt eine
geringe Zunahme beim Schmelzpunkt die kristalline Perfektion und die höhere kristalline
Orientierung der Fäden im Vergleich zum Massepolymer wider.
In ähnlicher Weise können stark orientierte kettenverlängerte Polypropylenfasern
mit einem durchschnittlichen Molekulargewicht von mindestens 200.000, vorzugsweise
wenigstens einer Million und noch mehr bevorzugt mindestens zwei Millionen verwendet
werden. Dieses kettenverlängerte Polypropylen kann mittels der Verfahren, auf die
oben verschiedentlich Bezug genommen worden ist, und insbesondere mittels des Verfahrens
nach den US-Publikationen 4413110, 4551296, 4663101 und 4784820, zweckmäßig in gut
orientierte Fäden geformt werden. Da Polypropylen viel weniger kristallin als Polyethylen
ist und frei schwebende Methylgruppen enthält, sind die mit Polypropylen erzielbaren
Festigkeitswerte im Allgemeinen wesentlich niedriger als die entsprechenden Werte
für Polyethylen. Demzufolge ist eine zweckmäßige Festigkeit mindestens etwa 8 g/d,
wobei die bevorzugte Festigkeit wenigstens etwa 11 g/d beträgt. Der Zugmodul für
Polypropylen ist mindestens etwa 160 g/d, vorzugsweise wenigstens etwa 200 g/d.
Der Schmelzpunkt des Polypropylens wird im Allgemeinen durch das Orientierungsverfahren
um einige Grad erhöht und zwar derart, dass die Polypropylenfaser vorzugsweise einen
Hauptschmelzpunkt von mindestens 168°C hat, noch mehr bevorzugt mindestens 170°C.
Die besonders bevorzugten Bereiche für die oben beschriebenen Parameter können beim
Endprodukt vorteilhaft ein verbessertes Leistungsverhalten bewirken. Die Anwendung
von Fasern mit einem durchschnittlichen Molekulargewicht von mindestens etwa 200.000,
verbunden mit den bevorzugten Bereichen für die oben beschriebenen Parameter (Modul
und Festigkeit), kann beim Endprodukt vorteilhaft ein verbessertes Leistungsverhalten
bewirken.
Hochmolekulare Polyvinylalkoholfasern mit einem hohen Zugmodul werden
in der US-Publikation 4440711 erläutert. Hochmolekulare PV-OH-Fasern sollten ein
durchschnittliches Molekulargewicht von mindestens etwa 200.000 haben. Besonders
zweckmäßige PV-OH-Fasern sollten einen Modul von wenigstens etwa 300 g/d, eine Festigkeit
von mindestens etwa 7 g/d (vorzugsweise zumindest etwa 10 g/d, noch bevorzugter
etwa 14 g/d, und am meisten bevorzugt wenigstens etwa 17 g/d) und eine Aufspaltungsenergie
von mindestens etwa 8 Joules/g haben. PV-OH-Fasern mit einem durchschnittlichen
Molekulargewicht von mindestens etwa 200.000, einer Festigkeit von wenigstens etwa
10 g/d, einem Modul von zumindest etwa 300 g/d und einer Aufspaltungsenergie von
etwa 8 Joules/g sind wahrscheinlich bei der Herstellung von Produkten dieser Erfindung
zweckmäßiger. PV-OH-Fasern mit solchen Eigenschaften können zum Beispiel nach einem
Verfahren hergestellt werden, das in der US-Publikation 4599267 offenbart ist, auf
die hier verwiesen wird.
Im Falle von Polyacrylnitril (PAN) haben die PAN-Fasern zur Verwendung
bei dieser Erfindung ein Molekulargewicht von zumindest etwa 400.000. Besonders
zweckmäßige PAN-Fasern sollten eine Festigkeit von zumindest etwa 10 g/d und eine
Aufspaltungsenergie von wenigstens etwa 8 Joules/g haben. PAN-Fasern mit einem Molekulargewicht
von mindestens etwa 400.000, einer Festigkeit von wenigstens etwa 15 bis etwa 20
g/d und einer Aufspaltungsenergie von wenigstens etwa 8 Joules/g sind am zweckmäßigsten;
derartige Fasern werden zum Beispiel in der US-Publikation 4535027 offenbart, auf
die hiermit verwiesen wird.
Im Falle von Aramidfasern werden geeignete Aramidfasern, die hauptsächlich
aus aromatischem Polyamid gebildet werden, in der US-Publikation 3671542 beschrieben.
Bevorzugte Aramidfasern haben eine Festigkeit von mindestens etwa 20 g/d, einen
Zugmodul von wenigstens etwa 400 g/d und eine Aufspaltungsenergie von zumindest
etwa 8 Joules/g, und besonders bevorzugte Aramidfasern haben eine Festigkeit von
mindestens etwa 20 g/d, einen Modul von wenigstens etwa 480 g/d und eine Aufspaltungsenergie
von zumindest etwa 20 Joules/g. Die am meisten bevorzugten Aramidfasern haben eine
Festigkeit von wenigstens etwa 20 g/d, einen Modul von zumindest etwa 900 g/d und
eine Aufspaltungsenergie von mindestens etwa 30 Joules/g. Zum Beispiel, Poly(phenylendiaminterephthalamid)-Fäden,
die von der Dupont Corporation unter dem Handelsnamen KEVLAR® 29,
49, 129 und 149 für den Markt hergestellt werden und mäßig hohe Module und Festigkeitswerte
haben, sind bei der Bildung der Produkte dieser Erfindung besonders zweckmäßig.
KEVLAR 29 hat 500 g/d und 22 g/d und KEVLAR 49 1000 g/d und 22 g/d
als Modul- bzw. Festigkeitswerte. Ebenfalls zweckmäßig bei der praktischen Anwendung
dieser Erfindung sind Poly(metaphenylenisophthalamid)-Fasern, die von der Fa. Dupont
unter dem Handelsnamen NOMEX® hergestellt werden.
Im Falle der flüssigen Kristall-Copolyester werden zweckmäßige Fasern
zum Beispiel in den US-Publikationen 3975487, 4118372 und 4161470 offenbart. Festigkeitswerte
von etwa 15 bis etwa 30 g/d und vorzugsweise etwa 20 bis etwa
25 g/d und ein Zugmodul von etwa 500 bis 1500 g/d und vorzugsweise etwa 1000 bis
etwa 1200 g/d sind besonders wünschenswert.
Wenn bei der praktischen Anwendung dieser Erfindung ein Matrixmaterial
verwendet wird, kann es aus einem oder mehreren hitzehärtbaren Harzen oder einem
oder mehreren thermoplastischen Harzen oder einer Mischung dieser Harze bestehen.
Die Wahl des Matrixmaterials ist davon abhängig, wie die Bänder zu bilden und zu
verwenden sind. Die gewünschte Steifheit des Bandes und/oder letztendlich des Behälters
beeinflusst stark die Wahl des Matrixmaterials. Wie im Sinne der Erfindung verwendet,
handelt es sich bei „thermoplastischen Harzen" um Harze, die mehrere Male
erwärmt und erweicht, abgekühlt und gehärtet werden können, ohne dass sie eine grundlegende
Änderung erfahren, und „hitzehärtbare Harze" sind Harze, die nach dem Formen,
Strangpressen oder Gießen nicht wieder erweicht und nachbearbeitet werden können
und die neue, irreversible Eigenschaften erhalten, sobald sie einmal auf eine Temperatur
erhärten, die kritisch für jedes Harz ist.
Der Zugmodul des Matrixmaterials in dem Band/in den Bändern kann niedrig
(biegsam) oder hoch (steif) sein, und ist davon abhängig, wie das Band verwendet
werden soll. Die wichtigste Forderung an das Matrixmaterial besteht darin, dass
es biegsam genug ist, damit es in den verschiedensten Stufen des Bandbildungsverfahrens,
denen es zugegeben wird, bearbeitet werden kann. In dieser Hinsicht würden sich
hitzehärtbare Harze, die vollständig ungehärtet sind oder den B-Zustand eingegangen
aber nicht vollständig gehärtet sind, wahrscheinlich zufrieden stellend verarbeiten
lassen, wie dies bei vollständig gehärteten hitzehärtbaren Harzen der Fall wäre,
die mit verträglichen Klebstoffen zusammengefügt werden können. Dem Verfahren zugesetzte
Wärme würde die Verarbeitung von thermoplastischen Materialien mit höherem Modul
ermöglichen, die ansonsten zu steif für die Bearbeitung wären; die Temperatur, mit
welcher das Material der Wärme ausgesetzt wird, und die Dauer der Aussetzung müssen
derart sein, dass sich das Material für die Verarbeitung erweicht, ohne dass es
sich auf eventuell vorhandene imprägnierte Fasern nachteilig auswirkt.
