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Dokumentenidentifikation DE10343091A1 07.04.2005
Titel Gleitringanordnung
Anmelder ZF FRIEDRICHSHAFEN AG, 88046 Friedrichshafen, DE
Erfinder Rapp, Wolfgang, Dipl.-Ing., 88099 Neukirch, DE
DE-Anmeldedatum 10.09.2003
DE-Aktenzeichen 10343091
Offenlegungstag 07.04.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 07.04.2005
IPC-Hauptklasse F04B 9/04
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Gleitringanordnung für eine Radialkolbenpumpe, die aus einem Außenring aus Metall, einem Zwischenring aus Elastomer und einem Innenring aus Metall besteht; der Zwischenring (4) besteht entweder aus mehreren konzentrisch zueinander angeordneten Bauteilen (41, 42, 43), aus unterschiedlichen Elastomeren oder aus einem einzigen ringförmigen Bauteil, das mit einer Vielzahl von Querbohrungen (6) versehen ist, oder aus einem einzigen ringförmigen Bauteil, an dessen Innen- und Außendurchmesser Nuten (7) eingearbeitet sind, oder aus einem einzigen Bauteil, das einen zylindrischen Innendurchmesser und einen Außendurchmesser mit Abflachungen (10) aufweist.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Gleitringanordnung für eine Radialkolbenpumpe nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Radialkolbenpumpen werden vielfältig in Kraftfahrzeugen verwendet und zwar als Schmierölpumpen für Brennkraftmaschinen und Getriebe, als Druckölpumpen für hydraulische Stellglieder, Lenkungen, Federungen, Kupplungen, stufenlose Getriebe, automatisch gesteuerte Getriebe, hydraulische Fahr- und Hilfsantriebe, Arbeitsmaschinen etc. Sie werden vor allem dann eingesetzt, wenn ein höheres Druckniveau erforderlich ist.

Als Pumpen der Verdrängerbauart fördern sie das Druckmedium nicht kontinuierlich, sondern ungleichförmig in Teilvolumina pro Umdrehung eines Antriebsexzenters. Die zyklisch geförderten Volumina verursachen sowohl auf der Saugseite als auch auf der Druckseite Druckschwankungen, Druckschwingungen und Pulsationen. Die Druckschwingungen werden von Einlass- und Auslassstössen überlagert, die beim Öffnen und Schliessen der Förderkammern z. B. der Zylinder entstehen. Die Stösse sind besonders gross, wenn durch Einlass- oder Auslassventile in Form von Ventilbandfedern plötzlich Räume mit grossen Druckunterschieden verbunden werden. Ausserdem treten in der Regel besonders hohe Druckschwankungen auf, wenn der Druck im System hoch ist oder die Zylinder nur teilweise gefüllt werden.

Erreicht der Druck im Zylinder den Öffnungsdruck der ringförmigen Ventilbandfeder hebt diese im Bereich des jeweiligen Zylinders von ihrer Sitzfläche ab und das hydraulische Medium, ein Drucköl, wird in den Sammelraum ausgestossen. Fällt der Druck im Zylinder unter den Schliessdruck der Ventilbandfeder, liegt diese wieder auf der Sitzfläche auf. Dieser Vorgang wiederholt sich pro Umdrehung des Antriebsexzenters entsprechend der Anzahl der Kolbenzylindereinheiten der Pumpe und verursacht ein Geräusch.

Das Geräusch ist um so lauter, je dynamischer der Öffnungs- und Schliessvorgang abläuft, entsprechend dem Verhältnis zu dem Öffnungsdruck und dem Schliessdruck und entsprechend dem Druckanstiegsgradienten zum Zeitpunkt des Öffnens. Die Druckstösse sämtlicher Kolben erzeugen einen Körperschall, der über die Gehäusewand als Luftschall abgestrahlt wird.

