Es werden Verfahren zur Herstellung von Dicyandiamid und 1,2,4-Triazol enthaltenden Harnstoff-Düngemittel-Granulaten, die als N-stabilisierte Dünger einsetzbar sind, beschrieben. Während das Dicyandiamid vorteilhaft in die Harnstoffschmelze oder Schmelzesuspension mit Ammonsulfat vor deren Granulierung ohne Probleme einzuarbeiten ist, muss das Triazol mittels geeigneter Lösungsmittel, wie wässrigem Polyvinylalkohol oder wässrigem Harnstoff-Formaldehyd-Vorkondensat, auf die Oberfläche der nur mäßig warmen Dicyandiamid-haltigen Harnstoffgranalien oder Harnstoff-Ammonsulfat-Mischgranalien aufgebracht oder mittels geeigneter, die Triazol-Sublimation unterdrückender Zusatzstoffe, wie Harnstoff-Formaldehyd-Vorkondensat oder Aluminiumsulfat-Hydrat, neben Dicyandiamid in die Harnstoffschmelze oder Schmelzesuspension vor der Granulation eingebracht werden. Die für die Oberflächenapplikation des Triazols geeigneten Lösungsmittel verhindern Sublimationsverluste des Triazols bei der offenen Lagerung der Granalien und wirken nach Trocknung zugleich als Antibackmittel.
Beschreibung[de]
Die vorliegende Erfindung betrifft Verfahren zur Herstellung von Dicyandiamid
und 1,2,4-Triazol als Nitrifikationshemmer enthaltenden Düngemittelgranulaten auf
Harnstoffbasis.
Es ist allgemein bekannt, dass amid- und/oder ammoniumhaltige Dünger
im Boden der Nitrifikation zum Nitrat unterliegen. In der Regel verläuft der Nitrifikationsprozess
schneller als die Nährstoffaufnahme durch die Pflanze, was durch Auswaschung des
Nitrats in tiefere, den Pflanzenwurzeln unzugängliche Bodenregionen oder eine unter
anaeroben Bedingungen ablaufende Reduktion des Nitrits und Nitrats zu N2
und/oder N2O zu Düngungsverlusten und Umweltbeeinträchtigungen führt.
Möglichkeiten, durch Verzögerung und Regulierung des Nitrifikationsprozesses
eine verbesserte N-Ausnutzung bei gleichzeitiger Zurückdrängung von Umweltbelastungen
durch die Stickstoffdüngung zu erreichen, ergeben sich durch Einsatz von Nitrifikationsinhibitoren.
Als wirksame Nitrifikationsinhibitoren ist eine große Zahl verschiedener Substanzen
und Substanzgemische vorgeschlagen worden (siehe u. a. M. E. TRENKEL, Improving
Fertilizer Use Efficiency – Controlled-Release and Stabilized Fertilizers
in Agriculture; International Fertilizer Industry Association (ifa), Paris Dec.
1997).
Für den praktischen Einsatz, insbesondere in Feststoffdüngern, eignen
sich nur einige wenige der vorgeschlagenen Wirkstoffe zur Nitrifikationshemmung
aufgrund ihrer chemischen und physikalischen Eigenschaften, die einer stabilen Düngemittel-Wirkstoff-Formulierung
entgegenstehen. Ein im Einsatz mit festen Harnstoffdüngern bewährter nitrifikationshemmender
Wirkstoff ist das Dicyandiamid (vgl. DE 27 14 601,
DE 29 22 436, DD
159 988, DE 35 43 920,
DE 32 37 905, US
4,309,206, EP-A 19881, EP 0 908 430).
Die technischen Lösungen gehen von der gemeinsamen Granulation einer Zumischung
von Dicyandiamid zu einer konzentrierten wässrigen Harnstofflösung oder zu einer
Harnstoffschmelze aus, die nachfolgend in unterschiedlicher Weise in die Granalienform
gebracht werden. Zur Gewährleistung einer sicheren nitrifikationsinhibierenden Wirkung
sind allerdings vergleichsweise hohe Anteile an Dicyandiamid in den Harnstoff einzuarbeiten.
In EP 0 908 430 werden beispielsweise 3
bis 10 Gew.-% Dicyandiamid bezogen auf das Gewicht der Harnstoffschmelze eingebracht.
Im Bemühen, die hohen und damit kostenaufwendigen Einsatzmengen an
Dicyandiamid herabzusetzen, wurden Kombinationen des Dicyandiamids mit weiteren
die Nitrifikation hemmenden Verbindungen vorgeschlagen. So wird in DD
222 471 die synergistisch wirkende Kombination von Dicyandiamid mit substituierten
Pyrazolen, bevorzugt mit 3-Methylpyrazol, geschützt. Da 3-Methylpyrazol flüssig
ist und darüber hinaus einen hohen Dampfdruck besitzt, ist ein Einsatz dieser Kombination
auf Flüssigdüngemittel beschränkt.
In EP 0 746 537 wird unter
anderem eine synergistische nitrifikationshemmende Wirkung der beiden für sich allein
nur mäßig wirksamen Verbindungen Dicyandiamid und 1,2,4-Triazol festgestellt. Im
Gewichtsverhältnis 10 : 1 vermischt, zeigt die Wirkstoffkombination Dicyandiamid/1,2,4-Triazol
bei einem Fünftel der N-bezogenen Einsatzmenge des Dicyandiamids allein bereits
die gleiche nitrifikationsinhibierende Wirkung. Das erlaubt eine niedrigere Dosierung
des Wirkstoffgemisches zum Harnstoff, was aus Kostengründen wünschenswert ist.
Feststoffdünger mit zugesetzten Nitrifikationsinhibitoren müssen –
ebenso wie Dünger ohne Zusatzstoffe – als stabile, abriebfeste und lose in
unklimatisierten Lagerhallen über mehrere Monate verbackungsfrei zu lagernde Granalien
bereitgestellt werden. Bei den mit Nitrifikationsinhibitoren versetzten Düngern
kommt noch hinzu, dass während einer mehrmonatigen Lagerung keine Wirkstoffverluste
eintreten dürfen.