Unter Beachtung des Vorangegangenen können hitzehärtbare Harze, die
bei der praktischen Anwendung dieser Erfindung zweckmäßig sind, zum Beispiel Bismaleimide,
Alkyde, Acryle, Aminoplaste, Urethane, nichtgesättigte Polyester, Silikone, Epoxidharze,
Vinylester und deren Mischungen enthalten. Ausführliche Einzelheiten über zweckmäßige
hitzehärtbare Kunststoffe sind zu finden in der US-Publikation 5330820. Besonders
bevorzugte hitzehärtbare Harze sind Epoxidharze, Polyester und Vinylester, wobei
ein Epoxidharz das hitzehärtbare Harz der Wahl ist.
Thermoplastische Harze für die praktische Anwendung dieser Erfindung
können ebenfalls stark variieren. Beispielhaft für zweckmäßige thermoplastische
Harze sind Polyactone, Polyurethane, Polycarbonate, Polysulfone, Polyetheretherketone,
Polyamide, Polyester, Poly(arylenoxide), Poly(arylensulfide), Vinylpolymere, Polyacryle,
Polyacrylate, Polyolefine, Ionomere, Polyepichlorhydrine, Polyetherimide, Flüssigkristallharze,
Elastomere und Copolymere und deren Mischungen. Einzelheiten über zweckmäßige thermoplastische
Harze sind zu finden in der US-Publikation 5330820, auf die hier verwiesen wird.
Besonders bevorzugte thermoplastische (elastomere) Harze mit niedrigem Modul werden
in der US-Publikation 4820568 beschrieben, insbesondere diejenigen, die von der
Shell Chemical Co. hergestellt werden, welche in der Verlautbarung „Thermoplastischer
Gummi KRATON", SC-68–81 beschrieben werden. Besonders bevorzugte thermoplastische
Harze sind hochdichte, niederdichte und lineare niederdichte Polyethylene, allein
oder als Mischungen, wie in der US-Publikation 4820458 beschrieben. Es kann eine
breite Palette von Elastomeren verwendet werden, einschließlich Naturgummi, Styrol-Butadien-Copolymere,
Polyisopren, Polychlorpren-Butadien-Acrylnitril-Copolymere, ER-Gummis, EPDM-Gummis
und Polybutylene.
Bei den bevorzugten Ausführungen der Erfindung enthält die Matrix
eine polymere Matrix mit niedrigem Modul, die aus der Gruppe bestehend aus einem
niederdichten Polyethylen; einem Polyurethan; einem biegsamen Epoxidharz; einem
gefüllten Elastomervulkanisat; einem thermoplastischen Elastomer und einem modifizierten
Nylon-6 ausgewählt wurde.
Das Matrix-Faden-Verhältnis in den Bändern ist nicht kritisch und
kann stark variieren. Im Allgemeinen wird das Matrixmaterial durch etwa 10 bis etwa
90% Faservolumen, vorzugsweise etwa 10 bis 80% und am meisten bevorzugt durch etwa
10 bis 30% gebildet.
Bei Verwendung eines Matrixharzes kann dieses auf vielfältige Art
und Weise auf der Faser aufgebracht werden, z. B. durch Einbettung, Imprägnierung,
Laminierung, Beschichten mittels Extrusion und durch Lösungen oder Lösungsmittel.
Effektive Verfahren zur Bildung von beschichteten Faserschichten, die zweckmäßig
für die Verwendung bei dieser Erfindung sind, werden ausführlich in den bereits
angeführten US-Publikationen 4820568 und 4916000 erläutert.
Die explosionsfesten Bänder können nach folgenden Verfahrensschritten
hergestellt werden:
- A. Umwickeln eines Dorns mit mindestens einem flexiblen Flächengebilde aus einem
hochfesten Fasermaterial mehrschichtig unter einer solchen Spannung, dass sich zwischen
den aufeinanderfolgenden Schichten keine Hohlräume bilden können,
- B. Befestigen der Materialschichten miteinander zu einem im Wesentlichen nahtlosen
und mindestens teilweise steifen ersten Band, und
- C. Abziehen des Bandes vom Dorn.
Die Umwicklungsspannung liegt normalerweise im Bereich von etwa 0,018
bis 9 kg/cm (0,1 bis 50 pounds per linear inch), mehr bevorzugt im Bereich von etwa
0,36 bis 9 kg/cm (2 bis 50 pounds per linear inch), am meisten bevorzugt im Bereich
von etwa 0,36 bis 3,6 kg/cm (2 bis 20 pounds per linear inch). Die Faserschichten
können auf vielfältige Art und Weise miteinander fest verbunden werden, z. B. durch
Verkleben mittels Wärme und/oder Druck, Aufschrumpfen, Kleber, Klammern und Nähen,
wie oben erörtert. Es wird am meisten bevorzugt, dass beim sicheren Verbinden das
Fasermaterial mit einer Harzmatrix in Kontakt gebracht wird und die Schichten aus
hochfestem Fasermaterial und der Harzmatrix auf dem oder außerhalb des Dorns verfestigt
werden. Das Fasermaterial kann mit einer Harzmatrix entweder vor, während oder nach
dem Umwickeln in Kontakt gebracht werden. Einige der Möglichkeiten, wie dies durchgeführt
werden kann, werden weiter unten ausführlich erörtert. Unter „Verfestigen"
verstehen wir das Verbinden des Matrixmaterials mit dem Fasernetz zu einer einzelnen
unitären Schicht. Je nach Typ des Matrixmaterials und wie dies auf die Fasern aufgetragen
wird, kann die Verfestigung über Trocknen, Abkühlen, Druck oder eine entsprechende
Kombination davon erfolgen, wahlweise in Kombination mit der Verwendung eines Klebers.
Der Begriff „Verfestigen" schließt auch eine stellenweise Verfestigung ein,
bei der sich die Seitenflächen eines Bandes verfestigen aber nicht deren Kanten.
Auf diese Weise können die Seitenflächen steif gemacht werden, während die Kanten
die Fähigkeit behalten, sich zu biegen oder gebogen zu werden, um ein Zusammenfalten
des Bandes zu ermöglichen. „Flächengebilde" bedeutet eine Einzelfaser oder
ein Vorgarn (Roving) im Sinne dieser Erfindung.
Ein anderes Verfahren zur Herstellung von Bändern für den Zusammenbau
zu explosionsfesten Behältern umfasst die folgenden Schritte:
- A. Umwickeln eines Dorns mit einem ersten biegsamen Flächengebilde aus einem
hochfesten Fasermaterial mehrschichtig unter einer solchen Spannung, dass sich zwischen
aufeinander folgenden Schichten zwecks Bildung eines ersten Bandes keine Hohlräume
bilden können;
- B. Kontaktieren des hochfesten Fasermaterials des ersten biegsamen Flächengebildes
mit einer Harzmatrix;
- C. Anbringen eines Abstandsmittels an der Außenseite des ersten Bandes;
- D. Umwickeln eines zweiten biegsamen Flächengebildes aus einem hochfesten Fasermaterial
mehrschichtig um das Abstandsmittel unter einer solchen Spannung, dass sich zwischen
aufeinander folgenden Schichten zwecks Bildung eines zweiten Bandes keine Hohlräume
bilden können;
- E. Kontaktieren des hochfesten Fasermaterials des zweiten biegsamen Flächengebildes
mit einer Harzmatrix;
- F. Anbringen des zweiten Abstandsmittels an die Außenseite des zweiten Bandes;
- G. Umwickeln eines dritten biegsamen Flächengebildes aus einem hochfesten Fasermaterial
mehrschichtig um das zweite Abstandsmittel unter einer solchen Spannung, dass sich
zwischen aufeinander folgenden Schichten zur Bildung eines dritten Bandes keine
Hohlräume bilden können;
- H. Kontaktieren des hochfesten Fasermaterials des dritten biegsamen Flächengebildes
mit einer Harzmatrix;
- I. Wiederholen der Schritte Anlegen, Umwickeln und Kontaktierung, um die gewünschte
Anzahl von Bändern herzustellen;
- J. Verfestigen von wenigstens einem Teil eines jeden Bandes am Dorn; und
- K. Entfernen der Bänder und der Abstandsmittel vom Dorn.