Um die durch die Druckstösse verursachten Druckspitzen zu senken und damit die Geräuschentwicklung der Radialkolbenpumpe zu verringern, wurde in der DE-A 43 36 673 eine Radialkolbenpumpe vorgeschlagen, die eine Anzahl von in Zylinderbohrungen eines Pumpengehäuses eingesetzte Kolben aufweist, wobei jeder Kolben von einer Feder beaufschlagt wird, die sich an einem die Zylinderbohrung verschliessenden Stopfen abstützt. Die Antriebswelle weist einen Exzenter auf, auf dem eine Gleitbuchse angeordnet ist. Zwischen einem auf die Gleitbuchse aufgeschobenen inneren Gleitring und einem konzentrischen äusseren Gleitring ist dabei ein Dämpfungselement eingebaut, das z. B. als Wellfeder ausgebildet ist. Beim Rotieren des Exzenters können dadurch die jeweils das Drucköl ausschiebenden Kolben auf dem zugehörigen Abschnitt des Gleitringes geringfügig einfedern, sodass sich die zu Beginn eines Druckhubes auftretenden Druckspitzen absenken lassen.

Bei einem anderen Ausführungsbeispiel gemäss dieser Veröffentlichung weist das Dämpfungselement die Form eines geschlitzten Federringes auf, der am Innen- und am Aussendurchmesser in gleichem Abstand versetzt zueinander angeordnete Stütznoppen aufweist. Den Stütznoppen liegen Zwischenräume gegenüber, sodass die einen Druckhub ausführenden Kolben einfedern können.

Bei noch einem weiteren Ausführungsbeispiel ist zwischen den beiden konzentrischen Gleitringen ein elastischer Ring eingesetzt, der z. B. aus Gummi besteht und beidseitig an die Gleitringe anvulkanisiert sein kann. Anstelle eines Gummiringes kann gemäss dieser Veröffentlichung auch zwischen dem inneren und dem äusseren Gleitring ein in einen elastischen Ring einvulkanisierter Federring vorgesehen sein, der aus einer Vielzahl von geraden Abschnitten zusammengesetzt ist.

In der DE-A 101 26 151 ist ein Gleitring für eine Radialkolbenpumpe beschrieben, der aus einem Innenring und einem dazu koaxialen Aussenring besteht, zwischen denen ein Dämpfungselement angeordnet ist. Das Dämpfungselement ist einstückig ausgebildet und weist an beiden Seiten jeweils einen ringförmigen Randwulst auf, der am Seitenrand des Innenringes an dessen Aussenumfang und am Rand des Aussenringes an dessen Innenumfang anliegt, wobei zwischen den Randwülsten eine Verbindungsstruktur vorgesehen ist, die z. B. durch einen weiteren Dämpfungsring gebildet werden kann, der über Stege mit den Randwülsten verbunden ist. Ferner können durch entsprechende Ausgestaltung des Dämpfungselementes zwischen dem Innenring und dem Aussenring Kammern gebildet werden, in die eine Flüssigkeit einfüllbar ist, um so die Steifigkeit des Gleitringes variabel zu gestalten.

Zu diesem Zweck werden längs des äusseren Umfangs des Dämpfungselementes zwischen den Randwülsten mehrere Kammern zwischen dem Innen- und Aussenring vorgesehen, wobei die einzelnen Kammern eine Zulauföffnung für die anzusaugende Flüssigkeit, z. B. Öl, aufweisen, sodass wenn Öl bei niedrigen Temperaturen angesaugt werden soll, durch Füllen der Kammern des Gleitringes dessen Elastizität verringert wird und damit der durch die Exzentrizität des Exzenters bestimmte Kolbenhub nicht mehr oder nur im geringen Ausmass durch die Elastizität des Gleitringes beeinflusst wird.