Der Restwassergehalt in den Granalien muss zur Gewährleistung einer
problemlosen Lagerung möglichst niedrig sein. Des Weiteren ist bei Harnstoff und
harnstoffhaltigen Düngern ein begrenzter Biuretgehalt aufgrund seiner phytotoxischen
Wirkung ein vorgegebenes Qualitätskriterium. Im Falle der N-stabilisierten Dünger
unter Einsatz von Wirkstoffkombinationen muss das vorgegebene Gewichtsverhältnis
der synergistischen Zusammensetzung in vergleichsweise engen Grenzen bei der Herstellung
eingehalten werden und bei der Lagerung erhalten bleiben.
Die Herstellung von granulierten Düngern auf Harnstoffbasis, die unter
Einsatz konzentrierter Lösungen, Harnstoffschmelze oder Schmelzesuspension erfolgt,
führt bei Einsatz von 1,2,4-Triazol neben dem Dicyandiamid erwartungsgemäß zu Sublimationsverlusten
des 1,2,4-Triazols. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, aufwändige
Rückhaltevorrichtungen für Triazolanteile in der Abluft der Granulieranlage zu installieren.
Des Weiteren wurde festgestellt, dass bei der offenen Lagerung der Dicyandiamid
und 1,2,4-Triazol enthaltenden Düngergranalien über längere Zeiträume auch schon
bei Raumtemperatur Triazolverluste durch Sublimation auftreten, denen entgegenzuwirken
ist.
Der vorliegenden Erfindung lag daher die Aufgabe zugrunde, Verfahren
zur Herstellung von Dicyandiamid und 1,2,4-Triazol als Nitrifikationsinhibitor enthaltende
Düngemittelgranulate auf Harnstoffbasis zu entwickeln, welche die genannten Nachteile
der Sublimation des 1,2,4-Triazols durch verbesserte Retention bei der Düngemittelgranulation
und offenen Lagerung nicht mehr aufweisen. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch
das in Anspruch 1 definierte Verfahren und die in Anspruch 17 angegebene Verwendung
gelöst. Vorteilhafte und/oder bevorzugte Ausführungsformen des erfindungsgemäßen
Verfahrens sowie der erfindungsgemäß angegebenen Verwendung sind Gegenstand der
Unteransprüche.
Beispielsweise kann 1,2,4-Triazol entweder als Gemisch mit seine Sublimation
hemmenden Verbindungen auf die Granalienoberfläche des bereits Dicyandiamid enthaltenden
harnstoffhaltigen Düngemittels aufgebracht oder in Gegenwart von die 1,2,4-Triazol-Sublimation
hemmenden Verbindungen mit Dicyandiamid enthaltender Düngerschmelze oder -schmelzesuspension
granuliert werden.
Überraschend wurde gefunden, dass wasserlösliche Polyvinylverbindungen,
Polyethylenimin oder auch Harnstoff-Formaldehyd-Vorkondensate sowie in einer speziellen
Verfahrensvariante auch Aluminiumsulfat-Hydrate im Zusammenwirken mit dem Harnstoff
geeignet sind, die 1,2,4-Triazol-Sublimation zu unterdrücken. Als Polymerverbindungen
zur Fixierung des 1,2,4-Triazols auf der Granalienoberfläche des Düngers sind solche
geeignet, die polare Strukturen aufweisen und über Van-der-Waals'sche Kräfte sowie
Wasserstoffbrückenbindungen sowohl mit dem Triazol als auch dem Harnstoff in Wechselwirkung
treten können. In die wässrigen Polymerlösungen, wobei auch Gemische der genannten
Polymeren eingesetzt werden können, wird 1,2,4-Triazol eingelöst. Nach Abdampfen
des Wasseranteils bleibt das 1,2,4-Triazol mit dem Polymer fest auf der Granalienoberfläche
haften und die sonst übliche Sublimation des 1,2,4-Triazols bleibt aus. Zur besseren
Verteilung auf den Granalien können den wässrigen Polymerlösungen zweckmäßigerweise
noch nicht-ionogene oberflächenaktive Verbindungen zugesetzt werden.
Aus den Untersuchungen mit einer Reihe weiterer Polymersubstanzen,
die als Coatingmaterial für Düngergranalien bekannt sind, wie beispielsweise Polyurethane,
Polyharnstoffe, Polyethylen, substituierte Cellulosederivate und Paraffine, ergab
sich, dass diese Verbindungen nicht geeignet sind, Triazol auf die Granalienoberfläche
aufzubringen und so zu fixieren, dass weder Abriebs- noch Sublimationsverluste auftreten.
Das hat seinen Grund in der zumeist fehlenden Löslichkeit des Triazols in den wasserunlöslichen
Polymerverbindungen. In einer Reihe von Fällen, insbesondere in den in-situ hergestellten
Polymercoating-Hüllen aus den Monomeren, wie beispielsweise den Polyurethanen und
Polyharnstoffen, wird das zugesetzte Triazol durch Einbringung in die Polymerstruktur
so fest gebunden, dass die nitrifikationshemmende Wirkung verloren geht.
Beim Lösen des Triazols in der wässrigen Polymerlösung ist darauf
zu achten, dass sich die gesamte Menge rückstandsfrei löst und eine im Triazol-
und Wassergehalt genau bestimmte Lösung der Polymerverbindung für eine exakte Dosierung
der Zugabemenge zu den Dicyandiamid-haltigen Harnstoffgranalien vorliegt. Die auf
die Granalien aufgebrachte Lösung erfüllt zwei Funktionen: Sie dient zum einen der
Dosierung und Anhaftung des Triazols auf den Granalien, zum anderen wirkt die nach
der Granalientrocknung sich ausbildende Polymerschicht auf der Granalienoberfläche
als Antibackmittel.