Dieses Verfahren gestattet die Bildung aller Bänder für einen einzelnen
Behälter zur gleichen Zeit.
Bei einer bevorzugten Ausführung wird das biegsame Flächengebilde
wie folgt gebildet. Garnbündel von etwa 30 bis etwa 2000 einzelnen Fäden von weniger
als etwa 12 Denier, und vorzugsweise von etwa 100 einzelnen Fäden von weniger als
etwa 7 Denier werden von einem Aufsteckgatter zugeführt und vor dem Beschichten
durch Führungen und eine Streichschiene in einen Kollimationskamm geleitet. Durch
den Kollimationskamm werden die Fäden koplanar und im Wesentlichen parallel und
in einer Richtung verlaufend ausgerichtet. Die Fäden werden dann zwischen Trennpapieren
schichtweise angeordnet, wobei eines mit einem nassen Matrixharz
beschichtet wird. Diese Anordnung gleitet dann unter einer Reihe von Druckrollen
hindurch, um die Imprägnierung der Fäden abzuschließen. Das oberste Trennpapier
wird dann abgezogen und auf eine Aufwickelspule aufgerollt, während das imprägnierte
Netz der Fäden einen beheizten Tunnelofen zur Entfernung des Lösungsmittels passiert
und dann aufgewickelt wird. Alternativ kann ein einzelnes mit dem nassen Matrixharz
beschichtetes Trennpapier verwendet werden, um das imprägnierte Netz aus Fäden zu
bilden. Dieses imprägnierte Netz bildet das einseitig gerichtete vorimprägnierte
Band- oder Flächenmaterial und ist eines der bevorzugten Beschickungsmaterialien
zur Herstellung von einigen der Bänder, wie in den folgenden Beispielen erörtert.
Bei einer alternativen Ausführung dieser Erfindung werden zwei solcher
imprägnierten Netze dann kontinuierlich diagonal gelegt, vorzugsweise durch Schneiden
eines der Netze in Längen, die aufeinander folgend über die Breite des anderen Netzes
in einer Orientierung von 0° bis 90° angeordnet werden können. Dadurch wird
ein kontinuierliches biegsames Flächengebilde aus hochfestem Fasermaterial gebildet.
Siehe hierzu US-Publikation 5173138. Dieses flexible Flächengebilde (Faserschicht),
wahlweise mit einer Folie, wie unten erörtert, kann dann verwendet werden, um eines
oder mehrere Bänder gemäß den Methoden dieser Erfindung zu formen. Diese Faserschicht
verfügt über ausreichende Biegsamkeit, um gemäß den Verfahren dieser Erfindung gewickelt
zu werden; sie kann dann im Wesentlichen (gemäß Streckformprüfung) steif gemacht
werden, nach Wunsch entweder durch die bloße Anzahl von Wicklungen oder durch die
Art und Weise, in welcher sie befestigt wird. Die Gewichtsprozente der Faser in
Umfangsrichtung des Bandes können durch Verändern der Anzahl und der Orientierung
der Netze variiert werden. Eine Möglichkeit zur Erzielung variierender Gewichtsprozente
der Faser in Umfangsrichtung besteht darin, ein Verbundflächengebilde aus quer gelegtem
Material und einer oder mehreren Schichten aus einseitig gerichtetem Band/Material
herzustellen (siehe die folgenden Beispiele). Um ein Beispiel anzuführen, zwei einseitig
gerichtete Flächengebilde mit einem quer gelegten Flächengebilde bilden ein unsymmetrisches
Gewebe mit etwa 75 Gewichtsprozent Faser in Umfangsrichtung.
Bei einer anderen Ausführung werden ein oder mehrere nicht gehärtete
hitzehärtbare harzgetränkte Netze aus hochfesten Fäden in ähnlicher Weise zu einem
biegsamen Flächengebilde für das Umwickeln um einen Dorn zu einem Band oder Bändern
in Übereinstimmung mit dieser Erfindung geformt, dem sich das Aushärten (oder Punktaushärten)
des Harzes anschließt.
Die Folie kann wahlweise als eine oder mehrere Schichten des Bandes/der
Bänder verwendet werden, vorzugsweise als Außenschicht. Die Folie(n) kann/können
je nach Bedarf mit dem Matrixmaterial oder nach dem Matrixmaterial als Matrixmaterial
(Laminierung) zugesetzt werden. Wenn die Folie als Matrixmaterial zugesetzt wird,
wird sie vorzugsweise gleichzeitig mit der Faser oder dem Gewebe (Netz) auf einen
Dorn gewickelt und nachfolgend verfestigt; der Dorn kann optional Bestandteil der
Konstruktion werden. Die Foliendicke beträgt mindestens etwa 2,5 &mgr;m (0,1 mil)
und kann so lang sein wie gewünscht, solange die Länge immer noch ausreichend biegsam
ist, um eine Bandbildung zu ermöglichen. Die bevorzugte Foliendicke variiert von
2,5 bis 1270 &mgr;m (0,1 bis 50 mil), wobei der Bereich von 0,9 bis 254 &mgr;m (0,35
bis 10 mil) am meisten bevorzugt wird. Die Folien können auch auf den Oberflächen
der Bänder aus einer Vielzahl von Gründen verwendet werden, z. B. zum Variieren
der Reibungseigenschaften, zum Verstärken der Flammhemmung, zum Erhöhen des chemischen
Widerstandes, zum Erhöhen des Widerstands gegenüber der Strahlungsabschwächung und/oder
Verhindern der Diffusion des Materials in die Matrix. Die Folie kann in Abhängigkeit
von der Wahl der Folie, des Harzes und des Fadens am Band haften oder nicht. Wärme
und/oder Druck können die gewünschte Haftung bewirken, oder es kann notwendig sein,
einen Kleber zu verwenden, der zwischen der Folie und dem Band hitze- oder druckempfindlich
ist, um die gewünschte Haftung zu bewirken. Beispiele für akzeptable Kleber sind
Polystyrol-Polyisopren-Polystyrol-Blockcopolymer, thermoplastische Elastomere, thermoplastische
und hitzehärtbare Polyurethane, thermoplastische und hitzehärtbare Polysulfide und
typische Heißkleber.
Folien, die bei dieser Erfindung als Matrixmaterialien verwendet werden
können, beinhalten thermoplastische Polyolefinfolien, thermoplastische Elastomerfolien,
quervernetzte thermoplastische Folien, quervernetzte Elastomerfolien, Polyesterfolien,
Polyamidfolien, Fluorkohlenstofffolien, Urethanfolien, Polyvinylidenchloridfolien,
Polyvinylchloridfolien und Mehrschichtfolien. Es können Homopolymere oder Copolymere
dieser Folien verwendet werden, und die Folien können nicht orientiert, einachsig
orientiert oder zweiachsig orientiert sein. Die Folien können Pigmente oder Weichmacher
enthalten.
Zweckmäßige thermoplastische Polyolefinfolien beinhalten solche aus
niederdichtem Polyethylen, hochdichtem Polyethylen, linearem niederdichten Polyethylen,
Polybutylen und Copolymere aus Ethylen und Propylen, die kristallin sind. Polylesterfolien,
die verwendet werden können, beinhalten solche aus Polyethylenterephthalat und Polybutylenterephthalat.
Der Druck kann aufgebracht werden durch ein dazwischengelegtes Material
aus einer Kunststofffolienumwicklung, welches schrumpft, wenn das Band der Wärme
ausgesetzt wird; akzeptable Materialien für diese Anwendung sind zum Beispiel Poylethylen,
Polyvinylchlorid und Ethylen-Vinylacetat-Copolymere.
Die Temperaturen und/oder Drücke, denen die Bänder dieser Erfindung
zwecks Aushärtung des hitzehärtbaren Kunststoffes oder zur Bewirkung der Haftung
der Netze miteinander und wahlweise für mindestens ein Foliengebilde ausgesetzt
sind, variieren in Abhängigkeit von dem bestimmten verwendeten System. Zum Beispiel
reicht der Temperaturbereich bei kettenverlängerten Polyethylenfäden je nach Typ
des gewählten Matrixmaterials von etwa 20 bis etwa 150°C, vorzugsweise von etwa
50 bis etwa 145°C und noch mehr bevorzugt von etwa 80 bis etwa 120°C. Die
Drücke können von etwa 69 kPa (10 psi) bis etwa 69.000 kPa (10.000 psi) reichen.