Aus diesen Veröffentlichungen ist es also bekannt, zur Geräuschminderung von Radialkolbenpumpen elastische Bauteile als Zwischenlage zwischen dem Antriebsexzenter und den sternförmig angeordneten Kolben einzusetzen, insbesondere in Form von Ringlagen, die zwischen einem Innenring und einem Aussenring eingelegt, eingepresst oder aufvulkanisiert werden. Die Dämpfungseigenschaft dieser Ringe ergibt sich zum einen durch deren Bauteilelastizität, durch welche insbesondere der Druckanstiegsgradient in einem Zylinder, der die Ursache für die hohe Geräusch- und Pulsationsentwicklung ist, reduziert wird; zum anderen wird die Eigenschaft, Körperschallpegel zu reduzieren und die Körperschallausbreitung in das Getriebe zu verringern, durch den Einbau von elastischen Bauteilen verbessert.

Die Verwendbarkeit derartiger Zwischenringe ist jedoch eingeschränkt, da die Festigkeitseigenschaften des Ringes oft nicht ausreichend hoch ist, um eine erhebliche Verbesserung hinsichtlich Luftschall- und Körperschallreduzierung zu erreichen. Vorteilhaft ist es daher, ein Elastomer mit größerer Nachgiebigkeit einzusetzen, da ein solches Elastomer eine hohe Geräuschdämpfungseigenschaft besitzt. Es hat sich jedoch in der Praxis herausgestellt, dass Elastomere mit grösserer Nachgiebigkeit aus den bisher verwendeten Werkstoffen keine ausreichende mechanische Haltbarkeit aufweisen. Des Weiteren werden gestalterische Möglichkeiten von Elastomerringen, die zu einer weiteren Reduzierung von Luftschall- und Körperschallpegeln führen können oder die im Zusammenhang mit der spezifischen Einbausituation von diesen Bauteilen in Radialkolbenpumpen möglich sind, nicht in ausreichendem Masse genutzt.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Gleitringanordnung für eine Radialkolbenpumpe zu schaffen, mit der eine verbesserte Dämpfung der in der Pumpe auftretenden Luftschall- und Körperschallpegel ermöglicht wird.

Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt mit den in den Ansprüchen 1 bis 4 angegebenen Merkmalen.

Die Erfindung geht also aus von einer Gleitringanordnung für eine Radialkolbenpumpe, die aus einem Aussenring aus Metall, einem Zwischenring und einem Innenring aus Metall besteht.

Bei einem ersten Ausführungsbeispiel besteht der Zwischenring aus mehreren konzentrisch zueinander angeordneten Bauteilen aus unterschiedlichen Elastomeren.

Bei einem zweiten Ausführungsbeispiel besteht dieser Zwischenring aus einem einzigen Bauteil aus Elastomer und ist mit einer Vielzahl von achsparallelen durchgehenden Querbohrungen versehen.

Bei einem dritten Ausführungsbeispiel besteht der Zwischenring aus einem einzigen Bauteil aus einem Elastomer und ist mit einer Vielzahl von im Abstand voneinander angeordneten Nuten an den Innen- und/oder Aussendurchmessern versehen.

Bei einem vierten Ausführungsbeispiel besteht der Zwischenring aus einem einzigen Bauteil aus Elastomer, dessen Innenumfang zylindrisch ausgestaltet ist und dessen Aussenumfang mit Abflachungen versehen ist.

Durch die erfindungsgemässe Kombination unterschiedlicher Materialien, die sich hinsichtlich mechanischer Festigkeit und hinsichtlich der Dämpfungseigenschaft für Luftschall und Körperschall unterscheiden, werden die Eigenschaften der Radialkolbenpumpe in der Weise optimiert, dass durch die Materialien mit hoher mechanischer Festigkeit die Festigkeitsanforderungen an die Radialkolbenpumpe erfüllt werden, und dass durch die Materialien mit guter Eignung zur Reduzierung von Luftschall- und Körperschallpegel die entsprechenden Anforderungen an niedrige Luftschall- und Körperschallpegel der Radialkolbenpumpe erfüllt werden.