Für die nitrifikationshemmende Wirkung in der Kombination Dicyandiamid/1,2,4-Triazol
ist die Einhaltung eines bestimmten, durch experimentelle Untersuchungen festgelegten
Bereiches im Gewichtsverhältnis beider Komponenten einzuhalten. Das Gewichtsverhältnis
Dicyandiamid zu 1,2,4,-Triazol muss sich in den Grenzen 13 : 1 bis 7 : 1, optimal
10 : 1, bewegen, um den synergistischen Effekt der Kombination voll wirksam werden
zu lassen.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform für einen mit Nitrifikationshemmer
versetzten Harnstoffdünger werden der Harnstoffschmelze unter turbulenter Vermischung
zur Herstellung der Dicyandiamid enthaltenden Harnstoffgranalien 0,9 bis 1,1 Gew.-%,
bevorzugt 1,0 Gew.-%, Dicyandiamid, bezogen auf das Gewicht der Harnstoffschmelze,
zugesetzt. Die Harnstoffschmelze sollte dabei weniger als 0,5 Gew.-% Wasser und
weniger als 0,5 Gew.-% Biuret enthalten. Das zugesetzte Dicyandiamid löst sich in
der 135 bis 145 °C heißen turbulent in Bewegung gehaltenen Harnstoffschmelze
rasch auf, so dass Verweilzeiten zwischen 10 bis 120 Sekunden einzuhalten
sind, bis die Dicyandiamid-haltige Harnstoffschmelze über Einstoffdüsen in das Wirbelbett
mit einer mittleren Tropfengröße von 250 bis 500 &mgr;m auf bereits vorgebildete
feinteilige Dicyandiamid-enthaltende Harnstoffgranalien aufgesprüht wird und bei
70 bis 90 °C der Granalienaufbau erfolgt. Nach dem Austrag der Granalien aus
dem Wirbelbettgranulator und der Abtrennung der Nennkornfraktion wird diese in einer
Mischtrommel bei 30 bis 40 °C mit der eingestellten Menge der Triazol-haltigen
wässrigen Polymerlösung behandelt.
Als wässrige Polymerlösung wird entweder eine ca. 20 gew.-%ige wässrige
Polyvinylalkohol-Lösung (Molmasse des Polyvinylalkohols 10.000 bis 90.000, bevorzugt
20.000 bis 50.000), eine ca. 70 gew.-%ige wässrige, gegebenenfalls mit Ammoniakzusatz
stabilisierte Harnstoff-Formaldehyd-Vorkondensat-Lösung oder Gemische beider Polymerlösungen
eingesetzt. Das Harnstoff-Formaldehyd-Vorkondensat wird in üblicher Weise aus den
Komponenten im Molverhältnis 1 : 1 hergestellt und mit 0,8 mol Ammoniak stabilisiert.
Wenn Mischungen beider Polymerlösungen eingesetzt werden, dann sind diese im Gewichtsverhältnis
95 : 5 bis 80 : 20, vorzugsweise 90 : 10 bis 85 : 15 (Polyvinylalkohol-Lösung :
Harnstoff-Formaldehyd-Vorkondensat-Lösung) zu mischen, ehe das Triazol darin gelöst
wird. In die wässrige Polymerlösung – gleichgültig ob diese nur Polyvinylalkohol,
Harnstoff-Formaldehyd-Vorkonden-sat oder Gemische beider enthält – wird 1,2,4-Triazol
bei Raumtemperatur bis zum Erreichen einer 35 gew.-%igen Lösung zugegeben. Diese
Lösung wird ebenfalls bei Raumtemperatur mengenbezogen auf die aus dem Wirbelbettgranulator
kommende Nennkorn-Fraktion der Dicyandiamid-haltigen Harnstoffgranalien aufgesprüht.
Dabei wird die Dosierung so eingestellt, dass 0,05 bis 0,20 Gew.-%, vorzugsweise
0,085 bis 0,15 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,10 bis 0,11 Gew.-%, Triazol auf die
Granalien aufgetragen werden. Das entspricht dann der Zugabemenge von 0,24 bis 0,43
Gew.-%, bevorzugt 0,29 bis 0,31 Gew.-%, der Triazol-haltigen Polymerlösung bezogen
auf die zugeführte Granalienmenge. Mit dieser Dosierung wird das zur optimalen nitrifikationshemmenden
Wirkung synergistisch wirkende Gewichtsverhältnis der Wirkstoffkomponenten Dicyandiamid
und Triazol eingehalten. Zur Absenkung des Wassergehaltes der Granalien auf kleiner
0,12 Gew.-% vor der Einlagerung ist eine schonende Trocknung mit maximal 80 °C
heißer Luft nachgeschaltet.
Bei Einsatz von Harnstoff-Ammonsulfat-Mischdüngern, wobei das Harnstoff-Ammonsulfat-Gewichtsverhältnis
variieren kann, wird der Gehalt an Nitrifikationshemmer auf den Stickstoffgehalt
des Mischdüngers eingestellt. Die Zugabemenge wird zweckmäßigerweise so bemessen,
dass bei einem eingestellten Gewichtsverhältnis Dicyandiamid/1,2,4-Triazol von 10
: 1 der Nitrifikationsinhibitoranteil im Dünger, bezogen auf den N-Gehalt, zwischen
2,0 bis 2,5 Gew.-% beträgt. Bei der Verfahrensvariante der Oberflächenaufbringung
des 1,2,4-Triazols auf die das Dicyandiamid enthaltenden Granalien des Harnstoff-Ammonsulfat-Mischdüngers
wird in gleicher Weise wie beim Harnstoffdünger in wässrigem Polyvinylalkohol gelöstes
1,2,4-Triazol aufgetragen, danach werden die Granalien getrocknet und wegen der
erhöhten Hygroskopizität des Mischdüngers zweckmäßigerweise noch mit einem paraffinischen
Hydrophobierungsmittel nachbehandelt.
Es wurde ebenfalls überraschend gefunden, dass bestimmte, der Harnstoffschmelze
oder -schmelzesuspension zugesetzte Granulierzusatzstoffe die Sublimation von in
der Harnstoffschmelze gelöstem 1,2,4-Triazol absenken. In diesem Sinne wirken Harnstoff-Formaldehyd-Vorkondensate
bei Ammonsulfat-freien Düngerkombinationen und Aluminiumsulfat-Hydrate mit mehr
als 6 Kristallwasser im Molekül bei Harnstoff und Harnstoff-Mischdüngern. Die Kombination
beider Granulierzusätze ist nicht möglich, da Harnstoff-Formaldehyd-Vorkon-densat
unter der Wirkung von Aluminiumsulfat-Hydraten unkontrolliert kondensiert.
In einer bevorzugten Ausführungsform für mit Nitrifikationshemmer
versetztem Harnstoff werden der Harnstoffschmelze, die 0,5 bis 1,0 Gew.-% eines
80 gew.-%igen Harnstoff-Formaldehyd-Vorkondensates gelöst enthält, 0,9 bis 1,1 Gew.-%,
vorzugsweise 1,0 Gew.-%, Dicyandiamid und 0,085 bis 0,15 Gew.-%, vorzugsweise 0,10
bis 0,11 Gew.-%, 1,2,4-Triazol bei 135 bis 145 °C unter turbulenter Vermischung
zugesetzt. Beide Komponenten lösen sich in der Harnstoffschmelze sehr rasch, so
dass die Verweilzeit bis zur Granulation sehr kurz gehalten werden kann.