Ein Druck zwischen etwa 69 kPa (10 psi) und etwa 3450 kPa (500 psi) kann in Kombination
mit Temperaturen unter etwa 100°C für einen Zeitraum von weniger als etwa 1
min ganz einfach dafür genutzt werden, um zu bewirken, dass benachbarte Fäden zusammen
kleben. Drücke von etwa 690 kPa (100 psi) bis etwa 69.000 kPa (10.000 psi) können
in Kombination mit Temperaturen im Bereich von etwa 100°C bis etwa 155°C
für einen Zeitraum von etwa 1 bis etwa 5 min bewirken, dass sich die Fäden verformen
und zusammenpressen (im Allgemeinen in folienartiger Form). Drücke von etwa 690
kPa (100 psi) bis etwa 69.000 kPa (10.000 psi) können in Kombination mit Temperaturen
im Bereich von etwa 150°C bis etwa 155°C für einen Zeitraum von 1 bis 5
min bewirken, dass die Folie durchscheinend oder durchsichtig wird. Bei Polypropylenfäden
wäre die obere Begrenzung des Temperaturbereichs etwa 10 bis etwa 20°C höher
als bei ECPE-Fäden. Bei Aramidfäden, insbesondere Kevlar-Endlosfäden, reichte der
Temperaturbereich ungefähr von etwa 149°C bis 205°C (etwa 300°F bis
400°F).
Der Druck kann auf die Bänder am Dorn in unterschiedlicher Weise aufgebracht
werden. Die Schrumpfwicklung mit plastischer Folie wird oben erwähnt. Die Behandlung
im Autoklaven ist eine andere Möglichkeit zur Aufbringung von Druck, in diesem Fall
gleichzeitig mit der Anwendung von Wärme. Die Außenseite jedes Bandes kann mit einem
schrumpfverpackungsfähigen Material umwickelt und dann Temperaturen ausgesetzt werden,
bei denen das Material in gewickelter Form schrumpft und somit Druck auf das Band
ausgeübt wird. Das Band kann am Dorn in Umfangsrichtung schrumpfgewickelt werden,
wodurch sich das gesamte Band verfestigt, oder das Band kann an seinen Seitenflächen
schrumpfgewickelt werden, wobei das Material um den mit Band umwickelten Dorn senkrecht
zur Umfangsrichtung des Bandes angeordnet ist; im letzteren Fall können die Kanten
des Bandes unverfestigt bleiben, während sich die Seitenflächen verfestigen.
Viele der Bänder, die mit Faserschichten unter Verwendung von elastomeren
Kunstharzsystemen, hitzehärtbaren Harzsystemen oder Harzsystemen gebildet werden,
bei denen ein thermoplastisches Harz mit einem elastomeren oder hitzehärtbaren Harz
kombiniert wird, brauchen lediglich mit Druck behandelt zu werden, um das Band zu
verfestigen. Das ist die bevorzugte Möglichkeit zur Verfestigung des Bandes. Viele
der Bänder, die aus endlosen Längen/Schichten gebildet werden und bei denen thermoplastische
Harzsysteme verwendet werden, können jedoch mit Wärme, allein oder in Kombination
mit Druck, behandelt werden, um das Band zu verfestigen.
Bei den am meisten bevorzugten Ausführungen hat jede Faserschicht
eine Flächendichte von etwa 0,1 bis etwa 0,15 kg/m2. Die Flächendichte
pro Band bewegt sich von etwa 1 bis etwa 40 kg/m2, vorzugsweise von etwa
2 bis 20 kg/m2, noch bevorzugter von etwa 4 bis etwa 10 kg/m2.
Bei der Ausführung, bei der Textilverbundstoff der Marke SPECTRA SHIELD®
eine Faserschicht bildet, entsprechen diese Flächendichten einer Anzahl von Faserschichten
pro Band, die sich von etwa 10 bis etwa 400, vorzugsweise von etwa 20 bis etwa 200
und am meisten bevorzugt von etwa 40 bis etwa 100 bewegen. Bei der Dreibänder-Würfel-Konstruktion
der am meisten bevorzugten Ausführung dieser Erfindung besteht jede Seitenfläche
des Würfels aus zwei Bändern eines explosionsfesten Materials, die die Werte der
oben angeführten Bereiche für jede Seitenfläche des Würfels wirksam verdoppeln.
Wenn Fasern und kein hochfestes kettenverlängertes Polyethylen wie SPECTRA®-Polyethylenfasern
verwendet werden, wird möglicherweise die Anzahl der Schichten erhöht werden müssen,
um die Hochfestigkeits- und Modulkennwerte zu erreichen, die von den bevorzugten
Ausführungen verkörpert werden.
Explosionsabschwächendes Material bedeutet ein Material, das funktionell
den Widerstand eines Behälters gegenüber Explosionen verbessert. Das bevorzugte
explosionsabschwächende Material zur Bildung von Behälteraufbauten dieser Erfindung
sind polymere Schaumstoffe; Partikel wie Vermikulit; kondensierbare Gase, vorzugsweise
nicht entzündbarer Natur; wärmeableitende Materialien; Schaumglas; Mikrobälle (
-ballons); Bälle (Ballons); Blasen; Hohlkugeln, vorzugsweise Elastomere wie Basket-
und Tennisbälle; Dochtfasern und entsprechende Kombinationen. Diese Materialien
werden verwendet, um den Sprengstoff oder das sprengstofftragende
Gepäck innerhalb des explosionsfesten Behälters zu umgeben und die von einer Explosion
ausgehende Schockwelle abzuschwächen.
Chemische Explosionen zeichnen sich durch eine schnelle selbstausbreitende
Zerlegung aus, bei der beträchtliche Wärme freigesetzt und durch die Wärmewirkung
von den erzeugten oder benachbarten Gasen ein plötzlicher Druck entwickelt wird.
Auf Gewichtsbasis ist die Verdampfungswärme des Wassers ähnlich der Wärme, die durch
den Sprengstoff freigesetzt wird. Vorausgesetzt, dass eine schnelle Wärmeübertragung
erreicht werden kann, verfügt das Wasser über das Potential, den Explosionsüberdruck
stark zu verringern. Eine Methode zur Erzielung des gewünschten Effekts besteht
darin, den Sprengstoff mit wärmeableitenden Materialien zu umgeben. Zu den wirksamen
wärmeableitenden Materialien gehören wässrige Schaumstoffe; wässrige Lösungen mit
darin enthaltenem Gefrierschutzmittel, z. B. Glycerin, Ethylenglycol; hydratisierte
anorganische Salze; wässrige Gele, vorzugsweise verstärkt; wässrige Nebel; nasse
Schwämme, vorzugsweise elastisch; nasse Profilfasern; nasse Gewebe; nasse Filze
und entsprechende Kombinationen. Wässrige Schaumstoffe werden am meisten bevorzugt,
insbesondere wässrige Schaumstoffe mit einer Dichte von etwa 0,01 bis etwa 0,10
g/cm3, noch besser von etwa 0,03 bis 0,08 g/cm3.
Im Allgemeinen formen wässrige Schaumstoffe innerhalb der wässrigen
Phase die Explosionsenergie über eine Anzahl von Mechanismen in Wärmeenergie um.
Nach einer Explosion erfolgt in den meisten Behältern das Entweichen von Gasen,
und wenn der Druck unter einen kritischen Wert fällt, breitet sich der kollabierte
Schaumstoff wieder aus und bewirkt eine zusätzliche langsame Freisetzung der Gase.
Das Vorhandensein dieser Schaumstoffe verringert die Geschwindigkeit, mit der die
Energie vom Behälter an die Umgebung übertragen wird, und verringert dadurch das
Risiko. Wässrige Schaumstoffe zur Verwendung bei dieser Erfindung werden vorzugsweise
mit Gasen (Treibmitteln) hergestellt, die eine Verbrennung nicht unterstützen und
kondensierbar sind. Kondensierbar bedeutet, dass Gas unter Druck von seiner gasförmigen
in seine flüssige Phase übergeht und gleichzeitig Kondensationswärme entwickelt,
die die wässrige Lösung erwärmt, mit welcher das Gas engen Kontakt hat. Das für
eine bestimmte Anwendung gewählte Gas ist abhängig von der Umgebungstemperatur und
von dem Druck, dem der Behälter (in welchem das Gas enthalten ist) widerstehen kann.