Durch das Vorsehen von Querbohrungen im Zwischenring aus einem Elastomer wird die Elastizität, d. h. die Nachgiebigkeit bei mechanischer Beanspruchung, gesteigert. Dadurch wird bei Beginn des Druckaufbaus im Zylinder mehr Nachgiebigkeit im Antrieb verwirklicht, wodurch, wie experimentell festgestellt werden konnte, der Luftschallpegel reduziert wird. Durch diese Massnahme bleibt die mechanische Festigkeit des Zwischenringes bei Verwendung ausreichend fester Materialien erhalten.

Durch das Vorsehen von Nuten an den zylindrischen Innen- und/oder Aussendurchmessern eines Zwischenringes aus einem Elstomer wird die Nachgiebigkeit des Zwischenringes in radialer und axialer Richtung erhöht. Die mechanische Festigkeit elastomerer Zwischenringe ist bei Wahl eines geeigneten Materials. ausreichend gross, sodass trotz des Zulassens einer zusätzlichen Nachgiebigkeit in radialer und/oder axialer Richtung die Festigkeitsanforderungen noch immer erfüllt werden. Die Nuten lassen sich dabei kostengünstig fertigen, z. B. durch eine mechanische Bearbeitung.

Das Vorsehen von Abflachungen am Aussendurchmesser eines Zwischenringen aus Elastomer für eine Radialkolbenpumpe führt zu einer zusätzlichen Elastizität zwischen diesem und dem Aussenring, auf dem sich die Kolben abstützen, sodass der Geräuschpegel durch Reduzierung des Druckanstiegsgradienten im Zylinder reduziert wird. Auch durch diese Massnahme wird die mechanisch ausreichende Festigkeit und die Eigenschaft eines Elastomerrings, Körperschall und Luftschall zu dämpfen, erweitert um die Fähigkeit des Aussenringes aus Metall, z. B. Stahl, neben der hohen mechanischen Festigkeit durch das Vorsehen einer zusätzlichen Elastizität den Luftschallpegel und den Körperschallpegel zu reduzieren. Es sind auch Kombinationen der verschiedenen Ausführungsbeispiele möglich.

Im Folgenden wird die Erfindung anhand der Zeichnung näher erläutert, in der die vorteilhaften Ausführungsbeispiele dargestellt sind.

Es zeigen:

1 eine perspektivische Gesamtansicht einer erfindungsgemässen Gleitringanordnung;

2 eine vergrösserte Darstellung eines Teils der in 1 dargestellten Gleitringanordnung;

3 einen Teil eines Zwischenringes;

4 eine perspektivische Gesamtansicht eines Zwischenringes;

5 schematisch die Anordnung von Nuten an dem in 4 dargestellten Zwischenring;

6 eine Draufsicht auf ein weiteres Ausführungsbeispiel eines Zwischenringes und die

7 bis 11 Messergebnisse hinsichtlich der erreichten Reduzierung von Luftschallpegeln bei Verwendung der verschiedenen Ausführungsbeispiele der erfindungsgemässen Gleitringanordnung in einer Radialkolbenpumpe für ein Kraftfahrzeug.

In 1 ist eine perspektivische Gesamtansicht der Gleitringanordnung 1 dargestellt, die aus einem Innenring aus Metall, vorzugsweise Stahl, einem Aussenring 3 aus Metall, ebenfalls vorzugsweise aus Stahl und aus einem Zwischenring 4 aus Elastomer besteht.

2 zeigt eine vergrösserte Darstellung eines Teils der in 1 dargestellten Gleitringanordnung, woraus ersichtlich ist, dass der zwischen dem Innenring 2 und dem Aussenring 3 aus Metall eingesetzte Zwischenring 4 aus mehreren Bauteilen besteht. Bei diesem Ausführungsbeispiel setzt sich der Zwischenring 4 aus drei konzentrischen Bauteilen zusammen, und zwar aus einem ersten zylindrischen Bauteil 41, das den Innenring 2 aus Metall umgibt, einem zweiten zum ersten Bauteil 41 konzentrischen Bauteil 42, das das Bauteil 41 umgibt und aus einem dritten zu den beiden Bauteilen 41 und 42 konzentrischen Bauteil 43, das das zweite Bauteil 42 umgibt und an den Aussenring 3 aus Metall angrenzt.