Wird Triazol zum Granulierzusatz Harnstoff-Formaldehyd-Vorkondensat
direkt vor dessen Zumischung zur Harnstoffschmelze zugegeben, besteht die Gefahr
einer Fixierung des Triazols als 1,2,4-Triazol-1-ylmethylharnstoff. In dieser Verbindung
zeigt das 1,2,4-Triazol keine nitrifikationshemmende Wirkung, was somit einer Inaktivierung
des zugesetzten Triazols gleichkommt. Im Falle der Zugabe des 1,2,4-Triazols zur
Harnstoffschmelze mit dem Granulierhilfsmittel Harnstoff-Formaldehyd-Kondensat unterbleibt
aufgrund der hohen Verdünnung der beiden reaktiven Komponenten die störende Triazol-Inaktivierungsreaktion.
Die bevorzugte Ausführungsform zum Einsatz des Aluminumsulfat-Hydrates,
beispielsweise Al2(SO4)3·14H2O,
geht davon aus, dass das 1,2,4-Triazol dem Aluminiumsulfat-Hydrat bereits vor der
Zugabe zur Harnstoffschmelze zugesetzt, dabei aber die Verweilzeit
bis zum Eintrag in die Harnstoffschmelze kurz gehalten wird. In die Harnstoffschmelze
wird ein Gemisch aus 0,085 bis 0,15 Gew.-%, vorzugsweise 0,10 bis 0,11 Gew.-%, 1,2,4-Triazol
und 0,5 bis 1,5 Gew.-%, vorzugsweise 0,7 bis 1,0 Gew.-%, Al2(SO4)3·14H2O
eingetragen. Die Harnstoffschmelze kann dabei die 0,9 bis 1,1 Gew.-%, bevorzugt
1,0 Gew.-%, Dicyandiamid als weitere Nitrifikationshemmerkomponente bereits gelöst
enthalten. Die spätere Zugabe des Dicyandiamids nach Einarbeitung des Triazol-Aluminiumsulfat-Hydrat-Gemisches
unter Beibehaltung der genannten Zusatzmengen ist gleichermaßen möglich.
In einer speziellen Ausführungsform wird Aluminiumsulfat-Hydrat mit
einer Teilmenge des Harnstoffs im Molverhältnis 20 bis 35 : 1 unter Rühren über
einen Zeitraum von 10 bis 30 Minuten bei 130 bis 150°C, vorzugsweise 140°C,
umgesetzt. Dabei verdampft die Hauptmenge an freigesetztem Hydratwasser aus der
mit Al-Sulfat angereicherten Harnstoffschmelze, was für die Einhaltung niedriger
Restwassergehalte im weiterverarbeiteten Harnstoff von Vorteil ist. Dabei geht ein
Anteil des Al-Sulfats in wasserunlösliche Aluminiumverbindungen über, was wichtig
ist für die erhöhte Festigkeit der resultierenden Granalien. Gegen Ende der Vorreaktion
(„Vorschmelze") zwischen Harnstoff und Aluminiumsulfat-Hydrat wird 1,2,4-Triazol
zugegeben. Die Zusatzmenge an 1,2,4-Triazol ergibt sich aus dem Zumischungsverhältnis
der Vorschmelze zur Hauptmenge der bereits Dicyandiamid-haltigen Harnstoffschmelze
vor der Granulation bei Zugrundelegung des Dicyandiamid-Triazol-Gewichtsverhältnisses
von 10 : 1. Wenn beispielsweise 1 Teil der Aluminiumsulfat-Triazol-haltigen Harnstoff-Vorschmelze
mit 10 Teilen Harnstoff-Dicyandiamid-Schmelze mit 1 Gew.-% Dicyandiamid-Gehalt vermischt
wird, muss 1 Gew.-% Triazol in der Vorschmelze enthalten sein, um den im Endprodukt
gewünschten Gehalt an Nitrifikationsinhibitor zu gewährleisten.
Die Granulation der mit den Granulierzusätzen versehenen Schmelzen
erfolgt in analoger Weise wie bei der Herstellung der nur das Dicyandiamid enthaltenden
Harnstoffgranalien. Unter dem Einfluss der Granulierhilfsmittel sind jedoch herabgesetzte
Temperaturen in der Wirbelschicht zum Granalienaufbau haltbar, was zusätzlich zur
Triazol-fixierenden Wirkung der genannten Zusätze begünstigt auf den Sublimationsdruck
beim Triazol wirkt. Die Nennkornfraktion des Granulates wird mit 0,20 bis 0,25 Gew.-%
eines Antibackmittels behandelt. Der Einsatz von Triazol-bindenden Mitteln als Antibackmittel,
wie die bereits genannten wässrigen Polymerlösungen, gibt zusätzliche Sicherheit
vor unerwünschten Sublimationsverlusten des im Produkt enthaltenen Triazols bei
offener Lagerung der Düngergranalien.
Bei Einsatz von Harnstoff-Ammonsulfat-Schmelzesuspension sind Aluminiumsulfat-Hydrate
in analoger Weise wie bei Harnstoff zur Vermeidung der 1,2,4-Triazol-Sublimation
während der Granulation des Mischdüngers einsetzbar.
In der bevorzugten Ausführungsform für einen mit Nitrifikationsinhibitor
versehenen Harnstoff-Ammonsulfat-Mischdünger mit gleichen Gewichtsanteilen beider
Düngekomponenten wird das Triazol dem Aluminiumsulfat-Hydrat vor dessen Zugabe zur
Dicyandiamid-haltigen Harnstoff-Ammonsulfat-Schmelzesuspension zugesetzt, wobei
die Verweilzeit der Triazol/Aluminiumsulfat-Hydrat-Mischung bis zur Zugabe zur Schmelzesuspension
kurz gehalten wird. Dicyandiamid ist in der Schmelzesuspension in einer Konzentration
von 0,5 bis 0,9 Gew.-%, vorzugsweise 0,60 bis 0,70 Gew.-%, enthalten. Triazol und
Al2(S4)3·14H2O werden so miteinander
vermischt, dass in der Schmelzesuspension vor der Granulation 0,05 – 0,09
Gew.-%, vorzugsweise 0,06 bis 0,07 Gew.-%, Triazol und 0,5 bis 1,5 Gew.-%, vorzugsweise
0,7 bis 0,9 Gew.-%, Al2(SO4)3·14H2O
enthalten sind. Die mit diesen Zusätzen versehenen Granalien des Nennkornbereiches
werden mit 0,15 bis 0,30 Gew.-%, bevorzugt 0,20 bis 0,25 Gew.-%, eines paraffinischen
hydrophobierend wirksamen Konditionierungsmittels behandelt.