Zu den bevorzugten Gasen gehören die Wasserkohlenstoffe wie Propan, Butan (beide
Isomere) und Pentan (alle Isomere); Kohlendioxid; anorganische Gase wie Ammoniak,
Schwefeldioxid; Fluorkohlenwasserstoffe, insbesondere Hydrochlorid-Fluorkohlenwasserstoffe
und Hydrofluorkohlenwasserstoffe, wie z. B. die Kältemittel der Serie GENETRON®,
die von der Fa. AlliedSignal Inc. gemäß einer Produktbroschüre dieser Firma für
GENETRON®-Erzeugnisse vom Januar 1995 zu beziehen sind, und entsprechende
Kombinationen. Ein bevorzugtes Gas ist Isobutan, das unter mäßigem Druck, etwa bei
0,2 MPa (30 psi) bei Raumtemperatur kondensiert werden kann. Es können Mischungen
aus kondensierbaren und nicht kondensierbaren Gasen verwendet werden. Für eine Anwendung
bei Raumtemperatur kann zum Beispiel eine Mischung aus Isobutan und Tetrafluormethan
verwendet werden. Durch den Explosionsüberdruck würde das Isobutan kondensieren,
aber das Tetrafluormethan würde gasförmig bleiben. Die bevorzugten Gase haben eine
niedrige Schallgeschwindigkeit.
Zur schnellen Verteilung der wässrigen Schaumstoffe kann es wünschenswert
sein, ein Gas zu verwenden, das im unter Druck stehenden Behälter in Kombination
mit einem kondensierten Gas nicht kondensiert. Kohlendioxid, Stickstoff, Distickstoffmonoxid
oder Kohlenstofftetrafluorid könnten als derartiges Gas dienen. Gase, die zur Erzeugung
einer treibenden Wirkung verdampfen, kühlen den Behälter während der Abgabe und
die Austrittsgeschwindigkeit verringert sich.
Die im Hinblick auf die Auswahl eines Schaummittels für einen wässrigen
Schaum angestellten Überlegungen können ebenfalls bei der Auswahl von kondensierbaren
Gasen zur Verwendung als explosionsabschwächendes Material in faltbaren Behältern
(bei Nichtvorhandensein von wässrigem Schaum) angestellt werden. Solche Gase können
innerhalb von Behältern zweckmäßigerweise in Blasen eingeschlossen werden.
Die folgenden Beispiele sollen dazu dienen, die Erfindung besser zu
verstehen und sind nicht als diesbezügliche Einschränkungen gedacht. Bei den Beispielen
werden folgende Fachbegriffe verwendet:
- (A) „Flächendichte" ist das Gewicht der Konstruktion pro Einheitsfläche
der Konstruktion in kg/m2. Die Plattenflächendichte wird bestimmt durch
Dividieren des Gewichts der Platte durch die Fläche der Platte. Bei einem Band mit
einer vielseitigen Querschnittsfläche ist die Flächendichte jeder Seitenfläche gegeben
durch das Gewicht der Seitenfläche dividiert durch den Flächeninhalt der Seitenfläche.
In den meisten Fällen ist die Flächendichte von allen Seitenflächen dieselbe, und
eine kann sich auf die Flächendichte der Konstruktion beziehen. In einigen Fällen
ist jedoch die Flächendichte der verschiedenen Seitenflächen unterschiedlich. Bei
einem Band mit einer kreisförmigen Querschnittsfläche wird die Flächendichte bestimmt,
indem das Gewicht des Bandes durch die Außenfläche des Bandes dividiert wird. Bei
einem würfelförmigen Behälter stellt die Flächendichte die Flächendichte
jeder der sechs Platten dar, die die Seitenflächen des Behälters bilden, und beinhaltet
nicht die Flächendichte etwaiger Scharniere oder Stifte.
- (B) Die „Faserflächendichte eines Verbundstoffs" entspricht dem Gewicht
der Faserverstärkung pro Einheitsfläche des Verbundstoffs.
- (C) „C50" ist das Maß des Explosionswiderstandes, gemessen
als Menge der Ladung (in Unzen), die den Behälter/das Rohr bezogen auf 50% der Zeitspanne
zerreißt (dabei gilt: C0 bedeutet kein Fehler/kein Zerreißen und C100
Fehler bezogen auf 100% der Zeitspanne). Wenn der Fehler auf einer Ebene erfolgt
und nicht auf der nächst niederen Ebene, wird der Wert C50 durch Mittelwertbestimmung
der zwei Ebenen berechnet.
Sofern nicht anders angegeben, war der bei den Beispielen 1–9
und 18 verwendete Sprengstoff TRENCHRITE 5, ein Produkt der Fa. Explosives Technologies
International, und ein Sprengstoff der Klasse A mit einer Detonationswellengeschwindigkeit
von 5900 m/s (6700 Fuß/s). Sofern nicht anders angegeben, war der bei den Beispielen
10–17 verwendete Sprengstoff C4, bestehend zu 90% aus RDX (Cyclo-1,3,5-trimethylen-2,4,6-trinitroamin)
und zu 10% aus einem Weichmacher (Polyisobutylen), einem Produkt der Fa. Hitech
Inc., und ein Sprengstoff der Klasse A mit einer Detonationswellengeschwindigkeit
von 8200 m/s (26.900 Fuß/s). Und für die Behälter und Rohre, von denen Hochgeschwindigkeits-Video-Ergebnisse
vorliegen, handelte es sich bei der verwendeten Kamera zur Aufzeichnung des Explosionsgeschehens
um das Modell Sylvania VCC159 AV01, VHS-System. Die Kamera wurde fernbedient und
war so positioniert, dass der beobachtete Behälter oder das Rohr zu etwa 30% im
Blickwinkel der Kamera lag.
Die spezifischen Techniken, Bedingungen, Materialien, Verhältnisse
und veröffentlichten Angaben veranschaulichen, dass die Prinzipien der Erfindung
Beispielcharakter tragen und nicht so ausgelegt werden sollten, um den Schutzumfang
einzuschränken.
BEISPIEL 1 (VERGLEICHEND)
Es sind drei würfelförmige Behälter für Testzwecke angefertigt worden,
wobei für zwei Behälter Verbundplatten der Marke SPECTRA SHIELD®
für deren Seitenflächen und für einen Behälter Verbundplatten der Marke KEVLAR®
für dessen Seitenflächen verwendet wurden.
Der aus SPECTRA SHIELD-Verbundstoff bestehende Behälter war so gefertigt
(Seitenmaß 78,7 cm [31 Zoll]), dass sechs ebene SPECTRA SHIELD®-Verbundplatten
die Seitenflächen bildeten, jede 174 cm2 (27 Zoll) in der Fläche, die
mittels zwei Sätzen von Scharnieren und zwei Stiften pro Kante miteinander verbunden
waren (insgesamt 24 Stifte und Scharniere). Die Platten mit einer Gesamtflächendichte
von 54,6 Pa (1,14 lb./ft2) waren wie folgt konstruiert.
Die Gewebeformen wurden teilweise um die Begrenzungsstäbe eines Aluminiumrahmens
gewickelt. Das Umwickeln (Biegen) erfolgte entlang der gestrichelten Linie mit einer
Länge von insgesamt 69 cm (27,25 Zoll). Jeder der vier Begrenzungsstäbe wurde mit
drei Gewebeschichten (-formen) umwickelt. Diese Gewebeformen bestanden aus dem Gewebe
SPECTRA 1000, Ausführung 904 (Grundbindung, 34 × 34 Kettlängen pro 2,54 cm
(1 Zoll), Garn SPECTRA 1000, 650 Denier, Gewicht 204 g/m2 (6 oz./yd2)).
Die Gewebe wurden mit einer ausreichenden Menge aus experimentellem Vinylesterharz
Dow XU71943.00L (Diallylphthalat – 6 Gewichtsprozent, Methylethylketon –
31 Gewichtsprozent und Vinylesterharz – 63 Gewichtsprozent) imprägniert, um
ein imprägniertes Gewebe mit 80 Gewichtsprozent SPECTRA 1000 und 20 Gewichtsprozent
Harz zu schaffen. In allen Fällen enthielt das Harz 1 Gewichtprozent Lupersol 256,
ein Produkt der Lucidol Division, Ato Chem Corporation [2,5-Dimethyl-2,5-bis(2-ethylhexanoylperoxy)hexan].