Die konzentrischen Bauteile 41, 43 bei diesem Ausführungsbeispiel bestehen aus einem ersten elastischen Elastomer, vorteilhafterweise aus einem Elastomer mit guten Gleiteigenschaften; ein Beispiel dafür ist ein Polyamid, das unter der Bezeichnung PA 66 im Handel ist. Das zwischen den beiden Bauteilen 41, 43 eingesetzte Bauteil 42 besteht aus einem anderen Elastomer, vorteilhafterweise aus einem Elastomer mit guten Fähigkeiten zur Reduzierung von Luftschall- und Körperschallpegeln; ein Beispiel für ein derartiges Elastomer, aus dem das Bauteil 42 besteht, ist ein unter der Bezeichnung FPM im Handel erhältliches Teflon.

Der Innenring 2 aus Stahl und der Aussenring 3, ebenfalls aus Stahl, verleihen der erfindungsgemässen Gleitringanordnung die erforderliche hohe mechanische Festigkeit. Durch die Kombination der unterschiedlichen Materialien in der erfindungsgemässen Gleitringanordnung gemäss 1 und 2 werden der Luftschall- und der Körperschallpegel reduziert.

In 3 ist perspektivisch ein Teil eines Zwischenringes 4 dargestellt, der über seinen Umfang mit einer Vielzahl von durchgehenden Querbohrungen 6 versehen ist. Der Zwischenring 4 besteht auch bei diesem Ausführungsbeispiel aus einem Elastomer, vorzugsweise einem Polyimid. Durch das Anbringen der Querbohrungen 6 in dem Zwischenring aus Elastomer wird die Elastizität, d. h. die Nachgiebigkeit unter mechanischer Beanspruchung, gesteigert. Dadurch wird bei Beginn des Druckaufbaus im Zylinder mehr Nachgiebigkeit im Antrieb umgesetzt, wodurch, wie experimentell bestätigt werden konnte, der Luftschallpegel reduziert wird. Durch diese Massnahme bleibt die mechanische Festigkeit des Zwischenringes bei Verwendung ausreichend fester Materialien erhalten.

4 zeigt perspektivisch eine Gesamtansicht eines Zwischenringes 4, der, wie in 5 schematisch dargestellt, an seinem Innendurchmesser und/oder an seinem Aussendurchmesser mit einer Vielzahl von eingearbeiteten Nuten 7 versehen ist, deren mögliche Verformungsrichtungen mit 8 und 9 bezeichnet sind. Als Material für diesen Zwischenring eignet sich ein Elastomer, das vorzugsweise ein Polyamid ist, wie es z. B. unter der Bezeichnung PA 66 im Handel erhältlich ist. Durch das Vorsehen von Nuten an den zylindrischen Innen- und Aussendruchmessern des Zwischenrings aus Elastomer wird die Nachgiebigkeit des Rings sowohl in radialer als auch in axialer Richtung erhöht. Die mechanische Festigkeit elastomerer Zwischenringe ist bei Wahl eines geeigneten Materials ausreichend hoch, sodass durch Zulassen einer zusätzlichen Nachgiebigkeit in radialer und/oder axialer Richtung die Festigkeitsanforderungen noch immer erfüllt werden können. Die Nuten lassen sich dabei kostengünstig, z. B. durch eine mechanische Bearbeitung oder durch sonstige geeignete Formgebungsverfahren herstellen.