Nachstehend wird die Erfindung durch Beispiele beschrieben.
Beispiel 1Granulation von Dicyandiamid und Triazol enthaltender Harnstoffschmelze
ohne weitere Zusätze
1. In einer kleintechnischen Wirbelschichtgranulationsanlage wurde Harnstoffschmelze,
in der 1,0 Gew.-% Dicyandiamid (DCD) und 0,12 Gew.-% Triazol (TZ) gelöst enthalten
waren, unter Einsatz einer Einstoffdüse (VKD 0,29) granuliert. Die Anlage arbeitet
mit einem Sprühdruck von 1,5 bar bei einer Wirbelluftgeschwindigkeit von 10 m/s.
Die Schmelzetemperatur betrug 140 °C, die Wirbellufttemperatur wurde bei 40
°C gehalten. Auf 300 g Basisgranulat wurden 1,2 kg der Schmelze aufgesprüht. Aus drei Parallelversuchen zur Ermittlung der Wiederfindungsraten
des Dicyandiamid und Triazols bei der Wirbelschichtgranulation ohne weitere Zusätze
wurden folgende Werte ermittelt.
Triazol zeigt unter den genannten Bedingungen der Wirbelschichtgranulation der Harnstoffschmelze
Sublimationsverluste.
2. Die Laborergebnisse zur Granulation von Dicyandiamid- und Triazol-haltiger
Harnstoffschmelze bezüglich der Wiederfindung der zugesetzten Nitrifikationsinhibitorkomponenten
wurden in einem Produktionsversuch überprüft. Die Produktionsanlage zur Wirbelschichtgranulation
arbeitet ebenfalls mit Einstoffdüsen für die Schmelzezuführung in die Wirbelschicht.
Im Durchschnitt der gesamten Produktionscharge wurden 0,9 Gew.-% DCD
und 0,08 Gew.-% TZ in den Harnstoffgranalien wiedergefunden. Damit bestätigte sich
im Produktionsversuch das Ergebnis der kleintechnischen Wirbelschichtgranulation
im Hinblick auf die Dicyandiamid- und Triazol-Wiederfindungsraten.
Beispiel 2Granulation von Dicyandiamid und Triazol enthaltender Harnstoff-Ammonsulfat-Schmelzesuspension
ohne weitere Zusätze
In der Produktionsanlage zur Herstellung von Harnstoff-Ammonsulfat-Mischdünger
bei einem Mischungsverhältnis von ca. 50 : 50 wurde versuchsweise das Nitrifikationsinhibitor-Gemisch
Dicyandiamid/Triazol im Gewichtsverhältnis 10 : 1 vor der Wirbelschichtgranulation
der Schmelzesuspension zugesetzt.
Im Durchschnitt der gesamten Produktionscharge wurde das Dicyandiamid
mit 0,68 Gew.-% nahezu vollständig wiedergefunden, Triazol mit 0,07 Gew.-% in den
Granalien zeigte hingegen eine Wiederfindung von nur ca. 78 Gew.-%. Die Restmengen
an Triazol waren Sublimationsverluste im Wirbelluftstrom.
Beispiel 3Oberflächenaufbringung von Triazol auf Dicyandiamid enthaltende
Harnstoffgranalien1. Mittels wässriger 25 gew-%iger Polyvinylalkohol-Lösung
a) Ausgangsprodukt waren in der kleintechnischen Wirbelschichtgranulationsanlage
hergestellte 1,0 Gew.-% Dicyandiamid enthaltende Harnstoffgranalien. Die Triazolkomponente
wurde mittels wässriger 25 gew.-%iger Polyvinylalkohol-Lösung, in die 35 Gew.-%
Triazol eingelöst worden waren, oberflächig auf die Granalien aufgebracht. 500 g
Dicyandiamid-haltige Harnstoffgranalien wurden bei Raumtemperatur auf einem rotierenden
schräg gestellten Labortellergranulator mit ca. 2 g der 35 gew.-%igen Triazol-Lösung
in wässrigem Polyvinylalkohol unter Feinzerstäubung mittels einer Sprühpistole behandelt.
Zur besseren Verteilung der Lösung auf den Granalienoberflächen war dieser ein Tensidzusatz
beigefügt. Die aufgebrachte Menge an Lösung wurde mittels Differenzwägung bestimmt.
Unmittelbar nach der Oberflächenbehandlung wurden die Granalien noch auf dem rotierenden
Teller mit heißer Luft (Fön) getrocknet. Die getrockneten Granalien enthielten im
Mittel 0,1 Gew.-% Triazol neben den eingeschmolzenen 1,0 Gew.-% Dicyandiamid.
b) In einem Produktionsversuch wurden 0,93 Gew.-% Dicyandiamid enthaltende Harnstoffgranalien
direkt nach Verlassen der Wirbelgranulationsanlage bei einem Durchsatz von 20 t/h
in der nachgeschalteten Konditionierungstrommel mit 61,6 kg/h einer 35 gew.-%igen
Triazol-Lösung in wässrigem Polyvinylalkohol (Feststoffgehalt ca. 25 Gew.-%) behandelt.
Anschließend gelangten die Granalien zur Trocknung, wo der Wassergehalt mit ca.
80 °C heißer Luft auf < 0,15 Gew.-% abgesenkt wurde. Die Granalien enthielten
0,91 Gew.-% Dicyandiamid und 0,1 Gew.-% Triazol.
Ausgangsprodukt waren auch hier mit 0,98 Gew.-% Dicyandiamid versetzte
Harnstoffgranalien, auf deren Oberfläche Triazol aufzubringen war. Das Harnstoff-Formaldehyd-Vorkon-densat
wurde durch Umsetzung der Komponenten Harnstoff und Formaldehyd im Molverhältnis
1 : 1 in üblicher Weise hergestellt, mit 0,8 Mol Ammoniak stabilisiert und auf einen
Feststoffgehalt von ca. 70 Gew.-% gebracht. In diese wässrige Lösung wurde Triazol
bis zum Erreichen einer 35 gew.-%igen Lösung zugegeben.