Der Aluminiumrahmen wurde ebenfalls zum Umwickeln der quadratischen
Verbundplatten verwendet. Zwei Rollen des in einer Richtung verlaufenden vorimprägnierten
Bandes wurden an den benachbarten Seiten des Rahmens zum alternativen Umwickeln
um den Rahmen positioniert, um das vorimprägnierte Band in der Form 0°/90°/0°/90°/usw.
anzuordnen. Der Vorgang wurde wiederholt, bis die gewünschte Flächendichte erreicht
war. Jedes vorimprägnierte Band enthielt 7,6 Kettlängen pro Linearzoll des Garns
SPECTRA 1000, 1500 Denier, getränkt in experimentellem Vinylesterharz Dow Resin
XU71943.00L, wie oben beschrieben. Das Methylethylketon verflüchtigt sich, bevor
der Verbundstoff aushärtet. Das vorimprägnierte Band bestand zu 76 Gewichtprozent
aus der Faser SPECTRA 1000 und zu 24 Gewichtprozent aus Harz.
Nach Beendigung der Umwicklung wurde der diagonale Stab des Aluminiumrahmens
entfernt, und die mittlere 61 × 61 cm (27 × 27 Zoll) große Fläche bei
120°C 30 min lang mit einer Kraft von 150 tons geformt. Es wurden dann die Aluminium-Begrenzungsstäbe
126 entfernt, die Begrenzungsschlaufen hinterließen. Die Begrenzungsschlaufen
wurden dann in Abständen von 7,62 cm (3 Zoll) beschnitten.
Der würfelförmige Behälter wurde mit 1 Zoll starken kalt gewalzten
Stahlstiften zusammengebaut. Die eine Hälfte der Begrenzungsschlaufen wurde so gefaltet,
dass sie auf der Außenseite des Behälters lagen, und die andere Hälfte der Begrenzungsschlaufen
wurde so gefaltet, dass sie auf der Innenseite des Behälters lagen. Es waren 9 Schlaufen
pro Kante vorhanden, abwechselnd innen und außen. Die Stifte wurden sowohl in die
Innen- als auch in die Außenschlaufen gesteckt, zwei pro Kante.
Der Behälter aus KEVLAR-Verbundstoff war in ähnlicher Weise konstruiert,
mit der Ausnahme, dass das Gewebe KEVLAR 29 (Ausführung 423 – 2 × 2
Würfelbindung, Garn 1500 Denier, 476 g/m2 (14 oz./yd2) verwendet
wurde, und es wurde nur eine Schicht Gewebe um jeden Begrenzungsstab gewickelt.
Die Gesamtflächendichte der Platten war dieselbe wie bei den SPECTRA SHIELD-Platten,
d. h., 54,6 Pa (1,14 lb./ft2).
Die ersten zwei Behälter aus SPECTRA SHIELD-Verbundplatten wurden
mit Sprengladungen von 0,23 bzw. 0,45 kg (8 und 16 Unzen) getestet, die jeweils
in der geometrischen Mitte angebracht waren. Es stellte sich heraus, dass der Behälter
die Detonation mit der Sprengstoffmenge von 0,23 kg (8 Unzen) überstand; an den
Kanten und Ecken des Behälters erfolgte jedoch eine starke Entgasung. Die 0,46-kg-Ladung
(16 Unzen) riss den Behälter auseinander und die Stahlscharnierstifte wurden zu
gefährlichen Projektilen.
Der dritte Behälter aus KEVLAR-Verbundplatten wurde mit einer Sprengladung
von 0,23 kg (8 Unzen) getestet, welche an der geometrischen Mitte angebracht war.
Die Explosion bewirkte ein massives Zerreißen des Behälters und die Stahlscharnierstifte
wurden zu gefährlichen Projektilen.
BEISPIEL 2
Eine Rolle aus Verbundmaterial der Marke SPECTRA SHIELD®,
zu beziehen von der Fa. AlliedSignal Inc., wurde in vier 38,1 cm (15 Zoll) breite
Streifen geschnitten, wobei jeder etwa 838 cm (330 Zoll) lang war. Das SPECTRA SHIELD®-PCR-Verbundmaterial
enthielt 80 Gewichtprozent kettenverlängerte SPECTRA® 1000-Polyethylenfasern
(Nennfestigkeit etwa 35 g/d, Zugmodul etwa 1150 g/d und Bruchdehnung etwa 3,4%,
ebenfalls zu beziehen von der Fa. AlliedSignal Inc.) in einer Harzmatrix (20 Gewichtsprozent)
aus Polystyrol-Polyisopren-Polystyrol-Blockcopolymer, zu beziehen von der Fa. Shell
Co. unter dem Handelsnamen KRATON® D1107. Die SPECTRA-Fasern waren
im Verbundmaterial in der Konfiguration 0°/90° angeordnet. Jeder Streifen
wurde in aufeinander folgenden Schichten um einen Dorn mit rechteckigem Querschnitt
gewickelt, der eine Seitenlänge von 38,1 cm (15 Zoll) hatte, so dass ein Band mit
22 Umwicklungen aus SPECTRA SHIELD entstand. Der Wickelvorgang für jeden aufeinander
folgenden Streifen begann an der Stelle, wo der vorhergehende Streifen endete, wobei
eine identische Faserkonfiguration bei ausreichender Spannung (etwa 0,18 kg/cm [1
lb. per Linearzoll]) beibehalten wurde, um Hohlräume in aufeinander folgenden Wicklungen
so minimal wie möglich zu halten. Auf die Außenseite der Streifen wurde während
des Wickelns eine Klebelösung, bestehend aus 5 g KRATON D1107 pro 95 g Toluol aufgetragen,
um Kleber zwischen aufeinander folgenden Wicklungen einzubringen. Zur Verfestigung
der aufeinander folgenden Wicklungen wurde ein herkömmlicher Rollstift verwendet,
um die Hohlräume bei den aufeinander folgenden Wicklungen während der Bandbildung
so minimal wie möglich zu halten.
Nach Fertigstellung des ersten Bandes wurden vier 38,1 cm ×
50,8 cm (15 Zoll × 20 Zoll) große Aluminiumplatten, jede 0,32 cm (0,125 Zoll)
dick und umwickelt mit TEFLON®-beschichtetem Glasfasergewebe, an
der Außenseite des Bandes angebracht, eine Platte pro Seitenfläche des Bandes, wobei
die 38,1 cm (15 Zoll) lange Seitenfläche der Seitenlänge von 38,1 cm (15 Zoll) des
Dorns entsprach. Abklebband wurde um die vier Aluminiumplatten gewickelt, um diese
festzuhalten, wobei eine mittlere Fläche zum Umwickeln des zweiten Bandes nicht
beklebt wurde. Es wurde ein zweites Band gebildet, indem Verbundstreifen aus SPECTRA
SHIELD PCR in der Weise gewickelt wurden, wie dies beim ersten Band erfolgt war.
Es wurde ein zweiter Satz aus vier Aluminiumplatten an den Seitenflächen des zweiten
Bandes angebracht, wonach ein drittes Band in derselben Weise wie das erste und
zweite Band aufgebracht wurde. Die drei Bänder wurden vom Dorn entfernt und das
Toluol aus den Bändern verdampft. Bei jedem Band waren 50 Gewichtprozent Fasern
endlos und in Umfangsrichtung des Bandes orientiert.
Die drei Bänder waren ineinander eingeschachtelt, wie in
1F dargestellt, um einen Behälter 1 zur Bewertung in
Bezug auf eine Sprengladung zu bilden. Jede Seitenfläche des Behälters entsprach
44 Umwicklungen mit dem Material SPECTRA SHIELD PCR, Konfiguration 0°/90°,
da es Seitenflächen von zwei Bändern gibt, die jede Seitenfläche des Behälters überdecken,
und jede Bandseitenfläche 22 Umwicklungen umfasst. Die Flächendichte von Behälter
1 betrug 0,13 × 44 = 5,72 kg/m2 (1,17 lb./ft2). Der
Behälter 1 wog 5,8 kg (12,6 lb.).
Behälter 2 war in derselben Weise wie Behälter 1 mit folgenden Änderungen
konstruiert. Die ersten zwei Streifen aus dem Verbundmaterial SPECTRA SHIELD, die
für die Konstruktion des ersten Bandes verwendet wurden, waren 61 cm (24 Zoll) breit.