6 zeigt eine Gleitringanordnung für eine Radialkolbenpumpe, die aus einem (nicht dargestellten) Innenring aus Metall, vorzugsweise Stahl, einem Zwischenring 4 aus Elastomer und einem Aussenring 3 aus Metall, ebenfalls vorzugsweise aus Stahl, besteht. Der Zwischenring 4 weist einen zylindrischen Innendurchmesser auf und ist an seinem Aussendurchmesser mit einer Vielzahl von sich achsparallel erstreckenden Abflachungen 10 versehen. Durch das Vorsehen der Abflachungen 10 am ursprünglich zylindrischen Aussendurchmesser des Zwischenringes 4 aus einem Elastomer für eine Radialkolbenpumpe wird eine zusätzliche Elastizität zwischen dem Aussenring 3, auf welchem sich die Kolben abstützen und dem Zwischenring 4 aus Elastomer geschaffen. Dadurch wird der Geräuschpegel durch Reduzierung des Druckanstiegsgradienten im Zylinder verringert. Durch diese Massnahme wird die mechanisch ausreichende Festigkeit und die Eigenschaft eines Elastomerrings, Körperschall und Luftschall zu dämpfen, erweitert um die Fähigkeit des Aussenrings aus Metall, insbesondere Stahl, neben der hohen mechanischen Festigkeit durch eine zusätzliche Elastizität den Luftschallpegel und den Körperschallpegel zu reduzieren. Es sei betont, dass auch Kombinationen der verschiedenen Ausführungsbeispiele möglich sind.

In den 7 bis 11 sind Messergebnisse graphisch dargestellt, die die Verringerung des Luftschallpegels zeigen, welche mit den verschiedenen Ausführungsbeispielen der Gleitringanordnung in einer Radialkolbenpumpe erreicht wurden, die in einem Kraftfahrzeug eingesetzt war.

In allen Figuren ist an der Abszisse die Umdrehungsgeschwindigkeit des Kraftfahrzeugmotors (U/min) abgetragen, und an der Ordinate der gemessene Luftschallpegel der Radialkolbenpumpe in dB(A).

In 7 zeigt die obere Kurve den Luftschallpegel bei verschiedenen Umdrehungsgeschwindigkeiten des Kraftfahrzeugmotors, der von einer Radialkolbenpumpe erzeugt wird, die einen Zwischenring aus nur einem Elastomer aufweist (Basis genannt), während die untere Kurve den Luftschallpegel zeigt, der von einer Radialkolbenpumpe erzeugt wird, die gemäß dem in 1 und 2 beschriebenen ersten Ausführungsbeispiel einen Zwischenring aus unterschiedlichen Materialen, d. h. aus zwei unterschiedlichen Elastomeren, aufweist. Wie aus dem Vergleich der beiden Kurven hervorgeht wird mit der Radialkolbenpumpe, die erfindungsgemäss einen Zwischenring aus zwei unterschiedlichen Elastomeren aufweist, eine Verbesserung der Reduzierung des Luftschallpegels um durchschnittlich zwei dB(A) erzielt.

In 8 zeigt die obere Kurve den Luftschallpegel für eine Radialkolbenpumpe, die in herkömmlicher Weise mit einem Zwischenring aus einem Elastomer und zwar bei diesem Beispiel einem Polyimid (PI) versehen ist und der als Basis dient für einen Vergleich mit einer Radialkolbenpumpe, die gemäss der Erfindung mit einem Zwischenring versehen ist, der aus einem Elastomerring mit Querbohrungen besteht, gemäss den 3 und 4; die untere Kurve zeigt das Messergebnis für die Radialkolbenpumpe mit dem erfindungsgemässen Zwischenring, der ebenfalls aus einem Polyimid besteht, jedoch mit Querbohrungen gemäss den 3 und 4 versehen ist. Durch Einsatz eines Polyimid-Ringes mit Querbohrungen kann der Luftschallpegel um durchschnittlich 1 dB(A) zusätzlich verringert werden.