In analoger Weise wie unter 1 a) in diesem Beispiel beschrieben ist,
wurden 500 g der Dicyandiamid-haltigen Harnstoffgranalien auf einem Labortellergranulator
mit 2 g der Triazol-Lösung im Harnstoff-Formaldehyd-Vorkondensat mittels einer Sprühpistole
behandelt und nach der Triazolaufbringung mit heißer Luft getrocknet. Die nach der
Trocknung erhaltenen Granalien enthielten gemittelt 0,95 Gew.-% Dicyandiamid und
0,12 Gew.-% Triazol.
3. Mittels Gemischen der wässrigen Lösungen von
Polyvinylalkohol und Harnstoff-Formaldehyd-Vorkondensat
8 g wässriger Polyvinylalkohollösung mit Tensidzusatz wurden mit 2
g ca. 70 gew.-%iger Harnstoff-Formaldehyd-Vorkondensat-Lösung gemischt und darin
3,5 g Triazol gelöst. In der zuvor beschriebenen Weise wurden 500 g Dicyandiamid-haltige
Harnstoffgranalien (1,0 Gew.-% Dicyandiamid) mit 2 g der Mischlösung aus Polyvinylalkohol
und Harnstoff-Formaldehyd-Vorkondensat mit eingelöstem Triazol besprüht und anschließend
getrocknet. Die nach der Trocknung erhaltenen Granalien enthielten im Mittel 0,98
Gew.-% Dicyandiamid und 0,10 Gew.-% Triazol.
Beispiel 4Oberflächenaufbringung von Triazol auf Dicyandiamid enthaltende
Harnstoff-Ammonsulfat-Granalien
a) Auf Harnstoff-Ammonsulfat-Mischgranulat mit 0,69 Gew.-% Dicyandiamid-Gehalt
wurde Triazol, gelöst in wässrigem Polyvinylalkohol, oberflächig aufgebracht. In
die 25 gew.-%ige Polyvinylalkohol-Lösung, die noch einen Zusatz an Tensid enthielt,
waren 20 Gew.-% Triazol eingelöst. Auf 500 g der Dicyandiamid enthaltenden Harnstoff-Ammonsulfat-Mischgranalien
wurden bei Raumtemperatur auf einem rotierenden, schräg gestellten Labortellergranulator
1,9 g der 20 gew.-%igen Triazol-Lösung in wässrigem Polyvinylalkohol unter Feinzerstäubung
mittels einer Sprühpistole aufgetragen. Die aufgebrachte Menge wurde mittels Differenzwägung
bestimmt. Unmittelbar nach der Oberflächenbehandlung, die durch Anfärbung der Lösung
in ihrer Wirkung kontrolliert wurde, erfolgte noch auf dem rotierenden Teller eine
Trocknung mit heißer Luft (Fön). Die getrockneten Granalien enthielten im Mittel
0,69 Gew.-% Dicyandiamid und 0,071 Gew.-% Triazol.
b) In einem Produktionsversuch wurden Harnstoff-Ammonsulfat-Mischgranalien mit
0,65 Gew.-% Dicyandiamid-Gehalt direkt nach Verlassen der Wirbelschichtgranulations-anlage
bei einem Durchsatz von 20 t/h in der nachgeschalteten Mischtrommel mit 56 kg/h
einer 25 gew.-%igen Triazol-Lösung in wässrigem Polyvinylalkohol (Feststoffgehalt
ca. 25 Gew.-%) behandelt. Anschließend gelangten die Granalien zur Trocknung, wo
der Wassergehalt mit ca. 80 °C heißer Luft auf < 0,15 Gew.-% abgesenkt wurde.
In üblicher Weise wurde danach das Granulat mit 0,20 – 0,25 Gew.-% paraffinischem
Hydrophobierungsmittel behandelt. Das N-stabilisierte Harnstoff-Ammonsulfat-Mischgranulat
enthielt im Mittel der Proben 0,63 Gew.-% Dicyandiamid und 0,070 Gew.-% Triazol.
Beispiel 5Granulation von Dicyandiamid und Triazol enthaltender Harnstoffschmelze
mit Zusätzen1. Zusatz von Harnstoff-Formaldehyd-Kondensat
Im kleintechnischen Wirbelschichtgranulator wurde Harnstoffschmelze,
die 0,6 Gew.-% Harnstoff-Formaldehyd-Vorkondensat (85 Gew.-% Feststoffanteil), 1,0
Gew.-% Dicyandiamid und 0,1 Gew.-% Triazol – jeweils bezogen auf die Harnstoffmenge
– enthält, granuliert. Das Harnstoff-Formaldehyd-Vorkondensat war, wie in
allen Beispielen, aus den Komponenten Harnstoff, Formaldehyd und Ammoniak im Molverhältnis
1 : 1 : 0,8 hergestellt worden. Die Wiederfindung des Dicyandiamid und Triazols
in den resultierenden Granalien lag in vier Versuchen bei jeweils 96 – 100
Gew.-%, womit die sublimationsunterdrückende Wirkung beim Triazol deutlich wird,
beispielsweise zu den Wiederfindungsraten im Beispiel 1.
2. Zusatz von Al2(SO4)3·14H2O
a) In einer Vorreaktion wurden 13 g Harnstoff und 4,8 g Al2(SO4)3·14H2O
10 Minuten bei 140 °C unter Rühren gemeinsam geschmolzen, danach 1,6 g Triazol
der Schmelze zugesetzt und weitere 5 Minuten bei 135 – 140 °C belassen.
Nach Ablauf dieser Vorreaktion wurde das schmelzflüssige Gemisch in 1000 g Harnstoffschmelze,
die 1 Gew.-% Dicyandiamid enthielt, verrührt und dem kleintechnischen Wirbelschichtgranulator
zugeführt. Die resultierenden Granalien enthielten neben den 0,48 Gew.-% Al2(SO4)3
0,98 Gew.-% Dicyandiamid und 0,09 Gew.-% Triazol.
b) Im technischen Versuch wurden in 711 kg/h Harnstoffschmelze unter Rühren
289 kg/h Al2(SO4)3·14H2O kontinuierlich
eingetragen und die Schmelze dabei 15 Minuten lang bei 135 – 140 °C gehalten.