Nach dem Entfernen des Bandes und der Verdampfung des Toluols wurde das erste Band
im Abstand von 11,4 cm (4,5 Zoll) von jeder Seite an jeder Ecke eingeschnitten,
um acht Laschen (vier an jeder Seite des 38,1 cm [15 Zoll] breiten Bandes, zwei
pro Seitenfläche) mit 11,4 cm (4,5 Zoll) Breite zu schaffen. Die Laschen wurden
durch Falten des geschnittenen Teils des Streifens entlang der Bandbreitenlinie
gebildet. Die Ebene jeder Lasche war senkrecht zur Ebene der Seite des Bandes, an
dem sie angebracht war. Diese Laschen wurden durch das zweite und das dritte Band
gehalten. Das Gewicht des Behälters 2 betrug 6,08 kg (13,4 lb.). Die Flächendichte
der Seitenflächen war identisch mit der von Behälter 1, und die Gewichtszunahme
war auf die Laschen zurückzuführen.
Die Behälter 3 und 4 wurden in derselben Weise wie Behälter 2 vorbereitet
und waren im Wesentlichen in Gewicht und Flächendichte identisch.
Behälter 1 wurde mit einer 0,46 kg (16 Unzen) starken Sprengladung
getestet, die an der geometrischen Mitte angebracht war. Bei der Detonation wurden
die Kanten aller drei Bänder vollständig oder fast vollständig zerstört und ergaben
eine Anzahl von 38,1 cm (15 Zoll) großen quadratischen Teilen, die noch intakt waren
und geringe Schädigungen aufwiesen.
Behälter 2 wurde mit einer 0,23 kg (8 Unzen) starken Ladung in derselben
Weise wie Behälter 1 getestet. Die Hochgeschwindigkeits-Videoaufzeichnung zeigte,
dass die Ladung zunächst eingedämmt wurde und es danach zu einer Deformation und
einem Riss von Band 3 an zwei gegenüberliegenden Kanten kam (das zerrissene Band
3 bestand aus zwei identischen Hälften). Es erfolgte eine umfassende Gasausleitung.
Die Bänder 1 und 2 blieben im Wesentlichen intakt.
Behälter 3 wurde mit einer 57 g (2 Unzen) starken Ladung in derselben
Weise wie Behälter 1 getestet. Die Hochgeschwindigkeits-Videoaufzeichnung zeigte
eine geringe Gasausleitung während der Detonation und eine Ausbuchtung an den Seiten.
Der Behälter blieb jedoch intakt. Alle drei Bänder waren unbeschädigt.
Behälter 4 wurde mit einer 113 g (4 Unzen) starken Ladung getestet.
Die Hochgeschwindigkeits-Videoaufzeichnung zeigte eine stärkere Gasausleitung und
eine Verformung von Band 1 im Vergleich zu Behälter 3. Alle drei Bänder blieben
intakt und wiesen keine nennenswerten Schädigungen auf.
BEISPIEL 3
Es wurde ein Behälter in derselben Weise wie Behälter 2 aus Beispiel
2 oben konstruiert, jedoch mit folgenden Änderungen. Der Dorn wurde dahingehend
geändert, dass die Kanten rund waren und einen Radius von 1,6 cm (5/8 Zoll) hatten.
Die Flächendichte der Bänder war halb so groß wie die von Behälter 2. Die Laschenbreite
an Band 1, dem inneren Band, wurde auf 15,24 cm (6 Zoll) erhöht. Das Band wurde
verstärkt, um die Verformung und die Gasaustrittsrate der Explosion zu kontrollieren.
Diese Verstärkung bestand aus einer ersten Umwicklung des Dorns in zwei kompletten
Wicklungen von 38,1 cm (15 Zoll) breiten Streifen, Glasgewebe S-2 (Ausführung 6781,
Flächendichte 0,309 kg/m2, hergestellt von der Fa. Clark Schwebel). Dieses
Glasgewebe war mit Epoxidharz EPON 828 imprägniert, zu beziehen von der Fa. Shell
Co., bei dem 8 pph Millamin, ein zykloaliphatisches Diamin, zu beziehen über die
Fa. Milliken Chemical Co., als Härtemittel bei Raumtemperatur verwendet wurde. Das
Glas-Harz-Verhältnis betrug 48/52 bezogen auf das Gewicht. Die SPECTRA SHIELD-Verbundstreifen
für Band 1 wurden dann an der Oberseite auf das Glasgewebe gewickelt, das dann fester
Bestandteil von Band 1 wurde.
Um eine zusätzliche Verstärkung zu erhalten, wurde auf jede der vier
Innenflächen des Glasgewebebandes (Band 1) eine Platte aus Glas/Epoxidharz-Verbundmaterial
aufgebracht, welches von der Fa. 3 M Corporation als Scotch Ply Type 1002 bezogen
werden kann. Jede Platte maß ungefähr 34,3 × 36,8 cm (13,5 × 14,5 Zoll),
wog 340 g und war 0,14 cm (56 mil) dick. Die Platten wurden mit insgesamt 200 g
Polysulfid-Kleber PROSEAL 890-B1/2 angebracht, der von der Fa. Courtaulds Aerospace
Company hergestellt wird. Die Innenflächen der 8 Laschen wurden ebenfalls durch
Anbringen eines 9,5 × 34,9 cm (3,57 × 13,75 Zoll) großen Teils einer
Glas-Epoxidharz-Tafel an jeder Lasche verstärkt, wobei linear doppelt beschichtetes
Papierklebband des Typs Scotch 410 Flat Stock verwendet wurde, welches von der Fa.
3 M Corporation zu beziehen ist. Das Gesamtgewicht dieser acht Plattenteile betrug
707 g. Der zusammengebaute Behälter wog 6,17 kg (13,6 lb.) und bestand zu 3,04 kg
(6,7 lb.) aus SPECTRA SHIELD-Verbundmaterial und zu 3,13 kg (6,9 lb.) aus Faserglasverbundmaterial
und Kleber.
Dieser Behälter wurde mit einer 6 Unzen starken Ladung aus TRENCHRITE
5 in derselben Weise getestet wie die Behälter in Beispiel 2. Der Behälter dämmte
die Ladung ein, dabei kam es zu einer minimalen Verformung, keiner schnellen Gasausleitung
und die Konstruktion zeigte im Wesentlichen keine sichtbaren dauerhaften Schäden.
BEISPIEL 4
Es wurde ein Behälter wie Behälter 2 in Beispiel 2 mit folgenden Änderungen
konstruiert. Bei Band 1 war die erste Hälfte der Verbundstreifenlänge 53 cm (21
Zoll) breit, während die zweite Hälfte eine Breite von 38,1 cm (15 Zoll) aufwies.
Somit konnten acht Laschen gebildet werden, vier pro Bandseite, wobei jede 7,62
× 38,1 cm (3 × 15 Zoll) breit war und eine Flächendichte von 4,75 kg/m2
aufwies. Band 1 bestand aus 70 Umwicklungen des Verbundmaterials SPECTRA SHIELD
und hatte eine Flächendichte von 9,5 kg/m2. Um Band 1 wurde eine 0,3
cm (0,125 Zoll) breite Aluminiumplatte gelegt. Band 2 wurde durch Umwickeln von
Streifen gebildet, die in einer Breite von 43 cm (17 Zoll) um den Abstandshalter
gewickelt waren. Ein zweiter 0,3 cm (0,125 Zoll) breiter Abstandshalter war um Band
2 angeordnet, und Band 3 wurde durch Umwickeln von Streifen gebildet, die 45,7 cm
(18 Zoll) breit waren. Die drei Bänder wurden vom Dorn und den Abstandshaltern entfernt.
Bei jedem Band waren etwa 50 Gewichtprozent der Faser endlos und in Umfangsrichtung
orientiert.
Vier quadratische 35,6 cm (14 Zoll) große Glasfaserplatten, zu beziehen
von der Fa. 3 M Corporation unter der Bezeichnung Scotch Ply Type 1002, mit einer
Flächendichte von 2,7 kg/m2, wurden an die Innenseitenflächen von Band
1 geklebt, wobei insgesamt etwa 128 g (32 g/Seitenfläche) des Polysulfid-Klebers
PROSEAL 890-B1/2 verwendet wurden, der von der Fa. Courtaulds Aerospace Company
hergestellt wird.
Die drei Bänder wurden zusammengefügt, wobei Band 1 in Band 2 eingeschachtelt
wurde, welches in Band 3 eingeschachtelt war, mit jeweils zwei Bandseitenflächen
pro Seite. Die Laschen von Band 1 wurden durch die Bänder 2 und 3 gehalten. Der
fertig zusammengebaute Behälter hatte eine Seitenlänge von etwa 45,7 cm (18 Zoll)
und wog 24,06 kg (53 lb.).