In 9 zeigt die obere Kurve den Luftschallpegel einer Radialkolbenpumpe mit einem Zwischenring ohne Querbohrungen, wobei als Material ein unter der Bezeichnung HYTREL erhältliches Elastomer verwendet wurde. Die untere Kurve hingegen zeigt den Luftschallpegel einer Radialkolbenpumpe, die mit einem Zwischenring aus dem gleichen Material aus HYTREL versehen war, der jedoch, wie im Zusammenhang mit 3 beschrieben worden ist, mit einer Vielzahl von Querbohrungen 6 versehen ist. Aus dem Vergleich dieser beiden Kurven wird deutlich, dass der Luftschallpegel der Radialkolbenpumpe mit dem erfindungsgemässen Zwischenring zusätzlich um durchschnittlich 1 dB(A) verringert werden kann.

In 10 zeigt die obere Kurve den Luftschallpegel einer Radialkolbenpumpe mit einem Zwischenring aus einem Elastomer, das unter der Bezeichnung PA 66 erhältlich ist, während die untere Kurve den Luftschallpegel einer Radialkolbenpumpe zeigt, die ebenfalls mit einem Zwischenring aus dem gleichen Elastomer PA 66 versehen ist, die jedoch gemäss der Erfindung, wie es im Zusammenhang mit 5 erläutert worden ist, mit einer Vielzahl von Nuten am Innen- und Aussendurchmesser versehen ist. Aus dem Vergleich dieser beiden Kurven geht hervor, dass der Luftschallpegel, der mit dem erfindungsgemäss ausgestalteten Zwischenring versehenen Radialkolbenpumpe um durchschnittlich 2 dB(A) zusätzlich verringert ist.

In 11 zeigt die untere Kurve den Luftschallpegel einer Radialkolbenpumpe, die einen Zwischenring aufweist, der, wie es im Zusammenhang mit 6 beschrieben worden ist, einen zylindrischen Innendurchmesser und einen Aussendurchmesser aufweist, der mit einer Vielzahl von Abflachungen versehen ist. Das Material des Zwischenringes ist in diesem Fall ebenfalls ein Polyamid (PA 66): Zum Vergleich dazu zeigt die obere Kurve den Luftschallpegel einer Radialkolbenpumpe, die einen Zwischenring aus dem gleichen Werkstoff PA 66 aufweist und der sowohl einen zylindrischen Innendurchmesser als auch einen zylindrischen Aussendurchmesser aufweist, d. h. nicht mit Abflachungen versehen ist. Eine zusätzliche Reduzierung des Luftschallpegels um durchschnittlich 2 dB(A) kann mit der Radialkolbenpumpe erreicht werden, die den erfindungsgemäss ausgestalteten Zwischenring mit den Abflachungen am Aussendurchmesser aufweist.

Es sei betont, dass die erfindungsgemässe Ausgestaltung von Zwischenringen nicht auf Radialkolbenpumpen für Kraftfahrzeuge beschränkt ist. Die Erfindung lässt sich auf andere Anwendungen übertragen, bei denen es darauf ankommt, durch Kombination unterschiedlicher Werkstoffe die jeweils geforderten positiven Eigenschaften zu kombinieren, ohne Nachteile hinsichtlich der mechanischen Festigkeit und/oder den Luftschall- und Körperschallpegeln in Kauf nehmen zu müssen. Ausserdem lässt sich die Erfindung auf Anwendungen übertragen, bei denen die mechanische Festigkeiten der verwendeten Bauteile bereits derart hoch sind, dass eine Reduzierung nicht zu Bauteilversagen führt, dafür aber Verbesserungen in anderen technischen Eigenschaften wie z. B. die Reduzierung von Luftschall- und Körperschallpegeln erreicht werden.