Die entstandenen Brüden über der Schmelze wurden abgesaugt. Nach den 15 Minuten
werden 210 kg/h Dicyandiamid und 21 kg/h Triazol zugesetzt und weitere 5 Minuten
bei 135 °C gerührt. Danach wird diese Vorschmelze zu 21 t/h Harnstoffschmelze
vor deren Granulation zudosiert, um ein Granulat mit 1,0 Gew.-% Dicyandiamid und
0,1 Gew.-% Triazol zu erhalten, was durch Analysenwerte bestätigt wurde.
Beispiel 6Granulation von Dicyandiamid und Triazol enthaltender Harnstoff-Ammonsulfat-Schmelzesuspension
Der Granulierzusatzstoff Al2(SO4)3·14H2O
und Triazol werden vor der Zugabe zur Harnstoff-Ammonsulfat-Schmelzesuspension im
Gewichtsverhältnis 13 : 1 vermischt. Bezogen auf die Schmelzesuspension werden 0,9
Gew.-% Al2(SO4)3·14H2O und 0,07
Gew.-% Triazol eingesetzt. Dieses Reaktionsgemisch wird der Schmelzesuspension unter
Rühren zugemischt, wobei 0,7 Gew.-% Dicyandiamid bereits in der Schmelzesuspension
enthalten sind.
Im Produktionsversuch mit 20 t/h Durchsatz wurden 180 kg/h Al2(SO4)3·14H2O
mit 14 kg/h Triazol vermischt und anschließend in die Schmelzesuspension unter starkem
Rühren eingebracht. Zuvor waren der Schmelzesuspension aus Harnstoff-Ammonsulfat
im Verhältnis 50 : 50 bereits 140 kg/h Dicyandiamid zugesetzt worden. Die resultierenden
Granalien wurden anschließend in einer Mischtrommel mit 0,20 – 0,25 Gew.-%
eines paraffinischen Hydrophobierungsmittels behandelt. Die Analysenwerte der gemittelten
Proben zeigte 0,7 Gew.-% Dicyandiamid und 0,069 Gew.-% Triazol.
Beispiel 7Sublimationstest von Triazol
Die Unterdrückung der Sublimation des Triazols bei der Herstellung
der Dicyandiamid und Triazol enthaltenden Harnstoffgranalien wird
über die Wiederfindungsraten des zugesetzten Triazols deutlich. Die Unterdrückung
der Triazol-Sublimation während der offenen Lagerung der Triazol-haltigen Harnstoffgranalien
durch die Zusatzstoffe wurde in einem zeitraffenden Schnelltest und durch Lagerversuche
von größeren Chargen im Düngerlager überprüft.
1. Laborschnelltest
Je 50 g der nach den Beispielen 3 bis 6 hergestellten Harnstoffgranalien
bzw. Harnstoff-Ammonsulfat-Mischgranalien mit oberflächig aufgebrachtem und in die
Granalien eingearbeitetem Triazol neben dem jeweils eingearbeiteten Dicyandiamid
wurden in einem geschlossenen Gefäß bei 40 °C über 8 Stunden einem Luftstrom
von ca. 5 l/h ausgesetzt. Die das Gefäß mit der Probe verlassende Luft wurde durch
eine Waschflasche mit 10 gew.-%iger Phosphorsäure geleitet, um eventuell sublimiertes
Triazol zu absorbieren. Jeweils 3 Parallelproben wurden durchgeführt und ausgewertet.
In keinem Falle war in der Absorptionslösung Triazol nachweisbar.
2. Triazolgehalte nach der Lagerung im Düngemittellager
In Versuchshaufwerken mit Lagermengen zwischen 50 t und 450 t wurde
der Gehalt an Dicyandiamid und Triazol im granulierten Harnstoff in verschiedenen
Haufwerkstiefen und mit zunehmender Lagerdauer aus entnommenen Proben analytisch
bestimmt.
Triazolgehalt von Harnstoffgranalien (Dicyandiamid eingranuliert,
Triazol oberflächig)a) Formulierungsmittel: wässriger Polyvinylalkohol + Tensidb) Formulierungsmittel: wässriges Harnstoff-Formaldehyd-VorkondensatTriazolgehalt von Harnstoffgranalien (Dicyandiamid + Triazol eingranuliert
unter Zusatz von Al2(SO4)3·14H2O),
Antibackmittel-Zusatz: 0,20 Gew.-% wässriger Polyvinylalkohol + Tensid, Heißlufttrocknung
In zwei Versuchshaufwerken mit ca. 50 t Produkt wurde der Gehalt an
Triazol (neben Dicyandiamid) im gelagerten Harnstoff-Ammonsulfat-Mischdünger in
verschiedenen Haufwerkstiefen und mit zunehmender Lagerdauer aus entnommenen Proben
analytisch ermittelt.
Triazolgehalt von Harnstoff-Ammonsulfat-Mischgranalien (Dicyandiamid
eingranuliert, Triazol oberflächig)Triazolgehalt von Harnstoff-Ammonsulfat-Mischgranalien (Dicyandiamid
und Triazol mit Al2(SO4)3·14H2O
eingranuliert)
Beispiel 8Backtest
Ohne vorbeugende Maßnahmen erhöhen Zusätze wie Dicyandiamid und Triazol
in den Harnstoffgranalien oder auf deren Oberfläche die Verbackungsneigung bei der
Lagerung. Daher muss bei der Herstellung von Dicyandiamid- und Triazol-haltigen
Dünger-Granalien auf Harnstoffbasis neben der Unterdrückung der Triazolsublimation
ein ausreichender Schutz gegen Verbackung der Granalien bei der offenen Lagerung
gesichert sein. Der vergleichende Backtest im Labor gibt Aufschluss über die Verbackungsneigung
der untersuchten Düngemittelformulierung.
Im Backtest werden 50 g Probemenge 24 Stunden einem Druck von 6 bar
in einer genormten zylindrischen Form ausgesetzt. Anschließend wird beim entnommenen
Formkörper die Kraft in N gemessen, die nötig ist, um den Probekörper zu zerstören.
Hohe Kraftaufwendungen lassen auf eine hohe Verbackungsneigung schließen.
Im Vergleich ergaben sich aus 10 Messungen folgende Backtestwerte:
Die Granalien waren durchweg behandelt mit wässrigem Polyvinylalkohol
+ Tensid (0,2 Gew.-%) und getrocknet auf H2O-Gehalte < 0,12 Gew.-%. Die
Harnstoff-Ammonsulfat-Mischgranalien waren zusätzlich mit einem paraffinischen Hydrophobierungs-
und Antibackmittel versetzt worden.