Eine Splittergranate Typ M67 wurde modifiziert, so dass sie elektronisch
detonieren konnte. Die M67-Granate wog 0,4 kg (14 Unzen) und enthielt ein 184 g
(6,5 Unzen) schweres Sprengstoffgemisch B. Für ausführliche Informationen über diese
Standardhandgranate verweisen wir auf das Guide Book for Marines, 15. überarbeitete
Ausgabe, Quantico, Virginia, S. 352, 01.09.86. Die Granate wurde in der geometrischen
Mitte des Behälters angeordnet und zur Detonation gebracht. Der Behälter behielt
seine Form und die Unversehrheit der einzelnen Bänder bei. Der Behälter wurde auseinander
genommen und untersucht. Die Anzahl der Perforationen in den vier inneren Glasfaserplatten
von Band 1 wies darauf hin, dass sich durch die explodierende Granate mehr als 1200
Stahlprojektile gebildet hatten. Die Untersuchung der Außenflächen des Behälters
ergab, dass 21 Durchdringungen entstanden waren.
Die Ergebnisse dieses Tests veranschaulichten, dass das Grundkonzept
der Explosionseindämmung solide war und gegen eine Kombination aus Projektilen und
Detonation schützen kann.
BEISPIEL 5
Bei diesem Beispiel wurden für Testzwecke zwei identische Behälter
A und B wie folgt gebaut.
Ein 68,6 cm (27 Zoll) breites Flächengebilde aus SPECTRA SHIELD®
PCR-Verbundmaterial, Flächendichte 0,135 kg/m2, wurde in 18 aufeinander
folgenden Schichten um einen Dorn mit quadratischer Querschnittsfläche mit 38,1
cm (15 Zoll) Seitenlänge gewickelt. Mit einem Farbroller wurde bei fortlaufendem
Umwickeln eine Klebelösung (5 Gewichtprozent KRATON D1107) auf die Außenseite des
Flächengebildes aufgetragen, um den Kleber zwischen die aufeinander folgenden Schichten
zu bringen. Ein zweites 43 cm (17 Zoll) breites Flächengebilde aus SPECTRA SHIELD
PCR-Verbundmaterial wurde in der Mitte des umwickelten ersten Flächengebildes angeordnet
und in derselben Weise 18-mal aufeinander folgend gewickelt. Das entstandene Band
konnte bei einer Umgebungstemperatur von 21°C (etwa 70°F) am Dorn über Nacht
trocknen und wurde dann entfernt. Der 68,6 cm (27 Zoll) breite Teil des Bandes wurde
an den Ecken in ausreichendem Abstand eingeschnitten, um ein 43 cm (17 Zoll) breites
Band und acht 12,7 cm (5 Zoll) breite Laschen (vier auf jeder Seite des 43 cm (17
Zoll) breiten Bandes, zwei pro Seitenfläche) zu schaffen. Die Laschen wurden durch
Falten der eingeschnittenen Teile des Flächengebildes entlang der Bandbreitenlinie
gebildet. Die Ebene jeder Lasche war senkrecht zur Ebene der Seitenfläche des Bandes,
an welcher sie angebracht war.
An die Innenseite der vier Seiten/Flächen dieses Bandes wurden mittels
eines Polysulfidklebers (PROSEAL 890 B-1/2, ein Produkt der Fa. Courtaulds Aerospace),
vier 38,1 cm × 35,6 cm (15 Zoll × 14 Zoll) große rechteckige Glasfaserplatten
geklebt, eine pro Seitenfläche. In ähnlicher Weise wurden acht 8,9 cm × 38,1
cm (3,5 Zoll × 15 Zoll) große rechteckige Glasfaserplatten an die Innenseite
der Laschen geklebt, eine pro Lasche. Die verwendeten glasfaserverstärkten Epoxyplatten
(Scotsply Reinforced Composites, Typ 1002, Crossply 0,060, ein Handelsprodukt von
der Fa. 3 M Corporation) hatten eine Flächendichte von 2,69 kg/m2. Das
Band war faltbar.
Ein zweites 43 cm (17 Zoll) breites Band wurde in ähnlicher Weise
35-mal um einen etwas größeren Dorn gewickelt. Ein drittes Band, ebenfalls 43 cm
(17 Zoll) breit, wurde in ähnlicher Weise 35-mal um einen anderen Dorn gewickelt,
der etwas größer als der für das zweite Band benutzte Dorn war. Keines dieser Bänder
hatte Laschen oder Glasfaserplatten. Beide Bänder waren faltbar. Die drei Bänder,
einschließlich der Glasfaserplatten, wogen insgesamt 12,5 kg (27,5 lb.). Die Bänder
allein hatten eine Flächendichte von 4,73 kg/m2. Ungefähr 50 Gewichtprozent
Fasern waren Endlosfasern in Umfangs- oder Bandrichtung.
Die Explosionswiderstandsprüfung wurde wie folgt durchgeführt. Das
erste Band von Behälter A wurde mit seiner Seite auf einen Tisch gelegt, d. h. mit
den offenen Seiten nach oben und unten. Über die untere offene Seite des Bandes
wurde vollständig ein dünner niederdichter Kunststoffbeutel aus Polyethylen gezogen.
An der geometrischen Mitte wurden 0,23 kg (acht Unzen) Sprengstoff C4 angebracht.
Der restliche innere Hohlraum wurde gefüllt mit der Markenrasiercreme BARBASOL®
(Dichte des Schaums etwa 0,053 g/cm3, Treibmittel Isobutan), zu beziehen
von der Fa. Pfizer Inc. Das etwas größere zweite Band wurde dann über das erste
Band geschoben, wobei zwei der gegenüberliegenden Seitenflächen die ursprünglich
offenen Seitenflächen des ersten Bandes bedeckten. Das etwas größere dritte Band
wurde dann über den Aufbau geschoben. Als die Ladung explodierte, kam es zu einer
kleineren Verformung des Behälters und innerhalb von einigen Sekunden zur Gasausleitung
aus dem Behälter. Der Behälter wurde geleert, getrocknet und erneut mit 0,34 kg
(12 Unzen) Sprengstoff C4 getestet, wobei der Hohlraum (wie vorher) mit Rasierschaum
gefüllt wurde. Durch die Ladung riss der Behälter auseinander.
Behälter B wurde in ähnlicher Weise mit 10 Unzen Sprengstoff C4 getestet,
wobei der Hohlraum mit Rasierschaum gefüllt war. Es kam zu einer kleineren Verformung
und innerhalb von einigen Sekunden zur Gasausleitung. Dieser Behälter wurde geleert,
getrocknet und erneut mit 170 g (6 Unzen) Sprengstoff C4 getestet, ohne dass der
Hohlraum mit Rasierschaum gefüllt war. Bei der Explosion des Sprengstoffs C4 trat
aus den Kanten des Behälters Feuer aus. Der Behälter blieb intakt, aber fing Feuer
und wurde nachfolgend durch das Feuer zerstört.
Der Wert C50 für diesen Behälteraufbau (einschließlich
des wässrigen Schaums) war 312 g (11 Unzen).
BEISPIEL 6
Aus drei Bändern des Materials SPECTRA 1000, 215 Denier, 55 ×
55 Kettfäden pro Zoll (2,54 cm), Grundbindung, Flächendichte 0,112 kg/m2
(3,30 oz./yd2) wurde ein würfelförmiger Behälter mit 38,1 cm (15 Zoll)
Innenseitenlänge gebaut. Im inneren Band war zur Gewährleistung der baulichen Abstützung
ein Aluminiumbilderrahmen in jede Seitenfläche und die Laschen eingearbeitet; diese
wurden aus 0,16 cm (1/16 Zoll) dicken Aluminiumplatten mit einer Flächendichte von
4,16 kg/m2 herausgeschnitten. Die Bänder ließen sich leicht falten und
die äußeren Bänder konnten ebenfalls zu einem Zylinder gerollt werden.
Auf dem inneren Band wurden die ersten vier Lagen besonders breit
geschnitten, so dass Laschen gebildet werden konnten. 68,6 cm (27 Zoll) breites
Gewebe wurde zweimal um einen Dorn gewickelt. An jede der vier Seiten des Bandes
wurde mit doppeltem Klebeband ein quadratischer Aluminiumbilderrahmen, 37,5 cm (14,75
Zoll) an der Außenseite mal 29,8 cm (11,75 Zoll) an der Innenseite (ergibt einen
38-cm[1,5 Zoll]-Rahmen) angebracht. Diese Rahmen