1Gleitringanordnung 2Innenring 3Aussenring 4Zwischenring 5Innendurchmesser 6Querbohrungen 7Nuten 8Verformungsrichtung 9Verformungsrichtung 10Abflachung 11Elastomer 12Elastomer 13Elastomer

Anspruch[de]
  1. Gleitringanordnung für eine Radialkolbenpumpe, bestehend aus einem Aussenring (3) aus Metall, einem dazu konzentrischen Innenring (2) aus Metall und einem zwischen Innenring und Aussenring angeordneten zu diesen konzentrischen Zwischenring (4) aus elastischem Material, dadurch gekennzeichnet, dass der Zwischenring (4) aus mehreren konzentrisch zueinander angeordneten ringförmigen Bauteilen (41, 42, 43) besteht, wobei das mittige Bauteil (43) aus einem Elastomer mit hohem Dämpfungsvermögen für den Luftschall- und den Körperschallpegel besteht und die beiden ihn einschliessenden Bauteile (41, 42) aus einem Elastomer mit guten Gleiteigenschaften bestehen.
  2. Gleitringanordnung für eine Radialkolbenpumpe, bestehend aus einem Aussenring (3) aus Metall, einem dazu konzentrischen Innenring (2) aus Metall und einem zwischen Innenring und Aussenring angeordneten zu diesen konzentrischen Zwischenring (4) aus elastischem Material, dadurch gekennzeichnet, dass der Zwischenring (4) aus einem einzigen Bauteil aus einem Elastomer mit hohem Dämpfungsvermögen für den Luftschall- und den Körperschallpegel besteht, das mit einer Vielzahl von achsparallelen durchgehenden Querbohrungen (6) versehen ist.
  3. Gleitringanordnung für eine Radialkolbenpumpe, bestehend aus einem Aussenring (3) aus Metall, einem dazu konzentrischen Innenring (2) aus Metall und einem zwischen Innenring und Aussenring angeordneten zu diesen konzentrischen Zwischenring (4) aus elastischem Material, dadurch gekennzeichnet, dass der Zwischenring (4) aus einem einzigen Bauteil aus einem Elastomer mit hohem Dämpfungsvermögen für den Luftschall- und den Körperschallpegel besteht, an dessen Innen- und/oder Aussendurchmesser Nuten (7) eingearbeitet sind.
  4. Gleitringanordnung für eine Radialkolbenpumpe, bestehend aus einem Aussenring (3) aus Metall, einem dazu konzentrischen Innenring (2) aus Metall und einem zwischen Innenring und Aussenring angeordneten zu diesen konzentrischen Zwischenring (4) aus elastischem Material, dadurch gekennzeichnet, dass der Zwischenring (4) aus einem einzigen Bauteil aus Elastomer mit hohem Dämpfungsvermögen für den Luftschall- und den Körperschallpegel besteht, das einen zylindrischen Innendurchmesser (5) und einen Aussendurchmesser mit einer Vielzahl von Abflachungen (10) aufweist.
  5. Gleitringanordnung für eine Radialkolbenpumpe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Material des mittigen Bauteils (43) mit hohem Dämpfungsvermögen für den Luftschall- und den Körperschallpegel Teflon ist.
  6. Gleitringanordnung für eine Radialkolbenpumpe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Material für die beiden das mittige Bauteil (43) einschliessenden Bauteile (41, 42) mit guten Gleiteigenschaften ein Polyamid ist.
  7. Gleitringanordnung für eine Radialkolbenpumpe nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Material für den Zwischenring (4), der mit einer Vielzahl von achsparallelen durchgehenden Querbohrungen (6) versehen ist, Polyimid ist.
  8. Gleitringanordnung für eine Radialkolbenpumpe nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Material des Zwischenringes (4), an dessen Innen- und/oder Aussendurchmesser Nuten (7) eingearbeitet sind, Polyamid ist.
  9. Gleitringanordnung für eine Radialkolbenpumpe nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Material des Zwischenringes (4), der einen zylindrischen Innendurchmesser (5) und einen Aussendurchmesser mit einer Vielzahl von Abflachungen (10) aufweist, Polyamid ist.
Es folgen 6 Blatt Zeichnungen






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