Beispiel 9Abriebtest
Im Falle des auf die Granalienoberfläche aufgebrachten Triazols muss
dieses abriebfest sein, um die Zusammensetzung des durch den Dicyandiamid- und Triazol-Gehalt
charakterisierten Düngers zu gewährleisten.
Im Abriebtest werden auf 0,1 mg Genauigkeit eingewogene und zuvor
gesiebte ca. 150 g Granulat in einer unter Standardbedingungen rotierenden Trommel
mit Einbauten 1 Stunde bei 80 Umdrehungen/Minute belassen. Danach wird die Probe
erneut gesiebt und der Siebrückstand > 1 mm ausgewogen und in Beziehung gesetzt
zur Durchsatzmenge. Jede Messung wird mindestens dreimal wiederholt und daraus der
Mittelwert gebildet. Nachstehende Ergebnisse wurden erhalten.
Beispiel 10Granalienfestigkeit
Die Granalienfestigkeit ist ein für den Umschlag und die Lagerung
im Haufwerk wichtiges Qualitätskriterium. Die statische Festigkeit wird an Granalien
mit 3,15 mm Durchmesser durch Druckanwendung in einem Prüfgerät (Fa. Zwick) ermittelt
und in N/Granalie gemessen. Der Wert wird aus 20 Einzelmessungen gemittelt.
Anspruch[de]
Verfahren zur Herstellung von Dicyandiamid und 1,2,4-Triazol als Nitrifikationshemmer
enthaltenden Düngemittelgranulaten auf Harnstoffbasis mit verbesserter 1,2,4-Triazol-Retention,
dadurch gekennzeichnet, dass das 1,2,4-Triazol in Gegenwart mindestens einer
seine Sublimation hemmenden Verbindung und Harnstoff verarbeitet wird.
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das 1,2,4-Triazol
in Form eines Gemisches mit der/den seine Sublimation hemmenden Verbindungen) auf
Dicyandiamid enthaltendes Düngemittelgranulat auf Harnstoffbasis aufgebracht wird.
Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei
der/den die Sublimation von 1,2,4-Triazol hemmenden Verbindung(en) um (eine) polare
Polymerverbindung(en), die sowohl mit 1,2,4-Triazol als auch mit Harnstoff in Wechselwirkung
treten kann können, oder um Harnstoff-Formaldehyd-Vorkondensate oder um Gemische
daraus handelt.
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das 1,2,4-Triazol
in Gegenwart der seine Sublimation hemmenden Verbindungen) mit Dicyandiamid und
Harnstoff granuliert wird.
Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei
der/den die Sublimation von 1,2,4-Triazol hemmenden Verbindungen) um Harnstoff-Formaldehyd-Vorkondensate
oder Aluminiumsulfat-Hydrate handelt.
Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das 1,2,4-Triazol
in Form eines Gemisches mit der/den seine Sublimation hemmenden Verbindungen) auf
Dicyandiamid enthaltendes Düngemittelgranulat auf Harnstoffbasis, das außerdem Ammoniumsulfat
enthält, aufgebracht wird.
Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei
der/den die Sublimation von 1,2,4-Triazol hemmenden Verbindung(en) um (eine) polare
Polymerverbindung(en), die sowohl mit 1,2,4-Triazol als auch mit Harnstoff in Wechselwirkung
treten kann/können, handelt.
Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das 1,2,4-Triazol
in Gegenwart der seine Sublimation hemmenden Verbindungen) mit Dicyandiamid, Harnstoff
und Ammoniumsulfat granuliert wird.
Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei
der/den die Sublimation von 1,2,4-Triazol hemmenden Verbindungen) um Aluminiumsulfat-Hydrate
handelt.
Verfahren nach Anspruch 3 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass es
sich bei der/den polaren Polymerverbindung(en) um Polyvinylalkohol oder Polyethylenimin
oder um Gemische daraus handelt.
Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Polyvinylalkohol
ein mittleres Molekulargewicht von 10.000 bis 90.000, vorzugsweise 20.000 bis 50.000,
besitzt.
Verfahren nach Anspruch 3 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die
Harnstoff-Formaldehyd-Vorkondensate durch Umsetzung von Harnstoff, Formaldehyd und
gegebenenfalls Ammoniak im Molverhältnis 1 : 1 : 0,8 hergestellt werden.
Verfahren nach Anspruch 5 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass es
sich bei den Aluminiumsulfat-Hydraten um solche mit mehr als 6 Kristallwassermolekülen
handelt.
Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass die fertigen Düngemittelgranulate auf Harnstoffbasis 2,0 bis 2,5 Gew.-%, bezogen
auf den Stickstoffgehalt des Düngers, Dicyandiamid und 1,2,4-Triazol enthalten.
Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass die fertigen Düngemittelgranulate auf Harnstoffbasis ein Gewichtsverhältnis
Dicyandia-mid/1,2,4-Triazol im Bereich 13 : 1 bis 7 : 1 aufweisen.
Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass die fertigen Düngemittelgranulate auf Harnstoffbasis außerdem mit einem paraffinischen
Hydrophobierungsmittel behandelt werden können.
Verwendung von polaren Polymerverbindungen, die sowohl mit 1,2,4-Triazol
als auch mit Harnstoff in Wechselwirkung treten können, Harnstoff-Formaldehyd-Vorkondensaten
und Aluminiumsulfat-Hydraten als Sublimationshemmer für 1,2,4-Triazol in Dicyandiamid
und 1,2,4-Triazol als Nitrifikationshemmer enthaltenden Düngemittelgranulaten auf
Harnstoffbasis.
Verwendung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass es sich
bei den polaren Polymerverbindungen, die sowohl mit 1,2,4-Triazol als auch mit Harnstoff
in Wechselwirkung treten können, um Polyvinylalkohol oder Polyethylenimin oder um
Gemische daraus handelt.
Verwendung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Harnstoff-Formaldehyd-Vorkondensate
durch Umsetzung von Harnstoff, Formaldehyd und gegebenenfalls Ammoniak im Molverhältnis
1 : 1 : 0,8 hergestellt werden.
Verwendung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass es sich
bei den Aluminiumsulfat-Hydraten um solche mit mehr als 6 Kristallwassermolekülen
handelt.